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kratischen Geschäftsgang der schwerfälligen Völker- bundsorganisation eine Verschleppung statt­finden könnte, die für das Saaroolk unter keinen Umständen tragbar wäre. Wenn die Kommission ihre Arbeiten wirklich objektiv und im Interesse der Saarländer leisten will, so ist es notwendig, daß sie sich so schnell wie möglich in den schwierigen politischen Stoff der Saarabstimmung einarbeitet. Nachdem der Rat eindeutig den 13. Januar 1933 als Abstimmungstermin festgelegt hat, ist es vornehmste Pflicht seiner Organe, dafür Sorge zu tragen, daß der Dreierausschuß nun ohne weitere Verzögerung konstituiert wird.

Oie Trauerfeier für die Opfer der Bugginger Grubenkatastrophe.

Buggingen, 11. Juni. (DNB.) Unter Anteil­nahme aller Bevölkerungskreise fand am Montag die große Trauerfeier für die Opfer des Bergwerks­unglücks im Zechenhof des Kalibergwerkes Buggin­gen statt. Vor der Tribüne, auf der die Vertreter der Behörden, der Partei und der Verbände Platz nahmen, war ein Sarkophag aufgestellt, auf dem die Hakenkreuzfahne und die Wahrzeichen des Berg­mannes lagen. Rechts und links von der Tribüne ein Wald von Fahnen. Als Vertreter des Reichs­präsidenten und des Reichskanzlers war Reichsar­beitsminister S e l d t e erschienen. Ferner waren zu- aegen der Reichsstatthalter von Baden, Robert Wagner, der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, die badische Regierung, Führer der badi­schen SA., der SS, und des NSDFB., des Arbeits­dienstes, Vertreter der kommunalen Behörden und der Kirchen, unter letzteren auch Erzbischof Dr. Gröber- Freiburg.

Das Heulen die Sirenen gab das Signal zum Beginn der Feier, Generaldirektor W i f f e l m a n n hob in seiner Ansprache hervor, daß das große Mitgefühl, das sich in allen Teilen des Reiches und auch des Auslandes geregt habe, ein gewisser Trost für den großen Schmerz gewesen sei, den das so schwere Unglück bereitet habe. Reichsstatthal­terter Robert Wagner sagte, wie der einzelne zurück zu seinem Vaterland gefunden habe und heute erfüllt sei von dem Geist des neuen Staates, so sei das Volk heute wieder bei jedem einzelnen. Dieser neue Geist des Volkes sei zum Ausdruck gekommen in der Hilfsbereitschaft, die sich nach dem Unglück von Buggingen überall gezeigt habe. Staatsrat Dr. Ley überbrachte die Grüße des Führers. Wir wollen an diesem Grabe geloben, die Treue zu halten, wie die Toten treu waren. Wir wollen geloben, daß wir darüber hinaus für alle Zeiten für die Opfer der Arbeit Treue und Kameradschaft in unserem Volke pflegen werden. Als letzter Redner sprach Reichsarbeitsminister S e l d t e das Mitgefühl des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers aus. Die Männer, die in die Tiefe stiegen, um die dort liegenden Güter für das deutsche Volk frei zu machen, hätten diesen großen Pionierdienst am deutschen Volke mit ihrem Leben bezahlt. Denken wir daran, daß Leben und Tod ewig miteinander verbunden find und daß nur aus den Opfern der Menschen das Leben der Zukunft und der Jugend besteht. Wir alle wollen wie die Toten mitarbeiten an den großen Zielen, zu denen uns unserer Führer den Weg gewiesen hat.

Sie Eröffnung des Wisent-Geheges in der Schorfheide.

