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Unsere schönen Friedhöfe.

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Ehrenfriedhof der Gefallenen des Weltkriegs.

Friedhof und Ehrenmal der in der Gefangenschaft verstorbenen Russen.

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Blick über die Gräber zum Gleiberg.

Idyllischer Winkel an der Kapelle im Neuen Friedhof.

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Unsere Stadt ist nicht arm an schönen Grün­anlagen. -Die meisten davon sind aber umtost von den vielfachen Geräuschen des Verkehrs. Wer Ruhe finden will, wird sie in den Anlagen nicht voll­kommen haben.

Eine unserer schönsten Erholungsstätten ist sicher­lich der Alte Friedhof, der im vorigen Jahre in seinem unteren, an der StraßeAm Nahrungs­berg" gelegenen Teile mit viel Verständnis und Sorgfalt zu einem Park umgewandelt wurde. Nur noch wenige Grabsteine in den Wiesen, zum Teil in feiner künstlerischer Form, ferner kleine, mit schönen eisernen Gittern aus der Hand des Kunst­schmiedes versehene Andachtsstätten über alten Grüften erinnern an den ehemaligen -Zweck dieses Gartens. Alte Bäume von prächtigem Wuchs wer­fen breite Schatten auf das sattgrüne Gras, das sich allenthalben breitet, sa daß selbst an heißen Tagen unter den Bäumen eine angenehme Kühle herrscht. Völlig verwachsen mit dieser natürlichen Umgebung ist die architektonisch schöne Fried­hof s k a p e l l e. Sie ist ringsum von Bäumen umgeben, die nur hin und wieder das Weiß und das Braun des Fachwerks durch das Blattwerk schimmern lassen. Wer ein Auge dafür hat, wird bcl einem Spaziergang auf dem Alten Friedhof immer wieder die alten Grabsteine bewundern die in das Mauerwerk der Kapelle eingelassen sind und die, wenn das Licht der Sonne seitlich darauf fällt, o1 und figürlichem Schmuck zu unerhörtem Leben erwachen. Wer sich gar noch dem Studium der Inschriften hingibt, wird manche Freude an

Die Kapelle im Alten Friedhof.

erleben, die auf diesen Grabsteinen geführt ist. Das ganze Leben derer, denen der Grabs^m gewidmet war, steht in diesen Inschriften ^Zeichnet. Ueberall blühen bunte Blumen und leuchten durch das Grün Die Sonne malt zitternde Reflexe auf die sauber gehaltenen Wege. Viele Vogel sind in den dichten Zweigen der Bäume zu Hause. Im oberen Teile des Alten Friedhofes kon- trastleren die tiefdunkelgrünen Zypressen und Lebensbaume mit dem glänzenden Weiß der Mar- morkreuze und Figuren. Ein Spaziergang durch diesen Friedhof ist gleichbedeutend mit einer Stunde ube unö ber erquickenden Besinnlichkeit

Jffienn auch dem Neuen Friedhof nicht der Charakter des Altertümlichen zu eigen ist, so trägt

Zypressen im oberen Teil des Alten Friedhofs.

sich anschließenden sanfteren Höhenzüge hinter Launsbach und Wißmar bis im Osten das Blickfeld durch den Lollarer Kopf und den Hangelstein begrenzt wird.

Wer mit offenen Augen die Wege zwischen den Gräbern wandelt, wird auch auf dem Neuen Fried­hof viel Schönes sehen und dabei eine wundersame Feierstunde erleben.

