wahren Skandal bezeichnet. Dem Blaff zufolge sind bereits drei militärische Sachverständige aus Paris zu einer Untersuchung an Ort und Stelle eingetroffen.
Oer Abgeordnete Bonnaure verhaftet.
V a r i s , 13. Jan. (DNB.) Der Abgeordnete B o n- ItQure, dessen Immunität wegen seiner Beteiligung am Stav'isky-Skandal am Freitag von der Kammer aufgehoben wurde, ist von zwei Beamten der Sicherheitspolizei in seiner Wohnung verhaftet und zu- nächst in das Polizeigefängnis eingeliefert worden. Bonnaure wird voraussichtlich der Bayonner Staatsanwaltschaft übergeben werden.
pujis Krönung zum Kaiser der Mandschurei.
Engste Anlehnung an Japan.
T s ch a n t s ch u n, 13. Jan. (DNB.) Reuter. Für die Krönung P u j i s z u m K a i s e r v o n Mandschukuo am 1. Marz smd bereits wett- aehende Vorbereitungen getroffen worden. Die Krönung wird in der Privatwohnung Pups stattfmden, die für diesen Zweck neu hergestellt worden ist. In einer amtlichen Mitteilung heißt es, daß Puji verfassungsmäßiger Monarch in Ueberem- stimmunq mit den bereits bestehenden oder noch zu erlassenden Gesehen sein werde. Er werde alle autokratischen und despotischen Bestrebungen vermeiden, alle internationalen Verpflichtungen e i n h a l t e n und für den Frieden und eine bessere Verständigung der Welt arbeiten. Ein Parlament wird nicht gebildet, aber der gegenwärtige Kronrat und der Staats rat
werden beibehalten, und es soll eine klare Trennung zwischen dem kaiserlichen Hof und dem Vollzugsausschuß getroffen werden.
Die Verfassung wird in weitgehendem Maße der japanische n n achgebildet werden. Die Schaffung eines neuen Adels st andes durch den zukünftigen Kaiser ist ebenfalls vorgesehen. Die Thronbesteigung soll formell „durch göttlichen Willen" erfolgen, was ebenfalls in Anlehnung an das japanische System geschieht. Nach der Ausrufung der Monarchie wird ein Protokoll mitIapan unterzeichnet werden, das den japanischen Einfluß in der Mandschurei weiter vergrößert. Die künftige Außenpolitik von Mandschukuo wird darauf abzielen, freundschaftliche Beziehungen mit Sowjet r u ß l a n d und auch mit C h i n a zu entwickeln.
Das Programm der Krönungsfeierlichkeiten sieht u. a. eine Parade der mandschurischen A r m e e vor dem neuen Kaiser als obersten Befehlshaber, ferner ein großes Staatsbankett und eine allgemeine A m n e st i e für Gefangene vor. Als einziger Staat wird Japan durch den General Hischikari vertreten [ein, da von den anderen Ländern noch keines Mandschukuo anerkannt hat. Puji wird später selbst nach Japan fahren, um dem japanischen Kaiser seinen Besuch abzustatten. Bemerkenswert ist, daß Puji angesichts seiner bevorstehenden Krönung dem englischen König durch seinen früheren Erzieher Sir Reginald Johnson drei Lichtbilder von sich übersandt hat, und zwar eines in europäischen Kleidern, eines in Golfhosen und das dritte in Militäruniform. Gleichzeitig hat Puji dem englischen König seine Noujahrs- wünsche übermittelt.
Nach der Krönung wird Puji sich nach M,u Ehen begehen, um dort an den alten chinesischen Kaisergräbern seinen Ahnen in feierlicher Zeremonie die Ehre zu geben.
Tiroler Gkimeisterschasien unter aufgepflanztem Seitengewehr.
Dollfuß-Gendarmerie unterbricht Sportveranstaltung in Hall.
