8reitag,13.)ulNY34
Nr.W Erster Blatt
\W Jahrgang
Gießener Anzeiger
Die Organisation der MWafiSsührung.
diesen Tagen war die höchste Verwirklichung des RechtsbewußtseinsdesVol- k e s. Nachdem nun dieses Handeln, >das an sich schon rechtens war, auch seine gesetzliche Nominierung gefunden hat, kann keine Stelle mehr das Recht zu irgendeiner Nachprüfung dieser Aktion für sich in Anspruch nehmen. Niemand durfte aber die Reinheit dieses Vorgehens trüben und aus selbstsüchtigen Beweggründen gegen den Willen des Führers eigenmächtig handeln. Soweit Ausschreitungen vorgekommen sein sollten, sind sie als Verbrechen ohne Ansehen der Person zu ahnden. Die Erfahrung zeigt auch, daß, wenn einmal Gericht gehalten ist, eine Unmenge von Verleumdungen an die Staatsanwaltschaft herangetragen werden. Ich verlange, daß solchen Verleumdungen auf das Schärf st e entgegengetreten wird. Aus der anderen Seite ver
lange ich aber unnachsichtige Strafverfolgung und strengste Bestrafung, wenn eine Beschuldigung sich als richtig erweist.
Ich habe Sie hierher gebeten, um Ihnen für Ähr schweres und verantwortungsvolles Amt den vollen Rückhalt der Staatsführung zu geben. Ich habe Ihnen klar zum Ausdruck gebracht, daß die Herrschaft des Rechts unnachsichtig zu sichern ist. Es kann nur eine Rechtsausfassung gelten, und zwar die, die der Führer selbst festgelegt hat. Es darf nicht vyr- kommen, daß irgendeine Persönlichkeit kraft ihrer Stellung oder ihres Amtes zu einer Plage für dis Bevölkerung wird. Sie haben — ohne Ansehen d e r Person — so zu handeln, wie das Gesetz es Ihnen gebietet und wie es die Staatsführung von Ihnen verlangt.
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schaltung unanständiger Arbeitsmethoden ermöglichen.
Demgemäß sind die wirtschaftspolitischen Verbände mit der für sie geltenden Zwangsmitgliedschaft auch keine Kartelle mit m a r k t r e g e l n d e n Funktionen, sondern haben in dieser Beziehung nur Aufgaben der Beobachtung.
Im übrigen ist die Organisation der S e l b st - Verwaltungsapparat für eine nationalsozialistische Wirtschaftspolitik. Der politische Führer der Wirtschaft ist der für die Wirtschaft politisch verantwortliche Reichswirtschaf t s m i n i st e r.
Die Selbstverwaltung der Wirtschaft wird in ihren eigenen Reihen die Fragen durcharbeiten und klären, die sie bedrücken oder die zur Förderung nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und Volksversorgung zu lösen sind.
neben bet Stage der Arbeitsbeschaffung wird die Frage einer Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands unter entsprechender Lenkung des Außenhandels und Stärkung der innerdeutschen Rohstoffgrundlage Gegenstand eingehender Ueberlegungen auch der wirtschaftlichen Selbstverwaltung fein.
Gewiß und selbstverständlich liegen auch hier wig überall die letzten Entscheidungen bei dem Führer und seinem Reichswirtschafts- minister; aber fachlich vollendete und von nationalsozialistischem Geiste getragene Vorarbeiten der Wirtschaft im engsten Einvernehmen mit den maßgebenden Stellen erscheinen für eine nationalsozialistische Wirtschaft, die sich für ihr Schicksal mitverantwortlich fühlt, unerläßlich. So wird die Organisation der Wirtschaft eine Organisation der Arbeit sein.
Ausbau und Aufgaben des AeichsforstamlS
Reichsforstmeister Göring über die zentrale Bewirtschaftung des Waldes.
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle
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Ministerpräsident Göring an die Staatsanwaltschaften.
Berlin, 12. Juli. (DNB.) Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r hatte die General st aatsan- wälte und Oberstaatsanwälte Preußens zu einer Besprechung einberufen, an der u. a. noch die Staatssekretäre Körner und Dr. Freister und der Leiter des Geheimen Staatspolizeiamtes, Reichsführer der SS. Himmler teilnahmen. Der preußische Ministerpräsident G ö - ring erklärte dabei u. a. folgendes:
Aus der allgemeinen Lage in den letzten Wochen werden Sie ersehen haben, daß der Führer gewillt war und es durchgeführt hat, absolute Orb-
Jedermann hat die Pflicht, das Recht zu achten
„Das Recht und der Witte des Führers sind eins."
