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Vom Bügeln.

Oh nein, es wird nicht ein Stoff wie der andere ebügelt, und wie in der Wäsche jeder Stoff nach einer Eigenart behandelt werden will, so muß die .»ausfrau sich sehr genau darüber im klaren sein, oie die einzelnen Stoffe gebügelt werden wollen. >eder W o l l st o f f muß, bevor man ihn verwendet, tekatiert werden, sonst wird er fleckig, sobald s regnet und läuft vor allem in der Reinigung be- irächtlich ein. Unter dekatieren versteht man ein Feuchtaufdämpfen eines Wollstoffes und zwar fintcr einem nassen Tuch. Will man das Dekatie­ren nicht in dem Geschäft, in dem man den Woll­stoff gekauft oder von der Schneiderin besorgen lassen, so nimmt man sich dazu am besten das Bü­gelbrett, legt den Stoff mit der linken Seite nach oben, ein nasses leinenes Tuch, vielleicht ein Stück ines alten Bettuches kommt darüber und nun nirö solange gebügelt, bis das nasse Tuch trocken cemorben ist. Dann wird der Stoff weitergerückt, 'ie nächstfolgende Bügelbrett- oder Tischbreite ommt daran und das leinene Tuch wird neu an­gefeuchtet.

Später wird Wolle von links gebügelt und 'Mar gleichfalls immer möglichst unter einem jeuchten Tuch, um zu verhüten, daß Glanz entsteht.

Für Baumwolle soll das Eisen ziemlich heiß ein. Ist der Stoff sehr zerknittert und will sich licht glätten, so wird man ihn mit einem feuchten Läppchen bestreichen.

Reine Seide wird wiederum von links und möglichst wie Wolle unter einem feuchten Tuch ge­glättet. Bei Seide darf jedoch das Eisen nie - m a l s z u heiß jein. Auch reine Seide kann man glätten, indem man sie während des Bügelns mit einem feuchten Läppchen streicht.

Kunstseide jedoch muß trocken gebügelt »erden und hier darf das Eisen nicht zu heiß sein. Ein Eisen ist bügelrecht, wenn es zischt, sobald man es mit dem angefeuchteten Finger berührt. Zischt es nicht, so ist dies nicht nur ein Zeichen, daß es ;u kalt ist, auch ein zu heißes Eisen zischt nicht mehr.

Samt, Panne und Velour Chiffon werden niemals auf einem Tisch, sondern in der |2uft gebügelt. Zuvor jedoch versucyt man es, ob man durch Dämpfen entweder über einem Topf mit heißem Wasser oder mit dem Bügeleisen, über das man ein nasses Tuch gelegt hat, so daß ss tüchtig dämpft, erreichen kann, daß Der Samt ich glättet. Sehr gerne hängt man auch ein Samt­kleid oder einen Umhang ins Badezimmer, läßt n die Wanne recht heißes Wasser laufen und das Kleid solange im feuchten Dampf hängen, bis es glatt geworden ist. Will jedoch dies alles nicht ge= mügen und das Bügeln wird unumgänglich, so wird man eine zweite Person bitten müssen, mit beiden Händen den Stoff, der gebügelt werden soll, gu halten; die bügelnde' Person hält außerdem an einer dritten Stelle mit der freien Hand und streicht num mit dem Bügeleisen so gut von links über den samt, als dies in der Luft möglich ist.

Falten bügelt man fest, bevor man die Rock­bahn, in welcher die Falten eingelegt werden, in das Kleid einnäht. Man steckt Falten gern auf Öem Bügelbrett oder auf einem Tisch fest, ohne sie 5U reihen, denn beim feuchten Einbügeln der Fäl­lten drückt sich der Heftfaden gern so sehr durch, daß es Schwierigkeiten macht, die Eindruckstellen wieder zu entfernen.

Aermel werden auf dem Aermelbrett gebügelt iund zwar von unten nach oben, d. h. von der fschmalen nach der breiten Seite, wobei man be­uchte, daß der Rand des Bügelbrettchens nicht oauf dem Aermel sichtbar wird.

Glocken und Schrägteile eines Kl ides bügelt man dem Lauf des Fadens nach, also schrä­ge, wie das Teil es verlangt.

