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Dienstag, lZ. November 1954

184. Zahrgang

Nr. 266 Erstes Blatt

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Siü«fh?rt?S"11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniversitütsVuch- und Steindruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M°ng°n°bschiü,s°staffelb

Volk im Anstieg.

General Gmuts fordert Gleichberechtigung Deutschlands.

Don Dr. Max Clauß.

breiten, mitteilen.

Obwohl man^seit einigen Tagen muhte, dah die Regierung sich in einer kritischen Lage befand, hat die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des Kabinetts gröhtes Aufsehen erregt, zumal der Mi­nisterpräsident noch vor acht Tagen in einer großen Rede betont hatte, die Regierung sei fest entschlossen, in ihrer jetzigen Zusammensetzung das Werk des wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbaues bis zum Ende durchzuführen. Als Nachfolger de Bro-

pattes vorbehaltlos zu.

Reber den Teil der Rede, die Deutschland betrifft, sagt dieTimes": Es entspreche einer Forderung der Vernunft, dah in einem all­gemeinen Sicherheitssystem alle Nationen Rechtsgleichheit geniehen. General Smuts scheue vor den Forderungen Deutschlands in

zur Zurücknahme seiner Entschließung zu bewegen.

Der Ministerpräsident, der am Montagnachmittag auch eine Besprechung mit dem Kammerpräsi­denten hatte, will nach der Eröffnung der Kärn­

tischen Lage abgeben und dabei den Beschluß des Kabinetts, dem König den Gesamlrücktritt zu unter­

heute oder in nächster Zukunft einen Krieg zu erwarten, ist einfach Rnsinn. Mit vielleicht einer einzigen Ausnahme ist keine Nation h^ule zum Kriege bereit.

ß o n b o n , 12. Nov. (DNB.) Auf einem Festessen, das am Montagabend vom Institut für inter­nationale Angelegenheiten gegeben wurde, sprach General Gmuts über die gegenwärtige inter­nationale Lage, wie er erklärte,ganz offen". Er sagte: Wenn ich die heutige Lage in Europa be­trachte, so bin ich tief bewegt durch die Tatsache, daß zwei Kräfte die Politik schaffen und bilden: die Furcht und das Minderwertigkeits­gefühl. Die Gerüchte, die über einen Krieg im Umlauf sind, schaffen erst die Kriegsatmosphäre und sind geeigneter, einen Krieg herbeizuführen als jede andere Tatsache. Die Pazifisten sind am meisten dafür verantwortlich, dah das Angstgefühl besteht.

quevilles wird der jetzige Außenminister 3a spar genannt.

Flandin heute vor dem Parlament

Paris, 13. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Das Kabinett Flandin wird sich heute nachmittag dem Parlament mit einer Regierungserklä­rung vorstellen, in der, wie verlautet, der wirt­schaftliche Gedanke in den Vorder­grund gerückt, die schleunige Verabschie­dung des Haushaltsplanes als dringendste Aufgabe bezeichnet und die Selbständigkeit der französischen Außenpolitik betont werden wird. Ferner dürfte die Regierungserklä­rung auf die Notwendigkeit einer Staats- r e f o r m Hinweisen. Der Verlesung der Erklärung in beiden Kammern wird sich eine Aussprache über verschiedene Interpellationen anschließen. Es er­scheint nicht ausgeschlossen, daß die Aussprache zeit­weilig einen stürmischen Charakter annehmen wird, doch zweifelt niemand daran, daß die Regierung ein eindeutiges Vertrauensvotum erhält.

Boischasterempfana bei Laval.

Paris, 13. Nov. (DNB.) Außenminister Laval empfing am Montagnachmittag den sowjetrussischen Geschäftsträger Rosenberg. Er hatte außerdem eine Besprechung mit dem französischen Botschafter in Rom, de Chambrun, dem französischen Ge- sandten in W i e n und dem französischen Gesandten in Belgrad.

