Elternhaus und Jugend.
Eingliederung der evangelischen Jugend in die HZ.
Oer Reichsinnenminister zur
Berlin, 12. Febr. (DNB.) Der Reichsminister des Innern hat den am 19. Dezember 1933 zwischen dem R e i ch s b i s ch o f und dem Jugend führer des Deutschen Reiches zur Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend abgeschlossenen Vertrag begrüßt, da die staatspolitische Erziehung der Jugend des nationalsozialistischen Staates durch diese Eingliederung wesentlich gefordert wird.
Die notwendige Erziehung durch Elternhaus, Schule und Kirche wird nach den Zusicherungen des Reichsbischofs und des Jugendfuh- rers durch den Vertrag nicht beeinträchtigt. Die Sorge vieler Eltern, daß durch die im Vertrag vorgesehene Gesamtbeanspruchung der evangelischen Jugend an sämtlichen Sonntagen im Monat und an vier Nachmittagen der Woche die Jugendlichen derFamilieentfrem- det würden,'wird schon durch die Erklärung beider Teile, daß der Vertrag nur zeitliche Höchstanforderungen aufstellt, die in Wirklichkeit niemals beansprucht würden, wesentlich gemildert.
3m übrigen hält der Relchsminister des Innern als der für die Angelegenheiten der Reichsjugendführung zuständige Reichsminister an der Forderung fest, daß die Angehörigen der hitler-Iugend nicht mehr als zwei Nachmittage in der Woche durch den
Dien st beansprucht werden dürfen. Ls ist selbstverständlich, daß die evangelische Iugend- führung sich ihrer Verantwortung bewußt sein und dem Elternhaus als der Keimzelle des nationalsozialistischen Staates genügend Raum für die eigene Erziehung der Kinder lassen wird. Ebenso muh die Schule genügend Zeit für ihre wichtigen Aufgaben behalten, damit die Iugend auch hier ihre Pflichten gegenüber Volk und Staat erfüllen kann. Schließlich muß auch dem Jugendlichen s e l b st ein ausreichender Zeitraum verbleiben, in dem er vorhandene Anlagen seinen Neigungen entsprechend entwickeln kann.
Der Reichsminister des Innern sieht in der klaren Abgrenzung von Rechten und Pflichten der großen Erziehungsmächte eine sichere Gewähr dafür, daß eine Jugend heranwächst, die ihre Aufgaben im nationalsozialistischen Staate zu erfüllen vermag. Nachdem der Wille zur gemeinsamen Arbeit im neuen Staat sowohl in der evangelischen Jugend wie auch in katholischen Studentenorganisationen überzeugend zum Ausdruck gekommen ist, wird in* Kürze das Ziel erreicht sein, daß aus einer geeinigten Jugend heraus der Nationalsozialismus sich ständig erneuert.
Gauamlsleitertagung der AS.Hago.
Berlin, 12. Febr. (DNB.) In den Räumen des Industrie- und Handelstages fand die Reichstagung der NS.-Hago statt. Dr. von Renteln gab in kurzen Worten das Programm bekannt. Als Hauptpunkt der Tagesordnung war die Aufteilung des Gesamverbandes deutscher Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibenden (G. H. G.) in der Deutschen Arbeitsfront in die drei Reichsbetriebsgruppen Handel, Handwerk und Gewerbe vorgesehen.