Am Sonntag vollzog Reichsjägermeistcr Minister­präsident Göring vor zahlreichen Vertretern des Diplomatischen Korps, der Regierung und der deut­schen Jägerwelt die Eröffnung des Wisent- Geheges in der Schorfheide, dem größten Naturschutzgebiet Deutschlands. Oberlandforstmeister Dr. Hausendorff gab einen historischen Rück­blick über den Wisent, von dem heute noch etwa 70 Stück in Europa vorhanden seien. Ministerpräsident Göring sprach von den Absichten der Wiedereinführung und Vermehrung bedrohter Wildarten. Er wolle versuchen, das urige Wild des deutschen Waldes vor dem Unter­gang zu retten. Der Bestand an Wisenten müsse wieder auf 2000 Tiere gebracht werden. Jetzt fänden zunächst 9 Stück unter den Kronen des mär­kischen Waldes ihre Heimat. Mit der stärkeren Durchsetzung des Waldes mit dem Wisent hoffe er auch, eine schärfere Auslese unter den Jägern durch die Jagd auf diesen Urstier, die keine leichte sein werde, erreichen zu können. Ein weiteres Gebiet der Schorfheide fei der Hege des Elches vorbehalten, von denen er in Ostpreußen 40 Exemplare habe fangen lassen. Auch dieses ur­deutsche Wild solle auf mehrere hundert Stück in der Schorfheide gebracht werden. Besonders wert­voll für die Ergänzung des Wildbeftandes fei auch die schon erfolgte Aussetzung von mehreren asia­tischen Wildpferden und Mufflons. An allen diesen Maßnahmen sollten weiteste Kreise der Volksgenossen teilnehmen. Deshalb werde am Rande der Schorfheide ein Schaugatter er­stehen. Dem Volke solle gezeigt werden, daß die Jagd nicht das Vorrecht einiger weniger Menschen sei, daß sie vielmehr zur Hege des Wildes not­wendig sei. Der Ministerpräsident gab dem Wunsche Ausdruck, daß sein Beispiel auch anderen Ländern den Anreiz gebe, wertvolle, vor der Ausrottung stehende Wildarten auf diese Weise zu erhalten und ihre Bestände zu mehren.

Kunst und Wissenschaft.

Trägerstreik bei der deutschen Himalaja-Expeditton.

Nach einem bei demDrathlosen Dienst" einge­laufenen telegraphischen Bericht des Leiters der deutschen Himalaja-Expedition sind 20 Balti-Träger in den Streik getreten. Sie ver­suchten, genau wie vor zwei Jahren, die Arbeit der deutschen Expedition in kritischer Stunde lahm­zulegen und auch jetzt wieder eine viel zu hohe Lohnforderung durchzufetzen. Die Forderung wurde abgolehnt, die 20 Träger sofort entlassen. Der andere Teil der Baltis blieb unter einem zuver­lässigen Führer treu. Die Leute aus Darjeeling sind nach wie vor auf ihrem Poften. Die Expedi­tion arbeitet nunmehr mit 20 Baltis und 30 Dar­jeeling-Leuten, also mit insgesamt 50 Hochträgern Trotz des Streiks der Träger, der die Anwesenheit fast aller Expeditionsteilnehmer im Hauptlager notwendig machte, wurde der Vorstoß nach dem Lager 4 in 5800 Meter Höhe tatkräftig gefördert. Die Spitzengruppe war im Lager 1, also in 4600 Meter Höhe auf dem Rakiot-Gletschcr einen Tag eingeschneit. Sie konnte am 2. Juni das Lager 2, am 4. Juni das vorläufige Lager 3 und am 6. Juni das endgültige Lager 4 mit Hilfe von 12 Trägern errichten.

Oie Auseinandersetzung in derEvangelischen Kirche.

Berlin, 11. Juni. Die Kreuzzeitung gibt in ihrer kirchlichen Wochenschau einen Ueberblick über die Auseinandersetzung im evangelischen Lager. Es wird dazu eine Kundgebung erwähnt, die von 35 Lehrern der Theologie an deutschen Univer­sitäten unterzeichnet wurde, darunter von Karl Barth, Bultmann - Marburg, Deißmann- Berlin, D e i s s e r - Greifswald, L i e tz m a n n - Berlin, L ü tz e r t - Berlin, S ch a e d e r - Breslau, Schmitz- Münster, S ch n i e w i n d - Königsberg, Sellin-Berlin und von Soden-Marburg. In dieser Kundgebung heißt es u. a.:In der evangelischen Kirche ist ... das Führerprin­zip ein schrift- und bekenntniswidriges Prinzip, das bisher noch nie in ihr anerkannt worden ist. Luther und Calvin waren gewiß die geistlichen Führer in der Kirche ihrer Zeit, aber gerade sie haben niemals aus der Gabe und aus der tatsäch­lichen Stellung ein Prinzip gemacht, das sich in der äußeren Ordnungauswirken" und ein Amt be­gründen soll." ... Die Kirche hat nach reformatori­schem Bekenntnis nur eine Aufgabe: das Evan- aelium zu verkündigen ... Das schließt nicht aus, sondern ein, daß die Kirche dem Staat den ganzen schuldigen Gehorsam als der weltlichen Obrigkeit in Sachen der Obrigkeit leistet, und daß der Staat der in diesem Sinne gehorsamen Kirche ihre Verfassung rechtlich garantiert. Das schließt aber aus, daß die starke, innere Verbundenheit zwischen Staat und Kirche" dahin verstanden wird, daß die Kirche die Weltanschauung des Staates und der Partei zu verkünden habe, und daß die Verfassung der Kirche den Formen des Staates anzugleichen sei. Die Kirche ist .. die Stätte der reinen und Gott ver­antwortlichen Verkündigung des Wortes Gottes an das Volk, das sich zum Evangelium bekennt."

