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weis erbracht werde oder deren Ursprung nicht kenntlich gemacht werde.

Ein Mittäter Staviskys verhaftet.

Paris, 11. März. (DNB.) Der Boxer Niemen, dessen Paß, wie erinnerlich, bei der Leiche Staviskys in Chamonix gefunden wor­den war und der nach eigenen Angaben a l s Masseur Staviskys tätig war, wurde am Samstag verhaftet. Er wird der Mittäterschaft beschuldigt. Als die Polizei in seiner Wohnung er­schien, war er gerade beim Rasieren und zeigte sich nicht wenig überrascht über den unerwarteten Besuch leistete aber den Anordnungen der Polizei ohne Widerstand Folge. Bei der Haussuchung bei dem Boxer sollen einige wichtige Schriftstücke ge­funden worden sein.

Ein neuer Skandal.

Paris, 11. März. (DNB.)Matin" berichtet von Unregelmäßigkeiten im Haushalt des Kolonialmini st eriums. Das Blatt stellt fest, daß also nicht nur der Haushalt des Mutterlandes geplündert werde. Im Jahre 1932 sei z. B. für die Lagermanufaktur von Jndochina für 22,7 Millionen Francs Opium an­

gekauft worden. Als man dieses Opium ver­werten wollte, habe man bemerkt, daß es un­tauglich sei. Daraus habe sich ein Verlust von 22,7 Millionen Francs für den Haushalt der Ko­lonie ergeben. Ein Schadensersatzanspruch sei nicht geltend gemacht worden, da man nicht wußte, wer dafür verantwortlich zu machen sei.

Oie Sozialisten sagen der Regierung Ooumergue den Kampf an.

Paris, 12. März. (DNB.-Funkspruch.) Eine Entschließung des Nationalrats der Sozialistischen Partei fordert die Landesverbände auf, gegen die gegenwärtige Regierung, die durch denbewaff­neten A u f st a n d" ans Ruder gelangt sei, ent­schlossene Opposition zu betreiben. Die Sozialistische Partei fordere die Parlaments- und Wahlreform, die Auflösung der Kammer, sowie die Uebernahme der Regierunasgewalt. Der kommende Kampf mache ein enges Zusammengehen mit der Arbeiterklasse notwendig, wobei man sich jedoch nicht durch die Manöver der Kommunistischen Füh­rer beeinflussen lassen dürfe, sondern im Gegenteil versuchen müsse, sie durch besonderen Eifer zum Scheitern zu bringen.

Oer ersteAppell derOeutschenFroni des Gaargebietes.

Zweibrücken, 11. März. (DNB.) Die Deut­sche Front des Saargebietes hat ihren ersten großen Appell in Zweibrücken abgehalten. Schon in den Vormittagsstunden bewegten sich end­lose Reihen von Autos und marschierenden Grup­pen auf den Anmarschstraßen. Alle aus dem Saar­gebiet nach Zweibrücken fahrenden Züge waren schon am frühen Morgen überfüllt und lange vor Beginn der Versammlung mußte die große Fest­halle wegen Ueberfüllung geschlossen werden, ob­wohl nur Saarländer Zutritt hatten. Eine Parallelversammlung wurde eingelegt.

Der Landesleiter der Deutschen Front, Pirro, rief den Zuhörern noch einmal das große Erlebnis des 1. März in die Erinnerung und fuhr dann fort: Alle Saarländer sind sich dessen bewußt geworden, daß in ihrer Brust das gleiche deutsche Herz schlägt und daß in ihren Adern das gleiche deutsche Blut fließt. Nur die Unsinnigkeit des Diktates von Ver­sailles und die Unwahrheit gewisser westlicher Diplo­maten sind schuld daran, daß 14 Jahre nach Frie- densschluß deutsches Volk einen Kampf führen muß,

über dessen Ausgang bei niemanden Unklarheit be­steht. Es kommt für uns nur eine restlose Wieder­vereinigung mit unserem Mutterlands in Frage. Unser Wollen ist eindeutig und klar: Wir wollen kämpfen um unser Deutschtum, für unser Deutsch­land! Wir alle tragen gemeinsam in unserem Her­zen unser Deutschland. Unter dieser Parole schwören wir, daß wir nicht eher ruhen werden, bis der Sieg unser ist.

