Einzelbild herunterladen

Aenderunaen der Postordnung vorgenommen, die am 1. Juli 1934 in Kraft treten. Es wird u. a. das Höchstmaß für Briefsendunaen in rechteckiger Form (Länge, Breite, Höhe) von 80 auf 90 Zentimeter er­höht. Die Mindestmaße für Briefsendungen sind herabgesetzt worden und decken sich jetzt mit den Mindestmaßen für Postkarten. Die Drucksachenbe­stimmungen sind dahin erweitert worden, daß Druck­träger aus dünnem Holz, Leder, Leinen und dergl. in papierähnlicher Form und Beschaffenheit als Drucksachen zugelassen sind. Ferner unterliegen Drucksachen in Briefform, die den Bestimmungen nicht entsprechen, je nach ihrer Beschaffenheit der Gebühr für Briefe, Geschäftspapiere oder Misch­sendungen. In Zukunft fällt auch bei Postwurfsen- dunaen, wenn für eine Postanstalt weniger als 10 Sendungen eingeliefert werden, der Mindestsatz die Gebühr von 10 Stück fort. Bei Briefpäckchen ist Wertangabe zugelassen worden.

Tagung der Wirtschaftsführer und Kreisbetriebszellenobmänner in Gießen.

Am 9. und 10. Juni fand hier im Eaf6 Leib eine Tagung der Wirtschaftsführer und Kreisbetriebs­zellenobmänner der Gaue Kurhessen und Hessen- Nassau statt. Bei der Eröffnungsversammlung am Samstag begrüßte Beigeordneter Bartholo­mäus die Gäste im Namen des Oberbürgermei» sters der Stadt Gießen. Der Leiter der Gaurechts- stelle der Deutschen Arbeitsfront, Pg. B i n g e l (Frankfurt), sprach dann über das ThemaFührer und Gefolgschaft". Er richtete einen zündenden Appell an die anwesenden Wirtschaftsführer, im­mer den Gedanken des Leistungsprinzips vor Augen, die gewaltige Aufbauarbeit zu leisten. Als Vertreter des Gauwirtschaftsberaters Eckhardt umriß Dr. Jokisch in großen Linien den zu-künf­tigen ständischen Aufbau des deutschen Volkes. Der Gauamtsleiter der NS.-Hago Kurhessen, Bern­hardt, zeigte dann die Wege, die in der Zusam­menarbeit zwischen NS.-Hago und Deutscher Ar- beitsfront gegangen werden müssen. Zum Schluß hielt der Landesobmann der DAF., Becker (Frank­furt), eine große Rede, in der er auf die grundsätz­lichen Aufgaben der Arbeitsfront einging.

Am Abend fand ein Kameradschaftsabend statt, dessen Ausgestaltung die GemeinschaftKraft durch Freude" übernommen hatte.

Der Sonntag sah die einzelnen Gruppen der Amtswalter (Presse, Kraft durch Freude, Propa­ganda, Organisation usw.) zu ernster Arbeit in mehreren Arbeitsgemeinschaften. Gegen 11 Uhr fand sich dann alles noch einmal im Caf6 Leib, wo Landesobmann Becker die Schlußansprache hielt. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß an der Ta- gung eine große Zahl Wirtschaftsführer teilgenom- men habe. Diese Bereitschaft mitzuarüeiten werde von der Arbeitsfront freudig anerkannt. Die Grund­lage der nunmehr monatlich stattfinden­den Tagungen bilde die Volksgemeinschaft. Es sei Aufgabe der Arbeitsfront, dafür zu sorgen, daß auch der letzte Volksgenosse von den großen Auf- gaben der Zeit erfaßt werde. Daß die Jugend ein­mal eine andere Welt vorfinde, als die, in der die augenblickliche Generation zu kämpfen habe, das lei gewiß und sei auch der Dank, der jetzt schon alle Ar­beit und allen Kampf beglücke. Die großen Auf- gaben, die noch zu lösen wären, könnten nur durch immerwährenden Einsatz bewältigt werden. Bei der großen Mehrzahl der Arbeitgeber herrsche heute schon ein aufopfernder Wille, der nicht genug aner- kannt werden könne. Heute schon gehe die neue Entwicklung viel schneller voran, als man habe er­warten können. Dem Wachstum von unten her könne sich niemand mehr entgegenfteüen. Der deutsche Arbeiter sei gut, er sei ein Mensch, mit dem man den Teufel aus der Hölle holen könne. Der deutsche Arbeiter gehe mit durch dick und dünn, wenn er wisse, daß er seinem Führer vertrauen könne. Daß heute dieses Vertrauensverhältnis wie- der herrsche, daß das ganze Volk wieder im glei- chen Schritt marschiere, das sei immer wieder nur dem einen zu verdanken: dem Führer Adolf Hitler!