Berlin, 12. Juli. (DNB.) Auf Grund des Gesetzes zur Ueberleitung des Forst- und Jagdwesens au das Reich hat der Reichsforstmeister Göring die Chefs der deutschen Länderforstver- waltungen nach Berlin berufen. Die Aussprache unter Leitung des Generalforftmeifters v o n K e u - dell zeigte die Bereitwilligkeit aller zur Mitarbeit an den großen Zielen der Neuordnung der deutschen Forstwirtschaft. Reichsforstmeister Goring verlas die erste Durchführungsverordnung, ste bestimmt den Rahmen des Reichsforstamtes. Seitdem ich in der Regierung sitze, erklärte der Minister, habe ich darauf hingearbeitet, daß die 2an- desforften zentral z u f a m m e n g e f a ß t werden. Als ich zum ersten Male die Aufstellung über die Rohstoffe sah, die wir aus dem Auslande em- führten, entschloß ich mich, alles daran zu fetzen, daß in Zukunft der einschlägige Bedarf durch d e n d e u t s ch e n Wald gedeckt werden muß. Hierzu gehört auch die Pflege des Wildes Die landkulturelle Aufgabe ist die Erhaltung und Pflege des Waldes um der Wirkung au das Land willen, Wirkung auf das Klima Windschutz, Wasserhaushalt des Bodens und der Flusse. Auf die soziale Aufgabe lege ich den allergrößten Wert: Schaffung von Arbeit für deutsche Volksgenossen durch Anbau, Pflege und Nutzung des Waldes und durch Verarbeitung und Verwendung feiner Erzeugnisse., Wir müssen versuchen, den Stamm der Waldarbeiter noch fester zu verwurzeln und darüber hinaus durch Regulierung des Marktes und Arbeitsbeschaffung dafür zu sor- aen daß auch andere Volksgenossen im Walde und m der Verwertung des Holzes Arbeit und Verdienst ^i” nationalwirtschaftliche Aufgabe der Deckung des Bedarfs ist der Kernpunkt gewesen, weshalb wir das Reichsforstamt aufgezogen haben. Es handelt sich hier um den Bedarf d e r h e l - mischen Wirtschaft an Erzeugnissen des Waldes. Bei der herrschenden Devisenknappheit dürfen wir nicht auch noch für Holz
T^Was vom 30. Juni bis zum 2. Juli vor sich gegangen ist, war die Befreiung des deutschen Volkes von einer ungeheueren Gefahr. Nur durch das blitzartige Eingreifen des Führers und» der von ihm Beauftragten konnte es gelingen, m so kurzer Qeit die Lage restlos zu meistern, wie es in der-Tat geschehen ist. Das Handeln der Staatssuhrung in
nung im nationalsozialistischen Staat zu schaffen. Der Führer hat ausdrücklich betont, daß er jeden Angriff und jedes Unterwühlen dieses Staates als einen Angriff und eine Unterwühlung auch des Nationalsozialismus betrachtet. Es ist notwendig, das einmal ganz eindeutig festzustellen. Damit ergibt sich für Sie alle als die Hüter des Rechts, die unverrückbare Aufgabe, diesen Staat mit allen Mitteln z u v e r t e i d i g e n und jeden Angriff gegen ihn, von welcher Seite er auch immer kommen mag, als Angriff auch gegen den Führer zu betrachten. Die Unsicherheit, die bis zum tatkräftigen Eingreifen des Führers zeitweise bestanden hat, ist jetzt behoben. Aufgabe der Justiz ist es, in verantwortungsbewußter, zielsicherer Arbeit ihr Teil zur gesetzmäßigen Festigung des Staates beizutragen. Das Recht ist die Grundlage für das Zusammenleben und das Zusammenwirken des Volkes. Deshalb sind wir zwar frei von einer formalistischen Heberschätzung des Rechtsbegriffes, aber das Recht zur Erhaltung des Staates und des Volkes muß selbstverständlich mit allem Nachdruck vertreten werden. Zu diesem Rechtsbegriff gehört auch, daß jeder das Recht zu a ch t e n hat, gleich- aültia, in welcher Stellung er sich befindet. Das Recht und der Wille des Führers sind eins Das Recht kann daher von niemanden als etwas Feindliches angesehen werden. Daraus ergibt sich also, daß Sie dieses Recht des nationalsozialistischen Staates mit allem Nachdruck zu vertreten haben. Ich werde in Zukunft keine Nachsicht mehr üben gegen Beamte, die in dieser Hin- icht ihre Pflicht nicht erfüllen. Selbstverständlich muß ich auch politisches Taktgefühl erwarten. Es darf nicht ein formalistisches Vorgehen emsetzen Daß aber eingeschritten wird g e g en Ver- aeben, einerlei von wem begangen, ist der unerschütterliche Wille des Fuh-
sprochen worden sei. Das sehe der britischen Unentschlossenheit gegenüber der französischen ähnlich Aber das ändere nichts daran, daß diese politische Holdinggesellschaft m London keinen Stützpunkt finden könne, ebenso wenig Pin Rom Je ausgebreiteter das Sicherheitsnetz werdV, um so mehr verliere der Locarnopakt a?Wert, weil dadurch die f^oWen Sünden auf dieselbe L i n i e mit den Balkan grenzen gebracht würden.
