Wirtschaft.
Oie rhein-mainische Wirtschaft im Juni.
Nach dem Frankfurter Handelskammerbericht hielt im Ium die Aufwärtsbeweguny im Eifen- fte in berg bau an, der Absatz übersteigt noch immer die Förderung. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit der Reichsregierung über die Finanzierung großzügiger Untersuchungsarbeiten wegen Verbindung ungeritzter Grubenfelder mit bestehenden Anlagen. Die Unterstützung der Aus- und Dorrichtungsarbeiten soll zugunsten der Untersuchungen eingeengt werden. Der Tonbergbau berichtet über stärkere Abrufe durch die feuerfeste und grob- keramische Industrie. Für die Odenwälder Granitindustrie wird es wohl kaum möglich sein, den Beschäftigungsgrad früherer Zeiten zu erreichen. Der Naturstein ist aus vielen Verwendungsgebieten durch den billigen Kunststein verdrängt worden, zudem ist die Exportfähigkeit dieses Industriezweiges geschwunden. In der Z i e g e l i n d u - strie war die Beschäftigung teils'nock gut, teilweise Heß sie saisonmäßig nach. Der Maschinenbau erhielt größere Anfragen seitens der Kunstseidenfabriken. In der Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen schloß auch der Juni mit erhöhter Umsatztätigkeit ab. Die Automobilfabriken haben stellenweise noch Lieferschwierigkeiten zu überwinden, die aber in Kürze behoben sein dürften. Die Exportumsätze lassen zu wünschen übrig. Fahrräder und Schreibmaschinen lagen saisonmäßig etwas ruhiger. Ebenso herrscht für das E d e l m e t a l l- und S ch m u ck g e w e r b e Geschäftsstille. Die Feinmechanik und Optik sind gut beschäftigt, bei letzterer werden die Betriebe ungefähr voll ausgenutzt. Die S ch e i d e r ei- bet r i e b e waren mit der Scheidung der alten Reichssilbermünzen einigermaßen zufriedenstellend beschäftigt. Im Hochbau wurden die Jnstand- setzungsarbeiten fortgesetzt, jedoch lassen die Anfragen nach, da öffentliche Zuschüsse nicht mehr zu erwarten sind. Der Tiefbau profitiert vor allem von den fortschreitenden Arbeiten bei der Reichsautobahn. Im Bekleidungsgewerbe war der Auftragseingang im Juni gut. Der Bestand an Aufträgen für den Herbst sichert gleichbleibende Beschäftigung der Betriebe bis auf weiteres. In der Textilindustrie war der Auftragseingang außerordentlich lebhaft, die Lager wurden im großen und ganzen geräumt. Das Geschäft in der Offenbacher Lederindustrie zog bald nach Pfingsten wieder an, der Jnlandverkauf hielt sich etwa auf Dormonatshöhe, während der Export zurückging. Die Lederwarenindustrie hat jahreszeitliche Stille, während die Schuhindustrie über befriedigende Beschäftigung und gebesserten Auftragseingang für den Herbst berichtet. Die Möbelindustrie konnte ihren Umsatz gut behaupten, die Nachfrage nach besseren Möbeln belebte sich merklich. Die Umsatzmenge in der Zigarrenindustrie ist gestiegen, allerdings besteht Interesse vorwiegend für die billigen Sorten. Die Belebung im W e i n h a n d e l hat entgegen der gewohnten saisonmäßigen Bewegung angehalten. Oer Eisensteinbergbau an Lahn, Oils und in Oberhessen im Juni.
Der Berg- und Hüttenmännische Verein zu Wetzlar teilt dem Fwd. mit: Belegschaft, Förderung und Absatz sind im Juni weiter g e st i e g e n. Die Belegschaft betrug Ende Juni 2106 (2034) Mann, die Juni-Förderung 52134 (49 262) Tonnen, der Juni-Absatz 55 323 (54 714) Tonnen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß der Mai 23, der Juni aber 26 Arbeitstage hatte. Der Hinweis des Rohstoffkommissars, daß im Siegerland, Lahn-Dillge- biet und Oberhessen eine Mehrförderung von rund 60 000 Tonnen im Monat gegenüber der heutigen Förderung möglich ist, dürfte im Zusammenhang mit der deutschen Devisenlage mit dazu dienen, daß die Mehrförderung mit allen Kräften angestrebt wird. Die höchsten Zahlen des Jahres 1927 mit 4300 Mann Belegschaft und 91000 Tonnen Monatsförderung sind noch lange nicht erreicht. Die von der Kontrollstelle des Notstandsgebietes ausgearbeiteten neuen Bedingungen für die Unterstützung von großzügigen Untersuchungsarbeiten liegen zur Zeit der zuständigen Behörde zur Genehmigung vor. Mit den Bohrarbeiten, die in erster Linie für das Lahn-Dillgebiet in Betracht kommen, ist bereits begonnen worden.
