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rtt. 26Z Zweiter Blatt

Weihnachtshandarbeit beginnt.

Don Li.

Unzählige geschickte Frauenhände sind jetzt tätig, um still und andern unsichtbar praktische Gaben für den Weihnachtstisch herzu- stellen. Die Mühe, die man für ein solches Geschenk aufwendet, soll keiner unüberlegten schablonenhaften Sache gelten. Neuartige, der augenblicklichen Moden­richtung entsprechende Sachen werden selbstredend lieber gearbeitet als solche, die durch Beschränkung von Material oder Zeit von vornherein meht einer Pflicht- als einer Liebesgabe gleichkommen.

Wer die Technik des Strickens beherrscht, kann leicht und mühelos ein halbes oder ein Dutzend kleiner runder Eisdeckchen Herstellen. Diese finden zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Be­sonders hübsch und neuartig sehen sie aus zartem pastellfarbenen Zwirn aus. Kennt man beispiels­weise die Tassenfarbe des betreffenden Haushaltes, so richtet man sich dementsprechend ein. Ein Stoß solcher handgearbeiteter rosa, hellblauer oder zart­gelber Deckchen, die man schön gebunden überreicht, kann jeder Hausfrau große Freude bereiten.

Als neuartige Kissen gelten gesteppte Taft­gebilde. Material und Herstellung sind weder teuer noch schwierig. Man zeichnet sich die Linien, welche die Steppnähte darstellen sollen, vorher auf. Ge­schickten Händen fällt es überdies nicht schwer, aus Seidenresten winzige Nosetten, die man zu Gir­landen verbindet, anzufertigen. Diese heben ein Taftkissen sehr. Die klassisch-vornehme Zusammen­stellung von blau-rosa, erstere als Kissen-, letztere als Rüschenfarbe, sieht ungemein vorteilhaft aus. Auch ältere Seidenstücke, die man mit kurbel­artigem Zierstich versieht, um nicht mehr neu er­scheinende Stellen zu verdecken, lassen sich unschwer zusammensetzen. Geometrische Figuren, etwa Recht­ecke, Dreiecke oder Kreise, ergeben, apart zusammen­gesetzt, eine modern anmutende Note.

Die unverkennbare Vorliebe für bäuerlich- kun st gewerblichen Wohnungsschmuck rückt noch eine andere Art handgearbeiteter Kissen in den Vordergrund des Interesses. Es sind das Tuch- und Filzstreifenkissen, die man nach serbischem oder bosnischem Vorbild apart zusammensetzt. Strei­fen, Kreise, herzförmige oder gezackte Flächen, farb­lich abstechend und dennoch harmonisch verbunden, werden neben- und übereinandergelegt. Auf einem dunklen Kreis ruht beispielsweise ein kleiner heller, dessen Rand in Zacken endigt. Winzige Pailletten oder bunte Kordelschnürchen, die in der Mitte zu Knoten gebunden sind, decken jene Stellen, an denen die einzelnen Teile angenäht werden. Sind nicht genügend Farben vorhanden, dann können, um den Effekt weniger Nuancen zu steigern, die matte bzw. glänzende Tuch- oder Filzseite wir­kungsvoll verwertet werden.

Wie wäre es, einmal eine kleine Gobelin- ft i ck e r e i herzustellen und diese als Bild einzu­rahmen? Rittergestalten, alte Schiffe, mythologische Szenen nehmen sich dekorativ aus und sind gegen- wärl7g moderner als Blumenmuster. Daß sich hand­gearbeitete Gobelinstreifen auf Samtplatten auf­nähen und zu kostbaren Kissen und Decken ver­arbeiten lassen, ist jeder handarbeitenden Frau be- tanht.

Reizvolle Tüllarbeiten ergeben sich, wenn man kleine Blumen, möglichst bunt und fortlaufend auf eine über Tüll gelegte feste Unterlage stickt, um dann den festen Untergrund fortzuschneiden. Auf diese Weise bleibt schließlich nur die scheinbar auf dünnem Tüll entstandene Wollstickerei bestehen. Diese Arbeit eignet sich für Bettzierkissen, Nadel­polster und Ditrinenstreifen.

