Reichsstatthalter Sprenger in Schotten
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Verschiedene Firmen unserer Stadt unterstützt ;> die Modenschau nach besten Kräften. Die Domen • Fpini' ~t die die Modeschöpfungen, den Schmuck usw. oonu V au führen hatten, wurden ihrer Aufgabe mit viel ($» [ "“'L
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Nachdruck verboten!
14 Fortsetzung.
Oberhessen.
Schitlergedenkfeier in Lich
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_ Lich, 12. Nov. Schulfeste und -feiern finl Höhepunkte in der Tretmühle des Alltags. Wem an den Unterrichtstagen feines Mehl oft nur fpäi« lich durch das engmaschige Sieb rieselt, so ströirj bei Feiern mitunter eine Fülle von GedankengU
tum sinngemäß 9. November 192 3 (nicht 1918) lauten mußte.
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Vornan von Klothilde v. Siegmann.
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v Schotten, 11.Nov. Die Stadt ist festlich geschmückt, die Bevölkerung ist erwartungsfroh gestimmt. Hat doch der Kreis Schotten zum ersten Male die Ehre, seinen Gauleiter und Reichsstatthalter zu sehen und zu hören. Aus allen Gemeinden des Kreises sind die Amtswalter, SA.-Männer und die übrige Bevölkerung herbeigeeilt.
Um 11 Uhr traf Reichsstatthalter Sprenger, von Lauterbach kommend, mit seinem engeren Stab hier ein. An der Brauerei hatten die SA.- Formationen, die Amtswalter, die Kreisleitung, das Arbeitslager, Hitlerjugend und Jungvolk Aufstellung genommen. Der Gauleiter begrüßte die Formationen und richtete einen eindringlichen Appell an sie. Er begab sich danach an die für ihn errichtete Tribüne am „Frankfurter Hof" und nahm hier den schneidigen Vorbeimarsch aller Formationen ab. Die Räume der Kreisleitung wurden besichtigt, im „Hessischen Haus" ein einfaches Essen eingenommen. Nachmittags fand in der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle eine gewaltige Kundgebung für das Winterhilfs- werk statt. Die vielen Fahnen der SA. und der politischen Gliederungen der Partei zogen unter den Klängen der Sturmbannkapelle in den Saal ein. Der Gauleiter wurde bei seinem Eintritt stürmisch begrüßt. Gemeinsam erscholl das Lied „Volk ans Gewehr". Der Schottener Männerchor brachte unter Leitung seines Dirigenten N a g el- schm i d t den herrlichen Chor „Mahnung" und ein Heimatlied vom Vogelsberg schön zum Vortrag.
Kreisleiter Kromm
eröffnete dann die Kundgebung, begrüßte herzlich den Gauleiter im Kreise Schotten, der schon seit langem die nationalsozialistische Idee erfaßt und dessen Kreisstadt den Führer schon im Juni 1932 zum Ehrenbürger ernannt habe. Der Kreis sei arm, finanziell mit am schwächsten und doch am opferfreudigsten. Stürmisch begrüßt ergriff dann der
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** Unfall an der Arbeitsstelle. Der 24jährige Schlosser Hugo Weiß von Großen-Lin- den, der auf einer hiesigen Baustelle beschäftigt ist, stürzte von einem Wagen und erlitt eine schwere Knieoerletzung. Er mußle durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinkt gebracht werden.
** Unfall im Bergwerk Großen-Lin- d e n. Am gestrigen Montagvormittag ereignete sich im Bergwerk Großen-Linden ein schwerer Unfall. Der 26 Jahre alte Bergmann Wilhelm Volk aus Lützellinden erlitt, als er einen Aufzug betreten wollte, der im gleichen Augenblick in betrieb gesetzt wurde, verschiedene Rippenbrüche, sowie innere Verletzungen, so daß er sofort durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte.
** Verlängerte Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten zu Wintersportzwecken. Für die Zeit vom 1. Dezember 1934 bis 31. März 1935 wird die Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten versuchsweise verlängert, die zu Wintersportzwecken nach dem Vogelsberg und der Rhön ausgegeben werden. Diese Karten gelten für die Hinfahrt von Samstag 0 Uhr bis Sonntag 24 Uhr, für die Rückfahrt von Samstag bis Montag 14 Uhr.
