unsere Vorfahren gesungen, wie sie es, mit den Sitten und Gebräuchen zusammen, auf uns vererbt. Und gerade du, deutsche Jugend, du sollst, du mußt Vorkämpfer sein, damit wieder deutsches Leben und Werken lebendig wird und bleibt im deutschen Volkslied.
Abzugsfähigkeit von Spenden nur bei Besteuerung nach dem Verbrauch.
In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 6) lesen wir:
1. Nach der neuesten Rechtssprechung des Reichsfinanzhofes und den Richtlinien des Reichsfinanzministers für die Veranlagung der Einkommensteuer 1933 vom 27. Januar 1933 sind Spenden an gemeinnützige oder wohltätige Vereine oder für gemeinnützige oder wohltätige Zwecke bei der Berechnung des Einkommens nicht zum Abzug zugelassen. Hierunter fallen namentlich die Spenden
a) für das Winterhilfswerk,
b) für die Hitlerfpende der deutschen Wirtschaft und
c) Spenden an die SA. und SS.
2. Die Rechtslage ist jedoch, worauf der Reichsfinanzminister in einem Erlaß vom 16. Februar 1934 (S. 2141 — 24 III) ausdrücklich hinweist, anders, wenn nach § 49 Eink.St.Gef. an Stelle des Einkommens der Verbrauch der Besteuerung zugrunde gelegt wird. Da nach dieser Bestimmung
Werdet Mitglied
der 7lS - Bottswohlfahrt!
Beiträge an inländische Vereinigungen, die ausschließlich wissenschaftliche, mildtätige ober gemeinnützige Zwecke verfolgen, nicht zum Verbrauch gehören, können auch die obengenannten Spenden bei Berechnung des Verbrauchs abgezogen werden. Besonders hervorzuheben ist, daß diese Regelung auch für Spenden an die SA. und SS. gilt. Hiermit hat sich der Reichsfinanzminister in dem genannten Erlaß ausdrücklich einverstanden erklärt.
Ergibt sich weiterhin bei der Berechnung des Verbrauchs, daß nur durch Spenden der genannten Art die für die Verbrauchsbesteuerung erforderliche Höhe des Verbrauchs erreicht würde, so hat in diesen Fällen eine Besteuerung nach dem Verbrauch zu unterbleiben.
Gießener Krühjahrs-Pferdemarkt.
Im heutigen Anzeigenteil wird auf den am 21. März in Gießen stattfindenden Pferdemarkt hingewiefen. Für die Prämiierung der angemeldeten Pferde sind 1090 Mark vorgesehen. Anmeldun
gen zur Prämierung sind bis Samstag, 17. Marz, 10 Uhr, an Herrn August Schwan, Gießen, Wilhelmstraße 41, zu richten; dort sind auch Prämiierungspläne erhälllich.
Mit dem Pferdemarkt sind von 11 Uhr ab auf dem Gelände neben dem Pferdemarktplatz reitsport- liche Darbietungen der Reichswehr, Polizei, SA. und der Reitervereine verbunden. Während der Veranstaltung Konzert. Man beachte die heutige Anzeige.
Gießener Wochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 13. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10, Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 8, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,20 Mark, Tomateb 50 Pf., Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3%, der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, bas Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 25, junge Hähne 80, Suppenhühner 80, Blumenkohl, das Stück 40 bis 80, Salat 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf.
Bornottzerr.
— Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Schneider Wibbel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mutter und Kind". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Hotel Schütz: 10 bis 19 Uhr, Kunst-Ausstellung.
*
** Eine Achzigjährige. Frau Friederike Henkel Wwe., Neuen Bäue 7, kann am morgigen Mittwoch, 14. März, ihren 80. Geburtstag feiern. Die Jubilarin ist feit Jahrzehnten Leserin des Gießener Anzeigers.
