Oberhessen.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 12. Juni. Im großen Saal von Gastwirt H. Braun hielt am Samstagabend der Reichsluftschutzbund eine stark besuchte Kundgebung ab. Bürgermeister K. E u l e r eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis auf die Hemmnisse, die uns der Versailler Vertrag in jeder Beziehung auferlegt habe. Desto mehr müßten wir die wenigen uns verbliebenen Verteidigungsmaß- nahmen in Angriff nehmen, von denen einer der passive Luftschutz sei. Der Bezirksschulungsleiter des Reichsluftschutzbundes für Oberhessen Pg. Schuch- Hardt (Gießen) ergriff sodann das Wort zu einem längeren Vortrag, in dem er den Zuhörern nochmals das Ziel und die Aufgabe des Reichsluftschutzbundes klarmachte. Erste Aufgabe sei es, mit der Eventualität eines zukünftigen Krieges zu rechnen und sich über die daraus entstehenden Gefahren vor allem für die Zivilbevölkerung klar zu sein. Die gefährlichste Waffe für das innere Land sei die Luftwaffe. Sich hiergegen zu schützen, sei erste Pflicht eines jeden Volksgenossen. Scharf geißelte der Redner die Methode der früheren marxistischen Regierungen, die mit einer riesigen Uebertreibung der Luftkrieggefahr deren Bekämpfung als aussichtslos dahingestellt und damit unterbunden haben. Die Abrüstungskonserenz zeige immer mehr die Lüge einer Waffenoerminderung und schon die Existenz einer groß ausgebauten Luftwaffe zeige den ausgesprochenen Angriffscharakter einer derartigen Waffe. Den besten Schutz hierfür zeigte der Redner sodann in eindrucksvollen Lichtbildern in allen Arten des passiven Schutzes, daneben auch den Stand der heutigen Luftwaffe unserer Nachbarn. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" aus den Führer schloß Pg. Schuchhardt seinen interessanten Vortrag. Mit der Mahnung, den Luftfchutzgedanken immer weiter wirksam zu verbreiten, schloß Bürgermeister Euler die Kundgebung.
? Lich, 12. Juni. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, hielt gestern abend in Steins Saalbau den Schulungsabend für den Monat Juni ab. Als Redner des Abends sprach der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfen müll er (Gießen) über das Thema: „Was ist wahrer Nationalsozialismus?" Der Redner wies zunächst besonders darauf hin, daß eine eingehende Schulung aller Volksgenossen erforderlich fei, damit jeder in die Idee des heutigen Deutschland hineinwachse. Jeder Deutsche müsse von innen heraus Nationalsozialist werden. Nicht das Tragen der braunen Uniform oder der verschiedensten Abzeichen mache den Nationalsozialisten, sondern das Leben an sich, die Tat, die Kleinarbeit an sich und anderen im Sinne und Geiste unseres großen Führers Adolf Hitler. In den weiteren Ausführungen stellte der Redner den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler als leuchtendes Beispiel für alle ins rechte Licht und zeigte, wie sich das ganze Volk im vergangenen Jahr einmütig zu ihm und den nationalsozialistischen Regierungsmaßnahmen bekannt habe. Nun gelte es weiter zu arbeiten im Ringen um die deutsche Seele. Der politische Gegner von früher sei heute unser Volksgenosse, der mit uns kämpft. Die noch abseits Stehenden sollten nicht mit Gewalt, sondern durch das gute Vorbild der Nationalsozialisten überzeugt werden, deren Richtschnur für all ihr Handeln unser Führer sei. In der kurzen Regierungszeit haben die Nationalsozialisten Großtaten vollbracht. Und doch machten sich schon heute reaktionäre Strömungen bemerkbar, die unberechtigte Kritik an den Nationalsozialisten üben wollten, und zwar geschehe dies meist aus sehr durchsichtigen Gründen. Der Redner machte auch keinen Hehl daraus, daß im
vorigen Jahr auch Fehler beim Aufbauwerk unterlaufen seien, wies aber darauf hin, daß diejenigen, die keine Fehler machen, aber auch sonst nichts machen würden. Kritik am rechten Ort und an rechter Stelle, dafür feien wir dankbar, aber ehrliche Kritik aus berufenem Munde müsse es sein. Während die Linke heute schweige und den Wahnsinn ihrer dunklen Wünsche eingesehen habe, erhebe der Standesdünkel wieder das Haupt. Dagegen müsse scharf Front gemacht werden, denn es käme nicht darauf an, welcher Herkunft ein Mensch sei, sondern darauf, was er Positives für fein Vaterland leistet. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen ging der Redner scharf mit denjenigen ins Gericht, die sich Parteigenossen nennen und doch keine Nationalsozialisten sind. In recht anschaulicher Weise ging der Redner dann auf die verschiedenen Tagesfragen (Erbhofgesetz usw.) ein, um zum Schluß die Ermahnung an die Versammelten zu richten, dem Führer allzeit treu zu bleiben, ihm zu folgen und nicht zu verzagen. Begeisterter Beifall wurde Pg. Hopfenmüller für seine lehrreichen und fesselnden Worte zuteil. Mit dreifachem „Sieg- Heil" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem Gesang der nationalen Hymnen fand die Versammlung ihren Abschluß.
