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ger gewinnen kann, muß abgewartet werden. Hart dürfte der Kampf auch im folgenden Punktefahren werden.

Im Stundenmannschaftsrennen sind die Gebr. Schorn Favoriten, denn ihre Gegnerschaft ist stärker wie je zuvor. ,

Es starten: Zacharias-Müller, Koblenz; Hohbein- Eichhorst und Becht-Lorz, Frankfurt; Augurski- Black, Mainz; Hoves-Zcerni, Bocholt, Knabli-Hoh- mann, Freiburg-Dortmund; Gassenmeier-Geyer, Offenbach; Hupfeld-Neumann, Dortmund; Muhl- Wollschläger, Gießen-Köln; Knusing-Moleda, Bochum.

Auch der Saalsport.

kommt bereits am Samstag auf der Karlsruhe zu seinem Recht. Hier werden sämtliche Bezirksmeister, schäften im 1er- und 2er-Kunstfahren, im 6er-Kunst- reigen und im 2er-Radballspiel ausgetragen. Die gemeldeten Mannschaften aus Wieseck, Niedergir­mes, Aßlar, Krofdorf, Gießen und Großen-Linden werden sich heiße Kämpfe liefern. Die Radfahrer aus nah und fern sollen hier einen schönen Som­merabend verleben.

Das 27. Rhönturnfest.

Auf der Wasserkuppe findet am Sonntag das 27. Rhönturnfest statt, das Bergfest des Turngaues Nordhessen, das außerdem für die Gaue Mitte, Süd­west und Bayern offen ist. Durch das Fest soll nicht nur das volkstümliche Turnen, sondern auch die Liebe zu unserer schönen hessischen Heimat gefördert werden. Daß den Besuchern des Festes Gelegenheit geboten ist, unsere wackeren Segelflieger in ihrem Bestreben beobachten zu können, neue Höchstleistun­gen im motorlosen Flug zu erzielen, wird ganz ge­wiß einen besonderen Anreiz zur Teilnahme an dem Fest ausüben. Die volkstümlichen Mehrkämpfe finden in verschiedenen Stufen für Turner, Fugend, Turnerinnen und Knaben statt. Spannend werden sich die Staffelläufe um die Wanderpreise, die Ein­zelkämpfe und Schlagballspiele gestalten. Auch aus Gießen und Umgebung wird das Fest von Wett­kämpfern beschickt.

Gießener Leichtathlet zu den Amerikaner-Sportfesten^ eingeladen.

Der weit über unsere Stadt hinaus bekannte Gießener Leichtathlet Gugel (l./J.-R. 15) hat als Mitglied der Spieloereinigung 1900 von der Deut­

schen Sportbehörde eine ehrenvolle Einladung erhal­ten. Er soll und, wie wir hören, wird an den sog. Amerikaner-Sportfesten", die gleichzeitig Olympia- Prüfungswettkämpfe darstellen, in Hamburg (15. Juli), in Düsseldorf (16. Juli), in K o i n (18. Juli) und in Frankfurt (22.Julr) tellneh- men. Deutsche Leichtathleten der besten Klasse stehen dabei jeweils einer amerikanischen Auswahlmann­schaft gegenüber. Gugel wird im Kugelstoßen starten und dabei auf den Amerikaner L y m a n n treffen, der in der Weltrangliste an zweiter Stelle steht und mit Weiten von über 16,30 Meter tat­sächlich einer der Besten ist. Gugel wird sich neben diesem Konkurrenten sehr anstrengen müssen, wenn er sich mit einem ehrenvollen Ergebnis behaupten will.

Oer Derbandsachter der GRG. bei der Meisterschaftsregatta in Mainz.

Am 21. und 22. Juli wird auf der Regattastrecke in Mainz die Deutsche Meisterschaftsregatta aus­getragen, zu der die Gießener Rudergesellschaft ihren Verbandsachter gemeldet. Zum Kampf um die Meisterschaft im Achter haben nicht weniger denn 13 Vereine Meldungen abgegeben, und zwar: Ulm RKl. Donau, Gießener Rudergesell­schaft 18 7 7, Berliner Ruderklub,Germania" Königsberg, Mainzer Ruderverein, Berliner Ruder­gesellschaft 1884, R. und W. Berlin, Renngemein­schaft Leipzig, Frankfurter Ruderverein 1865,Hel­las" Berlin, Würzburger RV., Lübecker RG., Mainz-Kastel 1880.