Um dem Halsausschnitt einen guten Sitz gu geben, bügelt man ihn am besten auf einem runden Bügelkissen.

Nähte, die man zu straff genäht und die noch setroas gedehnt werden müssen, schneidet man von Der linken Seite etwas mit der Schere ein und bügelt dann über den Stoff, während man mit der linken Hand die Naht etwas zieht.

Stärkwäsche bügeln. Man stärkt heute ffast durchwegkalt", d. h. man löst die Stärke in kochendem Wasser auf, läßt kaltes Wasser nach­laufen und taucht das, was zu stärken ist, hinein.

Aus -em Reiche der Krau.

Zum Probieren, wie steif die Wäsche wird, nimmt man ein Läppchen oder ein altes Taschentuch und taucht es zuvor in die angerührte Stärke. Soll etwas sehr steif wertzen, so muß es sofort nach dem Stärken gebügelt werden.

M. Hm.

Das duftige Sommerkleid.

Nicht nur das Gewebe ist voller Blumen, voll Duft und Zartheit, auch die Verarbeitung zeigt die duftige, leicht beschwingte Note. Plissees, Vo­lants an den Aermeln, an dem Saum des Rockes, überall, wo man sie anzubringen vermag, große Garnituren aus lichten Geweben, aus Organdy, aus Glasbatist, Seide und Kunstseide sind außer­ordentlich beliebt, weil sie das Duftige des Anzuges noch zu erhöhen vermögen. Blumenmuster, Tupfen, Karos, Blätter und ganze Blumensträuße wirken sommerlich heiter. Alles vereinigt sich zu dem duf­tigen Sommerkleid, das augenblicklich hoch in der Gunst der Mode steht. Sehr hübsch ist ein Kleid aus blau-weiß getupfter Kunstseide, die Ton in Ton verarbeitet ist. Seitlich an der Bluse sind kleine Plisseefalten. Sie wiederholen sich an dem Rand der kleinen Puffärmel, am Rocksaum, oft auch am Ausschnitt. Fällt die Plisseegarnitur am Halse fort, so sehen wir als Abschluß eine Rose aus wei- tzem Glasbatist, die kleidsam in ihrer Wirkung ist.

Um ein einfarbiges Kleid sehr zart und duftig zu gestalten, wird es mit einem großen weißen Kragen geputzt. Dann sitzt am Kragenabschluß ein Volant, zuweilen auch ein Plissee, und der gleiche Aufputz wiederholt sich an den Aermeln. Beliebt und schon im Hinblick auf die neue Mode wesentlich sind die breiten, durchgehenden Plissees, die sowohl am Kleid als auch an den Aermeln sitzen. Sie haben die Breite von 5 bis 6 Zentimeter und werden aller Voraussicht nach auch an den leichten Wollkleidern des Uebergangs und des Winters zu sehen sein.

Das duftige Sommerkleid ist ohne Hut nicht vollkommen. Glücklicherweise ist pian davon abgekommen, schon jetzt im Juli Uebergangsmobette zu tragen, wie das früher der Fall war. Man kann damit getrost bis zum Ende nächsten Monats war­ten und ist ganz zufrieden, jetzt die schönen, breitrandigen Bretons tragen zu können. Je sommerlicher die Temperatur wird, um so mehr nimmt der Hut an Größe zu. Ganz entzückend ist ein Roßhaarhut, der einen wippenden Rand und als Garnitur zwei weiße Batistrosen hat. Breit­randige Cannotiers werden ziemlich auf den Hinterkopf gesetzt, damit ihre Krempe das Gesicht hübsch umrahmt. Man sieht ferner runde und vier­eckige Formen aus Organdy, Stroh, flache Köpfe, aufgeschlagene Formen, Hüte aus Seidenkrepp, Lei- nenyütchen mit Steppstichen garniert, mit Blumen geputzt, die bas buftige Bild bes Sommers vollen- ben helfen. Schü.

In der Kirschenzeii.