Wer schöne bunte W o l l b l u m e n anzufertigen versteht, kann einmal daran gehen, durch deren Zusammensetzung eine ärmellose Weste zu ver­fertigen. Besonders junge Frauen und Mädchen können einen solchen fürs Haus sehr praktischen und dabei reizvollen warmen Umhang gut ge­brauchen. Daß auch handgearbeitete Pullover, Jacken, Schals und Handschuhe jedermann will­kommen sind, braucht nicht weiter dargetan zu werden.

Warum schreit mein Baby so viel?"

Eine ernste Frage für junge Mütter.

Ein wenig müde und abgespannt kommt die junge Mutter von den Einkäufen aus der Stadt zurück. Sie wohnt ein bißchen wert draußen, und der Weg zum Markt ist weit.

Als sie die Haustür öffnet, da fliegt ein Schat­ten über ihr Gesicht: Baby schreit schon wieder! Es tut ihr direkt weh. Die Nerven sind zum Reißen gespannt, und Baby schreit unentwegt weiter. Was soll man da nur tun?

Die junge Mutter ist verzweifelt. Was hilft es, wenn die 'Freundinnen tröstend sagen:Schreikm- der Gedeihkinder!" Sie findet es viel schöner, wenn das Kind nicht bei jeder Gelegenheit wemt und dabei ist sie doch so sorgsam Mit dem Kind umgegangen immer hat sie es herumgetragen, manchmal ist sie drei- oder viermal des Nachts aufgestanden und hat den kleinen Schreihals auf den Arm genommen! Dann war er allerdings so­fort ruhig! Aber so oft in der Nacht aufstehen das hält doch kein Mensch auf die Dauer aus!

Baby schreit immer noch. Die junge Mutter stellt schnell das Marktnetz in die Küche und nimmt das Kleine auf den Arm. Sofort lacht es freundlich und ist sehr vergnügt. Wenn sie es aber ins Bett- chen zurücklegt, dann geht das Gebrüll verstärkt wieder los.

Ach Baby, Du bist ein Tyrann!"

Aber vielleicht hat das Kind Hunger? Es ist zwar noch nicht die Zeit für die Flasche, aber viel­leicht kann das Kleine die Pausen zwischen den Mahlzeiten nicht durchhalten! Schnell wird die Flasche warm gemacht. Behaglich suggelt Baby am Pfropfen. Kaum aber ist die Flasche leer, da fängt das Schreien schon wieder an.'

Nein, das geht nicht, das hält keiner aus! Als der Vater nach einiger Zeit von der Arbeit nach Hause kommt, findet er zwei tränenüberströmte We­sen vor: Mutter und Kind weinen um die Wette.

, So, jetzt geht es zum Kinderarzt hier muß Abhilfe geschaffen werden!"

Geduldig hört der Arzt den Bericht der Mutter

Gtetzener Anzeiger (General-Anzetger für tvderhessen)

Aus dem Reiche der Krau.

an.Herr Doktor, Baby schreit so viel es ist doch nicht krank?"

Eine Untersuchung:Nein, das Kind ist ganz gesund, aber sehr schlecht erzogen!"

Erzogen? Ein Kind von vier Monaten kann man doch nicht erziehen!"

Warum denn nicht? So ein kleines Wesen weiß schon vom ersten Lebenstag an, ob es seine Mut­ter tyrannisieren kann oder nicht. Die ersten drei Tage läßt man das Kleine ruhig schreien, nimmt es nicht hoch und schon vom dritten Tage an wird dann nicht mehr ohne Grund gebrüllt. Nimmt man das Kind aber hoch, gibt man ihm die Flasche zu allen möglichen Zeiten, und steckt man ihm womöglich noch einen Schnuller in den Mund dann erzieht man sich einen Tyrannen! Nein nein, ruhig schreien lassen. Das Kind hat ja nur aus Langeweile geschrien!"

