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chiert und daß ihr die Tugend der Vergangenheit ür künftig bewahrt. Seid Kameraden nicht nur innerhalb der Schutzstaffeln, sondern zu jedem deutschen Soldaten der Waffe und der Bewegung, wo auch immer er an einem Orte in Deutschland dient! Lebt und marschiert in Treue, Gehorsam und Kameradschaft!" Der Reichsführer schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer.

Regelung des SA.- und SS.-Oienstes für (Msenbahnbeamte.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Die Hauptver­waltung der Deutschen Reichsbahn hat eine Verfügung erlassen, in der im Einver­nehmen mit der Oberjten SA.-Führung eine Regelung des SA.- und SS.-Dienstes für Eisenbahnbeamte getroffen wird. In Zukunft wird das ständig unter die Dienstdauervorschriften fal­lende Personal des Betriebs- und Verkehrsdienstes bei der Reichsbahn, da gerade diesen Beamten Leben und Gesundheit der Reisenden anvertraut inö, im Interesse der Wahrung der Betriebs- icherung am Dienst in der SA. und SS. nur dann teilnehmen, wenn vor dem Wieder­antritt des Eisenbahndienstes eine Ruhezeit von mindestens zehn Stun­den zur Ausspannung und Erholung gewahrt bleibt. Nachdem dann die Verfügung im einzelnen noch festgestellt hat, welche Beamtenkategorien m diesem Zusammenhang dauernd oder vorübergehend in Betracht kommen, wird mitgeteilt, daß die Oberste SA.-Führung den SA.- und SS.-Gruppen empfohlen habe, allen im Reichsbahndienst tehenden SA. - Führern und -Män­nern, die infolge dieser Regelung für den SA.-Dienst doch nur verhältnismäßig selten ver- ü g b a r sein würden, ein ehrenvolles Ausscheiden aus der SA. nahezulegen. Den Betreffenden wird anheimgestellt, sich um Auf­nahme in den Bahnschutz zu bewerben.

Oie Mitgliedersperre für die NSDAP.

München, 9. Juni. (DNB.) ImVölkischen Beobachter" weist der Reichsschatzmeister ausdrück­lich darauf hin, daß während der Mitgliedersperre die Entgegennahme von Aufnahme- feinen bzw. Vormerkung zur Aufnahme in die NSDAP, gegen eine eventuelle Zahlung einer An­erkennungsgebühr durch Parteidienststcllen nicht statthaft ist. Die während der Mitgliedersperre bei Dienststellen bereits abgegebenen Aufnuhme- erklärungen werden vernichtet. Nach der Auf­hebung der Mitgliedersperre werden neue Aus­nahmebestimmungen erlassen werden.

Zulaffungssperre von Dertriebsstellen der Neichszeugmeisterei der NSDAP.

München, 9. Juni. (DNB.) Der Reichsschatz­meister gibt imVölkischen Beobachter" bekannt, daß die Zulassungssperre für Vertriebsstellen der Reichszeugmeisterei der NSDAP, für Bekleidunas- und Ausrüstungsgegenstände sowie Abzeichen bis einschließlich 31. Dezember 1934 verlängert ist.

Die Stadt der tausend Zelte.

Berlin, 10. Juni. (DNB.) Auf dem Tempel­hofer Feld bot sich den ganzen Sonntag über ein fröhliches Bild. 3 0000 Pimpfe des Jungvolks hatten die Stadt der tausend Zelte bezogen, die sie selbst aufgebaut haben. Am Mittag erschien Reichsminister Dr. G o eb b e l s, stürmisch begrüßt, in der Zeltstadt. Er besichtigte einen Teil der Lagerstadt und fuhr dann unter brausenden Heilrufen weiter. Auch Reichsjugendführer Bal­dur von Schirach stattete dem Lager einen Besuch ab. Nach der Besichtigung mischte er sich mitten unter die Pimpfe, um sich an ihren Spielen zu beteiligen. Die Zeltstadt, auf die die kleinen Baumeister sehr stolz waren, ist am Sonntag von etwa 1 10000 Berlinern besucht worden. Mit dieser hohen Besucherzahl hat sich das Jung­volk eine Einnahme verschafft, die es ermöglicht, die Zeltbahnen als Eigentum mitzunehmen. Es wird auch manche Mark übrig bleiben, die zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen gut an­gebracht werden soll.