Die Mannschaft der GRG. trifft in ihrem Vor­rennen auf den Ulmer Ruderklub Donau, den Ber­liner Ruderklub undGermania" Königsberg. Die Vorläufe werden bereits am Freitag, 20. Juli, aus­getragen. Es starten einmal 4 und dreimal 3 Boote. Die beiden ersten Boote eines jeden Vorlaufes be­streiten am Freitagnachmittag zwei Zwischenläufe zu je vier Booten/Die beiden ersten Boote dieser Zwischenläufe haben um die Entscheidung zu kämp­fen. Das erste Boot erhält außer dem Titel des deutschen Meisters und der Meisterschaftsplakette auch die goldene Kampfspielmedaille. Das zweite Boot wird mit der silbernen, das dritte Boot mit der bronzenen Kampfspielmedaille ausgezeichnet. Hoffentlich gelingt es dem Verbandsachter der GRG., eine dieser Medaillen mit nach Hause zu bringen.

Geschichten aus aller Welt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Ein Mißverständnis.

(v. U.) London.

Steuerformulare in England geben denen an­derer Länder gewiß an Kompliziertheit und Un­verständlichkeit' in der Fassung nichts nach. Es ist daher auch kaum verwunderlich, daß ein Waliser, der seine Einkommensteueroeranlagung zum ersten Male erhielt, nach gewissenhafter und eingehender Prüfung des Dokuments folgende Antwort ab- fandte:Nach sorgfältigem Durchlesen Ihres ge­ehrten Prospektes habe ich beschlossen, Ihrem Ver­bände nicht beizutreten ..." Diese garantiert wahre Geschichte wurde kürzlich bei einer Erörterung der Einkommensteuerfrage durch die Nationale Han­delskammer in Folkestone als Beweis für die Not­wendigkeit einer Vereinheitlichung des Steuerver­anlagungsformulars vorgetragen.

Der Helfer in der Not.

(d) Denver (USA.)

Der Gefängnisdirektor von Denver im Staate Co­lorado war in Verzweiflung. Stöhnend hatte er sich soeben seinen Rock ausgezogen und ihn über eine Stuhllehne gehängt. Dann machte er sich wieder an die Arbeit. Es galt nichts weniger als ein Safe zu öffnen, in dem er die Akten der Strafanstalt ver­wahrte. Donnerwetter! Jetzt fing der Direktor an zu fluchen. Das ging doch sonst wie geschmiert, und heute wollte es einfach nicht funktionieren. Er­schöpft ließ er sich nieder und telephonierte sämtliche Sachverständige des Hauses herbei. Einer nach dem andern nahm die raffiniert gearbeiteten Schlüssel in die Hand, drückte, zog und drehte, versuchte es mit sanftem Schieben und mit plötzlichem Ruck aber schließlich saßen sie alle da wie matte Flie- aen und trockneten sich die Gesichter ab.Hurra", schrie da der Direktor,ich hab's! In Zelle 745 sitzt noch der Sherman, Sie wissen doch, der ist Spe­zialist für Geldschrankeinbrüche. Wie wär' es denn, wenn wir den einmal herbemühten?" Die Herren fanden den Einfall zwar reichlich grotesk, wollten sich aber als echte Amerikaner dieses Sensatiönchen nicht entgehen lassen und holten den Mr. Sher­man herbei. Er wurde höflich empfangen, man klopfte ihm auf die Schulter, sagteGuter Freund" zu ihm, kurz, munterte ihn in jeder Weise auf, ja nicht schüchtern zu sein, sondern einmal seine Kunst an diesem Safe zu versuchen. Sherman lächelte ge­schmeichelt. Dann untersuchte er kurz und sachver­ständig das schwierige Schloß und bat dann um etwas dicken Draht. Als er den in Händen hielt, bog er ihn kunstgerecht zu einer ganz komplizier­ten Form zusammen, alle Anwesenden sahen ihm dabei interessiert auf die Finger führte ihn in das Schlüsselloch und schloß den Schrank auf. Die Herren waren verblüfft.Zeigen Sie doch mal her", wurde der tüchtige Sherman bestürmt, wie haben Sie denn das Ding gedreht?"Ach, bas war doch nicht schlimm", wehrte der Einbrecher bescheiden ab,da habe ich schon ganz andere Sa­chen geleistet." Und ehe ihn jemand daran hindern konnte, bog er den Draht wieder gerade.Berufs­geheimnis!" sagte er und verabschiedete sich mit einer höflichen Ansprache:Ich freue mich, meine Herren, daß ich Ihnen aus der Klemme helfen konnte. Bei der nächsten Gelegenheit stehe ich Ihnen mit Vergnügen wieder zur Verfügung. Ich freue mich, wenn ich üben kann." Die Geldschrankbauer sehen schwarz in die Zukunft.

