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Trauer»

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B e r l i n, 11. April. (DNB.) Neuerdings sind | sen gezeigt hat, war auf gewisse Charaktereigen. ieder in Zeitungsartikeln und Broschüren auf! schäften und auf seinen leidenden Zustand zurück»

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Der Diebstahl wurde Mittwoch früh entdeckt. Als l Welt bekannte Kunstwerk abzusetzen, der Schweizer der Kathedrale St. Bavo seinen Mor-1 ------

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blasen in Brand, und es erfolgte eine Explo­sion, die die furchtbarsten folgen zeitigte. Das Gehöft glich im Hu einem Flammenmeer und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Fünf Kinder des Ehepaares Gruhka, die Schwie­germutter des Besitzers, Frau Katharina Augu- st i n i ck und ein polnischer Schmuggler wurden durch die Explosiion auf der Stelle getötet. Gruhka und feine Frau muhten in schwerver­letztem Zustand ins Krankenhaus nach Rosen­berg gebracht werden. Die sechs übrigen polnischen Schmuggler trugen ebenfalls schwere Verletzungen davon, halten aber noch so viel Kraft, um sich über die Grenze nach Polen zu schleppen, hier ist einer von ihnen bald darauf feinen Verletzungen erlegen. Drei Schmuggler fanden Aufnahme im Krankenhaus, die letzten beiden, die bei der Kata­strophe glimpflich davon kamen, konnten ihre Woh­nungen aufsuchen.

polnische Schmuggler bei Gruhka, um verabre- dungsgemäh zehn Liter Schwefeläther und 40 Liter Brennspiritus nach Polen zu schaffen. Beim Ab­füllen des Aethers in Schweinsblasen lieh einer der Schmuggler die nötige Vorsicht auher Acht, so daß sich ein Teil der gefährlichen Flüssigkeit über den Tisch ergoh und sofort zündete. Die Stich­flamme setzte nun auch die übrigen Schweins-

3n der Ortschaft Knhoben im kreise Rosenberg (Oberschlesien) ereignete sich in der Rächt zum Wittwoch ein entsetzliches Explosionsun­glück, das bisher acht Menschen das Leben kostete. Der Häusler Peter Gruhka, dessen Gehöft hart an der deutsch - polnischen Grenze liegt und als Schmugglernest bekannt war, unterhielt in feiner Wohnung ein reichhaltiges Lager von

Schwefeläther und Brennspiritus, die von fchen Schmugglern über die Grenze nach gebracht wurden.

Am Dienstagabend erschienen wiederum

raden bildete den Abschluß der ergreifenden feier.

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der Beute anfangen wollen. Selbst wenn es ihnen gelungen sein sollte, über die Grenze zu entkom­men, dürfte es sehr schwer sein, das in der ganzen

3. Die Tätigkeit des Oberstleutnants h e n t s ch ist durch die Arbeiten des Reichsarchios so weit ge­klärt, als dies überhaupt möglich erscheint. Ein Re st von Widerspruch zwischen dem, was über seinen Auftrag festgestellt werden konnte, und dem, was er tatsächlich bei den Armeen veranlaßt hat, wird immer bleiben. Alle Versuche, über diesen Rest durch Aufstellung unbewiesener und unbeweisbarer Vermutungen und Behauptungen Klarheit zu schaffen, sind als aussichtslos an­zusehen. Insbesondere muß betont werden, daß nicht der geringste Anhaltspunkt da- f ü r beigebracht werden kann, daß hentsch Frei» maurer gewesen sei oder daß er irgend­welche französischen Beziehungen un­terhalten habe. Die natürlichste und weitaus wahrscheinlichste Erklärung für sein Verhalten ist immer noch, daß er durch seine subjektive Vorstellung von der Lage veranlaßt worden ist, seine Befugnisse tatsächlich zu über- schreiten und die Dinge in eine seiner Auffas­sung entsprechende Bahn zu bringen. Daß er damit eine sehr schwere historische Verantwortung über­nommen hat, ist nicht zu bestreiten. Ihm deshalb irgendwelche unlauteren oder gar verbrecheri­schen Beweggründe unterzuschieben, muß auf das schärfste verurteilt werden.