** Die Heaezeit für weibliches Rehwild. Das Hessische Staatsministerium erläßt eine Verordnung, die mit dem heutigen Tage in Kraft tritt, durch die die Hegezeit für weibliches Rehwild mit dem 1. Januar beginnt und mit dem 30. September endigt.
** D i e Aufbewahrung des Dörrobstes. Dörrobst wird, nachdem es abgekühlt und - nachgetrocknet ist, am besten im Säckchen aus
war unmöglich. Wie sollte sie der Mutter das begreiflich machen? Es war ihr nicht zuzumuten, jetzt schon wieder sich irgendwo neu einzugewöhnen und Wurzeln zu schlagen.
Wie dankbar war Edelgard gewesen, daß die Mutter sich nach der anfänglichen Erschütterung so schnell in die neuen Verhältnisse gefunden! Wie oft hatte sie in den letzten Tagen gesagt: „Weißt du, Kind, ich bin doch jetzt beinahe froh, daß wir das große Haus los find und mit ihm unsere Schulden. Hier ist es so behaglich, ich möchte nicht mehr tauschen."
Und da sollte sie kommen und der Mutter sagen: „Wir müssen fort von hier. Das Heim, das dir so lieb geworden, müssen wir wieder aufgeben."
Das war undenkbar. Was für einen Grund sollte sie der Mutter auch sagen? Der Zusammenstoß mit Direktor Herman in dem ehemaligen Vaterhause, das war nicht Grund genug. Hatte sie einen Fehler begangen, so mußte sie die Folgen tragen.
Direktor Hermans schroffes Benehmen im Büro ihr gegenüber? Das war nur die gerechte Strafe für ihren Hochmut und ihre Neugier. Sollte die Mutter büßen, weil sie etwas falsch gemacht hatte?
Und selbst wenn sie es über sich vermögen würde, die Mutter hier aus allem herauszureißen — wohin sollten sie denn gehen? Sie hatten keine Schulden mehr, freilich. Aber ihr Leben war doch nur aufrechtzuerhalten durch das, was sie selbst verdiente. Wo bekam sie in dieser Zeit eine ähnliche Stellung her? Jetzt kam sie mit der Mutter gerade so durch, und dabei hatte sie noch nicht einmal Geld für Miete aufzubringen.
Sie stand plötzlich still. Eine glühende Scham floß durch ihr Herz: Daran hatte sie ja in all diesen schrecklichen Tagen überhaupt noch nicht gedacht — dies Haus, in dem sie wohnten, das Kavalierhäus- chsn, Mutters und ihr neues Heim, auch das gehörte ja dem neuen Besitzer. Sein Grund und Boden war es, auf dem sie Zuflucht gefunden. Seine Wohltaten waren es, die sie annahm. Das war zuviel. Was würde er von ihr denken? Als er in seiner Großzügigkeit ihr und der Mutter durch Herrn von Studczynski ein neues Heim anbieten ließ, konnte er ja nicht ahnen, wie es ihm gelohnt werden würde.
Nun er es wußte, sicherlich würde er seine großherzige Erlaubnis zurückziehen. Und selbst wenn er es nicht tat, die Dankesschuld würde um so schwerer wiegen. Irgend etwas mußte geschehen.
Sie konnte nicht stillschweigend von einem Manne nehmen, den sie so tief verletzt hatte, der ihr gegenüber so feindlich gesonnen war. Von einem Manne, der ihr Vorgesetzter und--hier konnte sie nicht
weiterdenken. Der Kopf schmerzte zum Zerspringen, aber dieser Schmerz war nichts gegen das tiefe Weh ihres Herzens.
Müde öffnete sie die kleine Pforte zu dem Vorgärtchen des Kavalierhäuschens. Jetzt gab es nur eins; sich Lusammennehmen, der Mutter nichts mer
ken lassen von alldem. Erst mit sich selbst zu Rande kommen, ehe man die Mutter beunruhigte.