ZweiEntfesslungskünstler".

Dunnerkiell da staunte der biedere ^Herr^H^ase- mann, als sich seine beiden jungen Freunde vom Tisch erhoben und ihm ihre akrobatischen Kunst­stucke vormachten. Wie einer auf den andern einge­spielt war, wie tadellos alles klappte, die reinsten Artisten waren sie! Das hätte er den jungen Leu­ten gar nicht zugetraut, als er sie neulich im Lo- kal traf, wo sie, ziemlich heruntergekommen aus- sehend, mit Zigaretten und Selterswasser ihr Abend­brot bestritten. Doch sonst hatten sie einen ganz manierlichen Eindruck auf Herrn Hasemann ge­macht, und da er gerade die Spendierhosen anhatte, ließ er den Burschen erstmal etwas Ordentliches zu essen geben und lud sie für heute abend zu sich ein. Rührend von ihnen, fand der edelmütige Gast­geber, daß sie sich nun mit ihren Fertigkeiten be- danken wollten. Jetzt ließ sich der eine sogar um

und um mit Stricken umwinden. Scheinbar wehr­los lag er am Boden. Aber mit ungeheurer Ge­lenkigkeit wünd er sich aus den Fesseln, bekam die Hände los und machte sich dann schnell frei.Fa­belhaft!" Herr Hasemann war ganz Bewunderung und klatschte wie verrückt Beifall.Ja, so leicht kann uns das keiner nachmachen", rühmten sich die Jungen.Na, es käme auf einen Versuch an", wandte Herr Hasemann bescheiden ein, dessen Ehr­geiz erwacht war.Wollen Sie nicht mal die Freund­lichkeit haben, mich zu fesseln? In meiner Jugend­zeit habe ich mich auch mit solchen Dingen abge­geben."Aber mit Vergnügen", nickten die Bur- chen und warfen sich bedeutsame Blicke zu. Herr Hasemann merkte nichts davon; denn er war viel , u eifrig bei der Sache.Fester!" rief er, und die Leute zogen die Schlinge fester zu. Sie taten noch ein Uebriges und warfen Herrn Hasemann ziemlich unsanft auf die Erde. Zum Schluß steckten sie ihm einen Knebel in den Mund. Dann ließen sie den völlig Ueberraschten liegen und untersuchten seinen Schreibtisch. Mit Erfolg, denn ihre Brieftaschen chwollen zusehends an. Dann grinsten sie ihrem Wohltäter noch abschiednehmend zu, machten Winkewinke und entschwanden auf Nimmerwieder- ehen. Herr Hasemann mußte aber einsehen, daß eine Entfesselungskünste doch nicht mehr auf der Höhe waren; denn seine Kraft langte gerade noch dazu, den Knebel aus dem Mund zu stoßen und die Nachbarn herbeizurufen.

Roselle holt auf.

(z) Paris.

Besser spät als nie", meinte Frau Roselle Ron­deau, eine nicht mehr ganz junge Dame, anläßlich einer Geburtstagsfeier, die ihr ihre Kinder veran- taltet hatten. Das schöne Familienfest fand im Hause des jüngsten Sohnes von Frau Roselle statt: des sechsundsiebzig Jahre alten Pierre Rondau. Kinder und Kindeskinder waren versammelt und feierten die Mutter, Großmutter und Urgroßmut­ter, die in aller geistiger und körperlicher Frische ihren 106. Geburtstag beging. Es wurde viel er­zählt, und so zwischendurch erklärte die Jubilarin denn auch, sie habe es satt, als Analphabetin durch diese schöne Welt zu lustwandeln.

