wr in« oer. Be. wer
ter Selbstbeherrschung durchgeführt hat und daß die Reichsregierung, soweit sie moralischen Einfluß besaß, die Führung der Deutschen Front hierbei aufrichtig und wirksam unterstützt hat. Es fehlt auch leider jeder Hinweis auf die französische Propaganda im Saargebiet, auf die Tätigkeit der Emigranten und Marxisten und auf die geheimen Kanäle, durch die die Gegner Deutschlands ermutigt und finanziell unterstützt werden. Ganz offenbar sollen die Mitglieder des Dreier-Ausschusses und des Völkerbundsrates noch in letzter Stunde e i n f e i t i g g e g e n De u t s ch - land eingenommen werden. Zugleich soll m der Welt der Glaube erweckt werden, daß die vorbereitenden militärischen Maßnahmen Frankreichs durch illegale Handlungen von deutscher Seite im Saargebiet und durch eine dort drohende Gefahr voll gerechtfertigt seien.
Zur Kennzeichnung des Berichtes der Regie- rungskommiffion ist es von besonderer Bedeutung, daß das saarländische Mitglied der Re- aierunqskommission sich gegen den Bericht ausgesprochen und ausdrücklich erklärt hat, daß in der Tätigkeit der Deutschen Front keine Gefahr für die in einem Abstimmungsgebiet notwendige Ordnung zu sehen sei. Wenn in dem Bericht gesagt wird, die Deutsche Front übe einen Druck auf die Bevölkerung aus, indem sie Mitglieder für ihre Organisation zu werben trachtet, so ist dem entgegen- zuhalten, daß dies schließlich Sinn und Zweck einer jeden Partei ist. Daß sie niemals wirkliche Druckmittel angewendet hat, geht aus dem Urteil aller neutralen Besucher des Saargebietes unzweideutig hervor. Alles in allem gibt es wohl kaum einen Punkt der Denkschrift, der nicht zum Widerspruch und zur* Richtigstellung herausfordert.
Vürüels Ausgabe in Rom.
Der Saarkommissar verlangt Ausweisung der Emigranten.
N e u st a d t, 10. Nov. (DNB.) Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Gauleiter B ü r ck e l, hgt in Rom mit Nachdruck dargelegt, daß von deutscher Seite niemals eine Putfchabsicht gegenüber dem Saargebiet bestanden hat und daß eine solche auch gar nicht bestehen kann, da bei dem rein deutschen Charakter der Saarbeoöl- kerung über den Ausgang der Volksabstimmung kein Zweifel vorhanden ist. Das Verbot für die SA. und SS. im Saargrenzgebiet stellt vor oller Welt erneut unter Beweis, wie Deutschland bei dem ihm aufgezwungenen Saarabstimmungs- kampf für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens kämpft. Einen ständigen Unruheherd bilden die Emigranten, die unter den Augen der Regierungskommission und mit Unterstützung der französischen Bergwerksdirektion geradezu zum Bandenkrieg ausgebildet werden. Der Saarbevollmächtigte hat nun in Rom entschieden die Ausweisung der Emigranten aus dem Saargebiet gefordert. Im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens sei deren Lebensgrundlage lediglich an dem vorübergehenden Bestand von Re- gierungskommission, französischer Bergwerksdirektion und Redaktionsstuben der Emigrantenpresse gebunden. Ueberhaupt wollen die Emigranten mit ihrer großen Mehrheit ja nichts anderes, als das Saargebiet zu einer höchst gefährlichen kommunistischen Aktionszentrale zu machen. Sie rühmen sich selbst in Rundschreiben, Reden und Presse ihrer kulturfeindlichen Zersetzungsarbeit, die sie auch nach den übrigen europäischen Kulturländern hin auszuüben willens sind. Wenn also der Saarbevollmächtigte in Rom so energisch die Forderung nach Ausweisung der Emigranten und Aufhebung der Einsatzbereitschaft der französischen Truppen gefordert hat, so hat er einen Kampf weitergeführt, den Deutschland berufen ist, an der Saar auch im Interesse des europäischen Friedens und der abendländischen Kultur zu führen.
Oie Sitzung des Oreieraueschusses.
Rom, 10. Nov. (DNB.) lieber die Sitzung des Saarausfchusfes wird folgender amtlicher Bericht ausgegeben:
Der Dreierausschuß für die Saarabstimmung hat die Prüfung der juristischen Fragen fortgesetzt, mit denen er beauftragt war. Der Vorsitzende, Baron A l o i s i, unterrichtete den Ausschuß davon, daß die interessierten Regierungen auf diesbezügliche Schritte hin sich bereiterklärten, französische und deutsche Sachverständige zu entsenden, um unter den Auspizien des Dreieraus- schuffes die technischen Fragen zu besprechen, die letzterer dem Finanzausschuß des Völkerbundes zur Prüfung unterbreitet hatte. Zu diesem Zweck wird ein Unterausschuß des Finanzausschusses des Völkerbundes in der kommenden Woche in Rom zusammentreten.