Frau von Dönitz saß in dem Lehnsessel vor dem breiten weißen Kachelofen ihres Wohnzimmers. Die Leselampe sandte unter dem grünen Schirm ihr freundlich gedämpftes Lich. Im Ofen knisterten die Buchenscheite, die Wilhelm eben noch aufgelegt hatte. Leise summte die kleine Teemaschine. Pünktlich jenen Tag um sechs Uhr wurde sie angesteckt, damit Edelgard beim Heimkommen gleich eine Tasse Tee vorfand.
Frau von Dönitz ließ ihr Buch sinken und lauschte. Es war heute schon über die Zeit. Die kleine Bronzeuhr auf dem Kaminsims des Ofens hatte es bereits mit ihren hastigen kleinen Schlägen verkündet. Sechs Uhr! Wo blieb Edelgard heute nur so lange?
Frau von Dönitz erhob sich. Sie ging zum Fenster und schob den Tüllvorhang beiseite. Nein, man konnte nichts sehen. Draußen war es ganz dunkel. Der Regen klatschte an die Scheiben. Ein ungemütliches Wetter! Nun, um so behaglicher würde es das Kind jetzt haben.
Nun endlich hörte sie Schritte im Hausflur.
„Bist du es, Kind? Nur schnell herein! Der heiße Tee wartet."
„Ich komme gleich, Mutti. Ich will mir nur trockene Schuhe anziehen. Einen Augenblick!"
Edelgard hatte versucht, ihrer Stimme einen frischen und unbefangenen Ton zu geben. Und wirklich, sie vermochte die Mutter zu täuschen.
Lächelnd ging Frau von Dönitz zu dem Ofen. In der kleinen Röhre, die nach altmodischer Art von einem schönen Ziergitter verschlossen war, lagen ein paar Apfelküchlein zum Wärmen.
Das Grundstück, auf dem das Kavalierhaus stand, hatte als Abschluß zum Wasser hin einen winzig kleinen Obstgarten. Heute hatte Marie die letzten Spätäpfel gebracht. Und für ihr geliebtes Fräulein Edelgard ein paar Apfelküchlein gebacken.
Es duftete warm und süß aus der Röhre, als Frau von Dönitz das Gebäck nun nahm und auf dem kleinen buntgoldenen Kuchenteller auf den Teetisch stellte.
„Guten Abend, Mütterchen." Edelgard kam von ihrem Schlafzimmer aus herein. Sie hatte ihr Büro- kleid mit einem einfachen hellen Wollkleidchen ge- tauscht.
Frau von Dönitz erschrak, als sie Edelgard sah. War es die gelbliche Farbe des Kleides oder die halbe Beleuchtung, daß das Kind so elend aussah?
„Ist dir etwas, Liebling?" fragte sie besorgt.
„Was soll mir fein, Mutti?" Edelgard bemühte sich, fröhlich und frisch zu sprechen.
„Dein Aussehen gefällt mir nicht. So blaß und so müde..
„Ach, wir hatten heute ein bißchen stramm zu tun", log Edelgard. Sie hatte eigentlich noch nie im Leben eine Notlüge gebraucht. Aber alles besser, als der Mutter die Wahrheit zu sagen.
Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger das Wort. Wenn es gelungen fei, so Hervorragendes im Volk und in der Partei zu leisten, so geschah es, weil an der Spitze das Opfer stand. Der Füh- rer sei hierfür ein leuchtendes Vorbild, nur ein Mann von solcher Vollendung vermochte so Großes zu leisten. Von ihm sprang der Funke des Nationalsozialismus über auf die vielen Kämpfer, immer stärker wurde die Partei, weil der Glaube an den Sieg in diesen Vorkämpfern war. lieber Opfer ging es vorwärts. Die Ernte ist in die Scheunen gefahren, wehe dem, der glaubt, sie anstecken zu können. Der Gauleiter kam bann auf das große Winterhilfswerk der Partei zu sprechen. 360 Millionen seien im vergangenen Winter zusammengekommen, welch' großes Opfer gegen die ärmlichen Sammlungen in Zeiten des früheren Systems.