Gesagt, getan: Die Hundertsechsjährige klemmte sich mit eiserner Energie dahinter und lernte in erstaunlich kurzer Zeit die Kunst des Schreibens und Lesens. Nach französischen Zeitungsmeldungen soll sie diegesamte" französische Literatur durch­gearbeitet haben und mit besonderer Vorliebe junge, zeitgenössische Autoren lesen. Dürfte das auch eine kleine Uebertreibung sein, so muß man schon sagen, daß die Leistung an und für sich alle Hochachtung verdient...

Die niesende Leiche.

(1) Sofia.

Der Bauer Iwan Kresteff aus dem kleinen bul­garischen Landstädtchen Berkowitza beging kürzlich seinen 50. Geburtstag. Weil man dieses Fest schließ­lich nur einmal im Leben feiern kann, beschloß Kresteff, das recht gründlich zu besorgen. Das nö­tige Kleingeld hatte er sich am letzten Markttage in der nahen Hauptstadt besorgt, wo er einige Schafe verkauft hatte.

Schon am frühen Nachmittage des Wiegenfestes zog sich das Geburtstagskind" mit einigen guten Bekannten also in eine Schenke zurück, wo bei feu­rigem Wein und lustigem Gesang eine tolle Feier anhub, die bis zum Morgengrauen andauerte. Doch Kresteff war kein allzu trinkfester Perkeo. Bereits lange vor dem Aufbruch lag ersteif roten Besen­stiel" irgendwo in einer Ecke in Morpheus' Armen. Seine Zechkumpanen luden ihn nun kurzerhand au bte Schultern, um ihn nach Hause zu schleppen Das ging ganz gut, solange alle anfaßten. Als aber einer von ihnen ausgerechnet der Toten­gräber des Städtchens an feiner Wohnung an­gelangt war, verließ er kurzerhand die schaukelnde Prozession und wankte in fein Häuschen. Nun war guter Rat teuer, denn die restlichen vierLeidtra- genden" waren nicht imstande, ihre Bier- bzw. Weinleiche weiterzuverfrachten. Und da verfiel einer oon ihnen auf den Ausweg, der sie nicht nur aller Sorge um Krestoft enthob, sondern in ihren Augen auch ein glänzender Witz war: Der bewußtlose Kresteff wurde in die an das Totengräberhäuschen gelegene Leichenhalle geschleppt und in einen der bereltstehenden Särge gepackt. Worauf sich die Ge-

DiedeiseßlW desprinzgemchls derAiederlande

Die Abfahrt des Leichenwagens zu der in Delft gelegenen Familiengruft des Königlichen Hauses vom Königspalast im Haag. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, war der von acht Rappen gezogene Wagen völlig in Weiß und Silber dekoriert. Auch die Königin Wilhel­mine und die Kronprinzessin Juliana (unter dem Portal rechts) folgten weih gekleidet dem Sarge.

ellschaft tiefbefriedigt nach Haufe begab ...

Einige Stunden später erschien der Gehilfe des Totengräbers in der Halle. Im Augenblicke, als er sich interessiert über die neueLeiche" beugte, geschah etwas, was ihn in eine heillose Panik ver- etzte: DerTote" stöhnte auf und begann dann chrecklich zu niesen. Dem vor Schreck erstarr­ten Totengräbergehilfen aber standen die Haare kerzengrad zum Himmel, als sich plötzlich die Leiche im Sarge aufrichtete und ihn mit großen Augen anglotzte. Mit einem Satz war er aus der Halle und draußen auf der Straße, wo er furchtbares Fersengeld gab. Langsam war sich auch der Bauer einer Lage bewußt geworden, der nicht weniger rasch aus dem Sarge kam und auf die Straße eilte.

Die Kunde von der Flucht des Totengräberge­hilfen vor der Bierleiche und deren Auferstehung eilte wie ein Lauffeuer durch das kleine Städtchen und erregte viel Heiterkeit. Die Polizeibehörde in­dessen zeigte weniger Verständnis für denWitz" und hängte denLeidtragenden" ein anständiges Strafmandat wegen groben Unfugs an.

Amerikanisches Begräbnis.

(d) Chikago.