Innsbruck» 14. Ian. Bei den in hall (Tirol) slaltfindenden Skimeisterschaften kam es zu großen politischen Kundgebungen. Die Teilnehmer forderten die LinziehungderGendarmerie, die sich mit a u f g e p f l a n z t e m Bajonett an der Sprungschanze ausgestellt hatte, ferner « die Freilassung dreier im Zusammenhang mit der Meisterschaft verhafteten Rationalsozia- l i st e n. Als die Forderungen nicht erfüllt wurden, sangen die Teilnehmer das hör st-Wessel- Lied und das Deutschlandlied, das von dem größten Teil der rund 2000 Zuschauer mitge- sungen wurde. Die Kundgebungen wiederholten sich in der Stadt hall am späten Nachmittag. Die Garnison hall wurde zur Wiederherstellung der Ordnung aufgeboten. Sie räumte zusammen mit der Gendarmerie mit gefälltem Bajonett den Startplatz. Als die Rennleitung zusammentrat, um die Ergebnisse des Lang- und Abfahrtslaufes zu berechnen, erschien plötzlich Gendarmerie und erklärte, daß alle weiteren Veranstaltungen verboten seien.
Krisis der Seimwehren.
Wien, 14. Jan. Der' Bundesführer des Heimatschutzes, S t a r h e m b er g, hat einen Befehl a n die heimwehren erlassen, in dem den Mitgliedern auf das Streng st e untersagt wird, nit Nationalsozialisten zu verkehren oder zu sprechen. Widrigenfalls wird mit sofortigem Ausschluß aus den heimwehren gedroht. „Times" bezeichnet den Uebertrit des Sra« f e n Alberti, des Führer des Heimatschutzes von Niederösterreich, zu den Nationalsoziali- st e n als schweren Schlag für den Heimatschutz. In vielen Kreisen fürchtet man, daß sein Beispiel ansteckend wirken und zu einer Schwächung des Heimatschutzes führen werde.
Oesterreichische Nationalsozialisten treten nach Italien Über.
Wien, 13. Jan. (DNB.) 21 Personen des Arbeitslagers Steinfeld, die an dem nationalsozialistischen Aufmarsch in Villach (Kärnten) teil- genommen hatten, haben in der Nacht zum Samstag die italienische Grenze überschritt t en und sich der italienischen Polizei zur Verfügung gestellt. Sie sprachen den Wunsch aus, nach Deutschland befördert zu werden.
männische Weisheit.
denen die von ihr angestellten Emigranten Deutschland verlassen haben.
1* R W 3 ^onäten fflefw roegen "®iberftanbe5 gegen bk
aber bte franzostlche Negierung b" ünbe{ staatsgeroalt. Der Staatsanwatt hatte eine Gesamt- Volker- strafe van zwei Jahren neun Monaten beantragt.
Politik seit Monaten nicht mehr.
Die Gedenkschraft schließt mit der Bitte, der Rat möge für hie Herbeiführung von Zu - stänhen Sorge tragen, hie sowohl dem Interesse b e 5 Saargebietes als auch hem A n - sehen hes Dölkerbunhes dienen können.
Einer Meldung aus Doorn zufolge soll der 7 5. Geburtstag des ehemaligen deutschen Kaisers
Oie Deutsche Front an Öen Völkerbundsrat.
England fordettemeunpatteüsche Regierung im Saargebiel.
Das Ergebnis der Abstimmung steht nutzer Frage.
dergeburt.
Gegen 16 Uhr füllte sich der größte Saal der Stadt, die „Neue Welt", mit einer großen Menschenmenge. Dor dem Schützenhaus hatte eine Ehrenkompanie des Stahlhelms und eine Ehrenwache der SA. Aufstellung genommen.
Vizekanzler von Papen überbrachte die Grüße des Führers an das oberschlesische Grenzlandvolk, worauf er zum Thema „Die christlichen Grundsätze im Dritten Reich" eingehend Stellung nahm. Die Enzykliken „Kerum novarum“ und „Quadragesimo anno“ seien für hie Katholiken immer das A und O aller sozialen und soziologischen Ueberlegungen gewesen. Adolf Hitler sei es vorbehalten geblieben, die darin enthaltenen Richtlinien beim Aufbau des Dritten Reiches in die Wirklichkeit umzusetzen. Inwieweit der Aufbau des Dritten Reiches mit den Richtlinien katholischer Gesellschaftslehre übereinstimmt, wies der Vizekanzler bei den Problemen von Kapital und Arbeit und denen der Entproletari- sierung des Proletariats zur Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft nach. Auch die Rückführung des Volkstums zu den Kraftquellen von Blut und Boden entsprechen in weitem Umfange der katholischen Auffassung. Die Ge
sehen, daß hie Regierungskommission bei ihren " ' bie -staatsumwälzerische
Der deutsche Katholizismus und das neue Reich.