Frankfurter Börse.
TNittagsbörse still.
Frankfurt a. M., 12. Juli. An der Börse hält die große Sommerstille an. Besondere Anregungen waren auch heute nicht vorhanden, so daß Spezialbewegungen nirgends hervortraten. Immerhin erfolgen in guten Papieren noch Anlagekäufe. Eine gewisse Stütze erhält die Börse von der zur Zeit außerordentlich flüssigen Geldmarktlage.
Im Gegensatz zu den Vortagen war die Kursent
wicklung heute uneinheitlich, die Abschwächungen sind in den meisten Fällen in der geringen Umsatztätigkeit begründet. Am Chemiemartt bröckelten Farbenindustrie 0,25, Deutsche Erdöl 1 v. H. ab. Elektrowerte lagen zumeist noch fest, so gewannen Licht & Kraft 1, Siemens 1,13, Lahmeyer 0,50, Schuckert und AEG. je 0,25 v. H. und Chade 2 Mk. Elektr. Lieferungen ift Anpassung an den gestrigen Berliner Rückgang 4 v. H. schwächer, ferner gaben Bekula 0,90 v. H. nach. Montanaktien lagen uneinheitlich, etwas schwächer eröffneten Rheinstahl (— 0,50 v. H.), Mannesmann (— 0,13 v. H.), Har- pener (— 0,25 v. H.), Ilse Genuß waren mit minus 1,75 v. H. mehr gedrückt, dagegen zogen Buderus, Gelsenkirchen, Phönix sowie Mansfeld bis 0,50 o. H. an. Schiffahrtswerte gingen bis 0,25 v. H. zurück. Don Zellstoffaktien Waldhof behauptet, während Aschaffenburger ihre Kurssteigerung um 0,75 v. H. auf 61 v. H. fortsetzten. Kunstseideaktien bis 0,50 v. H. abgeschwächt, sonst verloren Daimler Motoren 1,13 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,65 v. H. Auch am Rentenmarkt waren die Umsätze sehr bescheiden. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen gut behauptet, Altbesitzanleihe 0,13 v. H. niedriger. 6proz. Stahlverein-Bonds eröffneten 0,25 v. H. freundlicher und Reichsmarkanlsihen lagen unverändert, wenn auch fast ohne Umsatz.
In der zweiten Börsenstunde hielt die Geschäftslosigkeit weitgehendst an und die Kursentwicklung war weiterhin ungleichmäßig bei allerdings nur minimalen Veränderungen. Während Harpener, Aku, Metallgesellschaft und Zement Heidelberg bis 0,40 v. H. höher lagen, gingen Mannesmann um 0,75 v. H., Reichsbank, Deutsche Linoleum und Zellstoffaktien bis 0,50 v. H. zurück, Bemberg büßten 1,50 v. H. ein. Fest lagen andererseits Rhe-inische Braunkohlen mit plus 3 v.H. Farbenindustrie hielten sich bei unverändert 149,75 v. H.
Am Rentenmarkt zogen späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,25 v. H. auf 92,65 v. H. an, sonst ergaben sich in den variablen Werten keine Veränderungen. Am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse zumeist unverändert, es bestand aber überwiegend kleine Nachfrage. Stadt- und Staatsanleihen waren ruhig und kaum verändert. Fremde Werte lagen sehr ruhig. Die in den letzten Tagen stark gestiegenen Schweizer Anleihen hatten einen sehr unüder- sichtlichen Markt.
Im Freiverkehr zogen Adlerwerke Kleyer in Auswirkung der Bilanzvorlage auf etwa 40 v. H. nach gestern mittag 37,75 v. H. an.
