Glrhener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gberheffen)
Er. 239 Drittes Blatt
Sie werden durch Beitragsbescheid von den
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Wie haben wir als Kinder, im Grase liegend, 51-nipfnrnrhp nphnffpri mit den liebenden Wolken!
Zwiesprache gehalten mit den ziehenden Wolken! Lolche Phantasiegestalten drängten sich in dem
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ständigen Finanzämtern angefordert und sind
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Tageskalender für Freitag. NSDAP.,
Amt für Beamte: 20 Uhr, Cafä Leib, Schulungs-
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an diese zu entrichten. Es gehört mit zu den Ehrenpflichten der Bauern und Landwirte, als Mitglieder des Reichsnährstandes bis zu diesem Termin die fälligen Beiträge ohne jeden Verzug au entrichten. Die pünktliche Zahlung liegt schon deshalb im eigenen Interesse der Bauern und Landwirte, da hierdurch Einziehung durch die Finanzämter und die damit verbundenen Unkosten vermieden werden. Für bäuerliche und landwirtschaftliche Betriebe wird der Jahresbeitrag in zwei Jahresteilbeiträgen
fhllen Flaum zusammen! Und wie schön malten mr es uns aus, da oben in den weichen Flocken
kehr des Matthias Bruck" von Sigmund G r a f f zur Aufführung. Die Spielleitung hat Karl Löser. Auf die gestrige Anzeige sei aufmerksam gemacht.
Daten für Freitag, 12 Oktober.
1492: Kolumbus entdeckt Amerika;, er landet auf Guanahani (Westindien); — 1896: der Komponist Anton Bruckner in Wien gestorben (geboren 1824); — 1924: Das Zeppelinluftschiff LZ 126 verlaßt Friedrichshafen zur ersten Fahrt nach Amerika.
AusparteiamtlichenBekanntmachunqen
Für den am kommenden Sonntag, 14. Oktober, in der Restauration „Liebigshöhe" stattfindenden G e n e r a l a p p e l l der NS.-Hago (Deutsche Arbeitsfront, Kreisbetriebsgemeinschaft Handel 17 und Kreisbetriebsgemeinschaft Handwerk 18) wurde folgendes bestimmt: Die Gießener Ortsgruppen treten zu folgenden Zeiten und an folgenden Plätzen an: Gießen-Süd: 9 Uhr, Universität Ludwigstraße; Gießen-Mitte: 9 Uhr, an der Johannes- kirche; Gießen-Nord: 9 Uhr, am Amtsgericht. Der Abmarsch erfolgt jeweils um 9.15 Uhr. Die Ortsgruppe Gießen-Ost hat um 9.15 Uhr an
Schöne Silhouette.
Bon Sofie v Uhde Copyright by I. L. A. Wien.
so leicht und nur wie nebenbei auf den Stock mit dem gebräunten, schweren Elfenbeingriff stützen; diese noch mädchenhaft schlanken alten Damen, deren Gesichter verblaßt sind wie die Gesichter ihrer Ahnen auf den verblaßten Bildern, und deren Hände so schmal und von so rührend unvergeßlicher Schönheit sind.
Sie wandeln unter der adlichen Grazie und Heiterkeit des Rokoko dahin, an den vereinsamten Schlössern und stillgewordenen Auffahrtstreppen vorbei, über die nebligen Parkwege, und ihre Silhouette ist so rein, so klar und lebensfern wie die Silhouette ihrer einzigen Stadt. Heimkehr der Seele sind sie wie jene.
Wie diese Straßen stille sind, wie diese Häuser schweiaen hinter den vornehmen Gittern! Es ist das Schweigen einer sterbenden Vergangenheit. «Aber von einer zierlichen grünpatinierten Kuppel hebt sich gekrönten Hauptes ein bronzener Adler und hat die jungen, fluggewohnten Schwingen noch.
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il ein paar Schritte noch bis zum Kirchentor, ein to- leise, ergriffene Schritte durch den einfachen,
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Der Liebesbrief.
Anekdote, erzählt von Karl Andreas.