Vizekanzler von Papen auf Treuekundgebungen der oberschlesischen Katholiken.
Aus afler Welt.
Auflösung der Schwesternfchafien der NSDAP.
Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht folgenbe SInorbnung b e s Stellvertreters bes Führers: hiermit verbiete ich bie innerhalb her NSDAP, ober ihren Nebenorganisationen bestehenben Schwesternschaften, Braunen Schwestern ober Rote Hakenkreuz-Schwestern. Diese Schwesternschaften haben sich bis zum 15. Januar 19 3 4 a u f 3 u = lösen. Eine Neubilbung dieser Schwesternschaften ist, gleichgültig, wie sie sich bezeichnen, künftig untersagt. Das Verbot betrifft nicht die in der N S. - Frauen schäft zusammengefchlossenen hilssfür- forgerinnen und Helferinnen. Dieselben dürfen sich jedoch in Zukunft nicht mehr als Schwestern bzw. Hilfsschwestern bezeichnen. Die Leitung der NSV. ist von mir beauftragt, eine einheitliche Schwesternschaft zu bilden. Die ent- sprechenden Anordnungen werden von ihr gemeinsam mit dem Leiter des Beirats für Volksgesundheit bei der Reichsleitung der NSDAP., Pg. Dr. Wagner, und dem Leiter der NS.-Frauenschaft, Pg. Dr. K r u m m a ch e r, erlassen.
Der Kaiser an Rheumatismus erkrankt.
fei aber bie französische Regi Vieser Maßnahme zu beharren, werben soll, bah Frankreich „bas lhm vom
Saarbrücken, 15. Jan. (DNB.) Die Fraktion Deutsche Front bes ßanbesrates bes Saar- j aebietes richtet anben Völkerdunbsrat eine Denkschrift, hie feststellt, daß bie Antwort ber Re-, qierungskommission auf bie Denkschrift her Deutschen Front vom 18. Dezember 1933 an ben Vol- kerbunbsrat eine solche Fülle von entstellenden Ungenauigkeiten und Unrichtigkeiten enthält, baß sie her Deutschen Front Der- ------- ~ .. ... - .
anlassung zu der Bitte gibt, her Rat möge eine ein- am 27. Januar so einfach wie möglich unb nur im aehenhe Untersuchung her verschobenen Dor- Familienkreise gefeiert werben. Der Kaiser muß fälle vornehmen lassen. Das Schreiben der Deutschen zur Zeit das Haus hüten ha er an einem R h e u- krönt betont ausdrücklich, daß es der gesamten heut- matismus-Anfall leibet. Man glaubt aber, baß Ischen Saarbevölkerung mit der Einhaltung der Ge- er zu seinem Geburtstag wiederhergestellt sein wird.
DNB Gleiwitz, 14. Jan. Die erste Veranstal- schichtsbetrachtung kommender Zetten werde dem tunq aus Anlaß der Anwesenheit des Vizekanzlers Nationalsozialismus dieselbe Bedeutung beimessen, von Pape n in Oberschlesien fand im Stadtthea- wie dem heroischen Kampfe der Deutschen um die ter statt. Sie war vom Bund katholischer Erhaltung der christlichen Kultur gegen den An- Akademiker Oberschlesiens durchgeführt, sturm des Islams. Auch im Kampfe gegen die Ar- Unter den überaus zahlreichen Ehrengästen bemerkte । beitslofigfeit habe die Regierung Hitlers das Men- man den Präsidenten des ständigen Zentralkomitees ! m»—*•*««**• wohin mir Iahen, er-
für die Deutschen Katholikentage, Fürst Alois L ö w e n st e i n. Domprediger Marianus Vetter- Berlin sprach zuerst über Wesen und Ziele der Katholischen Aktion. Wenn die Katholische Aktion je am Platze war, so ist sie es heute. Gerade hier in Deutschland ist eine Bewegung am Werk, deren innerste Triebkraft der Glaube an eine neue gesunde Ordnung der Zustände und eine seelische Erneuerung der Menschen ist. Der Glaube an einen Anfang beherrscht aber auch die weltumspannende geistige Macht der Katholischen Kirche. Die Katholische Aktion darf keinerlei Politik treiben. Ihre Aufgabe ist nicht auf politischem, sondern auf religiösem Wege zu lösen. Die Katholische Aktion steht durch die gradlinige Erneuerung für Christus und fein Reich auf dem gleichen Boden mit einem christgläubigen evangelischen Volkstum. Wir reichen unseren evangelischen Volksgenossen in seelischer Verbundenheit die Hand im gemeinsamen Kampf gegen allen Widergeist. Staat und Kirche reichen sich im Reichskonkordat die Hände zum gemeinsamen Aufbau in Eintracht und Frieden, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, die deutsche Wie-