Staunend hört die Mutter zu.Aber dem Klei­

nen kann doch auch einmal etwas fehlen, wenn es schreit."

Das merkt man sofort! Dann ist ein ganz ande­rer Ton in der Stimme. Wenn ein Kind wund ist und das darf bei einer sorgfältigen Mutter gar nicht vorkommen wenn irgendetwas drückt, dann hat Baby ja auch Grund zu schreien. Auch wenn das Kind schreit, weil es Leibweh hat, merkt man es daran, daß es die Beinchen dicht an den Leib zieht. Da helfen dann ein paar Löffel Ka­millentee, selbstverständlich ohne Zucker!"

Man muß also das Kind vom ersten Lebenstag an erziehen das habe ich nicht gewußt! Ich werde mich nicht mehr tyrannisieren lassen. Ich glaube, das wird Baby bald merken!"

Und dann haben Sie Ruhe. Babies sind ja so klug manchmal klüger als ihre Mutti", lächelte der Kinderarzt, als die junge Mutter beruhigt da- oonging ...

Mas sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Der Mantel ist wohl das wichtigste Klei­dungsstück der winterlichen Garderobe! Wie kann man nun dieselbe Form für möglichst alle Zwecke tragen? Hier zwei Vorschläge:

Der erste Mantel (links) zeigt uns zwei Möglich­keiten. Zunächst die Form mit dem großen, o r - namental abgesteppten, abnehm­baren Kragen aus dem gleichen Material und dann die mit dem aufknöpfbaren Pelz, der in diesem Falle in der neuen, breitgeleg - t e n Form gearbeitet ist. Hierzu eignen sich am besten die nicht zu langhaarigen Pelzarten, zum Beispiel Indisch Lamm, Persianerklaue, Bisam­wamme und die Nutriaarten.

Der Mantel selbst ist in der besonders für stärkere ober kleinere Figuren vorteilhaften Sechs- Bahnen-Form geschnitten, hat den neu­artig erweiterten Aermel und als Ver­zierung breite Steppnähte und zwei beson­ders große Edelholz knöpfe. Das Futter ist farblich abgestimmter, kunstseidener Marocain.

Als dritte Möglichkeit kann der Mantel übrigens auch noch ganz ohne Kragen nur mit einem geknoteten Halstuch getragen werden, aller­dings kleidet diese Form nicht jedermann.

Das zweite Modell (rechts) kann ebenfalls gut mit oder ohne Pelz getragen werden, ganz nach dem jeweiligen Zwecke. Zu diesem Schalkragen eig­nen sich am besten die langhaarigen Pelze wie Opossum, die verschiedenen Bärsorten oder auch der kostbare Skunks.

Neu ist die in der Mitte zu knöpfende, schlanke Vier-Bahnenform des Mantels mit den weichgeschnittenen Vermein aus drei Teilen. Die aparten Taschen bilden je ein auf die Spitze gestelltes Quadrat.

Die große M ü tze links in Tellerform ist aus feinem Haarfilz und hat als Garnitur Abnäher mit Heidenkordeldurchzua. Der mittlere Hut ist aus Velours soleil mit schmalem Ripsband. Den weichen, mittelgroßen Hut rechts verziert eine lange, durchgezogene Feder. H.

Nichtigkeiten?Wichtigkeiten!

Von Werner Lenz.

Die Posamentenindustrie haben uns die Refuges aus Frankreich mitgebracht. Neben der Seidener­zeugung war in der Zeit um 1700 herum die Posa­mentenherstellung besonders bedeutungsvoll, wie uns ein Blick auf alte Trachtenbilder lehrt. Welche Fülle von Borten, Litzen, Schnüren wies jedes elegantere Festkleid für Mann und Frau da­mals auf! Es mag die unduldsamen Franzosen recht gewurmt haben, daß durch die vielen Tausen­den von Gewerbetreibenden das neue Gastland besonders Preußen nicht nur Selbsthersteller für derlei Wertarbeit wurde, sondern sich sogar sehr bald am Auslandsgeschäft mit steigendem Er­folge beteiligen konnte.