Ende Mai waren in Wuppertal-Barmen etwa 140 Synodale aus fast allen deutschen Landes­kirchen und aus allen Prooinzialkirchen zu einer Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche" zusammengetreten, um alle evangelischen Christen zu vereinigen,die gewillt sind, sich um Schrift und Bekenntnis zu sam­meln und auf diefer unveräußerlichen Grundlage eine wahrhaft evangelische Gestalt der Kirche zu ge­winnen."

Die Synode stellte sechs Thesen auf, von denen jede zuerst ein Bibelwort anführt, auf das sie sich stützt. Die erste These sagt, daß die Kirche neben und außer dem Wort Gottes keine andere Offenbarung anerkennen könne. Im zweiten Satz wird gesagt, daß dieses Wort Anspruch auf das ganze Leben habe, und daß es keine Bereiche des Lebens gebe, in denen der Menfch anderen Herren zu eigen wäre und nicht der Rechtfertigung durch den Glauben an das Evangelium bedürfe. Die fol­genden Thesen handeln von der Kirche, zunächst von ihrer Aufgabe, die es ausschließe, daß sie in der Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Be­lieben oder jeweilig herrschenden weltanschaulichen ober politischen Ueberzeugungen folge.

These 4 besagt:Die verschiedenen Aemter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die andern, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst beson­dere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben oder geben lassen."

These 5:Die Schrift sagt uns, daß der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der

noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und mensch­lichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu forgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat diefer feiner Anordnungen an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt! Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Be­stimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche

Berlin, 11. Juni. 2tuf einer Kreiskirchen­tagung der Deutschen Christen in Berlin-Tegel gab der Reichsbischof auf die FrageWas verlangt der nationalsozialistische Staat von der Kirche?", eine formulierte Antwort, in der er Ausführungen über den Begriff des positiven Christentums machte. In seiner Rede führte der Reichsbischof u. a. aus:

Die Kirche kann dem Staat nur das geben, was sie nach ihrem innersten Wesen tatsächlich ist. Sie kann dem Staat nur geben, daß sie sich selber treu i st als eine Gemeinschaft von Menschen im positiven Christentum. Es ist hinreichend bekannt, daß die Bezeichnung positives Christentum durch das nationalsozialistische Parteiprogramm in §ie Erörterung gestellt ist. Wenn heute der Versuch unternommen wird, diesem .Programmpunkt eine andere Auslegung zu verleihen, so sehen diese Kri­tiker niaj! das Werden und Wollen der kommen­den Kirche, sondern vor ihrem Auge steht d i e Kirche von gestern. Der Reichsbischof wandte sich gegen dieUmdeutung des Paragraphen 24 des Parteiprogramms seitens der Neugermanen" und erklärte: Positives Christentum umfaßt für den Staatsmann zunächst nur die Form christlicher Ge­meinschaft, wie sie im Leben unseres Volkes vor­handen ist. Das find die christlichen Kirchen beider Konfessionen als die organisierten christlichen Gemeinschaftsformen. Die Marxisten ver­suchten dieses positiv vorhandene Christentum zu einem Verein zu machen. Der Nationalsozialismus dagegen erkennt es an a l s die Quelle der großen kulturellen und religiösen Kräfte in in^rem Vo^. Damit ist etwas unge­heuer wichtiges gesagt. Der Nationalsozialismus er­kennt damit nicht nur aus politischen Gründen und um einen Kulturkampf zu vermeiden, das Christen­tum an, sondern er bekennt si ch selb st zu diesem Volk und zu der Quelle seiner religiösen und moralischen Kräfte.

Mit diesem Bekenntnis stehen wir bei der inne­ren Deutung des positiven Christentums vom Glau­ben her. Denn es geht nicht um trie positiv vor­handene Form, sondern um den positiven Inhalt des Christentums. Dann bedeutet das Bekentnis des Programmpunktes 24 nicht nur das Bekenntnis zu den Kulturwerten einer Kirche, sondern das Be­kenntnis eines Volkes zu der Lebens­herrschaft Gottes über dieses Volk. Positives Christentum ist das Bekenntnis, das diese Welt nicht von selber weiß, sondern Gott zum Schöpfer hat.

über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden."

Der'letzte Satz schließlich wendet sich gegen die menschliche Selbstherrlichkeit" der Kirche und da- gegen, daß sie das Wort Gottes in den Dienst eige­ner Wünsche, Zwecke und Pläne, die außerhalb ihres Wesens liegen, stelle.In diesen Sätzen sieht die Bekenntnissynode die unumgängliche theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der Bekenntniskirchen, und sie fordert alle, die sich dieser Erklärung anschließen können, auf, über ihren kirchenpolitischen Entscheidungen dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk zu sein."

Denn es ist das Epochemachende am Nationalsozia­lismus, daß er sich auf diesen tiefen Sinn der Schöpfung wieder besonnen hat, den die ungläubige Zeit des Liberalismus' nicht mehr kannte.

Positives Christentum ist nicht nur das Bekennt­nis, daß Gott der Schöpfer und damit der Herr über Volk und Geschichte ist, sondern daß Chri - st us der Heiland ist. Darum kann man nicht äußerlich, weil es für den Staat gut wäre und für das Volk tröstlich, die Kirchen eben nur erhalten, man muß selbst in der Kirche leben, und sich Christus als seinem Herzog und Heiland an- vertrauen, in der Gewißheit, daß Gott die Men­schen durch Christus angenommen. Das ist posi­tives Christentum, daß man weih, man steht in dem großen Kampf zwischen Himmel und Hölle, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse auf der Seite, wo der Sieg ist durch Christus. Es ist klar, daß man nun nicht den wundervollen Geist der nationalfozialistifchen Bewegung verwechseln darf mit dem Heiligen Geist Gottes in der Kirche. Darum muß positives Christentum irgendwie eine Gemeinschaft finden, die man Kirche nennt, weil ihr alleiniger Herr und Meister Jesus Christus ist. Je mehr die Menschen des Dritten Reiches sich zur wirkli chen und wahren Kirche halten, um so tiefer begründen sie die vorhandene Volksgemein­schaft. Der Nationalsozialismus hat der Kircbe den Weg frei gemacht. Die Kirche hat unser Volk in feinem seelischen Bereich immer von neuem zu letzter Besinnung zu führen. Das ist die Antwort der Kirche an den Nationalsozialismus in dem Be­kenntnis zum positiven Christentum.

Es ist die Aufgabe der Pastoren, die Wahrheit des Evangeliums schlicht und einfach, wie sie das Volk versteht, einem weithin durch den Marxismus irregeführten Volk treu und echt zu verkünden. Es ist ihre Aufgabe, nicht über den Glauben zu reden, sondern aus dem Glauben. Es ist die Pflicht aller, daran zu denken, daß die Kraft des Christen­tums nicht in dem Streit um kirchenpolitifche Macht­positionen, sondern in dem neuen Glauben an Christus liegt. Man foll nicht auf die Pastoren schelten und selbst der Kirche fernbleiben. Gott hat die Gemeinschaftskräfte durch Adolf Hitler neu und lebendig gemacht. Die Kirche wird im positiven Christentum diesen Gemeinschaftskräften die innere Kraft und Heiligung aus dem Evange­lium geben. Ihr Tun ist wirklicher Gottesdienst. Sie hilft dem Volke mit der ihr anvertrauten Gabe.

Der Reichsbischof Über posiüves Christentum.

Eine Kundgebung der Deutschen Glaubensbewegung.

Berlin, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Deutsche Glaubensbewegung veranstal­tete Montag abend eine überaus stark besuchte Kund­gebung. Dr. G e r i ck e erläuterte die ,/Scharzfelder Richtsätze", die für die Marschrichtung der Deutschen Glaub ensbewoaung maßgebend seien. Sie lauten:

1. Die Deutsche Glaubensbewegung will die re­ligiöse Erneuerung des deutschen Volkes aus dem Erdgrunde der deutschen Art.

