Der Geburtstag des Ministerpräsidenten Göring
halt der französischen Denkschrift. Diese durchsichtige Stimmungsmache dient ganz gewiß nicht einer ehrlichen Förderung des deutsch-französischen Abrüstungsgesprächs, erschwert vielmehr die Rolle Englands als ehrlicher Makler, die Sir John Simon nur dann mit Aussicht auf Erfolg durch^ren kann, wenn es ihm gelingt, die Unabhängigkeit der englischen Auffassung, die er diesmal offenbar in Paris und Rom zu wahren vermochte, auch in Zukunft aufrecht zu erhalten.
und dürften nicht als amtliche Stellungnahme der japanischen Regierung oder des japanischen Admi- ratstabes ausgelegt werden. Der Rlarineminifler betonte, es sei zu hoffen, daß eine vollständige F l o t - t e n v e r st ä n d i g u n g mit den Vereinigten Staaten möglich sei. Die japanische Regierung sei bereit, über diese Angelegenheit mit den zuständigen amerikanischen Stellen zu verhandeln.
Berlin, 12. Jan. (DNB.) Die Nachrichtenstelle des Reichspostministeriums veröffentlicht einen vorläufigen Rückblick auf das Jahr 1933, dem wir folgendes entnehmen:
Nie Spannung im Pazifik.
Japan zu einer Flottenverständigung mit den Vereinigten Staaten bereit.
T o k i o , 12. Jan. (DRV.) Der japanische Marine- mlnister erklärte am Freitag, die Mitteilung des japanischen Vizeadmirals Suetsuga über die Stellungnahme der japanischen Kriegsflotte zu einem etwaigen bewaffneten Konflikt mit den vereinigten Staaten seien eine r e i n p e r - jönliche Meinung des Vizeadmirals gewesen
Günstige Entwicklung der Reichspost im Lahre -1933
Geburtenrückgang eine ernste Gefahr für die Sozialversicherung
In den letzten fünf Zähren 40% aller Ehen in Deutschland kinderlos.
Vor neuen militärischen Maßnahmen in Französisch-Marokko.
V' 1^“n- (DNB.) Dor kurzem hatte ein geachtetes Blatt die Regierung um Aufschluß über bie Gerüchte von neuen militärischen
sämtliche Generäle der Landespolizei, Abordnungen der Hitlerjugend und eine Reiterabteilung des Jungvolk. Staatsrat Stange ehrte den Ministerpräsi- denten durch Ueberreichuna einer Urkunde, durch die er zum Ehrenmeister des deutschen Handwerks ernannt wurde. Eine besondere Geburtstagsfreude bereitete dem Ministerpräsidenten eine Abordnung von Kindern aus Ober- schlesien, denen er im Anschluß an die Novem- ber-Wahlreise in der Ostmark eine kleine Weihnachts- Überraschung bereitet hatte. Unter den persönlichen Gratulanten bemerkte man viele Ritter des Ordens pour le m 6 r i t e.
