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Volksmissionarische Vorträge in sich.

)( Lich, 11. Juni. Im Austrag des Volksmissio­narischen Amts der Landeskirche Nassau-Hessen hielt Pfarrer Gründle r--Königsberg (Wetzlar) in un­serer Kirche in dieser Woche drei Vorträge. Der erste dieser Vorträge behandelte die Frage

Völkische Religiosikät oder christlicher Golles- glaube".

Einleitend stellte der Redner fest, daß unter völ­kischer Religiosität nicht die völkische Bewegung zu verstehen sei. Letztere, die unter Führung Adolf Hitlers wieder die ewigen Gottesordnungen eines Volkes (Blut, Boden, Raffe und Volk) zu Ehren gebracht habe, erkennen wir als Christen im Gehorsam gegen Gott und in Dankbarkeit gegen unseren Führer voll an. Im Kampf gegen die dä­monischen Gewalten, die der völkischen Bewegung in den Weg treten, mußte zur völkischen Bewegung die religiöse Bewegtheit hinzukommen. Der Mate­rialismus ist überwunden, aber die Menschen, die in seinem glaubenslosen Bannkreis lebten, suchen jetzt nach einer neuen inneren Heimat. Das deutsche Volk ist sich darin eins, daß wir Glauben brauchen, daß Religion keine Privatsache, sondern die Schick­salsfrage des Volkes ist. Es fragt sich: Was soll der neue Glaube sein? Eine neue Belebung des uns von den Vätern ererbten Christenglaubens oder eine neue nur noch völkisch und rassisch bestimmte Reli­gion? Soll der Glaube sich gründen auf Gott und Jein Wort, oder soll es ein Glaube sein, den wir Deutsche uns selbst schaffen aus den Tiefen der deutschen Seele und aus unserem Blut? Wir wol­len das tiefe, leidenschaftliche Gottsuchen anerkennen, uns alle eint das Suchen nach Gott und das Be­kenntnis zum Dritten Reich. Diskussionen über Glaubensfragen sind wertlos. Glaube kann nur ver­kündigt und bezeugt und darum nur angenommen oder abgelehnt werden. Der Glaube kommt aus einer anderen Welt. Gott hat sich geoffenbart in seinem Wort und Sohn. Aber gerade diese werden von den Vertretern der völkischen Religion abge­lehnt. Offenbarung Gottes ist für sie nur unser Blut, Volk und Rasse. Danach könnte sich jedes Volk den Glauben selbst machen, es gäbe also so vielerlei Glauben und Götter als es Rassen gibt. Dann ist Gott nur eine Idee, ein Erzeugnis menschlichen Denkens. Gewiß ist jede Religion rassisch bestimmt, aber über der Rasse steht der Schöpfer. Wir beugen uns nur vor einem Gott außer uns, der sich uns offenbart. Wenn man sich seinen Gott selbst macht, dann gibt es bei uns auch kein zwingendes Gesetz mehr, dann schwindet alle Sittlichkeit, dann sinken wir zurück in heidnische Trostlosigkeit, an der auch ein heroisches Sichabfinden mit dem Schicksal nichts ändert. Wir können gar nicht dankbar gejiug sein, daß wir einen Gott und Vater haben, an dessen Führung wir glauben. Christ sein, heißt aus Gott leben. Es ist die Schicksalsjrage unseres Volkes, daß Christentum und Deutschtum sich darin zusam­menfinden, daß es heißt: deutsch sein heißt Christ sein. Der christliche Glaube, das ist meine völkische Religiosität!

Im zweiten Vortrag sprach der Redner über das Thema

Der deutsche Christus".

