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Studentische Arbeitstagung auf dem Gleiberg

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Zu ver- anderer Städte sogar übertreffen. Jedem Rosen-'abend seinen dritten Schulungslehrgang in diesem

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Nachdruck verboten!

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freulich tft dabei, daß nicht nur die Temperatur angenehmer geworben ist, sondern auch im Lause der Nacht wiederholt Regenfälle eingetreten sind, die für Feld und Garten eine Wohltat waren. Heute vormittag fand der Regen eine erfreuliche Fort­setzung, von der die Früchte der Gärten und der Felder hoffentlich noch reichen Nutzen erfahren werden.

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sonderen Beschlußfasiung der orlichen Schulvorstände mit Genehmigung durch das Kreisschulamt. Für diese Beschlußfassung ist die Lage der Erntearbeiten vor allen Dingen als maßgebende Richtlinie anzuseyen.

** Endlich Witterungsumschlag. Nach der erneuten langen Hitzeperiode brachte uns der gestrige Abend und vor allem die letzte Nacht einen dankbar begrüßten Wetterumschlag. Besonders er-

verhielt. Wie gern wäre er jetzt auf diesen Burschen losgestürzt und hätte ihn niedergeschlagen, wie man einen räudigen Hund niederschlägt.

Warte nur, du entgehst mir nicht! Du wirst nicht mehr viel Unheil anrichten. Dir wollen wir schon das Handwerk legen, Hans Kirchhoff!"

Hatte er laut gesprochen?

Hans von Kirchhofen drehte sich plötzlich um.

Jähes Erschrecken packte ihn, als er den Namen Hans Kirchhoff hörte.

Wurden die Schatten der Vergangenheit rege?

War das dort... der Mann mit dem blauen Arbeitsrock? War das nicht Walter Knauer? Jener Mann dort, dessen haßerfüllter Blick scharf nach ihm gerichtet war?

Es war ihm fast, als stocke sein Herzschlag.

Zu uüerwartet kam ihm diese Begegnung. Erwarten Sie noch jemand?" Liesgreta fragte es. Da straffte er seine Gestalt. Ein Ruck, und er hatte sich wieder in der Gewalt. Schnell nahm er im Auto Platz, und schon sauste es unter Hildas sicherer Führung die breite Straße hinunter.

Walter Knauer fühlte tiefe Genugtuung.

Nun wußte jener Elende, daß einer ihm auf den Fersen war.

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Im Rahmen des Hilfs werk esMuller und Kind" wird am 14. und 15. Juli vom Amt für Volkswohlfahrt, der NS.-Frauenschaft und dem deutschen Frauenwerk betlag der deutschen Rose" durchgeführt.

Jeder Deutsche unlerstüht dieses Hilfswerk durch den kauf einer deutschen Rose zum preise von 0,20 RM. Der Verkauf beginnt am Samstag, 14. Juli, und ist am Sonntag, 15. Iuli beendet. Wir verweisen auf die Be­kanntmachungen in der presse, wonach diese Samm­lung ausdrücklich vom Stellvertreter des Führers genehmigt wurde.

Als Rahmenveranstaltungen finden in Gießen zwei Konzerte des Stadtthealer-Or- chesiers statt, und zwar

Samstag, 14. Juli von 18 bis 19 Uhr am Stadttheater,

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Am nächsten Morgen ließ sich Hans von Kirch. Hofen im Personalbüro die Listen der Arbeiter vor- legen. In fliegender Hast ging er die lange Reihe der Namen durch, bis er auf denjenigen stieß, der sein Gesicht zu unbändiger Wut verzerren ließ.

Die Vergangenheit wurde in lebendigen Bildern in ihm wach.

Er sah sich wieder in der engen Zuchthauszelle, beim Mattenflechten, durchlebte wieder die Ein- tönigkeit, das ewige Gleichmaß der Strafhaft, das Wiedersehen mit dem Zellengenossen nach der Ent- lassung, wie er dann diesem die paar Zehrmark stahl und dann das Weite suchte und den Käme- raden der Zelleneinsamkeit sitzen ließ.