Der Meinungsaustausch zwischen Laval und dem französischen Botschafter in Rom, d e Cham­brun, galt, wie Haoas erklärt, dem gesamten französisch-italieni.schen Fragengebiet.

Französische Rote an Polen.

Paris, 13. Nov. (DNB.) Bei der Unterredung zwischen Außenminister Laval und dem sowjet­russischen Geschäftsträger Rosenberg ist, wie Havas berichtet, zweifellos auch die Frage des D ft - paktes einer eingehenden Prüfung unterzogen worden. Im Außenministerium sei eine Note in Vorbereitung, die demnächst nach Warschau ab­gehen werde.

Europa nicht zurück. Das Minderwertigkeits- gefühl, an dem Deutschland leide, müsse besei­tigt werden, aber nur auf eine Weise: Die voll­ständige Gleichheit der Rechtsstellung mit seinen Gefährten müsse offen, freudig und vorbehaltlos anerkannt werden.Times" führt die Worte des Generals an, wonach die Zeit gekommen sei, den wahren Frieden zustande zu bringen, den der Versailler Vertrag zugegebenermaßen nicht gebracht habe, und fügt hinzu: Wenn die Gleichheit nicht durch Vereinbarungen erreicht wird, so wird sie auf einem anderen Wege erreicht werden.Ehrliches Spiel, sportmännischer Geist, tatsächlich jeder Maßstab des privaten und öffentlichen Lebens fordert eine freudige Revision der Lage." 3n offenbarer Erkenntnis der Tatsachen, daß einige Nachbarn Deutschlands tiefes Mißtrauen da­gegen empfinden müssen, die Lage ganz in die­sem Geist zu betrachten, habe General Smuts hinzugefügt:Es handele sich um ein Gebot gewöhnlicher Klugheit".

Der letzte Teil des Leitaufsatzes ist Ausführungen des Generals über den Fernen Oft en gewidmet, hier ist der große Nachdruck beachtenswert, den die Times" auf die Stelle der Rede legt, in der General Smuts sagt, das britische Gemeinwesen stehe den Vereinigten Staaten näher als

nen. , ...

Wenn man die französischen Aengste begreift und mit ihnen sympathisiert, muß man auch mit Deutschland und seiner untergeordneten Stellung fühlen, in der es noch nach Kriegs­schluß geblieben ist. Die Fortdauer seiner Lage unter dem Vertrag von Versailles ist eine Be­leidigung für das europäische Gewissen und eine Gefahr für den Frieden. Gerechtigkeit und Sportgeist fordern eine Revision der deutschen Stellung. Brechen wir diese Ketten und machen wir den Gefangenen in einer menschlichen und sittlichen Weise frei.

Die Grundsätze des Nationalsozialismus können vielleicht anderen abendlichen Völkern zuwider fein; das ist aber kein Grund, Deutschland nicht die internationale Gleichberechtigung zuzuerkennen.

Gin bemerlensw tter Kommen- . tar derTimes".

Heute Rücktritt des belgischen Kabinetts

Schwierigkeiten bei der Durchführung des DeflationsprogrammS.

die Widerstandskraft auf unserer Seite. Wer in den Hauptstädten Westeuropas mit führenden Politikern oder Wirtschaftlern von Zeit zu Zeit gesprochen hat, der erinnert sich, daß ihm mit monotoner Re­gelmäßigkeit jedesmal derin wenigen Wochen bevorstehende Zusammenbruch der deutschen Wirt­schaft samt Arbeitsbeschaffung" und allem anderen vorausgesagt wurde. Es ist ein Zeichen unserer selbstbewußten Kraft und ein gewaltiges Verdienst des neuen Staates, daß diese sogenannte Logik der wirtschaftlichen Entwicklung, die in Wirklichkeit eine ganz üble politische Spekulation gegen uns darstellt, ' sich weder in den vergangenen Jahren und Mona­ten erfüllt hat, noch in Zukunft erfüllen wird. Em Volk kann wirtschaftlich eingeengt und Zur straff­sten Selbstdisziplin gezwungen werden, erdrosselt wird es durch kein noch so raffiniertes Clearing­verfahren, solange seine führende Männer nut Mut und Umsicht auf dem Posten sind. Die Geschichte des kürzlich zustandegekommenen deutsch-englischen Handelsabkommens liefert einen Beweis wehr da­für, daß aiich die Gegenseite im eigensten Interesse schließlich die Pflöcke zurückstecken muß, wenn unser Widerstand unbeugsam bleibt. , ..

