Einzelbild herunterladen

t e n geben lassen wird. Verteidigungsminister bleibt der bisherige Führer der Liberalen Partei D e v e z e.

Die neue Attentatswelle in Oesterreich.

Errichtung von Ortswehren. Verstärkter Bahnschutz.

Wien, 11. Juni. (DNB.) Die Lage in Oesterreich hat sich heute außerordentlich z u g e s p i tz t. In den Abendstunden laufen Meldungen über zahl­lose Attentate ein. An der Strecke Graz B u d a p e st wurden auf steierischem Boden d i e Bahngleise aufgesprengt. Die Täter warnten mit Feuersignalen einen herankommenden Schnellzug, so daß dieser im letzten Augenblick zum Stehen gebracht werden konnte und ein Verlust an Menschenleben verhütet wurde. Des wei­teren kommen von fast allen Eisenbahn­linien in der Umgebung Wiens ähnliche Mel­dungen. Der folgenschwerste Anschlag scheint auf der W e st b a h n gewesen zu sein. Dort wurde in der Nähe von Wien das Doppelgleis aufgesprengt, so daß der Verkehr nur durch Umleitung aufrechterhal­ten werden konnte. An der Ostbahn wurde eine Eisenbahnbrücke durch einen Dynamitanschlag leicht beschädigt. Ebenso wurde die Zufahrtsstraße nach Krems durch einen Bombenanschlag beschä­digt. Ferner wurde an der Leitalm-Brücke an der Tauern-Bahn durch einen Dynamitanschlag er­heblicher Schaden angerichtet.

Ein außerordentlicher Ministerrat am Sonn­tag, der sich mit den Anschlägen der beiden letzten Tage und den zu treffenden Abwehrmahnahmen befaßte, beschloß, in jeder Gemeinde eine freiwillige Ortswehr zu errichten. Soweit diese Ortswehren, so heißt es in der amtlichen Er­klärung, sich bei ihren Handlungen in jenen Gren­zen, deren Einhaltung ihnen zugemutet werden kann, halten, werden sie bei unbeabsichtig­ten Verstößen gegen Vorschriften, die für einen wohlausgebildeten und geschulten Sicherheits­körper aufgestellt sind, behördliche Verfol­gung nicht zu befürchten haben. Dieser Satz ist offenbar eine Blankovollmacht für schärf­stes Vorgehen. Die Regierung kündigt Vorschriften an, die die Möglichkeit böten, dem neuartigen Ver­brechertum mit strengster Bestrafung, insbesondere auch durch Anwendung der Todes st rafe, rasch und entschieden entgegenzutreten. Von dieser Möglichkeit werde unerbittlich Gebrauch gemacht. In ganz Tirol werden die Bahnen von Patrouillen, die vom Bundesheer, dem Schutzkorps und anderen Verbänden gestellt werden, st r e n g bewacht. Auf jedem Kilometer steht ein Posten. Die Wachmannschaften haben die strengste Weisung, aeg^n alle Personen vorzugehen, die sich des Ver­suchs eines Anschlags auf die Eisenbahn verdäch­tig machen.

Italien baut zwei neue Panzerkreuzer

Bolle Ausnutzung des Seeabrüstungs- abkomrnens von Washington.

Rom, 11. Juni. (DNB.) Die italienische Re­gierung hat beschlossen, in diesem Jahr zwei Panzerkreuzer von je 35000 Tonnen auf Stapel zu legen. Die darüber ausgegebene amt­liche Meldung hat folgenden Wortlaut:

Nach dem Vertrage von Washington hat Italien das Recht, 7 0 0 0 0 Tonnen Schiffs­raum an Panzerkreuzern zu bauen. Aber es hat sich, obwohl es diesen Schiffstyp als den einzig geeigneten Kern einer modernen Flotte be­trachtet, bisher des Baues enthalten, um nicht die etwaigen Ergebnisse der Flottenkonferenz im beson­deren und der Abrüstungskonferenz im allgemeinen zu beeinträchtigen. In Anbetracht der Lage, die sich neuerdings in den Seerüstungen fast aller Staaten der Welt, von den großen bis zu den kleinsten, herausgebildet hat, hat es die italienische Regierung für richtig gehalten, der Flotte jene or­ganische Zusammensetzung zu geben, die beim Fehlen allgemeiner qualitativ be­schränkender Abkommen unerläßlich erscheint. Sie hat daher den Bau von 70 000 Ton­nen an Panzerkreuzern beschlossen. Die erhöhte Wirksamkeit der Angriffsmittel, denen diese Schlffe Widerstand zu leisten haben, riet dazu, zur größten Wasserverdrängung je Einheit zu greifen, die im Vertrage von Washington festgelegt ist, nämlich 35 000 Tonnen. Im Verlaufe dieses Jahres wer­den z w e i Panzerkreuzer auf Stapel gelegt werden. Oie französischen Militärausgaben sind

in sieben Zähren um 16 Milliarden Mark erhöht.

Paris, 11. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Zusammenstellung des marxistischenPopu- laire" sind seit dem Jahre 1928 die französischen INilitärausgaben um 102 Milliarden Franken (über 16 Milliarden Mark) erhöht worden. Auf das Jahr 1934 entfielen 16,9 Milliarden Franken.

Oer Schah von Persien besucht Kemal Pascha.

London, 10. Juni. (DNB.) Der Schah von Persien, der sich auf der Reise nach Ankara befin­det um M u st a f a K e m a l P a s ch a einen Besuch abzustatten, wurde an der Grenze von hohen tür­kischen Persönlichkeiten empfangen. Er ist von einem Gefolge von über 40 Persönlichkeiten begleitet, dar­unter dem persischen Außenminister. Er setzte als­bald die Reise nach Trapezunt fort. Dort begibt er sich mit seinem Gefolge an Bord eines tür­kischen Kriegsschiffes, das ihn nach Istanbul bringt, von wo ihn ein Sonder- zua nach Ankara führt. Nach seinem Besuch m der Türkei begibt sich der Schah zur Erholung nach Europa.

Oie polnisch-tschechischen Reibereien , gehen weiter.

Warschau, 10. Juni. (DNB.) In Mäh­risch . Ostrau ist die dort seit einigen Tagen er­scheinende polnische ZeitungPolnisches Tageblatt hintereinander zweimal beschlag­nahmt worden, nachdem der Herausgabe des Blattes bereits vorher beträchtliche Schwierigkeiten durch die schechoslowakischen Behörden bereitet worden seien. Unter der polnischen SeDoIferung haben die Schikanen der Pvlizeidirektivn in Mah- risch-Ostrau Erbitterung und Entrüstung hervor- flerufen. Der polnische Abgeordnete im Prager Parlament, Dr. Buzek, wird gegen das polen» feindliche Vorgehen der Polizeidirektion in May- risch-Oftrau energisch Einspruch erhoben. ----

Die KlemeEnienie erkennt das Sowjelregime an.

Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Rußland einerseits, der Tschechoslowakei, Rumänien und Südslawien andererseits.

V r a g, 9. Juni. (DND.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Volkskommissar Litwinow und der Mini­ster des Auswärtigen Dr. Venefch haben am 9. Juni in Genf gleichlautende Schriftstücke aus­getauscht, durch die die normalen Beziehun­gen zwischen der Tschechoslowakischen Republik und der Union der Sozial!- stischen Sowjetrepubliken hergestellt werden. Auch der rumänische Außenminister hat mit Litwinow Schriftstücke gleichlautenden Tex­tes ausgetauscht, durch die die diplomatischen Be­ziehungen auch zwischen Sowjetrußland und Rumänien ausgenommen werden. Die südslawische Regierung wird sich über ihr Vorgehen erst entscheiden, wenn Außenminister I e s t i t s ch nach seiner Rückkehr von seiner Reise nach Paris, die er am heutigen Samstag angetreten hat, berichtet haben wird. Der Austausch der er­wähnten Schriftstücke erfolgte nach mehrtägigen Verhandlungen aller Mitglieder des Ständigen Rates der kleinen Entente mit dem Volkskommissar Litwinow nach einmütigem Beschluß des Ständigen Rates und auf Grund der Entscheidungen der zuständigen Regierungen. In den Schriftstücken, die heute ver­öffentlicht worden sind, wird auch die Ernen­nung der Gesandten angekündigt.