Tauchte da neulich in einer der belebtesten Ver­kehrsstraßen Chikagos plötzlich ein Leichenzug auf, der die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. lieber zweihundert Personen folgten trauernd dem Wagen, schritten gesenkten Hauptes unter den Trauerklängen einher. Die Straßenpassanten blie­ben stehen, und es dauerte gar nicht lange, da war die Straße voller Menschen, die neugierig den Trauerzug begleiteten. Wer denn da begraben wurde, wollte man wissen; aber niemand konnte Auskunft geben. Nur so viel stand fest, daß eine bedeutende Persönlichkeit zu Grabe getragen wurde. Vielleicht ein Gangster-Häuptling? Noch erging sich die Menge in allerlei Vermutungen über den To­ten, als sich plötzlich zum Schrecken der Zuschauer der Deckel des Sarges in die Höhe hob, und sich der Tote langsam aufrichtete. Entsetzt stob die Menschenmenge auseinander; Frauen fielen in Ohn­macht, und selbst den mutigen Naturen lief eine Gänsehaut über den Rücken. Da winkte derLeich­nam" gebieterisch mit der Hand und rief in das erregte Durcheinander:Ladies cub Gentlemen! Gerne hätte ich noch länger auf dieser schonen Erde geweilt; aber weil ich nie Cowleys Malzbonbon ge­gessen habe, muß ich so früh ins Grab."

Ein Augenblick Totenstille! Aber dann erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Die Amerikaner sind ja exzentrische Reklametricks gewöhnt; aber das war ihnen doch zuviel. Erbittert gingen sie gegen den Auferstandenen" vor, holten ihn aus dem Sarge und verprügelten ihn nach Strich und Faden. Das Trauergefolge wurde auch nicht gerade sanft be­handelt, und bald war eine allgemeine Keilerei im Gange, daß die Polizei eingreifen mußte.

Spätes Glück.

(bi) Mailand.

In Tortona wurde kürzlich eine Hochzeit ganz besonders festlich gefeiert. Das Hochzeitshaus war überreich mit Blumengewinden und Kränzen ge­schmückt. Schon Tage zuvor waren fortdauernd Blu­men, Glückwünsche und Spenden für das Paar eingelaufen. Die Hochzeit war nämlich etwas un­gewöhnlich: Der Bräutigam, Herr Marco Asst, zählte 70 Jahre und seine Braut Domenico ebenso viele. Vor 50 Jahren waren die beiden einmal ver­lobt gewesen. Doch der Bräutigam hatte dann fein Versprechen gebrochen und eine andere geheiratet. Domenico aber schwur damals den Männern ewige Feindschaft. Und so war sie ledig geblieben.

Nun aber war Marcos erste Frau gestorben. In seinen einsamen Stunden machte er Generalbeichte über sein langes Leben. Er konnte damit zufrieden sein, wenn nicht, ja wenn nicht eben jener Treue­bruch damals gewesen wäre. Das lastete schwer auf seinem Gewissen. Bis ihm eines, Tages eine Erleuchtung kam: Vielleicht lebte die Domenico noch? Und dann könnte alles noch gut werden? Marco machte sich also auf die Suche und traf die alte verlassene Liebe auch tatsächlich lebend und un­verheiratet an. Kurz entschlossen freite er sie. Und Domenico gestand ihm unter Tränen, daß sie ihn immer noch liebe wie einst vor 50 Jahren. Sie sagte Ja" und konnte es nicht fassen, daß das Glück so spät noch zu ihr kam ...

Dieser Fall hat aber Schule gemacht: Wenige Tage nach der feierlichen Hochzeit Marcos mit Do­menico erschien auf dem Standesamt in Tortona ein Paar, das sich trauen lassen wollte. Mit wich­tiger Miene kramte es die Dokumente aus den Ta­schen und überreichte sie dem Beamten. Der stellte zu seinem Erstaunen fest, daß er, der Bräutigam Giovanni, 82 Jahre alt war; die Braut Maria hin­gegen zählteerst" 73 Lenze. Als der Standes­beamte angesichts dieser verblüffenden Feststellung em wenig mit der Aufnahme der Personalien zö­

gerte, wurde er von Giovanni energisch angefahreiü Beeilen Sie sich gefälligst! Wir haben nicht vier Zeit zu verlieren. Beschleunigen Sie den bürokra­tischen Kram! Uns bleiben doch nur noch 30 oder 40 Jahre, die wir unserer Liebe leben können, und die möchten wir bald auskosten!"

30 oder 40 Jahre, hat der 82jährige Bräutft gam mit seiner 73jährigen Braut wörtlich gejagt.*« Spätes Glück!

Kunst und Wissenschaft.

Wallenstein"

in den Frankfurter Römerberg-Festfplelen.