Es liegt nahe, die ganze deutsche Gegenwart, die­ses unablässige Ringen um die Zukunft auf allen Gebieten, in Vergleich zu setzen mit der gleichzeitigen Entwicklung in anderen Ländern. Vielleicht ist unser nationaler Standort am besten zu finden, wenn wir uns zwischen den Vereinigten Staaten einer­seits und dem konservativen Frankreich anderseits

Die D'enstbezeichnungen

der pg. Dr. Ley und Schmeer.

DNB. Berlin, 13. Nov. Wie derVölkische Beobachter" meldet, gibt die Adjutantur Dr. L e y s von folgenden, an alle Dienststellen der Deut­schen Arbeitsfront gerichteten Rundschreiben Kenntnis:

Entsprechend der Verordnung des Führers vom 11' November und der Verfügung des Stellvertreters des Führers vom 10. November wird die Bezeich­nungOberste Leitung der PO." inReichs- organisationsleitung der NSDA P." umgeändert. Reichsleiter Dr. Ley führt die Be­zeichnungReichsorganisationsleiter"'. Der Stellvertreter des Reichsorganisationsleiters, Pg. R. Schmeer, führt die Dienstbezeichnung Reichsinspekteur

Wenden wir die Aufmerksamkeit den sachlichen Voraussetzungen des weiteren Ausstieges zu, so werden wir ebenfalls finden, daß die Lage m nie (er Hinsicht schwer, aber nirgends aussichtslos oder gar verzweifelt ist. Mit etwa sechs Millionen Ar­beitslosen aina-n wir in den Winter ^3^34 heute bilden 2 268 000 eine wesentlich geringere Belastung, obwohl die Außenhandelsmöglichkeiten zuruckgegan- gen finb. Niemand benkt baran, rote dies trüber im Uebermaß des Theoretisierens oft geschah me deutsche Autarkie zum Ideal zu erheben. Allein, gerade wenn wir imstande sein wollen, jede künf­tige Chance im Welthandel zu ergreifen, müssen wir mit rücksichtsloser Zielbewußtheit dafür forgen, daß wir unfern Produktionsapparat auf der hohe halten. Aus dem betonten Boykott mancher inter­nationaler Kreise gegen den Nationalsozialismus etwa zu folgern, die deutsche Ausfuhr fände über­all offene Arme, wenn wir nicht nationalsozialistisch wären, hieß sich kindischen, durch die frühere Er­fahrung längst widerlegten Trugschlüssen hingeben. Schon feit Jahren hat der politische Egoismus draußen den vernünftigen Gedanken der Solidari­tät der Wirtschaftenden so weit in den Hintergrund gedrängt, daß man uns vielerorts ehrlich wünschte, wir möchten lieber heute als morgen vor unserer Devisen- und Rohstoffknappheit kapitulieren. Ge­ändert hat sich seither nur der Hitzegrad dieser frommen Wünsche, nicht ihr Wesen, geändert hat ich aber auch ganz entschieden der Abwebrwille und

irgendeiner anderen Gruppe der Welt und müsse, falls es eines Tages vor die Lage gestellt werde, die Vereinigten Staaten zum Gefährten ausersehen.

Ribbentrop bei Eden.