Der Geldmarkt blieb sehr leicht, Tagesgeld unverändert 3 v. H.
Abendbörse: still.
Die Abendbörse litt zwar unter Auftragsmangel und hatte demgemäß wieder nur minimale Umsatztätigkeit aufzuweisen, die Stimmung war aber in Erwartung der morgigen Führerrede und Regierungserklärung im Reichstag zuversichtlich. Die Kulisse übte indessen einige Zurückhaltung.
Die Kurse zeigten bei Eröffnung im Vergleich zum Berliner Schluß kaum eine Veränderung, hier und da traten allerdings geringprozentige Rückgänge ein. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an 5ei gut behaupteten Kursen, Farbenindustrie holten 0,13 v. H. ihres V«prozentigen Anfangsrückganges wieder auf.
Der Rentenmarkt lag freundlich, aber gleichfalls ruhig. Etwas höher lagen Altbesitz (plus 0,13 v. H.), späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal-Um- schuldung und Pfandbriefe, soweit sie notiert wurden, lagen voll behauptet. Am Auslandsrentenmarkt waren Schweiz. Bundesbahnanleihen von 1912 wieder bis 1 v. H. fester; 4-v. H. 172,50 (171,50), 3V2proz«itige 162 (161). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95,25, 6 v. H. Stahlverein 78,50, 6 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold R 1—10 89, 5V- v. H. Franks. Hyp.-Bank Liquidation 89,25, Schutzgebietsanleihe 9,25, Bank für Brauindustrie 104,50, Reichsbank 155, Buderus 76,25, Kali Westeregeln 125, Klöckner 72, Rheinstahl 91, Stahlverein 4Ö, Bekula 142,75, Bemberg 66, Chade 196, Cement Heidelberg 108,50, Daimler 47,75, Scheideanstalt 207,50, Licht und Kraft 110,25, IG. Farben 149,75 bis 149,90, Gesfürel 107,25, Holzmann 60,50, Lahmeyer 121, Siemens 152, Reichsbahn-VA. 111,13, Nordd. Lloyd 31,75.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 12. Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 218 (gegen 159 am letzten Donnerstagsmarkt) darunter befanden sich 70 Ochsen, 8 Bullen, 46 Kühe und 94 Färsen. Kälber 1326 (926), Hümmel 41 (37), Schafe 29 (46), Schweine 724 (287). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen c) 26 bis 30, d) 20 bis 25. Bullen d) 22 bis 25. Kühe c) 18 bis 23, d) 10 bis 17. Färsen d) 22 bis 26. Kälber Sonderklasse —, andere a) 39 bis 44, b) 33 bis 38, c) 27 bis 32, d) 18 bis 26. Lämmer und Hümmel b2) 32 bis 34, c) 29 bis 31, d) 25 bis 27. Schafe nicht notiert. Schweine
a) 45 bis 46, b) 44 bis 46, c) 42 bis 45, d) 38 bis 44, e) 32 bis 40, f) und g) —. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben beste Külber 2 bis 3, geringe 5 bis 6 Mark nach, Hammel blieben unverändert, Schweine zogen 2 bis 3 Mark an. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-, Markt- und Verkaufskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben.
Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1021 Viertel Rindfleisch, 246 ganze Tiere, 11 ganze Hammel, 878 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches
Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 44 bis 48. Bullenfleisch 46 bis 50. Kuhfleisch II 36 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 70, III 55 bis 64. Hammelfleisch 70 bis 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 58 bis 65. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig.
Aenderung der Verordnung über den Absatz von Frühkartoffeln.
Die Verordnung vom 17. 2. 34 ist dahingehend geändert worden, daß unter Frühkartoffeln Speise- kartoffeln zu verstehen sind, die vor dem 31. Juli jeden Jahres geerntet werden. Nach der bisherigen Fassung wav der Stichtag der 20. Juli.
Der Arbeitseinsatz der Angestellten.
Besserung der Lage auch im Zuni.