Oer Führer der Deutschen Arbeitsfront, pg. Or. Ley
führte sodann in längerer Rede u. a. folgendes aus: Zum Aufbau des Volkes gehören zwei Dinge, zwei grundsätzliche Dinge, die wir erkennen müssen: Das ist der Gedanke der Gemeinschaft und der Gedanke der Führung. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit würde ein Verbrechen gewesen sein, wenn wir nicht gleichzeitig die Erziehung und Schulung des Volkes in die Hand genommen hätten. Unser Volk hat Jahrhunderte lang darunter gelitten, daß ihm die politische Führung fehlte. Das Volk war auf jedem Gebiet führend. Es hat die besten Künstler, Dichter und Denker, Wirtschaftler und Ingenieure, Techniker, Architekten und Chemiker, Generäle, Offiziere und Soldaten. Aber dieses Volk hat seit seiner Geschichte, seit dem Beginn seines Werdens niemals eine politische Führung gehabt. Seit 2000 Jahren zum ersten Male hat es nun in dem politischen Leiter der NSDAP, eine politische Führung erhalten. Das ist vielleicht eine der grundlegenden Erkenntnisse, die die Partei uns gibt und die auch Hitler immer wieder betont hat. Der Politiker muß Soldat und Prediger zugleich sein. Der Beamte kann es nicht. Er soll Beamter sein und verwalten, und der Soldat kann es auch nicht sein,denn er muß — das ist das Wesen des Soldaten — gebunden sein an Befehle. Der Politiker aber muß mitschaffen und schöpferisch arbeiten, auch wenn es sein muß, ohne Befehle, und muß dann auch dafür die Verantwortung tragen. Das ist das Wesen der
Politik. Die Schaffung der politischen Führung muß uns gelingen, und ich kann heute sagen, daß sie mir gelungen ist. Die Erkenntnis, daß diese politischen Leiter und die Partei nicht für sich da zu sein yaben, sondern daß alle diese Menschen nur deshalb politische Leiter geworden sind und nur deshalb eine Partei gegründet und organisiert wurde, damit dermaleinst diese Partei und diese Menschen das ganze Volk führen sollen, das allein rettete uns und gab uns heute den Sieg. Dieser Durchbruch der politischen Führung war nur möglich in der Erkenntnis, daß diese Organisation des Volkes nicht Sache des Staates, sondern allein Sache der Partei sein kann. Die Führung des Mittelstandes und aller seiner Verbände und Organisationen gehört der NS.-Hago.
pg. Or. von Renteln
ging dann im einzelnen auf die Neuorganisation der Deutschen Arbeitsfront, soweit sie die Reichs- betriebsgruppen Handel, Handwerk und Gewerbe betrifft, ein. Die NS.-Hago ist der Treuhänder und der Mittler der Bewegung für die von ihr betreuten Schichten, lieber die Frage der Abgrenzung zwischen den 20 Reichsbetriebsgruppen steht eine endgültige Klärung bevor. Eines ist klar: Sämtliche Betriebe, sämtliche Volksgenossen, die in einem Handelsbetrieb sind, gehören natürlich zur Betriebsgruppe. Ebenso ist es in bezug auf das Handwerk. Wir haben diese Regelung ja schon seit altersher, daß diejenigen Betriebe als Handwerksbetriebe anzusprechen sind, die in die Handwerksrolle eingetragen sind, und damit haben wir beim Handwerk ein sehr deutliches und gut feststellbares Kriterium gefunden. Schwieriger liegen die Dinge jedoch beim Gewerbe. Hier wird eine Entscheidung noch getroffen. Das G a st st ä t t enge w e r b e gehört zur Betriebsgruppe Handel und zwar deshalb, weil 80 v. H. der Betriebe Gaststätten sind, d. h. Betriebe, die in ihrer Art einen Handel betreiben. Dr. Renteln ging sodann auf organisatorische Einzelheiten ein.
für des
bel der Tausende und aber Tausende als Dank ihre selbstlose Arbeit um das Zustandekommen Zuges entgegennehmen.
Der Kölner Rosenmontagszug.
Reichsstatthalter Sprenger und Staatsmimster Jung als Ehrengäste beim Minzer Karneval.
Eine glänzende Prunk- und Fremden-Sihung.-Der große Rosenmontagszug.
der vorbeimarschierenden Musikkapellen sangen und schunkelten. Selten auch hatte ein Rosenmontagszug eine derartige Fülle von treffenden Schlagern aufzuweisen, wie der erste Rosenmontagszug des Prinzen Karneval im Dritten Reich.
