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Montag, 12. November M4

184. Jahrgang

Nr. 265 Erstes Blatt

Gietzener Anzeiger

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Aber, deutsche Bauern, bildet euch nicht ein, daß alle Feinde in Deutschland verschwunden wären, weder die unmittelbaren noch die Feinde der

Sitte legen wir das Gelöbnis zu ihm ab mit einem dreifachen Sieg-Heil!

Nach der Rede des Ministers sprach nach einigen Musikvorträgen des Musikkorps der Leibstandarte Adolf Hitler noch der Sprecher des Reichsbauern­things Staatssekretär W i l l i k e n s über Sinn und Inhalt der Tagung, für die als Leitspruch die Worte gelten:Goslar ist unsere Bau ern­st a d t". Es gehe bei dieser Tagung um die großen Aufgaben, die Achtung des Bodens und des Bauern- tumes nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt wieder zu heben. Das Bauerntum sei der Wegweiser zum kommenden Bauern« reich Deutschlands, und nach dem Gesetz, nach dem es angetreten sei, müsse es vollendet werden, damit in ferner Zeit einst Urenkel uns segneten.

bäuerlichen Betriebe von 5 bis 10 0 Hektar mit 75,9 v. H. an der gesamten Markt- oersorgung beteiligt waren, während ihr Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche 75,5 v. H. betrug. Schon nach diesen Zahlen war die Behauptung, daß die Marktversorgung überwiegend von den Großbetrieben abhängig sei, nicht aufrecht zu er­halten. r

Galten diese Zahlen nicht unmittelbar für Sied- lerbetriebe, so hat kürzlich Dr. Bräuning aufschluß- reiche Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit des Siedlerbetriebes im Vergleich zum Großbetrieb veröffentlicht. Dabei wurde festgestellt, daß die V e r k a u f s l e i st u n g von sieben alten Sied­lungskolonien mit rund 230 Siedlerbetrieben die« jenige ihrer Vergleichsgüter bei Rindvieh um 29,7 v. H., bei Schweinen um 77,6 o. H., bei Milch um 62,9 v. H. und bei Getreide um 4,5 v. H. übertraf. Damit werden auch die Bedenken entkräftet, dls aus der Neubildung deutschen Bauerntums Ge­fahren für die deutsche Nahrungsfreiheit befürchten. So wird die Neubildung deutschen Bauerntums zusammen mit dem Reichserbhofgesetz auch weiter­hin das K e r n st ü ck der nationalsozialistischen Bodenpolitik und damit einen wichtigen Faktor nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik überhaupt darstellen.

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oorgenommen.

Die Siedlungsergebmsse von 1934 lassen sich noch

Goslar, 11. Nov. (DNB.) Goslar stand bereits am Sonntag ganz im Zeichen des zweiten Reichs­bauerntages. Ein Verkehr in den Straßen, wie er nur bei ganz außergewöhnlichen Anlässen fest­zustellen ist, und Hunderte von Kraftwagen aus allen Gauen des Reiches ließen erkennen, daß schon in großer Zahl Thinggäste eingetroffen waren. Mit dem Begrüßungsabend im Kaisersaal des Bahnhofhotels fand dann der zweite Reichsbauerntag einen wirkungsvollen Auftakt. Un­ter den Ehrengästen sah man u. a. den Reichs­minister und Reichsbauernführer R. Walter Darre, den Reichsobmann Staatsrat M e i n b e r g , den Reichskommissar für die gesamte Marktregelung, Freiherrn von Kanne, und andere füh­rende Männer des deutschen Bauerntums. Der Sprecher des Reichsbauernthings, Staatssekretär W i l l i k e n s , eröffnete den Begrüßungsabend und damit den Reichsbauerntag. Don dem dicht besetzten Saal stürmisch begrüßt sprach sodann

NSDAP. Was aber gegen die NSDAP, geht, geht gegen uns und umgekehrt! (Lebhafter Beifall.) Wenn