Gauleiter B u e r ck e l ging davon aus, daß sich kein Franzose jemals von seinem Lande abwenden würde, wenn etwa jetzt französisches Land unter deutscher Verwaltung stände. Die Saarfrage sei vor allem eine Arbeiterfrage. Es sei Unsinn, wenn gewisse Leute versuchten, in der Deutschen Front einen Gegensatz von Sozjalismus und Kapitalismus aufzuzeigen. Solche Fragen stünden an der Saar nicht zur Erörterung. Der Redner schloß mit der Ermahnung, alles wegzu- werfen, was Partei heiße und der Eidgenossenschaft die Treue zu halten, bis der ersehnte Tag der Ab­stimmung gekommen sei.

Der Tag des deutschen Jungarbeiters.

Reichsjugendführer Baldur von Gchirach spricht in Essen.

Essen, 11. März. (DNB.) Das rheinisch-west­fälische Industriegebiet stand am Sonntag im Zei­chen der HI., die im Kerngebiet deutschen indu­striellen Schaffens in einer gewaltigen Kundgebung den deutschen Jungarbeiter ehrte. Sinn­voll war in den Mittelpunkt dieser Jugendkund­gebung die Feierstunde auf dem Kokereiplatz der ZecheFriedrich Erne st ine" in Essen- Stoppenberg gestellt. Um 11 Uhr traf jubelnd be­grüßt Reichsjugendführer Baldur von Schi rach in Begleitung des Obergebietsführers West Hart­mann Lauterbacher am Essener Rathaus ein, wo ein feierlicher Empfang durch die Stadtverwal­tung stattfand. Dann fuhr der Reichsjugendführer dem weit draußen liegenden Kundgebungsplatz zu. Fahnen der HI. säumten den riesigen Platz. Der Führer des Oberbannes Essen meldete dem Reichs­jugendführer die Tausende und Abertausende der HI., des Deutschen Jungvolks, dem BdM. und der Schuljugend. Nach kurzen Begrüßungsworten durch den Obergebietsführer West sprach

Baldur von Schirach:

Meine Hitler-Jungen und BDM.-Mädels! Die Revolution ist auf politischem Gebiet zum Abschluß gelangt, aber auf geistig-seelischem Ge­biet wird sie fortgesetzt. Ihr seid die Fah­nenträger einer weltbewegenden Idee. Wir sind nicht bereit, da wir den Marxismus überwunden haben, nun vor der Reaktion zu kapitulieren, vor dem Rest Widerstrebender Halt zu machen. Wir ma­chen nicht Halt vor der Gruppe der katholischen Jugendorganisationen. Wir erklären feierlichst, daß konfessionelle Gruppen kein Sonderrecht besitzen. Während auf der einen Seite die konfessionelle Be­tätigung allen Mitgliedern freigestellt wird, lassen wir uns in der Frage der Jugenderziehung nicht hereinreden von denen, die von einer solchen Jugend­erziehung nichts verstehen.

Wir Nationalsozialisten haben immer betont, daß wir jeden nach seiner Fasson selig werden lassen, daß wir aber alle Kräfte bekämpfen werden, die der Einigung des deutschen Volkes entgegenstehen. Es ist nicht unsere Ausgabe, die Interessen der Kirche

zu vertreten. Wir vertreten die Interessen des Staates und der staatlichen Jugenderziehung. Wenn man aber sagt, wir seien keine Christen, dann lügt man.

Entschieden vertrat der Reichsjugendführer die sozialistische Grundhaltung der HI., der das Er­lebnis der nationalen Revolution eben ein soziali­stisches Erlebnis gewesen sei. Er schloß: Kämpft nieder die Barrikaden der Reaktion, kämpft nieder die Schranken konfessionellen Eigensinns und schöpft aus der revolutionären Arbeiterjugend Adolf Hitlers das sozialistisch-deutsche Volk!

Einweihung der Baldur-von-Gchirach-Gchule in Mehlem.

