Ich ersuche, die Kassen des dortigen Verwaltungsbereichs wegen der Annahme und der Umwechslung der in Rede stehenden Münzen mit Anweisungen zu versehen.
Die eingelösten Stücke sind der Reichsbank von den Kassen mit tunlichster Beschleunigung zuzuführen. Die kurz vor Ablauf der Einlösungsfrist bei den Reichs- und Landeskassen eingehenden Stücke werden von der Reichsbank noch bis zum 28. Februar 1935 angenommen.
Ich bitte ferner zu veranlassen, das; die Verordnung, deren Bekanntgabe im Reichsbesoldungsblatt veranlagt ist, gemäß § 14 Absatz 2 des Münzgesetzes vom 30. August 1934 (RGBl. II S. 254) alsbald auch durch die für die amtlichen Bekanntmachungen der unteren Verwaltungsbehörden bestimmten Tageszeitungen veröffentlicht wird. Die Einziehung könnte dadurch gefördert werden, daß die Veröffentlichungen in diesen Blattern von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Eine kostenfreie Bekanntmachung in anderen Blättern, deren Auswahl dem dortigen Ermessen überlassen bleibt, würde ich begrüßen.
Einer Mitteilung über das von dort aus Veranlaßte sehe ich entgegen.
JA.: gez.: Dr. O l s ch e r.
Betr.: Bekämpfung der Mäuseplage.
An die Bürgermeistereien des Kreises.
Infolge der. anhaltenden Trockenheit im Laufe des Sommers konnten sich die Mäuse in starkem Maße vermehren. Sie bedrohen nun die Futter- und Hackfruchtschläge und werden auch die kommende Wintersaat gefährden. Es ist daher unbedingt notwendig, daß von den Gemeinden Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Wir empfehlen Ihnen, im Benehmen mit dem Ortsbauernführer und unter Einholung des Rates des Landwirtschaftsamtes sofort das zur Bekämpfung der Mäuseplage Erforderliche zu veranlassen.
Selbstverständlich wird bei Auslegung der Mäusebekämpfungsmittel darauf zu achten sein, daß nicht eine Schädigung der Vogelwelt eintritt. Dieserhalb wird sich auch ein Benehmen mit dem zuständigen Forstamt empfehlen.
Gießen, den 12. September 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Krüger.
Dienstnachrichten -es Kreisamts.
Heinrich Bender II., Ernst Bender I. und Karl Dern aus Langsdorf wurden zu Ehrenfeldschützen für die Gemeinde Langsdorf bestellt und verpflichtet.
Amtsverkündigungsblatt
für die provinzialdirettion Oberheffen und für das Kreisami Gießen
7!r. 47 Erscheint Dienstag und Freitag. 14. September Aur durch die Post zu beziehen. 1934
Inhaltsübersicht: Ankauf von volljährigen Truppenpferden im Herbst 1934. — Die Außerkurssetzung von Reichssilbermünzen. — Bekämpfung der Mäuseplage — Dienstnachrichten.
Bekanntmachung, den Ankauf von volljährigen Truppendienstpferden im Herbst 1934 bett. Vom 6. September 1934.
Die mit unserer Bekanntmachung, betreffend den Ankauf von volljährigen Truppendienstpferden im Herbst 1934, vom 15. August 1934 („Darmstädter Zeitung" Rr. 196 vom 23. August 1934) angekündigten Märkte finden wie folgt statt:
am 17. September 1934, vormittags 9 Uhr: in Alzey auf dem städtischen Viehhof;
am 18. September 1934, vormittags 9 Uhr:
in Darmstadt auf dem Pferdemarktplatz (Holzhofallee); am 20. September, 1934, vormittags 9 Uhr:
in Friedberg auf dem städt. Lagerplatz, Bismarckstr. 26;
am 21. September 1934, vormittags 9 Uhr:
in Alsfeld auf dem Lindenplatz. (
Darmstadt, den 6. September 1934.
Abteilung le (Landwirtschaft) im hessischen Staatsministerium.
I. A.: M o r n e w e g.
Betr. Die Außerkurssetzung von Reichssilbermünzen im Nennbetrag von 3 Mark und 3 Reichsmark.
An die Gemeinderechner.