Nach den Beobachtungen der StellenverrnUtlung der Deutschen Angestelltenschaft läßt auch der Monat Juni eine günstige Beurteilung des Arbeitseinsatzes der Angestellten zu. Auffallend ist der verstärkte Abgang jüngerer Angestellter in den freiwilligen Arbeitsdienst; hauptsächlich aber lichteten sich die Reihen der jungen Bewerber durch Vermittlung in feste Stellung. Die Auswahl von Bewerbern für offene Pesten litt teilmeije bereits Not, sofern besondere Berufs- und Branchekenntnisse verlangt wurden. Das gilt insonderheit für die Kaufmannsgehilfen, und zwar Photo-Drogisten, geprüfte Sparkassenangestellte, de- korationskundige Feinkostverkäufer, Eisenhändler und Te^tilfachkräfte. Banken (Devisen-Fachleute) und Dersicherungsunternehrnungen waren weiter aufnahmefähig. Buchhalter, Kontoristen, Expedienten und Lageristen wurden hauptsächlich gesucht von Unternehmungen der Maschinenbranche, der Stein-, Erden- und Fahrzeugindustrie, sowie der Nahrungsmittelbranche. Die chemische Industrie verlangte spezialisierte Fachkräfte für Verwaltung und Handel. Geübte Kurzschriftler (wenigstens 150 Silben) und Korrespondenten sind sehr gesucht.
Wie für Kaufmannsgehilfen war auch für Techniker die Lage nicht ungünstig. Hier waren es im wesentlichen Heizungs-, Radio- Mrd Vermessungstechniker, die begünstigt Aufnahme fanden. Oertlich bedingt machte sich ein Mangel an Hoch- und Tiefbautechnikern bemerkbar. Brückenbautechniker konnten ausreichend in Vorschlag gebracht werden, desgleichen technische Mitarbeiter für den Reichsautostraßenbau, für die Automobilindustrie und für Werke der Werkzeug- und Spezialmaschinenbranche. Verhältnismäßig beschränkt sind daaegen noch die Arbeitsmöglichkeiten für technische Angestellte mit künstlerischer Tätigkeit: Innenarchitekten und Kunstgewerbler.
Für Werkmeister war die Arbeitseinsatzmöglichkeit im ganzen auch wieder etwas gebessert. Hier macht sich aber nach wie vor das Bestreben bemerkbar, an Stelle von facherfahrenen, in der Arbeiterführung bewährten älteren Werkmeistern, Vorarbeiter mit Werkmeisterfunktionen zu betrauen. Die Stellenvermittlung der Deutschen Angestelltenschaft verfolgte deshalb bereits mit Erfolg das Ziel, stellenlose Werkmeister zunächst für gehobene Facharbeiterstellungen mit Aussicht auf baldige Berufung zum Werkmeister in Vorschlag zu bringen. Ausgesprochen gut waren die Vermittlungsmöglichkeiten für Schachtmeister und Poliere. Im übrigen war besonders die Maschinenindustrie aufnahmefähig.
Für Behördenangestellte hat sich die Lage nicht wesentlich geändert. Soweit gute Bürokenntnisse, namentlich in Kurzschrift und Sozialversicherungswesen, vorlagen, konnten Vermittlungen in Betriebe der Privatwirtschaft erfolgen. Die erhöhte Beschäftigungsziffer bringt zwanasläusig eine Umschichtung der Angestellten aus Arbeitsämtern zu Krankenkassen und verwandten Zweigen der Verwaltung mit sich.
Für Land - und, Forst ange st eilte konnte — saisonbedingt — der Vermittlungsdienst im Juni nicht ganz die Ergebnisse der Vormonate erreichen. Das gleiche gilt für seemännische A ritz e st e l l t e. Bei ihnen machte sich wieder stärker das Bestreben bemerkbar, Lücken aus dem Nachwuchs auszufüllen, anstatt aus stellenlose frühere Angestellte zurückzugreifen. Die Einsatzmöglichkeiten in Landstellungen, z. B für Schiffsin^enieure in Unternehmungen des Schiffsmaschinenbuues, waren beschränkt.
Für angestellte Aerzte und Apotheker boten sich — namentlich für erstere — auch im Juni verhältnismäßig gute Vermittlungsmöglichkeiten.
