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Wirtschaft.

Lor Errichtung des Zigarrenkartells.

In diesen Tagen ist die Entscheidung über das in der Zigarrenindustrie angestrebte Konditions­kartell zu erwarten. Beim Reichswirtschastsmini- sterium ist schon seit längerer Zeit der Antrag ge­stellt, dem Reichsoerband deutscher Zigarrenhersteller e. V. die restlichen Außenseiter zwangsweise beizu­schließen. Es ist jetzt ein Konditionskartell vorge­sehen, welches zunächst bis zum 31. Mär^ 1935 laufen soll und sich dann jeweils automatisch um ein Jahr verlängert, wenn es vom Reichswirt­schaftsminister nicht aufgelöst werden sollte. Durch den Vertrag wird eine Regelung der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen angestrebt. Ferner wird er die Fassons und die Höchstgewichte beschränken. Dor allem soll der Schleuderei im Handel ein Ende gesetzt werden. Dies will man dadurch erreichen, oaß die Händler beim Verkauf von Zigarren bis zu 10 Pfennig und von Zigarillos bis zu 5 Pfennig einen Mindestnutzen von 20 v. H. einsetzen sollen. Auch beim Verkauf von Zigarren und Zigarillos über 10 Pfennig bzw. über 5 Pfennig sollen Be­stimmungen über den Händlergewinn getroffen werden. Im Gegensatz zur Regelung in der Ziga- rettenindustrie, wo der Händlernutzen endgültig festgelegt ist, soll den Händlern eine große Freiheit gewahrt werden.

Zugleich mit der Errichtung des Konditions­kartells soll auch ein Betriebserweiterungsverbot für solche Betriebe erlassen werden, die etwa 600 Arbeiter beschäftigen. Derartige Betriebe sollen nicht mehr Zigarren und Zigarillos herstellen dür­fen, als sie im Durchschnitt der Monate Juni, Juli und August 1934 oder in der Zeit vom September 1933 bis August 1934 hergestellt Haven. Hiermit > beabsichtigt man, den ansteigenden Bedarf den Mittel- und Kleinbetrieben zugute kommen zu lassen. Für das Betriebserweiterungsoerbot ist zu­nächst auch eine Laufzeit bis zum März 1935 vor­gesehen.

Anhaltender Iörderzuwachs im heimischer Eisensteinbergbau.

Belegschaft, Förderung und Absatz im Eisenstein­bergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen haben ihre Aufstiegsbewegung im August fortgesetzt. Es erhöhten sich die Belegschaft auf 2265 (2141) Mann, die Förderung auf 55 430 (51796) Tonnen, der Absatz auf 65 249 (59154) Tonnen. Die alten Be­stände gingen um rd. 10 000 Tonnen auf ca. 136 000 Tonnen zurück. Förderung und Absatz er­reichten damit 55 bzw. 65 v. H. der Höchstleistung von 1927. Die Aufschlußarbeiten und Bohrungen sind voll im Gange. Der Berg- und Hüttenmän­nische Verein zu Wetzlar berichtet von höchstbedenk­licher Ueberalterung der Belegschaft. Im Revier Wetzlar betrage der Anteil der Leute unter 20 Jah­ren nur noch rd. 3Vr v. H. Die Auswechslung Ju­gendlicher gegen Aeltere und kinderreiche Erwerbs­lose unter Benachteiligung der Wirtschaft und unter Gefährdung des notwendigen Facharbeiternach­wuchses könne nunmehr für seinen Bergbau nicht mehr in Frage kommen. Darüber hinaus ist es sogar höchste Zeit, für eine vermehrte Einstellung jugendlichen Nachwuchses besorgt zu sein und ihn durch eine geeignete Ausbildung zu vollwertigen Bergleuten heranzuziehen.

Wiederaufrichtung

des HhoSpheritbergbaueS an der Lahn?

Dem Reichswirtschaftsministerium liegen die Vor­schläge zur Wiederaufrichtung der Phosphoriterzeu- aung an der Lahn vor. Die Phosphorite sollen als Zuschlagmaterial für Thomas-Eisenherstellung zum teilweisen Ersatz vom Auslandbezuge an Phospha­ten dienen. Die Neuproduktion soll aus anderer Grundlage als der früherer Jahre erfolgen. Der Erfolg des neu auflebenden Produktionszweiges wird von der Initiative und von den Geldmitteln abhängen, die bei den kleinen Gesellschaften, die für die Produktion in Frage kommen, vorliegen. Vorläufig muß zur Beurteilung der Zukunftsaus­sichten der genaue Plan, der die Billigung des Roh­stoffkommissars Dr. Puppe hat, abgewartet wer­den. Die Förderung der Lahnphosphorite wurde 1928 infolge der scharfen Konkurrenz der ausländi­schen, qualitativ besseren Phosphate eingestellt.

