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Aus aller Wett.

Riesenbrand in Ludwigshafen.

In Ludwigshafen brach in dem Gebäudekomplex -er Firma Hessenmüller und Wolpert, Prüfmaschi­nen und Apparatebau, ein Brand aus, der sich rasch zu einem Grohfeuer entwickelte. Das verhee­rende Element griff mit ungeheurer Schnelligkeit um sich. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand auf einer Länge von vier Kilometer mit 20 Schlauch­leitungen, muhte sich aber im Wesentlichen darauf beschränken, ein Uebergreifen der Flammen auf die angrenzenden Gebäude zu vermeiden. Der ge­samte Gebäudekomplex ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Brandschaden geht in die Hunderttausende.

Grohfeuer in einer Möbelfabrik.

In den Dorstener Fabrikräumen der Möbeltisch­lerei E l s e b u s ch, Essen-Borbeck, entstand auf un­geklärte Weise ein Brand, der in den reichen Holzvorräten und den halbfertigen Erzeugnissen reiche Nahrung fand und sich im Nu zu einem Großfeuer entwickelte. Mit Rücksicht auf die Gefähr­dung des unmittelbar an die Tischlerei angrenzenden Gasometers wurden mehrere Wehren alarmiert. Gegen das rasende Eelement war aber nicht viel auszurichten. In zwei Stunden war das große Gebäude mit rund 200 fertigen Kücheneinrichtungen ausgebrannt. Die an den Gasometer angrenzenden Gebäudeteile konnten vor einem Uebergreifen des Brandes bewahrt werden. Der beträchtliche Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt.

Verhängnisvolles Kinderspiel mit Streichhölzern.

Die Nachforschungen nach den Ursachen des gro­ßen Brandunglücks, von dem, wie gemeldet, das Dorf Craja bei Nordhausen heimgesucht wurde, haben ergeben, daß ein fünfjähriger Knabe m der Scheune seines Vaters, in der das Feuer entstand, mit Streichhölzern gespielt und dabei das Feuer verursacht hat.

Am 90. Geburtstag tot aufgefunden.

Der pensionierte Kesselschmied Nikolaus Burk- Holzer aus Nieder-Auerbach (Pfalz) hatte dieser Tage seinen 9 0. Geburtstag begehen sollen. Er war einer der letzten Veteranen aus den Kriegen 1866 und 1870, der im 13. Infanterie- Regiment zu Ingolstadt gedient hatte und in der Schlacht bei Orleans verwundet worden war. Schon am Vortage seines Geburtstages wurde der Greis vermißt. Er hatte sich zu seinem gewohnten Spazier­gang in das Auerbachtal begeben Man fand dann den alten Mann tot in dem seichten Wasser eines Baches liegen, zur gleichen Zeit, als der Reichs­sender Frankfurt dem Neunzigjährigen Glück- und Segenswünsche entbot. Wie sich der Unfall abgespielt hat, ist unbekannt. Von den zwölf Kindern Burk- Holzers leben noch sieben.

Chinesen-Aufsland in der Mandschurei. Blutige Zusammenstöße mit japanischen Truppen.

Die ZeitungSinwanpao" in Schanghai meldet auf Grund eigener Informationen, daß sich in der Mandschurei, besonders in der Gegend von Mukden, eine große Gruppe chinesischer Aufständi- scher angesammelt habe, die etwa 70 000 bis 75 000 Mann zähle. Die Aufständischen hätten an der Strecke ChalunMukden die japanischen und mandschurischen Wachtposten gefangen und ge­tötet. Nach weiteren Mitteilungen des Blattes sollen die Aufständischen Lastkraftwagen mit japa­nischen und mandschurischen Soldaten ü b e r f a l - len und die Besatzung getötet haben. Dabei seien ihnen große Vorräte an Waffen und Munition, darunter auch einige Maschinengewehre, in die Hände gefallen. Ein Teil der Japaner sei von den Banditen entführt worden, und ihr Schicksal

sei noch unbekannt. Bei Luche hätten die Aufstän­dischen die Eisenbahnstrecke aufgerissen. Bei Chun- tuljansi sei ein dreitägiger Kampf zwischen den Banditen und japanisch-mandschurischen Truppen entbrannt, in dem es zahlreiche Tote und Verwundete gegeben habe. Der japanische Ober­befehlshaber General N i s s i o n habe für den Kampf gegen die Aufständischen strenge Anweisun­gen erteilt.