Nach Feststellung des bibilischen Tatbestandes, daß Jesus die eigentliche Gottesoffenbarung und nicht eine Lokaloffenbarung des jüdischen Volkes ist, behandelte der Vortragende die Einwände, die ge­gen Jesus gemacht werden: das Christentum fei nicht artgemäß, es fei an dem Unglück Deutschlands schuld, ehe es nicht verschwinde, könne es nicht besser werden (Prof. Bergmann). Die einen sagen Jesus sei Jude (Mathilde Ludendorff), die anderen er sei Arier. Man macht aus Jesus einen arischen Helden, man schaltet das Alte Testament aus und entfernt auch aus dem Neuen Testament viele Züge am Jefusbild. Das Wissen um die verschiedenen

Stufen der Offenbarung in der Bibel gestattet uns jedoch nicht, an dem Bilde Jesu herumzuschneiden und uns ein Wunschbild zurechtzumachen. Ob es uns Deutschen gefällt oder nicht, es hat Gott aus den verschiedensten Gründen gefallen, seinen Sohn im Volk Israel Mensch werden zu lassen. Aber Jesus ist als Sohn Gottes auferstanden und als Herr über alle Völker von Gott gesetzt und gegen Himmel gefahren. In ihm Ist etwas in die Welt getreten, was seinen Ursprung jenseits aller irdischen und rassischen Zusammenhänge hat. Weil wir als deutsche Menschen Gott brauchen und ohne ihn nicht leben können, darum können wir auch auf Christus nicht verzichten. Jesus ist gottgemäß. Weil Jesus an keine Rasse gebunden ist, deshalb kann er jeder Art nahekommen. Bei ihm ist nicht Artgemäßheit, sondern Artvollendung. Er sagt uns nicht, was wir hören wollen, sondern was wir hören sollen und brauchen/ Was Jesus sagt, greift in unsere innerste Selbst­sucht und stört unsere Art positiv. Christus sagt uns, was unserer Art nötig ist. Das Christentum ist die Religion gegen den Strich und fordert von uns die Entscheidung, ob wir es ablehnen mit der Begrün­dungartfremd", oder ob wir uns darunter beugen. Die Kirche soll gewiß in ihrer Verkündigung art­fremde, undeutsche Art meiden, aber zeigen, daß für uns der biblische Christus auch der deutsche Christus ist. Mit Christus wird das dritte Reich unüberwindlich fein. Christus nicht deutsches Ideal­bild, sondern Gottes Sohn, für uns Mensch gewor­den, unser Herr, Erlöser und Vollender, Erfüller deutscher Art und Wesens, der deutsche Christus Gottes Sohn der Christus für die Deutschen. lieber den dritten Vortrag werden wir noch berichten.

Alsfeld, 12.Ium. Am vergangenen Montag fand wiederum eine Tagung der Kreisab- teilung Alsfeld des hessischen G e - meindetages unter dem Vorsitz von Bürger­meister Dr. Ising statt, an der sämtliche Bür­germeister des Kreises Alsfeld, soweit sie nicht ver­hindert waren, teilnahmen. Das Kreisamt war durch Kreisdirektor Dr. Stammler, Assessor Sei­bert, sowie durch Derwaltungsinspektor D i p p e 11 vertreten. Als Referenten für die Tagung waren er­schienen: Major a. D. Lindenau als Leiter der Meldestelle Gießen des freiwilligen Arbeitsdienstes, ferner Lehrer Schnell (Wernges) für das Refe­rat über Naturschutz.

Zu Beginn ter Tagung gedachte der Vorsitzende in ehrenden Worten des 3 5jährigen Dienst- Jubiläums des Bürgermeisters M e ß in Lie­derbach und überreichte tem Jubilar in anerkennen­den Worten für fein langjähriges, verdienstvolles Wirken zum Segen der Gemeinde Liederbach im Auftrage des Deutschen Gemeindetages eine ge­schmackvoll ausgestattete Ehrenurkunde. Kreisdirek­tor Dr. Stammler gedachte ebenfalls des Jubi­lars in warm empfundenen Worten der Anerken­nung für feine langjährige, vorbildliche Führung der Bürgermeistergeschäfte.

Als erster Referent sprach Major a. D. Lin­denau über

Zweck

und Bedeutung des Freiwilligen Arbeitsdienstes.

So wie die Schule und früher die allgemeine Wehr­pflicht die deutsche Jugend in vaterländischem Geiste erzogen, tritt heute, so führte er u. a. aus, ter frei­willige Arbeitsdienst hinzu. Seine große Aufgabe liege in der erzieherischen Wirkung zur Volksgemein­schaft. Auch der praktische Wert des Arbeitsdienstes fei äußerst wichtig. Er werde überall da ein gesetzt, w o große kulturelle Ziele und Auf«

Der dritte Vortrag nahm zu ter Frage Stellung Die deutsche evangelische Kirche und die dritte

Konfession".