Godesberg, 12. März. (DNB.) In M e h - l e m am Rhein wurde durch den Führer des Ober­gebietes West der HI., Hartmann-Lauter­bacher, die Obergebietsführerschule der HI. ge­weiht. In seiner Ansprache führte der Obergebiets­führer aus, daß gerade der HI. in diesem Jahre große Aufgaben harrten. Sie könnten nur gelöst werden, wenn die Führer in einer Schule politi­scher Art für ihren Dienst weltanschaulich und charakterlich gefestigt würden. Nach der Ankunft Baldur v. Schirachs in Beglei­tung von Staatsrat Gauleiter G r o h e und Staats­rat B o e r g e r teilte Hartmann-Lauterbacher dem Reichsjugendführer den Vollzug der Weihe und die Benennung der Schule nach feinem Namen mit. Baldur v. Schirach, wies darauf hin, daß die HI. aus einer winzigen Gemeinschaft zu einer 6-Millio- nen-Bewegung geworden sei, die getragen werde von einem Ethos der Gemeinschaft, dem Ethos desW i r". In dieser Gemeinschaft sei dasI ch" ausgelöscht. Wir wollen, so schloß er, als Trä­ger einer neuen Weltanschauung die Geschicke unse­res Volkes auf Jahrhunderte, ja Jahrtausende for­men und gestalten.

Vayem feiert den Jahrestag

Oer Führer spricht beim Staatsakt in München.

München, 11.März. (DNB.) Trotz des rie­selnden Regens, der am Sonntag früh einsetzte, war die Landeshauptstadt in ihrem Flaggenschmuck in gehobener Stimmung. Um 8.45 Uhr kündete der Aufmarsch der SA. an der Luisenstraße die kom­menden eindrucksvollen Kundgebungen anläßlich des Staatsaktes in der Ausstellungshalle. Zwei Musikzüge, ein Ehrenzug der Leibstandarte, ins­gesamt 3000 Mann, zogen unter klingendem Spiel zum Braunen Haus. Hier wurden die 120 Ehrenzeichen der SA. abgeholt. Dann folgte in Sechser reihen unter flotten Marschklängen der Zug durch das Stadtinnere zur Aus­stellungshalle.

Oie Einholung des Reichsstatthalters lockte schon lange Zeit vorher eine größere Zahl Männer und Frauen an. Kurz nach 10 Uhr tra­fen die Mitglieder der Staatsregierung ein, die durch besondere Einholung dem Reichsstatthalter eine Ehrung bereiteten. Um 10.30 Uhr fuhren Reichsstatthalter und Regierung im offenen Wagen zum Schauplatz des Staatsaktes. In den Straßen hatten sich immer wieder große Menschenansamm­lungen gebildet, aus deren Reihen dem Reichs­statthalter lebhafte Heil-Grüße dargebracht wur­

den. Vor der Festhalle hatten eine Ehrenkompanie der Landespolizei und ein Ehrensturm der SA. Aufstellung genommen. Punkt 11 Uhr fuhr

der Reichskanzler

mit Stabschef Röhm vor der Ausstellungshalle vor, empfangen vom Reichsstatthalter und der Staatsregierung. Unter den Klängen des Baden­weiler Marsches betrat der Führer die Festhalle. Staatsminister Esser dankte dem Führer, daß er der Veranstaltung die Ehre seiner Anwesenheit ge­schenkt habe. Sein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer fand in der Riesenversammlung ein brau­sendes Echo. Es folgte die Ansprache des Minister­präsidenten Siebert. Wie Bayern militärisch in den letzten hundert Jahren treu dem Reiche diente, wie es den deutschen Süden 1871 hineinführte in oen Glanz des geeinten Reiches, wie es Geburts­und Heimatstätte für unseren Führer wurde, wie es am 9. März 1933 sein Treugelöbnis dem Führer entgegenthngen ließ, so gebe es sich bei dieser ü^ter des Jahrestages dieses denkwürdigen Aktes °uss neue dem Reich und dem Führer. Eine tau- sendiahrige eigene Geschichte ende ruhmvoll, indem sie sich hmemftechte in die neue Welt Deutschlands.

Neuregelung -er Gchuhhaff- bestimmungen in Preußen.