Kirschensuppe. Sauerkirschen mit Süßkir­schen gemischt, kernt man aus, schlägt einen Teil der Kerne auf unb läßt Kirschen und Kerne mit Wein, Wasser, Zucker, etwas Zimt und Zitronen­schale kochen, bis die Kirschen völlig weich sind. Dann rührt man Gustin ober Mehl in kaltem Was­ser glatt, mischt es unter Umrühren zu den Kir­schen, kocht sie einige Male auf, streicht alles durch ein Haarsieb und stellt die Suppe falt. Man richtet sie mit in Wem und Zucker eingelegtem Zwieback an ober reicht besonders Schlagsahne dazu.

Kirschenmichel. Zwei bis drei Mürbebröt­chen, etwas Milch, drei Eigelb, 100 Gramm Zucker, etwas Zimt, 50 Gramm gemahlene Mandeln, 50 Gramm Butter, den Eierschnee und Vanillezucker zum Bestreuen. Die Brötchen werden kleinwürfelig geschnitten, mit etwas kochender Milch überbrüht und zart verrührt. Dann rührt man die Eidotter, den Zucker und Zimt, die Mandeln und die vorher schaumig gerührte Butter zusammen. Man gibt die Semmelmasse dazu, den Eierschnee und ein Pfund entsteinte Kirschen. Die Masse füllt man in die gebutterte, gebröselte Springform und bäckt sie langsam eine Stunde lang in der Röhre. Sejm Anrichten die Speise mit Vanillezucker bestreuen.

Reis mit Schlagsahne und Kirschen. Ein Viertelpfund Reis wird gewaschen, gebrüht und mit dreiviertel Liter Milch, Salz, drei Eßlöffel voll BmHOBMmQHBSBHasBUsaMKaHnHa

Zucker und etwas ausgeschabter Vanille weich ge­dünstet. Ein halbes Liter rohe Schlagsahne wird steifgeschlagen und mit zehn Gramm aufgelöster Gelatine unter den verkühlten Reis gegeben, ebenso ein Pfund gewaschene, abgetropfte Kirschen. Die Kirschspeise füllt man in eine mit einem Tropfen Del ausgepinselte, ausgestreute Form und läßt sie zu Eis erstarren.

Kirschpudding. 125 Gramm Zucker, vier Eigelb und den Eierschnee, 90 Gramm Kartoffel­mehl, ein halbes Pfund entsteinte, in Zuckerwasser aufgekochte Kirschen, ein Stückchen Zimt. Zucker und Eigelb schaumig rühren, bann abwechselnb ben Eierschnee unb bas Kartoffelmehl barunterrühren unb zuletzt bi« Kirschen. Den Pudbing kocht man eine Stunbe lang im Wasserbabe. Dazu Kirschsaft.

Kirscheierkuchen. Von drei Gelbeiern, Milch und Mehl rührt man einen glatten Teig, unter den man zum Schluß das mit etwas Zucker geschlagene Eiweiß zieht. In einer Pfanne läßt man Butter heiß werden und gießt den Teig hinein, den man sehr schnell mit den entsteinten Kirschen belegt. Mit einem Lösfel noch ein wenig Teig über die Kirschen tropfen und auf beiden Seiten goldbraun backen. Noch heiß mit Zucker bestreuen und sofort servieren.

Ja nicht zu viel Kirschen nehmen, sonst zerfällt her Eierkuchen beim Umwenden.

Kirschkuchen. Je 125 Gramm Margarine und Zucker, ein Ei, vier Eßlössel voll Milch, Va­nillezucker, ein halbes Pfund Mehl, ein halbes Päckchen Backpulver und Kirschen nach Bedarf. Zum Guß: zwei Eidotter, 125 Gramm Zucker, 20 Gramm Mondamin, den Eierschnee und ein Gläs­chen voll Arrak. Aus obigen Bestandteilen einen Teig rühren, denselben fingerdick auswellen, eine Kuchenform damit belegen und dann dicht mit den Kirschen bedecken. Nun läßt man den Kuchen ziem­lich fertig backen, bereitet den Guß, gibt ihn über den Kuchen und schiebt ihn nochmals in die heiße Röhre, bis der Guß überbacken ist.