Friedrich der Große war bekanntlich ein Regent, der sich nicht nur um seine Regierungsgeschäfte kümmerte, sondern seine Augen und Ohren auch dort hatte, wo er sie vom Standpunkte seiner Untergebenen lieber nicht hätte haben sollen. So gehörte es zu des Königs Lieblingspassionen, seine Soldaten nicht nur von dienstlicher Seite, sondern auch ein wenig in ihrem Privatleben kennen zu lernen. Ganz besonders gern aber brachte er kleine Sünder selbst zur Raison und Pflichterfüllung.
So sah es König Friedrich äußerst ungern, wenn einer seiner Soldaten während des Dienstes mit einem vorübergehenden Mädchen liebäugelte oder gar eine Liebschaft anknüpfte.
Einer seiner Kammerhusaren hatte nun eine Liebschaft mit einer hübschen und sittsamen Bürgerstochter in Potsdam. Nahezu krank vor Sehnsucht, benützte er jeden unbewachten Augenblick, um heimlich von Sanssouci nach Potsdam zu seiner Geliebten zu schleichen. Dies gelang ihm einige Zeit, ohne daß sein Verschwinden von jemandem bemerkt wurde. Eines Tages aber hatte er Pech und seine unerklärliche Abwesenheit erregte allergrößtes Aufsehen. Man forschte nach dem Grund und ertappte den Husaren gerade darüber, .wie er sich aus dem Hause seiner Geliebten schlicht.
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z thronen und herabzuschauen auf die Erde.
Und so ziehen die Wolken nach stürmischer Nacht, vinn der Tag noch unruhig ist, zwischen Sonnenbacken hin und her. Der Wind biegt die Kronen d" Bäume und schüttelt die bunten Blätter ab. In engem Zug jagen die Wolkenfetzen darüber hin. User Auge kann ihnen kaum folgen. Das sind die Tolken unserer Sehnsucht, unsrer Jugend. Wie sie h lausstürmen in die Weite, vom Winde gepeitscht, sc zogen einst auch wir hinaus in die Welt. Und so mag auch unsere Jugend den Blick zu ihnen tr-eben, zu den wandernden Wolken.
Und wenn sie dann hoch auf dem Bergesgipfel stiyen, Über Dunst und Nebel in den Tälern hinauf- jdnuen nach den jagenden Wolken, dann kommt jh.en vielleicht das schöne Gedicht von Ferdinand ÄWnarius in den Sinn:
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Reichsbund Äolkstum und Heimat.
Ortsring Gießen.
Unsere Mitglieder werden auf den Kultur- unb Werbeabend der NS. - Gemeinschaft
„Kraft durch Freude" im Stadttheater am 13 d. M. hingewiesen. Karten zu 60 Pfennig im Haus der Arbeitsfront.
Die feierliche Eröffnung unserer Winterarbeit findet nicht wie vorgefehen am 20., sondern am Mittwoch, 24. d. M., 20.15 Uhr, in der Aula des Gymnasiums statt. Professor Dr. Hummel spricht Über „Die Erdgeschichte unserer Heimatlandschaft" (mit Lichtbildern). Musikstücke und Heimatlieder, vorgetragen vom Groß schen Männerchor, werden unsere erste Winterveranstaltung besonders feierlich gestalten. Eintritt für Mitglieder und ihre Angehörigen frei, Nichtmitglieder 20 Pfennig.
Beiträge für denReichsnährstand fällig
Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:
Am 15. Oktober 1934 sind für die Eigentümer bäuerlicher und landwirtschaftlicher Betriebe (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Weinbau) und für Inhaber von Fischereibetrieben zum ersten Male die Beiträge für den.Reichsnährstand fällig.
unmystifch klaren Raum, und man steht am Grabe des großen Königs und seines Vaters. Wie eng die Nische, wie schmal und schmucklos die steinernen Särge! Aber in dieser unpathetischen Gruft rauscht das pathetischste Lied des Königs wie der Völker: das Lied der siegreichen alten Fahnen, und oben an der Wand steht ein fürstliches Wort Davids, das in seiner vornehmen Schlichtheit auch ein Preußenkönig gesprochen haben könnte: „Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande und haben gerne fromme Diener."
Welch ein Wort! Welch eine Mahnung!