4. Der Versuch, den früheren Kaiser Wil- Helm II. als Urheber der Sendung des Oberst­leutnants Hentsch hinzustellen, muß abgelehnt wer­den. Der Kaiser hat nur einmal in den Gang der Marneschlacht eingegriffen: Am 7. September abends, und zwar gerade in einem der Hentsch- schen Auffassung entgegengesetzten Sinne. Dafür, daß der Kaiser Hentsch vor seiner Abreise gesprochen habe, fehlt jeder Anhaltspunkt.

Grund der bekannten Vorgänge innerhalb der deut­schen Heeresleitung während der Marneschlacht V o r w ü r f e gegen einzelne Persönlichkeiten und gegen die Führung des deutschen Heeres von 1914 im ganzen erhoben worden, die jeder Berech­tigung entbehren und daher geeignet sind, das Ansehen der alten Armee und der Wehrmacht überhaupt zu schädigen. Demgegenüber stellt das Reichswehrministerium fest:

B r ü ss e l, 11. April. (DRB.) Unbekannte Täter haben aus der Kirche 5L Bavo in Gent einen Teil des linken Flügels des berühmten Al­tarbildes von Van Eyck gestohlen. Aus Sputen, die auf einer der Türen sichtbar sind, geht hervor, daß der Dieb des Bildes des großen Flügelallars der Brüder Hubert und Jan Van Eyck in die Kirche mit Hilfe von Nachschlüsseln eingedrungen ist. Es ist auch möglich, daß mehrere Personen am Diebstahl beteiligt waren. Sechs Teile dieses Gemäldes wurden seinerzeit an den König Friedrich Wilhelm von Preußen für 500 000 Taler verkauft, befanden sich lange im Kaiser- Friedrich-Museum in Berlin und mußten auf Grund des Versailler Vertrages Belgien zurückerskattet werden.

Bis jetzt schwebt noch völliges Dunkel über dem Frevel, der in der Nacht zum Mittwoch an dem Meisterwerk der altflämischen Male­rei, dem Genter Altar der Brüder Van Eyck be­gangen worden ist. Obwohl die Polizei sofort die Untersuchung ausgenommen und eine genaue Be­schreibung der gestohlenen Altartafel überall ver­breitet hat, liegen noch nicht die geringsten Anhalts­punkte und Spuren vor, die zu der Entdeckung des Täters führen könnten. Die gestohlene Al­tartafel gehört zu den Teilen des Genter Altars, die sich bis zum Jahre 1920 in Berlin befanden und die auf Grund des Versailler Vertrages der belgi­schen Regierung übergeben worden sind. Sie stellt auf der einen Seite Johannes den Täufer, auf der anderen die gerechten Richter dar. Die Tafel ist 1,50 Meter hoch und 65 Zentimeter breit.

Der Abtransport der Leute nach dem Festland er­folgte in strenger Reihenfolge nach einer auf Grund des physischen Zustandes und der Widerstandskraft *er einzelnen zusammenaeltellten Liste. Im Lager verblieben unter der Leitung von Bobrowsk 28 Personen, die von ihrer Rettung überzeugt sind. Am 7. April war in das Schmid'tlager ein Hundege­spann gebracht worden, wodurch den Zurückgeblie­benen die Bergung der wertvoll st en I n - st r u m e n t e und Materialien erleichtert wird. Von

Wankarem aus werden die gerettetenTscheljuskin- Leute nach Kap Wellen gebracht und von dort weiter nach der Vorsehungsbucht. Uschakow gibt in seinem Bericht der Hoffnung Ausdruck, daß am 12. April bei günstiger Witterung die Rettungsaktion abgeschlossen werden kann. Am gleichen Tage soll Professor Schmidt, falls sich sein Gesundheits­zustand nicht bessert, in ein Krankenhaus nach Alaska gebracht werden.

hat. Der Name von Einem wird in der Geschichte des größten Krieges der Welt stets an führender Stelle genannt werden.