Kreis Schotten.
rl. Gedern, 11. Juni. An der gestrigen na- t urgeschichtlichen Lehrwanderung des NSLB. Gedern nahmen fast alle Lehrer des Bezirks teil. Prof. Dr. ©pilger (Darmstadt), der sie zu führen zugesagt hatte, war leider erkrankt, so daß sich die Lehrer S ch n i e r l e (Gedern) und Klein (Hartmannshain) dieser Aufgabe unterziehen mußten. Die Wanderung begann hinter Hartmannshain und hatte das Hochmoor im Oberwald zum Ziel. Schon der Weg durch die bunte Welt der Bergwiesen und Wälder mit ihrem reichen Pflanzen- und Jnsektenleben spendete mannigfache Belehrung, Anregung und köstliche Freude. Besonders anziehend war es, festzustellen, wie der auf verhältnismäßig kleinen Flächen rasch wechselnde Wassergehalt des Bodens die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaften beeinflußt, wie aber auch noch so manche anderen Einflüsse (z. B. der Höhenlage) das Bild der Vogelsbergwiesen so wesentlich anders gestalten als das derjenigen in der Niederung. Auch manche kleine Seltenheit (z. B. die Mondraute, ein sonderbarer Farn) konnte aufgespürt werden. Das schöne, stille Hochmoor bereitete leider manche Enttäuschung. Sicher ist das auch auf das Konto der Trockenheit unseres heurigen Frühjahrs zu setzen. Wohl erfreute man sich des schönen Siebensterns, der Moosbeere und des Sonnentaus, mußte aber mit Betrübnis feststellen, wie die übrigen hier noch vorkommenden Moorpflanzen (selbst das Torfmoos!), von Waldmoosen (Polytrichum u. a.), Gräsern (besonders Molinia coerulea) und dem austrocknenden Einfluß der nicht hierher gehörenden Bergkiefern zurückgedrängt sind und wohl immer mehr werden. Auch über die Geschichte des Moores sprach Lehrer S ch n i e r l e. — Auf dem Hoherodskopf fand anschließend noch eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft Volksschule des Bezirkes statt, bei der Lehrer Eitel (Gedern) über Kriecks Nationalpolitische Erziehung sprach.
# Aus dem Vogelsberg, 12. Juni. Die anhaltenden beißen Wochen kommen auch unseren einheimischen Wildarten recht ungelegen. Die Gräben und Tümpel in den Wäldern sind zum größten Teil versiegt und die Tiere beginnen empfindlich den Durst zu fühlen. Das Durstgefühl zwingt die sonst sehr scheuen Tiere zur Außerachtlassung grö
ßerer Vorsicht. Am Hellen Tage selbst werden Rehe gesichtet, die weit vom schützenden Wald entfernte Bachläufe zum Stillen ihres Durstes aufsuchen. Die Nähe menschlicher Wohnungen scheint sie hierbei wenig zu stören. Auch Hasen und Federwild halten sich vielfach jetzt in der Nähe der Wasserläufe auf. Verschiedene Bäche sind auf ihrem Oberlauf auf größere Entfernung ausgetrocknet. Hier und da sind nur noch seichte Tümpel vorhanden, in denen sich träge einige Fische bewegen. Unsere Singvögel sind gegenwärtig sehr dankbar, wenn man ihnen im Garten eine kleine Trink- und Badegelegenheit beschafft.