setze und her Wahrung strengster Disziplin im Interesse der legalen Rückgliederung des Saargebiets zum Reich bitter ernst sei. Die Verantwortung für vereinzelte Disziplinlosigkeiten treffen ben Präsiden her Regierungskommission, ba er alles, auch bie geschlossenen Mitglieberversammlungen verboten habe, währenb Versammlungen her Frankophilen, Autonomisten unb Separatisten erlaubt seien. Darin liege eine Begünstigung zum Nachteil ber fast die Gesamtbevölkerung umfassenben Saarbeut- schen, bie zu ihrem Vaterlanb zurück-
Die Regierungskommission werde sich damit ab- finben müssen, baß sie im Saargebiet eine g e • schlossen« beutsche Bevölkerung unter einheitlicher beutscher Führung zu regieren habe. In biese Bevölkerung einen Zwiespalt zu säen, werbe ein vergebliches Bemühen fein. Die Regierungskommission werbe den Vorwurf ber Neutralitätsverletzung tragen müssen, solange sie einseitig bie Politik Der aus Deutschland geflüchteten, nicht abstimmungsberechtigten E m i • grauten unterstütze. Die Einstellung ber Regie-
Saarbrücken, 13. Jan. (DNB.) Das Schwurgericht verurteilte ben Maurer Karl ß a n g , ber in ber Nacht zum 23. September ben Nationalsozialisten Ernsthemmer getötet hatte, zu eineinhalb Jahren Gefängnis unb ferner zu neun
Regierungskommission auf bie Denkschrift ber Deutschen Front mitzutragen. Die Mitglieber stehen also im Widerspruch zueinanber, unb zwar billigt bas im Saargebiet geborene, mit ben bortigen Verhältnissen am besten vertraute Mitglieb beren
wollen.
3n jeher Betonung ber Volksgemeinschaft ber beutschen Bevölkerung an ber Saar sehe bie Regierungskommisfion einen Angriff auf sich, statt bie Bevölkerung verftänbnisvoll so zu regieren, wie sie ist unb stets war, beutsche Bevölkerung, bie heim zum Mutterlanb will. Es bürste der Regierungskommssion nicht unbekannt sein, daß fast alle Terrorakte von Kommunisten unb Sozialisten sowie von Autonomisten unb Separatisten begangen würben, währenb Nationalsozialisten meist nur wegen angeblichen Tragens von Uniformteilen vor Gericht stünben. Die zahlenmäßigen Angaben über bie Zusammensetzung bes Beamtenkörpers ergäben nur bann ein objektives Bild, wenn gleichzeitig auch die Tatsache berücksichtigt werde, daß alle wichtigen Posten d e r Verwaltung fast ausnahmslos von französischen Beamten besetzt seien, so baß die Regierungskommission unb vor allem ihr englischer Präsibent alle Dinge stets burch bie französische Brille ansehen. Es spreche nichts für bie Objektivität ber Regierungskommission, wenn sie sich so stelle, als seien ihr bie Umstänbe unbekannt, unter
Paris, 15. Jan. (DNB.) Das „O e u v r e" veröffentlicht eine Information, aus ber hervorgeht, baß bie französische Regierung offenbar bie korn- menbe Tagung in ©enf flu einer groß angelegten Offensive in her Saarfrage zu benutzen plant. Wie weit sich bie Mitteilungen bes Blattes auf authentische Informationen stutzen, laßt sich natürlich nicht beurteilen. Auf alle Fälle ver- bient hie Angelegenheit größte Beachtung. Wie bas Blatt zu berichten weiß, hat bie französische Regierung beschlossen, sich nicht mit ber Ernennung eines Ausschusses zu beanügen, her sich mit ber Organisierung ber Abstimmung im Saaraebiet zu befassen haben würbe. Sie werbe vllm^r von allen Mitgliedern des Völkerbundes eine genaue Klarstellung ber Politik for- bern, bie bie betreffenben Mächte in ber Saarfraae betreiben wollten. Außerbem werbe bie französische Reaieruna bie A u f st e l l u n g einer mter- nationalen Polizei in einer Kopfstärke von minbestens 4000 Mann verlangen. Dem Volker- bunb solle es überlassen bleiben, bie Nichte zu bestimmen, bie sich an ber Bilbung bieser Polizei zu beteiligen hätten. Heber bie Schwierigkeiten, auf bie eine berarhge Forberung bei ben anderen Mächten naturgemäß stoßen müsse, sei man sich alleroings im klaren. Schon jetzt weise man Darauf hin, daß sowohl bei 6 n gl an b wie auch bei Italien keinerlei Neigung vorhan- den |ei, sich daran zu beteiligen Nichtsdestoweniger
Französische Saaroffensive in Gens.