Moskau verzichtet stillschweigend aufBessarabien Ein Erfolg Titulescus.

Bukarest, 10. Juni. (DNB.) Der Briefwechsel zwischen dem rumänischen Außenminister Titu- lescu und Litwinow ist vom rumänischen Ministerrat noch am Samstag ratifiziert worden, so daß damit die Anerkennung Sowjetrußlands durch Rumänien Tatsache geworden ist. Das Abkommen ist als ein großer Erfolg Titulescus zu bewerten. Bessarabien ist mit keiner Silbe erwähnt und aus der Formulierung des Briefwechsels geht hervor, daß Sowjetrußland seine Ansprüche auf Bessarabien zum mindesten vorläufig zurückgestellt hat.

Außer dem Briefwechsel, in dem der Beschluß mitgeteilt wurde, normale diplomatische Bezieyun- gen zwischen den beiden Ländern wiederherzustel- len und Gesandte zu ernennen, ist noch ein

zweites Schreiben ausgetaufcht worden, in dem es heißt: Damit die heute hergestellten diplo­matischen Beziehungen sich normal im Sinne einer immer größeren Annäherung sowie wirklicher und dauerhafter Freundschaft entwickeln können, beehre ich mich, folgendes Abkommen zu bestätigen: Die Regierungen unserer beiden Länder gewährleisten sich gegenseitig voll und ganz die Achtung der gegenseitigen Souveränität, die Enthaltung von jeder unmittelbaren und mittel­baren Einmischung in die inneren Angelegenheiten und die Entwickelung unserer Staaten, vor allem jeder Agitation und jeder Propaganda. Sie verpflichten sich überdies, innerhalb ihrer Gebiete keine Or­ganisationen zu gründen, zu unterhalten oder zuzulassen, die den Zweck verfolgen, einen b e - roaffneten Kampf gegen den anderen Staat zu entfesseln oder mit Gewalt das poli­tische oder soziale Regime anzugreifen, zu Terror­akten aufzureizen oder solche Akte gegen die offi­ziellen Vertreter der Länder vorzubereiten. Ein gleiches gilt von Organisationen, die sich als Re­gierung des anderen Staates oder eines Teiles seines Gebietes ausgeben. Ebenso verpflichten sie sich zu verbieten: Die Rekrutierung, den Einmarsch in ihr Gebiet oder auch die Durchfuhr von bewaff­neten Streitkräften, Waffen, Munition, Aus- rüstungsgegenständen und jeglicher Art von Kriegs­material, das für solche Organisationen bestimmt ist. HaltSüdslawiensich noch zurück?

Belgrad, 10.Juni. (DNB.) lieber die Gründe, die Südslawien davon abhielten, dem Schritte Prags und Bukarests zu folgen, wird keine Mitteilung ge­macht. Nur die Stampa übernimmt die Prager Meldung, derzufolge auch Südslawien nach Er­ledigung.gewisser Formalitäten in Kürze seine Beziehungen zu Rußland wiederherstel­len werde. In politischen Kreisen ist man indessen verschiedener Ansicht. Während ein Teil der Auf­fassung ist, daß vor der Wiederherstellung der Be­ziehungen die schwierige Frage der serbischen Vor­kriegs- und Kriegsschulden an Rußland sowie ein Abkommen über die Rückführung der Wrangel- Armee besprochen werden müsse, die sich noch immer in Südslawien befindet und dort das Wirtschaftsleben belastet, weist ein anderer Teil darauf hin, daß König Alexander die Aufnahme der Beziehungen zu Rußland über­haupt nicht wünsche.