Die großen französischen Manöver abgesagt.
Paris, 12. Juli. <DNB.) Das französische Kriegsministerium gibt bekannt, daß die de jährchen großen Manöver aus Er spar ms- aründen nicht stattfinden werden. Die verschiedenen Divisionen wurden auf d e n Tr Uppen üb u n g s p l ä tz e n ihre Hebungen abhaltem Die größte dieser Hebungen wird vom 11. bis 13 September auf dem Truppenubmigsp atz von Valdahon stattfinden, zu der d i e a u s l a n d i - scheu Militärattaches geladen sind. Diese Hebung wird die einzige sein, zu der auch die Presse zugelassen ist.
Russische Miiitärflugzeugbestellungen in England?
Landon, 13.Juli. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Herold" meldet, daß die Räteregierung demnächst mehrere K r i e g s sIu g z e ug e in 6n 9land in Auftrag geben werde. Die führenden ruf- sichen Flieger die kürzlich England besuchten, hatten der Moskauer Regierung empfohlen große Autträae für Fluqzeugmotoren und Knegsflugzeuge an England, Frankreich und kallen zu erteilen. Voraussichtlich würden m England Kampfflugzeuge, z w e 1 sttz 1 ge Bombe ni lu a z e u g e und Maschinen für all- gemein^miNtärische Zwe -- - bestellt werden Die Motorenauftrag- wurden sich wahrschem- lirii in erster Linie auf die bekannten Rolls-Royce- 'Ärel-Lren erstreiken, die für di- schnellsten englischen Kampseinsitzer verwendet werden.
Devisen ausgeben. Für die Forsten ist ein eigenes Ministerium geschaffen worden. Ich will von vornherein weitgehende Großzügigkeit in der Selbständigkeit der Länderforstverwaltungen walten lassen. Die deutsche Waldwirtschaft kann nicht von heute auf morgen und nicht auf Jahre hinaus bestimmt werden, sondern muß auf Jahrzehnte und Jahrhunderte abgestellt sein. Hier die richtige Relation zwischen dem zu finden, was heute und in den nächsten Jahren der deutschen Wirtschaft zugeführt werden muß, und dem, was wir auf die Jahrzehnte und Jahrhunderte weit vorausschauend tun müssen, ist Aie nationalsozialistische Aufgabe. Ich werde die schärfste Einwirkung auf die staatlichen und vor allem auch auf die nichtstaatlichen Forsten ausüben, damit wir diese Grundsätze durchsetzen können. Die Durchführung dieser Maßnahmen ist nur möglich durch st raffe, einheitliche Führung sowohl der Forst- wie der Holzwirtschaft, und zwar unter bewußter Loslösung von dem bisherigen überragenden Einfluß der Landwirtschaft. Der Durchführung dieser Aufgaben dient die Errichtung des Reichsforstamtes, die einheitliche Organisation und die zukünftige einheitliche Reichs- forstgefetzgebung. Nun komme ich noch kurz zum allmählichen Aufbau des Reichsforstamtes. Aus den verschiedenen Ländern werde ich die Beamten dazu erbitten müssen, und zwar ist im Reichskabinett besprochen worden, daß zunächst keine neuen Beamtenstellen geschaffen werden, sondern daß die Dienststellen nach Bedarf oon Öen Ländern auf das Reich übergehen. Der Reichsforstmeister gab die Gliederung deS Reichsforstamtes bekannt, die vier Abteilungen vorsieht. Mit der Leitung der Abteilung II (Forstver- waltung) wurde Generalforstmeister v. Keudell, der Abteilung III (Forstwirtschaftspolitik) wurds Ministerialrat Parchmann, beide kommissarisch beauftragt. Die beiden anderen Abteilungen (Per- sonal- und Jagdabteilung) sind vorläufig noch unbesetzt.