Der plan einer internationalen Abstimmuugspolizei.-Böswillige Verkennung der wahren Volksmeinung.
schenrnögliche getan, lleberaö, wohin wir sähen, erblickten wir eine glückliche Harmonie zwischen Den Forberungen bes Papstes unb ber nationalsozialistischen Politik. Die hehren Grunbsätze her Päpste seien nicht nur anerkannt, sondern, was viel wertvoller sei, in die Praxis umgesetzt worden.
Zu ben Bestrebungen gewisser Kreise, eine nor- bisch-germanische Kirche ins Leben zu rufen, haben bie Bischöfe Stellung genommen. Die Liebe zur eigenen Rasse werbe niemals in Haß gegen anbere Völker ober Rassen ausarten. In ber Frage bes Vereinswesens werbe man über bas Kon- forbat eine Lösung finben müssen. Es sei sicher, baß bie Kirche niemals auf bie konfessionelle Erziehung unb Betreuung ber Jugenb verzichten könne. Dazu aber bebürfe es keiner Sport- unb Turnvereine. Zwischen ben Funktionen ber Staatsjugenb unb ber Kirche müsse ein Friebe geschlossen werben, ber jebem bas Seine gebe.
Der Vizekanzler kam bann auf ben Hirten- grufj ber österreichischen Bischöfe zu sprechen. Der Hirtenbrief spreche von einem Bruch mit dem deutschen Brubervolke, ber in feinem tiefsten Wesen im religiösen Gedankenkreise des Nationalsozialismus begründet sei. Man könne nur an- nehmen, baß bie Schwere bieses Vorwurfes ben Bischöfen nicht bewußt gewesen sei. Denn, sonst müßte man entmeber dem deutschen Katholizismus vorwerfen, er nehme an einem Religionskriege gegen bas katholische Oesterreich teil, ober man müßte folgern, daß bie deutschen Bischöfe samt dem deutschen katholischen Volksteil sich in ihrem Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat auf einem religiösen Irrwege befänden. In einer Anzahl von Kundgebungen hätten die deutschen Bischöfe den reichsdeutschen Katholiken den Weg zur positiven Mitarbeit im nationalsoziali st ische nStaat ans Herz gelegt. Die österreichischen Bischöfe versuchten hier „Grundirrtümer" herauszuarbeiten: „Rassenhaß, radikaler Antisemitismus, extremes Na- i'ionalitätenprinziv, nationalkirchliche Bestrebungen . Die Doktrin des Nationalsozialismus und seine Anwendung werde ausschließlich vom Fü h r e r bestimmt, unb nichts sei bekannt, das es rechtfertigen würde, einen der genannten Irrtümer dem Nationalsozialismus zur Last zu legen. Wir deutschen Katholiken, so schloß her Vizekanzler, wollen mit ganzer Seele und vollster Ueber- zeugung h i n te r A d o l f H i t l e r und seine r R e g'i e r u n g st e h e n. Wir bewundern seine Vaterlandsliebe, seine Tatkraft unb seine staats-
bunb übertragene Manhat" im Saargebiet hurch- führen müsse. *
Schon jetzt muß schärfster Einspruch bagegen erhoben werben, wenn in biesen Informationen bes „Oeuvre" ber altbekannte Versuch wieher gemacht wirb, von französischer Seite bie Dinge so darzustellen, als ob über ben Ausfall einer etwaigen Abstimmung ber Saarbevölkerung n v ch U n - klarheit herrschen könnte. Die Saarbevölkerung hat bei jeher Gelegenheit betont, baß sie einmütig unb geschlossen z u Deutschlanb zurück will. Es ist also vollständig abwegig, wenn bie französische Regierung wieher mit her Behauptung operiert, bie Bevölkerung im Saargebiet mu| e bei ber Abstimmung gegen etwaigen unzufalligen Zwang gesichert werben, unb wenn weiter behauptet wirb, Frankreich könne immer noch auf eine Mehrheit für bie Aufrechterhaltung bes bestehenben Zustanbes ober im schlimmsten Fall auf eine o starke Minberheit rechnen, baß Frankreichs materielle Interessen gut vertreten fein würben.