Oie Organisation

der Zimmervermietung in Gießen.

Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Kreis­leiters der NSDAP., Pg. Hopfenmüller, fand gestern nachmittag im Stadthaus Bergstraße eine Sitzung statt, die sich mit der Organisation der Zimmervermietung (in der eine sozialere Lösung Platz greifen soll), befaßte. An der Sitzung nahmen Vertreter der Stadt Gießen und des Wohlfahrts­amtes, der NS.-Volkswohlfahrt, der NS.-Beamten­schaft, die Führerinnen der NS.-Frauenschaften in Gießen, ferner Vertreter des Mietervereins, des Hausbesitzervereins, der Studentenschaft, der Stu- dentenhilfe, des Verkehrsoereins und der Selbst­hilfeorganisation der Zimmervermieterinnen teil.

Der Versammlungsleiter führte eingangs aus, daß es leider noch immer viele Leute gebe, die Zim­mer vermieteten, ohne diese daraus entstehende Einnahme unbedingt nötig zu haben, während an­deren bedürftigen Volksgenossen, die aus diesen Ver­dienst angewiesen seien, die ExistenHbasis geschmä- lert werde. Bisher sei in allen Bestrebungen, diese Lage zu ändern, fast nichts erreicht worden, so daß sich nunmehr auch die Partei (nachdem die NS.» Volkswohlfahrt für die bedürftigen Dolksaenossen aufkommen müsse), darum bekümmern müsse. Dem Hausbesitzerverein, wie auch dem Mieterverein werde empfohlen, auf ihre Mitglieder einzuwirken, die übrigen Organisationen müßten durch ihre Un» terstützung dazu beitragen, daß ten bisherigen Ver­hältnissen gesteuert werde.

Der Leiter der Selbsthilfeorganisation der Zim- mervermieterinnen, Herr Römer, kennzeichnete in einem kurzen Referat die Lage eines großen Teiles der in der Selbsthilfeorganisation vereinigten Zimmervermieterinnen, er wies auf ein besonderes zwischen der Studentenschaft sowie dem Verkehrsver­ein einerseits und der Selbsthilfeorganisation ander­seits bestehendes Uebereinkommen hin, das sich bisher recht günstig ausgewirkt habe. Durch mancherlei Um­stände (Unterbringung von Studenten in Kamerad­schaftshäusern Kürzung von Mietbeihilfen usw.) habe sich aber die Lage der Zimmervermieterinnen erneut verschlechtert. Don den 680 Mitgliedern der Organi- sation, die insaesamt etwa 1000 Zimmer au ver­mieten hätten, seien gegenwärtig etwa 250 Zimmer leer. Es müsse versucht werden, diesen bedürftigen Frauen zu helfen, und dies werde möglich sein, wenn erreicht werde, daß Personen, die nach ihrem Einkommen es nicht nötig haben, Zimmer zu ver­mieten, diese Derdienstmöglichkeit abgeben. Es be­dürfe für diese Arbeit insbesondere der moralischen Unterstützung der Vereinigungen und der berufenen Organisationen in unserer Stadt, sowie auch der Stadtverwaltung, soweit in stadteigenen Häusern von den Mietern Untermieter gehalten werden. Der Redner gab in kurzen Umrissen einige Vorschläge bekannt für die Durchführung einer sozialeren Re­gelung der Zimmervermietung. Im übrigen sei eine

Die Arbeit der Irauengruppe im DDA. Gießen

Im Hotel Prinz Earl wurde gestern nachmittag die erste der von nun ab wieder regelmäßigen Zu­sammenkünfte der Frauengruppe des DDA. Gießen abgehallen. Der Nachmittag nahm einen sehr an­regenden Verlauf.

