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Bekanntmachung des Kreisbeauftragten des Reichs- sportsührers.

Der Kreisbeauftragte des Reichssportführers für den Kreis Gießen gibt bekannt:

Ich weife nochmals darauf hin, daß die Anträge betr. Fahrpreisermäßigung mit Gebühren an den Eaubeauftragten des Reichssportführers für den Gau XII Hessen Herrn Meister in Kassel, St. Martinsplatz 2, zu richten sind.

Zu sprechen bin ich jeden Freitag von 17 bis 18 Uhr auf dem Bureau, Mühlstraße 18.

Gez.: Mohr.

Volksturnmannschaftskampf in Lollar.

Bon diesen zehn Punkten mußten wenigstens neun für die Prüfung erfüllt werden. Es bestanden, wie auch vorauszusehen war, sämtliche Jungenschafts- führer im Stamm. Sie sollen im Monat Gilbhart unter der Jungbannfahne die Führerabzeichen er­halten.

Der ereignisreiche Tag schloß mit einem Gelände­spiel. Freudig kehrten dann die Jungens in die Stadt zurück.

Handball der Gp.-Dg. 1900.

1900 I TV. Lützellinden I 10:4 (6:2).

Zu einem Probegalopp vor den Verbandsspielen hatten die 1900er die erste Mannschaft des TV. Lützellinden verpflichtet. Die Gäste, die dem Gie­

ßener Publikum noch vom letzten Hallenturnier in der Volkshalle in bester Erinnerung sein dürften, gaben einen achtbaren Gegner ab. Die Spielvereini­gungsleute gewannen nicht so leicht, wie das Er­gebnis vermuten läßt. Die Turnermannschaft war technisch gut auf der Höhe und spielte schön zu. Meist wurde das kurze Abspiel gepflegt, während die Einheimischen weit raumgreifender mitunter sogar etwas übertrieben spielten. Die größere Durchschlagskraft war jedoch bei den 1900ern festzu­stellen, und das gab den Ausschlag. Im übrigen war auch gegen die Bomben eines Krüger er brachte allein sieben Tore auf sein Konto kein Kraut gewachsen. Zu loben ist der Kampfgeist, den die Gäste bis zum Schluß behielten. Bei 1900 tat -auch jeder seine Schuldigkeit, allerdings konnte der für Betz, Hoffmann, Cremers und Schott eingestellte Ersatz nicht immer genügen.

Nachzutragen ist noch, daß die 1900er am Sonntag vorher die als spielstark bekannte Mannschaft des TV. Alsfeld ebenfalls 10:4 abzufertigen vermochten.

Heuchelheim Kinzenbach Lollar.

Aus der zweiten Austragung dieses Kampfes am vergangenen Sonntag in Lollar ging die Mann­schaft des Turnverein Lollar wieder als Sieger hervor. Zweiter wurde diesmal die verstärkt an­tretende Mannschaft des Turnverein Heuchelheim, während Kinzenbach mit knapper Differenz auf den dritten Platz verwiesen wurde.

Wettkämpfe

im Jungvolk des Stammes Welfen.

Am vergangenen Staatsjugendtag wurden bei den Gießener Welfen im Rahmen der einzelnen Fähnlein Sportwettkämpfe und die Jungenschafts­führerprüfungen durchgeführt. Schon am Samstag­früh zogen die Fähnlein hinaus auf die Sportplätze. Während das Gotenfähnlein und das Fähnlein 9lor= mannen auf dem Mtv.-Platz kämpften, befanden sich die Amelungen auf dem Heuchelheimer und die Ale­mannen auf dem Wißmarer Sportplatz.

Nach Anordnung der Reichsjugendführung wur­den die Wettkämpfe als Mannschaftsmehrkämpfe Lurchgeführt. Jede Jungenschaft stellte eine Mann­schaft von neun Jungens und den Jungenschafts­führer. Der Kampf bestand aus 75 - Meter - Lauf. Weitsprung und Ballweitwurf. Es wurden ganz beachtliche Leistungen erzielt. Im Weitsprung wur­den fast 5 Meter, im Ballweitwurf 70 Meter und beim Laufen 11,2 Sekunden erreicht. Die besten Mannschaften erhielten weit über 2400 Punkte.