Auf einem Wagen nahte das Seeungeheuer von Loch Neß, gefangen von der Mainzer Strompolizei. Es folgte ein Wagen mit einem kranken Wiener im Bett, dem ein mächtiges Hakenkreuz schweres Alpdrücken verursachte, das „deutsche Radio" und die bekannte Familie Knorzel. Unter den vielen Gruppen, die alle aufzuführen kaum möglich ist, erfreute sich noch besonderen Beifalls das „Trojanische Pferd an der Saar", die Kulturträger „Utschebebbes", die aus der Besatzungszeit noch in „freundlicher Erinnerung" stehen und der „Nikolaß mit seinem braunen Tintenfaß". Schallende Heiterkeit erregte unter der Devise „Kleiner Mann, was nun" der „Cäsar Austriae Dollfuß". Die englischen Kolonialsorgen, Gandhi, der kaltgestellte Völkerbund und die deutsche „Aufrüstung" bildeten ebenfalls dankbare Motive. Der ganze Zug war ein ausgezeichnetes Beispiel urwüchsigen Mainzer Humors, und die Garden, die zusammen mit dem närrischen Ministerium dem Zuge seine höhere Weihe gaben, konnten den Ju-
Hatte schon der Sonntag im Kölner Karneval ein lebhaftes Treiben mit sich gebracht, so sollte der Rosenmontagszug den eigentlichen Höhepunkt des diesjährigen Faschingstreibens ergeben. Nicht nur ganz Köln war auf den Beinen, auch der Zustrom aus der Umgebung, so aus Düsseldorf, Duisburg, Solingen-Wald und sogar aus Hamburg- Altona war außerordentlich stark. Schon von den frühen Morgenstunden an begaben sich die Massen zur Innenstadt, um den Rosenmontagszug zu bewundern. Mit viel Witz hatten es die großen Kölner Karnevalsgesellschaften verstanden, Bilder der Zeit auf ihren prunkvoll ausgestatteten Wagen darzustellen. Als der Zug vor dem Rathaus erschien, zeigte sich das Kölner Stadtoberhaupt auf dem Valkon den Narren, die durch Tänze ihre Ehrenbezeugungen abgaben.
Der Münchener Metzgersprung.
Nach einem bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Brauch fand in München am Faschings
LPD. Mainz, 12. Febr. Einen Höhepunkt köstlichen Humors und spähenden Witzes brachte die große Prunk- und Fremdensitzung des Mainzer Carneval-Vereins. Die Narr- halla war bis auf den letzten Platz gefüllt. Wieder bewährte das Vorspiel „Rheinzauber" von Robert Wasserburg seine zündende Wirkung. Nach dem feierlichen Einzug des Komitees begrüßte Präsident Bender in seiner humorvollen Weise die auswärtigen und einheimischen Verehrer des Prinzen Karneval. Mit besonderer Freude entbot er seinen Gruß dem Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und dem hessischen Staatsminister Jung, die es sich nicht hatten nehmen lassen, der repräsentativen Sitzung des Mainzer Carneval- Vereins persönlich beizuwohnen, und überreichte ihnen als Zeichen des Dankes die Ehrenkappe, während die Narrenschar mit begeistertem Beifall ihre Zustimmung zum Ausdruck brachte. Ein Glanzpunkt der Sitzung war wieder das Protokoll des närrischen Kanzlers, Seppl Gluckert, der u. a. die Hoffnung aussprach, daß in Zukunft der Führer und die Minister nicht nur inkognito nach Mainz kommen möchten; er schloß seine trefflichen Ausführungen mit einer Lobpreisung des deutschen Rheins, der nie fremder Habgier anheimfallen möge:
Dich sorge nicht, mein Vater Rhem, sofern nach dir sie streben — Wir sind und bleiben ewig dem mit unferm Blut und Leben!"
Hohe Politik und Alltagsleben, Mustk und Tanz — es seien nur erwähnt der Vortrag von Martm Mundo, das Gespräch der Familie Knorzel und die Darbietungen der „Ersten konzessionierten Stra- ßensänger-Gilde" — fügten sich zu einem bunten Kranz, den Thron des närrischen Prinzen zu zieren. Die Fastnacht ist, wie sich auch dieses Jahr wieder gezeigt hat, als wirkliches Volksfest in den Herzen der Mainzer unausrottbar verwurzelt.
Eine riesige Volksmenge belagerte die Straßen, durch die der große Rofenmontagszug fernen Weg nehmen sollte. Seit vielen Jahren war keine derartige Begeisterung und Spannung in den Zu- schauermassen zu beobachten. Diese Begeisterung entfachte sich zu hellen Flammen, als Fanfarenklange Das Herannahen des Zuges verkündeten.