* Neue unverzinsliche Schatzanwei­sungen per 16. Juli 1 9 3 5. Nach Ausverkauf der Tranche per 15. Juni 1935 ist von der Reichs­bank eine neue Serie unverzinslicher Reichsschatz­anweisungen mit Fälligkeit per 16. Juli 1935 zum unveränderten Satz von 4 v. H. zur Verfügung ge­stellt worden.

* Mehlnotierungen bleiben unver­ändert. Der Reichswirtschaftsminister hat im Ein­vernehmen mit dem Reichsministerium für Ernäh­rung und Landwirtschaft angeordnet, daß bis auf

weiteres an den Großmärken Veränderungen der Mehlpreisnotierungen zu unterbleiben haben.

* L a n g f r i ft i g e G e w e r b e k r e d l t e d u r ch die Nassauische Landesbank. Die Bank für Deut che Industrie-Obligationen hat mit der Nassauischen Landesbank, Wiesbaden, vertragliche Vereinbarungen getroffen, auf Grund deren die Nassauische Landesbank innerhalb ihres örtlichen Tätigkeitsbereiches an der Ausleihung der lang- triftigen Gewerbekredite der Jndustriebank, soweit es sich um Kleinkredite bis zu 15 000 Mur Hande treuhänderisch mitwirken wird. Bekanntlich stellt die Jndustriebank kleinen und mittleren Betrieben der Jndustne, des Handwerks und des Handels langfristige, über fünf Jahre laufende Darlehen bis zu Einzelbeträgen von 500 Mark hinab zur Verfügung. Die Darlehen, die auf hypothekarischer Grundlage gewährt werden, dienen zur Ablösung überhöhter kurzfristiger Verbindlichkeiten, zur Fi­nanzierung langfristiger Investitionen sowie zur Verstärkung der Betriebsmittel.

Frankfurter Börse.

rNillagsbörse ruhig.

Frankfurt a. M., 11. Sept. Die Börse ver- lief wieder sehr still und war behauptet. Die Ku- lilsentätigkeit war gering, da die Schachtsche Rede erst im Verlauf der Börse bekannt wurde. Ein Ueberblick lag zu Beginn noch nicht vor. Die Grundstimmung blieb widerstandsfähig und freund­lich, zumal die weitere Arbeitslosenverminderung auf' die anhaltende Aufwärtsbewegung der Wirt­schaft verweist. Einige Spezialbewegungen standen im Vordergrund. Chemiewerte waren relativ gut gehalten, besonders Farbenindustrie unverändert, dagegen Deutsche Erdöl und Scheideanstalt je 0,50, Rütgerswerke 0,25 v. H. leichter, Metallgesellschast aber 0,50 v. H. freundlicher. Elektrowerte lagen sehr still, sie zeigten Kursoeränderungen nach oben und unten nur um Bruchteile eines Prozentes. Wider­standsfähig waren Lahmeyer, Geffürel und Schuckert. Auch Montanpapiere hatten das gleiche Bild, Buderus 0,25, Mansfeld 0,50 v. H. niedriger. Klöckner und Stahlverein eine Kleinigkeit freund­licher. Kaliwerte blieben nach dem gestrigen Rück­gang gut gehalten. Am Zellstoffmarkt lagen Wald­hof wieder 0,50 v. H. höher. Bauwerte waren gut behauptet, Holzmann 0,50 v. H. fester. Am Kunst­seidemarkt konnten sich AKU. um 0,50 v. H. er­höhen, während Bemberg eher wieder schwächer lagen. Schiffahrtsaktien bröckelten um 0,25 v. H. ab. Fest lagen Junghans-Aktien auf besseren Ge­schäftsgang hin mit plus 3 v. H. Auch Reichsbank­anteile waren nach dem gestrigen Verlust weiter etwas erholt. Im einzelnen eröffneten Deutsche Li­noleum und Westdeutsche Kaufhof je 0,25 v. H. freundlicher, Daimler-Motoren blieben gehalten. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, aber weiter­hin freundlich. Reichsaltbesitz und späte Reichsschuld- buchforderungen je 0,13 v. H. fester, nur Kommunal- Umschuldung weiter leicht abgeschwächt. Von frem­den Werten bröckelten Mexikaner bis 0,25 v. H. ab.