Äeichsbauernsührer Darrö:

Wenn fo wie hier in den letzten Wochen Par­teidienststellen und Reichsnährstand Zusammenarbeiten, dann jagen wir den Teufel mit Sicherheit aus Deutschland hinaus. (Stürmischer - Beifall.) Man hat dem Bauern oft materielle Einstellung vorgeworfen. Da habe ich mich immer gefragt: Wenn Ihr recht habt, dann erklärt mir eins: Wie kommt es, daß dieser Bauer, der angeblich so materiell ist, die letzten Jahre der Nöte trotzdem ausgehalten hat, daß er sich über all die Nöte hinw.eg an seine Scholle geklammert und sie zu erhalten versucht hat, dieser ruhigste Stand im Volke, der in der Ver­zweiflung nach der Bombe griff? Wenn man sagt, der Bauer ist kein Revolutionär, dann frage ich: Wie erklärt ihr euch seine Tausende und Aber­tausende von Blutopfern der deutschen Ge­schichte? Wie erklärt ihr euch all das, wenn nicht über dem materiellen Dasein den Bauern eine Idee leitete und der Bauer seit Jahrhunderten um diese Idee rang, d. h. seit Jahrhunderten revo­lutionär ist?

Damit komme ich auf das, warum wir Goslar als Reichsbauernstadt wählten. Hier, deutsche Bau­ernführer aus Nord und Süd, aus Oft und West, hier fehen wir auf Schritt und Tritt eine st o l z e deutsche Vergangenheit, in der ein macht­volles Deutsches Reich in Europa regierte, und in dem es keine Mainlinie und keine Elblinie gab. Welch stolze deutsche Vergangenheit hinter uns liegt, und wie erbärmlich der Fall ist, wenn Deutschland nicht einig und treu sein sollte, das soll hier beson­ders vor Augen geführt werden, damit Sie so handeln, daß wir vor der Geschichte in Goslar bestehen können.

heute ist das deutsche Bauerntum einig, heute ist das deutsche Bauerntum zum ersten Male in seiner tausendjährigen Geschichte mitbestim­mend in die deutsche Geschichte eingeschaltet. Wir wissen, daß das, was wir heute erreicht haben, niemals erreicht worden wäre, wenn nicht vor uns Adolf Hitler die Fahne ergriffen hätte und sie vorangetragen haben würde. Wir wissen, daß wir diesem Wanne nicht gefolgt sind um wirtschaftlicher Versprechungen willen. Gerade das Bauerntum weih ganz genau, daß das, was uns zu harten Gefolgsmannen dieses Führers machte, nicht geschehen ist um seiner selbst willen, sondern um des Führers und seiner Idee wegen, sie rang um die Seele des deutschen Bauern, um der Zu­kunft des deutschen Volkes willen, und wir wollen mit ihm und durch ihn die Zukunft des deutschen Volkes sicherstellen.

Wenn wir uns heute hier zusammenfinden zur Eröffnung dieses Reichsbauerntages, und wenn nur heute als Bauern in eigener Angelegenheit gestal­tend mitwirken, dann haben wir vieles erreicht.

Paris, 11. Nov. (DNB.) Die 16. Wiederkehr des Waffenstillstandstages ist in Paris in der her­kömmlichen Weise durch eine Minute des Schwei­gens im ganzen Lande um 11 Uhr vormittags be­gangen worden. Kurz vor diesem Zeitpunkt fuhr Präsident Lebrun vor dem Grabmal des unbe­kannten Soldaten unter dem Arc de Triomphe vor, an dem sich die Minister, die Generalität, Ab­geordnete und Senatoren, das Diplomatische Korps und eine große Menschenmenge eingefunden hat­ten. Punkt 11 Uhr verkündete ein Böllerschuß vom Dach des Triumphbogens den Beginn der Minute des Stillschweigens. Im Anschluß an die Feier fand wie alljährlich" die Truppenparade der Pa­riser Garnison statt.