Auch im Osten haben englische Blätter sich am Minenlegen gegen Deutschland beteiligt. Die ersten Nachrichten über den Plan eines russisch-polnischen Garantiepakts zum Schutze der baltischen Randstaaten gegen einen deutschen Angriff stammen mit dieser ausgesprochen verleumderischen Note aus dem „Daily Herald". Inzwischen ist es nach einer scharfen Ablehnung Finnlands um diesen Pakt wieder ruhig geworden, die Absurdität eines russischen Schutzes für Finnland oder eines polnischen für Litauen haben wir ja hier schon er* örtert, aber trotz der in Moskau wie in Warschau natürlich prompt erfolgten Dementis scheint vom Kreml eine Anregung zu einem solchen Pakt tatsächlich ergangen zu sein. Polen hat ja schon vor Jahren den Gedanken eines Randstaatenblockes unter seiner Führung verfolgt, er scheiterte aber immer wegen seiner Spitze gegen Sowjetrußland, für die namentlich Litauen nichts übrig haben konnte. Nachdem nun aber mit französischer Hilfe die russisch-polnischen Beziehungen sich gebessert haben, wären die Grundlagen eines solchen Bündnisses ganz andere. Polen, das von ernstem Willen beseelt zu sein scheint, mit seinem deutschen Nachbarn auf einen erträglichen Fuß zu kommen, hat daran heute em weit geringeres Interesse, als Rußland, das für die vielleicht unvermeidliche Auseinandersetzung im Fernen Osten sich den Rücken nach Westen hin freihalten muß. Die wieder einmal recht unruhige Lage in C h i n a hat gestern unser Pekinger Korrespondent beleuchtet. Nutznießer des ständigen Bürgerkrieges in China ist Japan, das sich un- aehindert in den Randgebieten des Riesenreiches festfetzen konnte und nun mit der angekündigten Krönung des letzten chinesischen Kaisers aus der alten Mandschudynastie zumKaiservonMan- dschukuo den Trennungsstrich zwischen der japanischen Einflußsphäre jenseits der Großen Mauer und der republikanischen Zentralregierung im sog. „eigentlichen China" beträchtlich verschärft.
Verschärft wird aber auch der Gegensatz zu R u ß- land, besonders wenn Japan daran gehen sollte, auch die Mongolei in sein Interessengebiet einzubeziehen, wozu die ersten Schritte schon eingeleitet sind. Von dieser ungeheuren Fläche, die sich von der Mandschurei her wie ein breiter Streifen zwischen dem russischen Sibirien und dem eigentlichen China bis zu den Quellgebieten der großen westsibirischen Ströme nach Westen hin vorschiebt, hat sich die äußere Mongolei, der Staat von Urga, längst von China gelöst und 1924 einen Volksrätestaat in Anlehnung an Rußland errichtet, während die innere Mongolei zwar nominell noch chinesische Provinz \ ist, aber tatsächlich von der Zentralregierung gänz- , lich unabhängig ist. Hier also würde Japan bei einer Festigung seines Einflusses in der Art wie in der Mandschurei in breiter Front auf das russische Interessengebiet stoßen. Die Gefahr ernster Verwicklungen zwischen beiden Weltmächten wäre kaum noch zu vermeiden.
funksprechdienst wurde die Reichweite bedeutend ausgedehnt.
Der Rundfunk entwickelte sich weiter günstig. Die Teilnehmerzahl ist auf 5 052 607 (Ende De- zember 1933) gestiegen. Im Rundfunkstörungsdienst sind etwa 200 000 Störungen des Rundfunk- empsangs erledigt worden.
Insgesamt sind, abaesehen von dem Durchhalten des vorhandenen Personals, von Ende März 1933 bis zum Herbst mehr als 7000 Hilfskräfte n e u eingestellt worden. Das zusätzliche A r b e i t s - beschaffungsprogramm von 1932 (34 Mil- honen Mark) wirkte sich von Januar 1933 ab voll ÜUf\®5 jetzt in seinem Endstadium. Für 1933 hat die Reichspost neben den durch den lausenden Haushalt vorgesehenen erheblichen Mitteln für Be- !^Ä^?6^rvecke ein neues zusätzliches Arbeits* deschaffungsprogramm über 76,6 Millionen Mark auf gestellt. Bis Anfang Dezember waren 80 v.H. oer.Aufträge vergeben. Die Reichspost hat mit ihren zusätzlichen Aufträgen feit Beginn 1933 rund 2 2000 Volksgenossen Lohn und Brot verschafft. Die Aufträge kommen in großem Umfang oent Handwerk und dem Gewerbe zugute.