Frau Eger, die Führerin der Frauengruppe, hieß die Teilnehmerinnen herzlich willkommen, wies kurz auf den Sinn der Zusammenkünfte hin und betonte, daß der DDA.-Gedanke mehr als setther gepflegt werden solle. Die Pfingsttagung der Frauen des DDA. habe allen, die daran teilnehmen tonn­ten, wieder neuen Geist und neue Spannkraft ver- mittelt, die aus den großen Erlebnissen geschöpft worden seien, die mit derartigen Tagungen immer wieder verbunden seien.

Es sollten immer mehr Frauen an diesen Ta­gungen teilnehmen, denn gerade in diesem ge­meinsamen Erlebnis werde der wahre VDA.- Geisl wach.

In der Gruppe Gießen sei Aufschwung nötig. Herzlich willkommen feien alle jene, die am DDÄ. Interesse zeigten und zur Mitarbeit oder Unter» ftützung der guten Sache bereit wären. Die Zu­sammenkünfte sollten nunmehr jeden zweiten Mitt­woch im Monat stattfinden und immer wieder neuen Einblick in die Bestrebungen des DDA. vermitteln. Die große Aufgabe sei, den Gedanken an die Aus- landsdeutschen zu fördern, denn die Arbeit des DDA. fei schwerer geworden, als fie bisher je gewesen sei. Der Ausländsdeutsche bedürfe gerade jetzt einer weit größeren Unterstützung als bisher.

Im Anschluß an diese grundsätzlichen Ausführun­gen gab Frau Eger bekannt, daß es den Mitglie­dern frei gestellt sei, sich auch durch Handarbeiten, die durch eine spätere Verlosung umgesetzt werden sollten, nützlich zu machen. Die Abteilung Handar­beit würde von ben Damen Fräulein Steinbach, Frau S ch l i e p h a k e, Frl. Keller und Frau Brill übernommen, die jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stehen würden.

Oberschlefischer . . .

Die Leiterin der Versammlung gab ferner bekannt, daß voraussichtlich vom 10. bis 15. Juli junge Ober- schlesier, sechs Jungens und sechs Mädchen mit einer Führerin nach Gießen kämen und für diesen Zeit­raum unteraebracht werden sollten. Es sei eine der wichtigsten Aufgaben des VDA. mitzuhelfen, daß möglichst vielen grenz- und auslandsdeutschen Jugendlichen einmal der Aufenthalt im Reiche mög» lieh gemacht werde, damit die Verbindung mit der deutschen Jugend insbesondere erhalten bleibe und die auslandsdeutsche Jugend daraus immer neue Kraft schöpfen könne. Den jungen Leuten soll Ge­legenheit gegeben werden, möglichst am Unterricht in Geschichte und Literatur an hiesigen Schulen teilzunehmen, während die Nachmittage durch Aus­flüge ausgefüllt werden sollen. Ferner wies die Rednerin auf eine Straßen- und Haus- f am m lu n g hin, die demnächst wieder für den DDA. stattfinden solle und forderte insbesondere die jüngeren Mitglieder auf, sich zahlreich zur Ver­fügung zu stellen.

Frau Hamm machte sodann davon Mitteilung, daß am 20. Juni auf dem Schiffenberg eine Kund­gebung der NS. - Frauenschaft stattfinden werde, zu der auch die Frauengruppe des DDA. eingeladen sei. Als Sprecher sei Dr. Alex Röder gewonnen, die Friedberger Spielschar von Studien- rat Philipps, der Musikzug der SAR. und der DdM. würden mitwirken.

Ueberwachungsstelle eingerichtet, die in Zukunft straffer zu arbeiten haben werde.