An einem Sporttage des Jungbannes werden dann die besten Jungenschaften mit denen anderer Fähnlein aus den übrigen Stämmen um die beste Leistung kämpfen. Die Sieger werden danach zu einem großen Sporttage des Gebiets geschickt, der am 14. Oktober ststtfinden soll. Sie wird dort mit den Mannschaften der anderen Jungbanne um den ersten Platz wetteifern.

An den Kämpfen schlossen sich bei allen Fähnlein die Jungenschaftsführerprüfungen an. Die Jungen­schaftsführer zeigten hier, daß sie einerseits durch ihre körperliche Leistungsfähigkeit und andererseits durch ihr praktisches Können, vollauf der Anforde­rung, eine Jungenschaft zu führen, genügen. Die Prüfung umfaßte im Ganzen zehn Punkte. Der sportliche Teil bestand aus 100-Meter-Lauf, Ball­weitwurf und Weitsprung. Es wurde hier bestimmte Mindestleistungen verlangt, die aber um Vieles übertroffen wurden. Die Jungenschaftsführer zeig­ten weiter wie ein Aff sauber und richtig gepackt, wie der Kolter gerollt und das Kochgeschirr aufge­schnallt sein muß. Ferner mußten sie zehn Jungens­lieder kennen und über die Organisation der HI. Bescheid wissen. Die Kenntnis der sieben Schwert­worte des Jungvolkes war einer der wichtigsten Punkte. Außerdem mußten sie die Teilnahme an einem Zeltlager und drei anderthalb Tagesfahrten nachweisen können. Die Prüfung im Schwimmen werde zu einem anderen Zeitpunkt erledigt.

Kußball im Bezirk Lahn-Dill.

Spielergebnisse aus den Kreisklaffen im Bezirk Lahn-Dill.

Leihgestern Grünberg 4:3. Großen-Buseck Lollar 3:2. Lich 1900 II 2:2.

Heuchelheim Krofdorf-Gleiberg 3:2. Garbenteich Allendorf 9:2.

Steinbach Lollar II 3:1. 1900 III Treis 1:1.

Londorf VfB.-Reichsbahn III 1:4. Grünbera II Wißmar 4:1.

Wieseck II Lich II; Lich nicht angetreten. Wieseck III Alten-Buseck 2:3.

Vetzberg Heuchelheim II; Heuchelheim nicht angetreten.

Steinberg II Leihgestern II 2:1.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 I Sinn I 3:0 (1:0).

Die Gäste präsentierten sich in körperlich ausge­zeichneter Verfassung, es waren lauter Athleten­gestalten. Die schwachen Gießener Stürmer hatten deshalb ihre Mühe, zu Erfolgen zu kommen. Die Einheimischen hatten aber in technischer Beziehung ein großes Plus. Die Gießener haben durch die Wiedereinstellung von Zeiler in der- Verteidigung gewonnen. Sein wuchtiges und schnelles Spiel ist doch immer noch unübertroffen. Lipperts Leistung war ansprechend. Die besten Gießener Spieler waren der unermüdliche Mittelläufer Heilmann und der vorzügliche Halblinke Stürmer Hammer (4/15). Sinn beschränkte sich gleich auf Abwehr und hatte , damit alle Hände voll zu tun. 1900 gewann allmählich im Feldspiel die Oberhand, so daß sich gegen Ende der ersten Halbzeit die Geschehnisse fast nur noch in der ©inner Hälfte abspielten mit auf­regenden Kampfszenen im ©inner Straf- und Tor­raum. Die Hiesigen waren aber von allen guten Geistern verlassen und ließen selbst die leichtesten Torchancen aus. Nur Hammer erzielte nach tadel­loser Vorlage von Koch durch prächtigen flachen 16-Meter-Schuß die Führung und damit auch den Halbzeitstand.