Das Dort des Führers, daß kein Volksgenosse hungern und frieren dürfe, sei wahr geworden. Das diesjährige Dinlerhilfswerk müsse noch größer werden. Das Opfer beginne erst da, wo die eigne Not anfange.
Viele Volksgenossen stehen noch nicht in Arbeit, besonders ihrer Kinder müßten wir uns annehmen, die Kraft und Stärke unserer Zukunft liege in unserer kommenden Jugend. Wir müssen im Winterhilfswerk noch mehr erreichen, dann haben wir die größte Schlacht gerade dem Ausland gegenüber gewonnen, das uns ob dieser Leistungen bewundert.
Wir stehen zu unserem Führer, sein Dille ist des Volkes Wille.
Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen. Kreisleiter Kromm dankte dem Gauleiter und brachte ein Sieg-Heil auf den Führer aus. Begeistert wurden das Deutschlandlied, das Horst-Wes- sel-Lied und das Saarlied gesungen. Die Fahnen zogen unter den Klängen der Musik aus, die eindrucksvolle Kundgebung wurde geschlossen.
Der Gauleiter begab sich dann mit seinem Stab nach Gedern, um dort der Gemeinde einen Besuch abzustatten.
in das empfängliche Herz. In diesem Zeichen stau) die von der hiesigen Schule veranstaltete Schil« lergedenkfeier. Des Staatsjugendtages roeaei war sie auf den Freitag verlegt und mit dem Io tengeoenktag vereinigt worden. Eingeleitet rourbi die Feier durch das „Lied an die Freude" unter Führung von Lehrer Börmer. Ihm folgten ei: Sprechchor der Konfirmanden aus der Rütlifzeu! und Einzelvorträge des Fischerknaben, Hirten unj Jägers. Im Mittelpunkt des Ganzen stand eimi Ansprache des Lehrers Schön über des Dichter- Leben, der sich bedeutungsvolle Worte Schiller! aus dem Tell und zwei andere Gedichte anschloM Mit dem Reiterlied aus Wallenstein wurde biefen Teil beendet. Goethes Wort im Epilog zur Glocke?. „Denn er w a r unser!" aber wandelte sich zum löbnis: Er i ft unser, der Freiheitsdichter unü -rufer, heute wie vor hundert Jahren und heul», erst recht, denn „wir wollen frei sein, wie bin Väter waren, eher den Tod, als in der Knecht schäft leben." Der Toten des 9. November« aedachte Rektor Erb in Worten, die ganze Ven sammlung im Lied „Ich hatt' einen Kameraden" Mit dem Deutschlandlied, dem Horst-Wessel-Lied un8 einem dreifachen Siegheil auf den Führer rourbti die Feier geschlossen.
Landkreis Gießen.
OO Großen-Linden, 12. Nov. Am Sam> tagabend veranstaltete die N S. - V o l k s w o hl" fahrt, Ortsgruppe Großen-Linden, in Schaum» Saal einen Deutschen Abend. Den größte», Teil des Programms bestritt der Sturm 41/118.1 Seine Gesangsabteilung unter Leitung des SA- Mannes Degen trug eine Anzahl Chöre vor, di« von guter Schulung zeugten. Reichen Beifall erntet« das Theaterstück „Hinte'rwaldshütte" und ganz besonders eine von SA.-Mann Keßler verfaßte- Szenenfolge „Am Lagerzelt". Ortsgruppenleiter:
„So, mehr zu tun? Aber du sagtest doch neulid): Bis Ersatz für Direktor Kutschner da ist, hättest bu kein eigentliches Arbeitsgebiet. Oder ist der neue Direktor vielleicht schon gekommen?"
Edelgard wurde dunkelrot.
„Ja, Mutti — seit heute!" Sie antwortete etwas kurz. Nur fort von dem peinvollen Thema! Das war ihr einziger Gedanke.