Als Vertreter des Reichswehrministers sprach der Kommandeur des Wehrkreises 6, Generalleutnant von Fleck. Im Namen des alten Gardekorps überbrachte Generaladjutant General d. Inf. von

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1. Die Vorgänge um die Marneschlacht sind von der historischen Abteilung des Reichsarchivs in jahrelanger Arbeit unter Heranziehung aller er­reichbaren Quellen sachlich geklärt und in dem WerkDer Weltkrieg 1914" in voller Offen­heit dargestellt worden. Die Zuverlässigkeit des Werkes ist von allen Seiten anerkannt. Ergän­zungen und Erweiterungen dieser Darstellung er­scheinen nur dann berechtigt, wenn sie auf neuen, einwandfreien Quellen und Forschungen beruhen. Spekulationen, Ver­mutungen, Heranziehung von Vorgängen, die mit dem Kriegsverlauf selbst nichts zu tun haben, sind geeignet, Beunruhigung in nicht sachverständigen Kreisen hervorzurufen, das Ansehen der alten Armee zu erschüttern. Sie greifen auch die persön­liche Ehre von Männern an, die d a s B e st e für Volk und Vaterland ehrlich gewollt haben. I

2. Das Verhalten des deutschen General st ab- ch e f s in der Krise der Marneschlacht a u f d u n k l e Einflüsse irgendwelcher Art zurück­zuführen, ist vollkommen abwegig. General­oberst von Moltke war weder Freimaurer noch hat er sich in militärischen Angelegenheiten von anderen Persönlichkeiten als seinen verantwortlichen Mitarbeitern beraten oder be­einflussen lassen. Daß er den unendlich schweren Aufgaben der Kriegsführung sich nicht voll gewach-!

Schweinfurt, 11. April. (DNB.) Zn der Mittwochverhandlung des Waltershausener Mord­prozesses teilte der Vorsitzende zunächst mit, daß Frau Werther sich nicht wohlfühle und daher der Verhandlung nicht beiwohnen könne. Weiter verlas der Vorsitzende eine ihm von der Verteidigung überreichte Strafanzeige gegen den Baron von Woltershausen, den Sohn der Frau Werther, und gegen dessen Frau, Baronin von Woltershausen, sowie gegen den Kraftwagenführer L i p o k. Der Verteidiger begründet die Strafanzeigen vor allem damit, daß bei den Einbrüchen an verschiedenen Gegen­ständen Finger- und Handflächenab­drücke der drei gefunden worden seien. Wegen Verdunkelungsgefahr beantragte er auch I n h as- nah m e des Barons von Waltershausen. Die An­zeigen wurden vom Vorsitzenden an die Staats­anwaltschaft weitergeleitet.

Darauf wurde der Privatdetektiv Lehnert als Zeuge vernommen, der ein Jahr nach dem Mord im November 1933 von Familienangehörigen und Frau Werther den Auftrag erhalten hat, alles zu tun, um den Täter zu ermitteln. Er gibt an, als Grundlage die Tatsachen genommen zu haben, daß Hauptmann Werther nach den Ermittlungen am 1. Dezember mit seinem eigenen Revol­ver erschossen worden sei, daß zweitens Frau Werther Schüsse erhalten habe aus zwei verschiedenen Kalibern, drittens die Feststellungen des chemischen Untersuchungsinstituts und viertens die Tatortspuren und den Tatortbefund. Daraus habe sich vor allem die Frage ergeben, wie der Täter in der Mordnacht überhaupt in die nach außen abgeschlossenen Räume habe eindringen und wie er sie wieder habe ver­lassen können.