Kreis Alsfeld.
ff. Grebenau, 11.Juni. Gestern fand in der hiesigen Turnhalle eine öffentliche nationalsozialistische Versammlung gecjen die Kritiker, Nörgler und Miesmacher statt. Viele Volksgenossen aus der ganzen Umgegend sowie sämtliche Gliederungen der NSDAP, nahmen an der Versammlung teil, so daß die Turnhalle sehr gut besetzt war. Örtsgruppenleiter Konrad Haber- mehl- Eulersdorf eröffnete die Versammlung und erteilte dem Redner, Pg. und Kreisbauernführer Geiß- Vadenrod, das Wort. Im ersten Teil seiner Ausführungen behandelte er zunächst den Aufbau und die ganze Organisation des Reichsnährstandes vom Orts- bis zum Reichsbauernführer aufwärts. Ganz besonders erklärte er die einzelnen wichtigsten Bestimmungen des Erbhofgesetzes. Wenn dieses Gesetz auch heute für manchen Bauern Härte bedeute, so wären auch hier Übergangsbestimmungen geschaffen, um allzu große Härten zu vermeiden. Auch sei der spekulative An- und Verkauf von Land durch das Erbhofgesetz untersagt. Das Gesetz werde sich erst nach Jahrzehnten segensreich auswirken. Die vornehmste Aufgabe eines jeden Volksgenossen sei jetzt, mitzuarbeiten am Aufbau des ganzen deutschen Vaterlandes, den Unterführern ihr Amt nicht zu erschweren und jede meist unberechtigte Kritik zu unterlassen. Nach Stellung einiger Fragen, die der Kreisbauernführer ausführlich beantwortete und gemeinsamem Gesang der ersten Strophe des Horst-Wessel-Liedes, sowie mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Dolkskanzler und Führer, schloß der Ortsgruppenleiter Habermehl die Versammlung.
—.— Homberg, 12. Juni. Am Samstagabend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, in der Stadthalle eine Kundgebung gegen Miesmacher und Kritiker. Es sprach Pg. Bartholomäus aus Gießen. Zunächst zeigte er an interessanten Beispielen die Gründe für das ewige Nörgeln aller Hetzer und falscher Kritiker. Meist seien Merger und reiner Egoismus der Anlaß der Nörgeleien. Nichts sei von jenen ausgenommen von dem herrlichen Grundsatz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Frei und offen sage es der Redner: Nationalsozialist sein sei nicht leicht. Dazu gehört der schöne, aber auch so schwere Sieg über sich selbst. Und einzig und allein an den Früchten, an den Werken erkenne man den echten Nationalsozialisten. Das Ziel aber sei und bleibe die echte Volksgemeinschaft. Reicher Beifall belohnte den Redner. Die Feuerwehrkapelle und der Silcherchor verschönten den Abend.
# Ober-Ohmen, 9. Juni. Gestern abend fand im Saale der Wirtschaft „Zur Krone" eine Versammlung der NSBO. und der DAF. statt. Zellenwart Kehr gab an Hand einer Verfügung bekannt, daß SS.» und SA.-Kameraden nitch von der Beitragsleistung zur Deutschen Arbeitsfront befreit sind, wie verschiedentlich irrtümlich angenommen wurde, sondern die Hälfte des jeweiligen Beitragssatzes gemäß ihrem Einkommen zu leisten haben. Dasselbe treffe auch für die NSBO. zu, erklärte Kassenwart Stock, der über Beitragsfragen im allgemeinen referierte. Kamerad Z u -
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lauf gab anschließend die Besetzung der Aemler in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bekannt. Zellenwart Kehr wies noch auf einen demnächst abgehenden Sonderzug an den Rhein hin und forderte zur Meldung auf, ferner regte er zum Besuch der Veranstaltung „Kraft durch Freude" in Ruppertenrod am Abend des 9. Juni an. Ab» schließend referierte Pg. Falk über das gegenwärtig aktuelle Thema „Unfall und Scha- densverhütung" unter Hinweis auf die in der Zeit vom 9. bis 16. Juni stattfindende Unfall- verhütungswoche. Pg. Falk zeigte an Hand von statistischem Material, welche ungeheueren Werte an Gut und Blut alljährlich durch Unfälle verloren gehen. Die Anwesenden folgten den Ausführungen mit großem Interesse.
ft. Kirtorf, 11. Juni. Dieser Tage fand hier im überfüllten Saale der Gastwirtschaft Becker eine Tonfilmveranstaltung eines der vom Reichskulturamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in alle Teile des Reiches entsandten Tvn- filmwagen statt. Die NS.-Formationen nahmen an der Veranstaltung, in der nach einer Kindervorstellung am Nachmitwg, neben zwei Kulturklangfilmen das großartige Filmwerk „Die letzte Kompanie" zur Aufführung gelangte, geschlossen teil. In einem der Beifilme wurde die schöne deutsche Stadt Weimar gezeigt. Zum Schluß der Veranstaltung hielt der Ortsgruppen-Betriebszellenobmann Schombert eine Ansprache der Dankbarkeit und Anerkennung und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren Führer. Das Horst-Wessel- Lied bildete den Abschluß der Veranstaltung.