Draußen, in der verklungenen Stille eines winterharten Parkes lächelt der lebensfrohe Traum dieses toten Soldatenkönigs: Sanssouci! Nie ist es so reizvoll wie in diesen stillen Tagen, wenn alle schmeichelnde Umhüllung gefallen ist und aus nördlichem und kahlem Grau die einzige Silhouette sich hebt, dies ewige Lächeln des Rokoko, dieser ewige Kerzenschimmer! Wie die rückwärtigen Kolonnaden und ihre Bekrönungen jetzt gegen die Luft stehen, zart, gegliedert, beschwingt, von einer schönheitsfrohen Vornehmheit ohnegleichen, von dem laublosen, edlen Astwerk der Parkbäume lustig umringt: das bedeutet ein immer erneutes Heimkehren der Seele, eine sublime und lächelnde Abkehr von dem kahlen Licht unseres Tages zurück in den warmen, lebendigen Kerzenkranz einer geliebten Vergangenheit.
Einer noch sehr nahen Vergangenheit. Was jetzt, da der Fremdenstrom und der Strom aus Berlin verebbt sind, durch diese Straßen geht, ist noch ein Teil von ihr. Zwar es fehlen jene Wagemutigen und Fröhlichen, die den Stern der Garde so selbstbewußt auf knirschenden Sätteln durch diese Alleen trugen, jene blonde, blauäugige, schlanke, hochge- wachsene Jugend Preußens, die zu Pferde saß wie ein Licht und die so froh zu leben und so anständig zu sterben wußte.
Aber es geht noch manches edle Pferd über den Sand dieser Wege, und es fitzt noch mancher schlanke Reiter darauf; nicht mehr so unbeschwert und so glänzenden Kürasses, grau jetzt und unscheinbar, aber nicht minder männlich und aufrecht als jene. Und die jungen Frauen, die durch diese Straßen gehen, werden ihnen Knaben schenken, deren Näschen noch genau so trotzig unter blonden Locken stehen. ...
Aber die am innigsten zu dieser Stadt gehören, das sind die Alten: diese weißhaarigen Herren mU den scharfen, gutgeschnittenen Gesichtern, die sich
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Aus der Provinzialhauptstadt.
Ziehende Wolken.
Monatelang leuchtete der Himmel im tiefsten Aau, Sonnenstrahlen und Sommerfreude spen- frnb. Nun ist der Sommer vorbei, der Herbst zog e~i. Die Winde wehen stärker, und Wolken wan- fcirn am Himmel dahin. Aber auch der Herbst feenkt uns Tage, an denen sich der Himmel wie eine lichte Kuppel über die Erde spannt Nur hier mb da steht ein leichtes, fast undurchsichtiges Wölk- chn in diesem weiten, weichen Blau, regungslos n:e ein kostbares aus Silber und Seide gewobenes Gebilbe. Traumhaft schön sind diese Wolken, Cchleier nur, die ferne Welten verdecken. Wolken dir Sehnsucht. Wenn am Abend die Sonne zur Mhe geht und die stillen Wölkchen zum Abschied vergoldet, kommt dann nicht die rechte Abendstim- rJUng, der Abendfrieden in unser Herz?
Aber nicht immer ist das Bild so friedlich. Eilig v n Westen kommend ziehen große Scharen weißer ir b grauer Wolken, dicht zusammengeballt, dahin. Um die großen schweren Gebilde tummeln sich (I ine schimmernde Wölkchen, wie muntere Kinder e~ien Festzug begleiten. Sie kommen und oerschwin- dm, zerstieben und verwehren. In würdiger Ruhe pht ein schneeweißer Wolkenberg. Auf ihm könnte run schön lagern und weit hinaus auf die Lande (t auen. Aber schon kommt der Wind und verwan- dlt den Berg in eine lange Kette von einzelnen puppen. Daraus wieder ersteht ein langes, weißes Echiff, das nun am blauen Himmel dahinzieht, lucht und duftig. Wer da mitfegeln könnte!