Auch nach der Pause liegt 1900 unvermindert im Angriff. Heilmann war überall und warf seine Elf durch gute Vorlagen immer wieder nach vorne. Torgelegenheiten boten sich in Masse, aber die Gie­ßener Stürmer stellten das Publikum auf eine harte Probe, bevor der Sieg endgültig auf die Seite der Platzbesitzer fällt. Ein Prachtschuß von Wilhelmi reißt den ©inner Tormann mit ins Netz. Die Vor­arbeit zu diesem Treffer hatte der Linksaußen Dörr geleistet. Den letzten Treffer markierte wieder Ham­mer. Eine hohe Hereingabe von rechts nahm er

aus der Luft. Sein schöner Schuß kam sehr über­raschend. Damit war das Spiel entschieden. Zum Schluß ließen die Gießener dem Gegner etwas mehr Freiheit, und nun unternahm Sinn einige ganz schöne Angriffe, denen aber der krönende Erfolg versagt blieb. Ein schußfreudiger Gießener Sturm hätte den Gästen eine katastrophale Niederlage be­reiten können.

Lich I 1900 II 2:2 (1:1).

Mit diesem günstigen Ergebnis hatte man nicht gerechnet. Die Blauweißen konnten nur zehn Spieler ins Gefecht schicken. Das Ergebnis auf dem gefürch­teten Licher Platz ist deshalb sehr ehrenvoll. Lich ging durch Elfmeter in Führung, 1900 glich durch Strafstoß aus. Karl Schneider setzte durch Bomben­schuß unhaltbar ins Netz. Mit 1:1 wechselte man die Seiten. Nach der Pause ging zunächst 1900 in Füh­rung. Jäger lenkte eine Flanke von rechts glatt ein. Nur durch einen taktischen Fehler kam der Gastgeber in den letzten Minuten aus einem großen Gewühl vor dem Gießener Tor noch zum Ausgleich, da die Blauweißen zu weit aufgerückt waren.

1900 III Treis (Lda.) I 1:1 (0:0).

Das Spiel war recht ansprechend und ausgeglichen. Nicht zufrieden war man beiderseits mit dem Spiel­leiter. Treis ging in Führung. Der Gießener Aus­gleich fiel erst in den letzten Minuten. Kraft lenkte eine Flanke von rechts durch Kopfball unhaltbar ein.

Fußballklub 1926 Großen-Buseck.

$(£. Sportverein Lollar 3:2 (3:0).

In dem ersten Verbandsspiel, das der FC. Gro­ßen-Buseck gegen die spielstarke Lollarer Elf auszu­tragen hatte, sicherte er sich gleich zwei wertvolle Punkte. In dem von Anfang an sehr schnellen Spiel arbeiteten die Hiesigen in der ersten Halbzeit eine Feldüberlegenheit heraus, die in der 20. Minute durch ein Tor gekrönt wurde, dem bis zum Wechsel in gleichen Abständen noch zwei Tore folgten, ohne daß die Gäste einen Gegentreffer erzielten. Nach dem Seitenwechsel legte Lollar mächtig los und kam seinerseits zum ersten Erfolg. Dann wurde durch ein Selbsttor das Ergebnis mit 3:2 gestellt und bis zum Schlußpfiff gehalten. Vor dem Spiel der ersten Mannschaft hatte die 1. Jugend die gleiche von 1900 Gießen zu Gast. Die spielerfahrenen Gäste gewannen das Spiel sicher mit 8:0 Toren.

Fußballabteikung des Tv. Kinzenbach.

Kinzenbach Krofdorf-Gleiberg II 14 : 2 (6 :2).

Jrn ersten Verbandsspiel standen sich beide Mann­schaften am Sonntag in Kinzenbach gegenüber. Die einheimische Mannschaft errang einen überlegenen Sieg und brachte somit die ersten zwei Punkte auf

ihr Konto. Von den Gästen hatte man andere Lei­stungen erwartet. Schon in der ersten Hälfte lag die Platzmannschaft fast stets im Angriff und kam auch zu Torerfolgen. Der Gast kam zu seinen zwei Toren gleichfalls in der ersten Hälfte. Nach dem Wechsel mußten zwei Gästespieler den Platz Der» lassen. Die Mannschaft verlor dann noch zwei Spieler und bis zum Schluß mit dem zweistelligen Ergebnis. Die Platzmannschaft spielte recht gut und hatte bei der geschwächten Mannschaft des Gegners nach der Pause leichtes Spiel.