Dem Beobachter konnte es nicht entgehen, daß der 11. November im Zeichen einer neuen Stim­mung stand: der st arten Belebung des vaterländischen Gefühls. Die verschiede­nen Frontkämpferverbände haben den Tag und den Kundgebungen am Triumphbogen ihren Stempel aufgedrückt. Seit den blutigen Fe­bruartagen sah man zum ersten Male wieder dieser Verbände, eindrucksvoll in ihrer militärischen Dis­ziplin und zahlenmäßig verstärkt, durch die Avenue des Champs-Elysees marschieren, unter lebhafter Anteilnahme des Publikums.

Viel beachtet wurden auch bei der offiziellen Feier die Rufe:Hoch Doumergu e!", mit denen der Präsident Lebrun stellenweise empfangen wurde. Doumergue, der unweit der Place de l'Etoile wohnt, wurden im Anschluß an die Waffenstill­standsfeiern stürmische Sympathiekund­gebungen von den patriotischen Verbänden dar­gebracht. "Mehrere tausend Feuerkreuzler setzten sich, statt sich aufzulösen, nach der Wohnung Doumer- gues in Bewegung. Auch die Menschenmenge stürmte dorthin. Doumergue zeigte sich wiederholt auf dem Balkon seines Hauses. Die Menge sang die Marseilaisse, und Oberst de la Rocque, der Führer der Feuerkreuzler, hielt eine Ansprache. Doumergue empfing Abordnungen und Besucher, unter ihnen den Obersten de la Roc­que und den Luftfahrtminister Denain.

DerFigaro" veröffentlicht eine Ansprache Gaston Doumergues an die Vertreter der na­tionalen Verbände. Doumergue habe zunächst be­tont, daß die Ordnung der Verbände und der Menge starken Eindruck auf ibn gemacht habe. Wie Paris sei auch das Land an sich gesund. Leider aber würden von den meisten Volksvertretern die Be­dürfnisse des Landes verkannt. Die politischen Sit­ten in Frankreich müßten geändert werden. Das Wort Vaterland müsse wieder zum heiligen Nähr­boden des Gemeinschaftslebens werden. Die Vater­landsliebe sei der moralische Glaube, ohne den kein Heil möglich sei.

DasEcho de Paris" berichtet, Doumergue habe erklärt, daß er dem Luftfahrtminister Denain und dem Pensionsminister R i v o l l e t, die nicht in das neue Ministerium Flandins eintreten wollten,

nicht vollständig übersehen. Man kann aber an­nehmen, daß die insgesamt besiedelte Fläche gegen­über dem Vorjahre um rund ein Drittel größer sein und nahezu 140 000 Hektar erreichen wird. Dies ist von größter Bedeutung für die Wirt­schaftsbelebung in den Siedlungsprovinzen und Län­dern, insbesondere im Osten. Dabei geht die Land­bereitstellung rüstig vorwärts. Bis jetzt stehen für 1935 etwa 45 000 Hektar zur Verfügung, die natür­lich bei weitem für den Bedarf im kommenden Jahr nicht ausreichen, aber eine wichtige Grundlage für die Planungsarbeiten auf dem Gebiete der Neu­bauernsiedlung bilden. Die Landbeschaffung wird wesentlich erleichtert durch eine sinnvolle Zusam­menarbeit der mit der Durchführung der O st h i l f e betrauten Stellen und der Siedlungsbehörden.

Die Neubildung deutschen Bauerntums unterschei­det sich von der in der Systemzeit durchgeführten landwirtschaftlichen Siedlung nicht zuletzt durch die Beseitigung bürokratischer Einflüsse. Heute wird nicht mehr vom Grünen Tisch gesiedelt. Durch engste Fühlungnahme zwischen Siedlungs­trägern, Siedlungsbehörden und Reichsernährungs­ministerium wird dafür Sorge getragen, daß zwar nach einheitlichen Richtlinien gearbeitet wird, dabei aber die lebendige Fühlung mit der Lqndfchaft und der bäuerlichen Um- w e l t der Neubauernsiedlungen sichergestellt bleibt.