Er kam bis Hamburg. Don dort aus wollte er in die weite Welt.

Er traf aber auf Mya Körber, deren Liebe ihn fesselte. Der Zufall hatte sie zusammengeführt. Sie be^ß was bei ihm zur Neige ging, nämlich Geld.

Woher es stammte, danach fragte er vorerst nicht. Eines Tages weihte sie ihn ein, und von da ab arbeiteten sie auf Halbpart.

Reiche Lebemänner wurden von ihnen beiden in geschickter Weise, am Spieltisch, ausgeplündert.

Als der Hamburger Boden ihnen zu heiß wurde, verlegten sie ihr Arbeitsfeld nach der Reichshaupt- stadt. Mehrere Jahre lebten sie, wenn auch bei getrennter Wohnung, in enger Erwerbs- und auch Liebesgemeinschaft.

Große Reichtümer flössen ihnen fast mühelos zu.

Indessen die Hochstaplernatur Hans Kirchhoffs verlangte nach mehr.

(Fortsetzung folgt)

Sonnlag, 15. Iull von 11 bis 12 Uhr am Sladtthealer.

Heil Hiller!

Kreisleitung Gießen der NSDAP.

Schmelz, krelspropagandalelter.

Wer arbeitet

amTage der deutschen Nase" mit?

Träger der Veranstaltung ist das Amt für Volks­wohlfahrt bei der obersten Leitung der PO., mit der Durchführung beauftragt sind die Deutsche Ge­sellschaft für Gartenkultur, die NS.-Frauenschaft und das Frauenwerk. Eine Reihe weiterer Stellen haben sich in den Dienst der Sache gestellt und unterstützen die Veranstaltungen, die unseren Müt­tern gilt. So die Landespropagandastellen des Mi­nisteriums für Volksaufklärung und Propaganda und Gaupressestellen, die Landesbauernschaften mit ihren Untergliederungen, der Deutsche Frauen­arbeitsdienst, der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler mit Untergliederungen.

Tag der deutschen Rose" in Gießen

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Rosenfest in Bad-Nauheim.

* Bad-Nauheim, 13. Juli. Das große Rosenfest zumTag der deutschen Rose" in Bad-Nauheim ist nunmehr bis ins kleinste vorbereitet. In einer letzten Sitzung am vergangenen Dienstag nahm Beigeord­neter Götz, der Dezernent des städtischen Ver­kehrsamtes, von den einzelnen Arbeitskommissionen abschließenden Bericht entgegen. Alle Beteiligten waren der Auffassung, daß mit dem Rosenfest eine Darbietung gezeigt wird, wie sie in Bad-Nauheim noch niemals zu sehen war. lieber den Korso, der das Prunkstück der Veranstaltung werden soll, ist zu berichten: Man hatte, um eine genügende Betei­ligung zu gewährleisten, im vorhinein einige Orga­nisationen und Vereine beauftragt, verschiedene Schaunummern herauszubringen, die von Kunst­maler G e i l f u s entworfen waren. Darüber hin­aus rechnete man natürlich auch mit der Beteili-

ZweiMmm und Hilda

Roman von Hermann W. Walber.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

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jeder mit bet ganzen Liebe an dem Staate beteiligt sein.

