An das gesamte hessische Volk!
Mmsienalral Rlngshausen,
Leiter des Hess. Schulwesens:
Wenn einst Ernst M Arndt die Größe des deut- scen Vaterlandes nach der Reichweite der deutschen Zange spannte, dann hat Adolf Hitler uns daran jirürferinnert, daß die Grenzen deutschen Dolks- tlins umrissen sind von der Reinheit unseres Bluter und von der Klarheit der deutschen Seele. Wie einft das Los von Staaten durch Dynastien und Wirtschaft entschieden wurde, so wird die Zukunft in Rassen denken.
Darum wird auch unser Schicksal entschieden von i)c Stimme unseres lebendigen Blutes, von der Käst unserer wachgewordenen Heimat und von j)im unüberwindlichen Glauben an unsere göttliche E ndung, der Wahrheit zu dienen.
Deutschland wird groß und stark werden, wenn olien Deutschen auf der Erde das Gefühlsmäßige am Bewußtsein kommt, daß wir eine große, schick- schaft verbundene Gemeinschaft bilden.
lllso lassen wir rauschen den gewaltigen Strom butschen Blutes und schreien in alle Welt hinaus:
Deutsches Blut, wach aufl Deutscher, sei deutsch! Deutschlgnd ist deine Heimat!
Oberstudiendirektor Dr. Leip,
LeiterdesLandesverbandsHessen desBDA:
Der diesjährige Tag des deutschen Volkstums soll und wird noch eindringlicher als es im Vorjahr geschah, der deutschen Jugend klar zum Bewußtsein bringen die Blutverbundenheit aller deutschen Menschen, wo auch immer sie auf dem Erdball wohnen mögen. Aller Stolz auf unser Volkstum und auf das Erbe völkischer Vergangenheit hat nur dann wirklichen Wert für die völkische Zukunft, wenn es erlebt und so als lebendiges Eigenbesitztum erworben worden ist. Dieses Erlebnis unserer deutschen Jugend zu geben, ist unsere Aufgabe am 16. September.
Der VDA. als Träger der Veranstaltung ist stolz darauf, mit dieser Aufgabe betraut worden zu sein. Ich rufe daher alle Kräfte des Landesverbandes Hessen hiermit auf, mit letzter Hingabe im Bewußtsein der großen Verantwortung alles daranzusetzen, daß der Gedanke der unlösbaren Verbundenheit der 100 Millionen Deutschen in der großen deutschen Volksgemeinschaft tief eingegraben werde in die Herzen der deutschen Jugend.
Oberhessen.
3HT
kommissarischen Bürgermeister von
pngz-Gäns ernannt.
l All e nd or f a. d. Lda., 12. Sept. Der heu- |iji Viehmarkt war schwach besucht. Aufgetrie- I bn waren 35 Ferkel und 4 Stück Rindvieh. Die Püse für Ferkel waren auf der Höhe. Es wurden I btjLitjtt, je nach Qualität, für 5 bis 7 Wochen alte llrois 14 Mark und ältere bis 16 Mark pro Stück. De Handel war schleppend. Handel mit Rindvieh tue nicht zu verzeichnen.
G r ü n b e r g, 13. Sept. Vor einiger Zeit frai m die beiden Gemeinderatsmitglieder Jakob i Diae cf b ö r n e r und Konrad Trinkaus. ihre tie-.iter niedergelegt. An ihre Stelle treten
3m Dienst schwer verunglückt.
)t Kirtorf, 12. Sept, Auf einer nächtlichen Polizeistreife nach dem Einbrecher, der in Äüngshausen und Arnshain aufgetreten war, stufte auf der Landstraße Neustadt—Gleimenhain Hei Polizeiwachtmeister Schöpper mit seinem Foirrad so unglücklich, daß er einen schweren Fc)ädelbruch daoontrug. Der bedauernswerte Birmte wurde sofort nach der Chirurgischen Klinik in Marburg verbracht, wo er in ernstem Zustand daniederliegt.