Im Verlauf hielt das kleine Geschäft an allen Marktgebieten an, die Kurse zeigten nur minimale Veränderungen. Die erst später notierten Werte lagen ebenfalls uneinheitlich, aber überwiegend etwas höher. Zu erwähnen sind u. a. Bekula (plus 1 v. H.), Cement Heidelberg (plus 0,75 v. H.), so­wie die meisten Montanpapiere, die Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. aufwiesen. Wiedereingeführt wurden zum variablen Handel die Aktien der Hanf­werke Füssen; sie kamen mit 47 um 0,50 v. H. höher zur Notiz.

Am Rentenmarkt zogen Altbesitz und späte Schuldbücher im Verlaufe nochmals um je 0,25 v. H. an. Pfandbriefe lagen zwar still, es bestand aber eher Kaufneigung. Stadtanleihen wiesen bei kleinem Umsatz uneinheitliche Kursbildung auf. Tages­geld 3 v. H.

Am Kassamarkt lagen Großbankaktien schwächer, wobei die Erklärung der ADCA., daß sie der Kurs­steigerung ihrer Aktien fernstehe und keinePre­stige-Dividende für 1934" verteilen würde, mitge­wirkt hat. DD.-Bank und Commerzbank je minus 1,25, Dresdner Bank minus 0,50 und ADCA. minus 0,75 v. H. Don Jndustrieaktien waren eine Reihe von Papieren gestrichen Geld, so u. a. Schöfferhof, Röder, Darmstadt, Motoren Darmstadt, Klein, Schanzlin und Württ. Hohenzollern.

Im weiteren Verlaufe bröckelten die Kurse zu­nächst etwas ab, später trat jedoch meist eine leichte Befestigung ein. Höher waren Siemens (plus 2), Farben (plus 0,25 v H.), anderseits Scheideanstalt nochmals minus 1 v H. Reichsbank bis auf 153,75 und per Kaffe sogar 154,95 v. H. erhöht.

Abendbörse: Geschäftslos.

Die Abendbörse verlief ohne Anregung und wies nur denkbar kleinste Umsätze auf. Die Kundschasts- beteiligung ist noch nicht wieder größer geworden, auch die Kulisse verhielt sich weiterhin reserviert.

Dls Grundstimmung war keine unfreundliche, in­folge der herrschenden Geschäftsstille blieben die er­höhten Berliner Schlußkurse aber vielfach nickt voll behauptet. Die Mitteilung der IG. Farbenindustrie über guten Geschäftsgang in der Schädlingsbekämp­fungsabteilung blieb ohne sichtbaren Einfluß, viel­mehr lag der erste Kurs 0,50 v. H. unter Berlin. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft vollkommen. Farbenindustrie konnten sich wieder etwas erholen, während sonst keine Aenderungen eintraten. Am Kassamarkt blieben Großbankaktien auf dem ermä­ßigten Mittagsstand unverändert, nur ADCA. gaben nochmals 0,50 v. H. nach.

Auch der Rentenmarkt lag geschäftslos bei freund­licher Haltung. Altbesitz blieben allerdings nur knapp gehalten. Von fremden Werten lagen Mexi­kaner eher weiter nachgebend, wogegen von Schwei­zer Bundesbahn-Anleihen die 4prozentigen von 1912 um 1,25 v. H. auf 197 anzogen.

U. a. notierten: Altbesitz 96,65, 6 v. H. Stahl­verein 79,25, 4 v. H. Einheitsrumänen 4, ADCA. 54,25, Braubank 114,25, Commerzbank 67,50, DD= Bank 73,75, Dresdner Bank 77, Rhein. Hyp. Bank 105, Gelsenkirchen 61, Harpener 104,50, Kali Aschersleben 128, Klöckner 78,50, Phönix 47, Rhein­stahl 89,75, AKU. 66,90, AEG, 27,40, Bemberg 70,50, Conti Gummi 130,75, Scheideanstalt 219, IG. Farben 146,90 bis 147,25, Gesfürel 112,50.

Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.