Ministerpräsident Lolis nach einer Notlandung im Golf von Panama aufgefunden.

Ministerpräsident Galilo S o l i s von Panama, der, wie gemeldet, seit Sonntagvormittag vermißt wurde, ist von einem amerikanischen Heeresflug- zeug auf der Insel Rey im Golf von Panama g e - fanden worden. Das Flugzeug, in dem er ge­meinsam mit zwei Deputierten die von dichtem Dschungel bedeckte Provinz Darien an der Küste des Stillen Ozeans hatte besuchen wollen, war zu einer Notlandung gezwungen worden und dabei auf den Wipfel eines Baumes geraten. Abgesehen von Abschürfungen und Quetschungen haben die Insassen keinen Schaden erlitten.

Amerikanerin

von einem Menschenräuber entführt.

Die Gattin des Vizepräsidenten eines industriellen Unternehmens in Louisville (Kentucky) wurde von einem mit einem Revolver bewaffneten Menfchen-

* Wetzlar, 7. Okt. Aus Anlaß der vor zehn I Jahren erfolgten Enthüllung des Ehrenmales für seine Gefallenen, hielt der Verband ehem. 8. (Rhei­nischer) Jäger, 8. (Rhein.) Iäger-Batl., 8. Res. und 19. Res.-Batl., MG.-A. 10, Radfahr-Komp. 30 und 75, der in etwa 66 Ortsgruppen rund 1600 ehem. Jäger in allen Gauen des Reiches, besonders im Rheinlckkld umfaßt, eine Wiedersehensfeier ab. Dazu hatten sich mehrere hundert alte Kameraden in der alten Garnisonstadt Wetzlar (nachdem die letzte Garnison Schlettstadt sElsaßs vom Reiche abgetrennt worden ist), eingefunden. Die SA.-Standarte Jä­ger 33 hatte einen Ehrensturm entsandt. Oberst a. D. K l e i n h a n s (Gießen) entbot den Kameraden den Willkommensgruß der alten Garnisonstadt, die auch das Gefallenen-Ehrenmal des Bataillons in Obhut hat. Der Verbandsführer, Major v. I e ck l i n (Ber­lin) weihte im Gedenken an die unter dem Zeichen der 8 Gefallenen 11 neue Fahnen, die an den Mut und den Geist der Tapferen der grünen Farbe erin­nern sollen. Seine Rede klang aus in der Auffor­derung, das Band der im Kriege gefestigten Kame­radschaft fester zu schlingen, in hingebender Treue zum Führer des deutschen Volkes und Reiches Adolf Hitler. Die Grüße der Traditionskompanie über­brachte Hauptmann Eberling vom Jäger-Ba­taillon aus Goslar. Der älteste anwesende 8. Jäger, der in den 80er Jahren stehende Hegemeister a. D.

Karl Kraus aus Frankfurt a. M. erzählte in lau- 1 Niger Weise von der Verlegung der Garnison von I Wetzlar nach Zabern. Der Vertreter der Kölner '.Gruppe sprach Hauptmann Eberling den Dank der alten Jäger aus. Der Sonntag brachte die