Aber sie hatte es falsch angefangen. Frau von Dönitz war gewöhnt, daß ihr Edelgard sehr ein- gehend von allen ihren Erlebnissen, auch denen int Büro, berichtete. Die Ankunft des neuen Direktors war doch schließlich ein sehr wichtiges Ereignis, auch in Edelgards Leben. Nun ging das Kino si darüber hinweg? Das mußte einen Grund haben
„Du bist so kurz heute, Edelgard. Sag einmal wie ist denn der neue Direktor? Sympathisch? Odel hast du das Gefühl, daß du dich mit ihm nicht gut stehen wirst?" Sie fragte es etwas besorgt. Aengst' lich, wie sie durch viele Schicksalsschläge geworden, fürchtete sie immer gleich Schlimmes.
„Ich habe heute noch nicht viel mit ihm zu tun gehabt, Mutti", sagte Edelgard etwas gepreßt, „ich kann also noch nicht beurteilen, wie er ist. Schließ' lid) komme ich ja mit allen Menschen aus. Warum also nicht mit ihm? Freilich, etwas verwöhnt bin ich ja. Einen Chef wie Kutschner findet man nichl sobald wieder. Aber weißt du, Mutti, wir wollen jetzt mal nicht vom Büro reden, sondern von etwas Erfreulicherem. Zum Beispiel von diesen herrlichen Apfelküchlein. Ich habe einen schrecklichen Hunger. Gerade auf Apfelküchlein."
Lachend griff sie zu, tat als ob sie mit dem größten Appetit äße. In Wahrheit war ihr W Kehle wie zugeschnürt. Wäre das Gespräch Ar Direktor Herman noch länger gegangen, sie W sich nicht mehr beherrschen können.
Glücklicherweise ließ sich Frau von Dönitz lenken; denn die Erwähnung Kutschners hatte pe auf andere Gedanken gebracht.
„Was treibt denn eigentlich Kutschner?" fragte sie. „Hast du außer der kurzen Karte an uns beide neulich einmal wieder etwas von ihm gehört?"
Edelgard erschrak. In welches Lügengewebe war sie auf einmal verstrickt... Herman — und nun auch Rudolf Kutschner; denn auch über ihn hatte sie der Mutter immer noch nicht die Wahrheit zu sagen vermocht. Aber einmal würde es sein mässen.
Rudolf Kutschner hatte schon so beunruhigt 0.e' schrieben. Er ahnte wohl die Veränderungen w ihrem äußeren Leben, obwohl sie ihm den Verkam des Hauses und den Umzug nicht mitgeteilt hatte. Wenn er jetzt erfahren würde, daß sie die Woh' nung von seinem Nachfolger sozusagen als ein Almosen empfangen — sicher würde ihm das sehr wenig lieb sein. Sie fühlte es genau, er würde bald auf eine Entscheidung drängen. Warum konnte sie dem gütigen Manne iyr Jawort nicht bedenkenlos geben?
(Fortsetzung folgtI)
durch Geldspenden und Urkaubstage auszuzelchnen. Deshalb hat es der Pvstverein 1906 übernommen, dieser Ehrenpflicht zu genügen und diejenigen Berufskollegen, die wie diese am heutigen Abend sogar 25 Jahre treu und gewissenhaft ihre schwere und ernste Pflicht, ja ihre Lebensaufgabe in den Dienst der Reichspost und damit des Volkes und des Vaterlandes gestellt haben, entsprechend auszuzeichnen und zu ehren. Aus diesem Grunde überreicht ihnen der Verein zum Zeichen des Dankes und der Anerkennung eine künstlerisch ausgefertigte Ehrenurkunde für treu gediente 25jährige Dienstzeit. Der Vorsitzende sprach den getreuen Mitarbeitern namens des Vereins und seinen persönlichen Dank aus und verband damit den Wunsch, daß sie noch lange Jahre in bester körperlicher und geistiger Frische der Reichspost und dem Volke dienen möchten.