Kunst und Wissenschaft.

Borfeier zum 70. Geburtstag von Krchard Strauß.

In den festlich geschmückten Räumen der Reichs- musikkammer in Berlin fand in Anwesenheit des Präsidenten Dr. Richard Strauß und zahlreicher Ehrengäste, darunter Staatssekretär Dr. Meiß­ner, eine Vorfeier aus Anlaß des 7 0. Geburts­tages von Dr. Strauß statt. Staatssekretär Dr. Funk sprach im Auftrage der Reichsregierung und überreichte zusammen mit seinen Glückwünschen ein in Silber gerahmtes Bild des Führers mit der eigenhändigen Unterschrift:Dem großen Komponisten Richard Strauß in aufrichtiger Ver­ehrung, Adolf Hitler". Ferner übergab er dem Ju­bilar ein Bild des Reichsministers Dr. Goebbels mit der Widmung:Dem großen Meister der Töne in dankbarer Verehrung zum 70. Geburtstag". In seinem Begleitschreiben bringt Dr. Goebbels die tiefe Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck, die zusammen mit ihm das Volk beseele. Millionen von Menschen habe Richard Strauß Freude und innere Erbauung gespendet.

Staatssekretär P f u n d t n e r überbrachte im Na­men des Reichspräsidenten den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Inschrift:Dem Schöpfer und Meister deutscher Musik". Das Begleitschreiben Hindenburgs gilt dem Komponisten, der in der ersten Reihe der de"sichen Tonsetzer stehe und den Ruhm deutscher 9j7u*ter im In- und Auslande verbreitet habe. Anschließend übermittelte Staats­sekretär Pfundtner die Glückwünsche des Reichs­innenministeriums.

Im Namen der Reichsmusikkammer wandte sich der Geschäftsführer Heinz I h l e r t an den Jubilar und übergab ihm als Festtagsgabe zwei Original­briefe Mozarts an seine Frau Constanze und Wagners an Mendelssohn. Diese beson­

dere Form der Ehrengabe gebt darauf zurück, daß der Präsident bei der Ausfüllung der Aufnahme­formulare in der Rubrik der Patenschaft scherzweise die Namen Mozart und Wagner als seine Paten vermerkt hatte. Richard Strauß dankte für die er­wiesenen Ehrungen mit bewegten Worten und ver­sprach, seine ganzen Kräfte in den Dienst der ihm heute zufallenden Aufgaben zu stellen.

Ehrung

Furtwänglers durch die wiener Philharmoniker.

Generalmusikdirektor preußischer Staatsrat Wilh. Furtwängler ist in Wien während der Or­chesterprobe für das von ihm dirigierte Festkon - zert für Richard Strauß gemeinsam mit Wilhelm Backhaus und Richard Strauß die Ehrenmitglied schäft der Wiener Phil­harmoniker zuerteilt worden. Auf der Or­chesterprobe hielt der Vorsitzende des Vorstandes der Wiener Philharmoniker, Professor Burghauser, eine Ansprache, in der er auf die künstlerischen und freundschaftlichen Beziehungen Furtwänglers zu den Wiener Philharmonikern hinwies und ihn bat, als Zeichen der großen künstlerischen Verehrung die Ehrenmitgliedschaft der Philharmoniker zu über­nehmen. Furtwängler wurde sodann eine Ehren­urkunde überreicht. Mit herzlichen Worten dankte Furtwängler für die ihm erwiesene Ehre.

Professor Dr. Daniel haeberle f.