** Gegen übereilten Abbau von Diakonen und Jugendpflegern. Der Landesbischof weist die Kirchenvorstände und Geistlichen darauf hin, daß es nicht angängig ist, übereilt Diakonen, Iugendpflegern, Jugendsekretären und Jugendführern zu kündigen, denn die große volks- mifsionarische Aufgabe, die der evangelischen Kirche durch die Eingliederung der evangelischen Jugend jetzt an deren Gesamtheit erwächst, erfordere den vollen Einsatz aller bewährten Kräfte im evangelischen Jugendwerk.
** Zur Obstbaumpflege in der Gemarkung Gießen. Der örtliche Führer für den Obstbau weist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß in den nächsten Tagen die Winterspritzung der Obstbäume sofern sie von den Besitzern noch nicht durchgeführt ist, unter der Oberleitung des Instituts für Pflanzenschutz und unter Aufsicht der städtischen Feldschutzorgane durchgeführt wird.
Große Kundgebung der AS-Irauenschast Gießen
Unter starker Beteiligung der Mitglieder der NS.- Frauenschaft und der übrigen Frauenorganisationen unserer Stadt fand gestern abend in der bis auf den letzten Platz besetzten „Liebigshöhe" eine Kundgebung der Gießener NS.-Frauenschaft statt. Nach einigen Begrüßungsworten der Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Pgn. Harth hörte man zunächst in feiner Wiedergabe ein Trio in (J-Dur für Klavier, Violine und Cello von Joseph Haydn (Frau L u l e y, Frl. Zimmer, Herr Rich. Will), das von den Zuhörerinnen mit andächtiger Stille angehört wurde und lebhaften Beifall auslöste. Sodann hielt
pgn. Krau Brüchmann-Krankfurt a. M. eine kurze Ansprache. Ihren Ausführungen fei folgendes entnommen: Der 12. November 1933 fei von weltpolitischer Bedeutung gewesen. Deutschland, als das Herz Europas, sei im europäischen Geschick immer ausschlaggebend gewesen. Das deutsche Volk sei sich seiner hohen Aufgabe bewußt gewesen. Für uns Deutsche aber sei der 12. November ein erhebendes Bekenntnis der Gefolgschaftstreue. Ohne dieses Bekenntnis wäre der Opfergang des deutschen Volkes in dem vergangenen Jahrzehnt umsonst gewesen. Die Zeit des Kampfes dürfe nicht vergessen werden.
Das „Deutschland erwache!" werde jetzt ab- gelöst von dem Wort „Deutsche Frau, deutsche Mutter bleibe wach!" Das Errungene dürfe unseren Händen nicht mehr entwunden werden.
Das deutsche Schicksal liege in den Händen der Mütter, weil in ihren Händen die Erziehung der deutschen Jugend liege. Mütter- und Frauenwerk nährten stets unser Volkstum.
Die Ursache und der Ursprung deutschen Wesens liege bei den Müttern. In den Müttern lebe und sterbe das deutsche Volk. Die Germanen glaubten und wußten, daß in ihren Frauen etwas Heiliges fei. In jeder Frauenseele lebe Mütterlich-Heiliges, das gepflegt und erhalten werden müsse. Es komme nicht auf das konfessionelle Bekenntnis an, sondern darauf, daß wir unser Handeln vor Gott verantworten könnten.
Die Erziehung der Jugend müsse so geslaliet sein, daß sie vor der Zukunft des Volkes verantwortet werden könne.
Deutschland brauche tüchtige Männer und Frauen. Deutschland brauche aber nicht nur die Mütter und kommenden Mütter, sondern auch jene, deren vorbestimmte Männer im Weltkriege fielen. Sie müßten Mütterstellen vertreten und helfen. Da komme es auf jede an. Bisher fei erst der Grundstein für alle Zukunftsarbeit gelegt. Wir dürften nie müde werden, lieber aller Arbeit stehe das Wort: „Deutschland!" Mit einem „Sieg-Heil!" aus den Führer schloß die Rednerin ihre begeistert aufgenommenen Worte. Gemeinsam wurden zwei Verse des Liedes ,,£) Deutschland hoch in Ehren" gesungen.