In den verschiedenen Frauenberufen war bei kaufmännischem Personäl, hauptsächlich für Verkäuferinnen von Spezialartikeln, besonders Drogen, ebenso für gute Stenotypistinnen, Arbeit vorhanden. Hier, wie bei den männlichen Angestellten, war es aber notwendig, die Firmen immer wieder auf die Pflicht hinzuweisen, ältere Angestellte zu berücksichtigen, weil jüngere Ange
stellte nicht mehr vorhanden sind. In den Gruppen der Haus-, Garten- und Landwirtschaft war — bedingt durch die fortgeschrittene Saison — im Juni der Arbeitseinsatz beschränkt. Kindergärtnerinnen fanden bessere Unterkunftsmöglichkeiten in den Kinderheimen der Badeorte. Bei den Wohlfahrtspflegerinnen hat sich die Lage noch wenig verändert. Es wurden zwar Arbeitskräfte verlangt, doch entsprechen die Anstellungsbedingungen häufig nicht den hohen Anforderungen, die an Ausbildung und Arbeitsleistung gestellt werden.
Hessisches Gondergencht.
LPD. Darmstadt, 12. Juli. Bor dem hiesigen Sondergericht für Hessen hatten sich heute mehrere Nörgler und Kritikaster zu verantworten. Der frühere Sozialdemokrat Georg Nieder aus Oberramstadt erhielt sechs Monate Gefäng- n i s und der geistig etwas beschränkte 33jährige Johann Helfrich aus Dieburg zwei Monate Gefängnis.
Der 41 Jahre alte, aus Jugoslawien und Preußen ausgewiesene und jetzt staatenlose Alexis Hepp, der Greuelmärchen verbreitet hatte und einen jüdischen Kaufmann ungerechterweise anschuldigte, wurde vom Sondergericht wegen falscher Anschuldigung zu 2Vz Jahren Gefängnis verurteilt. Der jüdische Kaufmann ist freigesprochen worden.
Freigesprochen wurde eine Frau aus Ju- aenheim, weil der einzige Belastungszeuge mit der Angeklagten verfeindet ist.
Aus ähnlichem Grunde wurde auch ein 57 Jahrs alter Mann aus Bobstadt von der Anklage der Verunglimpfung der Regierung freigesprochen. Wegen des Besitzes einer nicht abgelieferten Waffe erhielt der Mann einen Monat Gefängnis mit fünfjähriger Bewährungsfrist.
Kleine Strafkammer Gießen.
Wegen fortgesetzten Betruges wurde ein Mann aus Gießen vom Amtsgericht zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein. Die gestrige Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte durchweg kleinere Geschäftsleute durch Vorspiegelung seiner Zahlungsfähigkeit schädigte. Das Gericht behielt in seinem Urteil die Strafe des vorinstanzlichen Urteils, fünf Monate Gefängnis, bei und legte dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auf.
Wegen groben Unfugs wurde ein Mann aus Ilbenstadt vom Amtsgericht Friedberg zu zwei Wochen Haft verurteitt. Auf die Berufung des Angeklagten, der mit mehreren Kameraden in einer Wirtschaft Lärm verursacht haben sollte, wurde :r freigesprochen.
Nundfunkprogramm.
Samstag, 14. Juli.
5.50 Uhr: Gymnastik. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. In alter Frische. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 9.30: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: „Ikarus" Traum und Verwirklichung. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.30: Lernt morsen! 15.40: Quer durch die Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 19: Feier des Sommers. Eine Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Klassischer Operettenabend. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Funkbericht zum Nürburgrennen. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Bunte Unterhaltungsmusik. Gespielt vom Rundfunkorchester. 0.30 bis 2: Nachtmusik.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Srantturi a. Ul.
8erhn
Frankfurt a.M.
Berlin
Gchluß» kurs
Schluß!. Abmd» dürfe
Schluß. t tut
Schluß! Mittag» dürfe
Schluß- kurs
Schluß!. Abend- börse
Schluß» turs
Schlußk. Mittag« dürfe
Datum
11-7-
12-7.
11'7*
12-7.
Datum
11-7.
12.7.
11.7.
12-7-
•% Deutsche ReichSanleihe v. 1927
•% ehem.7% Dt. ReichSanl. v. 1929
93
93
93,13
93,25
4% desgl. Serie II...........
7,6
4,13
7,6
4,13
6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
_
—
6Vi% Doung-Anleihe von 1930 ..