Landkreis (Rieften.
DO Klein-Linden, 12. Sept. Am Dienstag farD die Versteigerung des Gemeinde- l> ist e s statt Es kamen zum Ausgebot einige ’Bume mit Zwetschen, geringe Mengen Birnen und tätigere Mengen Aepfel, von denen Boskop, Gold- pamänen und vor allem die Lokalsorte Allendörfer Mcienäpfel am meisten vorhanden waren. Da viele Li^haber erschienen waren, wurden im allgemeinen $)!$ Preise erzielt. Zwetschen wurden mit 3,50 bis l Rark pro Zentner bezahlt. Wirtschaftsäpfel kosteten 6 bis 8 Mark, Tafeläpfel 10 bis 11 Mark je Se iner, Wirtschaftsbirnen, namentlich solche zur ^ciigbereitung, kamen auf 1,30 bis 1,50 Mark, loaelbirnen auf 2 bis 3 Mark. Der Erlös der Versteuerung des Obstes vom Alten Friedhof mit 15,70 Wirkt kommt der Kirchengemeinde zugute. — Am Ecuntag unternahm der Geflügelzuchtver- k> Klein-Linden einen Ausflug nach dem he.,chelheimer Mühlchen, wo die Mitglieder mit llun Familienangehörigen einige frohe Stunden beliebten.
' Lang-Göns, 12. Sept. Mit dem heutigen tiie wurde der Ortsgruppenleiter Karl Wenzel
nun Leonhard Großhaus und Herrn. Rühl II., die in der nächsten Sitzung eingeführt und verpflichtet werden sollen.
00 Saasen, 12. Sept. Unsere Gemeinde befindet sich in der glücklichen Lage, seit langer Zeit keine Arbeitslosen mehr verzeichnen zu müssen. Im Februar d. I. begannen die Drainie- rungsarbeiten, die auf Veranlassung der Wassergenossenschaft ausgeführt wurden und sich auf insgesamt 25 000 laufende Meter ausdehnten. Nach der Beendigung im Mai fanden die Arbeiter bei der Reichsbahn und im Baugewerbe Arbeit. Dann wurde die Straßenarbeit an der Straße Reiskirchen—Grünberg in Angriff genommen. Nunmehr beabsichtigt die Gemeinde, im Wege der Notstandsarbeit eine Anzahl Arbeiter im Straßenbau zu beschäftigen. Man kann erkennen, daß sich die Maßnahmen unseres Führers im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auch im engeren Rahmen unserer Gemeinde in glücklicher und nachhaltiger Weise auswirken.
& Steinhei m, 12. Sept. In unserer Gemeinde brach die Diphtherie aus. Es erkrankte ein elfjähriges Schulkind. Da die Krankheit nicht ganz ungefährlich ist und oft Nachkrankheiten zur Folge hat, ist im Verkehr mit Diphtherie- kranken und deren Pflegepersonen besondere Vorsicht geboten. Die Uebertragung erfolgt teils durch Gegenstände, Nahrungsmittel usw., teils durch Anhauchen von Diphtheriekranken. Der Diphtherie am meisten ausgesetzt sind Kinder, jedoch auch Erwachsene werden von ihr befallen. Die nötigen Vorbeugungsmaßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Umsichgreifens der Krankheit wurden bereits getroffen.
! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 10. Sept. Das äußerst günstige Wetter des Sommers und die große Trockenheit ließen das Obst zu ungewöhnlich früher Zeit reifen ^Die Obsternte ist in vollem Gang. Die Gemeindeobstversteigerungen finden fast überall in dieser Woche statt. Für die meisten Herbstäpfel und -Birnen ist die Baumreife eingetreten. Doch empfiehlt es sich, die bekannten Wintersorten, wie Boskoop, Graue Renette, Pastorenbirne usw., noch hängen zu lassen; denn gerade in den letzten Wochen nimmt dieses Obst noch an Gewicht und Güte in besonderem Maße zu. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß wir eine gute Mittelernte an Obst erhalten. — Das schöne Wetter verlockt auch die! Bauern, nun mit dem Ausmachen der Kartof-l
fein zu beginnen. Auf trockenen Lagen sind die Stöcke vollständig abgestorben, und da, wo sie noch grün sind, ist nun — da ein ergiebiger Landregen ausgeblieben ist — keine Hoffnung mehr, daß sie weiterwachsen werden. Der Ertrag auf schlechten Aeckern ist sehr gering. Auf guten Lehmböden dagegen gibt es sehr viele Kartoffeln, wenn auch die Knollen nicht so dick sind, wie in den vergangenen Jahren. — Die Futterknappheit besteht nach wie vor.
Kreis Friedberg.
F Münzenberg, 12. Sept. Dieser Tage fand im Saal des Gasthauses „zum Löwen" ein eindrucksvoller Schulungsabend der SAN. statt, der wohl von 200 SAR.-Männern besucht war. Eine besondere Note erhielt der Abend durch die Anwesenheit des SAN.-Sturmbannführers, Rektor Walter (Bad-Nauheim), und einige seiner Mitarbeiter. Der mit der Sturmführung beauftragte Obertruppführer Müllermeister Eberhard Helmes (Ober-Hörgern) leitete den Abend und übergab nach eröffnenden Worten dem Schulungsredner Pg. Pfarrer Lenz (Münzenberg) das Wort. Don den besonderen Ereignissen der letzten Wochen in der Bewegung ausgehend, sprach der Redner vom Generalappell am 19. August 1934, seinem Sinn und seinen Begleiterscheinungen, um dann im Hauptteil seiner Rede unter dem Leitwort „Jetzt aber zu ernster Arbeit an uns selbst!" auf die für einen Na- tionaftozialiften unumgänglichen und unerläßlichen Pflichten und Aufgaben zu verweisen. Mit rücksichtsloser Offenheit und eindringlichem Ernst wurde auf die Aufgabe deutscher Mütter, deutscher Väter, »er Familien verwiesen. Denn letzthin machen ütter die Geschichte eines Volkes; sie schenken ihrem Volk streitbare, tapfere Söhne, dienende, lebenspendende Töchter. Nur durch den Willen zum Kind überwand Deutschland die alles mordenden Pestzeiten, die die Reihen so oft in der Geschichte lichtenden Kriegszeiten. Wenn dieser Wille fehlt, helfen unserem Volke keine Begeisterungsstürme, keine mitreißenden und aufbauenden Bewegungen, keine führenden Männer ohne Furcht und Tadel, es stirbt doch. Jeder SA.-Mann, so klang die Rede aus, der in dieser heiligsten Pflicht vor seinem Volk versagt, marschiert in unseren Reihen als Totengräber unseres Volkes. Darum hinweg mit ichsüchtigen, bequemen Lebenshaltungen! ÄZillst du Nationalsozialist sein, so hilf, daß dein Volk lebe, auch wenn dabei deine Bequemlichkeit und deine materialistische Gesinnung sterben muß. Anschließend ergriff der Sturmbannführer noch zur Darlegung einiger an die vorigen Ausführungen an- knüpfenden mahnenden Gedanken das Wort. Nach dienstlichen Bekanntmachungen schloß der wohl- gelungene Schulungsabend in der üblichen Weise.
