Kunst und Wissenschaft
Auguste Prasch-Grevenberg 80 Jahre alt
die
Aus aller Welt
Zwei weitere Offiziere des Schnelldampfers „Präsident Cleveland" b e l a st e t e n den Kapitän dieses Schiffes ebenfalls schwer. Auch sie hatten ihn gewarnt, eine verspätete Absendung der Rettunas-
Verkäufe hat bis jetzt die Höhe von 28 246 Mark erreicht. Im ganzen find in der großen Münchener Kunstausstellung 1934 Verkäufe im Gesamtbetrags von 71176 Mark abgeschlossen worden.
Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde.
Dieser Beiname ist ja auch wirklich geschichtsnotorisch — im übrigen aber das einzige historisch beglaubigte Moment, das diese immerhin außergewöhnlichen Ansprüche der „Kaiserin" gestützt hat. Jedenfalls hat sie ihren Sensationsprozeß gegen den griechischen .Staat nicht gewonnen und weder den Thron von Hellas noch den des alten Byzanz bestiegen ... Jetzt ist dies bis ins hohe
„ . ... . i i|i uie» uis ins noge
Nie hat man ergründen können, inwieweit die Alter von brennendsten Ehrgeizen und Träumen „Prinzessin , die spater kraft eigener Ernennung lodernde Frauenherz endlich zu letztem Verzicht qe- zur „Kaiserin wurde, in gutem Glauben und ge- zwungen worden durch die allerhöchste Majestät: stutzt auf tatsächliche Belege gehandelt und ge->den Tod.
Wettervoraussage.
G Die Wetterlage zeigt wenig Aenderungen. Der hohe Druck über dem Festland Nimmt ganz Deutsch- land m seinen Bereich, so daß mit Fortdauer des freundlichen Wetters gerechnet werden kann, wenn auch bei der starken Erwärmung später lokale Ge. witterstörungen nicht ausgeschlossen sind.
Aussichten für Samstag: Vorübergehend dunstig, wolkig, sonst vielfach heiter und tagsüber weiterhin recht warm.
Au ssichten für Sonntag: Abgesehen von lokalen Gewitterstörungen noch sonniges und warmes Wetter.
Lufttemperaturen am 13. September, mittags: 26,3 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 14. Sept., morgens 16,3 Grad. Maximum 26,3 Grad, Minimum 14 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tief« am 13. September, abends: 20 Grad Celsius, am 14. September, morgens: 16,5 Grad Celsius — Sonnenscheindauer 9*/, Stunden.
Frau Auguste P r a sch - G r e v e n b e r g , ' Mutter des früheren Gießener Intendanten Dr. !Rolf Prasch, dem hiesigen Theaterpublikum aus zahlreichen Gastspielen wohlbekannt, beging kürzlich iihren 8 0. Geburtstag. Frau Prasch-Gre- >v e n b e r g spielt zur Zeit in Berlin am „Theater 8des Volkes".
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, $r- Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigendster: Hans Beck, verantwortlich für Den Inhalt der Anzeigen: Theodor . Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Bruhl jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
R. Lange, £-0^ sämtlich in Gießen.
Unter dem ehrenwerten bürgerlichen Namen einer „Frau Oberst a. D. Wickham" ist sie kürzlich zu London im gesegneten Alter von 86 Jahren verstorben —: die „Erbkaiserin Eugenie von Byzanz", wie sie sich bis an ihr Lebensende' nannte, wie sie 'auch ihr Testament unterzeichnet hat. Damit lebt letztmalig die Erinnerung an eine ebenso originelle wie streitkräftige Zeitgenossin auf.