Feldberg-Rennen im Taunus.

Neue Rekorde in allen Klassen.

Das Felberg-Rennen, das, wir berichteten bereits kurz darüber, am Sonntag nach siebenjähriger Pause zum ersten Male wieder ausgefahren wurde, war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Das schöne spät- sommerliche Wetter hate Tausende in den Taunus gelockt, die mit Spannung die hervorragenden Lei­stungen der Fahrer verfolgten. Die Besetzung des Rennens war sehr gut. Besonders bei den Lizenz- Motorradfahrern war die erste deutsche Klasse ver­treten. Bei den Wagen fehlten eigentlich nur die großen Fahrer von Mercedes-Benz und Auto- Union.

Leider ging das Rennen nicht ohne einen Un­glücksfall zu Ende. Der Beifahrer Hans W i tz e l, der mit dem Fuldaer Kahrmann fuhr, beugte sich in einer Kurve zu weit aus dem Beiwagen und stieß dabei gegen einen Baumstumpf. Witzel erlitt dabei so schwere' Verletzungen, daß er auf der Stelle tot war.

Die beste Zeit des Tages fuhr der Breslauer BMW.-Motorradfahrer Mansfeld mit 4:18,6 Minu­ten in der 1000-ccw-Klasse heraus. Mansfeld er­reichte damit einen Stundendurchschnitt von 111,36 Kilometer und stellte einen neuen absoluten Strecken- rekord auf. Der alte war im Besitz des Ludwigs­burgers Kimpel, der ihn auf Bugatti im Jahre 1927 aufstellte.

Bei den Rennwagen erwies sich erwartungs­gemäß der Schwarzwälder Pietsch (Neustadt) als der Schnellste. Pietsch steuerte seinen alten Alfa Romeo mit Bravour durch die Kurven und siegte schließlich in 4:21,0 Min. (110,34 Stundenkilometer). Bei dem Beiwagen holte sich der Karlsruher Braun die Siege in der 600- und über 600-cem-Klasse, er fuhr außerdem auch die Tagesbestzeit für Seiten­wagenmaschinen in 4:53,2 Minuten heraus. Als Doppelsieger zeichnete sich wieder einmal der Godes- berger £?o o f ein. Er gewann die Rennen in der 350-ocm-Solo- und 350-eew-Seitenwagen-Klasse.

Das kennen von Monza.

DerGroße Automobil-Preis von Italien" wurde am Sonntag in Monza vor 70 000 Zuschauern ent­schieden. Er wurde wieder zu einem großen Erfolg für die deutsche Automobil-Industrie. Luigi F a - g i o l i gewann das über 500 Kilometer führende Rennen mit einer Runde Vorsprung vor Hans Stuck, der mit seinem Auto-Union-Wagen immer noch eine Runde vor dem ersten Italiener, Gras Trofft auf Alfa Romeo, war. An dem Sieg des Italieners Fagioli hat auch der deutsche Meister- fahrer Caracciola großen Anteil, denn er steuerte den Wagen fast bis zum Schluß, mußte aber bann wegen Uebermübung aufgeben, feinen Platz Fagioli, ber vorher zum Aufgeben gezwungen war, über­lassen. Auch Hans Stuck fuhr nicht bas ganze Rennen allein. Er ließ sich einmal zwölf Runben lang von Prinz L e i n i n g e n ablöfen. Stuck führte bis zur 50. Runbe, um bann bie Führung an Cs- racciola abzugeben Von ben 15 gestarteten Wagen erreichten 10 bas Ziel. Ausscheiben mußten bie bei« ben Mercebes von Fagioli unb Henne, ber Auto- Union-Wagen von Prinz Leiningen, ber Maserati von Rüesch unb ber Alfa von Varzi. 1. Fagioli (Mercebes) 4:45:47; 2. Hans Stuck (Auto-Union) 4:47:25,2; Graf Troffi (Alfa) 4:45:49,2.

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