lUnd schon naht ein weißgrauer Drache mit weit a (gesperrtem Rachen und verschlingt das Schiff, killt sich zusammen zu einer mächtigen Gestalt, die ir s an eine Hexe aus Hänsel und Gretel erinnert. Ächt hebt sie die Arme, nun schrumpft sie zusarn- n*n, der Wind zerteilt sie von neuem, und in fi inen Wölkchen löst sich die Masse auf. Neue Volten ziehen am Horizont herauf, von der Sonne mrfilbert, klar und scharf Umrissen, fern und leuch- tdö. Ganz merkwürdige Gebilde erscheinen, zer- fflsßen und erstehn aufs neue. In ungeahnter Höhe ljen sie friedlich dahin. Gehen nicht unsere Träume n t ihnen, folgt ihnen nicht unsere Sehnsucht hin- a*5 in die weiten Lande?
Wandert, ihr Wolken, wandert über den schäumenden See; hab so gern gewandert, gern gewandert von je! Hab ja alles verwundert, Glück verwundert und Weh — Wundert, ihr Wolken, wundert über den schäumenden See!
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Persiluhr in der Kuiserullee unzutreten und marschiert um 9.30 Uhr gemeinsum mit den ande- ren Ortsgruppen ub. Die uuswärtigen Ortsgruppen und Teilnehmer treffen sich um Buhnhof und marschieren von dort aus nach der „Liebigshöhe".
.... Kolonialkaufmann aus Holländisch- Indien, „Rot, haarlos, wohlgenährt", so lautet fein Signalement) er fahrt einen maisgelben Acht-Zylinder, was nur gutsituierte Leute zu tun pflegen, und ist, wie wir gehörthaben, alsFrauen- freund bekannt. Auf der Abendgefellschast bei Konsul Finkendey, wo das bereits mehrfach erwähnte Perlenhalsband der Frau Konsulin gestohlen wurde, erzählt er unmögliche Geschichten aus Batavia, die alle Anwesenden zum mindesten in Erstaunen versetzen. Das mag noch hingehen und ist jedenfalls kein Grund, Herrn Strombeck eines Diebstahls zu bezichtigen. Doch hat er bald nach seiner Ankunff im Hause Finkendey ein Ge
spräch mit Frau Barbara Zurrhelm, der Gattin des ebenfalls bereits bekannten Malers Reginald Zurrhelm —: ein Gespräch unter vier Augen, das einigermaßen bedenklich stimmen muß. Wenig später hört Assessor Luzius ein zweites Gespräch Sti ombeckö mit Barbara in dessen Hotelzimmer ein Telefongespräch zwar, aber... ja, was denken Sie sich denn nun von diesem rosigen und wohlgenährten Herrn? Ist er der Dieb? Oder ist es ein anderer? Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung,- es interessiert uns, sie zu hören und mit den Antworten, die wir bereits erhalten haben les sind sowohl falsche als auch richtige darunter) zu vergleichen. Oie heutige Fortsetzung des Romans „Das Halsband" in den Familienblättern wird Ihnen neue Anregung geben, sich mit der heiklen Frage zu beschäftigen:
ist Potsdam so reizvoll wie in den l? Herbstes, wenn alles schmückende Beiwerk des üc.ibes gefallen ist und der Schnee noch nicht de- co-jmen hat, die Konturen wieder zu verwischen, öftere Städte brauchen Anlagen, brauchen Som-
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Munstaltung des RDB. — Stadttheater: 20 bis 2190 Uhr, „Die Heimkehr des Matthias Bruck". — LHtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die große Zarin". - Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Schüsse an der j | Cruze".
— Stadttheater Gießen. Am heutigen F??itag gelangt das dreiuktige Schauspiel „Die Heim-
x nördlichsten Nebeln.
Aber vom nahen Turme klingt das preußisch ’orime, preußisch schlichte Glockenspiel über die lige Verspieltheit dieser Fassaden hm.
m^schmuck, brauchen Menschengetriebe, um ein iiumdliches oder fesselndes Antlitz zu zeigen; Potslam braucht nichts als die ungetrübte Form seiner irvergleichlichen Silhouette.
Die Zeit der Wasserspiele im Park von Sans- ic.oci ist vorbei, und verebbt und verrauscht ist der 5r-om der hunderttausend Besucher, die die Gassen le: Stadt und die Alleen ihrer Parks füllten, und iii so wenig Geist von ihrem Geiste waren. In liren Tagen schlief die Stadt.