Im Verlaufe einer kurzen Aussprache wurde darauf hingewiesen, daß für ein Vorgehen gegen unsoziale Zimmervermieter wohl die gesetzliche Handhabe fehle, der stellvertretende Kreisleiter Dg. Hopfenmüller betonte aber, daß es eine selbst­verständliche Pflicht der Moral fei, daß bei Zim­mervermietungen bedürftige Volksgenossen im Vor­dergrund stehen, auch wenn für die erforderlichen Maßnahmen nicht die gesetzliche Grundlage gegeben sei. Hier müsse das Grundsätzliche im Vordergrund stehen und niemand dürfe sich den bestehenden Not­wendigkeiten verschließen.

Die Versammlung wurde in dem einmütigen Geiste beschlossen, daß alle berufenen Vereinigungen ihre Mitwirkung zusagten, die bisherigen Verhält­nisse auf dem Gebiete der Zimmervermietung be­reinigen zu helfen.

Oie Maul- und Klauenseuche in Hessen.

Am 1. Juni waren In Hessen mit Ausnahme des Kreises Worms, wo ein Gehöft verseucht ist, alle Kreise frei von der Maul- und Klau­enseuche.

Daten für Mittwoch, 13. Juni.

1525: Vermählung Martin Luthers mit Katha- rina von Bora: 1831: der Physiker James Clerk Maxwell in Edinburg geboren (gestorben 1879); 1838: der Maler Eduard von Gebhardt in St. Johannes in Estland geboren (gestorben 1925); 1878 (bis 13. Juli): Berliner Kongreß; 1864: die oberschlesische Dichterin Elisabeth Grabowski in Ratibor gestorben.

BornoNzen.

Tageskalender für Mittwoch: Licht­svielhaus, BahnhofstraßeIhre Durchlaucht, die Verkäuferin". Ortsgruppe Gießen-Nord, Zellen 2, 3 und 4, 20.30 Uhr, Wirtschaft Hofmann, Zellen­abend mit Vortrag von SS. - Sturmbannführer Hainbach. Bergschenke, 20.15 Uhr, 3. Abonne» ment-Konzert der Reichswehrkapelle. Universität, Hörsaal 39, öffentlicher Vortrag überSind Ger­manentum und Christentum echte oder künstliche Gegensätze?". BO. Gießen, 20.30 Uhr, ,finden» bürg", BO.-Abend.

Drittes Militärkonzert in der Bergsckenke. Heute, Mittwoch abend, findet in der Bergschenke das dritte Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle statt. Zur Fahrt nach der Berg­schenke stehen Postautobusse bereit. (Siehe gestrige Anzeige.)

Die Oberhesfische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaft­liche Abteilung) hält am morgigen Donnerstag einen Vortragsabend ab. Professor Stüdel spricht über dieUreinwohner der Insel Heinan". (Siehe die heutige Anzeige.)

NSBO. Studentenschaft. Am kom- wenden Freitag, 15. Juni, findet in der Liebigshöhe eine große Kundgebung statt, die die Mitglieder der NSBO. und der Gießener Studentenschaft vereini­gen wird. Gaubetriebszellenleiter Pg. Demmer (Frankfurt a. M.) und Hochschulgruppensuhrer Pg. von Graeve werden sprechen. Die Musik wird ausgefübrt vorn Musikzug der SA.-R./116. (Siehe heutige Anzeige.)

In sehr lebendigen Ausführungen und in feiner Sprache schilderte dann im weiteren Verlauf des Nachmittags Frau Roloff ihre

Eindrücke von der Frauentagung des VDA. lu Mainz.

Auch sie stellte das Gemeinschaftserlebnis einer solchen Tagung in den Vordergrund und wies dar­auf hin, wie gerade die Anwesenheit und die Reden auslandsdeutscher Schwestern den bestimmenden Einfluß ausübten. Seit der Nationalen Revolution sei, so führte sie u. a. weiter aus, der Kampf um das Dasein und die Erhaltung des Deutschtums der Ausländsdeutschen auf allen Fronten heftiger ent­brannt denn je. Immer wieder müßten wir Nach­richten lesen aus der Tschechoslowakei, aus Polen, aus Italien usw., die erkennen ließen, wie schwer dieser Kampf sei.