Ein unverständliches Urteil.
Zwei Jahr Gefängnis für den Bergwerks- direttor des Fürsten Pleß.
Beuthen, 10. Nov. (DNB.) Das Appellationsgericht in Kattowitz sprach am Donnerstag im Oswag-Prozeß das Urteil gegen Dr. Ebeling, den ehemaligen Leiter der Berg- werksdirektion des Für st en Pleß in Kattowitz, den Direktor Caspar von der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft in Kattowitz und gegen Dr. O g i e r m a n n von der Oswag. Direktor Caspar und Dr.Ogiermann, die in der ersten Instanz zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, wurde freigesprochen. Dr. Ebeling wurde zu zwei Jahren Gefäng- n i s verurteilt. In der ersten Instanz war Dr. Ebe
ling lediglich auf Grund von Indizien wegen Vergehens gegen § 313 des Deutschen Handelsgesetzbuchs verurteilt, obgleich ihm irgendeine Teilnahme an den intrimimerten Maßnahmen nicht nachgewiesen werden konnte. Don der Anklage des Betruges war Dr. Ebeling aber freigesprochen worden. Der Rechtsbeistand Dr. Ebelings hat gegen das Urteil der zweiten Instanz Kassation beantragt.
Hierzu erfahren wir: Die Entscheidung der zweiten Instanz hat weit über die Kreise von Oberschlesien hinaus außergewöhnliches Befremden erregt Sie wird als unbegreifliches Fehlurteil in engem Zusammenhang mit den Zwangsmaßnahmen gegen die Verwaltung des Fürsten Pleß gebracht. Das Appellationsgericht hat das Urteil der ersten
Instanz mit der Begründung aufgehoben, daß das Deutsche Handelsgesetzbuch nicht mehr Anwendung finden könne,, da inzwischen das polnische Handelsgesetzbuch der WojwodschaftSchlesien Rechtskraft erhalten habe, das den Paragraphen 313 des Handelsgesetzbuches nicht kennt. Schon aus diesem Grunde hätte Dr. Ebeling f r e i g e s p r o -- ch e n werden müssen. Die zweite Instanz ist aber von der rechtlichen Beurteilung des Tatbestandes der ersten Instanz völlig abgewichen und hat ein neues Delikt konstruiert, von dem im bisherigen Verlause des Prozesses nicht die Rede gewesen ist. In dieser Instanz sind auch die von dem Angeklagten benannten Sachverständigen überhaupt nicht gehört worden.
sahrungen besitzt, wird sich über die Tragweite dieses Eingeständnisses nicht im Unklaren fein. Vielleicht wollte Postyschew die wirkliche Wahrheit dem Sowjetbauern nur löffelweise eintrichtern, vielleicht hielt er gerade die Tage der großen Vorbereitungen zum Revolutionsfest nicht für geeignet, sie ungeschminkt zu verkünden, möglicherweise aber ist er auch der Meinung, daß der Bauer sie noch früh genug am eigenen Leibe erfahren wird. Maßgebende Manner in der Partei, die mit Sowjetzahlen umzugehen wissen, versichern jedenfalls, daß das beschönigende Wort „teilweise chlechter" sich in der Praxis ganz anders ausnimmt, )aß die Ernte gerade in dem Gebiet, für das Posty- chew sprach, in der Ukraine und im Schwarzerde- gebiet, durchschnittlich 30, in verschiedenen Bezirken sogar 50 v. H. unter der vorjährigen liegt. Die Ukraine und das Schwarzerdegebiet waren aber bisher die Kornkammer Sowjetrußlands, wie sie vor dem Kriege die Kornkammer Europas waren. Daraus ergibt sich mit mathematischer Folgerichtigkeit das eine: Das Hungergespenst geht von neuem um in diesem Lande, das über ein Sechstel der Erdoberfläche ausmacht. In den kommenden Wintermonaten wird es wieder an mancher Bauernhütte anklopfen, und neue Millionen Bauern werden ihm zum Opfer fallen.