In allen Straßen war alsbalü der engste Kontakt zwischen den Teilnehmern des Zuges und den zu- fchauenden Massen hergestellt, die zu den Klängen
montag zum erstenmal wieder nach fünf Jahren der Metzgersprung statt. Nach einem Gedächt- nisgottesoienst in der Peterskirche marschierte die Zug der Meistersöhnchen, der freizusprechenden Lehrjungen, der Metzgergesellen und der Vereine der Metzgermeister mit ihren Bannern zum Odeons- platz und zum Braunen Haus, wo eine Abordnung durch den Leiter der Reichspresfestelle München, D r e s l e r , empfangen wurde. Weiter ging es zum Reicksstatthalter und zum Ministerpräsidenten, wo die Zunftabordnung gleichfalls herzlich begrüßt wurde. Nach einer Ansprache des Altgesellen König er, die mit einem Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler schloß, sprangen die mit Kalbfellen bekleideten Lehrjungen in den Brunnen und spritzten reichlich Wasser auf die herandrängende Jugend, die fid> um die ausgeworfenen Aepfel und Nüsse ordentlich balgte.
Eingliederung der Reichskutturkamrner in die Deutsche Arbeitsfront.
Berlin, 12. Febr. (DNB.) Zwischen dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels und dem Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley wurden folgende Vereinbarungen getroffen:
Die Reichskulturkammer ist korporatives Mitglied der Deutschen Arbeitsfront. Alle in der Reickskulturkammer, ihren einzelnen Kammern und diesen angeschlossenen Organisationen und Fachverbänden zusammengefaßten schaffenden Deutschen dürfen in Zu - kunft nicht mehr Mitglied eines Der Deutschen Arbeitsfront zugehörigen Angestellten- oder ähnlichen Verbandes sein. Sie haben durch die Mitgliedschaft in ihren der Reichskulturkammer zugehörigen Verbänden ihre Pflicht dem ständischen Aufbau des
deutschen Volkes gegenüber erfüllt und brauchen deshalb auch nur Mitgliedsbeiträge an diese Organisationen abzuführen. Damit sind die Verbände der Theaterangestellten u. a. aufgelöst. Ihre Mitglieder werden mit allen Rechten und Pflichten an die Fachverbände der Reichskulturkammer überwiesen.
Der Reichsverband Deutscher Ojfiziere beim Reichspräsidenten.
Berlin, 12. Febr. (DNB.) Nachdem Deutscher Ofsiziersbund (DOB.) und Nativ- naiverband Deutscher Offiziere (NDO.) sich zu einem Verband, dem Reichsverband Deutscher Offiziere (RDO.) zusammenae- schlossen und die übrigen kleineren Offiziersverbände sich in diesen eingegliedert haben, empfing der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg heute die Führer des neuen Verbandes, Generalmajor a. D. Grafvon der Goltz, dessen beide Stellvertreter General der Infanterie a. D. von Tschischwitz und Oberst a. D. Reinhard, sowie den Stabsführer Major a. D. von Wiese und Kaisers- waldau zur Meldung. Graf von der Goltz gab dem Reichspräsidenten als dem Schirmherrn des neuen Reichsoerbandes Deutscher Offiziere die Erklärung ab, daß der neue Verband unter Ausschluß aller anderen politischen Bestrebungen sich rückhaltlos und vertrauensvoll zum heutigen Staat bekennt und zur bedingungslosen Mitarbeit xur Verfügung stehe. Reichspräsident von Hindenburg nahm mit Befriedigung von dieser Erklärung Kenntnis und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich in dem neuen, nunmehr alleinigen Ossiziers- i verband alle alten Offiziere kameradschaftlich zusam- I menfinden möchten.
Aus aller Welt.
Papstkrönungsfeier im Berliner Dom.
Aus Anlaß des 12. Krönungstages Papst Pius XI. wurde in der St. Hedwigskathedrale in Berlin ein feierliches Pontifikalamt gehalten, das der Apostolische Nuntius Cesare O r f e n i g o zelebrierte. Als Vertreter des Reichspräsidenten wohnte Vizekanzler von Popen der Feier auf einem Ehrenplatz im Presbyterium bei, wo auch für den neuen Bischof von Berlin, Dr. Nikolaus Bares, der Thron errichtet worden war. Neben dem Diplomatischen Korps sah man unter den Ehren- aäften den Reichsminister Eltz von Rübenach, Staatssekretär von Below vom Auswärtigen Amt, sowie Vizeadmiral Freiherrn von Freyberg- Eisenberg-Jllmendingen und Generalleutnant D o l l m a n n als Vertreter des Reichswehrministeriums.
Interessante Funde bei den Ausgrabungen unter der Sakkar-Pyramide.