Nicht nach dem Gewissen werde gefragt, sondern es werde nur eine Verantwortung von ihm gefor­dert. Unser ganzes Leben sei nur menschliches Le­ben, wenn wir Liebe und Heimat haben dürften. Werde uns die Heimat entzogen, dann haben wir kein menschliches Leben mehr. Dann sprach Prof. D u k e n von dem deutschen Arbeiter, der eine Ka­meradschaft kenne, aber keine Kameradschaft mit heimatlosen und minderwertigen ausländischen Abenteurern. Als Beispiel führte er an, wie unter Bismarck die billigsten Lohnobjekte in unser Land, besonders in das westfälische Industriegebiet, ge­kommen seien, von diesen Kerlen her hätte das Leben des deutschen Arbeiters sich nicht ausrichten lassen, sondern nur vom deutschen Volks­genossen. Dann wurde der Begriff Sitte eingehend erläutert und passende Beispiele dazu gebracht. Sitte sage uns, du tust und hast nicht zu fragen. Gerade an der Front sei Sitte sehr stark zum Ausdruck gekommen, wo es galt, ein- zustehen für Volk und Vaterland. Nach der Sitte

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stehen habe. Was Nationalsozialismus fei, brauche man nicht zu sagen. Er ging bei seiner Be­trachtung zunächst von dem verflossenen Staat aus und verglich damit den Zustand unseres heutigen Staates. Die Parteien hätten Standesmteressen ver­treten, doch hätte jede Partei Ideale gehabt.

Es fei gar fein Zweifel, daß viele anständige Menschen auf Grund des Ideals sich zu dieser Partei bekannt hätten. Wir suchten bestimmte Ideale und seien bereit, Persönliches z u - rückzu st eilen hinter dem Ideal. Dann sprach der Redner von den Bindungen des Idea­lismus und der Ausrichtung unseres Lebens. Dann verglich er die Forderungen des vergangenen Staates mit denen des neuen Staates Früher hätte einer denken können was er wolle, heute müsse

behandelte das Thema:Bewegung und Ra- d i k a l i s m u s". Zuerst sprach er von der aus dem Frontgeist geborenen Kameradschaft und dem Gebot, das aus der Frontkamevadschaft hervorgehe. Dann erläuterte er, was man unter Radikalismus zu ver-

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freund, jedem, der Sinn für Schönheit hat, ist Gelegenheit geboten, das Rosenwunder in Bad» Nauheim zu beschauen und zu erleben. Das Publi­kum selbst entscheidet, welcher Wagen oder welche Gruppe am schönsten geschmückt ist; und zwar ge­schieht das in der Weise, daß die Rose, die an diesem Tage die N S. - V o l k s w o h l f a h r t an das Publikum absetzt, den vorbeifahrenden Wagen und Gruppen zugeworfen wird. In dem Augenblick, in dem der Korso das zweite Mal die Adolf-Hitler- Straße passiert, soll die Wertung vorgenommen werden. In diesem Augenblick also wird die Rose der NS.-Volkswohlfahrt, die jedermann an Ort und Stelle von der NS.-Frauenschaft und von den für den Verkauf bestimmten Personen gekauft hat, den Wagen und Gruppen zugeworfen. Diejenige Gruppe, welche die meisten Rosen erhalten hat, ist Sieger. Die DDAC.-Zielfahrt weist bis jetzt eine große Beteiligung auf. Die Veranstalter haben eine in Email ausgeführte, sehr wertvolle Plakette her­ausgebracht, die dem Teilnehmer der Zielfahrt über­reicht wird. Im Schaufenster des städtischen Ver­kehrsamtes kann man sie schon bewundern. Ver­gessen möchten wir nicht, daß im Anschluß an den Korso das Märchen spielDornröschen" von Hans G e i s o w in der Trinkkuranlage auf­geführt wird. Schüler der Hochschule für Theater am Hochschen Konservatorium Frankfurt a. M. sind die Darsteller. Die Szenerie wird natürlich auch, wie das amTag der Rose" nicht anders sein kann, mit Rosen überreich geschmückt. Um allen Zuschauern auch das gesprochene Wort deutlich zu machen, ist eine große Lautsprecheranlage eingerichtet. (Siehe heutige Anzeige!)

Landkreis Gießen.

kam die Frage der letzten Verantwortung überhaupt.

Dieser Staat fei deshalb so fest, wett er alles von uns fordere.