Berlin, 11. März. (DNB.) Amtlich. Minister­präsident Göring hat über die Verhängung von Schuhhaftmahnahmen folgendes angeordnet: Die bisher für die Anordnung der Schutzhaft aus politischen Gründen geltenden Zu- ständigkeitsvorschriften werden aufgehoben. In Zukunft dürfen Beschränkungen der per­sönlichen Freiheit nach Maßgabe des § 1 der Verordnung zum Schuhe von Volk und Staat vom 28.Februar 1933 nur von dem Gehei­men Staatspolizeiamt mit Wirkung für das ganze Staatsgebiet und von den Ober- und Regierungspräsidenten, dem Polizeiprä­sidenten in Berlin und den Staatspolizei­stellen für ihren örtlichen Amtsbereich angeord­net werden. Die bisherige Zuständigkeit der kreis- Polizeibehörden, namentlich der L a n d r ä t e, für solche Maßnahmen ist nicht mehr gegeben. Die bisher von ihnen verfügten Maßnahmen treten mit Ablauf des 31. März 1934 außer kraft, so­fern nicht ihre Verlängerung von den zuständigen Landespolizeibehörden bis dahin angeordnet ist.

Wird die Schutzhaft als provisorische Maßnahme wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung angeordnet, so ist unverzüglich die Entscheidung des Ge­richtes für die Verhängung der gerichtlichen Un­tersuchungshaft herbeizuführen und im Falle der Ablehnung eines richterlichen Haftbefehles auch die polizeiliche Maßnahme außer kraft zu sehen, sofern nicht ausnahmsweise ihre Aufrecht­erhaltung aus anderen Gründen begründet er­scheint.

Beschränkungen der persönlichen Freiheit, die von den Ober- und Regierungspräsidenten, dem Polizei­präsidenten in Berlin und den Staatspolizeistellen angeordnet werden, treten am achten Tage nach Ablauf des Tages, an dem die Schuh­haftanordnung vollstreckt worden ist, v o n selbst außer kraft, sofern nicht inzwischen auf ent­sprechenden Antrag hin die Fortdauer der Schuhhaft von dem Ministerpräsiden­ten ausdrücklich ungeordnet worden ist. In jedem Falle ist telegraphisch binnen 24 Stunden zu be­richten.

Verhaftungen, die nicht unter den Begriff Schuhhaft" fallen, dürfen nur von den hier­für gesetzlich bestimmten Behörden

erfolgen. 3n diesem Falle ist aber unter allen llmständ/n binnen 24 Stunden rich­terlicher Haftbefehl herbeizuführen. Wird ein solcher Haftbefehl vom zuständigen Richter ab- gelehnt oder ist derselbe binnen 24 Stunden nicht zu erlangen, so ist der Betreffende sofort zu entlassen oder, falls die Verhaftung aufrecht­erhalten werden soll, telegraphische Mitteilung binnen 24 Stunden an den Ministerpräsidenten ergehen zu lassen.

Die mißbräuchliche Anwendung der haft wird der Ministerpräsident in Zukunft u n - nachfichtlich ahnden. Dienststellen der Partei oder der Verbände dürfen Fest­nahmen von sich aus nicht tätigen. Bel Nichtbeachtung dieser Anordnung ist von der zu­ständigen Behörde sofort hiergegen ein- zuschreiten und dem Ministerpräsidenten um­gehend Meldung zu erstatten.

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Ministerpräsident Göring hat die Polizeibehörden angewiesen, ihm bis zum 2 0. März d. I. Li- st en überalleinHaftbesindlichen Per­sonen einzureichen, deren Freiheitsbeschränkung nicht auf richterlichen Haftbefehl, sondern auf poli­zeilicher Anordnung beruht. Die Listen haben sich nicht nur auf die Personalien der Häftlinge und den Grund ihrer Festnahme zu beschränken, sondern auch Vorschläge für die weitere Behandlung zu enthalten. Darüber hinaus hat Ministerpräsident Göring angeordnet, daß alle neben den Polizei- gefängnissen errichteten Gefängnisse, welche den Charakter von kleinen Konzentrations« lauern trugen, mit sofortiger Wirkung aufzu - lösen sind und künftig nicht mehr einge­richtet werden dürfen.

Auflösung des Konzentrationslagers Sonnenburg.