Nach einer Pause brachte Frau Weyl unter Klavierbegleitung durch Frau Luley zwei prächtige Lieder zum Vortrag. Zunächst hörte man das empfindsame „Heimweh" von I. von Eichendorfs (Vertonung Hugo Wolf) und dann die aufrüttelnde „Mahnung" von Will V e s p e r im Satz von Hans Her m a n n. Die innige Wiedergabe der beiden Lieder löste viel Freude und ebensoviel dankbaren Beifall aus.
Im Mittelpunkt des zweiten Teiles der Veranstaltung stand der Vortrag von
pgn. Krau Brunner-Krankfurt a.M. über das Thema „Warum NS.-Frauen- fchaft?". Ihren Ausführungen fei folgendes entnommen: „Deutschland, unser Kinder- und Vaterland!" Darin liege die Aufgabe der Frau. Vaterland sei heiß umkämpfter deutscher Boden, Boden der Väter. Kinderland! Das bedeute Land, in dem die Kinder leben sollen. Als die NS.-Frauenschaft erstand, sei in Deutschland eine neue Welt geboren
worden. Die Männer kämpften auf der Straße. Aber auch die Frauen standen nicht abseits. Sie halfen Wunden heilen, die im Kampf geschlagen wurden. Die Not der vergangenen Jahre sei an keiner Familie vorübergegangen. Da habe es der Hilfe bedurft. Sa fei die nächste Arbeit der NS.- Frauenschaft Arbeit der Hilfe gewesen.
Die NS.-Frauenschaft sei größer geworden und als der Nationalismus Staat wurde, habe die Hilfe nicht mehr nur den kämpfenden gehört, sondern dem ganzen deutschen Volke.
So fei ein Hilfswerk geworden, wie es die Welt noch nicht gefehen habe. Treppauf, treppab feien die Frauen gegangen, sammelten Lebensmittel, Kleidungsstücke usw. In vielen Stunden seien die Kleidungsstücke repariert, aus altem Neues geschaffen worden. Nichts sei herausgegangen, was nicht gewaschen und gebügelt gewesen sei. Das Hitler-Mädel habe neben der alten Frau gesessen in der Arbeit der Hilfe. Alle seien sich beffen bewußt gewesen, daß sie für den Führer standen, so wie er für das ganze Volk stehe und wirke. Der Frauenschaft seien immer mehr Ausgaben erwachsen. Dem Winterhilfswerk habe das ganze deutsche Volk mit religiösem Eifer geholfen. So könnten wir nun auch sagen, „O, Deutschland, hoch in Ehren". Unsere Ehre und unser Werk seien zur deutschen Ehre geworden. Aber nach dem beendeten Winterhilfswerk dürften wir nicht aufhören zu arbeiten. Bei dem nun beginnenden Sommerhilfswerk handle es sich um
Mutter und Kind.
Und da werde kaum eine Frau zurückstehen wollen, Die deutsche Frau stehe seit Jahren in einem unerhörten Kampf und ihr müsse überall geholfen werden, wenn sie Mutter sei. Die NS.-Frauenschaft müsse überall da einsetzen, wo Mutter oder Kind in irgendeiner Gefahr seien. Für diese Arbeit müsse alle Kraft zusammengefaßt werden und sie müsse in der gleichen großzügigen Weise getan werden, wie sie für das Winterhilfswerk geleistet wurde.
Es gelte für die Zukunft aber auch wieder all das zurückzuerobern, was das deutsche Volk jemals an äußeren und inneren Werten befaß. Es gehe ja nicht nur um unsere Welt, sondern um das Deutschland als Kinderland.
Es gilt die deutsche Kultur zu verteidigen und alles weiterzugeben, nas uns gut und heilig erschien. Kultur habe aber nur dann Sinn, wenn alle Volksgenossen ihrer teilhaftig würden.