Er unterscheide sich vom Faschismus dadurch, daß er Bewegung sein wolle und auch fein müsse in radikalster Form. Zum Schlüsse seiner Ausführun­gen erklärte Prof. Duken noch die Frage des Heroismus. Seinen Vortrag schloß er mit der Aufforderung, entweder demFührerin Liebe zu dienen, ober nicht.

Professor Duken wurde für seine tiefschürfenden Ausführungen lebhafter Beifall zuteil.

Nach dem Mittagessen sprach

GauarbeitsführerKretzschmanN/Berlin über das Thema:Der nationalsozia­listische Arbeitsdienst". Zuerst sprach der Redner von dem Werdegang des Arbeitsdienstes überhaupt und schilderte die Arbeitslager der ver­schiedensten Organisationen. Die Republik habe kein großes Interesse an den Lagern gehabt. Alles, was der Nationalsozialismus in den Lagern aus Ka­meradschaft hätte ereichen wollen, sei dort vernich­tet worden. Der heutige Staat und der jetzige Ar­beitsführer sage:

Der Mensch ist der wertvollste Besitz des Staates und der Arbeitsdienst ist die Schule zum Rationalsozialismus.

Unser Hauptziel im Dritten Reiche sei die Neuland­gewinnung und Siedlung. Die Arbeit an der Heimatscholle sei Ehrenarbeit. Je schneller wir neues Land gewinnen, um so besser sei es für uns. Wir wollten keine großen Leistun­gen erziehen durch Antreiber, sondern durch Freude und verständige Begeisterung.

Diesem Vortrag schloß sich dann eine Aussprache über das Gehörte an.

schäft über Charakter verfüge und zu Leistungen befähigt fei.

Wir ständen hier auf historischem Boden. Diese Burg sei die Wiege eines stolzen Herrschergeschlech­tes gewesen. Jahrhundertlang hätte sie allen An­griffen feindlicher Völker getrotzt. Erst in einem Bruderkrieg sei sie von Angehörigen des eigenen Volkes zerstört worden. Das fei uns auch heute wie­der eine Mahnung. Deutsche fefpn immer nur durch Deutsche besiegt worden. Heute lebten wir wieder in einer Zeit, in der die Zukunft dunkel vor uns liege.

Die Zukunft werde nur bann gemeistert wer­den können, wenn jeder einzeln^ Deutsche an dem Platz, an den er gestellt fei, restlos seine Pflicht tue und sich freudig einordne in die Ge­meinschaft derer, die als treue und auf den Tod verschworene Gefolgschaft hinter dem Führer des Reiches stehe zu gemeinsamem Kampf für

die Gröhe und Freiheit unseres Volkes.

Um für diesen gemeinsamen Kampf immer von neuem wieder gestärkt und gerüstet zu werden, wür­den solche Arbeitstagungen durchgeführt. Auch diese Tagung solle dieser Stärkuna und Rüstung im Kampfe für unseres Volkes Zukunft dienen.

Bei dem Gesang des ersten Verses des Horst- Wessel-Liedes wurde die tzroße Lagerfahne gehißt.

Nach der feierlichen Eröffnung versammelten sich die Lagerteilnehmer und die zahlreich erschienenen Gäste in dem Schulungslager zu dem ersten Vor- traä. Hier begrüßte Paul Seipp die Vertreter der SA., der Stadt und der Universität und erteilte Professor Duken das Wort.

Prof. Duken, Gießen,

Jetzt oder nie!, dachte der, an den diese Aufforde­rung gerichtet war, und er schlänaelte sich und seine Begleiterin gewandt durch die Massen nach dem Wintergarten.

Er hatte Glück, der Garten war leer.

Die Stille in dessen Gängen wirkte erfrischend auf die erhitzten Körper und die heißen Herzen.

Hans von Kirchhofen blieb, als er niemand in der Nahe wußte, stehen, faßte Hilde Geyerling an bei­den Händen und drückte dann der Errötenden und Verwirrten das Kinn in die Höhe.