London, 12.Nov. (DNB.) Herr von Rib- b e n t r o p , der Beauftragte des Reichskanzlers für Abrüftungsfragen, wurde heute nachmittag vom Lordsiegelbewahrer Eden im Außenamt emp­fangen.' Die Unterredung dauerte dreiviertel Stun­den. Wie amtlich verlautet, hat Herr von Ribben­trop keinen neuen Vorschlag unterbreitet

Deutschlands Ziel.

Berlin, 12.Nov. (DNB.) Nach seiner Unter­redung mit Eden wurde Herr von Ribben­trop von einem Vertreter des Reuterbüros danach befragt, ob es stimme, daß er die Frage einer Rückkehr Deutschlands in den Völker- bunö und in die Abrüstungskonferenz angeschnit­ten habe, wobei er die Bedingung gestellt hätte, daß Deutschland von den Militärklauseln des Ver- sailler Vertrages entbunden würde. Ribbentrop er- klärte, er wisse davon nichts, wahrscheinlich han­dele es sich bei dem Gerücht um ein Phantasie- er zeugnis. Deutschland wünsche eine europä« jsche Solidarität und eine Zusammen- I ar beit auf der Grundlage der Gleichberech­tigung aller. Nur eine solche Zusammenarbeit I könne die Krise beseitigen.

betrachten. Drüben in Uebersee ein wildes Brodeln und Gären neuer Ideen, ein wirtschaftlicher Umbau von Grund auf, der in manchen Augenblicken bei­nahe wie Raubbau an der Nation aussieht. Und trotzdem ein tiefes Bedürfnis nach Führung und Vertrauen, das sich eben erst in Roosevelts indirek­tem Riesensieg bei den Kongreßwahlen wieder ge­zeigt hat! Vertrauen trotz aller Ruckschlage, Be­kenntnis zur Führung unbeschadet etwaiger Irr­tümer daß alles bedeutet nur jenes gesunde Selbst­vertrauen in den schließlichen Erfolg, das der Ame­rikaner sich aus der leichten Prosperität in tue dunk­len Jahre der Krise hinübergerettet hat. Dagegen wirkt Frankreich als der beharrende Pol auf allen Gebieten. Seine Staatsmänner gehen mit der Vor­sicht zu Bett und stehen am andern Morgen mit der Sicherheit wieder auf. Reformen werden |o lange anqekündigt und zerredet, bis sie unmöglich werden. Die Außenpolitik erschöpft sich in einem abgrün­digen Pessimismus und holt mit fast besessener Ein­seitigkeit den Kriegsteufel an alle Wände. Im Volk aber nistet ein Mißtrauen und eine Unzufriedenheit, tue nicht nur den Regierenden das Leben sauer macht, sondern auch keinerlei nationale Erneuerung von unten her aufkommen laßt. Vorsicht, S cher- heit und der gewaltige Vorsprung m der tatsäch­lichen Macht vermögen eben das Selbstvertrauen einer Nation nicht künstlich zu ersetzen. Das natio­nalsozialistische Deutschland laßt es an wagender Vorsicht gewiß nicht fehlen, aber in ihm lebt auch ungebrochen der Mut zum Wagnis und zum neuen

Brüssel, 12. Nov. (DNB.) 3m Lause des Montag nachmittag ist es zur Gewißheit ge­worden, daß das Kabinett de Broquevilte am Dienstag seinen Rücktritt erklären wird. Am Montagnachmittag berichtete der Ministerpräsi­dent dem König über die politische Lage. Der Rücktritt erfolgt, wie von verschiedenen Seiten über­einstimmend erklärt wird, da die Regierung bei der Durchführung ihres Deflationsprogramms, das sie im August auf Grund eines besonderen Er­mächtigungsgesetzes in Angriff genommen hatte, auf personelle und sachliche Schwierig­keiten innerhalb und außerhalb des Kabinetts ge­floßen ist.