91
91,13
91,4
91,13
4^%Rumän.oerernh.Reniev.lS13
6,75
6,75
_
__
Deutsche Anl.-AblSs.-Schuld mit
»u8lof..8led)ten ........
95,13
4% Rumänische vereinh. Rente ..
3,8
3,8
3,7
3,9
95,25
95,13
95,13
ay*% Anatolier ..............
35,65
35,5
35,25
35,4
DeSgl. ohne Auslos.-Rechie.....
1% ebem.8% He,'s. Volksstaat 1929
(rückzahlb. 102%) ............
90,75
91,75
89,5
89
91,5
91,5
vamdurg-Amerika-Paket ..... o
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Hansa-Dampfschifs . .........0
Norddeutscher Lloyd ......... 0
A.S. für Verkehrswesen 0tL . 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 4
Commerz- und Prioat-Bank ... 0
Deutsche Bank und Disco nto-
Gesellschaft................ o
Dresdner Bank....... o
28,4
27,75
28,5
28
6% Hess. Landesbank Darmstadt
Bold R. 12.........
89,5
88,75
89,5
—
24,5
6Yt% Hess. LandeS^ypotheken» bank Darmstadt Liqui.....
32
65
31,75
64,25
32
64,75
31,65
64,5
vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten..........
Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.Rechten «% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank
95,5
95,4
95,25
95,5
95,25
89,75
58,13
62,25
65,5
155
89,75
58,5
62
65,5
155
90,5
58,13
62,25
65,5
155
90,5
58,5
62
65,5
154,75
Reichsbank ....... 12
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 •% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank
89
89
89,25
—
Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936
89
89
—
A.IL.G.......................
23,5
143,9
92,5
110,5
23,65
142,75
87,5
110,25
23,4
143,9
89,75
110,25
23,5 143,25
87,75 110,5
1)4% ehern. <y,% Franks. Hyp^
Bank-Liqu^Psandbriefe______
89,25
89,25
Bekula.....................ö
Elektt. Lieferungsgesellschaft... 6
Licht und Kraft ... 6
»yt% ehern. W»% Rheinische
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe.....
6% ehern. 8% Pr. LondeSpfant»
briefankalt, Pfandbriefe R. 19
90,75
92,5
91
92,5
1 R
92
Felten & Guilleaume........ 0
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6
Rheinische Elewizitäl ........ 5
66,25
107,75
101,75
66,25
107,25
101,75
66^25
108
102
66 L 5
107,9
102
8% eben,. 7% Pr. Landespfand.
briefanstalt, Pfandbriefe R. 10
Schuckert 8 Co............... 5
90,5
151,25
90,65
152,5
120,5
90,5
152,5
121,65
93
93
93
93
Siemens 8 Halsk............ 7
159
Steuergutsch. Verrechnungskurs .
101,4
101,4
101,4
101,4
Lohmep« »Co............. 16
121
121
4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretlyische Silberrentr
25
25,75
—
_
Buderus ............... 0
76
76,25
117,5
59,75
76,25
117,75
76,65
117,75
59,9
106,25
75,25
163
127,5 72,25.
1,15
1,13 7,4
«—
——
Deutsche Grdöl....... 4
118,5
60,25
106
4% Ungarische Soldrente .......
7,5
7,4
7,45
Gelsenkirchener......... 0
4% Ungarische Etoatsrente v. 1910
7
7
7
Harpen«............. ..... 0
105z 75
4V.% be-jßL Don 1913 ........
6,85
6,9
7,5
6,95
8,9
7,5
7,6
7,2
9
öoesch Cisen—Köln-Neuessen .. Ö
Ilse Bergbau ............... 6
Alse Bergbau Genüsse.........
Klöcknerwerke ........... 0
6% abgest. Goldmexikaner von SS 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4^ZüdW Bagdadbahn-Anleihe
8,8
167
128
72,25
163 127,25
72
75,5
167,25
128
72,75
—
<Rannrflnumi>ÄötetB —... 0
65,5
64,65
65,25
64,75
Frankfurt a. M
Serlin
Schluß- kurS
Schluß!. Abend- börsc
Schluß» furä
Schlußk. Minag« dürfe
Datum
11.7.
12-7.
11-7.
12-7.