Leipzig, 10. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit der zunehmenden innerpolitischen Beruhigung wird zwangsläufig auch von der Anordnung der Schutzhaft weniger Gebrauch ge­macht. Der preußische Ministerpräsident hat daher nach der kürzlich erfolgten Auflösung des staatlichen Konzentrationslagers Brandenburg soeben auch die Auflösung des staatlichen Konzen­trationslagers Sonnenburg zum Ende des Monats angeordnet. Es befinden sich zur Zeit noch rund 2800 Sch u tz h ä f t l i n g e in Den staatlichen Konzentrationslagern Preußens.

Nach dem der Rede des Ministerpräsidenten fol­genden Deutschlandlied hielt

-er Führer

eine kurze Ansprache, in der er u. a. folgendes uus- führte:

Deutsche Volkgenossen und Volksgenossinnen! Der Zwang, heute abend noch in Berlin zu sein, macht es mir unmöglich, noch länger hier zu verweilen. Ich mochte aber nicht von ihnen gehen, ohne wenig­sten mit ein paar Worten das auszudrücken, was mich jetzt bewegt. Von hier aus ging einst der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung. Jahre­lang habe ich in dieser Stadt gepredigt, damals beschränkt auf diese Stadt, jahrelang habe ich zu­gleich aber auch versichert, daß diese Stadt sich keine größere Ehre erringen wird und er­ringen kann, als daß sie Ausgangspunkt dieser neuen Lehre ist und bleibt. Sie bleibt Ausgangspunkt dieser Lehre, indem sie die Leitung dieser neuen Bewegung für immer in ihren Mauern behält. Ich will aber nicht nur, daß diese Stadt, sondern daß dieses ganze Land für alle Zukunft mit ein Pfeiler fei des neuen Reiches.

Auch in diesem Lande ist in diesem Jahre ge­arbeitet worden entsprechend den Richtlinien, die ich der Bewegung in ganz Deutschland erteilte. Und es ist erfolgreich gearbeitet worden. Was geschaffen wurde, ist in wenigen Sätzen zusammen­zufassen. Nicht das ist das Wesentliche, daß d i e deutsche Wirtschaft wieder der Gesundung entgegengeführt wurde, daß in Deutschland über zweieinhalb Millionen Erwerbslose in den Produktionsprozeß zurückgekehrt sind, daß überall ein neuer Glaube eingezogen ist, sondern ent­scheidend ist, daß wir in diesem Jahr d i e Vor­aussetzung schufen für eine deutsche Wiedergeburt, die vielfach 100 ober 200 ober 300 Jahre sich auswirken wirb. (Stürmischer Beifall.)

Wenn wir nun nach einem Jahre zurückblicken, bann müssen wir bankerfüllt derer gedenken, die durch ihre Arbeit das ermöglicht haben. Ich muhte schon neulich sagen, daß ich nicht hier stünde, wenn ich nicht so viele Tau­sende, Zehnlausende und hunderttausende treue und brave, oft ganz kleine Anhänger ge­habt hätte, die namenlosen, unbekannten Treuen. Nirgends kann man ihrer mehr gedenken als in dieser Stadt, denn hier hat unsere Beroe- zung begonnen, damals klein und unbekannt, und doch fanden sich viele Hunderte. Tausende und Zehntausende, die sich diesem Erlösungs­werk der deutschen Nation verschrieben hatten. Es wird ein ewiger Ruhmestitel für diese Stadl sein, daß aus der Tiefe ihres Wesens und ihres Gemüts die tiefsten seelischen Vor­aussetzungen für die Erneuerung des deut­schen Volkes gekommen sind. Es ist nur natür­lich, daß wir in dieser Stunde all den freuen, tapferen, mutigen und opferbereiten Anhängern danken, all den zahllosen Verteidigern, die hier den Kampf mit aufgenommen haben, diesen zahlreichen SA.- und SS.-Männern, die Jahr für Jahr treu zu ihrer Fahne hielten, ganz gleich, ob sie flatterte oder ob wir sie einziehen muhten.

Ich möchte daher jetzt auch denen danken, die als Führer dieser treuesten Anhänger auch hier in München und damit in Bayern entschlossen und kühn das Steuer den früheren Männern aus der Hand nahmen und es endgültig der Bewegung gaben. Sie haben mitgeholfen, in Deutschland die nationalsozialistische Revolution zu vollenden, und sie haben mitgeholfen, die Stärke des neuen Re­giments im übrigen Deutschland zu festigen. Ich habe seinerzeit erklärt, baß ich, der Bayer, in meiner Eigenschaft als Reichskanzler dafür ein­

stehe, daß gerade dieses Bayern jederzeit zu den Treuesten der Getreuen gerechnet werden kann. (Stürmischer Beifall.) Ich bin glücklich und stolz, in Berlin jederzeit sagen zu können: Wenn Sie heute von deutscher Treue reden, so müssen Sie das ganze deutsche Volk meinen. Vom Süden bis zum Norden, vom Osten bis zum We­sten gibt es nur einen Glauben und nur ein Bekenntnis: Deutschland und immer wieder Deutschland! (Stürmischer Beifall.) So wol­len wir uns denn in dieser Stunde Derer erinnern, die in dieser Stadt und in diesem Lande einst für die Bewegung das erste Opfer gebracht haben, der braven Männer, die vor Der Feldherrn- Halle fielen, der braven SA.-Männer, die von Rotfront ermordet worden sind. Sie alle konnten nicht mehr erleben, was wir heute sehen. Aber indem sie es vorausahnten, find sie einst da­für gestorben. Sie sollen für uns Blutzeugen und Bekenntniszeugen fein, verpflichtend für uns alle. So bitte ich Sie denn: Lassen wir ge­nieinsam unser herrliches Deutsches Reich, unser liebes deutsches Vaterland leben, auf daß es der­einst unseren Nachfahren immer Das geben kann, was wir 15 Jahre vermissen mußten: Freiheit, Ehre und Damit Das tägliche Brot. Unser deutsches Volk und unser Deutsches Reich Sieg-Heil!

Eingliederung aller Heilberufe in die Deutsche Arbeitsfront.

Berlin, 10. März (DNB.) Die im Sach. Verständigenbeirat für Volksgesund­heit der NSDAP, zusammengeschlossenen Be­rufsverbände der Aerzte, Apotheker, Dentisten, Drogisten, Heilpraktiker, Tierärzte und der Berufe im ärztlichen und sozialen Dienst (Schwestern, Krankenpfleger, Hebammen usw.) haben auf ihrer letzten Arbeitstagung als geschlossene Gruppe unter Führung des Vertrauensmannes des Stell- Vertreters des Führers für alle Fragen der Volks­gesundheit, Dr. Wagner, ihren Beitritt zur Deutschen Arbeitsfront erklärt. Außerdem wird die Reichszentrale für Gesund­heitsführung beim Reichsministerium des Innern, der alle für die Gesundheitsführung wich­tigen Reichsaxbeitsgemeinfchaften angehören, der neuen Volksgefundheitsabteilung der Deutschen Arbeitsfront zur praktischen Arbeit angegliedert. Die bisher in der Arbeits­front vorhanden gewesenen Verbände obiger Be­rufsgruppen werden von der Arbeitsftont auf­gelöst. Ihre Mitglieder, ebenso wie die bisherigen Einzelmitglieder dieser Berufsgruppen werden Der Volksgesundheitsabteilung angegliedert. Die Ab­führung der Beiträge erfolgt zentral an die Arbeits­front.

Zita streckt Wühler aus.

Paris, 10. März. (DNB.) Exkaiserin Zita ist schon vor einiger Zeit in Paris einge­troffen und hat in einem kleinen Hotel des Boulevard Raspail Wohnung genommen. Erzher­zog Otto, der sie begleitet hatte, ist vor vier Tagen wieder nach Brüsfelzurückgekhrt. Die Exkaiserin empfing zahlreiche Besuche. Einem Berichterstatter desJntransigeant", der dm Boule­vard Raspail vorsprach, wurde erklärt, daß ihr Pariser Aufenthalt mit Den Gerüchten von einer Wiedereinsetzung der Habsburger nichts zu tun habe.

Oie britischen Flottenmanöver im Atlantik.

London, 12. März. (DNB.-Funkspruch.) 86 britische Kriegsschiffe mit 40 000 Mann Besatzung haben am Sonntag Gibraltar verlassen, um an den großen Flottenmanövern im Atlan­tischen Ozean teilzunehmen, die fünf Tage dauern werden.