er doch in seiner Gesamtheit starkes eigenes Ge­präge. Vor allem müßte seine einzigartige land­schaftliche Lage auf der Höhe des Rodberges der Gießener Bevölkerung Anlaß zu regem Besuch sein. Auf dem Heldenfriedhof stehen in diesen Tagen Tausende von herrlichen dunkelroten Rosen in voller.Blüte. Die einander in der gärtnerischen Ge­staltung gleichen Gräber künden sinnfällig das gleiche grofee Schicksal derer, die yier begraben liegen. Wie von einer grünen Mauer ist der Hel­denfriedhof von einer starken Ligusterhecke um­geben, die diesen Heldenfriedhof zu einer Stätte ehrwürdiger Stille macht. Einige recht glücklich in den grünen Rahmen eingefügte Bänke gestatten den Besuchern der Gräber, in aller Ruhe zu ver­weilen. Ein Gang durch den stark belegten Fried­hof läßt den Besucher in allen Teilen auf eine un­endliche Fülle der Blumen und Blüten stoßen, die in sinnverwirrender Pracht der Farben das Auge immer wieder neu erfreuen. Viele Hände sind hier immer an der Arbeit, die Gräber der verstorbenen Angehörigen zu schmücken. Da blühen Geranien mit ihrem leuchtenden Rot der Blüten, dann die kleinen zierlichen Muttergottesaugen, Nelken und Hortensien, Rosen in allen Farbenschattierungen und viele andere Blumen mehr, lieber manches Grab beugt sich ein zierliches Bäumchen, wieder andere liegen im Schatten der Birken oder werden von Zypressen und Lebensbäumen umrahmt. Die Gräber werden allenthalben sorgfältig gegossen, so daß man an der Vegetation im Friedhof kaum etwas von der anhaltenden Trockenheit der letzten Monate merkt. Auf den Gräbern huschen da und dort die flinken, schönen Eidechsen umher und ver­raten sich dem Vorübergehenden durch das ver­nehmbare Rascheln im Laub. Selbstverständlich fehlen auch im Neuen Friedhof die Singvögel nicht.

Einen unvergleichlich schönen Anblick bieten vom nördlichen Teile des Friedhofes aus die Höhen- züge des Biebertales mit dem Gleiberg und dem Vetzberg im Vordergrund, ferner der hochaufragende Dünsberg und die nach rechts

Vögel Wen, heißt Menschen mitten!

Das Heer der Pflanzenschädlinge nimmt von

<3U Jahr zu. Bald hört man von einer Frost­spannerplage, bald von massenhaftem Auftreten der Forleule und der Nonne in der Forstwirtschaft. Sann wieder lieft man von seuchenhafter Vermeh­rung der Fritfliege und des Askäufers im Feld­bau. Das Ueberhandnehmen der Schädlinge hat eine zwiefache Ursache. Einmal sind die natürlichen Verhältnisse in der Natur zerstört worden. In der Sucht nach Land wurden auch die Raine in der Feldmark eingeebnet und dabei Hecken und Ge- beseitigt. Es fehlt so den gefiederten Sängern an Nistplätzen und, was nicht minder wichtig ist, an Zufluchtstätten von geflügelten und anderen Feinden. Die Hecken stellten auch eine Zuleitung 3U den Baumanlagen dar. Kleinere Vögel lieben es nämlich nicht, größere Strecken über freies Ge- lande zu fliegen aus Furcht vor dem Sperber.

?ie Wildsträucher in ihren Beeren treffliches Futter für die harte Winterszeit. Die ^ 'onelle Forstwirtschaft, die durch Aufgabe des Beseitigung des Unterholzes dem ' mukt-^tragmsse abzuringen glaubte,

mußte sich indessen schon bald eines Besseren be- hnhnrJkt11' ?Cn H°lzschädlingen wurden nämlich ??örd> besonders günstige Lebensbedingungen ge- Jhf TxUfen£e Hektar Kiefern- und Eichen­wald fielen dem Kiefernspanner bezw. dem Eichen- spmner zum Opfer. Als man in Schleswig-Holstein baran ging, die sog.Knicks" (Hecken) der ©ernannt rsU beseitigen, litten die angrenzenden ^enfelder derart unter der Halmfliege, daß man !ens ben alten Verhältnissen zurück-

kehrte. MU Recht wird im Obstbau die Entfer­

nung der hohlen und dürren Bäume gefordert, aber dabei vergißt man, den nützlichen Höhlenbrü­tern dafür Ersatz in künstlichen Brutstätten zu liefern.