In Heidelberg ft a r b im Alter von 70 Jahren Professor Dr. phil. nat. Daniel Haeberle, ein weit über die Grenzen Heidelbergs bekannter Ge­lehrter. Er galt als einer der besten Kenner der Pfalz, die er geologisch, geographisch, historisch und volkskundlich untersucht und in zahlreichen Schriften bekanntgemacht hat. Auch hat er den zahlreichen nach Nordamerika ausgewanderten Pfälzern wieder eine Verbindung mit der Heimat durch die Er­forschung ihrer Familiengeschichte gebracht.

Aus aller Wett.

einer größeren Summe für die Rennendopen", d. h. entgegen den Rennbestimmungen durch Ver­abreichung besonderer Reizmittel anspornen. Bei den Nachforschungen wurde zuerst ein falscher Po­lizeibeamter verhaftet, der sich über den Besitz von 60 000 Franks Bons der Nationalen Verteidi­gung nicht ausweifen konnte, unb gegen den zu­nächst einmal ein Verfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet werden wird.

Oer Oeuischland-Ilug 1934.

Zum Nennungsschluß für denDeutschland­slug 1 9 3 4" sind 120 Meldungen der einzelnen Flieger-Landesgruppen eingelaufen. Dies bedeutet einen weiteren Aufschwung der deutschen Sportflie­gerei, zumal die Bedingungen für die Teilnahme in diesem Jahre noch erschwert worden sind. Es dürfen nur Flugzeuge in geschlossenem Verbände von drei bis sieben Maschinen teilnehmen, Einzel- meldungen sind nicht zugelassen. Damit wird der Grundsatz befolgt, die Gemeinschaftslei­stung vor die Einzelleistung zu stellen. Es ist wesentlich schwieriger, in geschlossenem Ver­bände die gestellten schweren Aufgaben restlos zu erfüllen, noch dazu, wo in diesem Jahr die Flug­strecke vergrößert worden ist. Der Zweck dieses Wett­bewerbes soll aber nicht die Erreichung von Höchst­leistungen eines einzelnen sein, sondern eine Prü­fung von Flugzeugen und Mannschaften. So sind auch für die Orter der einzelnen Maschinen be- sondere Aufgaben gestellt, die in die Auswertung des Wettbewerbs einbegriffen find. Flugzeuge, Pi­loten und Beobachter sollen also in diesem Wett­bewerb auf eine harte Probe gestellt werden.

An den wer Flugtagen soll über sämtlichen Gauen Deutschlands auf der 4700 Kilometer langen Strecke für die deutsche Luftfahrt geworben werden. Aus­gangspunkt und Ziel eines jeden Flugtaaes ist der Berliner Zentralflughafen Tempelhof. Auf allen Flugetappen sind noch zahlreiche Zwangslandeplätze anzusteuern, für diese Zwischenlandungen werden Punkte verteilt, so daß aus diesem größten flugsportlichen Ereignis Deutschlands wirklich nur die beste Mannschaft hervorgehen kann. Deutsch- lands Fliegernachwuchs wird hier vor eine harte Probe gestellt, die ganze Männer erfordert. Die Teil- nehmer müssen bis zum 20.Juni mit ihren Maschinen in Berlin eingetroffen sein. Für die Teilnehmer wird in der Nähe des Flughafens ein Gemeinschafts- lgger errichtet. Der Führer des deutschen Luftsports, Präsident Loerzer, wird vor dem Start den Wettbewerbsteilnehmern die letzten Anweisungen geben, die Leitung liegt in den Händen des Vize­präsidenten des DLV. Bauer de Betaz und des Abteilungsleiters Hübner.

Spanischer Kunstflieger tödlich abgestürzt.

Beim internationalen Kunstwettfliegen in Vincen­nes bei Paris ereignete sich ein tödlicher U n fall. Der spanische Flieger d ' A b r e u, der die Serien seine Kürflüge fast beendet hatte, stürzte beim Uebergang vom Rückenflug zum Messerflug mit Vollgas ab. Der Apparat ging in Flammen auf. d'Abreu war auf der Stelle t o t. Das Schieds­gericht beschloß im Einvernehmen mit den Fliegern den Wettkampf fortzusetzen.