Mit dem Rücktritt des Kabinetts werden auch die Sondervollmachten, die die Regierung da­mals erhalten hatte, und die bis Ende 3anuar in Kraft bleiben sollten, a u f g e h o b e n. Den Aus­schlag für den Rücktrittsbeschluß gab das endgültige Scheitern der Bemühungen Vroquevilles, den Vize­gouverneur der Nationalbank und Minister ohne Amtsbereich van Zeeland, der vor einigen Wochen infolge von Meinungsverschiedenheiten über die Kreditreform fein Amt zur Verfügung stellte,

unu [juuen, hu jviivyv un« .... r~.*, gesammelten Erfahrungen beruhe, nicht von einem Mitglied des britischen K ab , ne 11 s ab­gegeben worden sei. Das Blatt stimmt den Aus- ührungen des Generals Smuts über das K oller- t i v s y st e m , die Grenzen der Betätigung des Völkerbundes und den Wert des Locarno-

Clausewitz schreibt, daß selbst nach einem hero- , ischen Zusammenbruch noch immer ein Wiederaus- i bau möglich ist", mit diesem Zitat des berühmten ( Strategen hat der Führer und Reichskanz- i l e r in der Münchener Erinnerungsfeier das natio- j nalsozialistische Losschlagen vom November 1923 i gerechtfertigt. Adolf Hitler ist sich dabei voll und i ganz bewußt, daß der Entschluß zum Handeln im ! Glauben an den sicheren Wiederaufstieg unseres , Volkes nicht nur in jenen schicksalsschweren Tagen, sondern auch seither stets der Wahlspruch seiner ' kämpferischen Bewegung gewesen ist. National- sozialismus verpflichtet, und wenn am 9. November i die Jungmannen und Mädchen der HI. feierlich in die Partei, die Deutschland ist", ausgenommen wurden, so geschah es im Geist der unverminder­ten Kampfbereitschaft für Führer, Volk und Reich. Das neue Deutschland bekommt als geschichtliche Beigabe seiner erfolgreichen nationalen Revolution den ganzen Gegendruck der beharrenden Kräfte draußen zu spüren. Weit liegen jene Zeit von 1923 hinter uns, wo an Rhein und Ruhr unter dem Schutz französischer Bajonette ein schamloser volks­fremder Separatismus sich breitmachen durfte. Den­noch will es scheinen, als ob gewisse Kreise in Frankreich diese längst zuschanden gewordenen Manöver gegen die deutsche Einheit so heiß be­trauern, daß ihnen ein fratzenhaftes Nachspiel an der Saar heute geradezu Bedürfnis ist. Wenn außerdem ein Engländer wie Herr Knox Emi­granten und Kommunisten für die geeigneten Wahl­helfer zum Plebiszit vom 13. Januar 1935 halt, wenn in seinem Vaterland bis hinauf zu den ver­antwortlichen Stellen die Franzosen alles Ver­trauen und die nationalsozialistischen Deutschen ein ebenso unbegründetes, wie hartnäckiges Mißtrauen genießen, so muß man sich wirklich manchmal die bittere Frage vorlegen, ob die britischen Kron­juristen in ihrem Gutachten gegen den Ruhrein­bruch 1923 der Erkenntnis des Friedens und der Gerechtigkeit in Europa nicht näher waren, als heute mancher hochgestellte Staatsmann und Pazi­fist an der Themse. Die Stunde ist ernst, und unser Anstieg zur Gleichberechtigung ist kern Kinderspiel