Die Ausgrabungen, die unter der Stufen- Pyramide von Sakkar ausgeführt werden, haben, Berichten aus Kairo zufolge, wieder sehr bemerkenswertes Material zutage gefördert. Im Unterbau der Pyramide ist ein etwa 30 Meter langer Gang aufgedeckt woroen, in dem sich tausende von Schüsseln, Kelchen und Schalen befanden. Die meisten sind aus kostbarem Alabaster, andere aus Diorit, Porphyr, ober Quarz hergestellt. Leider sind die Gefäße sämtlich zerbrochen, doch glaubt man, einige yundert von ihnen wieder zusammensetzen zu können. Mehrere Vasen tragen Inschriften in schwarzer Tusche. Einige scheinen zum Erbgut der Familie des Pharaos Soffer gehört zu haben, der im 28. Jahrhundert vor Christi Geburt regierte und die Stufenpyramide erbaut hat. Andere Inschriften bezeichnen die Namen und Titel von Edelleuten und das Fest, auf dem diese Titel ihnen angeboten wurden.
Greta Garbo hat geheiratet.
Wie die „Leipziger Neuesten Nachrichten" aus Jresno (Kalifornien) melden, hat sich die berühmte Filmschauspielerin Greta Garbo vor kurzem in dem Städtchen Williams (Arizona) mit dem Regisseur Rouben Mamoulian in aller Stille verheiratet. Mamvulian hat in zahlreichen amerikanischen Filmen der Garbo Regie geführt.
Versuchte Brandstiftung in Schlangenbad.
In einer der letzten Nächte wurden in dem in den Wintermonaten geschlossenen Hotel „Kaiserhof" in Bad Schlangenbad verdächtige Personen bemerkt, Als die Gendarmerie das Haus durchsuchte, fand sie einen raffiniert angelegten Brandherd, der, wenn er nicht entdeckt worden wäre, das ganze Hotel hätte in Flammen aufgehen lassen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Es ist möglich, daß ein Racheakt vorliegt.
Die eigene Frau im Streit erstochen.
Der Arbeiter L a t t e n st e i n in Finow bei Eberswalde bekam in einer der letzten Nächte mit seiner Frau einen Streit, in dessen Verlauf der Mann derart in Wut geriet, daß er mit einem Messer blindlings auffeine Frau ein ft ad). Aus die Hilferufe der Frau eilten Nachbarn herbei, denen jedoch erst nach längerem Klopfen geöffnet wurde. Den Eintretenden bot sich ein furchtbarer Anblick. Frau Lattenstein lag blutüberströmt auf dem Fußboden vor dem Bett und gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich. Der Ehemann saß währenddessen am Tisch und rauchte eine Pfeife. Die Frau erlag nach kurzer Zeit ihren schweren Verletzungen. Der Mann wurde verhaftet.
Deutsche Rekordleistung
im Luftpostverkehr Südamerika—Berlin.
Mit der Leistung der Heinkel-Schnelloerkehrsflug- zeuges „He 70" der Deutschen Lufthansa, das am Montag um 18.20 Uhr auf dem Flughafen Tempelhof bei Berlin eintraf, wurde der erste planmäßige Luftpostflug von Südamerika nach Deutschland in Rekordzeit beendet. Von Natal—Pernambuco in Brasilien bis nach Berlin hat die erste südamerikanische Luftpost nur drei Tage, acht Stunden und 40 Minuten gebraucht. Die Post hatte Natal-Pernambuco am Freitag, 9. Februar, um 9.40 Uhr verlassen. Am gleichen Tage erreichte der Dornier-Wal „Taifun" der Deutschen Lufthansa den Flugstützpunkt „Westfalen", um am nächsten Morgen mit dem Heinkel-Großkatapult abgeschossen zu werden und nach Bathurst (Britisch- Gambien) zu fliegen. Am Nachmittag des 10. Februar war damit die zweite Etappe des 3100 Kilometer langen Atlantikweges überwunden. Am Tage darauf wurde Spanien erreicht, wo die „He 70" die Südamerika-Luftpost übernahm und sie in einem über 2640 Kilometer führenden Fluge über Stuttgart nach Berlin brachte. Die planmäßige Postlaufzeit ist also ganz bedeutend unterboten worden. Zurückgelegt wurden insgesamt über 9100 Kilometer. Berücksichtigt man, daß der Hinflug vollkommen planmäßig verlies, d. h. daß die festgesetzte
Flugzeit eingehalten wurde, so darf man wohl sagen, daß die beiden ersten Flüge ein hervorragendes Ergebnis zeitigten.