Hilde, darf ich dich meine Braut nennen?"

Ja, du!" war die jubelnde Antwort.

Die beiden Menschen küßten sich heiß und innig, unö ließen erst voneinander ab, als Stimmen zu hören waren.

Als sie den Saal wieder betraten, wurde eben Damenwahl verkündet.

Warte', Liebster, ich muß meine Freude schnell jemanö mitteilen, der sich mit uns freuen wird." _ ?QmU Hefe Hilda den Verlobten stehen, ging auf Hemz Woltersdorsf zu, bat ihn voller Uebermut unb Liebreiz um den Walzer, jagte in wirbelndem Schwung mit ihm dahin und wußte sich so recht 9Qurf keme Erklärung dafür, daß ihr Freund jäh erblaßte, als sie ,hmals erstem unter dem Siegel ber Verschwiegenheit" ihr großes Erlebnis mit- teilte.

hielt im Tanz inne, stammelte verwirrt ein paar Glückwunschworte unb war bann heilfroh als Hans von Kirchhofen ihn ablöste unb bie erstaunte unb enttäuschte Tänzerin von bannen führte.

Nun war also sein Traum zu Enbe, Hilba ihm verloren. Was nun?

DieseVerlobung nahm bestimmt keinen guten Aus- gang Wenn auch für ihn nichts zu hoffen war, so wollte er boch nicht, baß sich Hikba Geyerling ver- plemperte. u

Ia9ei? roar einmal ausnahms- weste im Klub gewesen. Das Gespräch bort hatte auch das ThemaKirchhofen" berührt. Es waren zwar kerne bestimmten Behauptungen aufgestellt worden immerhin würbe allerhand gemunkelt was ein böses Licht warf auf bie Herkunft des Geldes, mit dem dieser Kirchhofen fast verschwende- nsch umherwarf...

Wolterstorff verliefe basTivoli" halb darauf Was sollte er mit seinem wunden Herzen dort wo eitel Freude Trumpf war?

Aber einen Vorsatz faßte er, als er sich von einer Autodroschke nach Hause fahren liefe: Diesem Kirch­hosen wollte et scharf auf die Finger gucken. Nicht,

Im Einverständnis mit der Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes und mit der Reichs­leitung der Deutschen Studentenschaft findet feit gestern auf dem Gleiberg eine Arbeitstagung sämt­licher studentischen Gaureferenten bei dem Deut­schen Arbeitsdienst und der Vertrauensstudentinnen bei den Landesstellen des Deutschen Frauenarbeits­dienstes statt. Die Gesamtleitung liegt in den Hän­den des Hauptamtsleiters für Arbeitsdienst bei der Deutschen Studentenschaft Berlin Paul Seipp (Gießen). Für die Lagerleitung zeichnet G. Har­tung (Gießen) verantwortlich.

Das Lager, an dem über vierzig Teilnehmer teil­nehmen, wurde gestern Morgen mit einer feier­lichen Flaggenhifsung eröffnet. Bei dieser Gelegenheit ergriff

Paul Seipp

das Wort und führte unter anderem ungefähr fol- Senbes aus: Wenn auf Burg Gleiberg jeweils Menschen zu gemeinsamer Arbeit zusammenkom­men, bann sei es Sitte geworben, biese gemeinsame Arbeit durch eine kurze, schlichte Feier auf bem alten Vertrieben zu beginnen. Wenn man von hier oben aus bie Pracht unb Herrlichkeit um uns schauen bürfe, bann gehe uns beim Anblick der Stäbte unb Dörfer, Felber unb Wälber bas Herz weit auf für bas, was Heimat, was Vater - 1 a n b heiße.

Diesem Valerlanbe, bieser deutschen Heimat solle auch bie Arbeit ber vor uns Hegenden Tage dienen.