Durch alle diese Maßnahmen hat man die Le­bensmöglichkeiten unserer Freunde in der Vogel­welt eingeschränkt, ja vereinzelt völlia genommen. Durch die vielen Eingriffe in die Zusammenhänge der Natur war man gezwungen, eine künstliche Be­kämpfung der verschiedenartigen Schädlinge vor­zunehmen. Immer neue Bekämpfungsmittel zum Spritzen und Stäuben kommen auf den Markt. Und diese sind nicht billig. Dabei setzt die Bekämpfung aewöhnlich erst ein, wenn der Schaden sich bemerk­bar macht. Der Schutz aber, den uns die Vogel­welt gewährt, ist vorbeugend und deshalb weit wertvoller als Maßnahmen, die erst beim Auftre­ten einer Schädlingsplage ergriffen werden.

Welch' große Mengen des schädlichen Getiers von unseren Vögeln verzehrt werden, ist leider zu we­nig bekannt. Ein Forscher hat festgestellt, wieviel Insekten eine Schwalbenfamilie im Laufe eines Sommers verzehrt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß ein Schwalbenpaar zu feiner eige­nen Ernährung und zur Atzung seiner 4 bis 6 jungen in einem Monat 270 000 Kerbtiere be­nötigt, um satt zu werden. Solange das Pärchen noch keine Jungen hat, fängt jede der beiden Ahwolben 600 Mücken und Fliegen am Tage, was

v00 im Monat ausmacht. Dabei ist zu beachten, daß die Schwalben im Hochsommer täglich 16 Stun­den auf Futtersuche ausgehen.

Der Star vertilgt hauptsächlich Maikäfer, Enqer- nnge, Drahtwürmer, Wiesenschnaken, Schnecken, so­

wie Raupen aller Art. Er ist ein richtiger Lebens­künstler und immer da zur Stelle, wo er Nahrung antrifft. Sobald sich im Wiesengrunde eine Enger­lingplage bemerkbar macht, finden sich sofort ganze Schwärme von Staren ein und durchlöchern die feuchte Grasnarbe mit ihren langen Schnäbeln sieb­artig. Nach dem Grummetschnitt geht der Star den Heuschrecken nach, um* dann am Rhein die Weinberge zu besuchen. Gewiß wird er dann hier wie auch in Kirschgegenden schädlich, aber sein Nutzen überwiegt den Schaden doch um ein Viel­faches. Altmeister v. Berlepsch fand den Boden einer Nisthöhle, nachdem die Jungen ausgeflogen waren, drei Finger hoch mit Maikäferflügeln be­deckt.

Der Hausrotschwanz, der Frühauf und Spätnie­der in der Vogelwelt, füttert feine Brut von 4 bis 21 Uhr und bringt dabei feinen Jungen täglich 1200 Infekten, darunter Raupen von zwei bis drei Zenti­meter Länge. Man hat berechnet, daß ein Rot- fchwanzpaar vom Ostermond bis zum Scheiding 100 000 Schädlinge aller Art vertilgt.

Versuchsweise hat man verschiedene Dogelarten in ein Gewächshaus gesetzt und dabei Beobachtun­gen angestellt. Eine Zaungrasmücke verzehrte da­bei in drei Minuten 354 Blattläuse, eine Sumpf­meise las an drei Rosenhochstämmchen Tausende der gleichen Art ab.

Die treuesten Gehilfen aber im Kampfe gegen die Feinde im Wein-, Obst- und Gartenbau, sowie in der Land- und Forstwirtschaft sind die Meisen. Gerade, weil sie als Standvögel den Winter über bei uns bleiben, fällt ihr Nutzen besonders in die Waagschale. Jede Meise frißt täglich Jnsektenmen- gen in Höhe ihres eigenen Körpergewichts. Wenn man bedenkt, daß 4000 Kerfeneier ein Gramm wie­gen, so vermag man erst recht ihren Nutzen zu ermessen. Die Biologische Reichsanstalt in Berlin- Dahlem hat berechnet, daß ein einziges Meisenpaar mit seiner Nachkommenschaft jährlich 1,5 Zentner Insekten vertilgt, das sind 120 000 000 Jnsekteneier oder 150 000 Raupen.