Kreis Alsfeld.
st. Kirtorf, 11. Sept. Die Gemeindeverwaltung plant die Einrichtung eines Heimatmuseums in den oberen Räumen des Rathausgebäudes. Vor kurzem erging gelegenlich der Versammlung einer NS.-Organisation die Aufforderung zur Mitarbeit an dieser begrüßenswerten Einrichtung, zu der Stiftungen und Beiträge vom Bürgermeistereiamt entgegengenommen werden. — In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde u. a. die Nutzbarmachung des Geländes am fog. „Hohen Rain" beschlossen. Dieser gemeindeeigene Grundbesitz soll zunächst eine Bodenebnung erfahren und später für Siedlungsgärten Verwendung finden. — Die Bautätigkeit hat in diesem Jahre auch in unserem Städtchen durch die fördernden Maßnahmen der Reichsregierung eine wesentliche Belebung erfahren. Die Bautätigkeit bestand in der Durchführung von Neu- und Umbauten und in der Verbesserung schadhafter Gebäudeteile. Den Bauhandwerkern war damit die Möglichkeit gegeben, für längere Dauer in Arbeit zu kommen. — Die Kartoffelernte hat hier in diesen Tagen ihren Anfang genommen. — Dieser Tage wurde im Rathaus das Gemeindeobst durch Handabgabe zum Verkauf gebracht.
Homberg, 12. Sept. Der heutige Schweinemarkt war mit 551 Stück Ferkeln beschickt. Es wurden für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel pro Kopf 10 bis 15 RM. und für 8 bis 13 Wochen alte 12 bis 26 RM. gezahlt. Viele Käufer hatten sich eingefunden. Der Handel war lebhaft, fo daß nur ein geringer Ueberftanb verblieb.
Rundfunkprogramm.
Samstag, 15. September.
5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.30: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 11: Eröffnung der Grenzlandschau. 11.45 Sozialdienst. 12: Von Leipzig: Mittagskonzert I des Emde-Orchesters. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. ... und morgen ist's Feiertag! 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 14.45: Nachrichten. 15.10: Lernt morsen! 15.30: Fröhliche Wochenmusik. 16: Bunter Nachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreifsendung. 19: Von Freiburg: Blasmusik. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Wettstreit der Humoristen. 22.20: Nachrichten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik.
Aufruf
zur Herbstverschickung erholungsbedürftiger Kinder.
Die große Zahl erholungsbedürftiger Kinder innerhalb unseres Gaugebieles macht es notwendig, nochmals eine Kinder-Landverschickung vorzunehmen, bei der aber jetzt die noch nicht berücksichtigten Kinder zur Erholung verschickt werden. Es ist deshalb vornehmste Pflicht eines jeden Volksgenossen, wenn er nur irgend dazu in der Lage ist, eine Pflegestelle zur Verfügung zu stellen.
Schenkt deutschen Madels und Buben frohe Stunden, die ihnen Kraft geben, später mit Glaube und fanatischem Willen um Deutschlands Zukunft zu kämpfen! Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß alle Volksgenossen an diesem Werk mithelfen müssen, denn wir wollen den „Nur- Wohlfahrtsstaak" auch auf diesem Gebiet überwinden! Wir wollen nicht nur fürsorgerisch an die Gegenwart denken, sondern unseren Blick auch in die Zukunft richten. Aus den Kindern, die wir heute verschicken, werden einst Wütter, werden einst
ZHänner, die das Erbe, das wir ihnen hinterlassen, als getreue Sachwalter weiterzuverwalten wissen. Was sie heute mit offenem Kinderherzen erleben, wird bestimmt später feine Früchte fragen.
Darum wollen wir auch dem ärmsten deutschen Kind die ganze, schöne deutsche Heimat eröffnen und es teilhaben lassen an den unerschöpflichen Werten und Kräften unseres Volkes!
Wir wollen, daß Liebe und Dankbarkeit dem Führer ein herrliches Denkmal erstehen lassen: Deutschland, mein Vaterland!
Darum jedem deutschen Kind eine Pflegeskelle!
Dienst an der Jugend ist Dienst am Volk!
Kreisamtsleitung der NSV. Gießen.
Willi h a i n b a ch .
Kreispropaganda- und Pressewalter der NSV.
Herbsttag im Odenwald.
Von Emil Baader.
iserbstzeitlosen stehen, zarte violette Flammen, bi Dunklen Samt der Bergwiesen. Letztes Oehmd 3.flct an besonnten Hängen.