2. Die deutsche Art ist in ihrem göttlichen Ur­sprung Auftrag aus dem Ewigen, dem wir ge­horsam sind.

3. An diesen Auftrag allein sind Wort und Brauchtum gebunden. Ihm gehorchen heißt sein Leben deutsch führen.

Der Redner stellte dann einzelne Sätze eines Deutschglaubens dem Dogma gegenüber. Zu nennen ist hier vor allem die Ablehnung der Erb­sünde und der auf diesem Doama beruhenden Mittlerschaft des Messias. Der Person Jesu geschehe dadurch kein Abbruch.Wir wollen' und können bei dem halben Prozeß Martin Luthers nicht stehen bleiben. Wir fordern Gewissensfreiheit, aber wir fordern ebenso Bindung. Wir binden uns an den religiösen Urgrund unseres Volkes, an den Mythos des Blutes. Man kommt uns giit dem Artikel 24 des Parteiprogramms. Für die Aus­legung dieses Artikels ist die Deutsche Glaubens­bewegung nicht zuständig; noch viel weniger aber sind Geistliche hierfür zuständig. Wir leben ganz und gar aus nationalsozialistischem Geist. Wer die Zeichen der Zeit begreift, der weiß, daß es heute nicht darum geht, eine neue nur politische Episode von hundert oder zweihundert Jahren in ein altes europäisches Gefüge einzuschieben, sondern daß es darum geht, ein Jahrtausend zu umbrechen.

Wir geben dabei auch germanisch-deutsche Ge­schichte keineswegs für Religion aus, sondern um­gekehrt treibt uns unser Glaube, die Glaubensart und Lebensart unserer Vorvater zu erforschen, ohne daß unser Glaube von den Ergebnissen solcher For­schung abhängig wäre. Wir achten jeden aufrichti­gen Christen. Und wenn der Christ der Ansicht ist, oaß ihm der Christ im fremden Volke nciherfteht als derHeide" im eigenen Volke, so sagen wir: Der Christ im eigenen Volke steht uns näher als derHeide" im fremden Volk, gerade weil oder fa­sern der Christ unser Volksgenosse und damit unse­res Blutes ist. Darauf aründet sich ja gerade unser Glaube. Wir respektieren aus demselben Grunde auch die blutgeburibenen Gestaltungskräfte anderer Nationen.

Gras Reventlow betonte, daß für die deut­sche Glaubensbewegung der Begriff der Religiosität sich nicht allein auf das Jenseitige beschränke, son­dern das ganze Leben durchpulse. Die Vorstellun­gen des Neuen Testaments seien gemischt aus Reli- glonsvorstellungen vergangener Zeiten und ge- nügten nicht, uns religiös zu erfüllen und zu bmöen.Wir folgen der Stimme, die von Gott in uns hineingelegt worden ist, dem Gewissen und der

Ahnung des Göttlichen." Daß die Christen in wach­sendem Maße sich der Kirche und dem Christentum entfremdeten, daran fei u. a. die Tatsache schuld, daß der Deutsche, je freier und bewußter es um feine Seele werde, um so weniger ein Dogma ver­tragen könne. Graf Reventlow wandte sich dann gegen die Anschauung, daß Gott durch eine Persönlichkeit bärge ft eilt werden müsse. Für die Deutschgläubigen bedeute das eine Herab­setzung ihrer Gottesvorstellung und ihrer Gott- empsindung.

Der Redner wies sodann die Unterstellung zurück, die Deutschgläubigen seien Materialisten des Blutes und der Raffe. Der Menfch habe

Trier, 10. Juni. (DNB.) Die Trierer Tagung des DDJ., die 72. Jahresversammlung, fand am Sonntag mit der Hauptsitzung des Ver­eins und einer anschließenden Saarkundgebung, über die bereits berichtet worden ist, ihren Höhe­punkt. Die geschäftlichen Verhandlungen wurden mit dem Bericht des Direktors Prvf. Dr. M a t = schoß über das abgeschlossene Dereinsjahr 1933/34 eingeleitet. Der Berichterstatter wies auf die um­fassende technisch-praktische und auch rein wissen­schaftliche Arbeit des großen deutschen Jngenieur- Berufsverbandes hin, in dessen 25 Fachausschüssen über 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig seien, und von dessen Druckschriften im vergangenen Jahre rund 2,6 Millionen Exemplare in alle Welt, davon allein 600 000 in das außerdeutsche Ausland, hin­ausgingen. Der Mitgliederfchwund der letzten Jahre sei bereits um zwei Drittel auf geholt. Die Finanz­lage des DDJ. gebe zu keinen Besorgnissen Anlaß. Das Beitragsverfahren des Jahres 1933 werde bei­behalten. Es fei gelungen, den Etat für wissen­schaftliche VDJ.-Arbeit um 100 000 Mark zu er­höhen.