Deutsche Wünsche an den Weltpostkonoreß.
x l1 (^3-) Maßgebende Kreise der
deutschen Wirtschaft haben dem Reichspostministe- num außer der Forderung einer größeren Vereinheitlichung im internationalen Postverkehr noch zahlreiche Wünsche der Wirtschaft an den Weltpostkongreß 1 934 in Kairo über* mtttelt. Das Ministerium wird in Kairo die Ermäßigung der Päckchengebühr bei dem Kongreß beantragen. Weiter will die Reichspost dahin streben, möglichst viele Teilnehmer für die Ermäßigung der Druckfachengebühr für Verlegerzeitungen und Bücher im internationalen Postverkehr zu erhalten. Schließlich hat Deutschland u. a. die allgemeine Ermäßigung der Gebühren für Po st pakete beim Weltpostkongreß angeregt. Die Gebühren für dringende Pakete werden voraussichtlich um ein Drittel herabgesetzt werden.
Deutschland hat ferner die Herabsetzung der Luftpo st Zuschläge beantragt. Namentlich sollen die Zuschläge für Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben und Päckchen ermäßigt werden. Auch bei den großen Ueberseelinien wird größte Billigkeit angestrebt. Schließlich unterstützt das Reichspostministerium den Wunsch, den Päckchen verkehr auf alle Länder auszudehnen.
hatten. Der reichsdeutsche Geburtenüberschuß war bereits im letzten Jahr um 200 000 geringer a l s derdes polnischen Staates, obwohl Polen nur die Hälfte der deutschen Einwohnerschaft zählt. Das hat zur Folge, daß der Anteil der Greise in Deutschland immer stärker werde, und daß also die Belastung der Sozialversicherung immer erheblicher werden muß, ohne daß genügend junger Nachwuchs im Arbeitsprozeß als Beitragszahler vorhanden ist. Die Invalidenversicherung hat bereits in den letzten Jahren erhebliche Beitragserhöhungen und Leistungssenkungen ausgewiesen. In der Zeitspanne von 1913 bis 1931 ist nämlich die Anzahl der Versicherten um rund eine Million zurückgegangen. Die bevölkerungspolitische Aufklärungsaktion darf auch diese Zusammenhänge nicht überfein.
Operationen in Marokko ersucht. Amtlich ist keine Erklärung hierzu abgegeben worden. Es scheint jedoch etwas Wahres an den Gerüchten zu fein. Der „Matin" meldet aus Rabat, daß große Truppenteile in Rabat und Marakefch zum Abmarsch bereit ständen. Die militärischen Umernehmungen würden am 15. Januar beginnen Es handele sich um den A u s b a u und die Sicherung der vorgeschobenen Etel- Inn gen ander Grenze des spanischen Gebiets Rio del Oro. Eingeborenenstämme die sich unter französischen Schutz gestellt hätten sollten aus diese Weise vor den Angriffen der berurnftreifenben Nomadenstämme geschützt werden Spanien beteilige sich an den militärischen Operationen nicht. F
Die Verkehrsentwicklung der Reichspost zeigt unter der nationalen Regierung zum ersten Mal nach langer Zeit ein günstigeres Bild. Besonders in Den letzten Monaten ist ein Steigen fast aller Verkehrszahlen festzuftellen. Der Gesamtverkehr blieb zwar gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres noch größtenteils zurück, doch find die Rückgänge allgemein wesentlich niedriger als im Jahre 1932.
Die Postbeförderung wurde durch weitere Beschleunigung des Eisenbahnverkehrs verbessert. Die Derkehrsschrumpsung im Kraftpo st betrieb scheint im wesentlichen zum Stillstand gekommen zu sein. Zu den Ende März 1933 bestehenden 1346 Landkraftposten sind bis Ende November 105 hinßugetreten. Durch die Landpostverkraftung werden jetzt über 10 Millionen Landbewohner versorgt. Das Luftpo st netz umfaßte im Sommer 1933 94 Linien und verband das Deutsche Reich mit fast allen Ländern Europas. Die deutschen Linien hatten eine Gesamtausdehnung von 32 900 Kilometern. Im Winter 1933/34 werden 36 Linien beflogen. Der Luftpostoerkehr Deutschlands mit überseeischen Ländern wurde durch Benutzung neuer ausländischer Luftpostverbindungen beschleunigt.