?aod) blühen Habichtskraut und Schafgarbe. Ader Kl hohen Disteln am Wegrand tragen die schim- rnnben Haarkronen des Herbstes. Leis schweben dr! Distelsamen mit zarten, seidenen Flügeln da- M
L^chwalben sausen nicht mehr durch die Lüfte, gleicht kreisen sie heute über Venedig oder Rom. Em siehe! Eine letzte einsame Schwalbe erhebt sich : l>:r mit weißschimmerndem Leib überm rostroten , Rie^rnroalb. Noch hat bie Sonne jähe Glut. Aber : fr.11 im Schatten bes Nußbaumes ist bie Rast won- nziund kühl.
i du weite goldene Herbstlandschaft!
Die Schatten des großen Nußbaumes spielen ' tr;f i ber weißen Straße. Die braunen Dächer der kleinen Stadt glühen. Freundliches Gewoge ! Id tr fallender Blätter bunter Distelfinken und ; |ü:-r Falter.
Baie schön ist der Tag! O du hoher Baum* über Ihr du helle Menschenstraße neben mir, du rau- \ |d?:3)er Bach im Tal!
5n Schatten des dunkelgrünen Haselnußstrauches sftriich nun Unweit der kleinen Mühle: der Oel- 1 niih'e. Diese halbzerfallene Mühle ist das male» ifijfjte und romantischste Haus des Tales. Wie j Icin.mert das naßgrüne Moos an den Mauern > brr Mühle, rote üppig und königlich stehen die ge- 1 Rilligen Pestrourzblätter rund um die kleine ■ MÄe.
D;i Landschaft des Volksliedes! Du traumhafte ! steiie der Taleinsamkeit!
h-rr wohnt Pan, der ewige Zauberer.
! Zc, trete in die kleine Mühle. Dumpfe Schläge: Cpjiuere Balken fallen stampfend nieder, gewaltige C&iiiräber laufen im Kreis. Ein Mann ist ba. 9Brxg. Wortkarg Er bebient das primitive Werk. 8 l-! Früchten heimischer Aecker stampft die Mühle f itirmernbes Del.
her schmale Mühlkanal und der kleine Bach um- s Riegen zusammen eine idyllische Insel, Weiden- 6 ißiri.e und Weidensträucher stehen daraus und hveigelbe Bachdisteln und kühles hohes Gras.
M diese Insel bin ich gegangen, den schönen, 6 planen Herbsttag in vollen Zügen zu genießen.
ck lege mich ins kühle Gras, den Tanz der 9 |dlenen Mücken, den Zug der Wolken im Blau bic-chtend. Eine Pfeife Tabak zünde ich an. Wie st steigt der Rauch empor.
In meine Mappen male ich Hymnen und Psalmen: Das Bild ber Mühle und ber einsamen Insel.
Droben auf ber Menschenstraße aber fahren immer noch Vauemwagen, fruchtbeladen, heimwärts.
Und da die Sonne hinter die Berge sinkt, steht Tal und Wald und Mühle und Insel in rotem Gold.
Aus der Geschichte der Schiffsbrände.