Unser Beginnen werde aber dann nur fruchtbar sein, wenn dabei von jedem einzelnen von uns zwei Voraussetzungen erfüllt würben: wenn jeder von uns zu bieser gemeinsamen Arbeit den festen, durch nichts zu erschütternden Willen zu positiver Leistung unb eine charakterfeste Per­sönlichkeit mitbringe. Denn eine Gemeinschaft von Menschen könne nur dann gemeinsame frucht­bare Arbeit leisten, wenn jedes Glied dieser Gemein-

weil er etwa für sich noch etwas erträumte, sondern nur, um Hilda vor Unheil zu bewahren. Und Unheil drohte ihr, das stand für ihn fest.

Frau Geheimrat Geyerling hatte Direktor Wolters­torff zu sich gebeten, und er war dem Rufe sofort gefolgt. Er wurde von der alten Dame mit der ge­wohnten Vertraulichkeit und Freundlichkeit emp­fangen.

Ich wollte mit Ihnen einmal eine Frage be­sprechen, die auch Sie persönlich angeht."

Worauf mochte Sie hinzielen?, dachte der Mann, der an ber Seite bes Schreibtisches Platz genommen hatte.

,Hch stehe ganz zu Diensten, gnäbige Frau."

Von meiner Tochter weiß ich, baß Sie über bie Verlobung bereits im Bilbe sind... Das Ver­löbnis soll einstweilen noch geheim bleiben."

Wolterstorff sah erstaunt auf.

Jawohl! Hilda feiert demnächst ihren einund- zwanzigsten Geburtstag. Erst dann soll die Ver­lobung offiziell bekanntgegeben werden. Außerdem ist bis dahin ein weiterer Abstand vom Trauerjahr eingetreten."

Für einen Augenblick mußte sie daran denken, daß Herr von Kirchhofen sich merkwürdigerweise ohne weiteres mit der Geheimhaltung des Verlöb­nisses einverstanden erklärte, ja, es hatte ihr sogar so geschienen, als wäre er höchst zufrieden gewesen mit dieser Anordnung. Wie ganz anders würde wohl der Mann vor ihr sich verhalten haben! Aber kommen wir zur Sache!" fuhr bie Geheim­rätin bann fort.

Er war gespannt darauf, zu hören, was man wohl von ihm wolle.

Also, lieber Wolterstorff, die Sache ist die: Mein zukünftiger Schwiegersohn sucht ein Betäti­gungsfeld, und er hat durchblicken lassen, daß er sich gern in unserer Firma einarbeiten möchte. Treffen Sie doch bitte die erforderlichen Maßnahmen, um Herrn von Kirchhofen die Einführung zu erleichtern!"

Die alte Dame wußte, daß sie ihrem jungen Freunde weh tat, und daß ihr Ansinnen, genau genommen, für ihn etwas Ungeheuerliches bedeutete.

Sie reichte ihm die Hand.

Es muß sein, Herr Wolterstorff und seien Sie versichert, daß Sie nach wie vor mein volles Vertrauen genießen. Meines Mannes Freunde werden ewig die meinigen bleiben. Wir bleiben die alten nicht wahr, lieber Freund?"

Die Geheimrätin atmete auf: So, das war her- aus! Schwer war es ihr gefallen, diese Anordnung zu treffen, aber es blieb ihr ja nichts anderes übrig. ad)m?er H^rat würde Kirchhofen auf alle Fälle ms Werk eintreten, das war doch etwas Selbst­verständliches.

Als habe ihn ein Keulenschlag getroffen, so wirf» ten öie Worte der Frau Geyerling auf Wolterstorff.

Bie sollte m sich verhallen?

Ablehnen?

Das wäre gleichbedeutend gewesen mit seinem Ausscheiden. Er durfte das dem Geheimrat auf dem Krankenlager gegebene Versprechen i'^nerbrüdp licher Treue gegenüber dem Werk nicht brechen.

Zusagen?