1% Zähre Gefängnis für die Tötung eines Nationalsozialisten im Gaaraebiet
Lonbon, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" beschäftigt sich mit ben Aufgaben bes am Montag zusammentretenben Völkerbunbs- rates unb hebt hervor, baß ber Rat auch Nach- olger für ben Vorsitzenben unb bie Mitglieber ber «/b’ie Än Amt—° im 1 rung-kommWon 'fei' am deutlichsten d'arau- zuer-
März ablauft^^Es^wird betont, daß"es gerade gegen- be. ,bren
roärtig von besonberer Wichtigkeit sei, bie neue Maßnahmen . •
»'m?" I SBSsÄ“ ä.wU.’rW.
1 hin ümstanb daß nach den' die Novemberverorbnungen unb bie Eroberung ber ÄX ta sÄ'nW rj «™—. auf bk Denk,»ritt der Leut- bar betrachtet zu werben brauche, baß bie Bergwerke gegenwärtig Frankreich gehören unb baß sie | im Falle ber Rückgabe bes Gebietes an Deutschlanb vom Reich in Golb zurückgekauft werben müssen. Auf jeden Fall werde ber Völkerbunb bafür zu sorgen haben, baß bie Abstimmung frei, geheim unb Dertrauensroürbig verläuft. Zur Festlegung ber Bebingungen ber Wahlhanblung werbe wahrscheinlich ein kleiner Ausschuß ernannt werden. Für eine Uebereilung bestehe fein Anlaß.
Der Saarbrücker Sonderberichterstatter des „Daily E x p r e h", Sefton Delmer (der Berliner Vertreter des Blattes) will wissen, daß die Franzosen in Genf anregen werden, bie Volksabstimmung bes Saargebietes einstweilen aufzuschie - ben. Er bezweifelt jeboch mit Recht, baß Deutschlanb sich bamit zufrieben geben werbe. Die Lage im Saargebiet schildert er u. a. wie folgt: In Saarbrücken innerhalb ber französischen Zollgrenze flattert bie Hakenkreuzfahne von ben Dächern. Heil Hitler ist ber allgemeine Gruß. 280 000 Deutsche werben regiert von einem rothaarigen Gnglänber namens Knox. Obwohl bas französische Hinterlanb unb bas französische Kolonialreich bie besten Märkte bes Saargebietes sind, steht es völlig außer Frage, daß die Mehrheit der Saarbeoölferung in ihrem Nationalbewußtsein und ihrer Vaterlandsliebe für Deutschland ftimmen wird.
Wettervoraussage.
Der gestern über England gelegene Wirbel hat sich in nordöstlicher Richtung verlagert und bewegt sich über der Nordsee. Durch ihn wird weiterhin ozeanische Luft nach dem Kontinent vorgeschoben, was zur Fortführung des unbeständigen Witterungscharakters führt. Da an feiner Rückseite kältere Luft aus höheren Breiten abwärts fließt, ist vorübergehend mit Temperaturrückgang zu rechnen, doch scheint die Reihe der Störungen noch nicht abgeschlossen zu sein, so daß später erneute Warmluft vordringt unb bie Temperaturen meist über Null hält. Durch bie Westluft werben weiterhin schauerartige Nieberschläge verursacht.
Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, vorübergehenb etwas kälter, hoch Temperaturen noch meist über Null, einzelne Schauer.
Aussichten für Mittwoch: Fortbauer bes wechselhaften Westwetters.
Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags 4,0 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 15. Januar: morgens 5,2 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum 5,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Januar: abends —0,3 Grad; am 15. Januar: morgens —0,3 Grab Celsius. — Nie- berfchläge 5,2 mm. ______________
Hauptschriftleiter: Dr. Friebr. Wilh. Lange.
Verantwortlich für Politik Dr. Friebr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für ben übrigen Teu Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V.
Th Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700.