Die Brandkatastrophe des „Morro Castle", die so viele Opfer gefordert hat, ruft nicht nur die Erinnerung an schwere Schiffsbrände in den letzten Jahren wach, sondern weckt auch wieder die Vorstellungen an Brandkatastrophen zu einer Zeit, als die Schiffe noch nicht zu einem großen Teil aus Stahl und Eisen bestanden, die Schutzmaßnahmen noch viel mangelhafter waren als heute, und keine drahtlose Telegraphie es ermöglichte, Hilfe zur Rettung der Schiffbrüchigen herbeizurufen. In früheren Jahrhunderten war ein Schiff, das auf hoher See in Brand geriet, mit Besatzung und Passagieren rettungslos verloren, wenn es der Schiffsleitung nicht gelang, dem Feuer Einhalt zu gebieten. Noch vor 60 Jahren, am 18. Oktober 1874, wurde das große Auswandererschiff „Cospatrick" ein Opfer der Flammen, weil eine brennende "Petroleumlampe auf das Vorderdeck fiel und der kleine Brandherd nicht rechtzeitig genug entdeckt wurde. 465 Menschenleben fielen dieser Schiffskatastrophe zum Opfer. Ein ungeschütztes Licht führte auch den Brand des englischen Schiffes „Sarah Sands" herbei. Es fiel im Lagerraum um und obwohl die Mannschaft und 300 Soldaten, die an Bord des Transportschiffes waren, das Feuer sehr umsichtig bekämpften, war es doch verloren. Fieberhaft waren die bedrohten Matrosen bemüht, die an Bord befindlichen Pulvermengen über Bord Zu werfen, aber eine Pulvertonne explodierte und sprengte einen Teil des Schiffes in bie Luft. Die auf dem Wrack Verbliebenen trotzten aber immer noch ben Flammen, und es gelang ihnen nach viel- stündigen Bemühungen auch, das Feuer zu ersticken und den rauchenden Rest des einft so stolzen Schiffes nach Mauritius zu bringen. So forderte diese schwere Katastrophe kein Menschenleben. Die Brandursachen sind oft sehr verschieden, manchmal sind sie auch ein Geheimnis geblieben. Selbstentzündung der Ladung, Fahrlässigkeit und Kesselexplosionen haben meistens solche Brände verursacht. Das mit Nitrat beladene Schiff „Micronesia" wurde auf der Fahrt von Südamerika durch seine Ladung in Brand gesetzt und doch wieder durch die Beschaffenheit der Ladung gerettet; denn das durch Selbstentzündung brennende Nitrat zerstörte zwar alles Holz im Innern des Schiffes, aber lief als flüssiges Zement auch wieder in die Fugen und hielt den
Schiffskörper zusammen, so daß Mannschaft und Passagiere, die auf dem glühenden Schiffsboden in höchster Gefahr waren, sich in den Rettungsbooten flüchten konnten. Das verlassene Schift glühte weiter aus und konnte schließlich als schwimmendes rotglühendes Wrack in einen Hafen geschleppt werden. Baumwolle und Petroleum sind ebenfalls immer gefährliche Schiffsladungen gewesen. Das Jahr 1900 brachte zwei große Schiffsbrandkatastrophen, den Brand des deutschen Postdampfers „Bremen", dem 150 Menschenleben zum Opfer fielen, und das Riesenfeuer im Hafen von Hoboken, bei dem sechs große Schiffe verbrannten und mehr als 200 Todesopfer zu beklagen waren. Eine sogenannte „Werftratte", ein Vagabund, der sich mit einer brennenden Zigarette in eines der Schifte eingeschlichen hatte, soll diese Katastrophe veranlaßt haben. Durch unvorsichtiges Rauchen wurde auch der Brand des „General Slocum" am 15. Juni 1904 verursacht, dem fast 1000 Frauen und Kinder — es handelte sich um einen Ausflug einer der größten deutschen Schulgemeinden von Neuyork — zum Opfer fielen. Fast ohnmächtig stand die Mannschaft dem Riesenbrand gegenüber und angesichts des Hafens brannte das Schift, des 1500 Personen faßte, nieder. Eine Kesselexplosion verursachte 1927 den Untergang des italienischen Dampfers „Principessa Mafalda^ vor der brasilianischen Küste; etwa 300 Menschen gingen dabei zugrunde. Heute sind auf fast allen Schiften umfangreiche Schutzmaßnahmen getroffen, um solche Katastrophen zu verhindern. Nach den Ausstellungen des Germanischen Lloyds über die Totalverluste der Welthandelsflotte im Jahre 1931 fielen in diesem Zeitraum 22 Dampfer, 5 Motorschiffe, 4 Motorsegler und 4 Segler den Flammen zum Opfer, also insgesamt 35 Schiffe bei einer Gesamtzahl der Schiffsunglücke in Höhe von 380.