Waffenstittstandsfeier in Paris

Ore nationalen Verbände huldigen Doumergue.

neugegründeter Siedlerstellen zu erreichen. Es wird vielmehr darauf gesehen, daß die Neubauern auch wirklich rassisch allen Ansprüchen, die auf Grund des Erbhofgesetzes an den deutschen Bauern ge­stellt werden, genügen. Man will auch keine Stel­len schaffen, die bei der nächsten ungünstigeren Ernte in Schwierigkeiten kommen, sondern Bauern­wirtschaften, die fest in sich geschlossen sind, und allen Stürmen zu trotzen vermögen. Die Befolgung dieser Grundsätze ist wichtiger als die Feststellung, daß die Zahl der Siedlerstellen gegen­über früheren Jahren um so und so viel Prozent höher sei. Das qilt um fo mehr, wenn man be­denkt, daß ein großer Teil der sruher geschaffenen Siedlungen sich später nicht als lebens- fähig erwiesen hat.

Unter diesen Gesichtspunkten mußte >m Sommer 1933 die Neuregelung des gesamten Siedlungs- wesens in Angriff genommen werden. Es war em ge­wisser Zeitraum nötig bis zur Aufnahme der vollen Siedlungstätigkeit, zumal der verfügbare Vorrat an Siedlungsland Ende 1932 außergewöhnlich klein war und infolge der notwendig gewordenen agrar­politischen Sicherungsmaßnahmen zunächst nur langsam ergänzt werden konnte. Trotzdem geht das Siedlungsergebnis des Jahres 1933 hinsichtlich der Bereitstellung von S i e d l u n g s l a n d die den übrigen Zweigen der Siedlungstätigkeit zeitlich vorangeht, über das vorjährige Er­gebnis hinaus und bleibt auch hinsichtlich der Anliegersiedlung nur wenig hinter diesem zurück. Dagegen war die Gründung von Neusied­ler st e l l e n im Jahre 1933 aus den angeführten Gründen geringer als im Vorjahre. Pon den gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften wurden im Jahre 1933 insgesamt 107 058 Hektar erworben oder für die Siedlung bereitgestellt. Der größte Teil des Siedlungslandes wurde freihändig gekauft. Nur in 23 Fällen mit rund 3000 Hektar oder 3 v. H. der besiedelten Fläche fand ein Erwerb von Sied- lunqsland durch Kauf aus Zwangsversteigerungen statt Enteignungen wurden im Jahre 1933 nicht

Wenn vorgestern in München auf der historischen Stelle der Bewegung der Führer sagte, daß, so hart wie sein Wille war, an die Stelle zu kommen, an der er heute steht, so hart sein Wille ist, um auf dieser Stelle die Feinde niederzuringen, dann sagen wir:In diesem Kampf, der vielleicht einer der schwersten unseres Führers ist, stehen w i r Bauern in bedingungslosem Ver­trauen hinter diesem Mann. Was wir fordern, ist seine Idee. Wir sind entschlossen, lieber mit ihm unterzugehen, als uns nochmals unter der Knute der anderen zu beugen. Nach guter alter

Den praktischen Erfahrungen ist dadurch Rechnung getragen worden, daß man heute auch größere Siedler st eilen auslegt, wenn es die jeweiligen Erzeugungsbedingungen als notwendig erscheinen lassen. Im Vordergrund steht stets die Schaf­fung gesunder Betriebsgrundlagen, 90 v. H. der im Jahre 1934 geschaffenen Neubauern­stellen sind Erbhöfe, die restlichen 10 v. H. entfallen auf Handwerker- und Landarbeiterstellen. Wahrend 1919 bis 1926 nur 34 v. H. der Neusiedlungen auf Höfe von mehr als 10 Hektar (40 Morgen) entfie­len, waren es 1933 bereits 60 v. H. Im Jahre 1934 werden 86 v. H. aller Neubauernstellen Höfe mit 35 Morgen sein. Mit der Auslegung derartiger größe­rer Stellen will man nicht nur den Fortbestand der Siedlerstellen auch in Krisenzeiten sichern, son­dern auch die Grundlage für eine zahreiche Fa-