Deshalb seien in der NS.-Frauenschaft alle deutschen Frauen zusammengeschlossen. Das deutsche Volk sei immer nur in der Einigkeit stark. Die NS.- Frauensckaft sei hinweggegangen über alle Stan- desunterschiede. Wir müßten nun aber auch den Millen zur gemeinsamen Arbeit haben. Der Gedanke an Kultur solle dabei nicht so hoch hinauf- gestellt werden, daß er vielen nicht erreichbar sei. Kultur müsse allen zugänglich gemacht werden. Der deutschen Jugend müsse in Zukunft aller Kitsch und Schund ferngehalten werden. Die deutsche Kultur müsse Teil unserer selbst fein. Das deutsche Volkstum und die deutsche Vergangenheit seien reich genug, uns immer wieder zu geben. An Stelle aller fremoen Kultur müsse deutsche Kultur treten. Mehr als je müsse der Gedanke der Heimat gepflegt werden. Die starken Wurzeln unserer Kraft liegen im Heimatboden. In der NS.-Frauenschaft sollen deshalb auch Heimatkunde, alter Brauch und alte Sitte gepflegt werden. Alte Kindermärchen müßten wieder aufleben, damit die Verbindung zwischen dem Kinder- und dem Vaterland hergestellt werde.
Darüber hinaus habe die NS.-Frauenschaft die Aufgabe der polittschen Schulung. Geschult werde nur aus nationalsozialistischem Geiste. Auch hier werde niemand ausgeschlossen. Alle Volksgenosfinnen müßten über die Schicksalsfragen des deutschen volles Im Bilde sein.
Das Volk zu bilden, nicht vorn Katheder her, sondern aus der Mitte des Volkes heraus, fei große und schöne Aufgabe. Kultur komme nie von oben herab, sondern immer aus dem Mutterboden und aus der kleinsten Zelle, aus der Familie.
Im Mittelpunkt der Familie stehe immer die Frau. Was die Frau tue, gehe hinaus in das Volk. Immer sei aus kinderreichen Familien die deutsche Kultur erwachsen. Und nur aus kinderreichen Familien erneuere sich das Volk. Haus und Heim seien niemals Selbstzweck. Kraft komme immer aus der Gemeinschaft, nie vom einzelnen.
Der Blick müsse immer auf das große Ganze gerichtet bleiben. Es komme nicht auf den Nutzen des einzelnen an. Alles müsse dem Nutzen und Der Ehre des deutschen Volkes dienen. Da sei alles Kleine zu vergessen, denn nur so könnten wir unser Vaterland in das Kinderland hinüberführen (Lebhafter Beifall!)
Mit zwei gemeinsam gesungenen Versen des Deutschlandliedes und mit kurzen Schlußworten der Frauenschaftsleiterin Pgn. Harth fand die eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß.
Deutsch sei dein Geschenk zum Osterfest!
Wir rüsten zum Osterfest im neuen Frühling unseres Volkes. Nach der gewaltigen Auferstehungsfeier im Vorjahre — da aus Bauern, Bürgern und Arbeitern das deutsche Volk erstand —, schritt dieses Volk unbeirrbar auf der Bahn des Aufsttegs voran.
Alle Kräfte, die in unserem jungen, starken Volk schlummern, sind wieder frei geworden.