Die deutsche Glaubensbewegung hat dem Christen­tum den Kampf angesagt, weil sie glaubt, das deutsche Volk müsse vom Christentum erlöst werden. Dieser Kampf muß jedoch nach Ansicht des Red­ners mit geistigen Waffen gekämpft werden, weil auf beiden Seiten Glaubensgenoffen und deutsche Volksgenossen stehen, die das Beste wollen, und weil gottsuchende Menschen miteinander ringen. Die DG. strebt nach staatlicher Anerkennung, des­halb ter Namen ,/dritte Konfession". Nach Professor Hauer will die DG. mithelfen,daß das deutsche Volk, das in ter fremden Glaubenswelt des be- kenntnis- und kirchengebuntenen Christentums nie eine wirkliche Heimat gefunden hat, heimkomme zu feinem Eigenen". In der Forderung nach Glau­bensfreiheit ist die Kirche mit ter DG. einig. Aber Anerkennung als öffentliche Religionsgemeinschaft, das bedeutet eigenen Religionsunterricht, Einrich­tung von eigenen Universitätslehrstühlen für ger­manisch-deutsche Glaubenskunde und Bildung von Gemeinden. Dann würde die christliche Kirche zu­geben, daß es nicht mehr eine Wahrheit, sondern viele Wahrheiten gebe, über die man diskutieren könnte. Im Wesen des christlichen Glaubens liege es aber, daß es nur eine Wahrheit geben kann. Gott braucht zur Verkündigung feiner Ehre auf Erden die Kirche, darum gilt es in der Kirche zu stehen, darin männlicher zu werden. Gott wird siegen und wir werden mitsiegen, wenn wir uns fest an sein Wort halten...

Die drei Vorträge fanden leider keine so große Zuhörerschaft, wie sie es verdient hätten, aber mit steigender Aufmerksamkeit folgten die erschienenen Gemeindeglieter den Ausführungen des Redners.

gaben des Staates und der Gemeinden in Frage kommen. Er erläuterte die hauptsächlichsten Auf­gabengebiete des freiwilligen Arbeitsdienstes. Der Redner wies mit Deutlichkeit daraus hin, daß der freiwillige Arbeitsdienst keine militärische Vorberei­tung sei, allerdings würden die jungen Leute zur Disziplin und Ordnung erzogen. Der Redner erläu­terte ferner die Bestimmungen über die Einstellung zum freiwilligen Arbeitsdienst.

Die Arbeilsämler werten künftig niemand mehr einstellen, der nicht im Besitze eines Arbeite- pasfes sei

über eine mindestens sechsmonatige erfolgreiche Betätigung in einem Arbeitslager. Der Redner gab sodann die einzelnen Meldebestimmungen bekannt. Er schloß mit der Aufforderung an die Bürger­meister, sich tatkräftig für d i e Förderung des freiwilligen Arbeitsdienste's einzusetzen.

Hierauf folgte das Referat von Lehrer Schnell- Wernges über

Förderung des Naturschutzes durch die Gemeinden."

Der Redner verstand es in feinem äußerst in­teressanten Vortrag ein lebendiges Bild von den hohen ideellen Werten des Natur­schutzes zu geben. Es fei allerdings nicht zu bestreiten, daß ein gewisser Gegensatz zwischen Kul­tur und Natur bestehe. Der Städter sieht nur die Kultur, der Bauer beurteilt die Natur nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Man dürfe aber den Nützlichkeitsstandpunkt bei allen Kulturmaß­nahmen nicht ausschließlich betonen, andernfalls fei die Folge eine Verödung und Störung der Har­monie der Natur, wobei er an einzelnen Beispielen nachwies, daß diese Störung sich auch schädlich für die Menschen auswirken müsse.