infolge höherer Gewalt w m ee ve *< < NN Stellen-, Vereins-, gemein«
General-Anzeiger sm Gberhessen -WZ-
DofK&edfonto* ° ' behördliche Anzeigen 6Rpf.
gtonnurt am main llGss Druck und Verlag: vrvhl'sch« Universttäts-Vuch- und Zteindruckerei «.Lange in Siehe«. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 MengenabschlüffeStaffel8
Berlin, 12.Juli. (DNB.) Der mit der Führung der Wirtschaft beauftragte stellvertretende Führer der Wirtschaft Gras von der Goltz machte vor Pressevertretern Ausführungen über die Organisation der Wirtschaftsführung. Graf oon der Goltz führte etwa folgendes aus:
Die in der Führung der Wirtschaft tätigen Personen sind alle Männer des praktischen Lebens, welche Besseres zu tun haben, als etwa eine Organisation als Selb st zweck aufzubauen und zu beschäftigen. Immerhin sind ohne die Wirtschaftsorganisation entscheidende 'Aufgaben der Wirtschaft nicht zu lösen. Unb es hat sich bereits gezeigt, daß in sehr vielen Fällen durch die neue Organisation viele bisherige Verbände infolge Zusammenlegung überflüssig werden konnten. , ,
Für eine nationalsozialistische Führerorganisation der Wirtschaft ergibt sich von selbst die Aufgabe, im Wege der Selbstverwaltung den nationalsozialistischen Grundsatz zur Tat werden zu lassen, daß die Wirtschaft dem Volke dient. Es handelt sich demgemäß um keinen Jnteresfenver- banb, geschweige benn um einen Arbeitgeberver- banb, fonbern um eine gesetzliche Zusam - menf üssung allerbeutschen Betriebs- führer für ihre bei ber Führung ber Betriebe an sie herantretenben wirtschaftlichpolitischen Aufgaben.
Eine Ehrengerichtsordnung wird die völlige Ausmerzung aller volkswirtschaftlichen Schädlinge ermöglichen, die als Betrüger, Wucherer, Preistreiber oder dergleichen schuldig werden, allerdings auch solcher Leute, die durch unbegründete Denunziationen um eigenen Vorteils willen Konkurrenten vor ein Ehrengericht zu schleppen suchen. Eine solche Ehrengerichtsordnung • soll ein Leistungsprinzip unter Aus-
Schreckgespenster.
Von unserer Berliner Redaktion.
Aus Amerika kommt — zum wievielten Male schon? — die sensationelle Kunde, daß nunmehr wirklich und wahrhaftig die garantiert echten „T o d e s st r a h l e n" erfunden worden seien. Diesmal hat man den bekannten unb verbienstvollen Physiker Dr. Tesla als Reklamefigur für bie un- , kontrollierbaren Gerüchte über bie Entbeckung ver- roanbt, ber mit feinen 77 Jahren kaum noch ben Ehrgeiz haben wirb, bie Melbungen zu bementie- ren, wenn sie etwa — aus der Luft gegrif- f e n fein sollten. In maßgebenden Kreisen der Reichshauptstadt erfährt man, daß neben anderen Gesichtspunkten bei der Ankündigung der Todes- strahlen-Theorie unzweifelhaft politische Heberlegungen mitspielen. Es gibt Leute, die mit Fleiß suchen, wie sie irgendwie zur Hebung der Popularität des Abrüstungsgedankens und des Völkerbundes beitragen können. Andere Leute wieder sind bestrebt, der Rüstungsindustrie Auftrieb zu verschaffen .