Die furchtbaren neuen Verforgungsnöte in der Sowjetunion sind auf das Zusammenwirken von drei Faktoren zurückzuführen: die kollektive Zusammenfassung des bäuerlichen Besitzes hat die volkswirtschaftlichen Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion zerstört, das völlige Versagen des verstaatlichten Verteilungs- und H a n d e l s a p p a r a t s hat ein Chaos in der Wirtschaft geschaffen und fchließlich hat es die mangelhafte Warenerzeugung bewirkt, daß der War enhunger auf dem Lande immer mehr zunimmt', während die „sozialisierte Industrie" nicht in der Lage ist, dem Sowjetbauern auch nur eine neue Sichel, einen Kochtopf ober ein Kopftuch für die Bäuerin zu liefern. — In diesem Jahr hat die furchtbare Dürre Folgen gehabt, gegen die die Sowjets vergebens ange« kämpft haben. Man wollte die Fehler der vergangenen Jahre durch die vorfrühe Aussaat wettmachen. Man hatte aber den menschlichen Faktor: den Bauern, unterschätzt, der, seines Bodens beraubt, von den Behörden zu Frondiensten für die Versorgung der Städte gepreßt, selbst stets von (Enteignungen, Einkerkerungen und Verbannungen bedroht, nur nachlässig arbeitete, die wertvollen Maschinen, deren Bedienung er zudem nicht versteht, draußen in Wind und Wetter stehenließ, sich das Getreide vom eigenen Felde für feinen Bedarf „stahl" und überall passiven Widerstand leistete. Es kamen gröbste Fehler der Organisation und Mangel in der Ausbildung der Beamten und Angestellten hinzu, es häuften sich die Fälle der persönlichen Bereicherung leitender Beamten, der Bestechung und der Riesenunterschleife — und das Ganze bestätigt nur von neuem die Ueberzeugung, daß die Sowjets mit ihrem Agrarproblem nicht fertig werden können.
(Einige Beispiele beleuchten die Zustände in diesem Paradies marxistischer Wirtschaftsführung: von 1200 Mähdreschern, den wertvollsten Landmaschinen, die die Staatsgüter Westsibiriens besitzen, find nur etwa 460 auf dem Felde gewesen — die übrigen sind dauernd „krank"; im Uralgebiet sollten 1290 Mähdrescher 260 000 Hektar abernten, sie haben aber nur — 6000 Hektar abgeerntet; und an der unteren Wolga bedürfen 4200 Traktoren von insgesamt 5350 einer völligen Ueberholung. In einem anderen Bezirk sind von 139 Elevatoren nur 29 in Betrieb. Hier fehlt es an Säcken, dort müssen die Bauern an den Abnahmestellen für Getreide drei Tage lang „Schlange stehen"; hier werden 41 Direktoren verhaftet, weil sie das Brot auf eigene Faust verkauft haben, dort oerfault das Getreide unter freiem Himmel. Das sind nur wenige Beispiele. Sie könnten bis ins Unendliche ergänzt werden. Und Monate hindurch war die Sowjetpreffe angefüllt mit Berichten von der „(Erntefront", die das Bild völlig chaotischer Zustände vermittelten. Während die amtlichen Getreideemissäre dem Bauern das letzte Korn abjagen, kommt ein großer Teil davon um, bevor es dem Verbraucher zugeleitet wird.
Wenn es wahr ist, daß die Statistik die genialste Form einer Umbiegung der Wahrheit ist, so trifft es jedenfalls für die Sowjetstatistik zu. Auf der einen Seite „beweisen" die sowjetamtlichen Blätter auf Grund einer Statistik, daß die Ernährung „im wesentlichen sichergestellt sei", auf der anderen aber wird geklagt, daß der Verlust bei der Ernteeinbringung bis zu 30 v. H. des abgeernteten Getreides beträgt, daß es bis zu 25 v. H. mit Erde vermischt ist, daß es hier und da bereits in Fäulnis übergegangen ist oder dumpf geworden ist. Und wie steht es mit dieser angeblichen „Sicherstellung der Versorgung"? Es handett sich, um einem Irrtum von vornherein vorzubeugen, u m d i e Versorgung der Städte, der proletarischen Arbeiter und Angestellten, der Parteimitglieder, der Armee, der Beamtenschaft und der GPU. Das ist aber knapp ein Viertel der Bevölkerung Sowjetrußlands! 12 0 Millionen Bauern indessen, denen durch die „verfeinerten Methoden", durch verschiedene „drastische lieber- zeugungsmittel", wie die Sowjetblätter den Terror zu nennen pflegen, das Brot abgenommen wurde, find ihrem Schicksal überlassen. Wo eine Kollektivwirtschaft, wie es die Jsweftija nennt, „die Frechheit besitzt, sich auch noch eines Überschusses zu rühmen", da werden sofort die amtlichen Emissäre mobil gemacht, um über das staatlich festgesetzte Ablieferungssoll hinaus ein übriges für die hungernden städtischen Proletarier zu erpressen, deren
papens Wiener Mission.