„3* hab' ihn V
Folgende kleine Geschichte, die sich in der Umgegend der jütischen Stadt Aalborg wirklich zugetragen haben soll, erzählt eine dänische Provinzzeitung:
Ein Dieb steigt nachts bei einer Witwe ein, von der man sagt, daß sie ihr Lebenlang ängstlich für die einzige Tochter gespart hat. Vielleicht, meint der Dieb, findet sich was im Hause. Die Tochter der Witwe ist eine überaus kräftige Person, nicht mehr jung, schon Mitte Dreißig. Sie hat in dieser Nacht nicht schlafen können, ist unruhig umhergewandert, und der Dieb läuft ihr geradenwegs entgegen. Die Tochter kennt keine Angst, sie überlegt nicht lange. Sondern schlingt ihre muskulösen Arme um den Kerl, hält ihn fest wie in einem Schraubstock und schreit aus Leibeskräften: „Mutter, Mutter! Ich hab' ihn!"
Die Mutter, im leisen Schlaf der alten Leute liegend, eilt sofort herbei. Und als sie nun ihre Tochter vor sich sieht, die Arme fest um einen fremden Mann geschlungen, tut sie einen Schluchzer und sagt:
„Nimm ihn, mein Kind, und werde glücklich! Meinen Segen habt ihr." V. K.
Zeitschriften.
— Im Septemberheft der „3eitroenbeM (C- H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München) finden wir über das Bevölkerungsproblem, feine Folgen für Politik und Wirtschaft, über die Mittel, um das Gespenst einer „Vergreisung" unseres Volkes zu bannen, eine klare und sachliche Zusammenfassung aus der Feder von Otto Most. Das Erfolgversprechende in den Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung sieht Most darin, daß sie eine zielbewußte Produktions- mit einer zielbewuß- ten Bevölkerungspolitik verbinden. Most betont auch, daß die bestdurchdachte Bevölkerungspolitik nur zum Ziele führen kann, wenn sich die Nach- wuchsgefinnung unseres Volkes grundlegend ändert. Die Freude am werdenden und wachsenden Leben vor allem gilt es zu fördern; wir müssen wieder ein starkes, frohes lebenbejahendes Volk werden! Gingeleitet wird das Heft durch einen markanten Nachruf auf den Heimgegangenen Reichspräsidenten (von Tim Klein), der in großen, wuchtigen Zügen die gewaltige sittlich-religiöse Persönlichkeit Hindenburgs herausarbeitet. Eine Betrachtung zum 400- jährigen Jubiläum der deutschen Lutherbibel von Kurt Frör führt in die Tiefe des geistigen Ringens um den Anspruch des Gotteswortes an das deutsche Volk, während August Zellfelder die heute brennendste Frage der, europäischen Politik, nämlich die östereichische, höchst anschaulich zeigt. — Neben diesen wichtigen Aufsätzen enthält das Heft den ergreifenden Schluß des nordisch - protestantischen Romans „Die Sünderin" von Hildur Dixelius, einige Gedichte, einen feinsinnigen Umschaubeitrag über Joses Nadler und zum Schluß eine Reihe anregender und aktueller „Randbemerkungen". Mit diesem Septemberheft schließt die „Zeitwende" ihren 10. Jahrgang. Mit dem Oktoberheft geht sie in den Wichern-Verlag, Berlin, über; zugleich tritt zu dem bisherigen Münchner Herausgeberkreis der in kirchlichen Kreisen wohlbekannte Professor Helmuth Schreiner, Rostock, als neuer Herausgeber hinzu. Zweck und Sinn dieser Neuordnung ist es, wie die Herausaeber am Schluß des Heftes bekanntgeben, „noch stärker als bisher wirklich alle lebendigen Kräfte, die sich im Norden wie im Süden unseres Vaterlandes zur Botschaft der Reformation bekennen," in der „Zeitwende" zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufassen.