Der Zeuge gibt nun seine Feststellungen an über den Weg, den der Täter genommen haben könnte, wobei er besonders darauf hin­weist, daß in der Zeit von 8 bis 10 Ahr nach der Wordnacht in der Bewachung des Liebig eine Lücke fei. Es fei nachgewiesen worden, daß Liebig dem Wächter auf einige Zeit ent­wischte. Er habe sich in einen Raum begeben, aus dem er erst nach längerer Zeit zurück­gekehrt fei. Der Verteidiger stellte fest, daß dieser Raum ein Abort war. Der Zeuge machte proben, ob leise Tritte auf dem Boden unten gehört werden können, nachdem Frau Werther behauptet hatte, daß sie einige Tage vor dem Word leise Tritte über sich gehört hatte. Er habe festgestellt, daß man die Schritte tat­sächlich hören könne, da auf dem Boden über der kuppel des großen Speisesaales die in den Boden hineinragt, Bretter gelegt sind, die beim Begehen klappern. Der Zeuge erklärt dann weiter, möglicher weise handele es sich bei der Sache nicht um Word, sondern um Totschlag. Er erklärt das damit, daß viel­leicht Liebig versucht habe, zu stehlen, und dabei von dem Hauptmann Werther überrascht worden fei. Dieser habe dann in der Aeberraschung zur Waffe gegriffen und die Tat so begangen. Der Staats­anwalt hält dem aber entgegen, daß doch Lie­big, wenn er habe stehlen wollen, den gan-

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Eine Tafel vom Genter Altar ans der Kirche gestohlen.

Don den Tätern fehlt vorläufig fast jede Spur.

Das Staatsbegräbnis für Generaloberst von Einem

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Bürgermeister Müller aus Waltershausen be- nmöet 10 Jahre lang a l s Diener und Chauffeur in den Di en st en der Schloß- heDrschaft von Waltershausen gestan­den zu haben. Vor dem Kriege seien die Verhält­nisse im Schlosse sehr gut gewesen. Erst nach dem Kriege seien die Schwierigkeiten infolge der In­flation und anderer Verhältnisse eingetreten.

Ueber die Vorgänge am Wordtage bekundet der Bürgermeister, daß er eben zu einer Ver­sammlung nach Königshofen reifen wollte, als Liebig angelaufen kam und geru­fen fyabe :Herr Bürgermeister, d i e G n ä - digeist wahnfinnig, kommen Sie schnell aufs Schloß." 3m Schlöffe angekommen, habe der Bürgermeister gesagt, es dürfe nichts be­rührt werden. Auch Liebig fei im Schloß ge­wesen. Sie hätten nun alle das Zimmer der Frau Werther betreten und dort die Blut-

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Die deutsche Heeresleitung während der Marneschlacht.

Eine erneute Erklärung des Reichswehrministeriums.

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Der Mordprozeß Waltershausen

Strafanzeige gegen Sohn und Schwiegertochter der Frau Werther 1 Der Privatdetektiv der Familie als Zeuge.

Furchtbares GplosionsunM in Oberschlesien

Schmugglernest an der polnischen Grenze in die Lust geflogen.

8 Tote, 7 Schwerverletzte bei einer Aetherexplosion.

Trauergefolge. In der Mittelallee des Schlosses bil­deten Kriegervereine und der Nationalsozialistische Frontkämpferbund Spalier. Die Straßen, durch die sich der Zug zum Friedhof bewegte, waren von einer dichten Menschenmenge umsäumt. Als sich der Leichenzug in Bewegung setzte erschien über dem Schloß eine F l u g z e u g st a f f e l, die den Zug zum Friedhof begleitete, an dessen Eingang die studentischen Korporationen mit ihren Fahnen den Verstorbenen grüßten. Auf dem Friedhof wurde der Sarg von sechs Reichswehrsoldaten zur Gruft ge­tragen. In der Nähe des Grabes marschierten drei Kompagnien Infanterie aus. Außerhalb der Um­friedung nahmen mit gezogenem Säbel Artillerie und Reiterei Aufstellung.

An der Gruft des toten Feldherrn.

Kurzer Trommelwirbel leitete zu einer kurzen liturgischen Feier über. Dann trat der Chef der Heeresleitung, General von Fritsch, an die offene Gruft. In Vertretung des Herrn Reichs­präsidenten Generalfelümarschall von Hinden­burg, so sagte er, stehe ich am Grabe des großen Soldaten und kerndeutschen Mannes, um ihm die letzten Abschiedsgrüße und den letzten Dank zu übermitteln für all das, was er in sei­nem langen Leben, reich an Arbeit und Erfolgen, für Deutschland und die Armee, für uns alle getan und geleistet hat. Sein Leben war das eines echt deutschen Soldaten und Offiziers, in restloser Ar­beit und treuer Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes und des deutschen Volkes. Das deutsche Volk und besonders das deutsche Heer werden seiner stets in Dankbarkeit und Treue gedenken.

Reichsminister Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, widmete dem Verstorbenen folgenden Nachruf: Im Auftrag des Führers und des Reichs- kanzlers und zugleich im Namen der NSDAP, überbringe ich die letzten Grüße dem großen deut­schen Heerführer des Weltkrieges. Das junge Deutsch­land wird die überlieferten Mannestugenden des alten Heeres stets hochhalten, so wie es dem Begriff öer Ehre im deutschen Volk neue Geltung verschafft

Die Trauerfeier im Schloß zu Münster.

Unter ungeheurer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Generaloberst von Einem in Münster zu Grabe getragen. Vor dem Schloß, wo die Trauerfeier stattfand, hatte eine SS.-Wache mit dem Kranz der Reichsregierung Aufstellung ge­nommen. Im großen Saal war der Sarg, bedeckt mit der alten Kriegsflagge und dem Helm und Pallasch des toten Heerführers, aufgebahrt worden. Hinter dem Sarg grüßten die Fahnen der Armee, flankiert von der Hakenkreuz- und der schwarzweiß­roten Flagge. Zwei Offiziere der Reichswehr und zwei Offiziere der alten Armee hielten die Ehren­wache. Zu Häupten des Toten stand Reichswehr mit den drei alten Fahnen des 16. Jnfantrie-Reqi- ments und der Standarte der 4. Kürassiere. Um­geben war der Sarg von sechs brennenden Kande­labern. Zu Füßen stand ein schwarzes Kruzifix. Die Ordenskissen umgaben den Sarg.

Kurz vor 11 Uhr erschienen die Trauergäste. Man bemerkte u. a. den Chef der Heeresleitung, den Stellvertreter des Führers, Oberpräsident Frei­herr von Lüningk, Generalfeldmarschall von Mackensen, den Prinzen Oskar von Preußen als Vertreter des ehemaligen Kaiserhauses, Ober­gruppenführer von Setten, General Teschow als Vertreter des Nationalsozialistischen Front- rampferbunbes, den ehemaligen Kriegsminister Ge­neral a. D. Scheuch, den Bischof von Münster, den evangelischen Bischof von Westfalen A d l e r und Oberst a. D. Reinhard Uir den Kyffhauserbund. Pastor Docke hielt die Trauerrede.

Die letzte Fahrt.

Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Reichs- dem Schloß getragen und auf die tannen» geschmückte Lafette gehoben. Der endlose Trauer- 3 u g setzte sich unter Vorantritt der militärischen Trauerparade in Bewegung. Vor dem Sarg tru­gen sechs Offiziere die Ordenskissen. Hinter dem Sarge folgten die Angehörigen und das übrige

3 en Tag über Zeil genug gehabt hätte, in die offenen Zimmer einzudringen.

Die Nachmittagsverhandlung begann mit der Vernehmung des Zeugen Schneidermeister Jäger aus Waltershausen, der auch Inhaber eines Miet­autos ist und infolgedessen sehr oft die Schloßherr­schaft gefahren hat. Der Zeuge gibt an, auch ein­mal mit Hauptmann Werther einige Zeit vor dem Morde über Liebig gesprochen zu haben. Der Hauptmann habe gesagt, es gehe etwas mit Liebig vor. Er müsse aus dem Hause. Den Kernpunkt der Ausführungen des Zeugen bildeten dann die Bekundungen darüber, wer zuerst dem Bürgermeister Müller den Tod des Hauptmannes gemeldet hat. In der Vormittagssitzung hat der Zeuge Lehnert behauptet, zwischen den Zeugen Jäger und Müller habe auf dem Korridor vor dem Verhandlungssaal eine Besprechung statt­gefunden, in der Müller zu Jäger gesagt habe, die Aussage, daß Liebig den Tod des Hauptmanns ge­meldet habe, sei nicht richtig. Der Zeuge Jä­ger erklärt hierzu, eine solche Unterredung habe nicht stattgefunden, und vor allem sei die Behaup- tung Lehnerts, die Zeugen hätten eine Vereinba­rung über ihre Aussage getroffen, unwahr. Ueber die Vereidigung des Zeugen entspann sich ein heftiger Streit zwischen dem Staatsanwalt und dem Verteidiger. Doch zog der Verteidiger schließlich nach Aufklärung durch den Vorsitzenden seinen Wider­spruch zurück, so daß der Zeuge vereidigt wer­den konnte.

genrundgang durch das Gotteshaus machte und den Vorhang von dem Altar wegzog, sah er zu seinem Entsetzen, daß die untere Tafel des linken Flügels aus dem Rahmen gerissen und verschwun­den war. Die ersten Feststellungen lassen darauf schließen, daß der Dieb sich wahrscheinlich am Dienstagabend in der Kirche versteckt und sich hat einschließen lassen. Die verschlossene Türe der Ka­pelle, in der der Altar ausgestellt ist, war aufge­brochen. Der Dieb muß durch eine Seitentür, die er gleichfalls aufgebrochen hat, entwichen fein. Die Bestürzung in der Bevölkerung ist allgemein.

Der große Flügelaltar gilt als das monu­mentalste Beispiel mittelalterlicher Altarmalerei. Der Altar hat eine wechselvolle Geschichte. Seit der französischen Revolution waren verschiedene Teile außerhalb Gents. Die Bilder von Adam und Eva befanden sich seit Mitte des vori­gen Jahrhunderts im Brüsseler Museum. Seit 1920 ist der Altar wieder in seiner ursprünglichen Gestalt, mit Ausnahme eines bereits im 16. Jahrhundert verloren gegangenen Teils, in der Kathedrale St. Bavo aufgestellt.

*

Brüssel, 12. April. (DNB.) Bis Mittwochabend hatte man noch keinerlei Spuren des von dem Genter Altar geraubten Gemäldes gefunden. Alle Grenzposten find von der Polizei benachrich­tigt worden. Die vorläufige Untersuchung hat er­geben, daß für das Herausheben der großen Bild­tafel aus dem Rahmen mindestens zwei Per­son e n nötig waren. Es besteht ein allgemei­nes Rätselraten darüber, was die Diebe mit

spuren im Bell gesehen. Dann feien fie in das Schlafzimmer des Herrn Werther gekom­men, wo die blutige Leiche im Bett lag. hierauf feien fie wieder aus den Zimmern gegangen. Dem Liebig habe er aufgetragen, das Schloß einstweilen nicht zu verlassen. Eben­so habe er dem Polizeidiener gesagt, er solle auf Liebig auf paffe n. Trotz der Be­wachung habe Liebig die Wöattchkeil gehabt,

sich im Schlosse frei z u bewegen.

Auch Bürgermeister Müller erklärte genau roif xjager, daß er mit letzterem keine Vereinba­rung getroffen habe. Es stehen also hier zw4 Zeugenaussagen im schärfsten Widerspruch zu De» Protokoll des Privatdetektivs Lehnert und dessen Zeugenaussage. Die Verhandlung wurde dann auf Freitag vertagt.

Plettenberg dem Führer der 3. Armee die letz­ten Grüße In Vertretung des Stabschefs und der ganzen SA. grüßte in Dankbarkeit und Ehrfurcht Gruppenführer von Setten den alten Heerfüh­rer zum letztenmal. Ser Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüningk, sprach im Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten. Graf der Goltz als Vertreter des Reichsoerban­

des der deutschen Offiziere der alten Armee. Unter starker Bewegung der Trauergemeinde trat Dann der greise Generalfeld marschall von Mackensen entblößten Hauptes an die offene Gruft seines alten Kriegskameraden. Sumpfe Trom­melwirbel fetzten ein, gedämpfte Kommandos er­tönten, und während drei Salven dem Verblichenen die letzte militärische Ehre erwiesen, rief von Mackensen seinem Freunde nach:Sen Heimge­gangenen grüßt sein ältester Kamerad". Es sprach dann noch ein Vertreter des alten Kriegsministe­riums und des Nationalsozialistischen Seutschen Frontkämpferbundes Sas Lied vom guten Kame-

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