Das abschriftlich nachstehende Rundschreiben des Herrn Reichsministers der Finanzen teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Nachachtung mit. Wir weisen Sie besonders auf die Verordnung vom 6. Juli 1934, veröffentlicht im Reichsgesetzblatt 1934, Nr. 77, S. 595, hin.
Gjeßen, den 11. September 1934. e
Hessisches Kreisamt. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s.
Abschrift.
Auf Grund des § 14 Absatz 1 Ziffer 1 und Absatz 2 des Münzgesetzes in der Fassung des Gesetzes zur Aenderung des Münzgesetzes vom 5. Juli 1934 habe ich die auf Grund des Gesetzes über die Ausprägung von Reichssilbermünzen vom 20. März 1924 und des Münzgesetzes vom 30. August 1924 ausgeprägten Reichssilbermünzen im Nennbeträge von 3 Mark und 3 Reichsmark zum 1. Oktober 1934 außer Kurs gesetzt. Die SEinlösungsfrist läuft bis zum 31. Dezember 1934. Die Verordnung ist im Meichsgesetzblatt Teil I Nr. 77 veröffentlicht worden.
steitag, U. September 1934
werten Schutz seiner Küsten brauckte es die englische Flotte mithalf, jeden Angriff Seeseite abzuwehren. Und da Italien von in „neutral" blieb, konnte Frankreich seine von der italienischen Grenze abziehen, g die Zahlen gruppieren, wie man will, en an allen Hauptkampffron- ae erdrückende Uebermacht un- Feinde. Nun muß aber berücksichtigt daß während der Dauer des Krieges die gen, die namentlich Deutschland zu verhalte, eine ständige Zunahme erfuhren, urch das Vorschieben der Front nach dem ind ferner durch die Hilfeleistung, die wir öundesbrüdern im Osten, dann in Serbien, n, Italien, Mazedonien, Mesopotamien, zuteil werden lassen mußten.
so sagten unsere Gegner, „ihr wart trotz günstigen Lage die Angreifer und ihr habt :e Erfolge bewiesen, daß ihr euch auf den [■bereitet hattet." Gewiß, der an Zahl Heber- ird, wenn alle anderen Verhältnisse gleich- ind, den Sieg davontragen. Deutschland nach dem Grundsatz Napoleons I. gehan- gesagt hat: „Die Kriegskunst besteht darin, Punkt, wo man entscheidend angreift, ober ! einem Feind entschieden angegriffen wird, ifte als der Gegner zu haben, selbst wenn mtstärke der eiaenen Armee schwächer ist, >r feindlichen." Unsere militärische Führung
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geblieben ist.
aers in der nordpersycyen totooi xus oei utqqeo wird ein Mausoleum errichtet; es wird eine Aus- Teilung der berühmtesten Manuskripte seiner Werke erfolgen, und gleichzeitig wird ein Orientalisten- Ängreß abgehalten, an dem voraussichtlich mehr (Ms hundert der berühmtesten Orientalisten aller liänder der Erde teilnehmen werden. Man kann <Ifo sagen, daß die persische Regierung das ihrige tat, um das Andenken Firdousis zu ehren, und daß cn dieser Feier die ganze Welt Anteil nehmen wird. Wer die Bedeutung Firdousis und seines Werkes 1-nnt, wird das verständlich finden. Denn es ist fi in Zweifel, daß Firdousis Hauptwerk, das „Schah Nahmeh", eines der bedeutendsten Werke der Welt- (teratur ist, bas sich jebenfalls mit allen großen typen, mit der Ilias, dem Nibelungenlied, und dem Mahabharata der großen indischen Göttersagen, snnmlung, messen kann. Ein Riesenwerk von fast 61000 Versen, enthält es die gesamten alten persi- sryen Heldensagen, bis etwa zum Jahre 1000, und zwar, soweit fid) das noch feststellen läßt, überliefe- r.mqsgetreu. Wir können uns also auf Grund die» s« ÄZerkes ein genaues Bild von der Dorstellungs- cselt des alten Persien machen, haben also zugleich ii. diesem dichterischen Werke den gesamten alten Sagenschatz des großen persischen Volkes. In der 2mt hat Firdousi seinem Werke eine Sammlung büT alten persischen Sagen zugrunde gelegt; seine Hauptarbeit bestand darin, der peberlieferung der Em gen die schöne dichterische Form und das Ethos geben. Ein Werk, dessen Größe nicht zu unter« Sätzen ist, hat doch Firdousi über 35 Jahre an der Joüenbung des „Schah Nahmeh" gearbeitet.
iDie Bedeutung seines Werkes ist aber keines- L?gs damit erschöpft, daß man es als eine Samm- Ima von Sagen kennzeichnet. Es hat darüber hin- ns In doppelter Hinsicht eine politische und kul- l'-elle Bebeutung gewonnen. Jnbem Firdousi wäh- I£.ib einer Zeit des Sprachverfalls, in der Persisch iflb Arabisch sich -u mischen drohten, sein Werk in lemem Persisch möglichst ohne fremde Lehnworte (l verfassen bemüht war, ist er der Schöpfer der '«upersischen Sprache geworden. Sein Werk, das irsprünglich wohl im Dialekt seiner Heimat, also :l -chaus in einer lebendigen Sprache gehalten war,
Kann man Firdousi also mit Recht als den Schöpfer der neupersischen Sprache bezeichnen, >o ist er darüber hinaus zugleich der Schöpfer des persischen Nationalbewußtseins geworben. Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß jede Seite des „Schah Nahmeh", des Buches der Könige, na- tionalen Stolz atmet und das männlich-kriegerische Heldentum persischer Könige preist z"9talch durch ein Loblied auf Scyönheit, edle Gesittung und andere Tugenden zur Nacheiferung anspornt. Das „Schah Nahmeh" ist daher auch zu einer regelrechten Volksdichtung geworden. Noch heute kann man in ganz Persien jeden Beliebigen fragen, um festzustellen, daß es niemanden gibt, der das „Schah Nahmeh" und die in ihm enthaltenen Heldensagen, wenigstens dem Inhalt nach, nicht kennt. Diese Dichtung ist daher in einer beispiellos zu nennenden Weise nationales Besitztum geworben und ist baher in den letzten 90 Jahren der persischen Geschichte immer wieder der geistige Rückhalt gewesen, an dem sich das persische Volk wieder ausrichtete, wenn es von Fremdvölkern bedruckt wurde. Das Beispiel der Ahnen, bas als Ueberlieferung oft nur von Mund zu Mund weitergegeben wurde, schuf so ein beispielloses Nationalbewußtsein und einen nationalen Stolz, lange bevor es in Europa auch nur etwas Aehnliches gab.
Wenn mir auch die Größe der Dichtung zu er- messen vermögen, so wissen wir doch leider heute nicht genug über den Dichter selbst, um seinen un- gewöhnlichen Lebenslauf verfolgen zu tannen. Was über ihn bekannt ist, ist Zum größten Teil erst 400 Jahre nach [einem Tode aufgezeichnet worden und daher fast ebenfo sehr Sage wie das Werk Mst. Immerhin wissen wir, daß er mit seinem wirklichen Namen Ab ul Kasin M a n , u r gehießen hat, etwa um 934 geboren und um 1020 gestorben ist. Er bat als Dichter an den Höfen verschiedener Für- sten jener Zeit gelebt, vor allem am Hofe des Sultans Mahmud von Gahzni, eines der größten Herrscher des frühen Mittelalters, an dessen Hof reges geistiges Leben herrschte. Im Auftrage dieses großen Herrschers scheint Firdousi sein großes Werk
Feiten der Weltliteratur rechnen läßt. Und mit besonderem Stolz dürfen wir es verzeichnen, daß an der Erschließung dieses großen Kulturgutes, bas in bem „Schah Nahmeh" begrünbet liegt, in erster Linie Deutsche beteiligt waren. Die erste Heber- setzuna des „Schah Nahmeh" in eine europäische Sprache, ins Französische, erfolgte durch den Deutschen Julius o. M 0 h l. Der deutsche Dichter Friedrich Rückert hat uns selbst die Schönheiten dieses Sroßen Werkes erschlossen. Der berühmte deutsche rientalift Theodor Nöldecke hat die wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen, auf denen heute unser Urteil über dieses große Werk des persischen Nationaldichters beruht. Und auch heute noch isi Deutschland auf dem Gebiete der Firbousiforschung führend, wie brfl die Namen bek deutschen Jrano- logen zeigen. Die Tausendjahrfeier des persischen Dichters Firdousi findet daher auch in Deutschland mit Recht die Anteilnahme, die dem größten Dichter des arischen Vollkes der Perser zukommt.