Der P o st s ch e ck v e r k e h r hat mit dem Jahre 1933 sein 25. Geschäftsjahr vollendet. Die Zahl der Postscheckkonten ist von 1 021819 (Ende 1932) auf 1029 727 (Ende 1933) gestiegen. Im Telegraphenverkehr wurde der unmittelbare Fernschrei b v e r k e h r eingeführt. Ende 1933 nahmen bereits 30 Teilnehmer am Fernschreibverkehr zwischen Berlin und Hamburg teil. Die Zahl der größeren Firmen, Bankhäuser, Zeitungen usw. vermieteten Fernschreibleitungen betrug Ende 1933 55 mit 17 400 Kilometer Länge. Der Bildtele- g r a m m v e r k e h r wurde auf Frankreich, der Bildfunkverkehr auf Siam ausgedehnt. Im Fernsprechverkehr wurde der Fernsprechkundendienst auf alle Ortsnetze mit mehr als 10 000 Hauptanschlüssen ausgedehnt. Als neuer Dienst wurde das Wecken durch Fernsprechruf : ausgenommen. Bedeutende Fortschritte im Kabel- i bau ermöglichten die Einrichtung des Vierfach- ! sprechens auf einem Leitungskreis. I Der Funkverkehr wurde Ende des Jahres auf < 32 Funklinien mit dem Ausland betrieben, davon i umfaßten 16 außereuropäische Länder. Im See- f
Angesichts dieser verschärften Lage im Fernen Osten hat die Sowjet-Union natürlich die Herstellung normaler Beziehungen zu den Vereinigten Staaten als ein erhebliches Plus gebucht. Roosevelt hat nun allerdings dem russischen Freudenrausch einen kleinen Dämpfer aufgesetzt, als er dem eben in Washington eingetroffenen ersten Sowjetbotschafter Trojanowski bedeutete, daß die Vereinigten Staaten sich zwar um die Aufrechterhaltung des Friedens bemühten, aber einen Derteidigungspakt mit Rußland nicht eingehen könnten. Aber wenn auch das amerikanische Marinedepartement den Großteil der pazifischen Flotte gleichzeitig in den Atlantik beordert hat, um Japan nicht nervös zu machen und den unter höchstem Druck stehenden, gefährlich brodelnden Hexenkessel im Stillen Ozean nicht zum Platzen zu bringen, so deutet doch alles daraus hin, daß Amerika gerüstet ist, jeder Verschiebung im indo-pazifischen Raum, die es als Bedrohung seiner Interessen betrachten muß, entgegenzutreten. Der Flug amerikanischer Marine-Flugzeuge von Kalifornien nach dem als Flottenstützpunkt auf dem Wege zu den Philippinen stark befestigten Honolulu zeigt, daß man in Washington auf der Hut ist und die innerpolitische Entwicklung in Japan, die immer mehr auf eine Militärdiktatur hintreibt, scharf beobachtet. Sßenn Japan in der Mandschurei und Mongolei auch Gebiete von ungeheurem Ausmaß und dünner Besiedelung unter [eine Botmäßigkeit gebracht hat, oder unschwer zu bringen vermag, so kann es doch in diesen klimatisch ungünftig gelegenen Ländern ja seinen von Jahr zu Jahr wachsenden Bevölkerungsüberschuß nicht unterbringen. Siedlungsgebiete findet es nur im Süden, auf den Jnfeln des malaiischen Archipels, in Australien und Amerika. Japans wirtschaftliche Ex- pansion hat die britische, holländische und amerika- nlsche Konkurrenz auf allen ostafiatischen Märkten langst aus dem Felde geschlagen, ja die japanische Ausfuhr fugt der amerikanischen Industrie im Mutterlande, wie in Südamerika, der britischen in Snbien, der italienischen in den Mittelmeerländern schweren Schaden zu. Aber diese Ausfuhr wird er* mjghdjt durch rücksichtsloses Valuta- und Lohndum- ping, das sich nicht restlos fortsetzen läßt, da Japan arm an Rohstoffen ist und die betroffenen Wirt- schaftsmächte zu Gegenmaßnahmen schreiten.