Und wie in dieser Frühlingszeit unter den wärmenden Sonnenstrahlen der Saftstrom in der Natur unaufhaltsam steigt und an Baum und Strauch schwellende Knospen unbändig hervortreibt, so entfaltet sich die herrliche Kraft unseres Volkes in vielerlei Gestalt. Es geht aufwärts. Wir merken es mit untrüglicher Sicherheit an der Ordnung des Ganzen, sowie an der Zucht des einzelnen. An der Erstarkung des Bauerntums, dem Lebensguell unseres Volkes und an dem geschloffenen Einsatz aller für das Gelingen des Winterhilfswerkes. Wir merken es nicht zuletzt an der Eingliederung der Arbeitslosenarmee in den Wirtschafts gang. Wir wissen aber auch, daß der Wiederaufttieg nicht wie ein warmer Regen aus den Wolken fällt, wir bleiben uns des Wortes bewußt, das unser Führer am 1. Mai vorigen Jahres sprach:
„Deutsches Volk, glaube nicht, daß das Problem der Arbeitsbeschaffung in den Sternen gelöst wird. Du selbst mußt mithelfen, es zu lösen. Du mußt aus Einsicht und Vertrauen alles tun, was Arbeit schaffen kann."
Das Osterfest, an dem sich nicht nur die Fenster öffnen, sondern auch die Herzen auftun, ist mit seiner Geschenkfreudigkeit so recht dazu angetan, allen Volksgenossen ins Gedächtnis zu rufen, daß auch der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft das ganze Volk angeht und daß es auf die tätige Mitarbeit jedes einzelnen ankommt. -Ostern ist das Fest der Eier — aus dem Hühnerstall wie aus der Zuckertüte —, das Fest der Blumen und der kleinen und größeren Geschenke aller Art. Ostern ist auch das Fest des neuen Frühjahrshutes und des
ersten Hellen Kleides, der neuen Strümpfe und der neuen Schuhe, die zum Osterspaziergang bereit sind. Ostern ist aber auch das Fest der Farben und Pin- sel, der Lauben, Zäune und Gärten, sowie der Wohnungen in allen Stockwerken. Da wird gestrichen, gehämmert, gebastelt. Die Hausfrau steckt frische Gardinen an, auf den Balkons rührt es sich, und in der Küche leckt Bubi am Osterkuchenteich. Und all dies Wirken und Schäften um Ostern schafft wieder Bewegung und Anttieb in allen Wirtschaftszweigen.
Jetzt ist es, mehr denn je, an der Zeit, darauf hinzuweifen, daß es keinen Deutschen geben darf, der etwa noch gedankenlos die
Mahnung „kauft deutsche Ware" vergißt.
Die Werbung für deutsche Erzeugnisse ist ein wich- tiges Hilfsmittel im großen Arbeitsbefchaffungs- plan. Beim „Volkswirtschaftlichen Aufklärungsdienst" Berlin SW 11, als zentraler Stelle der Ge- meinfchaftswerbung für deutsche Waren, erhält man eine Ostermarke, die der „Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung GmbH., Berlin" her- ausgebracht hat und die dazu dienen soll, den Ab- satz deutscher Waren zu fördern, indem sie das 23 er» antwortungsbewußtsein der Käufer anruft und zum Kauf deutscher Waren auffordert. Die Marke, mit einem gelben kleinen Osterküken recht österlich angetan, zeigt die Aufschrift:
„Deutsch sei dein Geschenk zum Osterfest."
Diese Ostermarke, die, aufgeklebt, sehr werbewirksam ist — genau wie ihre Vorgängerin zu Weih- nachten, wir erinnern uns an die Weihnachtsglocke unter dem blauen Sternenhimmel — soll alle Ostergeschenke deutscher Herkunft schmücken. Sie wird auf allen Paketen und Päckchen, Briefen und Karten prangen. Und zur Freude des Gebens wird sich das Bewußtsein erfüllter Pflicht gesellen, wenn diese hübsche Ostermarke allerorts das österliche Bild beherrscht und auch dazu beiträgt, der deutschen Arbeit den Ehrenplatz zu geben.