Mansfeld« Bergbau ..
....... 0
77,5
78
77,9
78,13
Sokswerke.........
.......0
—
——
94,4
94,4
Phönix Bergbau......
.......0
46,75
47
47
46,75
Rheinische Braunkohlen
.....10
234
237
234
237
Rheinstahl ..........
.......0
92,5
91
92,5
91
Vereinigte Stahlwerke.
.......0
40,5
40
40,5
40,25
Otavi Minen .......
.......0
14
14
14
13,75
Kaliwerke Aschersleben.
.......6
124,75
124,5
125
124,75
Kaliwerke Westeregeln .
.......5
124,5
125
125
124,75
Kaliwerke Salzdetfurth
.....IVi
164
165
164,5
163,5
9. G Farden»Jnbustrte
Scheide anstatt........
.......7
150
149,75
150
149,9
.......9
208,75
207,5
—
—
Goldschmidt .........
.......0
70,5
71
70,75
71
RütgerSwerke........
.......0
39,75
39,5
39,9
39,5
MetallgeieUschafk......
.......0
86,25
86,5
86,25
Philipp HoUmann . ........ 0
Zementwerk Heidelberg .••••. 0
Zementwerk Karlstadt...... 0
60,75
108,5
126
60,5
108,5
125,5
60,25
Schultheiß Pa-enhofer .......0
—
—
118,13
117,5
Aku (Allgemeine Kunstseide) 0
63
62,75
63,25
62,9
Bemberg ............... 0
67,5
67
67,5
65,75
Hellstosf Waldhof ............0
48,75
48,5
49
48,13
Zellstoff Aschaffenburg .......0
60,25
60,75
59,5
60
Dessauer Gas .......... 7
—-
—
135
128,75
Daimler Motoren ............ 0
48,65
47,75
48,75
47,75
Deutsche Linoleum ...........0
61,5
60,5
61,5
60,65
Orenstein S Koppel..........0
—
68,25
66
Leonhard Dietz....... 0
23,25
23,25
22,65
23
khade......................10
194,5
196
195,5
196
Laumulatoren-FabrÜ........ 0
178
177
177
178
trmii-eumml............ q
135,75
135
135,25
135
Grttzn«................ 0
A^kafwerke Höchst a.UU~ 4
21
21,75
22
22
72
72,4
Süddeutsch« Zucker ..... e
185,25
187
186
187
Devi
enmarft Berlin — Frankfurt a. ZIL
11.Sun
12.3u1i
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
(sselö
1 xDrlcr
Geld | Brie-
Buenos Aires
0,598
0,602
0,603
0,607
Brüssel.....
58,65
58,77
58,62
58,74
Rio de Jan. .
0,174
0,176
0,184
0,186
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
56,49
56,61
56,44
56,56
Danzig.....
81,72
81,88
81,72
81,88
London .....
12,645
12,675
12,64
12,67
Helsingfors..
5,589
5,601
5,584
5,595
Paris ......
16,50
16,54
16,50
16,54
Holland ....
69,73
170,07
169,73
17(LÖ7
Italien.....
21,60
21,64
21,58
21,62
Japan......
0,749
0,751
0,749
0,751
Jugoslawien
5,664
5,676
5,664
5,676
Oslo.....:
63,52
63,64
63,49
63,61
Wien.......
48,45
48,55
48,45
48,55
Lissabon....
11,51
11,53
11,50
11,52
Stockholm...
65,16
65,30
65,13
65,27
Schweiz ....
81,72
81,88
81,62
81,78
Spanien....
34,32
34,38
34,32
34,38
Prag.......
Budapest ...
10,44
10,46
10,44
10,46
Neu York ...
2,512
2,518
2,512
2,518
Banknoten.
Serlin, 12.Zuii
Geld
" ■ ■ Ärtes -
Amerikanische Roten..............
2,465
58,46
56,39
12,595
16,46
169,31
21,46
63,32
64,97
81,44
34,18
2,485
58,70
56,61
12,655
16,52
169,99
21,54
63,58
65,23
81,76
34,32
Belgische Noten..................
Dänische Noten ................
Englische Noten .................
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, i LOO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Note»...............
Schweizer Noten.................
Spanische Note».................
Ungarische Note» —.......—