Mord an einem Stahlhelmer nach drei Iahren aufgeklärt.
Die Staatsanwaltschaft Breslau hat gegen den Arbeiter Paul Hahn und den kaufmännischen Angestellten Wilhelm Heida, beide aus Breslau, die Voruntersuchung wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem Stahlhelmmann Müller beim Stahlhelmtag in Breslau am 30. Mai 1931 beantragt. Hahn und Heida befinden sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen der Staatspolizeistelle unter Mitarbeit des Standortes der SA. haben nun nach bald drei Jahren zu Ergebnissen geführt, die eine baldige restlose Aufklärung dieses kommunistischen Feuerüberfalls auf die Stahlhelmmänner in Aussicht stellen.
Sühne für eine kommunistische Bluttat.
Der 27jährige Kommunist Fritz Szymanski wurde vom Reichsgericht in Leipzig in der Revisionsverhandlung zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, wie bereits vom Berliner Schwurgericht im Oktober v. I. erkannt worden. Der Angeklagte hatte gemeinsam mit dem Kommunisten Hartmann und anderen Kommunisten im August 1932 in Berlin einen Trupp von 15 Nationalsozialisten überfallen. Bei dem Ueberfall war der SS.-Mann Fritz Schulz erschossen und drei weitere SS.» Männer waren verletzt worden. Das Urteil gegen Hartmann wurde zu nochmaliger Verhandlung und zur Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwiefen. Sühne für die Ermordung des hitterjungen Vloecker.
Das vom Hanseatischen Sondergericht in Hamburg gegen Arthur R e t s l a g wegen Mordes ausgesprochene Todesurteil ist im Hofe des Unter- uchungsgefängniffes durch Handbeil volltreckt worden. Der Reichsstatthalter hat von einem'Gnadenrecht keinen Gebrauch gemacht, da )ie Ermordung des Hitlerjungen Bioecker eigenstes Werk des Kommunisten Retslag war. — Bei den im gleichen Mordfall zum Tode Verurteilten Karl Fischer, Wilhelm Hellwig und Karl Deitmer hat der Reichsstatthalter von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und die Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt, weil diese drei Verurteilten als verführte Opfer der gewissenlosen Hetze der Kommunistischen Partei anzusehen sind.
Zuchthaus-Meuterei in USA. — Zehn Tote.
Wie Reuter aus Walla-Walla im Staate Washington meldet, hat sich im dortigen Zuchthaus eine schwere Meuterei ereignet. Dabei wurden ein Wärter und neun Gefangene getötet. Drei Wärter haben Stichverletzungen erhalten.
Griechischer Dampfer untergegangen. — 23 Mann ertrunken.
Der griechische 4000-Tonnen-Dampfer „Meandros" ist im Aermelkanal bei St. Cathörine Point im dichten Nebel mit dem englischen 4000-Tonnen-Dampser „Dartford" zusammengestoßen und g e - funken. Von der Besatzung des griechischen Schiffes, die vermutlich aus 24 Mann bestand, wurde nur einer gerettet. Der Dampfer „Dartford", der den Geretteten an Bord nahm, konnte wegen des dichten Nebels kein Rettungsboot aussetzen.
Wettervoraussage.
Der Luftdruck ist über Deutschland sehr stark angestie- gen und hat allgemein zu aufklarendem Himmel geführt. Die von Westen vorschreitende Erwärmung an der Vorderseite einer neuen Jslandstörung wird aber durch eine Kaltluftwelle, die vom Norden Skandinaviens bis nach Polen und Ostdeutschland gedrungen ist, aufgehalten und wird beim Mischen mit dieser zu Dunst- und Nebelbildung führen. Durch die ungehinderte Ein- und Ausstrahlung werden sich die Temperaturoerhältnisse zwischen Tag und Nacht verschärfen, örtlich bedingt ist also weiterhin mit Nachtfrost zu rechnen.
Aussichten für Mittwoch: Teils neblig- dunstig, teils heiter, tagsüber sehr mild, stellenweise örtlich bedingter Nachtfrost, trocken.
Lufttemperaturen am 12. Februar: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 13. Februar: morgens 1,4 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Februar: abends —0,1 Grad; am 13. Februar: morgens —0,1 Grad Celsius.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., fämtlid) in Gießen.


