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Dr. med. Rheinländer.
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Londorf, den 11. Juli 1934.
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Nach längerer Krankheit starb heute früh mein innigste geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 13. Juli, nachmittags 2 Uhr.
Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen: Emma Adler.
Herr Hermann Adler im Alter von 73 Jahren.
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Oer Brand der Freiburger Universität.
nen, das den Grundstock der Schenkung bildete, aus der sich dann das Benediktinerkloster und die Ansiedlung Neustadt (Niwenftadt) entwickelte.
Das Urteil im Kabelwerk-Prozeß.
Die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Frankfurt a. d. Oder sprach nach mehrwöchiger Verhandlung über fünf ehemalige Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates der Deutschen Kabelwerke das Urteil. Es erhielten Siegfried und Bernhard Hirfchmann je 6000 Mark, Dr. Hch. Bürger und Willy Pickardt je 2000 Mark, sowie Reichspostminister a. D. Dr. e. h. Karl Stingl 500 Mark Geldstrafe. Den Verurteilten wird als Mitglied des Vorstandes, bzw. Aufsichtsrates vorgeworfen, wiffenlich den Vermögensstand der Gesellschaft unwahr dargestellt oder verschleiert zu haben. Die Anklage stützt sich darauf, daß Entschädigungen für Sonderleistungen an Bernhard Hirschmann, die in die Zehntausende gingen und an Dr. Stingl, die im Jahre 8500 Mark betrugen, Inder Bilanz falsch ausgeworfen wären. Sie hätten unter Aufsichtsratsentschädigungen gebucht werden müssen und nicht über Gehalts- oder sonstige andere Konten.
Sieben Aufständische in Adana zum Tode verurteilt.
Das Schwurgericht von Adana (Türkei) verurteilte nach mehrtägiger Verhandlung eine Reihe von Angeklagten, die an einer Aufstandsbewegung teilge- noinmen hatten. Sieben Angeklagte wurden zum Tode verurteilt und 14 Angeklagte freigesprochen.
Zeitschriften.
— Im Juniheft der Zeitschrift „Volk und Reich" schildert der Berliner Historiker Professor Walther Vogel rückschauend die europäisch-politischen Spannungen am Vorabend des Weltkrieges unter Zugrundelegung der Forschungsergebnisse der letzten zwanzig Jahre in einer ausgezeichnet klaren, historisch-politischen Darstellung. Daran anknüpfend behandelt der Hauptteil dieses Heftes den heutigen jugoslawischen Staat. Geschichtliche Entwicklung, Volks- und innere Staasprobleme, wehrpolitische Lage und das Deutschtum in Jugoslawien werden in Text und Karte untersucht. Die politische Analyse zeigt, daß das deutsch-jugoslawische Verhältnis noch weitgehend durch die französischen Bindungen Jugoslawiens bestimmt wird. Der Bildteil, mit dem Volk und Reich bemerkenswerte politischpsychologische Wirkungen zu erzielen weiß, bringt diesmal 17 schöne Aufnahmen von Dubrovnik (Ragusa).
Eugen Kalkschmidt gibt im Juliheft der Monatsschrift „Zeitwende" (Verlag C. H. Beck, München und Berlin) eine lebendige Darstellung der „Anfänge der deutschen Kolonialpolitik", d. h. der Kolonialpotitik Bismarcks, in der die Persönlichkeit und staatsmännische Weisheit des großen Kanzlers wieder einmal in Helles Licht tritt. Gerade heute, wo das Erwachen des deutschen Volkes auch den Kolonialgedanken zu neuem Leben erweckt hat, wird dieser Aufsatz mit besonderem Interesse gelesen werden. Es ist beachtenswert, daß in dem gleichen Hefte Paul Rohrbach seine jüngsten Erlebnisse in einer ehemaligen deutschen afrikanischen Kolonie, „Beobachtungen in Kamerun", bietet. Oskar Janckes knappes, aber anschauliches Charakterbild „Ernst Moritz Arndts" zeigt, wie sehr die Haltung dieses geistigen Vorkämpfers der nationalen Erhebung gegen Napoleon mit unserer heutigen verwandt ist. In die Aufgaben der unmittelbaren Gegenwart führt der Beitrag von Johannes Gerhardt über „Arbeitsbeschaffung im Neuen Reich". Der Umschau- Beitrag „Herrnhuter in Finnland" führt uns in die Arbeit dreier Herrnhuter Brüder, die vor 100 Jahren nach Finnland zu den Lappen zogen. Wenn uns der ehemalige deutsche Pfarrer zu Helsingfors ihre Schicksale in reizvoller Schilderung ins Gedächtnis zurückruft, so stärkt er damit das geistige Band zwischen Deutschland und den nordischen Ländern.