Mrertaglmg der SA. der Gruppe Hessen
LPD. Frankfurt a. M., 12. Mürz. Am Sonntag, 11. März, hielt der Führer der Gruppe Hessen, Gruppenführer B e ck e r l e, eine große Führertagung in den Räumen von Groß- Franksurt ab, zu der die höheren Führer aus dem Bereich der ganzen Gruppe Hessen erschienen waren. Der Gruppenführer drückte bei der Eröffnung der Tagung feine Genugtuung und Freude Darüber aus, daß das geschloffene Bild einer solchen Tagung die innere Kraft und Geschlossenheit der SA. sowohl bei der Arbeit im Kleinen, wie in der großen Linie erkennen ließe. Er hob die Bedeutung der regelmäßig wiederkehrenden Führertagungen für die SA. hervor, insofern, als bei einer solchen persönlichen Fühlungnahme aller Führer eines größeren Gebietes die Entschlossenheit und gemeinsame Zielstrebigkeit bis in bie kleinsten SA. -Einheiten immer wieder gewährleistet würde. Als eine der Hauptaufgaben für die nächste Zeit sei die Eingliederung des Kernstahlhelms in die SA. - Reserve zu lösen, wozu dank der Bereitwilligkeit der SA. auf der einen und zumal der verständnisvollen, freubigen Mitarbeit des gleichfalls anwesenden Landesführers des Stahlhelms Keßler auf der anderen Seite bie besten Voraussetzungen ge
geben seien. Der Gruppenführer legte weiter größtes Gewicht auf die Gleichmäßigkeit der Erziehung der SA., wodurch allein die Zuverlässigkeit in der Hand des Obersten SA.-Führers gewährleistet werde.
Es folgten die Ausführungen der einzelnen Referenten mit Ueberblicken und Richtlinien über die jeweiligen Arbeitsgebiete. Der Obergruppenführer v. I a g o w ließ es sich nicht nehmen, persönlich auf der Führertagung zu erscheinen. Er gab im Anschluß an einen bedeutungsvollen Rück- und Aus- blick seiner Anerkennung für den Geist und den Verlauf der Tagung Ausdruck. Mit einerp Sieg- Heil auf den Obersten Führer, sowie auf den Stabschef Röhm schloß der erste Teil der Tagung.
Der Mittag sah den Obergruppenführer v. I a • g o ro, den Gruppenführer Beckerle mit Stabsführer und Adjutanten, sämtliche Brigade-, Standarten- und Sturmbannführer, sowie die Sonder- referenten zwanglos beim gemeinsamen einfachen Mittagessen im benachbarten Saal. Der Nachmittag war den Einzelbesprechungen der Referenten Vorbehalten. Nach Schluß der bedeutungsvollen Tagung lockte bann bas Frankfurter SA.-Reitturnier zu geschloffenem Besuch.
SJ.-fpori
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Sp. Großkarben — 1900 Gießen 4:0.
Die Blauweißen absolvierten am Sonntag das 15. Meisterschaftsspiel dieser Saison gegen den Sportverein Groß-Karben. Das Spiel fand auf bejn Platz des Gegners statt, der sich in gutem Zustand befand. Sportlich bot das Spiel so viel wie nichts. Groß-Karben siegte 4:0 (Halbzeit 2:0), mit einem Resultat, bas eigentlich große Ueberlegen- heit dokumentiert. Dem war aber nicht so. Die Niederlage verschuldete der Angriff. Hier leisteten nur Lust und Jäger Ersprießliches. Heilmann hatte einen schwarzen Tag uno Wilhelmi nahm das Spiel auf die leichte Schulter. Chancen hatten die Gießener genug, jedenfalls mehr als der glücklichere Gastgeber. Wäre nur ein geringer Teil derselben ausgenutzt worden, ein Unentschieden, ja selbst ein sicherer Sieg der Gießener wäre eine Selbstverständlichkeit gewesen. Groß-Karben hatte feinen schwächsten Punkt in der Verteidigung. Die gefährlichsten Situationen am Gastgebertor blieben unverwertet. Nach der Pause ließ der Platzoerein immer mehr nach, während 1900 hinten viel sicherer wurde. Die Torchancen überhäuften sich, aber nicht ein einziges Mal fand der Ball den Weg ins feindliche Netz. Die Erfolge für die Einheimischen tarnen in erster Linie auf Konto der guten Außenstürmer, deren tadellose Flankenläufe und exakten Ballhereingaben stets eine gewisse Gefährlichkeit in sich bargen. Der Spielleiter von Rückingen - Langendiebach (Kreis Hanau) war nicht schlecht, nur gegen Schluß etwas unaufmerksam, worunter das Spiel und seine (9,o- samtleistung litt.