Der Gesandte spricht vor der reichsdeutschen Kolonie in Klagenfurt.
Wien, 10. Nov. (DNB.) Der deutsche Gesandte von P a p e n, der sich auf einer Reife durch Kärnten und Steiermark befindet, um die dortigen reichsdeutfchen Kolonien zu besuchen, sprach in Klagenfurt vor Reichsdeutschen über das neue Reich. Das, was fick heute in allen Ländern dieses alten Erdteils vollziehe, fei die Abkehr von der Zeit des unbeschränkten und unbegrenzten Individualismus. Alle Nationen versuchten heute neue staatspolitische Formen zu finden, in denen die Autorität einer wohlgefetzten Ordnung wieder zu ihrem Recht komme. Wir Deutschen wollten das Reich erneuern und dem Gedanken dieses Reiches einen neuen Inhalt geben. Alles, was sich feit Januar 1933 in Deutschland neu geformt habe, habe dieses Ziel zum Zweck. Menschliches Wirken sei zwar dem Irrtum unterworfen, aber man solle den Kampf um die Erneuerung nicht unter dem engen Gesichtswinkel der Tagesbetrachtung sehen, sondern aus der großen Schau einer neuen Ordnung, die für lange Zeit Geltung haben solle und daher nicht an einem Tage vollendet werden könne. Die Meinungsverschiedenheiten und Kämpfen auf kulturellem Gebiet sollten in aller Ruhe und Brüderlichkeit ausgetragen werden. Die Spannungen auf diesem Gebiete hätten nur das eine erreicht, daß sie das Glaubensleben der Nation gestärkt und vertieft hätten, ja, daß sie dem Seelenleben einen ganz neuen Impuls verschafften.
Seine Aufgabe als Gesandter des Deutschen Reiches in Oesterreich sehe er in der Wiederherstellung der alten Freundschafts- bandezwischenzweiStämmen,die eine jahrtausendelange gemeinsame G e - schichte hätten. Was wir im Reiche wünschten, sei ein Zusammenklang des deutschen Geistes auf allen Gebieten des Lebens, in der Kunst, in der Literatur, in der Wirtschaft, in unserem Rechtsbe- wußtsein und in dem Gedanken an die Erfüllung unserer mitteleuropäischen Aufgaben. Das neue Reich, das wir zu bauen im Begriffe ständen, werde einen neuen Inhalt haben, nicht aber eine Form, die irgend einen unserer Nachbarn bedrohe oder die Europa störe. Gefahrdrohender als die Frage der Rüstungen seien die Spannungen als eine Folge der geistigen und wirtschaftlichen Zerrüttung der Welt. Um diesen Gefahren zu begegnen, sei es notwendig, daß die Völker Vertrauen zu ihren Regierungen, Vertrauen zu ihrer Führung besäßen. „Wir Deutschen schätzen uns glücklich, daß im neuen Reich Führung und Gefolgschaft eins geworden sind, und wir können nur wünschen und hoffen, daß sich dieser Prozeß auch in anderen Ländern durchsetzen möge."
Die christlich-soziale „Reichspost" sagt zu der Papen-Rede: Finden diese bedeutsamen Worte einer zur Kennzeichnung der reichsdeutschen Polittk berufenen Stelle bei allen, an die sie gerichtet waren, gebührende Beachtung, dann werden sich wohl auch die Zeitungsschreiber und Geschäftspoli
tiker, die bei uns und anderswo mit ihrem Anschlußgerede offensichtlich neue Gefahren- und Unruheherde in die europäische Polittk zu bringen suchen, in die Gegebenheiten fügen müssen.
Die nächsten Ausgaben.
Wien, 10. Nov. (DNB.) Die Wiener Nachmittagsblätter bringen einen Bericht über einen Empfang des Gesandten von Papen im Klub der anglo- amerikanischen Presse. Dabei hielt Gesandter von Papen eine kurze Ansprache, in der er erklärte, daß seine Mission in Oesterreich noch vielfach falsch ausgelegt würde, daß er in Wahrheit mit den desten Absichten nach Wien gekommen sei. Ich bin überzeugt, so fuhr der Gesandte fort, daß alle Schwierigkeiten bald überwunden sein werden. Augenblicklich werden zwischen Oesterreich und Deutschland Verhandlungen zwecks Verbesserung des Warenaustausches geführt, und ich glaube, es werden bald auch gegenseitig Zeitungen zugelassen werden. Die Frage der Aushebung der 1000-Marksperreist nicht aktuell, lieber die nach dem Juli-Aufstand nach Südslawien geflüchteten Nationalsozialisten befragt, sagte von Papen, das sei eine Frage, die Oesterreich und Südslawien angehe, Deutschland habe mit ihnen nichts zu tun.