Zur Sache: 1. Wenn die Todesstrahlen von dem angeblichen Erfinder Dr. Tesla dem Völkerbund zur alleinigen Verwertung überantwortet werden, dann wied dieser Herr der Welt, denn so besagen die Meldungen, die Todesstrahlen vermögen auf Hunderte von Meilen Flugzeuge nach Zehntausenden zum Absturz zu bringen unb ganze Heere zu vernichten. 2. Alles das geschieht nur, wenn nicht die zu bestrahlenden Objekte mit sehr dicken Stahlpanzern verkleidet werden (siehe Rüstungsindustrie). 3. Das Gerücht von ber Entbeckung wirb nach Deutschlanb kolportiert just in bem Augenblick, in bem sich eine völlige Umgruppierung ber macht- unb militärpolitischen Verhältnisse um Deutschlanb herum anspinnt. Man wirb aus allebem bie eine Folgerung ziehen, baß man biefe unb ähnliche Bogel- scheuchen mit Handschuhen anzufassen hat; der Hand- schuhver chleiß wirb bebeutenb sein, benn Enten der genannten Art fliegen zur Zeit in Mengen durch die Welt.
Zu den Schreckgespenstern ist vor allem auch der französische Flirt mit der Sowjetuni o n zu zählen. Internationale Pressestimmen bemühen sich auffällig, das französisch-russische Militärbündnis mit dem des Jahres 1914 in Parallele zu fetzen. Der dabei offenbar verfolgte Zweck ist die Erweckung von Angstzuständen in Deutschland. Unb doch besitzt die Entente der Roten Armee mit den Poilus eine vorwiegend platonische Bedeutung. Man denke an bie ostasiatischen Wirren, in benen Rußland mit bem größten Teil seiner bewaffneten Macht auf absehbare Zeit hinaus gebunben sein dürfte. Man benke baran, baß technische unb biszi- plinarische Zustänbe innerhalb ber russischen Waffenmacht ben Wert ber Roten Armee erheblich schmälern. Man benke überhaupt baran, ob Stalin ernsthaft bie Absicht haben kann, nach Genf zu gehen unb sich an ben französischen Großkapitalismus zu binben. Geschieht es, bann bürfte wohl ber Schwerpunkt bes Zusammengehens ber beiben so verschiedenartigen Partner in bem gemeinsamen Haß auf Deutschlanb ^u suchen sein, unb auf bie Dauer kann eine solche Voraussetzung bie Politik zweier großer Völker nicht ausschließlich be
herrschen.
Auch Herr Dollfuß hat sich eines ausgewachsenen Popanzes bcbient, um fein Regiment noch eine Zeitlang aufrecht zu erhalten. Der nationalsozialistische Gauleiter Wiens, A. E. Frauenfeld, hat soeben sensationelle Enthüllungen veröffentlicht, die dahin gehen, daß Dollfuß von ber beoor-- stehendetz Röhm-Revolte gewußt hat unb daß er darauf seine ganze unb letzte Hoffnung gründete. Dollfuß hat — so weiß Frauenfeld zu berichten — den Ausbruch ber Revolte sehnsüchtig erwartet, um dann inmitten der blutigen Hn- ruhen als „Retter Deutschlands" aufzutreten, dank seiner internationalen Verbindungen den etwaigen Einmarsch ausländischer Truppen aufzuhalten und bann eine Neuauflatze bes „Heiligen komischen Reiches Deutscher Nation" aufzurichten; an diese „Sendung" glaubt er vielleicht jetzt noch, wenn auch die Niederschlagung des aufteimenben Aufruhrs . imrd) Adolf Hitler die kühnen Traume Afam- menftürzen lassen. Darum aber ist dw. Neubildung des Kabinetts in Wien mit so unbegründeter Hast erfolgt; darum Haufen sich jetzt °rneut die Be- drückungsmahnahmen gegen den Ration I z ^Die Zahl ber Schreckgespenster l^ße sich ms lln- -ndlicke fortsetzen Es besteht ein wohldurchdachter Planen des ^Ueb-rschwemmung Deutschlands mxt Lügen- und Schreckensmeldungen. Die ne|igen JJca „Öner der großen Militärmächte zu Wasser, zu Lande und in der Luft, die Nachrichten oon der Konstruktion immer neuer Kriegsmafchmen d Gräuelmärchen über Deutschland die Bakterien neg Seuche unb derartige Dinge mehr sind nur Gneoer
wappnen.
Unter ber Kontrolle Irmtreichs.
italienische Kritik an BarthonsPaktMncn.
m A ™ 19 Juli (DNB.) Die Kette von Pakten, die ber Generalsekretär im französischen Außen- ßeaer erbacht haben soll, vergleicht
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