Iber nun, distanziert und unbehelligt von Frem- b iz hebt sie die Hellen Augen wieder, und unter rauem, nordischem Himmel, umragt von den win- inichen Gerippen altersschöner Bäume, ist sie rme- bi,. was sie war: adlige Liebe und zärtliches Be- Itmtnis eines klaren, männlichen Volkes, ein sin- ie cheller, sinnenfroher und unsäglich nobler Traum, ft'schen Reiterschlachten und Lagerfeuern geträumt.
Wer jetzt durch den Lustgarten und über den staradeplatz geht, vorbei an den prunkvoll zarten H(Tototreppen des Stadtschlosses, vorbei an der hin bewegten Reihe der Ringer, dem stört nichts mihr die Illusion einer wiedergekehrten Epoche. UrD stände da einer der langen Kerle in seiner hnen Grenadierhaube, breitbeinig und auf Wache, null wohl, fo stände er da.
Die still die Gassen und Gäßchen sind rings um iie Garnisonkirche! Aus dem geschnitzten Schmuck in dem reichen Messingbeschlag der Haustüren, |it- der reizenden Ornamentierung der Fassaden :rrht besitzfroher Bürgerstolz alter Tage, und die aaen und Rüstungen, die Göttinnen und Putten ij den Gesimsen der Dächer frieren mit Haltung 11 lächeln voll unzerstörbarer Grazie auch unter
ßrettag, 12. Oktober 1934
erhoben. Der erste Jahresteilbeitrag, der am 15. Oktober fällig ist, ist für den Regierungsbezirk Wiesbaden auf 1 vom Taufend des auf volle 1OO Mark nach unten abgerundeten Einheitswertes von 1931, für Hessen auf 6,1 Pfennig je 100 Mark der Summe aller Gemeindegrundsteuerwerte, jedoch mindestens auf 1,50 Mark festgesetzt. Die Höhe des zweiten Jahresbeitrages wird erst später festgesetzt. Ein Beitrag wird nicht erhoben, wenn für den Regierungsbezirk Wiesbaden der abgerundete Einheitswert weniger als 1000 Mark,' für Hessen die Summe aller Gemeindegrundsteuerwerte weniger als 1200 Mark beträgt.
NSDAP. - Amt für Dolkswohlfahrt.
Kreisamtsleitung Gießen.
An sämtliche Ortsgruppen-, Stützpunkt-, Zellen- und Blockamtsleiter der NSV. des Kremes Gießen.
Die Amtswalter der NSV. im Kreis Gießen werden dringend ersucht, die bereits vorhandenen Fragebogen nach den gegebenen Richtlinien zu ergänzen bzw. fertigzustellen. Die Erledigung hat in aller Kürze zu erfolgen. Etwaige noch fehlende Formulare können auf der Kreisamtsleitung bzw. auf der Kreisleitung abgeholt werden.
Heil Hitler!
Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter.
F. d. R.: W. Hainbach, stellv. Kreisamtsleiter.
Sie Fragebogen
des Reichslustschuhbundes.
Der Reichsluftschutzbund teilt mit: Bei der Einsammlung der vor einiger Zeit vom Reichsluftschutzbund in Gemeinschaft mit der Polizeidirek- tion Gießen verteilten Fragebogen werden den Abholern von einigen Volksgenossen Schwierigkeiten wegen der Ausfüllung bereitet. Eine solche Inter- effe'nlofigfeit muß bei der Wichtigkeit des Luftschutz- gedankens aufhören. Die Fragebogen find um- gehend auszufüllen, da sie eine statistische Unterlage über den Stand der Bodenentrümpelung und für die Möglichkeit des Baues von Luftfchutzräumen bilden.
Das Eintopfeffen am nächsten Sonntag.
DNB. Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk 1934/35 teilt mit, daß auf Wunsch des Gast- stättengewerbes für den Eintopfgericht-Sonntag am 14. Oktober die bereits bekanntgegebenen drei Gerichte festgesetzt worden find, um den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Gaststätten auszuschalten.
Die für die Gast stätten gegebene Vorschrift, nur diese drei Gerichte zu verabfolgen, gilt nicht für die H a u s h a l t e.