Die Gründung des DDJ-Auslandsver- banbes Uruguay fanb bie Genehmigung bes Dorftanbsrates. Auslandsverbände bestehen in Hol­land, Oesterreich, Argentinien, Japan, China usw. Die nächste Jahreshauptversammlung findet in Breslau statt, wo bei biefer Gelegenheit bas 25jährige Jubiläum ber technischen Hochschule Bres­lau festlich begangen werden soll. Der Vorsitzende Dr.-Jng. Schult gab die Verfügung des Stell­vertreters des Führers über die Gründung des Amtes der Technik bekannt, dessen Führer, Staatssekretär Feder und Dr. Todt, der DDJ.- Tagung telegraphisch ihre Grüße übermittelt haben. Dr Schult gab bekannt, daß die Regelung der Frage der Organisationen im Bund deutscher Tech­nik demnächst auch für den DDJ. in Besprechungen mit den Führern des Amtes der Technik feftgelegt werde, deren Ergebnis vertrauensvoll abgewartet

allerdings die Aufgabe, in diesem Leben mit allen Kräften der Vollkommenheit zuzuftreben. Das könne er nicht besser tun als in dem Bewußtsein seines Blutes und feiner Raffe und der daraus folgenden vollkommenen Hingebung an fein eigenes Volk. Das fei kein Rasfenmaterialismus, denn Raffe und Blut feien von Gott gegeben. Den Erlöfungsgedanken des Christentums lehnte Graf Reventlow ab. Wir feien zwar erlösungsbedürftig von der Ichsucht, müßten aber bestrebt sein, diese Unvollkommenheiten zu überwinden. Die Deutsche Glaubensbewegung lehne den Gedanken der Strafe und den biblllch verstande­nen Begriff der Sünde ab. Unsere Vorfahren hätten diesen Begriff nicht gekannt, und sie seien frömmer und ehrfürchtiger gewesen als die Juden des Alten Testaments. Dafür fei unseren Vorfahren der Be­griff ber Schuld um so vertrauter gewesen. Boi aller Bejahung des diesseitigen Lebens fei für den Deut­schen im Grunde doch die unsichtbare Stimme, die ihn nach oben weise, das Lebengebende, das ihn vorwärts bringe.

werden könne. Auch das Verhältnis zur Deutschen Arbeitsfront werde so schnell wie möglich einer Klärung entgegengeführt werden.

Grußworte an die Versammlung richtelen im Auftrag der Behörden Regierungspräsident Dr. Saaßen (Trier), im Auftrage des Stabschefs Röhm der Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.-Gruppenführer E i n r e i ch und im Auftrage des Reichsunterrichtsministeriums der Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Prof. Stark. Letzterer kündigte an, daß das Reichsunterrichts­ministerium für die Einrichtung neuer Laborato­rien und Forschungsstätten größere Geld­mittel zur Verfügung gestellt habe, an deren Ausnutzung auch die deutsche Technik hervorragend beteiligt werde. Dann nahm Dr. Schult, der Vor­sitzende des DDJ., die üblichen Ehrungen vor. Die Grashof-Denkmünze, die größte Ehrung des VDJ., wurde an Kommerzienrat Roechling verliehen, der goldene Ehren- r n g des V D I., eine neue Stiftung des Ver­bandes, vier Jungingenieuren, die in ihrer Berufs­arbeit bereits größere Erfolge erzielt haben. Es er­hielten den Ring: Direktor Benkert (Berlin- Siemensstadt), Dr.-Jng. Siegfried Ki kalt (Frankfurt a.M.-Höchst), Dipl.-Jng. Ernst Mahle (Stuttgart-Cannstatt) und Otto Mayr, Leiter des Hochspannungs-Versuchsfeldes der Transformatoren» fabrit der AEG.

In einer aufjerprogrammäfjigen Sitzung trafen sich am Sonntagnachmittag d i e DDJ.-Jung- Ingenieure; im Anschluß an die Besprechungen fanoen Besichtigungen der römischen Altertümer statt. Am Sonntagabend wurde die VDJ.-Tagung mit einer Abendveranstaltung abgeschlossen. Bei die­ser Gelegenheit ging Professor G o r b i tz, der Vor­sitzende des Darstandsrates, auf die Ziele des DDJ. in der Gegenwart ein und legte ein Treuebekennt­nis des ganzen Berufsverbandes der deutschen In­genieure zu Volk, Staat und Wirtschaft ab. Am Montag fanden sich die Tagungsgäste zu Besichti»

Die Trierer Tagung des BOI.