Führer agunq des Lerbanies,

bei der eingangs Verbandsführer Major d. Ieck - l i n des bisherigen verdienten Verbandsführers Dr. S t ü m g e s (Köln) gedachte, der vom Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, zum Führer der Gruppe Chemie berufen wurde. Für seine während der 7 Jahre seines Amtes geleitete Arbeit für den Verband wurde ihm Dank und Anerkennung aus­gesprochen. Zur besseren Organisation des Verban-

räuber entführt. Der Verbrecher hatte zuvor das Dienstmädchen gefesselt und geknebelt und dann aus die Frau eingeschlagen, so daß sie blutete. Die kleine Tochter des Ehepaares war Zeugin der Un­tat. Im Hause wurde ein E r p r e s s u n g s b r i e f gefunden, den der Täter zurückgelassen hatte. Die Polizei hat aber die Veröffentlichung des Inhaltes nicht freigegeben.

Neuschnee in den Jnntaler Bergen.

Der erhebliche Temperatursturz dieser Tage hat für die höchsten Erhebungen des Jnntals bereits den er st en Schnee gebracht. So herrschte besonders auf dem Wendelstein ein heftiges Schnee­treiben. Auch auf den beiden Tratten liegt bereits in mehrfachen Schichten Neuschnee. Aus Bad Reichenhall und Berchtesgaden wird gemeldet, daß dort Reitersalpe und Untersberg ein weißes Gipfel- kleid tragen, während die Berchtesgadener Berge bis fast zur Hälfte verschneit sind.

Französische Soldaten rauben 900 000 Franken.

Zwei französische Soldaten des 21. Fliegerregi­ments haben aus der Regimentska je in Essey-le-Nancy 900 000 Franken (etwa 150 000 Reichsmark) geraubt. Sie fuhren nachts im Kraft­wagen vor der Kaffe vor und fielen u b e r d e n Unteroffizier und Soldaten her, denen die Ueberwachung der Kasse oblag.

des wurden 8 Landesgruppen geschaffen. Der nächste Rheinische Jägertag soll im August 1935 in Neun­kirchen abgehalten werden. Der Führer verband damit einen Gruß an die Jägerkameraden an der Saar.

Auf Vorschlag des stellvertretenden Landesver- bandssührers, Direktor Eugen Weber (Köln) wurde Major v. I e ck l i n durch begeisterten Zu­ruf erneut zum Verbandsführer gewählt. Als Ver­bindungsmann für das Rheinland wurde Abtei­lungschef K ü n d a h l (Köln) als weiterer Stell­vertreter des Verbandsführers ernannt. Der beste Schütze von 1933 S ch u st e r (Altenkirchen), ferner Gans (Altenkirchen) und Wagner (Kassel) er­hielten die silberne, eine Anzahl weiterer Kamera­den die bronzene Schießnadel.

Der Führer des Vereins ehem. Offiziere des Rhein. Iäger-Batl., Oberstleutnant Lucke hielt so­gleich die Jahresversammlung des Vereins ab, deren einziger Punkt die Einordnung des Ver­eins in den Verband mit großem Beifall aus­genommen wurde.

Am Domplatz stellten sich die Rhein. Jäger zum Marsch durch die Straßen der Stadt auf. Am Gefallenendenkmal der Bataillone fand eine

Weihestunde

statt, bei der Pfarrer G ü t t g e s (Wetzlar) die An­dachtsworte sprach. Forstmeister Hauptmann a. D. Bender (Bad Homburg) hielt die Gedächtnisrede, in der er zunächst des Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten v. Hindenburg und ferner der zwei Millionen Toten des Weltkrieges, besonders aber der Gefallenen des Bataillons und seiner Toch­terformationen gedachte. Ein freundliches Gedenken widmete der Redner auch Elsaß-Lothringen, beson­ders den Städten Zabern und Schlettstadt, den früheren Garnisonstädten, in denen die Jäger freundliche Aufnahme fanden. In gleicher Weise gedachte der Redner des Saargebietes, das dem Ba­taillon zahlreiche Söhne zugeführt hatte.