Würde er denn aber auch fähig sein, die see­lischen Folterungen durchzuhalten, die eine solche Zusammenarbeit mit sich bringen würde? Fühlte denn niemand, welche unsagbar schwere Aufgabe man ihm zumutete? War es nicht sozusagen die Preisgabe des eigenen Jchs?

Aber was Halls?

Ein heiliges Versprechen fettete ihn ans Werk, und so reichte er denn der alten Dame die Hand und drückte sein Einverständnis mit ihrem Plan aus.

Er war schließlich gegangen, ohne Hilda zu sehen, hatte sein H^im ausgesucht und in der Arbeit seine Liebe, seinen Kummer und seine Zukunftssorgen begraben.

Und nun war Hans von Kirchhofen schon seit einigen Tagen im Werk tätig. Die Geheimrätin selbst hatte ihn Herrn Wolterstorff zugeführt.

Es war eine ziemlich peinliche Situation, als sich die Herren zum ersten Male nach demBall der Ingenieure" gegenüberstanden, und sie wurde auch nur Dank der Anwesenheit und der Liebenswürdig­keit der alten Dame überwunden.

Wolterstorff wies Kirchhofen den Prokuristen zu, die ihn in die Geschäfte einweihen sollten. Er selbst betrachtete fein Verhältnis zu Kirchhofen lediglich unter dem Gesichtswinkel der Pflichterfüllung. Zeit­weilig nahm er sich seiner deshalb ebenfalls an unb unterrichtete ihn in großen Linien über alles, roas zur Geschäftsleitung wissenswert und notwen- dig ist. Sein Verhalten war höflich und korrekt, und irgendwelche Anhaltspunkte, es zu ändern, waren vorerst nicht gegeben, denn Kirchhofen zeigte Eifer und Lernbegier ja, er befleißigte sich sogar eines bescheidenen Wesens und war von früh bis spät zur Stelle.

Keiner merkte, daß dies alles nur Maske war. Insgeheim dachte er: Laßt mich mal erst Herr hier sei!

Es war vier Uhr geworden, bevor er das Werk verließ. Vom Portierhaus aus hatte ihn feine Braut angerufen, daß sie mit Liesgreta feiner im Auto vor dem Eingang warte.

Keinem der vielen Arbeiter, die Feierabend hatten und das Auto vor dem Portal sahen und die junge Herrin, die eben von demNeuen" begrüßt wurde, ar bekannt, daß es sich hier um ein Brautpaar handelte. Nur einer wußte es, der oben in seinem vj1!1 hinter der Gardine stand und mit bitterem

n >? e.Abfahrt der beiden verfolgte.

Und ein anderer ahnte es. Das war Walter Knauer, der Werkschlosser, der beim Verlassen des Fabrttgeländes in verbissener Wut seine Schritte ä

gung von privater Seite. Es zeugt von echtem Ge­meinschaftsgeist, daß gerade von privater Seite die Bestrebungen des Verkehrsamtes und die Bemü­hungen der beteiligten Vereine unterstützt und Wa- aen und Gruppen geschmückt werden, die nicht hinter den anderen zurückstehen. Man wird u. a. folgendes sehen: Die Galakutsche der Prinzessin Rosenrot, Dornröschens Brautfahrt, ein Viererzug des Jagdklubs, eine Rosengondel, ein Triumph­wagen der Radfahrer, eine Rosenpolonaise der Tur­nerschaft u. a. m. Und das alles ist aus Rosen her­gestellt. Wie man sieht, hat man in Pad-Nauheim der Ausgestaltung des Korsos besondere Sorgfalt angedeihen lassen. Man sagte früher, die Darbietung darf nicht hinter gleichartigen in Baden-Baden und im Ausland zurückstehen. Nachdem man die Ent-, würfe der Wagen und Gruppen gesehen hat, kann' 4 W i e s e ck, 12. Juli. Der hiesige Obst» und man heute sagen, die Darbietung wird diejenige Gartenbauverein veranstaltete am Mittwoch-