Geboren worden ist diese „Kaiserin^ als Französin und Mitglied der bekannten Familie Pal 6 o - l o g u e, aus der auch Maurice Palsologue stammt, von 1914 bis 1917 französischer Botschafter in Petersburg war und dort sich des denkbar höchsten Ansehens und Einflusses erfreute. Diese Familie Pal6ologue, so hat die Verstorbene mit größtem Nachdruck behauptet und verfochten, stammt in dem Zweig, aus dem sie selbst entsprossen, klipp und klar von dem letzten Kaiser von Byzanz ab, weshalb sich Eugenie denn auch ständig, schon als Mädchen, als „Prinzessin von Byzanz" bezeichnete. Ihr Vater, so behauptete sie, habe, bis auf eines, längst sämtliche Dokumente in Besitz gehabt, die diese Abstammung unanfechtbar bewiesen — leider kamen auf geheimnisvolle Art die meisten dieser Urkunden abhanden ...
Heiie üe-erraWngen im Fall „Mono Castle" Amerikanische Seeleute peinlich belastet.
• Die Vernehmungen über die Ursachen der Katastrophe auf der „M o r r o C a st l e" fördern immer neue verblüffende Tatsachen ans Licht. Insbesondere gibt das Verhalten der in die Tragödie verwickelten amerikanischen Seeleute die eigenartigsten Rätsel auf. Im letzten Verhör erregte es Sensation, daß der Schnelldampfer „President Cleveland", der zu Hilfe geeilt war, von 6.20 Uhr bis 7.08 Uhr in der Nähe der brennenden „Morro Castle" liegen blieb, ohne auch nur ein einziges Rettungsboot zu Wasser zu lassen. So wenigstens behauptete der erste Offizier des „Pre- sident Cleveland" H e n d er s o n. Er knüpfte daran schwere Anklagen gegen den Kapitän des „President Cleveland", Carey, der sich über den Ernst der Situation nicht hinreichend klar gewesen sei Henderson stellte vor dem Untersuchungsausschuß die Forderung auf, daß Kapitän Carey von der Reederei entlassen wird, andernfalls könne er selbst nicht länger erster Offizier auf dem „President Cleveland bleiben und werde um seinen Abschied einkommen.
Vogtland. Aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes werden Vertreter nach dem Vogtland eilen zu ernsten Beratungen und zu freudigem Bekenntnis zum deutschen Wandergedanken. Gerade im Dritten Reiche kommt den Wanderoerbänden eine erhöhte Bedeutung zu. Haben sie doch die Aufgabe, die deutschen Mittelgebirge durch Anlage und Erhaltung farbiger Wegbezeichnungen, Herausgabe von Karten, Führern, Erbauung und Instandhaltung von Aussichtstürmen, Unterkunftshäusern, Schutzhütten, Rastplätzen u. dgl. dem Wanderer zu erschließen und die Massen unseres Volkes hinauszuführen in die herrliche Gottesnatur, damit sie dort neue Stärke und neuen Mut finden für den aufreibenden Kampf des Alltags. Darüber hinaus erfüllen die Wandervereine, die dem Reichsbunde für Leibesübungen angehören, die hohe nationale Aufgabe, durch Erwandern der Heimat ihre Mitglieder zur Heimat- und Vaterlandsliebe zu erziehen und die große, wahre Volksgemeinschaft zu pflegen.
Ein Hamburger Bergsteiger
am Finsieraarhorn tödlich abgestürzt.
Zwei führerlose deutsche Bergsteiger sind beim Abstieg vom Finsteraarhorn am Agassizjoch v e r - u n g l ü ck t. Vermutlich durch Steinschlag wurde der sichernde Hintermann zu Fall gebracht und riß seinen stufenschlagenden Kameraden mit sich. Der eine der Verunglückten, der Arzt Dr. K o h l s ch ü t - t e r aus Hamburg, der nur leicht verletz twurde, konnte sich aus den nachstürzenden Schneemassen
Erstbesteigung der Wesiwand des karwendelturms.
Die Bergsteiger Martin Schweiger (Füssen) und Willi K r o n wi t t e r (Mittenwald) durchkletterten zum erstenmal die äußerst schwierige W e st - w a nd des Karwendelturms. Die Wand mißt 80 Meter Höhe, ist größtenteils überhängend, grifflos und fast ohne jede Möglichkeit eines Trittes. Die Durchkletterung nahm fünf Stunden in Anspruch.
