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4. Mindestens etwa 1000 Mk. Bargeld. Je größer das Eigenkapital, desto schneller schuldenfreie Eigentümer! Ein Teil des Kapitals kann durch Selbsthilfearbeit ersetzt werden.

Besonders Punkt 3 ist wichtig, denn nur wenn sich ein Arbeiter in fester Stellung befindet und damit der pünktliche Eingang der Zins- und Tilgungsraten garantiert ist, sind die großen Fi­nanz-Institute bereit, den erforderlichen Kredit zur Verfügung zu stellen.

Die Siedlerkredite werden nicht vom Staat, sondern vom freien Kapitalmarkt (Banfen, Sparkassen ufro.) aufgebracht, und müssen des­halb absolut gesichert sein. Es ist deshalb in der Regel nicht mehr möglich, Erwerbslose an­zusiedeln, vielmehr müssen die Siedler über festes Einkommen verfügen.

Da die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Regie­rung fortgesetzt werden, ist mit weiterer Senkung der Erwerbslosenziffern zu rechnen, so daß auch-ein heute noch Erwerbsloser nicht von der späteren An­siedlung ausgeschlossen ist, sofern er auch sonst die nötige Eignung besitzt. Wichtig ist, daß der Siedler nur für den eigenen Bedarf wirtschaftet. Auf keinen Fall darf er seine Erzeugnisse verkaufen, denn die Erzeugung für den Markt ist Sache der Bauern.

Wie wird nun eine solche Siedlung aussehen? Die Hauptsache ist nicht etwa das Haus, sondern der Stall und der Garten. Das Haus ist der zeh­rende Teil der Siedlerstelle, Stall und Garten da­gegen ist der mehrende Teil.

Der Garten wird von Fachleuten geplant und be­treut. Der Gartenfachmann des Heimstättenamtes sorgt dafür, daß von Anfang an alle neuesten Er- fah^ingen zu Gunsten des Siedlers ausgenutzt wer­den. (Lage des Gartens zur Himmelsrichtung, Schattenwirkungen, Verhältnis zwischen Obst-, Ge­müse-, Beeren- und Futterpflanzen-Anbau, Auftei­lung der Bepflanzung, Ziergarten-Anlage, Dünger und Kompostwirtschaft, Bodenpflege.)

Die Garlenfläche soll etwa 800 Quadratmeter betragen, doch soll der Siedler die Möglichkeit haben, zusätzliches Land in der Rahe zu pachten.

Ebenso wie der Garten erfährt auch die Klein­tierhaltung die besondere Beachtung des Heim­stättenamtes, zu dessen Arbeitsstab ein Kleintier­fachmann gehört. Ebenso wenig wie die Garten­erzeugnisse, sind die Tiere und deren Produkte für den Verkauf bestimmt, mit Ausnahme der evtl. Felloerwertung. Zweck der Kleintierhaltung ist die reichlichere Versorgung der Siedlerfamilie mit Milch, Fleisch und Eiern, sowie eine Sicherstellung der Gartendüngung.

Das Heimstättenamt bestimmk den Umfang der Tierhaltung, die Auswahl der Rassen, die An­lage und den Ausbau der Stallungen hinsicht­

lich Große, Hygiene, Licht, Luft, LagerungS- Möglichkeiten für Futtervorräte ufro.

Wird die Siedlung größer, so erhält sie einen Lehrsiedler, der die Betreuung und Schulung der Siedler übernimmt und sie mit Saatgut und Zucht­material versorgt. ,

Das Haus wird je nach den Geldmitteln, die der Siedler aufbringen kann, einfacher oder kostspieliger ausgeführt werden können. Wenn die Mittel des Siedlers beschränkt sind, muß er sich mit einem einfachen Bau begnügen. Bei der herrschenden Kre­ditnot ist es nicht möglich, irgendwelche Luxus­ansprüche zu finanzieren, vielmehr muß sich jeder Siedler nach seiner Decke strecken.

Im Erdgeschoß des Siedlerhauses befindet sich außer dem Kleintierstall eine geräumige Wohnküche und 2 Zimmer, im Dachgeschoß sind eine oder zwel Kammern, sowie ein Futterboden vorgesehen. Das Haus ist ganz unterkellert.

Wie die bauliche Planung der nationalsoziali­stischen Siedlung vom Menschen ausgeht und weitgehend auf die besonderen Verhältnisse der einzelnen Siedlerfamilie einzugehen versucht, so wird auch die monatliche Belastung des Sied­lers nicht höher sein, als er ohne Einschränkung seines Lebensstandards aufbringen kann. In der Regel wird der fünfte Teil des monatlichen Bruttoeinkommens als tragbare Zins- und

Tilgungsrate angenommen.

Zum Schluß noch eine eindringliche War­nung an alle Siedlungsanwärter: Glaubt nicht, daß das Leben auf der Siedlung leicht i ft 1 Wer siedeln will, um abends in sei­nem Blumengarten sitzen zu können, macht sich falsche Vorstellungen über die Mühe und Arbeit des Siedlerlebens. Wer jedoch das Zeug dazu hat, mit eigener Kraft und in harter Arbeit wieder Ver­bindung zu bekommen mit dem deutschen Boden, der soll nach dem Willen des Führers einen Teil dieses Bodens zu Eigentum bekommen und der kann auch erwarten, daß es ihm gelingen wird, die Ernährungsgrundlage und den Gesundheits­stand der Familie sicherzustellen und zu bessern.

Bewerber, welche die oben erwähnten Bedingun­gen des Reichsheimstättenamtes erfüllen, fordern Siedlerfragebogen A an beim Heimstättenamt Hes­sen-Nassau, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77.

Srieff affen der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

D. h. Der Lehrter Bahnhof (Fernbahnhof) in Berlin ist Kopfbahnhof, also kein Durchgangs- bahnhof.

Sprechstunden der Redaktion.

11 .30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Das Gießener Giadiiheaier wirbt zur neuen Spielzeit.

Das Bild zeigt die Auswirkung der Werbemaßnahmen des Gießener Stadttheaters zur neuen Spielzeit. Die Stadttheater-Jntendanz fragt trotz dieses regen Andranges jeden weiteren Volks­genossen: Wo bleib st Du?

Das SiedlmWwerk im Gau Hessen-Äaffau

Von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichs­ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wird uns mitgeteilt:

Das Heimstättenamt Hessen-Nassau prüft zur Zeit die Möglichkeit, im Gau Hessen-Nassau S i e d l e r st e l l e n zu errichten. Zweck der Sied­lung ist es, dem Arbeiter eine Verbesserung seiner Lebenshaltung zu ermöglichen bzw. ihn wider­standsfähiger gegen Kurzarbeit oder vorüber­gehende Erwerbslosigkeit, d. h. krisenfest zu machen.

Bei dem herrschenden Kapitalmangel und bei der großen Anzahl von Bewerbern ist es nicht möglich, überall im Gau Hessen-Nassau sofort

mit dem Bau zu beginnen. Vielmehr werden zunächst die Rotgebiete berücksichtigt.

Wer für die Siedlung geeignet ist, sollte sich aber schon jetzt beim Heimstättenamt Hessen-Nassau vor­merken lassen. Siedlungsbewerber erhalten kosten­los den Siedlerfragebogen A, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen:

1. Gesundheit, deutsche Abstammung, Alter nicht über 55 Jahre, tüchtige Frau, ^geordnetes Fa­milienleben, möglichst viele gesunde Kinder.

2. Erfahrung in Gartenbau und Kleintierzucht.

3. Festes Arbeitsverhältnis, Stammarbeiter (auch Kurzarbeiter) in sicherer Stellung.

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