Eine wirtschaftliche Höher-Assimilation der Deut­schen im Ausland sei fast nur mit dem Opfer des eigenen Volkstums zu erreichen. Der Weg sei erst dann für eine wirtschaftliche Besserstellung der Deut» schen im Ausland offen, wenn sie sich bereit fänden, sich anzugleichen an die fremde Nation. Das führe zu schweren Gewissenskonflikten. Auf solchen Ta­gungen, wie jene wieder in Mainz, sähen uns dann die Menschen mit ihren leidgeprüften Augen an, und ihrem Einfluß könne sich wohl kaum jemand ent­ziehen. Die auslandsdeutsche Jugend sei von der Entwicklung in unserem Vaterlands rückhaltlos be­geistert. Das sei verständlich, denn

dem Auslandsdeutschtum fei z. B. der Gedanke der Erbbiologie längst vertraut, da es ja anders gar nicht möglich gewesen wäre, das Deutsch­tum inmitten eines fremden Volkes rein zu er­halten. Der Ausländsdeutsche müsse auch auf das innigste mit dem Boben verbunden fein, wenn er nicht den letzten halt verlieren wolle.

Das Deutschtum in den Städten sei weitaus gefähr­deter als in den ländlichen Siedlungen.

Die schwierige Laae des Auslandsdeutschtums sei auch von der Reicksführung längst erkannt worden; das gehe ja insbesondere aus jenem Briete hervor, den Der Stellvertreter des Kanzlers, Reichsminifter Rudolf Heß aus Anlaß der Passauer Tagung an den Führer des VDA., Dr. Steinacher getrie­ben habe. Die Erkenntnis von der Bedeutung des VDA. fei überall durchgedrungen, man wisse aber auch, daß er sich von Einflüssen des offiziellen Deutschlands freizuhalten versuchen müsse, wenn die Lage d.er Ausländsdeutschen und die Unterstützunas- arbeit des VDA. nicht noch schwieriger werden solle. Die Reichsregierung stehe rückhaltlos hinter dem VDA., dürfe ihn aber nicht offiziell fordern.

In ihren weiteren Ausführungen beschäftigte sich die Rednerin mit der Reihe der Vorträge, die aus berufenstem Munde, von auslandsdeutschen Frauen und Männern gehalten wurden und in denen in er­schütternder Weise die einzelnen und immer wieder anders gelagerten Nöte der Ausländsdeutschen in den verschiedenen Ländern Europas und der Welt zum Ausdruck kamen. Die eindrucksvollen Schilde­rungen der Rednerin wurden mit lebhaftem dank­baren Beifall ausgenommen.

Mit dem Dank an die Rednerin und mit der Aufforderung zu zahlreicher Beteiligung am näch- ften Arbeitsnachmittaq schloß die Führerin der Frauengruppe des VDA., Frau Eger, die Ver­anstaltung.

LU. Von der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mit­geteilt: Der ordentliche Professor für Botanik an unserer Universität Dr. Küster wurde von der Royal Microscopical Society London in Anerken­nung seiner Leistungen auf Dem Gebiet der wissen» schaftlichen Mikroskopie zum Ehrenmitglied ernannt.

** Eine Zweiundachtzigjährige. Frau Katharina Noll, wohnhaft Frankfurter Straße 84, konnte am gestrigen Dienstag, 12. Juni, ihren 82. Ge­burtstag feiern. Frau Noll ist heute noch eifrige Leserin des Gießener Anzeigers, den sie bereits feit dem Jahre 1873 hält.

** Die Bauland-Umlegung zwischen Wilhelmstraße, Aulweg und Wartweg betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.

** Achtet auf Infekten st ich e. Die Ge­fährlichkeit der Insektenstiche, denen man in der wärmeren Jahreszeit wieder ausgesetzt ist, scheint noch immer nicht genügend bekannt zu fein. Die Insekten, die sich auf unsere Haut setzen, nähren sich nicht nur von den Säften lebender, sondern auch toter Tiere, saugen also gelegentlich sog. Leichen­gift; durch die Insektenstiche kann derartiges Gift auf die Menschen übertragen werden, was auch schon den Tod der Betroffenen zur Folge Hatte. Zunächst Hilft als bestes Mittel Salmiakgeist, den man sofort in die Wunde reibt. Es empfieylt sich daher, auf Spaziergängen und Wanderungen stets ein Fläschchen Salmiakgeist bei sich zu tragen. Tre­ten nach Insektenstichen starke Schwellungen auf, so ziehe man sofort den Arzt zu Rate.