Ein neuer Etaatsratspräsident in Oesterreich.
Wien, 11. Nov. (DNB.) Der Bundespräsident hat den Gutsbesitzer RudolfGrafHoyos zum Präsidenten des Staatsrates an Stelle des zurück- getretenen Ingenieurs Nouakh ernannt. Zu feinen Stellvertretern wurden der ehemalige Bundesminister Dr. R e s ch und der Landesleiter der Vater- ländischen Front in Tirol, Dr. Fischer, ernannt. Graf Hoyos gilt als Heimatschützler, so daß der Heimafichutzstandpunkt in gewissem Sinne wieder durchgedrungen ist. Seine beiden Stellvertreter sind Christlich-Soziale.
Marxistische Kundgebungen in Wien und Umgebung.
Wien, 12. Nov. (DNB.) Aus Anlaß des verbotenen Republikgründungstages versuchten in den Abendstunden des Sonntags die Marxisten durch Flugzettelpropaganda die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. In zahlreichen Bezirken wurden Propagandazettelstreuer verhaftet. Bei Perchtelsdorf in Nähe von Wien hielten auf einem Berg 2000 Sozialdemokraten eine illegale Versammlung ab. Es wurde sofort Gendarmerie aufgeboten, diese war aber der großen Ueberzahl der Marxisten nicht gewachsen. Den Marxisten gelang es daher, sich vollkommen unbehindert zu zerstreuen. Die Gendarmerie vermochte nur zwei Verhaftungen vorzunehmen. Zu Zusammenstößen zwischen Wachbeamten und Kommunisten kam es noch im Gemeindebezirk Hernals, wobei auch Schüsse gewechselt worden fein sollen.
Eine neue Hungersnot
vor den Toren des
Don unserem H
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, November 1934.
In den ersten Novembertagen hagelte es Dekrete und Verordnungen, (Erflärungen und Kundgebungen im Sowjetlande, die alle mit dieser Aufforderung schlossen: „Erscheint zur Feier der Oktoberrevolution!" Die Tage, an denen vor 17 Jahren der Durchbruch der bolschewistischen Revolution vollzogen, der russische Arbeiter „befreit" und damit „die Aussicht auf einen Weltsieg von Marx und Lenin um ein gutes Stück weitergebracht wurde", fallen wieder einmal festlich begangen werden. Die Bolschewisten waren feit jeher Meister der Reklame. Unendliche Reihen von Jßartei» und Sowjet-, Arbeiter- und Bauern-, Jugend-, Beamten- und Armeedelegierten sind zu den großen Festlichkeiten in der Hauptstadt eängetroffen, ganze Wagenladungen von Südfrüchten und Fleisch, von Weißbrot, Kuchen und Schokolade und Bier — Leckerbissen für jeden Sowjetmagen — gelangen zur Verteilung. Plätze und Straßenzüge werden gesperrt und für den Durchgangsverkehr abgeriegelt, und
Gowjetparadieses.
,-Äerichierstaiter.
Stalin s e l b st wird die Parade der Roten Regimenter vor der Kremlmauer abnehmen, während in den Lüften schwerste Sowjetbomber leibhaftiges Zeugnis für die erstarkte Sowjetmacht ablegen werden.
So feiert das amtliche Sowjetrußland ...
Während eben dieser Tage, an denen der sowjet- und auslandoffiziösen Oeffentlichkeit in Moskau eine glänzende Fassade demonstriert wird, plagt s i ch der Bauer — auch schon in ben Vororten der Hauptstadt — mit der Frage ab, ob er überhaupt den nächsten, den 18. Revolutionsfeiertag noch e r - leben werde.. Denn keine Beschönigungsversuche helfen mehr: Die Nachrichten vom flachen Lande lauten immer ernster. Was die Regierung noch vor gar nicht langer Zeit in wütenden Dementis ab- geftntten hat, ist jetzt eintzetroffen: Die (Ernte ist „teilweise schlechter" als die des Vorjahres. So hat es der Vertrauensmann Stalins für die Ukraine, der als Theoretiker wie als Praktiker gleich bekannte und gefürchtete Postyschew in Charkow formuliert. Wer aber hinsichtlich bolschewistischer Erklärungen und ihrer Ausdeutung einige Er-
»RUNDE SORTE
Eine neue ALVA-Sorte für die Liebhaber
Ohne Mundstück