Sonderfahrt des „Graf Zeppelin" zur Besichtigung der Reichsautobahnen.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute (Freitag) früh um 4.10 Uhr unter Führung von Dr. E ck e n e r zu einer Sonderfahrt nach Frankfurt a. M. gestartet. An der Fahrt nehmen 27 Fahrgäste teil, unter ihnen der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, ferner als Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums die Fliegerkommandanten S p a n d und Breithaupt. Von Frankfurt aus unternimmt das Luftschiff eine Fahrt zur Besichtigung der Reichsautobahnen, an der die Teilnehmer des internationalen Straßenbaukongresses teilnehmen werden. Die Fahrt geht zunächst den Rhein hinunter und dann in Richtung Braunschweig. Gegen 17.30 Uhr erfolgt in Frankfurt a. M. eine Zwischenlandung. Nach vorgenommenem Passagierwechsel wird das Luftschiff die Rückfahrt nach Friedrichshafen antreten, wo gegen 20 Uhr die Landung erfolgen dürfte.
Lola Schröters Deulfchlandflug.
Die Pilotin Lola Schröter, die sich gegenwärtig auf einem Segelschleppflug durch Deutschland befindet, traf, von Nürnberg kommend, auf dem Chemnitzer Flughafen ein. Nach einem Aufenthalt von etwa drei Stunden ist die Pilotin zum Weiterflug nach Görlitz gestartet, wo sie auf dem Flugplatz landete.
Steuerloses Flugzeug rast in die Zufchauermenge. — Ein Toter, drei Verletzte.
Auf dem Kattowitzer Flugplatz ereignete sich ein Unglück. Ein Flugzeug, dessen Motor zum Start angeworfen worden war, setzte sich plötzlich aus unbekannten Gründen ohne Steuermann in Bewe-
Die „Kaiserin von Vyzanz"isl gestorben
Erinnerung an den Sensationsprozeß einer Thronprtitendentin.
rige südslawische Staatsangehörige Friedrich Iska - kar aus Essen-Altendorf wegen Mordes und der 29jährige Fritz K l i s ch a t aus Essen-Borbeck wegen Anstiftung zum Mord. Jslakar hatte in der Nacht zum 8. April d. I. auf Anstiftung des Klifchat dessen Ehefrau in ihrer Wohnung ermordet. Die zur Tat benutzte Pistole hatte Jslakar von Klischat erhalt^r, der ihm für seine Tat die Hälfte der für tfjju abgeschlossenen Lebensversicherung von 3000 Mark zusicherte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Jslakar wegen Mordes und den Angeklagten Klisckat wegen Anstiftung zum Morde 3utn lobe. Außerdem erkannte das Gericht auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit bei beiden Angeklagten. Wegen Waffenvergehens erhielten Jslakar acht Monate und Klischat em Jahr Gefängnis.
Spinale Kinderlähmung in Schleswig.
2m Einvernehmen mit dem zuständigen Kreisarzt sind dieser Tage sämtliche Schleswiger Schulen bis auf weiteres geschlossen worden. Diese Maßnahme erfolgte als Vorbeugung gegen die Ausbreitung der spinalen Kinderlähmung. Bisher sind in Schleswig sowie in den Nachbarorten einige leichte Fälle dieser Krankheit zu ver- zeichnen.
Takekomi, eine neue japanische Insel.
Japan, das sonst so viel unter der vulkanischen Tätigkeit im dortigen Gebiet zu leiden hat, verdankt neuerdings den Kräften des Erdinnern eine Erwei- terung seines Besitzes um eine neue I n s e l. Sie ist eine Viertelmeile östlich von der die Nordspitze der japanischen Kurilen bildenden Insel Alaid all- mählich aus dem Meer getaucht und hat jetzt den Namen T a k e t o m i erhalten. Bei einem Flächen- durchmesser von etwa einer halben Meile ragt sie etwa 100 Meter über die Meersoberfläche empor. Dor fünf Monaten befand sich an derselben Stelle nur Wasser. Trotz des unheimlichen Ursprunges hofft man, auf ihr einen günstigen Hafen für das benachbarte Alaid gefunden zu haben.