Butterteigpastete mit Kirschenmark. Runde Formen legt man mit einfachem Butterteig aus, füllt den inneren leeren Raum mit Papier aus und bäckt die Pastete bei mäßiger Hitze. Dann nimmt man das Papier heraus, läßt auch innen Farbe annehmen und stürzt die Krusten aus der Form. Die Kirschen hat man mit dem Zucker schon zu dicker Marmelade gekocht, bann in die Formen gefüllt und mit Schlagsahne überzogen.

Kopfzerbrechen um's Abendbrot.

(ptd.) Das Abendbrot ist ein Kapitel im häus­lichen Leben, das sehr oft Kopfschmerzen macht. Man kann doch nicht Abend für Abend dieselbe Wurstplatte auftischen, jeder Mann hat die Dauer­wurst einmal über, außerdem verträgt es die Haus­haltskasse nicht, wenn zu oft Aufschnitt gegessen wird.

Mein Mann ißt nicht gern ,Aufgewärmtes< vom Mittagbrot, aber ich kann doch nicht alles Uebrig- aebltebene vernichten!" klagte kürzlich eine Haus­frau.Es gibt deshalb bei mir oft Unstimmigkeiten, denn ich bin zu sparsam, Uebriggebliebenes nicht mehr zu verwenden!"

Selbstverständlich: es wäre eine große Vergeu­dung von Volksvermögen, wenn man Reste nicht verwenden würde, andererseits ist es verständlich, wenn der Mann, der tagsüber anstrengend in sei­nem Beruf zu arbeiten hatte, abends nicht noch ein­mal einen Aufguß des Mittagessens vorgesetzt haben will! Das ist aber auch gar nicht nötig. Man muß als Hausfrau nur eine Verwandlungskünstlerin fein, muß die Reste in einem anderen Ge­wand wieder auf den Tisch bringen, und schon schmecken sie dem Mann. In dieser Hinsicht läßt er sich gernbetrügen", er merkt es nämlich meist gar nicht, daß z. B. der schmackhafte Makkaroni-Auflauf mit Hilfe des durchgedrehten, übriggebliebenen Schmorbratens gemacht wurde. Auch (Bemüjerefte lassen sich in der Auflaufform, mit Käse bestreut und geschlagenem Ei übergossen, in wenigen Minuten im Ofen überbacken und schmecken dann ganz aus­gezeichnet.

Jetzt, in der wärmeren Jahreszeit ist es gar nicht gesund, wenn man so viel Fleisch ißt. Wurst sieht dann besonders wenn sieschwitzt" gar nicht appetitlich aus. Wieviel erfrischender sind Gurken und Tomaten, die dankbaren und billigen Radies­chen -unb der weiße Käse! Jeden Tag kann man aus

Tomatengerichte.

Von Marga Rehlaff.

eine gelbe und eine weiße Rübe, ebenso eine Zwie­bel und eine halbe Sellerieknolle sehr fein, auch 50 Gramm rohen, mageren Schinken und dämpft dies in eigroß frischer Butter einige Minuten. Dazu kommen sechs bis acht zerschnittene, reife Tomaten, die man mit dem Wurzelwerk eine Viertelstunde durchdünstet, dann mit 1% Liter kochendem Wasser aufgießt und mit dem nötigen Salz und einer Prise Pfeffer gut auskochen läßt, Hieraus passiert man die Suppe durch ein Sieb, gibt 100 Gramm ausgequolle­nen Reis hinein, kräftigt sie mit 1 Teelöffel Maggi's Würze im Geschmack und richtet sie recht heiß an.

Tomatensoße paßt eigentlich zu allem. Nudeln, Reis, gekochtes Rindfleisch, die meisten Fischarten und auch Klöße jeder Art sowie Nockerl

Jetzt kommt bald wieder die Zeit, wo Tomaten so preiswert sind, daß es auch der sparsamsten Hausfrau möglich ist, diese gesunde Frucht recht oft zu verwenden. Weil die Verwendung der Tomate jo mannigfach und der Eisen- und Vitamingehalt olefer Frucht, die ein Mittelding zwischen Obst und Gemüse darstellt, heute allgemein anerkannt ist, wird jede Hausfrau für Ratschläge hinsichtlich der To­matenbereitung dankbar sein.