Japan nähert sich also mit wachsender Beschleuni- Kbem kritischen Punkt, wo es nur noch einen oeg gibt. Die innerpolitischen Auseinander- setzungen m Japan, die sich mehrenden Attentate auf Männer des politischen Lebens, die als Zauderer und Hemmschuhe einer Politik der starken Faust gelten, deuten den ungeheuren Druck an unter dem Japan steht. Das Jahr 1934 kann für Dftaficn ein ähnlich entscheidungsvolles werden wie es einst das Jahr 1904 geworden ist. Damals konnte Japan vor den Augen der erstaunten Welt die Grundlagen seiner Macht auf dem asiatischen Kontinent legen. Heute würden die pazifischen Anlieger einem russisch-japanischen Duell kaum mit untergeschlagenen Armen zuschauen.
Die Wahrheit über Ritzel darf im Saargebiet mcht bekannt werden.
* rlin, 12. Jan. (DNB.) Das nationalsozia- Ususche „Saarbrücker Abendblatt" vom 9. ist von der Regierungskommission auf ad)t -tage verboten worden und die „H o m b u r • 9 e r Neuesten Nachrichten" haben das gleiche Schicksal erfahren, weil sie die im Reich allgemein bekannte Nachricht verbreitet haben, daß der frühere marxistische Reichstagsabgeordnete und Oberregierungsrat Ritzel von den deutschen Gerichtsbehörden wegen schwerer Vergehen steckbrieflich verfolgt wird. Diese mit dem Bild des Herrn Ritzel versehene Mitteilung ist diesem naturgemäß nicht sehr angenehm gewesen, da er jetzt im Dienst der Reaierungskommission des Saargebiets steht. Es wird interessant sein, zu sehen, ob die „Regierungs"?ommission daraus eine, Beam- tenbeleidigung" konstruiert.
Keine Opposition gegen die Einheit der Evangelischen Kirche.
München 12. Jan. (DNB., Der Evangelische Presseoerband für Bayern teilt mit: In der Oeffent- lichkeit ist vielfach die Meinung verbreitet, als stellten die von einer Reihe landeskirchlicher Führer einge- leiteten Schritte gegen den Kurs Der der- zeitigen R e i ch s k i r ch e n r e g i e r u n g eine ®efQf)r für die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche und eine Absage an die nationale Bewegung dar. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß es den genannten Klrchenführem um nichts mehr zu tun ist, als darum, die schwer erschütterte Einheit und Befriedung der Deutschen Evan. gell ch en Kirche zu gewährleisten, und daß sie in diesem Bestreben auch der neu errungenen Volks« ein^eit im Dritten Reich am besten zu dienen glauben.
England will abwarten.
Hoffnungen auf das deutsch-französische Gespräch.
London, 13. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der „Daily Telegraph" erklärt, der Abrüstungsausschuß des englischen Kabinetts habe durch den Beschluß, zeitweilig in Der Abrüstungsfrage eine abwartende Haltung einzunehmen, eine „bremsende" Wirkung auf das For - eign Office ausgeübt. Die berufsmäßigen Diplomaten wünschten natürlich die Jinitiative in den europäischen Angelegenheiten wieder aufzunehmen, aber es sei für klüger gehalten worden, eine ungehinderte Fortsetzung Der Bespre- chungen zwischen Deutschland und Frankreich zu gestatten. Dies sei die Ansicht der Mehrheit der englischen Minister, Die sich diese Woche beraten haben. Die stärksten Befürworter dieser Politik seien der Ministerpräsident Macdo - n ald und der Kriegsminister Lord Heilsh am gewesen Es erscheine jetzt unwahrscheinlich, daß die Besprechungen bei der Ratstagung in Genf einen großen Fortschritt in Der Lage bringen wurden.