Rekordbesuch auf dem „Derkemer Worschtmarkl".
Der Dürkheimer Wurst markt 1934 fand einen Rekordbesuch. Die riesengroßen Festzelte und Winzerzelte reichten nicht aus, den gewaltigen Andrang zu bewältigen. Nach einer vorläufigen Schätzung sind etwa 180000 Besucher während des Hauptwurstmarktes gezählt worden. In diesem Jahr waren außerdem auch sehr viel Aus- länder gekommen. Die städtischen Wechselstuben haben viel ausländische Banknoten umgewechselt. Angesichts dieser stets wachsenden Frequenz des größten deutschen Weinfestes trägt sich die Stadt- Verwaltung mit dem Gedanken, den Wurstmarkt für das kommende Jahr räumlich erheblich zu ver-
Oer „alte Heim" und der Kurfürst von Hessen.
Dr. Ernst Ludwig Heim in Berlin, einer der bedeutendsten praktischen Aerzte seiner Zeit, dessen am 15. September zu seinem 100. Todestage gedacht wird, war wegen seiner derben und aufrechten Haltung bekannt. Einst ließ ihn der Kurfürst von Hessen wahrend seines Aufenthaltes in Berlin zu sich rufen; mit einem gnädigen Wink seiner Hand emp- °^ne f^ jedoch von seinem Sessel zu erheben. Das paßte Heim aber gar nicht, und sar- kastisch lächelnd sagte er: „Durchlaucht, stehen Sie l Der Kurfürst war nicht wenig erstaunt,
erhob sich aber trotzdem. „So, nun drehen Sie sich mal um, Durchlaucht", fuhr der alte Heim fort. Als der Fürst auch das befolgt hatte, meinte Heim trocken: „Durchlaucht sehen ganz so steifpetrig aus, wie ich mir einen richtigen Kurfürsten immer vor- gestellt hatte." Der Hesse besaß genügend Humor, den alten Grobian zu seinem Leibarzt zu ernennen.
Oie Sofa-Nachbarn.
Während seines Aufenthalts in Jena erhielt Goethe einst den Besuch eines Studenten, mit )em er sich auf ein Sofa setzte. Während des Ge- prachs klopft es, und ein untersetzter Mann tritt hinein, den Dichter höflich, aber nur mit Gebärden begrüßt. Der Student bleibt ruhig sitzen; der neue Gast macht es sich in der anderen Sofaecke bequem, während sich Goethe einen Stuhl heran- ^eht. Doch ehe das Gespräch wieder ausgenommen wird, meint er: „Ich muß die Herren doch wohl vorstellen: Herr Studiosus Petersen aus Itzehoe — Seme Durchlaucht der Herzog von Weimar."
Oer Bär in der Kirche.
Der griechisch-katholische Geistliche des rumäni- chen Dorfes Ssikszereda besitzt einen zahmen •o are n. Dieses Tier war so zutraulich geworden während der langen Jahre, in denen es dem Geist- lichen angehörte, daß man gar nicht mehr recht auspaßte, ob der Käfig immer verschlossen blieb. So kam es, daß der Bär ausbrach, als der Geistliche die Abendmesse hielt, und den Spuren eines Herrn folgte. Als das Tier i n d e r K i r ch e erschien, bemächtigte sich der Andächtigen natürlich eine Panik. Der Geistliche mußte die Messe unterbrechen und mit Hilfe eines zufällig anwesen- den Tierbändigers seinen Bären wieder einfangen. Das Tier dachte gar nicht daran, irgendwelchen Schaden anzurichten, denn es drückte sich beklommen wegen des Halbdunkels und des Kerzenlichtes in eine Ecke und konnte leicht in seinen Käfig zurückgebracht werden.
Die große Münchener Kunstausstellung 1934.