An weiteren nützlichen Kleinvögeln find noch zu erwähnen: Kleiber, Baumläufer, Rot- und Blau­kehlchen, die verschiedenen Fliegenschnäpperarten, Grasmücken, Laubvögel, die beiden Bachstelzen, Braunelle, Raubwürger und Rotköpfiger Würger und Wiesenschmätzer. Alle diese Vögel verzehren in der Hauptsache Eier, Larven, Puppen und fertige Infekten von Apfelwickler, Frostspanner, Apfelblü­tenstecher, Zweigabstecher und anderen Rüsselkäfern. Genannt muß auch der Zaunkönig werden, der Zwerg in der Vogelwelt. Er bleibt den Winter über bei uns. Mit seinem dünnen, etwas geboge­nen Schnäbelchen vermag er meisterhaft die In­sekten und deren Eiablagen aus Rissen und 23er- ledert zu holen. So ist denn der Tisch für ihn im Sommer und im Winter reichlich gedeckt und fein Nutzen besonders groß.

Wahrhaft phantastische Zahlen sind es, die hier verzeichnet sind, aber sie sind verbürgt. Daraus läßt sich ermessen, welchen Segen die Vogelwelt zu stif­ten vermag. Darum tut Vogelschutz not! DennL Vögel schützen, heißt Menschen nützen!

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65

Deutschland voran!

60

70

85

75

60

1933

672

618.

Welterzeugung

68j)l

69,Sj

82.7

86^

709.

82.5

79.5

Deutschland

773

775

76.0

Kein Rückgang der Industrieproduktion im Winter.

Im Verhältnis zu 1928 - 1OO betrug die 0LD

s a 1934

76.7

Die deutsche Jndustriewirtschaft hat in den letzten Monaten einen Erfolg er­rungen. Die Produktion ist gestiegen. Die Parole der Arbeitsschlacht im Winter, den Stand der Produktion zu halten, der im Herbst erreicht war, ist erfüllt worden. Seit Januar 1933 hat die deut- sche Industrieproduktion um mehr als 23°/» zugenommen. Seit dem Krisentief im Herbst 1932 beträgt die Zunahme sogar ^"ehr als ein Drittel. Gegenwärtig hält sich die industrielle Erzeugung mengen­mäßig. aus einem Stand, wie er im Januar 1931 erreicht war. Anderthalb won. drei Krisenjabren sind damit überwunden. Rund 40% des Krisenverlustes der In- dustrieproduktion sind der Menge nach wieder aufgeholt. Die Aufwärtsentwick­lung, die zum Ttztl auf die Wirtschafts» politischen Maßnahmen der Reichsregierung­zurückzuführen ist, war größer als in allen anderen Industriestaaten der Welt (ohne Rußland). Ein verheißungsvoller Anfang ist geschafft. Mit vereinten Kraft ten wird es gelingen, wieder die gesamte Wirtschaft in Gang zu bringen und je­dem deutschen Volksgenossen Arbeit und Brot zu geben.

Büchertisch.

Ernst F. Löhndorff, Trommle, Piet! Deutsche Landsknechte im Urwald. Roman. Buchausstattung Edm. Schaefer, Charlottenburg. 372 Seiten. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. (292) Das Buch behandelt einen historischen Stoff, aber da der Zug deutscher Soldaten in den Urwald Venezuelas dort spielt, wo Löhndorff selbst als revolutionärer Bandit und später als mexika­nischer Offizier gekämpft hat, besitzt auch dieses Buch die Farbe persönlichen Erlebens. Wir erleben den furchtbaren Zusammenprall der eingeborenen und westlichen Zivilisation, der mit dem Sieg der weißen Rasse endet. Wir erleben aber auch, wie die deutschen Landsknechte von spanischen Händlern und Diklomaten um die Früchte ihres heldenhaften Kampfes gebracht werden. Zwei Liebesgeschichten werfen in dieses Drama ein bald Helles, bald un­heimlich düsteres Licht.