Der parteilose Senator Armbruster vertrat dann den Standpunkt, daß das Vertrauen Frankreichs in die internationalen Pakte erschüttert sei und daß man folglich eine festere Grundlage finden müsse, um den Frieden zu sichern. Er befürchte, daß eine Abrüstung der Völker nicht mehr möglich sei. Die Abrüstungskonferenz fei nichts als eine „Konferenz der kontrollierten Aufrüstung". Von ihrer Arbeit fei nichts Gutes mehr zu erwarten. Frankreich fei von Gefahren umgeben. Man solle nicht wartey, bis es zu spät fei.
Der rechtsgerichtete Senator Lernery wiederholte hierauf die sattsam bekannte Behauptung, Deutschland habe Genf verlassen, um sich jeglicher Kontrolle zu entziehen. Frankreich habe Den Fehler begangen, Deutschland die Gleichberechtigung auf der Abrüstungskonferenz zuzugestehen. Bisher sei alles Dem Willen geopfert worden. Die SoliDarität mit den ehemaligen Verbündeten aufrechtzuerhalten. Besser sei es, a l l e i n Widerstand zu lei st en, als sich „in Gesellschaft zurückzuziehen . Frankreich müsse seine Macht aufrechterhalten und seine Sachverständigen befragen, ob die Dienstzeit vorübergehend nicht erhöht werden müsse, ob die Befestigungen längs der belgischen und der chweizenschen Grenze nicht verlängert, ob die ranzösische Artillerie und die Luftstreit- kr äste modernisiert und ob Paris vor einem plötzlichen Luftangriff gesichert werden müsse. Die Bündnisse müßten gefestigt werden. Belgien müsse man helfen, sich zu befestigen und Polen und der K l e in e n Entente ihre Rüstungen ergänzen. Frankreich solle aufhören, an sich selbst zu zweifeln und nach London, Moskau oder Rom zu blicken.
Berlin, 12. Jan. (DNB.) Dem preußischen Ministerpräsidenten ©Öring sind zu seinem 41. Geburtstag aus allen Teilen des Reiches und des Aus- landes zahllose Geschenke, sowie Tausende von Glückwünschen und Telegrammen aus allen Schichten der Bevölkerung, insbesondere den Kreisen seiner alten Mitkämpfer in der Partei, zugegangen. Als erster überbrachte der Führer persönlich noch am späten Abend des Donnerstag dem preußischen Ministerpräsidenten seine herzlichsten Glückwünsche. Gleichzeitig sprach auch der Reichspropa- gandaminifter Dr. Goebbels, der mit feiner Gattin erschienen war, seine besonderen Wünsche zum Geburtstag aus. Am Freitag übermittelte Staatssekretär Meißner die herzlichsten Wünsche und kameradschaftlichsten Grüße des Herrn Reichspräsidenten. Vom Reichskabinett fanden sich zur Gratulation ein: Die Minister von Blom- berg in Begleitung des künftigen Chefs der Heeresleitung, General von Fritsch, Röhm, Seldte, Schmitt, Darr 6, sowie sämtliche Mitglieder der preußischen Staatsregierung. In ihrem Namen richtete der preußischen Finanzminister Prof. Dr. P o p i tz eine herzliche Ansprache an den Ministerpräsidenten. Kurz darauf erschienen Abordnungen von Beamten, Angestellten und Arbeitern der Ministerien und Behörden. Persönlich überbrachten dem Ministerpräsidenten ihre Glückwünsche weiter sämtliche Oberpräsidenten der preußischen Provinzen, zahlreiche preußische Staatsräte, Reichsbischof Müller, Bergleute der R u h r
Ein seltsames Wintersport, quartier.