Die große Münchener Ku n st aus st el- Mung 1934 in der neuen Pinakothek, die Anfang Oktober geschlossen wird, hat sich seit ihrer Eröff- nung eines außerordentlichen Interesses der Mün- Hener, der auswärtigen und der ausländischen Kunstfreunde erfreuen dürfen. Die gesamte Be° erreichte in den ersten vier Monaten nahezu die Ziffer 30 000. Hand in Hand mit die- «em ungewöhnlich regen Besuch erreichte auch die Anzahl der verkauften Werke eine für die retzige Lage am Kunstmarkt ungewöhnlich günstige chöhe. Dom bayerischen Staat sind 29 Werke erworben worden, von der Stadt München 51 Werke, !t>on der Nationalgalerie in Berlin vier Werke, vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 12 Werke, vom Reichsjugendführer Baldur :*o n Schirach ein Werk. Die Gesamtsumme der :ion offizieller Seite angekauften Werke beziffert '>ch auf einen Betrag von 42 330 Mark, dazu kommen weitere 85 Werke der Malerei, der Plastik, i«r Graphik und des Kunstgewerbes, die von pri- naten Kunstfreunden des In- und Auslandes erworben worden sind. Die Summe dieser privaten
Die letzten Sonderzüge haben Nürnberg verlassen.
Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Am Mittwoch Hilden die letzten 73 Sonderzüge des y eichsparteitages mit SA. und SS. Nürn- kürg verlassen. Damit ist die gesamte Rückbewegung rüt 524 Sonderzügen planmäßig und st ö - riu n g s f r e i abgewickelt. Die Gesamtzahl der wäh- rmd der ganzen Bewegung durchgeführten Sonder- llistungen im Bereich der Reichsbahndirektion Mrnberg einschl. der Leer-Sonderzüge, der Sonder- ll!komotivfahrten und der im Vorortbereich Nürnbergs abgefertigten Sonderpendelzüge betrug 2297. Qnn Güterverkehr wurden in der gleichen Zeit noch £36 Güterzüge über den vorgesehenen Plan hinaus fahren. Trotz der ungeheuren Inanspruchnahme hT Strecken der Reichsbahndirektion durch die nahe- ii 2300 Sonderleistungen im Personenverkehr wur- iint noch 60 v. H. des regelmäßigen Güterverkehrs -»'eistet.
<3. Deutscher Wandertag zu Plauen.
Der Reichsverband deutscher Gebirgs- und Wan- !c-oereine, der heute sämtliche 50 deutschen Ge- !i)gs- und Wandervereine mit über 250 000 Mit- f^bern umfaßt, und der vom Deutschen Wander- liirer, Prof. Dr. Werner in Darmstadt, geleitet veranstaltet vom 21. bis 25. September seinen !stsjährigen (43.) Wandertag zu Plauen im
gung und raste in eine größere Zu - schauermenge hinein. Vier Personen wurden von der Maschine ersaßt, zu Boden geschleudert und verletzt. Sie wurden sofort ins Krankenhaus gebracht. Hier erlag der 21 Jahre alte Eduard Santa aus Kattowitz kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen. Eine weitere Person erlitt einen Beinbruch, während die Verletzungen der beiden anderen Verunglückten leichter Natur sind.
kraffwagen fahrt in marschierende HJ.-Kolonne.
In Plön (Holstein) fuhr ein viersitziger Personenkraftwagen in einen Trupp Hamburger Hitler- Jungen hinein. 16 Jungen wurden teils schwer, teils' leichter verletzt. Sie wurden dem Johanniter- Hospital in Plön zugeführt. Der Personenkraftwagen hatte an den Jungen vorbeizufahren versucht; dabei übersah der Wagenführer jedoch einen ihm in einer Kurve entgegenkommenden Kraftwagen. Beide Fahrzeuge stießen unmittelbar hinter der Marschkolonne zusammen, wobei dem kleineren Wagen ein Vorderrad abgerissen wurde. Der Führer des großen Wagens verlor die Gewalt über das Steuer, und der Wagen fuhr mitten in den Trupp Hitler-Jungen hinein. Ein Teil der Jungen wurde zu Boden gerissen, überfahren ober eine Strecke mitgeschleift. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle. Don ben Verletzten befinben sich zur Zeit noch acht im Hospital, unb zwar handelt es sich um zwei Schwerverletzte und sechs Leicht- verletzte Alle übrigen Verunglückten haben nur un- erhebliche Hautabschürfungen davongetragen.