Jede Tomatensuppe gewinnt an Geschmack und Nährwert, wenn man sie mit ein bis zwei Eß­löffel roher Sahne vollendet. Will man keine Reis­einlage geben, so schmecken geröstete Brotwürfel ober ganz kleine Spagheti auch sehr gut. Für eine englische. Tomatensuppe zerschneidet man

diesen Zutaten neue Gerichte zaubern! Haben Sie schon einmal geröstete Brotscheiben mit frischer, grüner Gurke gegessen, die mit Schnittlauch be­streut wurde? Äuf die Gurkenscheiben kommt nur ganz wenig Salz, sonst zieht die Gurke Saft und wird schwer verdaulich!Süße Tomaten" schmecken überraschend gut. Bitte, probieren Sie es einmal, ehe Sie die Nase kraus ziehen: Sie hohlen die Tomaten aus, verrühren weißen Käse mit etwas Sahne und abgezogenen Walnußkernen, bis der Käse cremeartig ist. Dann wird die Masse hoch in die Tomaten gefüllt und Röstbrot dazu gereicht. Sehr apart und erfrischend schmecken auch viel­leicht als Abschluß eines Reste-Abendbrstes Apfelscheiben mit Cremekäse.

Was macht man nur mit den vielen Wurst- zipfeln, die gar nicht alle werden wollen? Dauerwurst kann man mit Schinkenabfällen ober schon etwas trocken gewordenen Schinkenscheiben durch die Fleischmaschine drehen, mit gehacktem Ei vermischen und etwas Reibebrot, einem Löffel Sahne, Pfeffer und Salz nach Bedarf, und dann in Pasteten füllen, die man auf der Herd­platte heiß macht. Dazu gibt es grünen Salat. Die Wurstzipfel sind aufgebraucht und allen hat es prächtig geschmeckt!

Reisrand mit Tomatensoße ist autunb billig, ein paar harte Eier dazu machen die Abend- platte noch reichhaltiger! Omelette mit Sa­lat, mit Fruchtfüllung oder auch mit pikanten Nierchen kostet nicht viel und ist ein ausreichendes Abendbrot. Fijch< este vom Mittagessen werden zum Abendbbrot in Gelee gelegt man kann sie natürlich dann erst am nächsten Tage essen mit Remoulade verziert unb zu Salat gereicht.

Es gibt tausend Möglichkeiten fürs Abendbrot* Kopfzerbrechen ist wirklich nicht nötig.

Lore.

Was trägt die Hausfrau im Gommer?

Vor. kurzer Zeit sagte eine junge Hausfrau:Als nch noch unverheiratet war, als ich noch ins Büro ging, nahm ich mir vor, im Haufe mindestens so zgroße Sorgfalt auf meine Kleidung zu legen, wie ßetzt in meiner beruflichen Tätigkeit. Ich wollte sstets nett und freundlich aussehen, mich von dem liebel frei halten, das ich häufig bei meinen ver­heirateten Freundinnen angetroffen: von der «Schlampigkeit. Ich dachte es mir sehr einfach, ein 'hübsches Hauskleid zu haben, das mich nicht be­ihindern sollte, in dem ich jedoch angezogen sein Würde. Mein Mann hat mich im Beruf kennen- gelernt und ich weiß sehr gut, daß ihm meine ge­schmackvolle Kleidung gefiel. Er sollte auch in der Beziehung keine Enttäuschung erleben. Aber, ja, das gestehe ich, die Praxis hat mich eines anderen belehrt. Es ist sehr schwer, das richtige Kleid zu finden, zumal die Mode in der Hinsicht sich über­haupt keine Mühe gibt, und es uns Hausfrauen überläßt, das Kleid zu treffen, das uns bei der Arbeit willkommen ist, in dem wir uns dem Mann, den Kindern und dem Besuch, der vielleicht uner­wartet kommt, zeigen können."

Äst es wirklich so schwer, das Kleid zu treffen, das den Forderungen entspricht? In einem Punkte hatte die junge Hausfrau Recht. Das Berufskleid der Haushaltsleiterin wird von der Mode oft ver­nachlässigt. Vielleicht wäre es eine Anregung für die Modenschauen, neben dem oft sehr reizvollen Pyjama, dem eleganten Hausanzug auch einmal einige junge und nicht ganz junge Damen in Haus­frauenkleidern auftreten zu lassen. Da würde sich wohl manche Zuschauerin zu einem Kauf entschlie­ßen, und der Einwilligung ihres Ehepartners ge­wiß sein.