Der Verbandsführer, Major v. Jecklin, legte

für den Verband und zur Erinnerung an die 21 Toten des letzten Jahres, Förster Gans (Alten, kirchen) namens der Gründerortsgruppe Altenkir­chen für die 2337 gefallenen Kameraden, Haup^ mann Eberling für die Traditionskompanie und Standartenführer Süß (Wetzlar) für die SA.. Standarte Jäger 33 je einen Kranz am Denkmal nieder. Nach dem Deutschland- und dem Horst-Wes. sel-Lied spielte der SA.-Musikzug das Saarlied. Ein gemeinsames Schießen beschloß die von echter Jäger-Kameradschaft getragene Wiedersehens, feier.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Pilzsuchers Klage über schlechte Erfahrungen auf dem Flugplahgelände.

Den AufsatzPilze" von Herrn Pfarrer Ai sch in der Samstag-Ausgabe Ihres Blattes habe ich mit großem Interesse gelesen. Auch ich bin der Mei. nung, daß von uns noch viel zu wenig die Gaben gewürdigt werden, die uns die Natur im freien Haushalt bietet. Neben dem Vorurteil derGiftig, feit fast aller Pilze" gilt es auch beim Durchschnitts­menschen als Zeichen derArmut", sich durch Sam- meln der Pilze einen besonderen Genuß oder eine Neben-Einnahme zu verschaffen. Es läge im Inter, esse der Gesamtheit, wenn hierin endlich einmal Wandel geschaffen würde. |

Daß aber auch behördlicherseits das Sammeln von Pilzen erschwert wird, möchte ich mit einem kleinen Erlebnis von dieser Woche berichten. Mir haben es besonders die Champions angetan, die ich zweifelsfrei kenne und von denen ich weiß, daß sie häufig in der Nähe des Gießener Flughafens, also nicht allzuweit von unserer Wohnung, zu finden sind. Deshalb benutzte ich meinen jetzigen Urlaub, um einmal dort Nachschau zu halten, und das Vor­handensein einiger schon überreifer Exemplare unse- res Edelpilzes bewies, daß ein Suchen sich lohnen müsse. Zwar ist das Fluggelände mit Verbotstafeln umstellt, doch dachte ich mir in meiner Unschuld, daß man für den guten Zweck ausnahmsweise zehn Meter in die Heidelandschaft hineinlaufen dürfe. Ich hatte aber nicht mit dem Auge des Gesetzes gerech­net, das bekanntlich überall wacht. Kaum hatte ich ' mit meiner Frau einige Hände voll der köstlichen Pilze, die sonst doch umgekommen wären, gesammelt, als aus der Nähe der Flugzeughalle ein schriller Pfiff ertönte und ein uniformierter Beamter uns durch Gesten bedeutete eine andere Verständigung war bei der Entfernung nicht möglich, daß wir das Gelände sofort zu verlassen hätten. Es war im­merhin noch eine höfliche Form der Warnung, denn der Beamte hätte uns ja ebensogut ein Strafman­dat verschaffen können.

In der heutigen Notzeit dürften jedoch auch Aus­nahmen zuzulassen sein, zumal ich schon von mir aus jeder Strafmöglichkeit aus dem Wege gehe. Auf dem Gelände des Flughafens ist mit dem besten Willen kein Flurschaden anzurichten, zudem warer die Hallen geschlossen und weit und breit kein Fluz< zeug und keine Menschenseele zu sehen. Lieber IW man die Gaben der Natur umkommen, als daß man nur einen Finger breit von einer Verordnung ab« weicht. K. G. Sch.

Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Longe Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche UniversitätsBuch- und Steindruckerei

R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

8. (Rheinischer) Zägertag in Wehlar.

Todesanzeige.

Frau Amalie Wetzell, geb. Jaster

nach langem Leiden im Alter von 78 Jahren.

Im Namen sämtlicher Hinterbliebenen :

Prof. Dr. Karl Wetzell

Laubach, den 10 Oktober 1934.

Man bittet von Beieidsbesuchen abzusehen.

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