Frankfurt a. M., 11. Sept. Am Gemüse- mar k t verzeichnete man starke Zufuhren von To-

Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen erläßt folgende Anordnung:

I. Ausdehnung der Faserslofsverordnung auf Betriebe, die nicht der Arbeitszeitverordnung unterliegen.

Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschafts­gebiet Sachsen als Sondertreuhänder der Heim­arbeit für die textilen Arbeiten im Gebiet des Deut­schen Reichs hat nachstehende Anordnung erlassen, die für das gesamte Gebiet des Deutschen Reiches und damit auch für das Wirtschaftsgebiet Hessen gilt:

Die in denAmtlichen Mitteilungen" Nr. 8 vom 27. August 1934 veröffentlichte Verordnung vom 17. August 1934 zur Ergänzung der Faserstoffver­ordnung vom 17. Juli 1934 bezieht nunmehr auch Betriebe, die nicht der Arbeitszeitverordnung unter­liegen, in ihren Wirkungsbereich ein. Danach gilt in Zukunft auch für die hausgewerblichen Familien­betriebe, sowie für die Heimarbeiter und Heimarbei­terinnen die Verpflichtung zur Einschränkung der Arbeitszeit, soweit Rohstoffe verarbeitet werden, die der öffentlichen Bewirtschaftung unterliegen. Ich er­warte von allen Betriebsführern, daß sie entspre­chend dieser neuen gesetzlichen Regelung an die Hausgewerbetreibenden und Heimarbeiter die Ar­beiten im gleichen Verhältnis ausgeben, wie an die Betriebsarbeiter. Es darf in keinem Falle die für die Betriebsarbeiter wegfallende Arbeit durch zusätzliche Heimarbeit oder Hausgewerbe-Treiben- den-Arbeit ersetzt werden. Soweit ich gegenteiliges Verhalten feststelle, behalte ich mir Einschreitungen vor, gegebenenfalls unter Anwendung von § 10 des Gesetzes über die Heimarbeit vom 23. März 1934.

II. Betriebsordnungen.

Bis spätestens 1. Oktober 1934 muß in allen Be­trieben der privaten Wirtschaft, in denen in der Regel mindestens 20 Arbeiter und Angestellte be­schäftigt sind, eine den Vorschriften des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit entsprechende Be­triebsordnung vom Führer des Betriebes nach vor­heriger Beratung im Vertrauensrat erlassen sein.

Der Reichsarbeitsminister teilt hierzu im Einver­nehmen mit dem Reichswirtschaftsminister mit, daß dieser Zeitpunkt, nachdem bereits einmal eine Frist­verlängerung stattgefunden hat, unter keinen Um­ständen überschritten werden darf. Er empfiehlt daher, die gewährte Frist nicht voll auszuschöpfen, sondern da, wo noch keine den gesetzlichen Vor­schriften entsprechende Betriebsordnung erlassen ist, unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen hierzu einzuleiten.

Ich weise deshalb nochmals auf den beschleunigten Erlaß der Betriebsordnung hin und ersuche, für die unbedingte Einhaltung der Frist Sorge zu tragen, da ich bei Nichtbefolgung dieser Anordnung mit Ab­lauf des 1. Oktober 1934 ehrengerichtliche oder straf­rechtliche Verfolgung auf Grund des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit einleiten werde.

III. Pflicht zu Einhaltung von Tarifordnungen.

In manchen Kreisen der Betriebsführer ist noch nicht hinreichend bekannt, daß die Tarifordnungen

malen, Rot- und Weißkraut, während im übrigen das Angebot etwa der Nachfrage entsprach. Für Blumenkohl ist das Angebot etwas besser gewor­den, in Gurken nimmt es stark ab. Die Preise für Bohnen und Blumenkohl sind befriedigend, im übrigen liegen sie sehr gedrückt. Es erzielten: Blu­menkohl 15 bis 20, Buschbohnen 12 bis 14, Stan­genbohnen 15 bis 18, Gewürzel, großes Bündel, 20 bis 30, Salatgurken 3 bis 15, Einmachgurken (Essig) 20 bis 50, do. Salz 50 bis 75, Karotten 4 bis 5, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 12, Pfif­ferlinge 38 bis 40, Römischkohl 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 5, Sellerie je nach Größe 5 bis 20, Spinat 5 bis 7, Tomaten I 4 bis 6, II 2V2 bis 3, Weißkraut 3Va bis 5, Wirsing 5 bis 8, Zwiebeln 6.