Im Anblick der steilen Wand, die ihn vom Gipfel trennt, sucht der Bergsteiger nicht nur prüfenden Auges den besten Weg und die sicheren Griffe, son­dern er überprüft vor allem auch den Zustand seiner eigenen Kräfte. Von diesem Gesichtspunkt aus dürfen wir uns heute getrost, ohne einen Schatten von Selbstbetrug, sagen, daß wir in bester Form und kommenden Anstrengungen nach Menschen­möglichkeit gewachsen sind. Nie war die Einheit so groß und' selbstverständlich in unserm Volk. Alle mißgünstigen Erwartungen im Ausland, als könnte an irgend einer Stelle der unselige alte Partikula- rismus wieder aufbrechen, find enttäuscht worden. Gewiß, der Nationalsozialismus hat manche harte Probe darauf verlangt, ob jedem einzelnen das Vaterland auch wirklich über alles geht. Das deut­sche Volk hat die Probe bestanden, nicht nur in den überwältigenden Abstimmungsziffern seines wieder­holten Vertrauens zum Führer, sondern auch in den kleinen und großen Schwierigkeiten des täg­lichen Lebens. Die Klassenspaltung, jenes verhäng­nisvolle Erbteil der früheren Epoche, ist überwun­den, und der nationalsozialistische Staat läßt vor­kommenden Falls keinen Zweifel daran, daß un­soziales Verhalten Sünde wider den Geist ist und keinen Anspruch auf Nachsicht mehr hat. An Stelle der lähmenden Parteienspaltung ist schon in der kurzen Zeit seit der Umwälzung ein freies und ge­schlossenes vaterländisches Bewußtsein getreten. Das Schönste an unserer neu gewonnenen nationalen Einheit die das heilige Vermächtnis von 1914 end­lich erfüllt ist allerdings die Gewißheit, daß sie in den Heranwachsenden Geschlechtern mächig weiter- wächft und blüht. Noch einmal schweift der Blick über die Vereidigung des Nachwuchses m München, und aus dem erhebenden Schauspiel der Treue er steht immer wieder neu die Gewißheit: Das ' keine Partei mehr wie die alten Parteien em funaer Glaube lebt und eint den Führer mit dem deutschen Volk,die Jugend stoßt zur Bewegung der Juaend" Solcher Gewinnung darf kein Einsatz Aschwer sein und die bessere Zukunft bleibt uns

Der Krieg würde einfach die Revolution im Innern bedeuten. Mich zu fragen, ob ich glaube, das deutsche Volk wünsche wirklich den Krieg und bereite sich darauf vor, hieße mich fragen, ob ich glaube, daß dieses Volk verrückter wäre, als. irgendein anderes Volk. Ich leugne nicht, daß die gegenwärtige Zeit voll Gefahren und Unruhe ist, aber das rechtfertigt nicht diese Kriegsgerüchte. Smuts fügte hinzu, er könne sich den Völkerbund nicht als Kriegsmaschine vorstellen. Wie könnte man das Minderwertigkeitsgefühl beseitigen, das den Geist und selbst die Seele Deutschlands ver­gifte? Es gebe nur ein Mittel: ihm die voll­kommene Gleichberechtigung zuzuerken-

Beginn. Beschränkter in unseren Mitteln als der amerikanische Kontinent, gebunden an die strengen Gesetze der europäischen Geschichte, stehen wir den­noch nicht still, sondern verfolgen unseren vorge- zeichneten Weg vorwärts und aufwärts Schritt um Schritt. Eines Tages wird es sich erweisen, daß unser glühender Wille zum Leben keineswegs eine blinde Dynamik im Kreise der anderen Volker be­deutet, sondern den Sieg über das ringsum drohende Chaos und den Gewinn einer unangreif­baren deutschen Friedensstellung.

London, 13. Nov. (DNB. Funkspruch). Der von General Smuts gehaltenen Rede wird von der Times " eine solche Wichtigkeit beigemessen, daß das Blatt ihr die ungewöhnliche Ehre erweist ie im Wortlaut abzudrucken. Das Blatt füllt damit mehr als vier und eine halbe Spalte des Blattes im kleinen Druck. In einem Leitaufsatz behandelt dieTimes" diesegroßzügige Darstellung der britischen Auffassung auswärtiger Fragen und drückt sogar ein leises Bedauern darüber aus, daß eine Erklärung, die so scharfsinnig, klug und phantasievoll sei und gleichzeitig doch auf scharfen .....v , -

und harten, im Kriege und im politischen Leben! merfißung am Dienstag eine Erklärung zur poli-