Schrankenwärter tot aufgefunden.

Aus H a i g e r wird gemeldet: Als dieser Tage ein Personenzug den Bahnübergang an der Straße nach Langenaubach passierte, mußte der Lokomotiv­führer feststellen, daß die Schranke nicht geschlossen war. Er hielt den Zug an und begab sich in das Wärterhaus, wo er den Schrankenwärter auf dem Boden liegend t o 1 vorfand. Er war einem Schlag­anfall erlegen.

Schweres Fährunglück bei Kalkutta. Zahlreiche Todesopfer.

Auf dem Hoogly ist in der Nähe der Stadt Kal­kutta ein großes Fährboot von einem plötzlichen Windstoß erfaßt und zum Kentern gebracht worden. Es befanden sich 200 Personen an Bord. Wieviele davon den Tad gesunden haben, konnte infolge der durch das Unglück ausgelösten Verwir­rung noch nicht feftgefteUt werden. Man rechnet je­doch auf Grund der vorläufigen Feststellungen mit einer sehr hohen Verlustziffer. Sie dürfte sich auf etwa 100 Personen belaufen.

Umfangreiche Kirchendiebstähle russischer Beamten.

Nach einer Meldung aus Moskau hat die OGPU. in Nowgorod zehn Personen verhaftet, die in letzter Zeit Kirchendiebstähle ausge­führt haben. Es handelt sich um B e a m t e, die von der Sowjetregierung mit der Beaufsichtigung der Kirchenschätze beauftragt waren. Es wurden zahl­reiche Heiligenbllder, die mit Gold und Platin, Diamanten und Brillanten verziert waren, dieses wertvollen Schmuckes beraubt. Die Gold- und Pla­tinverzierungen haben die Diebe durch Kupfer und anderes minderwertiges M^ll ersetzt. Auch aus den Kirchensammlungen sind mehrere Kostbarkeiten ver- schwunden. Demnächst wird ein Prozeß statt- finden, da der Staat durch diese Diebstähle erheblich geschädigt worden ist.

Deutsche Kolonialausstellung in Köln.

Deutsche Himalaja-Expedition beginnt den Angriff auf den Nanga parbat.

Dem Drahtlosen Dienst, dem Nachrichtendienst des deutschen Rundfunks, ist ein neuer Bericht von der deutschen Himalaja-Expedition zuge­gangen. Der Leiter meldet den Beginn des eigent­lichen Angriffs auf den Nanga Parbat. Nachdem alle Lasten im endgültigen Hauptlager in 3600 Meter Höhe eingetroffen waren, wurde ohne einen Rasttag mit dem Angriff auf den Nanga Parbat begonnen. Am 27. Mai errichteten Bechtold, Wieland und Müllritter das Lager 1 in 4600 Meter Höhe auf dem Rakiot-Glet- scher. Die Eis- und Schneeverhältnisfe waren gün­stig, so daß sofort der Vorstoß nach Lager 4 beschlos­sen wurde. Dieses Lager soll auf der obersten Stufe des Rakiot-Gletschers in 5800 Meter Höhe angelegt werden. Am 30. Mai erreichten Aschen- b r e n n e r, Schneider, Welzenbach und Drechsel mit 24 Trägern das Lager. Arn 31. Mai brachen dann Bechtold, Müllritter, der Expe­ditionsarzt Dr. Vernarb sowie Kapitän San­ge rt, einer der englischen Begleitoffiziere, eben­falls nach Lager 4 auf. Am 1. Juni folgten Merkl und Wieland mit Kapitän Frier, dem treuen englischen Expeditionskameraden von vor zwei Jahren.