Im Sommer muß die Hausfrau nämlich noch mehr, als im Winter auf eine zweckmäßige und dabei kleidsame Haustracht halten. Wenn die Außentemperatur ihr in Verbindung mit der Herd­hitze heftig einheizt, gerät sie leicht in Verlegenheit, sich bei der Arbeit ein wenig gehen zu lassen. Be­schäftigt sich die Mode auch nicht mit der Hausklei- bung, die zur Arbeit durchaus geeignet ist, jo schafft

sie dennoch Kleider, die man ohne weiteres als Hauskleid übernehmen kann. Kleider aus Baumwolle, Leinen und Bast werden.in schöner Ausführung auf den Markt gebracht. Ihre sportliche Note gewährleistet eine einfache und schlichte Verarbeitung. Zudem sind die Gewebe waschbar, stellen keine großen Forderungen an die Kunst des Bügelns, sind außerdem mit reizenden Mustern versehen und lassen sich stets der Jahres­zeit gemäß mit kurzen oder halblangen Aermeln tragen.

Beispielsweise ist ein Kleid aus blau» weiß tariertem Seinen sehr zu empfehlen. Es hat einen kleinen Kragen aus weißem Pikee, und auch die Aermel zeigen kleine Pikeeaufschläge. Jedoch auch ohne die Garnitur ist das Kleid anspre­chend, so daß es, wenn der Aufputz gewaschen wird, nicht unvollkommen wirkt. Sehr leicht und prak­tisch sind pastellfarbene oder naturfar­bene Kleider aus Hemdseide. Sie brau­chen keinen Aufputz, sondern eine Garnitur aus Wickelholsaum macht sie sehr begehrenswert. Nun konnte man leicht annehmen, daß ein Kleid aus Hemdseide einen Luxus darstellt, den die Hausfrau sich nicht leisten will! Die Praxis aber sagt etwas anderes. Besitzt die Hausfrau zwei Kleider aus Hemdseide, von denen das eine naturfarbig, das andere in einer kleidsamen und sehr freund­lichen Pastellfarbe gehalten ist, so wird sie sich bei der Arbeit in dem leichten Kleid wohl fühlen und stets das Gefühl haben, gut und geschmackvoll ge­kleidet zu sein. Hemdseide laßt sich vorzüglich waschen, knittert nicht und gewährt stets einen an­genehmen Anblick.

Ein Kleid aus rot und weiß gemuster­tem Bast erfüllt die gleichen Forderungen, wie das Kleid aus Hemdseide. Der Rock sollte Falten haben, um der Hausfrau das Gehen zu erleichtern. Die Aermel reichen nur bis zum Ellbogen, damit sie kein Hindernis darstellen. Nicht zu übersehen sind die Kasackkleider, die ein müheloses Aus­wechseln der Kasack gestatten Die Schuhe be­dürfen einer besonderen Sorgfalt. Weiße Leinen­schuhe mit nicht zu hohen Absätzen, sind ange­nehm auf dem Fuß, leicht zu reinigen und sehr hübsch anzusehen. Dazu einen hellen Strumpf, und die Hausfrauenkleidung hat noch ein Tüpfelchen mehr auf dem I. Für schwerere Arbeiten kommt

die weiße ober die bunte Wickelschürze in Be­tracht, die das ganze Kleid bedeckt, sehr schnell um« geworfen und ebenso rasch abgenommen wird.

Schü.

Das Gommerkleid bekommt Flecken ...

Praktische Ratschläge für die Hausfrau. Ohne Sorge im Gras sitzen. Obstflecken sind keine Katastrophen. Verschwitzte Aermel.