N. Flensungen, 12. Juni. Am Sonntag fand im hiesigen Bibelheim Flensungerhof das elfte Jahressest statt. Von schönem Wetter begünstigt konnten die Weihestunde und mittags die Der- sammlung im Freien gehalten werden. Die Nach, mittagsfeier wurde von einem Posaunenchor eingeleitet. Der Gitarrenchor Flensungen trug drei Lieder vor. Der Hausvater des Bibelheims, Prediger Peters, blickte in seiner Predigt auf die vergangenen elf Jahre zurück, Jahre segensreicher Tätigkeit und gnadenreicher Durchhilfe. Weitere Ansprachen hielten Jugendsekretär Prediger G v m- batz und Prediger Härüle. Mit einem Lob- und Danklied klang die weihevolle Stunde aus.
81. Konferenz der hessifchen Vergwerksbetriedsleiter
preutzen.
Kreis Wetzlar
X Kinzenbach, 12. Juni. Einen gut besuchten Tonfilmabend veranstaltete der Stützpunkt Kinzenbach der NSDAP, am Montag im Saalbau Peusch. Als Hauptfilm lief „S A.- Mann Brand t", der in klarer Weife den Kampf der nationalsozialistischen Bewegung in den Jahren des Niederganges wiedergab. Er bekundete vor allem den unbeugsamen Willen und den Heroismus unserer Jugend aus dieser Zeit und mahnte gleichzeitig für die Arbeit in der Zukunft. Im Beiprogramm sah man einen Film von der deutschen Marine. Der Besuch aus den benachabrten Ortschaften war sehr rege.
$ür 5000 ZtM. Schmucksachen gestohlen
LPD. Frankfurt a. M., 12. Juni. Im Laufe des Sonntags find einem hier ansässigen Juwelier aus einer in seiner Wohnung aufbewahrten Kassette etwa acht bis zehn Brillanten im Werte von ungefähr 5 0 0 0 Mark entwendet worden. Die Kassette hatte der bisher unbekannte Täter gewaltsam geöffnet. Wie der Täter in die Wohnung gelangen konnte, ist bisher noch nicht geklärt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind im Gange.
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Bekanntmachuno.
Betr.: Baulandumlegung zwischen Wilhelmstraße, Aulweg, Wartweg der Gemarkung Gießen.
Auf Grund des Artikels 26 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1927 wird hiermit öffentlich bekanntgemacht, daß für die Grundstücke Flur V Nr.
167n/ioo, 168°/,o, 172, 173, 174, 175, 1756/io, 176, 177, 1776/io, 1783/io, 1787m, 1787io, 1787m, 1787m, 178-Vioo, 178'7ioo, 17827ioo, 178=7,°", 179, 180, 181, 182, 1837io, 1837io, 1847,°, 1857m, 1887,o, 1887io, 189, 1907io, 1937m, 233, 236, 237, 238, 239 240, 2417m, 2417m, 2427m, 2427,o, 2427m, 242710, 2427m, 243, 244, 245, 246, 247, 2507m, 251, 2537w, 256, 257, 258, 259, 260, 3557m, 3557m, 356, 3567io, 357, 358. 360, 361, 368, 369, 372
der Gemarkung Gießen die Baulandumlegung beschlossen wurde, welche die Bezeichnung „Baulandumlegung zwischen Wilhelmstraße — Aulweg — Wartweg" führt.
Weiter wird bekanntHegeben, daß während der Dauer des Umlegungsverfahrens die Errichtung von baulichen Anlagen jeder Art sowie der Uebergang zu einer Bewirtschaftung des Grundstücks, die von der bisherigen oder gewöhnlichen Art der Bewirtschaftung erheblich abweicht und geeignet ist, dos Umlegungsverfahren zu verhindern, zu erschweren und zu verzögern, in dem Umlegungsgebiet untersagt sind. Im Widerspruch mit dem Verbot errichtete Bauten oder wirtschaftliche Umänderungen bleiben im Umlegungsverfahren unberücksichtigt. 3534C
Gießen, den 30. Mai 1934.
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