DeutschePassementen", Posamenten erfreuen sich bis auf den heutigen Tag in anderen europäischen Ländern und in Ueberfee großer Beliebtheit. Die deutsche Phantasiebegabung, deutscher Geschmack und deutscher Arbeitsfleiß hat diese Industrie zu einer überaus wichtigen Arbeitsquelle innerhalb der Volkswirtschaft unseres Vaterlandes gemacht. Scheint dem Laien dieser Erwerbszweig ziemlich unwichtig zu fein, so wird uns ein Blick auf die Derwendungmöalichkeiten aller dieser Dinge darüber aufklären, daß sie fast überall zu brauchen sind, und daß die Posamentenindustrie für die nationale Ar­beitsbeschaffung sehr wichtig ist. Fransen und Bor­ten an Decken und Vorhängen, Gurten und Besätze an Möbeln, Schnüre an Kissen, Einfassungen von Teppichen und Läufern, Stoßkanten an Kleidungs­stücken und vor allen Dingen die Verzierungen an Frauenkleidern von der Biese bis zur Kantille, von der Rosette bis zur Papsel, welche die Nähte ver­decken ober dem Anzug durch farbige Linien eine

frische Note geben, sind Erzeugnisse der Posamen­tenindustrie. Dazu kommt noch der besponnene Zier­knopf, die Quaste und allerlei Flechtwerk.

Also ist es die Frau, die in erster Linie Freude an diesen Niedlichkeiten hat? Nein, nicht allein die Frau, auch der Mann freut sich an all diesen Nied­lichkeiten seiner Frau. Er ist außerdem froh und dankbar, wenn ihn ein hübsch ausgestattetes Heim nach der Werkarbeit aufnimmt. Aber ganz abge­sehen von solch mittelbarer Anteilnahme des Man­nes an den schönen Gaben der deutschen Band- und Bortenwirkerei, ist auch er selbst Träger aller die­ser Dinge! Man denke an die Tressen und Ver­schnürungen der Uniform des Soldaten, des SA.- und SS.-Mannes, des Fliegers, des Post- und Eisenbahnbeamten, des uniformierten Kraftfahrers und Straßenbahners. Sie alle benötigen für Ab­zeichen die Paspel, die Verschnürung, die Borte, die Litze. Somit hilft die Vielseitigkeit der Posamenten bei der Organisation militärischer und sonstiger auf Disziplin und Befehlsgewalt gegründeter Ver­bände wirksam mit. Und der Mann hat an diesen Dingen gewiß Freude, denn selten ist je ein Mä­del auf ihr neues Kleid so stolz wie der eben beförderte Soldat stolz ist, wenn er sich vorn Kom­panieschneider eine Tresse oder das ersehnte Achsel­stück aufheften lassen darf!

Die deutsche Mode wendet sich immer mehr von einseitigen ausländischen Vorbildern undDiktaten" ab. Sie ist dadurch in der Lage, in ihren Schöp­fungen besonders die Erzeunisse deutscher Arbeiter zu berücksichtigen. Es bedeutet eine beträchtliche Hilfe am deutschen Aufbau, daß auch die deutsche Posamenten-Jndustrie mit ihren schönen und nütz­lichen Erzeugnissen aus Wolle, Seide, Leinen, Gold- und Silberfäden an unserer Wohnkultur und unse­rer Kleidung beteiligt ist.

Mittwoch, 14. Novembe: 1934

Schmackhaftes Eintopfessen.

Braunes Rindfleisch mit Gelbrüben und Kartoffeln. (Für vier Personen.) Zutaten: 1VA Pfund Rindfleisch, 40 g Butter, 50 g Mehl, % Zwiebel, %1 Liter Wasser, Teelöffel Salz, 1 Eßlöffel Essig, Lorbeerblatt, 1 Prise Pfeffer, 45 Gelbrüben, 2 große Kartoffeln, 1 Teelöffel Maggis Würze. Zubereitung: Das Fleisch, am besten vom Schlegel, schneidet man in Portions­stücke, bratet diese in dem heißen Fett gut an, streut das Mehl darüber und röstet es schön braun. Nun läßt man noch die geschnittene Zwiebel mitbämpfen, bis sie weich ist, und löscht mit Wasser ab, gibt die angegebenen Gewürze hinzu und dämpft das Fleisch in gut verschlossenem Topf. Wenn es etwa halb weich ist, mengt man die gewaschenen, geschabten, in Stifte geschnittenen Gelbrüben und etwas später die rohen Kartoffelwürfel unter. Beim Anrichten verbessert man noch das Gericht mit Maggis Würze.

Hannoversches Blindhuhn: 250 g ma­geren Speck, 150200 g weiße Bohnen, 375 g grüne Bohnen, frisch oder eingeweckt, 2 Aepfel, 2 Birnen, 250 g Möhren, 500 g Kartoffelstückchen, Salz. Das gesäuberte, gewaschene und kleingeschnit­tene Gemüse wird schichtweise mit dem Speck in einen Topf getan. Erst zum Schluß kommen die Kartoffelstückchen obenauf. Kochzeit: 2 XA Stunden.

Schweinefleisch mit Gemüse als Gin« t o p f g e r i d) t. (? vier Personen.) VA2 Stun­den. Zutaten: 1 Pfund Schweinehals, Salz, Pfef­fer, Zwiebel, 23 Pfund verschiedene Gemüse, 23 Tomaten, Petersilie, 4050 g Butter, % Li­ter Fleischbrühe aus 2 Maggis Fleischbrühwürfeln. Zubereitung: Die je nach der Jahreszeit vorhan­denen Gemüse wie Gelbrüben, Blumenkohl, Wir­sing, Sellerie werden nach ihrer Art geputzt und in nicht zu dünne Scheiben geschnitten, Blumenkohl in Röschen geteilt. Der ausgebeinte Schweinehals wird in fingerdicke Scheiben und diese wiederum in Streifen geschnitten. Die gemischten Gemüse werden mit Salz und reichlich fein geschnittener Petersilie, das Fleisch mit Salz, Pfeffer und reich­lich fein geschnittener Zwiebel gemacht. Beides gibt man nun lagenweise in einen festschließenden eiser­nen Tiegel, streut Butterstückchen darüber, gibt die nötige Fleischbrühe dazu und läßt das Ganze, fest zugedeckt, langsam weichdämpfen. Das Gericht soll saftig, aber nicht allzu brühig sein, wird vorsichtig auf eine tiefe Platte gestürzt und zu Tisch gegeben.

Fisch-Eintopf-Gericht: 1 kg Seefisch, VA kg Kartoffeln, 4080 g Butter, 50 g Mehl, % Liter Milch, 1 Zwiebel, V« Liter Fleischbrühe, eine kleine Gewürzgurke. Die geschälten, in Schei­ben geschnittenen Kartoffeln gut mit Wasser bedeckt aufs Feuer bringen und garkochen. Den gesäuber­ten Fisch enthäuten. Die Gräten sorgfältig heraus­lösen und den Fisch sowie die gewürfelten (Kar­toffeln) Gurkenstückchen zu den Kartoffeln geben. Alles garkochen. Aus Butter, Mehl und der klein­geschnittenen Zwiebel eine helle Einbrenne Herstel­len, mit V« Liter Brühe sowie Liter Milch auf­füllen. Nun die Einbrenne mit dem Fisch und den Kartoffeln gut mischen. Das Gericht kräftig mit Salz und Petersilie abschmecken.

Irisches Hammelragout. (Für vier Per­sonen.) Zutaten: 1 Pfund Hammelbrust oder Schul­terblatt, 3 große Zwiebeln, 8 Kartoffeln, 1 Kaffee­löffel Maggis Würze, 1 starkes Würzsträußchen, 50 g Butter, Pfeffer oder Paprika, Salz. Zuberei­tung: Man schneidet das Fleisch in gleichmäßige, nicht zu große Stücke. Die Kartoffeln schneidet man in dünne Scheiben. Die Zwiebeln werden gehackt. Den Boden einer flachen, nicht zu großen Kafserolle streicht man mit Butter aus und belegt ihn mit einer Schicht Hammelfleisch. Darüber streut man den dritten Teil der Zwiebeln und Kartoffelscheiben, würzt mit Salz und nicht zu wenig Pfeffer, läßt wieder eine Schicht Fleisch folgen und fährt fort wie oben. Jetzt gießt man so viel Wasser zu, daß das Ragout bedeckt ist, legt das Würzsträußchen hinein und kocht alles bei gelindem Feuer, bis Fleisch und Kartoffeln weich find. Beim Anrichten verfeinert man die Soße noch mit einigen Tropfen Maggis Würze.

Rheinisches Eintopfgericht: % Pfund Schweinefleisch, 2 Pfund Kartoffeln, 3 Würfe! Mag­gis Rheinische Suppe, Suppengrün. Das kleinge­schnittene Fleisch mit dem Suppengrün in VA Liter Wasser halb garkochen: inzwischen 3 Würfel Rhei­nische Suppe in XU Liter Wasjer glattrühren und mit den kleingeschnittenen Kartoffeln zum Fleisch geben, gut durchrühren und nach dem Wiederauf­kochen A Stunde bei kleinem Feuer garkochen.

Haushalt wie am Schnürchen!

Wenn das Räderwerk des Haushalts leise rollt, alles in bester Ordnung ist, sagt man wohl, er sei wie am Schnürchen. Masche fügt sich an Masche. Keine ist heruntergefallen und achtlos liegen geblie­ben. Aber es kommt bei der vorzüglichsten Haus­frau eben auch einmal ein Fehler vor, und damit der Haushalt nicht ins Stocken geratet, sucht und findet sie Rat:

Beim Bügeln ist das Oberhemd des Mannes versengt worden. Oder in das Taschentuch ist eine gelbe Brennstelle gekommen. Sofort aus 100 Gramm Chlorkalk, 900 Gramm weißem Wasser eine Mischung bereiten. Wenn die Lösung klar ist, ein sauberes Leinenläppchen hineintauchen, auswin­den, über die versengte Stelle streichen. Dann, nach­dem der Sengfleck verschwunden ist, mit kaltem Wasser nachspülen. Der Fleck ist verschwunden. Bei Stärkwäsche erst die Stärke entfernen.

Gläser, Flaschen, die nicht klar werden wol­len mit zerstoßenen Eierschalen und Fetzchen Lösch­papier reinigen. Beides hineinschütten, gut durch­rütteln, beides entfernen. Flaschen und Gläser kalt ausspülen, mit einem faserreinen Leinentuch ab­reiben.

Feuerung beim Kochgut sparen ist wichtig. Turmkochen empfiehlt sich, da auf die Weise zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Speisen brennen nicht an, das Turmkochen (einen Topf, der genau auf den anderen paßt, darauf stellen), macht die Speisen gar und erfordert nur Feuerung für einen Topf.

Wachstuch auf dem Küchentisch bleibt tadellos, wenn man es mit QuiUajarinbe wäfcht und mit fol­tern Wasser nachspült. Sind aber hartnäckige Flecke darin, reibe man es mit einem Lappen ab, der in Terpentin getaucht ist. Lüste es und wische es mit einem wollenen Tuch nach.

Wenn der Tisch schön aussehen soll, damit die Speisen besser schnecken, müssen Gabel und Löf-