»Was bin ich ohne Dich?-
Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage lautet natürlich: nichts ober so gut wie nichts — die Schlagertext-Autoren brücken sich allerdings erheblich blumiger aus — jedenfalls muß nach dieser Antwort vermutet werden, es handle sich um eine Liebesgeschichte. Auch das; aber nur nebenbei, die Hauptsache ist ein Erlebnis hinter den Kulissen des Films. Hier wird, sozusagen, aus der Schule geplaudert, und zwar, wie man zugeben muß, auf eine originelle und witzige Weise. Da war ein begabter Regisseur am Werk, Arthur Maria R a b e n a 11 heißt er und kommt, wenn wir nicht irren, vom Theater: er hat in Bildschnitt und Klangwirkung eine filmisch sehr hübsche, bewegliche und erheiternde Einkleidung für die Hanblung gefunben, bie erfreulich außerhalb der ausgefahrenen Lustspiel- Geleise verläuft. (Drehbuch: Carl Echtermayer und Thea von Harbou.) Natürlich erleben wir auch hier, obschon mit allerlei neuen Einfällen, wieder mal das Märchen vom großen Glück, aber erstens kommt dergleichen wahrhaftig manchmal
ach nicht oft) in Wirklichkeit vor, und zwei« die Leute, sie hören es gern. Es wird i, nicht nur in den großen Rollen, gut ge« etty Bird und Olga Tschechowa, kleine nb große Diva; Liebeneiner und , Komponist unb Autor mit vielen Plänen ig Geld. Sehr angenehm: Westermeier »ktor. In komischen Chargen: Blanbine e r und Fita Benkhosf (ein erfrischendes 's Temperament!). Auch sonst noch allerlei _ Namen unb Gesichter: Schaeffers, de Kowa, Fuetterer, Erna Morena, Lissy Arna; die bevölkern mit vielen anderen den Filmball. Die Musik mit dem einprägsamen Leitmotiv stammt von Will M e i s e l. — Im Beiprogramm zu diesem hübschen Film bringt bas Lichtspielhaus sehenswerte Bilder von Land unb Leuten im Schwarzwalb unb ein unterhaltsames Varieteprogramm. In ber Wochenschau u. a. ein Bildbericht von Schmelings Sieg in Hamburg (für sportlich interessierte Besucher).
Friedrich her Große reist ins Bad.
Das im Weserlanb gelegene Bab Pyrmont konnte kürzlich ein Jubiläum jahrhundertelangen Bestehens feiern. Dabei stieß man auf bie Tatsache eines interessanten Fürstenbesuches, über den in einer alten Kurliste aus dem Jahre 1746 berichtet wird, bie einen etwas langatmigen Titel führte: „Speci- fifation ber angekommenen Brunnengäste und Fremden so An. 1746 vom 17. May bis in den 3. Juni incl. bey den berühmten Gesundbrunnen zu Pyrmont sich eingefunden."
An ber Spitze dieser Liste steht „Jhro Königliche Majestät von Preußen" (nämlich Friedrich der Große) unb „Jhro König!. Hoheiten Prinz Heinrich nebst Jhro Durch!. Herr General-Felb-Marschall Herzog von Holstein-Beck". Dann folgt eine lange Reiye von Generälen, Obristen und Capitainen, von Cammer-Herren, Geheimen Räthen, Kriegs- und Cabinet-Räthen; unb auch ein einfacher, titelloser „Herr Quantz", wohlbekannt als Freunb unb Flötenlehrer Friebrich bes Großen, fehlt in dieser illustren Gesellschaft nicht. Auch Pagen, Cammer« Heyducken, Küchenmeister unb Köche, Cammer-La- quayen sind neben etlichen 60, nicht namentlich genannten Bedienten in ber interessanten Kurliste aufgeführt, bie ganz am Schlüsse, hinter einem Apotheker aus Hameln, ber „nebst Frau Liebste" kam, noch „Frau Cammerbienerin Hutelle mit Cam- mermohr Jhro Königl. Hoheit Abtissin von Her- forb" aufführt. Hinter Titel unb Namen biefer Kam- merbienerin verbarg sich keine anbere als bie schönste Frau Berlins, bie incognito reisenbe erste Tänzerin ber italienischen Oper, Barbara be Cam» panini, die heute noch berühmte Barberina ...