Da hängt es vor einem in seiner ganzen dufti­gen Pracht: das neue Sommerkleid. Wunderschön sieht es aus, hauchzart und fein. Und plötzlich fühlt man sich in die Kinderzeit zurückversetzt, wenn man das erste Mal das Svnntagskleidchen anhat und die Mutter mahnte: Nun paß aber auf, daß das neue Kleidchen keinen Fleck bekommt! Leider haben gerade neue Kleider die unangenehme Eigenschaft, besonders leicht Flecke zu bekommen. Doch als praktische Hausfrau läßt man sich auch durch einen Fleck nicht aus der Fassung bringen. Es gibt ja Mittel, sie zu entfernen nur muß man diese Mittel kennen, denn durch unsachgemäß« Behand­lung kann man alles verderben.

Grasflecke werden sich wohl am ersten auf dem neuen Sommerkleid breit machen, denn schließ­lich will man beim ©papiergang nicht immer nach einer Bank suchen müssen, sondern sich auch mal unbesorgt auf die Wiese setzen. Glasflecke in Lei­nenkleidern und anderen nicht zu feinen Geweben lassen sich mit Gallseife und kochendem Wasser entfernen. Der Fleck muß gut eingefeift werden und dann gut ausgespült werden. Feine Stoffe dürfen natürlich nicht mit kochendem Wasser behandelt werden. Man betupft den Grasfleck mit einer leichten Spiritus- ober Salmiak- l ö f u n g. (Nur bei farbechten Stoffen zu ver- roenben, sonst geht bie Farbe aus, unb es bleibt ein weißer Fleck.) Gut mit lauwarmem Wasser nachspülen! Wall-, Seiben- unb Baumwollstoffe können auch mit Zinnchloridlösung be- hanbelt werden, die jede Drogerie verkauft. Immer

aber muß die behandelte Stelle gut nachge- spült werden. Nachreiben mit verdünnter Zitro­nen- oder Weinsteinsäure ist stets zu empfehlen!

Nach einem Waldspaziergang stellt man oft Harzflecke am neuen Kleid oder Mantel fest. Hier kann man nicht mit Wasser und Seife arbei­ten, sondern muß dem Fleck mit Spiritus zu Leibe gehen. Sind die Flecke nicht frisch, so müssen sie erst erweicht werden. Man betupft sie mit Terpentin-Spiritus, wäscht dann mit einer milden Seife nach und spült gut aus. Teerflecke lassen sich mit Butter entfernen, die Butter dann wieder mit Benzin.

Obstflecke im neuen Sommerkleid verderben oft die gute Laune. Dabei sind sie meistens harm­los bis auf Pfirsichflecke., die bis jetzt allen Ver­suchen, sie zu entfernen, trotzen. Man weiß nicht, warum. Kirschen, Erdbeeren, die gefürchteten Blau­beeren usw. sind harmlos. Meistens weichen sie schon dem Angriff von Wasser und Seife. Einweichen in Milch, besonders Buttermilch, läßt in weißen Stoffen von selbst den Obstfleck schwinden. Echtfarbige Stoffe können sofort durch Schwefeldämpfe entfleckt werden. Die Zi­trone ist ein treuer Helfer. Mit kochender Milch hat man schon manchen hartnäckigen Blaubeerfleck entfernt. Seidenstoffe werden mit Spiritus be­handelt, aber immer muß man hinterher gut nachspülen, sonst zerfrißt der Stoff. Verdünn­ter Wasserstoffsuperoxyd macht jeden Kirschenfleck unsichtbar.

Schweißflecke sind nun einmal die unange­nehme Begleiterscheinung der Sommerkleidung. Man schützt sich durch Armblätter, so gut es geht, aber oft sind Flecken nicht zu vermeiden. Mit Gallseife entfernt man sie aus Wollstoffen, hartnäckige Schweißflecke werden mit einer Lösung behandelt, die aus einem Teil Salmiak, drei Teilen Alkohol und vier Teilen Schwefeläther besteht. Gut nachspülen ist die Hauptsache. Schweißflecke müssen sofort entfernt werden, weil sie Motten anziehen und schlecht riechen. Seidenstoffe werden lauwarm mit Seifenflocken behandelt, die Schweihflecke müs­sen gut eingeseift werden.

Der Fleck im Sommerkleid ist keine Katastrophe mehr die praktische Hausfrau weiß sich zu helfen!

Lore.

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