Der Ausführung derJungfrau von Or­leans" ist nun die desW a 11 e n ft e t n" (Lager und Piccolomini) gefolgt. Es war auffallend, wie viel stärker hier der Akzent auf den Massen­szenen lag als bei derJungfrau". Es bestand für die Regie die schwierige Ausgabe, Massenbewegung und Einzelsprechertum auszugleichen und in Ein­klang zu bringen. Am vollendetsten wurde das in der hervorragend dargestellten Kapuzinerszene gelöst, wo der Prediger von den Wellen der Massen­bewegung getragen wurde., und Wirkung und Gegenwirkuna sich in glänzender Rhythmik ab- lösten. Der Akzent, der auf der Massenbewegung lag, wurde dadurch gesteigert, daß die Regie die Piccolomini-Handlung, die das Handeln der Ein­zelpersönlichkeiten darstellt, inWallensteins Läger" derart eingebaut hatte, daß die Massenszenen des Lagers das Ganze umrahmten und besonders in der Kapuzinerszene und dem mitreißenden Schluß­gesangFrisch auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd" ihren Höhepunkt sanden.

Wallenstein wurde von Robert Taube verkör­pert. Otto Gras gab einen sehr menschlichen Octavio, Joachim Gottschalk einen feurigen und mitreißenden Max Piccolomini. Als ausgezeichne­ter Sprecher und Darsteller erwies sich auch Her­mann Schömberg in der Jllo-Rolle.

Gewinnouszug

L Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten

L Ziehungstag 11. Juli 1934

Aus jede gezogene Nummer sind zwei

gleich

hohe Gewinne gefallen, und zwar je

einer

auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II

beiden

3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinn« über 300 M. gezogen

2 Gewinn« zu 3000 M. 289869

2 Gewinne zu 2000 M. 117437

8 Gewinne zu 1000 M. 31245 165237

194939

20 Gewinne zu 800 M. 168502 168806

216003 239910 299796 306486 341891 380544

52 Gewinne zu 500 M. 27053 33086

82296 120130 125870 130079 133270

146256 161008 176617 181447 198777

219460 222546 224274 239040 286372

300415 317057 322234 353506 399276

174 Gewinne zu 400 M. 5400 7498 17729 21029 27502 28717 30429 38526 40792 60892 65987 70446 73059 73643 75596 78713 96690 109230 110628 112492

120384 122583 126282 127659 134630

136943 145033 152282 153021 156365

166305 171606 172507 174625 175452

177323 178197 187258 187310 191162

228002 233618 234757 243561 246478

266005 269317 271779 272939 284289

288141 290703 302219 307974 317258

323404 324101 325596 330667 332957

341532 342682 346770 354651 363126

369171 374665 375162 383955 384625

393042 393450 397337

194579

188199

364847

34001

136834 204269 294172

20783 56534 77026

112493

136774 161976 175993

195891 256686 285809

319481

338079 363638 392842

3n der heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

20102 54275 67659 75121

168 Gewinne zu

366694 379462 380999

52156963 12792 18473

190455

329029

115775 165445 271702 343392

127234 233115 276783 352648

118019

323065

111241

137262 177821

198110 216991

227074

252346

279363 300234 356705

377143

232219

249790

198302 386456

90798 131686

148355 191648 208517

219375 235155 257073

293638 338649

368206

136458 239679 281061 359753

400 M.

385470

350702

156043

256116

328890

143506 144872

242825 252174

311070 317748

111421 142719 182839

204468 217878 227409

253920 285051 304499

364624 378400

50721

89512

111425

148340

185185

205883

218871

228332

256255

289865

325523

366031

385399

103778 137133

168668 197132 213979 223488 248782 268414 296961

354511 374361

134981 158368

193672 210300

220984 240374 259491

294412 345710

368543

6279 21286 216984

2 Gewinne zu 3000 WL

6 Gewinne zu 2000 M.

8 Gewinne zu 1000 M. 351356

18 Gewinne zu 800 M. 206017 282175 305049

56 Gewinne zu 500 M. 1

19378 28371 28892 31370 33000 46041

56297 59534 64820 67284 77036 82334 ----- 90809 "... ..........

20 Tagesprämien.

Aus jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu ft 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Loft gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und IU

6W9 20698 24176 45359 100705 141873 330213 334510 357145 37i 'SO