Der Redner erinnerte daran, daß es nur dank der genialen Befreiungstat und des Aufbauwerkes durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler möglich wurde, diesen Ehrenabend hier zu feiern; denn wenn der Führer nicht gekommen wäre, hätte der über Deutschland hereinbrechende Bolschewismus zuerst das alte Beamtentum vernichtet. Diesen Dank an den Führer und Volkskanzler brachte Pg. Adam Lotz durch ein dreifaches „Sieg-Heil!" zum Ausdruck, das begeistert aufgenommen wurde. Hierauf drückte der Vereinsleiter jedem Jubilar die Hand zum Glückwunsch und überreichte ihnen die Ehrenurkunden. Für 25jährige Dienstzeit wurden auf diese Weise geehrt: Postsekretär Schmieder, die Postassistenten Fink, Berg und Rohn, Oberpostschaffner Kaiser und die Postschaffner Haber, Johann Georg Hofmann, Ploch, G l a d i g o und Heid. Der weitere Verlauf des Abends war der Pflege der Kameradschaft gewidmet. Kapellmeister Paul B u ch w a l d und Frau unterhielten durch ihre ausgezeichneten musikalischen und gesanglichen Darbietungen die Anwesenden in bester Weise. An diesem Abend nahmen als Ehrengäste auch drei Saarländerinnen teil, die einen Überzeugenden Begriff von der deutschen Volks-
Nein, nachdem er sich einmal so entschieden festgelegt hatte, mußte es dabei bleiben!
Aber sehr wohl war ihm dabei nicht zumute. Um sich abzulenken, vergrub er sich in die Arbeit. Er hätte nun doch schon einiges zu diktieren gehabt. Ein paarmal hob er die Hand, um auf den Klingel- knopf zu drücken, Edelgard das Zeichen zu geben. Immer wieder lieh er die Hand sinken.
Weiß Gott, er hatte richtige Angst, dem blassen, verstörten Gesichtchen zu begegnen! Mochte das Diktat heute noch warten, er hatte genug anderes zu tun. Bis morgen würde er diese Szene ein wenig überwunden haben und das Mädchen auch.
*
Von einem Tage zum anderen war das Wetter umgeschlagen. Gestern noch ein goldener Herbsttag, warm und mild wie im Sommer beinahe. In der Nacht hatte Regen eingesetzt. Wind hatte sich aufgemacht.
Als Edelgard an diesem Tage vom Büro nach Hause kam, wehte ein heftiger Sturm. Die Blätter tanzten von den Bäumen, graue Wolken jagten am Himmel dahin. Die ganze Natur war in stürmischem Aufruhr, als bäumte sie sich aus gegen Vergehen und Sterben — gegen die Todesruhe des Winters.
Es war so recht ein Sinnbild von Edelgards seelischer Verfassung. Auch in ihr stürmte es, Scham, Furcht und etwas, was sie sich selbst nicht eingestehen wollte.
Sie hatte eine ausgesprochene Furcht, nach Hause zu gehen. Was sie als größtes Glück empfunden, daß sie auf dem Boden der Heimat bleiben konnte, nahe dem geliebten Park und dem ehemaligen Vaterhause, das alles wurde jetzt zur Qual. Bedeutete es doch nichts anderes, als immer in der Nähe des Direktors Herman zu leben.
Noch war das Haus nicht fertig. Noch hatte sie eine Gnadenfrist. Wenn die Bürostunden vorbei waren, so brauchte sie nicht mehr zu fürchten, ihm zu begegnen. Aber was nützte das alles? Einmal würde es ja doch fein, daß er in das Haus zog. Und immer, wenn sie vom Kavalierhäuschen den Weg zur Straßenbahn nehmen wollte, mußte sie fürchten, feinem Wagen zu begegnen. Bei jedem Blick aus dem Fenster ihres Schlafzimmers sah sie ja auch die weiße Fassade der Villa herüberleuchten, ein ewiges Gedenken an ihn.
„Ich kann nicht, ich kann nicht", sagte sie halblaut vor sich hin, indes sie sich gegen Sturm und Regen hindurchkämpfte. „Wir müssen fort von hier! Fort! Irgendwohin, wo ick ihm nicht mehr begegne."
