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Nr. 38 Drittes Blatt Glehenek Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyeffen)Mittwoch. 14- Hebruar 1934

Die Hundert-Mllionen-Ervschafl in USA.

Nachkommen eines deutschen Auswanderers.-Auch ein Kapitel Zamilienkunde.

2300 Erbansprüche und neun Erben

on Peter von Gebhardt

Der zweijährige Streit um die Millionen, die die Hinterlassenschaft der am 31. März 1931 in Neuyork verstorbenen Ella Virginia von Echtzel Wendel ausmachten, ist nun endlich entschieden. Der Vor­sitzende des Gerichtshofes von Neuyork, Foley, hat aus den 2 3 0 0 P a r t e i e n , die Ansprüche auf die Erbschaft angemeldet hatten, die neun Per­sonen ausgewählt, deren Ansprüche ihm am meisten berechtigt schienen nach den Gesetzen des Staates Neuyork, die nur Verwandte bis zum fünften Grade als Erben zulassen. Keiner dieser Erben trägt den Namen der Erblasserin eine schmerzliche Enttäuschung für alle die, die schon in­folge ihrer Namensgleichheit sich auf einige tausend Dollars aus der Masse Hoffnungen gemacht hatten. In zwei Millionen Dollars teilen sich nun die lachen­den Erben. Der Rest des 1931 aus 100 Millionen geschätzten, jetzt, infolge der Wirtschaftskrise,nur n o cf)" 40 Millionen umfassenden, in Grund­besitz bestehenden Vermögens, ist milden Stiftungen anheimgefallen.

Diese Erbschaftssache, die nunmehr der Vergangen­heit angehört, hat auch in Deutschland so viel Staub aufgewirbelt, daß es an der Zeit ist, einmal den wahren Sachverhalt darzustellen.

Am 25. Juni 1687 erwarb in Magdeburg der Schiffsknecht Jacob Wendel das Bürgerrecht, vierzehn Tage später heiratete er die Tochter eines damals bereits verstorbenen Schiffers aus Groß- Rofenburg. Jacob erwarb schon 1691eine kleine Wohnstätte" m der Venedischen Straße. Vier Jahre später hat Jacob die sieben Taler Kaufgeld im Wege desStotterns" erlegt. Etwa gleichzeitig muß er die Schiffahrt aufgegeben haben, denn wir finden ihn seitdem als Brauerknecht im Dienste brau­berechtigter Bürger. Am 21 Dezember 1721 starb dieser älteste bekannte Ahne der Wendels, nachdem er lange Jahre das Ehrenamt eines Kornmessers ausgeübt hatte.

Am 6. Oktober 1706 wurde ihm als letztes Kind fein Sohn Johann Sebastian geboren, der mit 25 Jahren in Havelberg auftaucht, wo er bis zu seinem 1785 erfolgten Tode als Schneidermeister wirkte. Mit seiner Frau, Marie Dorothea Kühne deren Herkunft bisher nicht aufgeklärt werden konnte, hatte er nicht weniger als acht Kinder, von denen Johann Daniel nordwärts nach Altona zog. Daniel starb als Kürschner und Buntfütterer, d. h. Mützen­macher, 83jährig im Jahre 1822. Er war mit einer Tochter seines einstigen Lehrherren, des Bürgers und Kürschners Christian Gottlieb Tischer glücklich verheiratet, auch ihm wurden acht Kinder von seiner Frau beschert.

Der älteste Sohn Daniels, Johann Gottlob Matthias Wendel, geboren 1767, ging um 1798 nach den Vereinigten Staaten und machte hier sein Glück. Er trat in Verbindung mit den aus Waldorf bei Heidelberg stammenden Jakob Astor, einem der skrupellosesten und erfolgreichsten Geschäftemacher seiner Tage. Durch Pelzhandel hatte er den Grund zu einem Riesenvermögen gelegt, das er mit großem Geschick in Grundbesitz investierte. Sein Partner, der junge Wendel, dem er 1799 seine Tochter Elisabeth zur Frau gab, machte seinem Lehrmeister alle Ehre: in der Anhäufuna von Kapital und dem spekulativen Erwerb von Grund­besitz tat er es ihm gleich: auch sein Sohn und seine Enkel legten alles Erworbene in Grund­besitz an.