Französische Offiziere in Obergurgl.
Berlin, 12. Jan. (DNB.) Der „Deutschen Zeitung" wird aus Tirol gemeldet: Während ganz Tirol infolge Der Deutschen Einreisesperre f a st fremdenleer ist, der Wintersport also Darnie- Derhegt, erfreut sich Obergurgl bemerkenswerterweise eines guten Besuches. Von den vorhandenen 100 Betten sind insgesamt 80 belegt. Es ist bemerkenswert, daß diese für Tirol sensationelle Ansammlung von Wintersportlern in Obergurgl ausnahmslos französischen Ursprungs ist, und zwar handelt es sich dabei um Franzosen, die Obergurgl schon im vergangenen Jabre ausgesucht hatten, um dort Dem Wintersport nachzugehen. Vielleicht findet das Interesse der Franzosen für Obergurgl feine Erklärung damit, daß es sich fast ausnahmlos um Offiziere der französischen Armee handelt, die sich offenbar sehr wenig Kopfzerbrechen darüber machen, daß man sich speziell in Italien über diese Wintersportfreuden französischer Offiziere in unmittelbarer Nähe Der italienischen Grenze Gedanken macht.
Keine Abrüstungsneigung im französischen Senat.
Die Rechte fordert Verstärkung der Rüstungen.
Paris, 12. Jan. (DNB.) Im außenpolitischen Ausschuß des Senats gab Senator Sprenger eine Uebersicht über das Ergebnis der Unterredungen des französischen Botschafters in Berlin mit Dem Reichskanzler feit Dem September. Hierauf teilte er Das Der Reichsregierung nm 1. Januar überreichte Aide m£moire mit. Der Ausschuß beschränkte sich Darauf, dieses Schriftstück zur Kenntnis zu nehmen.
Berlin, 12. Jan. (DDZ.) In Kreisen der Deutschen Arbeitsfront wird darauf hingewiesen, daß das Gespenst Des Geburtenrückganges eine schleichende Gefahr auch für die Sozialversicherung bedeutet. Die bei Dem mangelnden Geburtenstande drohende Vergreisung Des deutschen Volkes sei er st er Totengräber Der Sozialversicherung. Wenn im Jahre 1818 in Deutschland auf 1000 Ehefrauen noch 307 Lebendgeburten kamen, so belief sich Die entsprechende Zahl hn ver- Smen Jahre nur noch auf 100,7. Im Jahre 1932 en nur noch 975 000 Lebendgeburten gezählt gegen fast 3 000 000 im Jahre 1818. Im Durchschnitt Der letzten fünf Jahre seien in Deutschland 40 v. H. aller Ehen kinderlos gewesen, 33 v. H. hatten ein oder höchstens zwei Kinder, während nur 2 v. H. aller Ehen mehr als 3 Kinder
Punkt 7.25 Uhr marschierte mit klingendem Spiel aus ihren Unterkünften aus Lichterfelde kommend d i e Stabswache Göring am Leipziger Platz auf, entzündete ihre Fackeln und marschierte geschlossen in den Garten, Der Das Wohnhaus Des QeburtstagsfinDes umgibt. NachDem Die Fackelträger um Die Villa herummarschiert waren, formierten sie vor der Hauptfront des Gebäudes mit den brennenden Fackeln einleuchtendes H. G Die Kapelle Der Stabswache spielte einen schneidigen Marsch, als Der Ministerpräsident unter feiner Stabswache erschien. Die Front abschritt und in kurzen Worten gerührt für Die Ehrung Dankte, die ihm seine Getreuen Dargebracht hatten. In Rose n h e i m wirD am Geburtshaus Des Minister- präsiDenten Hermann Göring am Sonntag eine GeDenktafel enthüllt. Die StaDt Frank- a r b e i t e r f cf) a f t, Abordnung der NDBÖ. I k°un,ch°ch^?n g °richL°" ®>rc"f’ür^ ein «Ü-.