**D o rn Sinn und Geist deutscher Sprichwörter." Zu dem ArtikelDom Sinn und Geist deutscher Sprichwörter", den mir am Montag, 11. Juni, veröffentlichten, sei ergänzend bemerkt, daß der Verfasser des Auftatzes Herr P. Scholz, Gießen, ist, der als eifriger Sammler im Laufe mehrerer Jahre nahezu 1000 Sprichwörter sammeln konnte.

Amtsgericht Gießen.

Ein Landwirt aus Muschenheim fuhr am 25. Ok­tober v. I. mit seinem mit Zuckerrübenblättern be« lodenen Fuhrwerk nach eingetretener Dunkelheit auf der Landstraße zwischen Lich und (Eberficht, ohne sein Fahrzeug beleuchtet zu haben. In gleicher Rich- hing fuhr ein Motorradfahrer mit Beifahrer, der den vor ihm herfahrenden Wagen nicht sah. Beide Fahrzeuge prallten aufeinander, wodurch der Mo­torradfahrer erheblich verletzt wurde. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängnis. In Höhe von drei Wochen wurde ihm bedingter Strafaufschub gewährt. Der Ange- klagte trägt außerdem die Kosten des Verfahrens. Große Strafkammer Gießen.

Wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März 1933 gegen heimtückische Angriffe gegen die Reichsregierung wurde der Wilhelm Ortmüller aus Gießen vom hiesigen Schöffengericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil von dem Angeklagten eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Der Angeklagte beleidigte anläßlich der Verhaftung feines Sohnes in der schwersten Weise die Reichsregierung.

I Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit einem Verbrechen im Sinne des § 176, Ziffer 3, RStGB. zum Vorwurf machte. Das Gericht erkannte auf 6 Monate Gefängnis.

Wegen desselben Verbrechens wurde der Wilhelm Hohmann aus Vilbel zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Der Angeklagte verging sich fortgesetzt an Mädchen unter 14 Jahren.

Reichstagung des RGLA. 1934 in Frankfurt a. M.

LPD. Frankfurt a. M., 12. Juni. Wie be­reits gemeldet, hält der Nationalsozialistische Lehrer­bund seine große R e i ch s t a g u n g am 3. bis 5. August 1934 in Frankfurt a. M. ab. Man rechnet damit, daß in diesen Tagen gegen 50 000 Leh­rer in Fran kfurt versammelt fein wer­den. U. a. ist eine große Saarkundgebung in der Festhalle vorgesehen, des weiteren ein Fest» zug aller Uniformträger innerhalb des NSLB., und als Höhepunkt eine Kundgebung im Sta­dion, bei der der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, Reichsminister Pg. R u st, der Reichsführer des NSLB. Minister S ch e m m, Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Vertreter der Reichsregierung sprechen werden. Die Organisationsleitung der Tagung hat der Obmann des Gaues Hessen-Nassau des NSLB. Pg. Ministe­rialrat Ringshausen dem Pg. Fr. Staufen­berg übertragen. Die Geschäftsstelle der Reichs- tagung des NSLB. befindet sich im Haus Offen- bad) in Frankfurt a. M.

Kinder-Landverschickung nach Oberschlesien:

LPD. Frankfurt a. M., 12. Juni. Die Gau­amtsteilung der NS.-Dolkswohlsahrt gibt folgendes bekannt: Am 15. Juni 1934 beginnt die Aktion Kinder-Landverschickung der NSV. 1934 mit einem Transport von 900 Kindern aus Frank­furt a. M., Offenbach, Hanau, Darmstadt,- Worms, Mainz und Wiesbaden nach Ober- schlesien. Der Stellvertreter des Gauleiters, die Be­hörden der Stadt Frankfurt a. M. sowie die Eltern werden sich um 10.15 Uhr von den nach Ober­schlesien fahrenden Kindern verabschieden. Die ge- amte Bevölkerung ist eingeladen, bei der Abfahrt der Kinder zugegen zu fein.