Aber nur den Astors brachte ihr Reichtum Segen. Noch heute zeugt eine Stiftung in ihrem Heimat­

orte Waldorf von ihrer Wohltätigkeit, während Magdebura, Havelberg, Altona rasch von den Wen­dels vergessen wurden. Johann Gottlob Matthias hatte nur drei Kinder, von denen zwei jung starben. Uebrig blieb ein Sohn, der den Namen des Groß­vaters erhielt und sein Leben aus 76 Jahre brachte, ein Leben, der Vermehrung des ererbten Reichtums gewidmet. Aus seiner Ehe mit Mary Ann Dew gingen acht Kinder ebensoviel wie in jeder der beiden vorhergehenden Generationen hervor, die ihr Dasein als wahre Sklaven des Goldes verbrach­ten. Johann Gottlieb: Henriette; Mary; Georgiana starb im Jrrenhause; Rebecca, gegen den testamen­tarisch festgelegten Willen des Vaters verheiratet, kinderlos; Augusta, im Jrrenhause verstorben; Josephine. Und schließlich die Erblasserin, Ella, ge­boren 1853 und als 78jähriae verstorben die wohlhabend st e und verschroben st e Frau N e u y o r k s , Bewohnerin eines der letzten alter­tümlichen Backsteinhäuser mit angrenzendem Park in der Fünften Avenue, dessen Nießbrauch laut Testament heute einem Hunde zusteht.

Auf dieser Ella, der Letzten der Neuyorker Wen­dels, lastete der Fluch des Besitzes und der Testa­mentsbestimmung ihres Vaters: daß keine der Töchter heiraten dürfe, damit das Vermögen in der Familie bliebe, am allerlängsten. Das Wenige, was man aus ihrem mehr als zurückgezogenen Leben weiß, trägt weniger den Stempel der Originalität, als den des Pathologischen. Ihr Schicksal ist nicht weniger zu bedauern, als das ihrer Geschwister, von denen nur Rebecca den Mut der Auflehnung gegen das unmenschliche Gebot des Vaters fand.

Die Erbschaftsgeschichte hat aber nicht nur ihre tragische, sondern auch eine komische Seite. Zwei Jahre lang haben Tausende von Trägern des Namens Wendel in der neuen wie in der alten Welt gehofft, etwas aus der Masse für sich er­gattern zu können. Aber nicht nur Träger dieses Familiennamens. Auch Leute, deren Urgroßvater zufällig den im Süden und Westen Deutschlands nicht seltenen Vornamen Wendel ober Wendelin trug. Oder etwa ein Mann namens Müller, dessen Vorfahren aus Wendelstein ausgewandert waren. Oder eine Familie Matthias, die noch heute steif und fest glaubt, daß Johann Gottlob Matthias Wendel eigentlich ein Matthias sei, und damit sie die wahren Erbberechtigten! Aber auch auf anderm als genealogischem Wege glaubten manche, der Erb­schaft teilhaftig zu werden. So jene Dame, der die tote Ella im Traum erschienen war und ihr aufgetragen hatte, für ihren Hund zu sorgen, und die nun natürlich nur aus Tierliebe durchaus diesemBefehl aus dem Jenseits" folgen wollte und auf die dazu nötigen Mittel Anspruch erhob. Auch meldeten sich Leute aus Echzell in der Wet­te r a u, einem Orte, dessen Name auf bisher un­aufgeklärte Weise von Ella Wendel als soa Mittel­name geführt worden ist.

Der Neuyorker Prozeß, reich an Sensationen und Spannungen, wäre übrigens noch kurz vor seinem Ende zuungunsten aller wirklichen Erbberechtigten entschieden worden, wenn die Ansprüche eines Mannes anerkannt worden wären, der sich, gestützt auf geschickt gefälschte Dokumente, als einen un­ehelichen Sohn des ältesten Bruders der Ella aus- gegeben hatte Dieser Prätendent, der 53jährige ehemalige Anstreicher Thomas Morris erntete nichts als eine Gefängnisstrafe

So endete dieser Kampf um eine der größten Erbschaften aller Zeiten

OJL-fpott

Das SA. Sportabzeichen ist da.

Das im Vorjahr vom Stabschef geschaffene SA.- Sportabzeichen liegt jetzt, wie derVölkische Be­obachter" meldet, in seiner Ausführung vor Es ist von Obersturmbannführer Glöckler entworfen und stellt das geschmackvolle Ehrenzeichen eines SA.-Mannes in Form eines von einem Lorbeer­kranz umgebenen Hakenkreuzes mit senkrechtem Schwert dar. Das Abzeichen kann als Abschluß einer vielseitigen Ausbildung durch eine Leistungs­prüfung erworben werden Zum Erwerb des SA- Sportabzeichens sind auch Nitchangehörige der SA. berechtigt, sofern sie rassisch und weltanschaulich den SA.-mäßigen Voraussetzungen entsprechen

Sportplakate

sind nicht qenehmiaungspflichtig.

Die Presse st elle des Reichssportfüh­rers teilt mit:

In Sportkreisen ist in letzter Zeit eine Beunruhi­gung wegen angeblicher sportschädlicher Maßnah­men des Werberates der Deutschen Wirtschaft ent­standen. Infolge falscher Auslegung der zur Rege­lung der Wirtschaftswerbung erlassenen Bestim­mungen war teilweise angenommen, daß auch die Sportvereine unter diese Vorschriften fallen Zur Klärung der Sachlage hat mir nunmehr der Prä­sident des Werberates der deutschen Wirtschaft mit Schreiben II h Ma/W vom 17 Januar 1934 be­stätigt,

daß dem Werberat der deutschen Wirtschaft nur die Wirtschafts Werbung unterliegt und demge­mäß der Aushang der Plakate für sportliche Ver­anstaltungen, die nicht in Verbindung mit einem geschäftlichen Unternehmen stattfinden, nicht geneh­migungspflichtig ist. Der Aushang der Plakate ist demgemäß auf Grund der zur Zeit bestehenden Vor­schriften keinen Einschränkungen unterworfen."

Damit dürften alle Zweifel, die wegen des Pla­kataushanges der Sportorganisationen entstanden waren, beseitigt fein.

Der Reichssportführer: gez. von Tfchammer und Osten.

Gießener Eisschützen bei den deutschen Winterkampfspielen.

An den Eisschießmeisterschasten 1934 in Braun­lage im Rahmen der Deutschen Winterkampfspiele beteiligte sich der Gießener Eisverein mit seiner 1. Moarschaft tn der Aufstellung: Mueller- Leutert, Klarl, Pfeffer und Mohr. Im Verlaufe des Wettkampfes zeigte sich, daß die Bayern, die mit 5 Mannschaften vertreten waren, immer noch, wenn auch nicht mehr jo klar wie

früher, im Eisschießen dominieren. Gießen konnte im Endergebnis als beste norddeutsche Mannschaft unter zehn teilnehmenden Vereinen den 6. Platz beleaen Das letzte Spiel um die Meisterschaft brachte den Hiesigen insofern einen schönen Erfolg, als es ihnen gelang, Gotteszell, die bis dahin beste bayerische Mannschaft, hoch zu schlagen, so daß diese auf den dritten Platz zurückfiel Am Einzel­weitschießen (25 Bewerber) beteiligten sich Klarl und Mohr die beide mit gleichen Weiten (93 m) Sechste wurden. Pfeffer kam im Einzelzielschie­ßen unter 40 Bewerbern auf den 6 Platz. Es ist zu hoffen, daß im nächsten Jahre bei eifrigem Trai­ning noch günstigere Resultate erzielt werden.

50 Kilometer Oauerlauf bei den Gkimei^erschasten.

Deutsche Skimeisterschaften in Berchtesgaden.

Bei strömendem Regen wurde am Montag bei den deutschen Ski-Meisterschaften in Berchtesgaden der 50-Kilometer-Dauerlauf entschieden Der Bres­lauer S ö h m i s ch stellte den Sieger. Am Ziel hatte sich wieder eine große Zuschauermenge eingefunden, darunter auch Reichssportführer von Tfchammer und Osten, der den Sieger beglückwünschte.

Zur gleichen Zeit wurde in Ramsau der Heeres- Sprunglauf entschieden. Sieger wurde hier der Schütze Haselberger (JR. 20 Passau) mit Wei­ten von 39,38 und 31 Meter und einer Note von 323,6 Punkten.

Kanada wieder Eishockey-Weltmeister.

USA. im Endspiel 2:1 geschlagen.

Vor einer riesigen Zuschauermenge wurde am Sonntag m Mailand das Endspiel um die Eis­hockey-Weltmeisterschaft zwischen Kanada und USA. ausgetragen. Wie man erwartet hatte, holten sich die Kanadier, die im letzten Jahre von den Ame­rikanern entthront worden waren, diesmal wieher den Titel mit einem knappen 2:1 (0:1, 1:0, 1:0) Sieg.

Der Schluß st and des Turniers zeigt danach folgendes Aussehen: 1. Kanada (Weltmeister), 2. USA., 3. Deutschland (Europameister), 4. Schweiz, 5. und 6. Tschechoslowakei und Ungarn.

porfenn - Abfahrt in 16:36 Minuten.

David Zogg zum 4. Male Sieget.

Den Höhepunkt aller Abfahrtsrennen der Welt bildet das alljährliche Parsenn-Derby in Davos, das am Sonntag zum neunten Male durchgeführt wurde und den Schweizer Meister David Zogg zum vierten Male erfolgreich sah. Der Start des über 14 Kilometer führenden Rennens lag in einer

jjuije von Zb4U Dieter über dem Meeresspiegel am Weißfluh-Joch und führte bei einem Höhenunter­schied von 2000 Meter bis hinunter nach Küblis. Diese Prüfung erforderte natürlich die größten An­forderungen an die Teilnehmer, die wiederholt bei der Schwierigkeit der Strecke zu Fall tarnen. Mil nur geringem Zeitvorsprung siegte David Zogg in 16:36 Minuten vor dem Tiroler Rudi Matt- Arlberg. Die Damen hatten eine wesentlich ver­kürzte Strecke zu bewältigen und endeten in 1640 Meter Höhe am Conterser Schwendi. Die beste Zeit lief Margit Be rtsch in 11:47 heraus. Für die all­gemeine Klasse war eine besondere Strecke nach dem Conterser Schwendi (1640) Meter abgesteckt, hier war der Schwede Siegfried Bergmann der Schnellste.

jJioj (Sthmeimg geschlagen

In der Nacht zum Mittwoch wurde in Philadel­phia zwischen Max S ch m e l i n g und dem Ameri- kaner Steve Hamas ein Kampf ausgetragen, der für den Deutschen nicht den erwarteten Erfolg hatte. Etwa 16 000 Zuschauer füllten die Konventhalle in Philadelphia und erlebten einen abwechselungsrei­chen Kampf. Bald war Steve Hamas im Angriff, bald der Deutsche. So ging es bis zur neunten Runde, in der Max Schmeling am Auge derart angeschlagen wurde, daß es stark anschwoll und Schmeling dadurch im Kampfe stark behindert war. Er hielt aber bis zur 12. Runde standhaft durch, mußte dann aber eine Punktniederlage hin- nehmen.

Heimischer Kußball.

FE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg

FE.Teutonia Watzenborn-Steinberg FE. Ockershausen 3:2 (2:1).

In hartem Kampfe gelang es den Gastgebern, sich für die unverdiente Niederlage der Vorrunde in Ockershausen zu revanchieren. Das Spielfeld war fast grundlos und verlangte von den Spielern schier übermenschliche Anstrengungen. Wohl noch nie sah man hier ein mit diesem Einsatz des Körpers aus- getragenen Kampf, -eine Erscheinung, die in erster Linie auf die fast unmöglichen Bodenverhältnisse zurückzuführen war. Daß in diesem harten hitzigen Kampfspiel die Grenzen des Erlaubten nie über­schritten wurden, war der Disziplin und Selbst­beherrschung aller Spieler zu danken. Schiedsrichter Kunze (Hungen) amtierte ausgezeichnet und griff im gegebenen Augenblick entschlossen durch.

Sofort mit dem Anstoß sah man die Teutonen im Angriff und in der ersten Minute brachte der linke Läufer Euler seine Mannschaft durch einen Weitschuß in Führung. Mit dem nächsten Anstoß trug der Sturm wieder einen schnellen Angriff vor, doch aus sicherer Schußstellung kurz vorm Gästetor wurde eine klare Chance ausgelassen. Die Gastgeber spielten klar überlegen und in der achten Minute gelang es Buß, wieder durch Vorlage von Euler, einen zweiten Erfolg zu erzielen. Weiter setzten sich die Einheimischen in der Spielhälfte der Gegner fest. Greifbar naheliegende Erfolge wurden aber vergeben ober vom Gästehüter verhindert. Allmäh­lich kamen die Gäste auf, und das Spiel gestaltete sich ausgeglichener. Kurz vor der Pause gelang es ihnen im Gedränge hart an der Torlinie den Ball einzudrücken. Dem Spielverlauf entsprechend mußte schon jetzt ein sicherer Sieg für die Teutonen feft= stehen.

Nach der Pause wurde das Spiel härter, und es gab oft dramatische Kampfszenen. Die Gäste gefielen durch große Schnelligkeit und Siegeswillen, sie nötigten die Teutonen zur Hergabe der letzten Reserven. Im tiefen Schlamm war Kombinativns- arbeit nicht möglich und so konnte nur die Mann­schaft Sieger werden, die die größere Zähigkeit und Ausdauer hatte

Fußballklub 1926 Großen Duseck

Grohen-Vuseck I Steinbach I 5:3 (3:2).

Am Sonntag standen sich die ersten Mannschaften von Großen-Buseck und Steinbach gegenüber. Gro- ßen-Buseck trat mit drei Mann Ersatz an. Trotz der schlechten Platzverhältnisse wurde sehr eifrig gekämpft Steinbach konnte schon nach wenigen Minuten mit 1:0 in Führung gehen. Die Freude dauerte aber nicht lange. Großen-Buseck glich aus. Der Gastgeber vermochte sodann zwei weitere Tore vorzulegen, denen Steinbach wiederum einen Tref­fer entgegenletzte. In der zweiten Halbzeit fielen beide Mannschaften sehr stark ab Steinbachs Mittel­läufer mußte den Platz verlassen. Der Torhüter der Gäste mußte das Leder noch zweimal passieren las­sen, während Großen-Busecks Tormann nur noch einmal überwunden wurde. Der Schiedsrichter am­tierte korrekt.

Steinberg spielte taktisch richtig, auch gefiel die Verteidigung diesmal durch reine Abschläge und trieb die Stürmerreihe wieder mehr nach vorne. Happel stoppte einen vorgelegten Ball, sofort folgte eine steile Vorlage, blitzschnell war Buß noch vor dem herauseilenden Torhüter zur Stelle und lenkte

zum dritten, reichlich bejubelten sicheren Sieges­treffer ein.

Wohl drängten die Gäste auf Verbessrung des Resultats. Doch das Spiel war entschieden. Kurz vor Schluß verursacht der linke Verteidiger noch einen Elfmeterball, und Ockershausen konnte auf 3:2 verbessern. Damit fand ein hochdramatischer Kampf sein Ende. Beiden Mannschaften gebührt Lob und Anerkennung für die bei diesen Boden­verhältnissen gezeigten Leistungen.

VfB. Krofdorf-Gleiberg I Vetzberg 1 4:1 (2:1).

Erwartungsgemäß konnte Krofdorf-Gleiberg die­ses Treffen für sich entscheiden. Allerdings wurde das Spiel von Krofdorf überlegener durchgeführt, als das Resultat besagt, aber wie schon so oft in letzter Zeit: es fehlte im Sturm am Torschuß. Der Verlauf des Spieles brachte nur insofern eine lieber- raschung, als Vetzberg schon in der 5. Minute in Führung ging. Kurz darauf fiel der Ausgleich durch den Mittelstürmer von Krofdorf, der einen abge­schlagenen Ball einschoß. Bis zur Halbzeit lag Krof­dorf mit 2:1 im Vorteil Nachher, mit dem Wind spielend, wurde Krofdorf immer überlegener, erzielte aber infolge des mangelnd n Torschusses und durch die geschickte Verteidigung der Vetzberger nur noch zwei Treffer.

Krofdorf-Gleiberg II hermannstein II 5:2.

Die 2. Elf des VfB. Krofdorf-Gleiberg war eben­falls siegreich, sie konnte die gute 2. Mannschaft von Hermannstein mit 5:2 besiegen.

Handball im Gau Hessen der DT.

Wohnbach gegen 3. Komp. Inf. Reg. 15 Gießen 6:9 (2:3).

Arn Sonntag hatte der Tv. Wohnbach die 3. Komp, aus Gießen zu Gast. Die gern gesehenen Gäste erschienen mit einer Mannschaft, der die Hie­sigen körperlich weit unterlegen waren. Trotzdem sahen die ungefähr 250 Zuschauer ein jederzeit aus­geglichenes, schnelles und fesselndes Spiel, das die Soldaten unter Aufbietung ihres ganzen Könnens verdient gewannen. Der aufgeweichte Boden stellte vornehmlich an die beiden Tormänner erhöhte An­forderungen.

Die Soldaten fanden sich sofort und die beiden wurfgewaltigen Außenstürmer Berg und Viehmann erzielten in der dritten und vierten Minute zwei Tore. Bis zur 15. Minute zeigte sich eine gewisse Feldüberlegenheit der Gäste. Dann nahm Wohnbach das Heft in die Hand und erzielte nach einigen vom Gießener Tormann glänzend gehaltenen Schüs­sen in der 20. Minute durch Alt das erste Tor, dem Wahl bald darauf den Ausgleich folgen ließ. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Gießen bei einem Durch­bruch auf 3:2.

Nach dem Seitenwechsel lag Gießen im Angriff und erzielte schon in der 1. Minute durch den unge­deckten Mittelstürmer Henrichs das 4. und bald darauf das 5. Tor. Kurze Zeit später umspielte Alt in feiner Weise zwei Gegner und holte für die Gast­geber ein Tor auf. Während der nächsten drei Mi­nuten fielen noch zwei Tore für Gießen und eines für Wohnbach. In der zweiten Hälfte der 2. Halb­zeit waren die Hiesigen zuerst überlegen, dann sah man ein verteiltes schnelles Spiel von Tor zu Tor, während dem beide Parteien noch je zweimal er­folgreich waren. Schiedsrichter Klinkerfuß aus Bad- Nauheim leitete gerecht und aufmerksam.

Reichsiugendskitag im Vogelsberg Jugend im Abfahrts- und Sprunglauf.

Mancher, der am vergangenen Samstagnachmit­tag die Jungens und Mädchen des Skiklubs Gießen mit ihren Schneeschuhen und dicken Rucksäcken be­packt zum Bahnhof marschieren sah, wird den Kopf geschüttelt haben. Denn die strahlende Sonne und die warme Witterung entsprachen eher einem Früh­lingstag, denn einem Wintersporttag. Das Reise­ziel, nicht nur der Gießener Skijugend, sondern der des gesamten Gaues XII/XIII im Deutschen Skioerband war an diesem Tag der Vogelsberg, dessen Berge in so dichtem Nebel lagen, daß man nur die allernächste Umgebung erkennen konnte. Eisigkalter Nordost wind sorgte für eine gute Beschaffenheit der reichlichen Schneedecke. An­läßlich des Reichsjugendskitages hielt der Gaujugend- roart Karl Althaus (Gießen) einen Vortrag über die Jugendskifahrt des Gaues XII/XIII Weihnachten 1933/34 ins Walsertal. Prächtige Lichtbilder zeigten den Zuschauern die weiße Wunderwelt dieser schönen Gegend Vorarlbergs. Einige Skilieder mit Klampfen- und Ziehharmonikabegleitung beschlossen den Abend.

Am Sonntagmorgen um 7 Uhr wurde geweckt und wenige Minuten später traten etwa 150 Jugendliche zur Körperschulung unter Leitung einer Gymnastiklehrerin an. Alsdann wurde durch den mit wundervollem Rauhreif behängten Oberwald in endloser Reihe der Weg zum Hoherodskops an­getreten. Nach kurzer Frühstückspause wurden auf derRennwiese" und am Breunaeshainer Hang die Abfahrtsläufe in drei Altersklassen für Jungens und Mädchen ausgetragen. Hierbei und auch bei dem darauffolgenden Sprunglauf wurden teilweise hervorragende Leistungen gezeigt. Besondere Er­wähnung verdient der erst 16jährige Fr. W. F u ch s vom Wintersportverein Kassel, der sowohl im Ab­fahrtslaus, als auch im Sprunglauf den ersten Platz belegte. Seine Sprünge von 16,5 Metern waren von bestechender Sicherheit und Stilreinheit Don den Gießener Jugendlichen zeichneten sich besonders bei den Jungens E W e y l, H. v P e n tz , H. S t a u b a ch , H. Z u 11, W Kolb und Leh­mann, bei den Mädchen H. Lehmann und

R. R o e s e aus. Gegen 15 Uhr fand im Klubhaus des VHC. die Siegeroerkündigung und Preisver­teilung statt.

Die Ergebnisse:

Abfahrtslauf:

K n a b e n - K l a s s e I (16 bis 18 Jahre): 1. Weyl (Gießen), 0,50 Minuten; 2. Schulte (Wetzlar); 3. Barth (Schmitten i. Ts.); 4. Fuchs (Kassel); 5. von Pentz (Gießen); 6. Müller (Nauheim); 7. Mörler (Frankfurt); 8. Petermann (Frankfurt); 9. (Erben­berger (Gießen); 10. Staubach (Gießen).

Mädchen-Klasse I (16 bis 18 Jahre): 1. Keck (Frankfurt), 1,30 Minuten; 2. Habicht (Friedberg); 3. Müller (Feldberg i. Ts.).

Knaben-Klasse II (14 bis 16 Jahre): 1. Anthes (Frankfurt); 2. Zutt (Gießen); 3. Gamill-- schegg (Wetzlar).

Mädchen-Klasse II (14 bis 16 Jahre): 1. Roth (Frankfurt); 2. Forkel (Frankfurt); 3. Leh­mann (Gießen).

Knaben-Klasse III (12 bis 14 Jahre): 1. Winter (Frankfurt); 2. Schreff (Frankfurt); 3. Gries (Bad-Nauheim); 4. Lehmann (Gießen).

Mädchen-Klasse III (12 bis 14 Jahre): 1. Malzan (Friedberg); 2. Bremer (Alsfeld); 3 Roefe (Gießen).

Sprunglauf: 1. Fuchs (Kassel), Note 218 (Sprungweite 16,50 Meter); 2. Voigtländer (Frank­furt), Note 167,25; 3. Kolb (Gießen), Note 162,50.

Kurze Sportnotizen.

Glänzende Sprunglei st ungen gab es am Dienstag bei einem Prüfungsspringen auf der neuen Olympiaschanze am Gudiberg bei Garmisch- Partenkirchen, die damit ihre Feuerprobe glänzend bestand Die beiden Norweger Soerensen und Eistein Raabe standen Sprünge von 82 Meter, Birger Ruud kam auf 81 Meter und die gleiche Weite er­reichte auch Rolf Kaarby Der beste deutsche Teil­nehmer war der Einheimische Hans Ostler, dessen weitester Sprung 75 Mater Weite betrug.