Und doch wußte sie im gleichen Augenblick, dies
Nesselstoff an einem staubfreien, luftigen und trockenen Ort aufbewahrt, wo es vor Mäusen geschützt ist. Defteres Nachsehen ist notwendig. Neben den Schimmelpilzen, welche nur in feuchten Aufbewahrungsräumen auftreten, sind es vor allem Feinde aus dem Tierreich, die als Zerstörer in Frage kommen. Die Räupchen der im Juli erscheinenden Heuschabe, auch Dürrobstschabe genannt, verderben durch ihre seidenartigen Gespinste oft ganze Vorräte. Auch verschiedene Milbenarten werden dem Dörrobst gefährlich. Sobald sich Schädlinge bemerkbar machen, vertilge man sie durch längeres Erhitzen der befallenen Vorräte im Backofen. Beim Kochen des Dörrobstes werden häufig Fehler gemacht. Am Abend vorher wird bas, Trockenobst so in Wasser eingeweicht, daß es gut bedeckt ist. Anderen Tages koche man das Quellwasser mit Zucker, ganzem Zimt und etwas Zitronenschale und lasse das Obst darin noch etwas nachziehen.
** Wintermoden- und Schmuckschau im Caf6 Amend. Die Deutsche Mode-, Industrie- und Markenartikel-Werbung, Köln, veranstaltet gegenwärtig im Caf6 Amend eine große Wintermooen und Schmuckschau, die bei der gestrigen ersten Vorführung viel Anerkennung und Beifall fand. Die sehr unterhaltsam gestaltete Schau brachte eine Fülle des Sehenswerten. Der Sinn der Modenschau liegt darin, den Einzelhandel, der sich mit dem Vertrieb deutscher Wertarbeit beschäftigt, in der Werbung unter die Arme zu greifen, andererseits aber, um einen großen Kreis der Bevölkerung mit deutscher Wertarbeit bekannt zu machen. In rascher Folge wurden zunächst in Handarbeit hergestellte Pullovers, Westen, Jacken usw. gezeigt, wie sie nach den Schnitten einer be-
gemeinschast erhalten haben dürften.
Daten für Dienstag, 13. November.
354: der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus in Tagaste in Numidien geboren (gestorben 430); — 1504: Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen in Marburg geboren (gestorben 1567); — 1848: der Musikschriftsteller Hans von Wolzogen in Potsdam geboren; — 1862: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen gestorben (geboren 1787); — 1868: der italienische Komponist Giocchino Rossini in Ruelle bei Paris gestorben (geboren 1792).
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 13. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 dis 6 Pf., der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Spinat 10 bis 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 35, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 70 bis 75, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Rote Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf.
Vornokizen.
— Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22,15 Uhr „Opferstunde". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „So endete eine Liebe". — Evang. Stadtmission, 20.30 Uhr, Evangelisations-Vortrag. — Cafe Amend: 16 und 20.30 Uhr, Wintermoden- und Schmuckschau.
kannten Firma von jeder Hausfrau heroesteM w» den können wenn st- sich mit der nötigen Lich, und Sorg,alt mit dieser Art Handarbeit beschättich Im wei eren Verlaus der Schau sah man -ine Fül, reizvollster Nachmittagskleider, die durck ihre te. chmacklich sehr sichere Gestaltung, wie auch dm» chone, einfache Linienführung sehr angenehm auf! ielen. Besonders interessierten dann auch bie Mm. tel, die, mit und ohne Pelz, in den verschiebenskm adretten Formen gezeigt wurden. Die Fülle j«, Strickkleidern aus den Werkstätten einer grofie. Firma löste bei mancher der vielen Besucherin^ sicherlich verständliche Wünsche aus. Mit der 5j0Cl führung von zum Teil einzigartig schönen AbeiH kleidern, wie auch mit einer kleinen Auswahl Wintersportkleidung fand die eigentliche Mode»! schau ihren glücklichen Abschluß. Die Sprecherin bq Schau wußte während ihrer Ankündigungen in schickter Weise für Nähmaschinen, für Waschmittel für ein Präparat zum Schutze der Wollsachen gegej Motten usw. zu werben. Im Dü'fte dieser Wei, bung stand auch ein kleiner unterhaltsamer Sketsg der mit dankbarem Beifall ausgenommen wurd. Eine besondere Note erhielt die Schau ferner duh eine sehr zweckmäßige Vorführung von Schmus, fachen aller Art, aller Werte und jeden Charakter, Verschiedene Firmen unserer Stadt unterstützt