Furchtbar» Explosion in einer portugiesischen Sagemühle. — Drei Tote, zwölf Schwerverletzte.
Bei einer Explosion in einer Sägemühle bei Leiria (Portugal) wurden drei Arbeiter getötet und zwölf schwer verletzt. Das Gebäude ist völlig zerstört. Es steht noch nicht fest, ob unter den Trümmern nicht noch weitere Opfer liegen. Ein Ochsenkarren wurde von dem Luftdruck der Explosion über eine sechs Meter hohe Mauer hinweg 40 Meter weit davongeschleudert.
Den Mörder der eigenen Frau gedungen. — Zwei Todesurteile in Essen.
Das Essener Schwurgericht hatte sich mit einer Mordtat zu befassen, die in ihrer Abscheulichkeit kaum zu überbieten ist. Angeklagt war der 24jäh-
kämpft hat. Gekämpft jedenfalls hat sie unerbitllich ihr langes Leben hindurch. Noch vor wenigen Jahren entschloß sie sich zu einem großanaelegten Prozeß, der nicht wenig Staub aufwirbelte und Kopfschütteln erregte: sie verklagte kurzerhand den — griechischen Staat und verlangte, daß man sie umgehend als Fürstin auf den griechischen Thron erhebe, auf den sie verbriefte Ansprüche von ihren Ahnen her habe:
„Ich bin nicht nur rechtlich Fürstin von Griechenland, sondern auch Erbfürstin des Aegäischen Archipels und Erbkaiserin von Byzanz dank meines Blutes! Man gebe mir endlich das große Erbe zurück, das man der Familie Palsolögue durch die Jahrhunderte hindurch vorenthalten hat! — denn ,Paleologos' war der Beiname des letzten Kaisers von Byzanz!"
In Braunschweig begann die 44. ordentliche Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Die Tagung beging zugleich die Feier des 50jährigen Bestehens der Gesellschaft. Der derzeitige Vorsitzende Prof. S t o l t e (Breslau) gab in seiner Eröffnungsrede ein kurzes Bild der Entwicklung der Gesellschaft und der Kinderheilkunde. Der Erfolg der wissenschaftlichen Arbeit sei durch nichts deutlicher zu machen, als durch den Rückgang der Säuglingssterblichkeit: Um die Jahrhundertwende starben in Deutschland etwa 19 v. H. aller Kinder im ersten Lebensjahr, im Jahre 1933 nur noch 8 v. H. Wenn die Herabminderung der Säuglingssterblichkeit auf unsere besseren Kenntnisse der Lebensbedingungen und Diätetik der jungen Kinder zurückzuführen sei, die durch die fürsorgerische Betreuung den Säuglingen xugute kam, so beruhe der Rückgang der Todesziffer an Infektionskrankheiten, vor allen Dingen auf der Entdeckung verschiedener Heilseren. Der Vortragende gab weiterhin einen Rückblick und Ausblick über die verschiedenen Arbeitsrichtungen der Kinderheilkunde und schloß mit einem Dank an die Reichsregierung und den Füh- rer der Nation für die Anerkennung, die das Fach der Kinderheilkunde im neuen Staat gefunden hat.