Die Gewußte Betonung auch der betriebswirt­schaftlichen Gesichtspunkte bei der Neubauernsied­lung wird schließlich die Bedenken noch weiterhin entkräften, die immer wieder aus Gründen der Volksernährung gegen die Siedlung geltend gemacht werden. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die deutsche Nahrungsfreiheit lediglich durch die Erhaltung von Großbetrieben sichergestell werden könnte. Vom Deutschen Landwirtschaftsrat war "schon 1930 festgestellt worden, daß die

den Befehl gegeben habe, aus ihrem Posten zu bleiben, weil sie unter den gegen­wärtigen Umständen niemand ersetzen könne und er wünschte, daß der Vertreter der ehemaligen Kriegsteilnehmer nicht in den politischen Kampf hineingezogen würde. Petain habe sich, trotz seiner Bitten nicht überzeugen lassen.

Französisch-belgische Fackelflasetten.

Erneute Kundgebungen der Feuerkreuzler.

Paris, 11. Nov. (DNB.) Die belgisch« französische Waffenbrüderschaft wird durch die sogenannte Fackel st afette sinnbildlich in Erinnerung gebracht. Eine belgische Front­kämpfergruppe empfing am Vormittag aus der Hand des Präsidenten der Republik eine an der ewigen Flamme am Grabmal des un­bekannten Soldaten entzündete Fackel. Den glei­chen Akt nahm König Leopold von Bel­gien in Brüssel vor. Von dort bringen fran­zösische Fromkämpser die Fackel nach Paris. In Valenciennes treffen sich die Kraftwagen der beiden Fackelstafetten.

Am Sonntagabend gegen 23 Uhr erfolgte die Uebergabe der Fackelstaffetten in Brüssel und Pa­ris. Am Triumphbogen in Paris hatten sich zu später Abendstunde Kriegsminister General Ma­rin, Luftfahrtminister Denain, Pensionsmini­ster R i v o l l e t und der Militärgouverneur von Paris, General G o u r a u d eingefunden. Als der Fackelträger die aus Brüssel kommende Fackel überbrachte, nahm General Maurin die symbolische Handlung der Wiederanzündung des ewigen Feuers über dem Grabe des unbekannten Soldaten vor, es wurde eine Minute Stillschweigen beobachtet. Als die Generäle, die an der Zeremonie teilgenom­men hatten, den Etoileplatz verließen, wurden sie von in der Nähe befindlichen Feuerkreuzlern mit lauten Hochrufen empfangen. Die Feuer­kreuzler versuchten gegen Mitternach in geschlosse­nem Zuge die Champs Elysees hinunterzumarschie­ren; die Polizei schritt aber ein und zerstreute sie.

Amerikanische Baumwolle gegen deutsche Waren?

Neuy o r k, 10. Nov. (DNB.) Associated Preß verbreitet einen Copyright-Artikel derNew Port Times", der folgendes besagt: Aus landwirtschaft­lichen Kreisen wird bekannt, daß der Austausch einer halben Millionen Baumwoll-Ballen gegen deutsche Waren erwogen werde. Da die Regierung zu Beginn nächsten Jahres möglicherweise sechs Millionen Baumwollballen vorrätig haben werde. Die Abnahme derBaumwoll- Ausfuhr nach Deutschland sei eine der Hauptursachen des Rückganges des Baumwolloer-

Auftakt zum L.Reichsbauerniag in Goslar

Reichsbauernführer Darre spricht auf dem Begrüßungsabend.

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Oie Neubildung deutschen Bauerntums.