— In den „Berliner Monatshefte n", herausgegeben von Dr. Alfred von Wegerer, 12. Jahrgang 1934, Juliheft (Quaderverlag, Berlin W15, Preis des Heftes 1,50 RM., vierteljählich 3,50 RM), veröffentlicht Reichsminister a. D. Dr. Friedrich Rosen eine umfassende Studie über die europäischen Mächte im Sommer 1914. Rosen zeigt, welche politischen Tendenzen bei den einzelnen Großmächten im Sommer 1914 wirksam waren und welche politischen und militärischen Bindungen innerhalb der beiden großen Bündnisgruppen, Dreibund und Triple-Entente bestanden. Aus den Ausführungen von Rosen ergibt sich, „daß das deutsche Reich zu keiner Zeit auf eine Vergrößerung seines Besitzstandes auf Kosten anderer Staaten durch kriegerische Handlungen oder Drohungen bedacht gewesen ist und daß somit die tieferen Ursachen des 1914 ausgebrochenen Krieges nicht bei Deutschland zu suchen sind." Aus dem weiteren Inhalt des reichhaltigen Heftes erwähnen wir die Arbeiten von Professor Platzhoff über „Versailles", die Untersuchung von Professor Bibl über „Oesterreich-Ungarns innerpolitische Lage bei Ausbruch des Weltkrieges", sowie die Arbeit von Bernhard Schwertfeger über „Die militärpolitischen Beziehungen Frankreichs und Englands zu Belgien nach 1912".
—- „Lauter Sonntage" — so fröhlich beginnt das Juliheft, das Ferienheft von „Velha - gen & Klafings Monatsheften"; „Lauter Sonntage" heißt eine von Jugendliebe erfüllte Novelle von Bruno Wellenkamp, einem Angehörigen des jungen Dichtergeschlechts und einem wahrhaft Berufenen. Ein zweiter bedeutender Erzähler tritt im gleichen Heft zum erstenmal auf: der Westfale Heinrich Luhmann mit seiner Novelle „Bauerntag", einem groß und innig gesehenen Bilde ewigen
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Säens und Erntens. Ein illustrierter Aufsatz zum Jubiläum der Oberammergauer Passionsspiele, von Paul Oskar Höcker, kann neue starke Eindrücke an früheren Erlebnissen messen. Dr. Herbert Jankuhn berichtet in Bild und Wort über die von ihm geleiteten Ausgrabungen zu Haithabu, der Wikingergroßstadt an der Schlei. Friedrich Herzfeld geht als Kenner von Dichtung und Musik den neuen Liedern unserer Jugend nach. Oberbaurat C. Michenfelder schildert an Hand überraschender Lichtbilder Großtaten deutscher Technik. Dr. Arthur Dix lenkt die Aufmerksamkeit auf das politische und wirtschaftliche Vordringen Japans in Abessinien. Lustig, ja geistreich hat Petra Fiedler die flotte Plauderei „Sommer in deutschen Stoffen" von He la Strehl mit farbigen Bildern illustriert. Das Ergebnis des Preisausschreibens „Wer kennt unsere Künstler?" wird in diesem Heft verkündigt.
— Im Juliheft von „Volk und Rass e", Illustrierte Monatsschrift für deutsches Volkstum, Rassenkunde und Rassenpflege, I. F. Lehmanns Verlag, München, stellt Dr. W. Rauschenberger die Rassenmerkmale Beethovens und seiner nächsten Verwandten fest. Beethoven ist fälisch mit stark nordischem und etwas ostischem Einschlag. Fälisch ist an ihm seine äußere Rauheit, die Gefühlswärme und Innigkeit verdeckt, weiter das Schwerblütige und Schwernehmende seines Wesens und der tiefe Ernst, mit dem er das Leben auffaßt. Nordisch ist, daß er alles ins Ungewöhnliche, Außerordentliche erhebt wie das Tief-Philosophische seiner Musik, die
er aus dem Bereich des bloßen Tonspieles in das Reich der Ideenwelt erhebt. Der ostische Einschlag macht sich bemerkbar in einer gewissen Formlosig. feit des Auftretens und in der rein musikalischen Begabung Beethovens. In dem gleichen Heft ist ferner von Dr. Bretschneider ein ausführlicher Be- richt mit Ahnentafeln über „Farniliensorschung und Erblehre".
Büchertisch.
— Karl Hoffmann, Flottenabrüstung, Kriegsächtung und Revision. Verlag Arbeitsausschuß Deutscher Verbände, Berlin. — Die bereits 1932 erschienene Schrift gibt ausgezeichnetes Material zur rechten Beurteilung der eben be- ginnenden Seeabrüstungs-Verhandlungen, die die zweite Flottenkonferenz oorbereiten.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem
Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
(Eine Bitte an die Stadtverwaltung.
Einer der wenigen, ich möchte fast sagen der einzige Spaziergang für ältere Leute und Erho- J lungsbedürftige ist und bleibt der Rundgang durch unsere städtischen Anlagen. Seit Wochen aber kehren alle auf ihre Gesundheit Bedachten am H i t- I er mall am Goldfischteich schleunigst wieder um, da dort eine Staubplage herrscht, die ihresgleichen sucht. Dor etwa acht Wochen wurde dort die Straße gepflastert, und seit dieser Zeit liegt auf dieser eine dicke Schicht brauner Sand, sich selbst überlassen. Statt daß dieser Sand durch kräftiges Einschlämmen in die Ritzen des Pflasters befördert wird, geschieht gar nichts, noch nicht einmal das Gießfaß läßt sich mehr als einmal am Tage blicken. Bei der anhaltenden Trockenheit und Hitze haben nun die vielen Autos die beste Gelegenheit, den Staub in dicken Wolken in die Anlagen, die Vorgärten und in die anliegenden Häuser zu wirbeln. Spaziergänger können ja die Anlagen meiden, die armen Anwohner sind aber gezwungen, den Staub zu schlucken. Energische Abhilfe darf hier verlangt werden. Sch.
Wettervoraussage.
lieber Norddeutschland und der Ostsee ist es zur Ausbildung eines Tiefdruckwirbels gekommen, der sich bei den hohen Temperaturen noch weiter entwickeln wird. An seiner Rückseite gelangt daher kühlere ozeanische Luft nach dem Festland, die verschiedentlich Anlaß zu Gewitterstörungen geben wird.
Aussichten für Freitag: Nach Gewitterstörungen mit Gewitterregen etwas kühleres Wetter.
Aussichten für Samstag: Mehr wechselhaftes Wetter mit vereinzelten Gewitterstörungen.
Lufttemperaturen am 11. Juli: mittags 27,7 Grad Celsius, abends 21,3 Grad; am 12. Juli: morgens 15,4 Grad. Maximum 28,8 Grad, Minimum 9,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juli: abends 27,2 Grad; am 12. Juli: morgens 20,4 Grad. — Sonnenscheindauer 14,5 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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