150031t Geldstrafe für Verstoß gegen die Reichsversicherungsordnung.

LPD. Mainz, 12. Juni. Gestern wurde vor der Großen Strafkammer gegen den ehemaligen Bürgermeister eines rheinhessischen Dorfes verhan­delt, weil er nicht nur versäumte, Jnvalidenmarken rechtzeitig einzukleben, wie er dazu verpflichtet ge­wesen wäre, sondern auch alte, bereits be­nutzte Marken wieder verwandte, indem er ein neues Datum darauf setzte. Das Gericht verurteilte den Mann zu insgesamt 1 5 0 0 Mark Geld­strafe, wobei ausdrücklich erwähnt wurde, daß die Strafminderung bei Verstößen gegen die Reichs- versicherungsordnung nicht in Frage komme, da hierbei die Rente der in Arbeit alt ge­wordenen Menschen auf dem Spiele stehe.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Ein Dort an eifrige Radiohörer!

Dor einiger Zeit ging durch das Radio eine sehr beherzigenswerte eindringliche Mahnung, die aber leider ziemlich unbeobachtet geblieben zu sein scheint. Es war die Ermahnung, abends spät bei angestelltem Radio mehr Rücksicht auf die Neben­menschen zu nehmen. Es ist erstaunlich, wie sehr gegen diese doch eigentlich selbstverständliche Pflicht gesündigt wird. Diele Radivbesitzer lassen das Radio im Betrieb, solange es überhaupt des Abends möglich ist, gleichgültig, ob die Mitbewohner und die Nachbarsleute in ihrer Nachtruhe gestört wer­den ober nicht. Viele Menschen, die tagsüber schwer arbeiten müssen, Kranke, besonders Nervenkranke, die sich oft so unendlich nach Schlaf sehnen, wälzen sich dann ruhelos auf ihrem Lager. Besonders schlimm ergeht es solchen Familien, die Wand an Wand mit einem solchen rücksichtslosen Radiobesitzer wohnen. An Schlaf ist unter solchen Umständen gar nicht zu denken. Immer wieder werden sie aufge­schreckt. Es gibt auch viele Eltern, die in ihrem Schlafzimmer das Radio angestellt lassen und die Kinder, die häufig in dem gleichen Zimmer schlafen, finden nicht die volle Ruhe. Es wäre erfreulich, wenn sich in dieser Hinsicht etwas mehr Nächsten­liebe durchsetzen würde. Eine Steigerung erfährt das erwähnte liebel noch dadurch, daß man jetzt in der warmen Jahreszeit gezwungen ist, die Fenster offen zu lassen und dadurch die Störung doppelt hart empfindet.

Sehr häufig hört man sagen, daß die Polizei für die Beendigung des Radiospiels keine frühe Stunde festgesetzt habe und infolgedessen niemand gezwungen sei, abzustellen, bevor das Programm zu Ende ist. Darum handelt es sich aber gar nicht, sondern man sollte erwarten dürfen, daß sich der denkende Mensch seinen Volksgenpssen insofern ver­pflichtet fühlt, daß er ihm, soweit es in feinen Kräften steht, die Nachtruhe nicht stört. Sehr ähn­lich wie das Radio wirkt sich auch das Verhalten mancher Passanten auf der Straße aus, die durch ihr Singen, Pfeifen oder durch laute Zurufe zu später Nachtstunde die Nachtruhe stören.

G. N.

Rundfunkprogramm.

Donnerstag, 14. 3unl:

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Rat» chläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach­richten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nach­richten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde:Zwerg Nase". 15.50: Wirt- chaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Rund- unkorchefters. 17.30: Das Erwachen der Natur.

17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! (Soziale Funk-Berichte.) 19: Militärkonzert. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. Zum 65. Geburtstag Siegfried Wagners:Dolksliedklana bei Siegfried Wagner". 21: Der Spielhof und fein Knecht. Hörspiel von Hanns Trautner. 21.45: Unterhaltungskonzert. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nach­richten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik.