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Der südslawische Staatsgedanke.

Von unserem v. K.-Äerichterstatier.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Belgrad, März 1934.

Daß der Serbe ein fanatischer Nationalist und tapferer Soldat ist, dürfte seit dem Weltkrieg allge­mein bekannt [ein. Serbiens Aufstieg nach Kriegs- fchluß zur Großmacht Jugoslawien ist eine Tatsache, zu der Stellung zu nehmen Sache der Tagespolitik und der Außenpolitik ist. Unabhängig davon sei hier der Versuch gemacht, die serbische Mentalität im Rahmen der allgemeinen europäischen Nachkriegs- Entwickelung sachlich zu charakterisieren und die Volkspsyche dem Mitteleuropäer verständlich zu machen.

Der Serbe ist, ähnlich wie der Ungar, ein aus­gesprochener Herrenmensch, gewisser­maßen ein Aristokrat der Gesinnung. Diese Eigen­schaft hängt mittelbar mit seiner glühenden Vater­landsliebe und mit der Liebe zur Scholle zusammen. Scholleoerbunden und bodenverwurzelt bezeichnet der Serbe alle außerhalb des südslawischen Kulturkreises stehenden Menschen alsPrecanin". Das heißt wört­lich übertragenDrübige", dievon drüben , bedeu­tet aber zuguterletzt alleUebrigen". DieseUebri- gen", also Nichtsüdslawen, hält der Urserbe für min­derwertige Menschen. Als Herrenmensch leistet sich je­doch der Serbe die großzügige Geste, in denUebri­gen von drüben" keine Minderwertigkeitskomplexe aufkommen zu lassen. Er behandelt also alle als gleichwertige und nach außen bin gleichberech­tigte Menschen; er toleriert die Wesensart, die Le­bensweise, die Kultur und bis zu einem gewissen Grade sogar die regionale Politik dieserLeute". Mö­gen auch böse Zungen behaupten, daß dieses Tole­rieren eigentlich nicht so sehr auf echtempfundene Toleranz, als vielmehr auf Indolenz zurückzufuh- ren sei. Der Endeffekt bleibt derselbe: Der, daß es Minderheiten-Fragen in Jugoslawien in der akuten Form wie zum Beispiel in der Tschecho­slowakei oder in anderen Südoststaaten gar nicht gibt. Wenn die Toleranz der Führer-Schicht das kulturelle Eigenleben derUebrigen" ungehemmt läßt und den einzelnen Minderheitengruppen im Rahmen des jugoslawischen Einheits-Staates sogar politische Rechte einräumt, dann kommen die Tole­rierten eben kaum auf die Idee, sich unterdrückt zu fühlen.

Selbstverständlich handelt es sich hier rein weit« tanschaulich gesehen um ein überaus geschickt ein­gefädeltes, planmäßig durchgeführtes Täuschungs­manöver. In Wirklichkeit denkt der Serbe nicht daran, die Uebrigen gleichzustellen; sie werden höch­stens aus Staatsraison gleichgeschaltet. Für die soge­nannteDemokratie" ist äußerlich bezeichnend, daß es bei den Straßenbahnen in Belgrad zwei Klas­sen gibt, Wer vorn im Triebwagen fahren will, zahlt um 50 v. H, mehr für eine einfache Fahrt als die Uebrigen" im hinteren Wagen. Diese an fid) belang­lose Kleinigkeit ist symptomatisch für die Aristo-Da- mokratie der Südslawen. Sie sagen: Wir Serben sind dos staatsschöpferische, staatslenkende und vor- wärtstreibende Element, alles was wir tun, tun wir für einen einheitlichen Staat, für eine einige Nation, für eine einheitliche Zukunft, für Groß-Serbien. Wir kämvfen für den groß-serbischen Volksstaat und i h r Uebrigen dürft mitkämpfen. Wir räumen euch das Recht ein, wenn auch nicht staatslenkend, so doch aktiv-staatsbejahend zu fein; tut ihr das, so sollt ihr im Rahmen dieser Einheitsidee gern eure Selbstbestimmung haben. Wir geben euch dieses Selbstbestimmungsrecht aus freien Stücken, wenn ihr auchnur" die Uebrigen feit), setzen aber voraus, daß ihr unsere Großzügigkeit weder falsch verstehen noch mißbrauchen, geschweige denn als Schwäche an­sehen werdet. 21 n f o n ft e n

Dieses eine Wortansonsten" wird jedoch vorweis- lich und klug nicht ausgesprochen, sondern nur an- gedeutet. Und so fühlen sich die Minderheiten in Kroatien, in Dalmatien, in der Wojwodina, die Slo­wenen, die Montenegriner und korzorativ alleUeb­rigen" frei und bejahen nicht unter Druck sondern in der Annahme, eine gerechte und gute Sache zu unterstützen, den Einheitsstaat, sowie seine Ober­schicht, die serbische Aristokratie mit ihrer tolerant­demokratischen Geste.

Das ist der Kernpunkt der serbischen Politik der letzten Jahre, und diese Politik kann am besten mit dem WortI u g o s l a w i s m u s" bezeichnet wer­den. Jugoslawismus ist ein natürlich unausge­sprochener Begriff für die Totalität eines fest zu verankernden Einheitsstaates, der sich abgesehen von manchen anderenZweiheiten" aus zwei politischen Weltanschauungsthesen (Serbien-Kroatien), zwei Psychologien (die Serben haben ihr Territo­rium befreit bzw. Jugoslawien zusammengeschmiedet), zwei Kulturen (südslawische und germanische) und zwei Kirchen (orthodox und katholisch) zusammen­gesetzt.

Die Serben vertreten den Standpunkt, daß der Zusammenbruch der Monarchie eine logische Folge des Frontdurchbruchs von Saloniki war, sie kämpfen konsequent um den Vorteil der Gesamtnation, sie hal­ten sich für die einzig berufenen Führer dieser Ge­samtnation und lehnen selbst orthodox nicht griechisch", sondern ausgesprochen serbisch­orthodox, die katholische Kirche als politisch- weltlichen Faktor strikt ab, um so mehr, als sie den Klerus mit dem Vatikan einer- und mit Mussolinis Italien andererseits glatt identifizieren. Die Kehr­seite dieser südslawischen Generallinie ist d i e kroa­tische Weltanschaung, die in dem Wunsch­traum einer kroatischen Autonomie im Rahmen des jugoslawischen Einheitsstaates kulminiert.

Hier klaffen Widerspräche und Gegensätze, die man nicht unterschätzen darf. Demgegenüber muß aber gesagt werden, daß die Realisierung des Wunsch- traumes im Augenblick selbst den fanatischsten kroati­

schen Politikern nicht aktuell erscheint und daß eine Loslösung vom Staate, bis auf unverbesserliche Auto­nomisten und Separatisten kein Mensch mehr denkt. Auch die Gegensätze und Widersprüche stehen heute nicht im Vordergrund des politischen Interesses. Das neue achtundzwanzigste Kabinett des Einheitsstaates wird sich genau wie seine Vorgänger zielbewußt be­mühen, die Gegensätze nicht zu verschärfen, die Wider­sprüche vorübergehend" auszuschalten und im Sinne des Jugoslawismus zu schalten und zu walten.

So wirbt der Jugoslawismus mit den rassisch ge­gebenen aristo-dernokratischen Gesten der Südslawen um eine große Einheit, die in Wirklichkeit keine ist, und nach außen hin trotzdem immer mehr und mehr erstarkt. In welchem Ausmaße die innere Erstarkung vorhanden, möglich und durchführbar ist, kann ein Außenstehender nicht gut beurteilen. Er stellt ledig­lich fest, daß der Jugoslawismus als eine Einrich­tung bezeichnet werden kann, die ohne wesensneu oder gar wegweisend zu sein gewisse Ähnlich­keiten sowohl mit dem Faschismus als auch mit dem Nationalsozialismus aufweist und in letzter Kon­sequenz naturgemäß auch eine ArtTotalstaat" er­strebt.

Aus alt

Abschluß der Reichsbahnstudienkonferenz.

Die Fünfte Studienkonferenz der Reichsbahn wurde in Königsberg zu Ende geführt. Die Konfe­renz hat eine unendliche Fülle von Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Eisenbahnpraktikern und Wissenschaftlern erbracht. In der letzten Sitzung sprach zunächst der Leiter des Deutschen Instituts für nationalsozialistische technische Arbeitsforschung und Schulung (Dinta), Dr. ing. e. h. Arnhold - Düsseldorf, überMensch und Arbeit". Der Staats­sekretär im Neichsverkehrsministerium, Koenigs, behandelte dann die verkehrspolitischen Grundlagen ür den Aufbauplan O st Preußens. Man ollte daran denken, den landwirtschaftlichen lieber» chuß über Königsberg und über die See den Rhein jinauf insRuhrgebietzu schaffen, wo sich ein aufnahmefähiger Markt finde. Wenn in Ostpreußen ein wirksamer Handel und eine Industrie aufge­baut würden, müsse Ostpreußen auch unmittelbar an die große Weltschiffahrt angeschlossen werden. Königsberg müsse außerdem zum Luftkreuzungs- punkt des Nordens und des Ostens werden. Als letzter Redner sprach der Präsident der Reichsbahn­direktion Köln, Remy, über die Aufgaben des großstädtischen Eisenbahnverkehrs im Dienste der Volkswirtschaft.

Schreckliche Bluttat.

In Saarlouis wurde das hochbetagte Ehe­paar Wilhelm Hotopp, Inhaber einer Möbelschrei­nerei, mitten in der Nacht durch mehrere Schüsse aus dem Schlafe geweckt. Der in der Mitte der 70er Jahre stehende Mann durch- uchte sämtliche Räume des Hauses und fand schließ- ich seinen Sohn Erwin im Vorzimmer eines.Schlafzimmers neben der Tür in feinem Blute auf dem Boden liegen. Er hatte einen Brustschuß und einen Schuß in den Kopf er­halten. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den früheren Schreinergesellen Hotopps, einen gewissen Eugen Junk aus Jettenbach in der Pfalz, der seit einem Jahr, seit er bei Hotopp ent­lassen worden war, die Familie unausge­setzt bedroht hatte. Die Polizei konnte Junk noch in der Nacht festnehmen. Er leugnete, konnte aber an Hand des erdrückenden Beweis­materials der Tat überführt werden.

Hitze und Vuschbrände in Südaustralien.

Durch ausgedehnte Buschbrände wurden un­weit von Adelaide drei Häuser zerstört. Buschwerk und Weideland vernichtet Feuers herbeigeeilt. In anderen Teilen Südaustra- liens wüten ebenfalls Brände, durch die viel Bufchwer und Weideland vernichtet wird. Seit acht Tagen leidet das Land unter einer Hitzewelle; in Adelaide wurde eine Temperatur von 38 Grad Celsius verzeichnet.

Große Goldfunde in Südafrika.

DieTimes" meldet aus Bloemfontain (Oranje- Freistaat): Goldfunde, die in der letzten Zeit gemacht worden sind, haben zu der Vermutung An­laß gegeben, daß sich in Transval und im Oranje- Freistaat eine Goldader befindet, die sich über einen Kreis von annähernd 50 Kilometer Durchmesser und 160 Kilometer Umfang erstreckt. Im Mittelpunkt des Kreises ist die Stadt Parys. Proben von Gold, die an 30 verschiedenen Stellen gefunden wurden, ergaben durchschnittlich sieben Penny Gewicht je Tonne.

Eisenbahnunglück bei Leningrad.

Wie aus Reval gemeldet wird, hat sich bei Lenin­grad ein schweres Eisenbahnunglück ereig­net. In der Nähe von Tschudowa entgleiste der Südostexpreß. Dabei wurden die Maschine und fünf Wagen völlig zertrümmert. lieber die Zahl der Toten und Verletzten liegt noch keine amtliche Meldung vor.

Die kochende Volksseele beim Boxkampf.

In Lille kam es im Anschluß an einen Boxkampf zu heftigen Zwischenfällen, weil das Publi­kum das Urteil der Ringrichter im Hauptkampf für parteiisch erklärte. Ein großer Teil der Anwesenden gab seinem Unwillen dcäurch Ausdruck, daß sie den Boxring mit sämtlichen greifbaren Gegenständen bombardierten. Andere Zuschauer versuchten den Ring in Brand zu stecken. Schließlich gelang es einem Polizeikommissar, sich Gehör zu verschaf­fen und das Publikum selbst abftimmen zu lassen. Mit über 200 gegen 43 Stimmen wurde der von

Die Entwicklungskurve für die nächstliegende Zu­kunft kann man nicht voraussehen. Ein vorläufiger Sieg" des Jugoslawismus ist faktisch vorhanden und seine weitere Erstarkung ist unbedingt zu erwarten.

lieber die Außenpolitik des Jugoslawismus bleibt nicht viel zu sagen. Neben der Bestrebung, mit allen Völkern, auch mit den mittelbaren Nachbarn friedlich zusammenzuarbeiten, neben einer ehrlich empfundenen, erfreulich verständnisvollen Sym­pathie für das neue Deutschland und dessen ftaats» aufbauende Zielstreckungen, neben der bewußten För­derung deutscher Kultur und konsequent durchgeführ­ten Verneinung der antideutschen Welt-Propaganda dürfte bei einer Ausschaltung der Kroatenfrage die grundsätzliche Ablehnung der Revisions­notwendigkeit faktisch der einzige Punkt sein, der ein sonst durchaus mögliches Zusammen­gehen des Jugoslawismus mit dem Nationalsozia­lismus seinerzeit erschweren wird. Sonst aber ver­dient Jugoslawien auf alle Fälle anders gesehen zu werden als die übrigen Staaten der Kleinen Entente. Anders gesehen und anders eingeschätzt! ...

?r Wett.

den Ringrichtern als Punktsieger erklärte Boxer zum Besiegten erklärt.

Wegen Erpressung zu Zuchthaus verurteilt

Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Vor dem Sondergericht Berlin wurde dieser Tage die Haupt­verhandlung gegen sieben jüngere Leute beendet, die vor einigen Wochen unter dem Vorwand politischer Motive gegenüber einem jüdischen Fabrikanten aus Chemnitz eine Erpressung versucht hatten. Der Fabrikant war dabei mißhandelt worden. Fer­ner hatten die Täter auf einen Polizeibeamten, der ie festnehmen wollte, geschossen. Von den Ange­klagten wurde einer zu 6 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, einer zu 6 Jahren, zwei zu je 5 Jahren 6 Monaten, ein weiterer zu 5 Jahren Zuchthaus und zwei zu je 3 Jahren Gefängnis ver­urteilt. Gegen sämtliche Angeklagten wurde der Haftbefehl aufrecht erhalten. Das Urteil des Son­dergerichts ist rechtskräftig.

Indianerüberfall in einem mexikanischen Dorf.

WieAssociated Preß" aus Mexiko-Stadt meldet, begannen etwa 200 Indianer während der feierlichen Amtseinführung des neuen Gemeinde­vorstehers in einem mexikanischen Dorf eine wilde Schießerei, bei der zehn Personen getötet wurden. Die Behörden vermuten, daß politische Gegner des neuernannten Gemeindevorstehers für den Ueberfall verantwortlich sind.

Lebenslängliches Zuchthaus für einen Vatermörder.

Nach dreitägiger Verhandlung vor dem Ulmer Schwurgericht gegen den 21jährigen Otto Straub aus Holzheim (Oberamt Göppingen), der im Sommer v. Js. feinen Vater erschla­gen und den Leichnam in grausamer Weise zer­stückelt hatte, stellte her Staatsanwalt den Antrag, auf Mord zu erkennen und die Todesstrafe auszu­sprechen. Der Vorsitzende verkündete folgendes Ur­teil: Der Angeklagte wird wegen eines Verbre­chens des Totschlages zu lebenslänglichem Zuchthaus und zur Aberkennung der bürger­lichen Ehrenrechte auf Lebensdauer verurteilt.

Sühne für die Ermordung eines SA.-Wannes.

In dem Tilsiter Prozeß wegen der Ermor­dung des 'SA.-Mannes Stiegel wurde nach zweitägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Der Angeklagte Grickschas wird wegen Verbrechens nach § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens vom 13. Oktober 1933 in zwei Fäl­len in Tateinheit mit Totschlag und versuchtem Tot­schlag zum Tode und 15 Jahren Zuchthaus ver­urteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden dem Angeklagten auf Lebenszeit aberkannt. Er trägt außerdem die Kosten des Verfahrens. Der zur Tat gebrauchte Dolch wird eingezogen. Der Oberstaats­anwalt hatte in beiden Fällen die Todesstrafe beantragt.

Feuerwehrauto überschlagt sich. 9 Schwerverletzte.

Ein folgenschweres Unglück ereignete sich auf der Chaussee PölitzFrauendorf in Pommern. Der mit neun freiwilligen Feuerwehrmännern besetzte neue Mannschaftswagen der Stolzenhagen-Kratz- wiecker Freiwilligen Feuerwehr erlitt eine Reifen­panne, wodurch sich der Wagen überschlug und vollkommen zertrümmert wurde. Sämtliche Insassen wurden unter den Trümmern begraben und mußten dem Frauendorfer Krankenhaus zugeführt werden, wo sie mit erheblichen, doch nicht lebensgefährlichen Verletzungen darniederliegen.

Verheerender Darenhausbrand in Alabama.

In einem großen Warenhause inmitten des Ge­schäftsviertels von Birmingham (Alabama) brach Feuer aus, das sich bald über das ganze Gebäude ausdehnte. Etwa 4000 Personen, die um diese Zeit sich in dem Warenhaus aufhielten, konnten recht­zeitig ins Freie gelangen, so daß niemand zu Schaden kam. Die Flammen ergriffen auch einen 500 Gallonen fassenden Schmieröltank, der ex­plodierte. Das Feuer sprang dann auf ein be­nachbartes Warenhaus über und bedrohte den ge­samten Gebäudeblock. Das in der Nähe liegende Theater wurde eiligst geräumt. Der durch das Großfeuer verursachte Sachschaden beträgt über eine Million Dollars.

Die Seeschlange ist nicht totzukriegen.

Wie Reuter aus Newyork meldet, will der Ka­pitän derMauretania", die von einer Kreuzfahrt nach den Antillen zurückgekehrt ist, in der Nähe der Bahama-Inseln ein Seeungeheuer gesichtet

haben. Er erklärte In Newyork, daß das Ungeheuev sicherlich" 20 Meter lang gewesen sei. Es habe vier Höcker gehabt, außerdem noch an« de re unförmliche Auswüchse, die nach Flossen aus» gesehen hätten.Ich habe es drei Minuten lang beobachtet", fügte er hinzu,und halte es sogar für möglich, daß es dieselbe Schlange war, die wir am 11. Februar in den gleichen Gewässern gesehen haben." DieMauretania" ist bekanntlich mit ihren 30 000 Tonnen einer der größten britischen Passaaierdarnpfer und besaß vor der Fertigstellung derBremen" dasBlaue 23amb des Ozeans,

Kunst und Wissenschaft.

Reichsverein für Sippenforschung und Wappenkunde."

In Berlin wurde derReichsverein für Sippenforschung und Wappenkunde e. V." unter Beteiligung der Vertreter führender sippenkundlicher Vereine gegründet. Der Reichs­minister des Innern, Dr. Frick, setzte als Vor­stand den Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern, Dr. Achim ©erde, ein. Der Führer des Vereins wird seine Vertreter bestimmen, sowie einen engeren und erweiterten Führerrat berufen. DerReichsverein für Sippen« forschung und Wappenkunde e. 23." bezweckt den Zusammenschluß aller deutschen Männer und Frauen rein arischer Abstammung, die Sippen- und Fami­lienforschung oder Wappenkunde betreiben, mit dem Ziele der Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses von Sippenforschern, der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten, der 253er« bung für das Verständnis sippenkundlicher Arbeiten und für den Gedanken der Arterhaltung und völki­schen Erneuerung. Die Satzungen des Reichsvereins sind vom Reichsminister des Innern genehmigt worden. Der Verein hat seinen Sitz in Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 26. Die Geschäftsstelle nimmt schriftliche Beitrittsanmeldungen entgegen.

Germanisches TNuseum in Nürnberg.

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (Direktor: Geh. Rat Dr. E. H. Zim­mermann) legte vor kurzem seinen 80. Jahres­bericht vor, der in einem einleitenden Rückblick vor allem der auch kulturell bedeutsamen Machtüber« nähme im Reich durch Adolf Hitler gedenkt. Der Tätigkeitsbericht verzeichnet als besonders bebeut« [am die große Deit-Stoß-Ausstellung im 400. To­desjahre des Meisters. Recht umfangreich ist der Katalog der Neuerwerbungen sowohl für die Kun st­und kulturgeschichtlichen Sammlungen wie auch für die Bibliothek, das Archiv und das Kupferstich- tabinett.

Eine Mehrheit gegen das neue schweizerische Ordnungsgeseh.

Bem, 11.März. (DNB.) Das Gesamtergebnis der Abstimmung über das neue Ordnungsgesetz in der Schweiz lag am Sonntag um 19 Uhr bereits vor. Für das Gesetz stimmten mit Ja 417 678, da­gegen mit Nein 468185 Sti mmb erech« big te. Bei den großen Kantonen Zürich, Bern, Basel und Genf war man von vornherein über den Ausfall des Ergebnisses nicht sicher. Daß aber auch diejenigen Kantone, die die Regie­rung st ützten, mit nur geringen Mehr­heiten für das Gesetz stimmten, hat allge­mein überrascht. Zu der Ablehnung hat nicht nur die Nein-Parole der Kommunisten und Sozialdemo­kraten sowie der verschiedenen Studentenbewegun­gen geführt, sondern auch die Verärgerung weiter Volkskreise über d i e Wirt­schaftskrise und die der Bauern über die ver­schärfte Durchführung des neuen Alkoholge« setzes. Zwischenfälle haben sich nirgends ereignet Als Vorsichtsmaßnahme hatten die Kantonregierun- gen von Bern, Bafel und Zürich jede öffentliche Kundgebung verboten. Ferner war in verschiedenen anderen Kantonen Jugendlichen aufreizende Agita­tionen untersagt. Bemerkenswert ist das Ergebnis des Kantons Tessin insofern, als sich kürzlich in Bellinzona, Lugano und Locarno Zusammenstöße mit den dort gebildeten faschistischen Grup­pen ereignet hatten. Im Kanton Tessin stimmten 18 088 mit Ja ab und 7438 nj.it Nein.

Die Stimmbeteiligung war allenthalben rege und betrug fast durchweg rund 74 v. H.

Wettervoraussage.

Das kräftige Tiefdruckgebiet mit seinem Kern über Südengland und dem Kanal treibt weiterhin milde Ozeanluft und Niederschlagsfelder östlich vor. Somit gestaltet sich das Wetter noch unfreundlich und regnerisch, im Anfang aber ziemlich mild. Die an der Rückseite abfließende kältere Luft dürfte aber späterhin Temperaturfall zur Folge haben und die Niederschläge mehr in Schauern auftreten lassen.

Aussichten für Dienstag: Unbeständig, wechselnd wolkig mit schauerartigen Niederschlägen, zwischendurch auch auftlarenb, noch ziemlich mild.

Lufttemperaturen am 11. März: mittags 8,7 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am 12. März: morgens 6,3 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum 5,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. März: abends 4,8 Grad; am 12. März: morgens 4,5 Grad Celsius. Niederschläge 3,4 mm. Sonnenschein­dauer Yi Stunde.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

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