Es bleibt jeder Hausfrau überlassen, welches Eintopfgericht sie zubereiten will.
Neugestaltung
der KindergotteSdienst-Arbeit.
ELP. Arn 20. und 21. Oktober findet in Arheilgen unter dem Vorsitz von Pfarrer S ch m i d t'(Laubach) die 9. Jahresversammlung des Hessischen Kinder- gottesdienst-Derbandes statt. Die Umgestaltung der evangelischen Jugendarbeit erfordert auch eine grundsätzliche Neubesinnung in der Frage des Kindergottesdienstes. Der kindgemäßen Verkündigung des Evangeliums und der Erziehung zur Gemeinde im Rahmen des Kindergottesdienstes wird in Zukunft noch weit mehr Gewicht zukommen als bisher.
Die Tagung beginnt am 20. Oktober abends mit einer Helferverfarnmlung unter der Leitung von Profesior Lic. Gerftenmaier (Friedberg), die der Aussprache über brennende Fragen des Kindergottesdienstes dienen soll.
Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr, in dem Landesjugendpfarrer Haas predigt. Auch den anschließenden Kindergottesdienst hält Landesjugendpfarrer Haas. Nachmittags findet im Gemeindesaal die Hauptversammlung statt, an der auch ein Vertreter des Landesbischofs teilnehmen wird. Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstadt) wird über „Kindergottesdienst und Gemeinde" sprechen. Abends findet ein Gemeindeabend statt.
Erbost über den Ungehorsam seines Soldaten, gedachte der König, den Ungetreuen zur Abschreckung der anderen exemplarisch zu bestrafen. Dem Husa- ren schwante auch nichts Gutes als er zu dem König gerufen wurde, und fein Schritt wurde um fo zögernder, je näher er dem königlichen Gemach kam.
Der Zorn des Königs hatte sich inzwischen aber gelegt. „Setz' er sich dort an den Schreibtisch, ich will ihm einen Brief diktieren", herrschte ihn der König an. Der Husar gehorchte mit zitternden Knien.
>,Schreib' er", befahl der König darauf und trat näher zu dem Husaren hin. Dann diktierte er: „Mein Schatz!"
Der Husar zögerte in dem Glauben, den König in der Erregung falsch verstanden zu haben und blickte zu diesem hin fragend in die Höhe.
Der König wiederholte jedoch nur: „Mein Schatz! Der König läßt sich nicht täuschen. Du weißt, daß ich mir in letzter Zeit manche Verfehlung zuschulden habe kommen lassen. Damit ich nun nicht eines Tages wegen einer solchen Verfehlung zur Rechenschaft gezogen und bestraft werde, miete ich Dir in der Brandenburger Vorstadt, nahe bei uns ein Stübchen, wo wir uns hinfort mit mehr Bequemlichkeit und Ruhe als in der Stadt sehen können. Ich verbleibe bis in den Tod, Dein getreuer X."
Als der Husar zu Ende geschrieben hatte, sagte der König: „Nun mach' er ein Kuvert darum und versiegele den Brief." Als dies geschehen war, diktierte der König die Adresse, den Vor- und Zunamen jenes Mädchens, das die Braut des Husaren war, zuletzt noch die Straße und die Hausnummer.
Als der Husar auch damit fertig war, nahm ihm der König den Brief ab und übergab ihn einem Läufer, mit dem Auftrag ihn sofort zu bestellen. Danach wandte er sich wieder dem Husaren zu, der wie angefroren in strammer soldatischer Haltung neben dem Schreibtisch Platz genommen hatte: „Und nun versprech' er mir, sich nicht mehr aus dem Dienst heimlich zu seiner Liebsten hin davonzu- machen?
Der Husar, dem die Gnade des Königs noch unfaßbar war, stammelte: „Zu Befehl, Majestät!"
„Also dann will ich ihm für feinen Gehorsam einstweilen für ein Jahr die Miete geben, schwör er mir aber, daß er zu keiner Klage mehr Anlaß gibt!" sagte der König und reichte dem vor Glück völlig Sprachlosen einen kleinen Beutel mit blanken Dukaten.