Der Naturschutz wolle in dem Menschen das G e - fühl der Boden st ändigkeit stärken und

KommunalpvlUche Tagung in Alsfeld.

damit die, für uns heute so wichtige Bearfffe, Dluk und Boden fördern, denen wir unsere raffenförmige Formung verdanken. Der deutsche Boden sei hei. liges Land. Es sei die Aufgabe des Naturschutzes, die sittlichen Kräfte aus der Natur zu wecken, um Gemütswerte zu schaffen. Der Sinn für die Natur sei ein wichtiges Mittel zur Eindämmung der Land, flucht. Der Redner erläuterte sodann auf Grund des Naturschutzgesetzes vom Oktober 1931 die Haupt, sächlichsten Aufgabengebiete des Naturschutzes und die Maßnahmen zu deren Durchführung. Natur, schütz sei Dienst am Vaterland und habe neben dem Nützlichkeitsstandpunkt feine Berechtigung. Der Redner sand mit seinen, von einer hohen Auffas­sung Zeugnis ablegenden Ausführungen, lebhaften Beifall.

Hierauf erstattete der Vorsitzende

Bericht über die kürzlich in Mainz ffaffgefunbene Schulungstagung der kreisableilungsvorstände des hessischen Gemeindetages,

in der alle wichtigen, gegenwärtigen Verwaltungs. aufgaben der Gemeinden eingehend erörtert wor» den waren. .

Anschließend hieran fand eine Aussprache über laufende 23 e r m a 11 u n g s a n g e legenheiten statt, in deren Verlauf von feiten des Kreisamts verschiedene wichtige Ausschreiben des Ministeriums zur Kenntnis gebracht wurden. Am Schluffe der Tagung wandte sich der Dor« fitzende in scharfen Worten gegen die Miesmacher und Nörgler und forderte die Bürgermeister auf, in ihren Gemeinden mit allem Nachdruck derartigen Bestrebungen entgegenzutreten. Mit dem Ge. löbnis zur unwandelbaren Treue und Gefolgschaft für unseren Führer Adolf Hitler und mit einem begeistert aufgenommenenSieg-Heil" schloß der Vorsitzende die anregend verlaufene Tagung.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

* Rodheirn a. d. Bieber, 12. Juni. Arn Sonntag hielt die Ortsgruppe Rod heim a. d. B. des Kyffhäuserbundes im Benderschen Saale eine Versammlung ab. Kamerad Führer Müssener eröffnete die Tagung. Als 1. Punkt der Tagesordnung wurde die Teilnahme an der Feier des 50jährigen Bestehens des Nachbarvereins Waldgirmes am nächsten Sonntag besprochen. Allen Kameraden, die sich an dem Marsche nach Wald­girmes nicht beteiligen können, wurde zur Pflicht gemacht, an den hier ftattfintenten Sportwettkämp­fen der SA. teilzunehmen. Zur Verhandlung kommt alsdann die Teilnahme an der Tagung in Kassel, zu der sich 24 Teilnehmer verpflichteten. In feierlicher Weife erfolgte sodann die Ernennung der Kameraden Ludwig Christ und Jakob Ben- der von Rodheim zu Ehrenmitgliedern für ihre über 40 Jahre hinaus der Kriegervereinsfache er- wiefene Treue. Bestimmt wurde ferner, daß das Uebungsschießen der Schützengruppen künftig vor- mittags stattfinden soll. Neuerlich ist ein bewährter alter Brauch des Bundes, das sog.Fechtwesen" wieder aufgelebt, einer Sammeltätigkeit für die Krie« gerwaisenhäuser des Kyffhäuserbundes. AlsFecht­meister" wurde Kam. Hofmann II. bestimmt, ter seine Tätigkeit sofort beginnt. Als nächster Punkt der Tagesordnung folgten Mitteilungen des 23er- einsführers über die Verpflichtungen der Kame­raden, die in die SAR. II eingegliedert sind und je einen Beitrag von 50 Pf. für das 2. Quartal und 50 Pf. für den Ausweis erbringen müssen. Austritte aus der SAR. II können nur nach beson­derer Antragstellung unter Darlegung der Gründe eingeleitet werden. Der Vereinsführer schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und auf den Reichskanzler.

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Gießen, den 11. Juni 1934.

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