Am Obstmarkt bestand Ueberangebot in Pfirsichen, daneben hatte man starke Zufuhren von Aepfeln und Birnen. In Zwetschen genügte das Angebot. Für letztere liegen die Preise etwas höher, für Pfirsiche gaben sie weiter nach, im übrigen blieben sie unverändert. In Aepfeln, Birnen und Pfirsichen verblieb Ueberstand. Es erzielten: Eß­äpfel 6 bis 12, Falläpfel 2Ve bis 3, Goldparmänen 8 bis 12, do. Tiroler 10 bis 12, Birnen I 8 bis 10, II 3 bis 5, Gellerts Butterbirne 7 bis 10, Brom­beeren 28 bis 30, Pfirsiche I 8 bis 12, II 4 bis 6, Preiselbeeren 24 bis 25 Finnländer, Trauben 14 bis 15, do. span. 16 bis 22, ital. 28 bis 30, Wal­nüsse groß 40 bis 50, klein 20 bis 25, Zwetschen 6V< bis 8.

unbedingt eingehalten werden müssen. Der Treu­händer der Arbeit hat die Möglichkeit, gegen Be­triebsführer, die diesen Verpflichtungen nicht nach­kommen, gemäß § 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vorzugehen.

In einigen Fällen habe ich feststellen müssen, daß Firmen glaubten, untertarifliche Entlohnungen bei­behalten zu können, nur weil die Gefolgschaftsmit­glieder sich nicht dagegen gewandt haben, oder so­gar damit einverstanden waren. Diese Ansicht ist irrig. Abgesehen davon, daß die betreffenden Ge­folgschaftsmänner beim Arbeitsgericht den Unter­schiedsbetrag einklagen können, kann auch der Treu­händer der Arbeit von Amts wegen gegen unter­tarifliche Lohnzahlungen vorgehen. Verstöße gegen die Tarifordnungen sind Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen des Treuhänders der Arbeit im Sinne des § 22 des Gesetzes zur Ordnung der natio­nalen Arbeit und ziehen im Wiederholungsfall Strafverfolgung nach sich (Geld- ober Gefängnis­strafe).

Ich erwarte von allen Betriebsführern meines Wirtschaftsgebietes, daß sie meine Anordnungen ge­nauestens beachten; auch die Vertrauensmänner sind angehalten, unbedingt auf die Einhaltung der be­stehenden, oder von mir erlassenen Tarifordnungen hinzuwirken.

Sowohl mit Rücksicht auf die Gefolgschaftsmit­glieder, als auch auf die jederzeit tariftreuen Be­triebsführer werde ich nicht davor zurückschrecken, jede mir bekannt werdende untertarifliche Bezahlung oder widertarifliche Behandlung der Gefolgschafts­mitglieder mit allen mir nach dem Gesetze zur Ord­nung der nationalen Arbeit zur Verfügung stehen­den Mitteln zu verfolgen.

Frankfurt, 7. September 1934.

gez. Schwarz.

pferdezüchterische Veranstaltungen in Oberhessen.

Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt:

Die diesjährigen Reichsverbands-Stutenschauen beginnen am Donnerstag, 13. September, in Ber­stadt. Für die Schau sind wieder zahlreiche An­meldungen bei der Landesbauernschaft eingegan­gen. Seitens des Reichsverbandes stehen eine An­zahl wertvoller Ehrenpreise für die Pferdezüchter zur Verfügung. Die ursprünglich für Berstadt vor­gesehene Zugleistungsprüfung ist diesmal von der Reichsverbandsschau getrennt und auf den 9. Ok10 ber, anläßlich des Friedberger Herbstmarktes, verlegt worden.

Die Reichsverbands-Stutenschauen in A l s f e ld und Büdingen finden am Dienstag, 18. September, vormittags in Alsfeld und nachmittags in Büdingen statt. Die Veranstal­tungen in Alsfeld und Büdingen sind gleichzeitig mit Leistungsprüfungen im amerika­nischen Kraftmeßwagen verbunden.

Anordnung des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

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Oatum

10.9.

11.9.

10-9.

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Datum

10.9.

11-9

10-9.

11.9-

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% eljem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

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DeSgl. ohne Auölos..Rechte......

6% ef)em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102?;) ............

Hamburg-Amerika-Paket .....o

Hamburg-Südam. Dampfschiff. o

Hansa-Dampfschiff...........o

Norddeutscher Lloyd .........o

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o

Berliner Handelsgesellschaft ... 4

Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................o

Dresdner Bank..............o

Reichsbank ................ 12

A-E.G.......................