Zum 2. Reichöbauerntag in Goslar.

Don Oiplomlandwirt von Zeppelin, Adjutant des Reichs- und preuß. Staatsministers Darrs

Noch gar nicht lange ist es her, daß die Gegner des Nationalsozialismus immer wieder die Ansicht zu verbreiten suchten, daß trotz der Machtübernahme wirklich neue Wege auf dem Gebiete der Agrar­politik nicht gegangen werden würden. Die frühere , Führung der deutschen Landwirtschaft hatte sich eine gewisse Routine in der Anpassung an die jeweils herrschenden Gruppen angeeignet und dadurch grundlegende strukturelle Verände­rungen der Bodenoerfassung zu verhin- 1 dern gewußt, wie sie in den mittel- und osteuro­päischen Ländern fast ausnahmslos in der Nach­kriegszeit zu verzeichen waren. Freilich konnten die vom Amt für Agrarpolitik und dem agrarpolitischen Apparat in der Kampfzeit in generalstabsmäßiger Arbeit vorbereiteten Pläne nicht sofort in die Tat umgesetzt werden. Wir dürfen nicht vergessen, daß gerade im Winter 1932 bis 1933 die Krise der Agrarwirtschaft einen Höhepunkt erreicht hatte, der teilweise die ordnungsgemäße Frühjahrsbestellung bedrohte. Schließlich kann man die Fundamente eines Hauses nicht erneuern, den Dachstuhl aber ruhig brennen lassen. Deshalb galt es erst die schlimmsten Absatzschwierigkeiten und i Katastrophenpreise zu beseitigen, sowie Frühjahrsbestellung und Ernte sicherzustellen, ehe wirklich grundlegende Fragen in Angriff genom­men werden konnten.

Dies geschah dann wenige Wochen, nachdem R. Walther Darre die Führung der amtlichen und der berufsständischen Agrarpolitik in seiner Hand vereinigt batte. Zunächst wurden im Reichs- nährstandsgesetz und Reichserbhofge­setz die Grundlagen für die organische Gliederung des Berufsstandes sowie für die Ordnung des Ab­satzes und der Erzeugung geschaffen, während gleichzeitig im Reichserbhofgesetz die Herauslösung des Bauern aus der Verflechtung in die kapitalisti­sche liberalistische Marktwirtschaft in Angriff genom­men wurde. Gerade hierin lag die überragende Be­deutung der nationalsozialistischen Bauernpolitik. Man beschränkte sich nicht auf Teilfragen wie Absatz, Kredit oder Erzeugung, sondern ging mit einer völlig neuen E i n st e l l u n g an die Boden­frage heran. Man hatte richtig erkannt, daß die B o d e n f r a g e als Kernstück des Sozialismus an­gesehen werden muß.

Das Reichserbhofgesetz ging hier völlig neue Wege und schuf damit die Grundlage für ganz neue Lösungen auf allen Teilgebieten der Bodenfrage. Nachdem die Auffassung vom Boden als Ware beiseite geräumt war, nachdem nicht mehr die Zerstückelung im Erbgang oder die hemmungs­lose Verschuldungsgefahr zu befürchten war, be­stand auch die Möglichkeit zur Inangriffnahme von mancherlei Aufgaben, die bisher unterblieben waren, weil sie sinnlos gewesen wären, solange das frühere Bodenrecht die Wiederkehr derselben Uebelstände nicht hätte verhindern können.

Von dieser Seite betrachtet, sind durch das Erb­hofgesetz nicht nur auf dem Gebiet des Agrar­kredites oder der Meliorationen völlig neue Voraussetzungen geschaffen worden, auch die bäuerliche Siedlung, im Dritten Reich be­wußtNeubildung deutschen Bauerntums" genannt, sieht sich heute in mannigfacher Beziehung ganz neuen Aufgaben und Möglichkeiten gegenüber.

Dabei kommt es nicht darauf an, Rekordziffern

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