1900 II — Wißmar I.
Die Gäste traten zu diesem Spiel nicht an.
, KETeutonia-Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg — Germania Marbura 6:0 (1:0). 9
Mit größter Spannung erwartete man in Watzenborn-Steinberg das Treffen gegen Germania Marburg. Die Gäste erzielten am Sonntag vorher gegen die zur Zeit recht spielstarken Ockershäuser ein 3 3 Die Teutonen mußten nach schwachen Leistungen gegen 1900 Gießen eine 5:0-Niederlage einstecken. Aber diesmal sah man wieder das ehemals produktive System der Gastgeber, das auch die Ursache des hohen Sieges wurde. Vor allem sich man kurzes
Flachspiel, bas die gegnerische Verteidigung nur seltener befreienden Abwehr kommen ließ.
Zu Beginn des Spieles hatten die Steinberger kurz hintereinander zwei klare Torgelegenheiten, die aber nicht verwertet wurden. Dann gestaltete sich das Spiel offener. Abwechselnd lagen die beiden Mannschaften im Angriff. Die Hintermannschaften klarten sicher. Das Tempo wurde äußerst schnell. Zeitweise hatten die Marburger etwas mehr vom Spiel und die Gastgeber Gelegenheit, durch überlegtes Stellungsspiel die Angriffe der Marburger abzustoppen. Happel im Tor meisterte in dieser Zeit manchen harten Schuß und brachte mit weiten Abschlägen die Stürmer immer wieder nach vorne. Kurz vor Halbzeit stand Fett frei norm Tor und erzielte unhaltbar den 1. Treffer.
Nach der Pause verstärkten die Teutonen ihre Läuferreihe mit dem Erfolge, daß Marburg nicht mehr durchkam und binnen einer Viertelstunde das Resultat auf 4:0 gestellt wurde. Mit letztem Einsatz kämpften beide Mannschaften weiter. Endlich kam Marburg etwas mehr auf, das Ehrentor wurde fällig. Aber frei vor dem Tor verschoß ein Marburger Stürmer. Ein Strafstoß für Steinberg aus 30 Meter Entfernung führte zum 5. und kurz vor Schluß ein Elfmeterball zum 6. Treffer. Das Re- sultat entsprach den gezeigten Leistungen der Teutonen und war verdient. Steinbergs Mannschaft spielte in der Aufstellung wie seither. Happ (Hanau) leitete ausgezeichnet. Die 2. Els unterlag nach ansprechendem Spiel in Allendvrf mit 3:2 Toren gegen die dortige 1. Mannschaft.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Spo. Heuchelheim I — Dich I 7:0.
Die erste Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim empfing am Sonntag die erste Elf des VfR. Lich zum letzten 23trbanbs{pieL Die Mannschaft der Platzbesitzer spielte in erstklassiger Form. Es bewies sich, daß bei der richtigen Aufstellung und verständnisvollen Zusammenarbeit viel aus der Elf herauszuholen ist. Das Spiel wurde von Anfang an äußerst schnell durchgeführt. Schon kurz nach Beginn fiel das erste Tor. Beim Stande von 3:0 wurden die Seiten gewechselt. Die Gäste kamen wahrend der ersten Spielhälfte nur ab und zu vor das Tor der Platzbesitzer, nach der Pause brauchte der Torhüter der Gastgeber fast überhaupt nicht mehr einzugreifen. Heuchelheim erzielte noch fünf Tore. Die zweite Mannschaft fertigte dis zweitt