Bekula......................

Elektr. LieferungSgesellschaft... 6

Licht und Kraft ............. g

Felten & Guilleaume.........0

Gesellsch.f.Elektr.Unlernehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........ 5

Schuckert SEo...............5

Siemens L Halske............7

Lahmeyer L Co............. 10

Buderus ...................0

Deutsche Erdöl ..............4

Gelsenkirchener.............. 0

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12..................

6y*% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui.........

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten ............

Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank

Goldpse. 16 unkündbar bis 1936

6Vt% ehem. V/i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese.......

6yt% ehem. \Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

6% ehem. 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs..

4% Oesterreichische Goldrente....

4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

4yx% desgl. von 1913..........

Harpener...................0

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 0

Ilse Bergbau ............... 6

Ilse Bergbau Genüsse........6

Klöcknerwerke ...............0

Mannesmann-Röhren........0

5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I............

Franksun a.M.

Berlin

Devisenmarkt Berlin

1

rankfurt a. 211.

Schluß« kurs

Schlußk.

Abend.

Echluß« kurs

Schlußk. Mittag«

10. September

11. September

börse

börse

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Datum

10-9.

11-9.

10.9.

11.9

Geld

Lriei

Geld

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Mansselder Bergbau.......

Kokswerke................

Phönix Bergbau...........

Rheinische Braunkohlen .... stheinstahl................

Vereinigte Stahlwerke......

Ltabi Minen .............

Kaliwerke Aschersleben......

Kaliwerke Westeregeln......

Kaliwerke Salzdetfurth.....

. 0 . 0 . 0

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128

128

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128 162,5

78

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Buenos Aires Brüssel.....

Rio de Jan. . Sofia ......

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Danzig.....

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147

Japan ......

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0,744

0,744

0,746

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147,4

Jugoslawien

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5,726

5,714

5,726

Scheideanstalt.............

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220

219

Oslo..... :

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62,34

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Goldschmidt ..............

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93

92,25

42,75

Wien.......

48,95

11 24

48,95

11,29

49,05

Rütgerswerke .............

.. 0

43

42,75

42,9

Lissabon....

11,2k

11,31

64,23

Metallgesellschaft............

.. 0

88

88,13

88,5

88,25

Stockholm...

63,84

64,96

64,11

Schweiz ....

81,67

81,83

81,67

81,83

Philipp Holzmann.........

.. 0

80

80,25

80,25

80,75

Spanien....

34,32

34,38

34,32

34,38

Zementwerk Heidelberg ....

Cementwerk Karlstadt.......

108,75

128

109,5

127,5

10,44

in.ar

10,44

.. 0

-

Budapest ...

Neuyork...

2 »482

2,486

2,490

2,494

Schultheis Patzenhofer .....

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

.. 0

66,5

66,9

H2,75

66

115,25

66,9

Banknoten

Bemberg.................

.. 0

70,5

70,5

140,5 48,65

65,75

127,75

49

58,5

84,5

28,4

213,75

180,5

130,25

141

Berlin. 11 .September

Geld

Srie'__

Zellstoff Waldhos ..........

Zellstoff Aschaffenburg .....

Dessauer Gas .............

Daimler Motoren..........

Deutsche Linoleum.........

Orenstetn & Koppel........

Leonhard Tietz ............

Chade...... .............

.. 0 .. 0 .. 7 .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 ..10

48

65

48,25

58,25

28,4

48,75

65

48,75

58,25

28,5

213,5

180,5

130,75

48,75

66 126,25 49,25 58,13

85,5 28,4

214 180,5

130

Amerikanische Noten.......

Belgische Noten...........

Dänische Noten ..........

Englische Noten ..........

Französische Noten........

Holländische Noten........

Italienische Noten.........

2,442

58,385

55,37

12,40

16,46

169,31

21,51

2,462

58,625

55,59

12,44

16,52

169,99

21,59

62,57

Accumulatoren-Fabrik......

Conti-Gumml.............

.. 0

.. 0

182

130,13

norwegische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, L 100 Schwing

Rumänische Noten...............

62,33

Gritzner.........

27,65

I 27,65

Schwedische Noten........

Schweizer Noten..........

Spanische Noten..........

.......

63,94

81,49

34,18

64,20

81,81

34,32

Mainkraftwerke Höchst a.M..

.. 4

| 79,5

_

Süddeutscher Zucker.......

.. 8

190

190

1 Ungarische Noten.........