Der Angriff auf den noch niemals erstiegenen Nanga Parbat wird unter möglichster Ausnutzung der gegenwärtigen Schönwetterlage unternommen und zwar mit 30 Darjeeling-Leuten und 40 Hoch­trägern. Die Verbindung zwischen der Spitzen­gruppe der deutschen Himalaja-Expedition und dem Hauptlager wird durch einen Kurzwellensender auf­recht erhalten. Durch diesen Kurzwellensender wer­den auch die Berichte der Expedition für den deut-

scheu Rundfunk-Nachrichtendienst übermittelt. Vom Hauptlager werden die Berichte durch einen Post- schnellläufer in viertägigem Marsch über drei Hi­malaja-Gebirgskämme von 3 bis 4000 Meter Höhe nach Astor geschafft, von wo sie durch Kabel nach Deutschland gehen. Dieser Botendienst ist stets dadurch gefährdet, daß der Bote den Oberlauf d^s Indus bei Tätliche überschreiten muß. Das geht nur bei günstigem Wetter.

Die deutsche Himalaja-Expedition meldet schließ­lich, d nun auch Hans Hieronymus im Hauptlager eingetroffen ist, der Ersatzmann für den erkrankten Heinz B a u m e i ft e r. Mit ihm zu­sammen kam der deutsche Konsul Dr. Kapp aus Bombay in das Hauptlager der Willy Merkl- Expedition.

Schwere Tropenstürme über Zentralamerika.

WieAssociated Preß" aus San Salvador mel­det, bewegt sich ein neuer Wirbel st urm über dem Golf von Mexiko in Richtung auf die zentral- amerikanische Küste. Im Staat Chiapas (Mexiko) ft ü r 51 e ein Flugzeug im Sturm ab. Die sechs Insassen wurden getötet. Auch in Honduras haben schwere Regenstürme großen Schaden ange­richtet.

Erpresserische Brandstiftungen in französischen Rennställen.

Die Vereinigung der Trainer des französischen Pferderennplatzes Maison-Laffitte hat eine Klage gegen Unbekannt eingereicht, da in letzter Zeit in den Pferdeställen häufig rätselhafte Brände ausbrachen. Polizeiliche Ermittlungen erbrachten Gründe für den Verdacht, daß eine Bande von Erpressern in Drohbriefen die Brandlegung in den Ställen angekündigt hat, wenn nicht die Trainer gewisse Pferde gegen Zahlung

Der Reichskolonialbund veranstaltet mit der Kölner Messe- und Ausstellungs-GmbH, im Staa­tenhaus des Messegeländes in Köln in der Zeit vom 1. Juli bis 2. September eineDeutsche K o l o n i a l a u s st e l l u n g". Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Reichskolonialbundes und der Deutschen Kolo­nialgesellschaft, Gouverneur a. D. Dr. Schnee, des Reichsstatthalters General Ritter von Epp und des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklen­burg. Die Ausstellung wird am Deutschen Kolonial- gebenttag, dem 1. Juli, feierlich eröffnet und bildet so ben Auftakt zu ben großen Kundgebungen, die am 1. Juli und in der kolonialen Werbewoche im ganzen Reiche veranstaltet werden.

Vesihwechsel im llllstein-Verlag.

lieber Veränderungen im Verlag 11 [( kein in Berlin gibt der Verlag folgende Erklärung aus: Wie bereits im Herbst vergangenen Jahres aus Anlaß der Generalversammlung der Ullstein AG. verlautbart wurde, ist die Mehrheit der Aktien, die sich bis dahin in ausschließlichem Besitz der Familie Ullstein befand, in andere Hände übergegangen. Nunmehr hat die Familie Ullstein in Durchführung ihres im vergangenen Jahr gefaßten Entschlusses auch den ihr verbliebe­nen Minderheitsbesitz durch die Deutsche Bank unb Diskontogesellschaft an ein unter Führung dieser Bank stehendes Konsortium verkauft. Im Zu- ammenhang mit dieser Veränderung werden die Mitglieder der Familie Ullstein, die noch in der Verwaltung des Unternehmens tätig waren, aus ihr ausscheiden. Andere wesentliche Derände- runaen in der Leitung des Unternehmens find nicht beabsichtigt.