besteigen, obwohl sich zu dieser Zeit mehrere Personen auf dem in Brand stehenden Dampferdeck befunden hätten. Ein Neuyorker Polizist, der sich als Fahrgast auf der „Morro Castle" befand, sagte aus, er habe seine Pistole auf einen Mann, offenbar em Mitglied der Besatzung des Unglücksschiffes, gerichtet, als der Mann in ein Rettungsboot habe springen wollen. Er, der Polizist, habe dabei cms- gcrufen: „Sie sind eine Leiche, falls Sie hinad- sprinaen!" Weiter sagte er aus, als seine Frau in em Rettungsboot herabgelassen werden sollte, habe man im Rettungsboot ihre Aufnahme verweigert. Seine Frau sei darüber gestorben. Der Stewart des Rauchzimmers, der den Brand entdeckte, erklärte, er habe, nachdem sich ein- Fahrgast bei ihm wegen des Rauchgeruches beschwert habe, in einem Schrank im Schreibzimmer Rauch bemerkt. Ein anderer Polizist, der ebenfalls als Fahrgast auf der „Morro Castle" war, fand es unerklärlich, weshalb die Rettungsdampfer nicht die „Morro Castle" umkreisten, obwohl sich zur Zeit etwa 150 Personen im Wasser befanden. Die Untersuchung ergab, daß sich in dem ersten der fünf Rettungsboote der „Morro Castle" 92MannderBesatzung und nur 6 Fahrgäste befanden.
SÄ'WÄ f'ÄÄÄKIX -
befreien und seinen Kameraden ausgraben. Seine sofort aufgenommenen Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos. Nach durchwachter Nacht stieg er nach Grindelwald ab. Eine Rettungskolonne ift zur Bergung der Leiche abgegangen. Bei dem tödlich Verunglückten handelt es sich um einen gewissen D e n e ck er aus Hamburg.
Neun Alpinisten im Schüssellar- Gebiet vermißt.
Sieben Münchener Touristen, die unter der Führung der Bergsteiger Singer und Karl A m - mann ein« Kletterpartie in das Schüsselkar im Dreitorspitzgebiet unternommen hatten, werden seit einigen Tagen vermißt und konnten trotz aller Bemühungen noch nicht aufgefunben werden. Unter den Vermißten befinden sich drei Frauen. Die Par- tenkirchener und Münchener Rettungsmannschaften haben mit einem Aufgebot von über dreißig Bergsteigern die Nordseite der Schüsfelkarspitze und die Umgebung durchsucht. Es wurde auch ein Flugzeug eingesetzt, das die Nordhänge und Wände sehr ein- gehend beobachtete. Es haben sich aber nirgends Anhaltspunkt« dafür ergeben, daß sich di« Berg- steiger in dieser Gegend befinden. Man nimmt an, daß die Vermißten, sofern fi« sich noch am Leben befinden, in großer Erschöpfung in eine Felsenhöhle aefluchtet sind, wo sie nachts bei der sehr falten Witterung etwas Schutz haben. Ammann ist ein Deutschamerikaner, der nur für einige Wochen zum Besuch seiner Angehörigen in der alten Heimat weilte. Seine Begleiterin ist die beim Münchener Stadtrat beschäftigte Kanzleiassistentin Hubert.
Die Deutsche Bergwacht gab eine Mitteilung aus, wonach ein Bergsteiger, der am gleichen Tage die Ueberschreitung des Schüsselkar-Westgrates zur Leu- tascher-Dreitorspitze durchgeführt hat, wesentliche Angaben über die vermißten Bergsteiger gemacht hat. Hiernach ist einwandfrei festgestellt, daß es sich bei zwei neuerdings vermißten Bergsteigern um die Münchener Guido Langer und Rudolf Leu- rendeurp handelt, die ebenfalls eine Besteigung der Schlüsselkarspitze Äurchführten. Damit hat sich die Zahl der vermißten Bergsteiger auf neun erhöht. Die neun Bergsteiger, die in drei nicht zusammengehörenden Gruppen gingen, Haden von der östliches Wankscharte den Einstieg in den Schüssel- kar-Westgrat genommen. Auf Grund der bisher ergebnislos verlaufenen Suchaktionen muß damit gerechnet werden, daß es sich um eine B « rgkata - strophe größten Ausmaßes handelt.