Der Rot-Kreuztag in Berlin.

Berlin, 10. Juni. (DNB.) Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des Rotkreuztages in der Reichs- Hauptstadt stand eine Gefallenenehrung am Ehrenmal Unter den Linden. Dort legte am Mittag der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, SA.-Gruppenführer Herzog Karl Eduard von Sa ch s en-Koburg und Gotha in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. S a h m zum Gedenken an die Gefallenen und an die Opfer an Leib und Leben, die die Schwestern und Sanitätsmänner des Roten Kreuzes im Felde brachten, einen Lorbeerkranz nieder. Anschießend beteiligte sich der Präsident des Roten Kreuzes an der großen Sammelaktion, wobei der Herzog in den Hotels und Gaststätten einen guten Er­folg zu verzeichnen hatte. Mit den Sanitätsmännern und Helferinnen des Roten Kreuzes beteiligten sich auch die SA. und SS. an dem Verkauf der Abzeichen. In manchen Bezirken waren die Glas­plaketten aus dem Thüringer Notstandsgebiet bald vergriffen, so daß auf Restbestände früherer Sammlungen zurückgegriffen werden mußte.

Reinhards Programm zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit.

solche Frau. Damit aber ist die wichtigste Voraus­setzung dafür gegeben, daß die Industrialisierung nicht zur Schwächung der Volkskraft, nicht zur Verminderung, sondern zur Vermehrung der Zahl gesunder Kinder führt.

Wenn industrielle Betriebe aus anderen Teilen Deutschlands in Landgebiete verlegt wer- den, so dürfen sie keinesfalls ohne die Belegschaft verlegt werden. Denn sonst ist der Schaden auf der einen Seite ebenso groß ober oft größer als der Nutzen auf der anderen. Denn wenn einer Arbeiterschaft durch Verlegung des Betriebes die gewohnte Arbeitsgelegenheit entzogen wird, so fehlt in der Regel Oie Möglichkeit zu anderem Erwerbe. Wir muffen noch auf lange hinaus mit einem Ueberfluß an menschlicher Arbeitskraft rech­nen. Der städtische Arbeiter, der alles, was er im Haushalt braucht, mit Geld kaufen muß, ist absolut auf die Arbeitsstelle im fremden Betriebe angewie­sen. Wird sie geschlossen oder verlegt, so fällt er der öffentlichen Fürsorge zur Last. Die Erwerbs­losigkeit bedeutet für ihn auch Mangel an Beschäfti­gung. Er ist dem zerrüttenden Gefühle der Zweck­losigkeit, dem Nichtstun ausgesetzt. Durch Schaffung von Stadtrandheimen und Kleingärten kann das gemildert werden. Trotzdem bleibt die Lage der zurückgelassenen Belegschaft schlechter als es die der neuen Belegschaft wäre, wenn die Fabrik dort nicht errichtet wurde. Dieses Problem spielt ja auch bei der Aussiedelung von Industrie aus Großstädten und übervölkerten Bezirken eine Rolle. Es mag für den einzelnen Betrieb privatwirtschaftlich vorteilhaft sein, feinen Sitz zu verlegen und mit anderen Men­schen zu arbeiten; für die Volkswirtschaft ist die Ver­legung ohne Mitnahme der Belegschaft in der Regel ungünstig.

Die Forderung, daß die Industrialisierung einer Agrarprovinz zur Vermehrung ihrer Bevölkerung fuhren soll, wird am einfachsten dadurch erfüllt, daß die hereinkommenden Betriebe die bisher beschäftig­ten oder die zu beschäftigenden Menschen gleich mit­bringen.

Die Verlegung von Betrieben wird zweckmäßiger- weise das Hauptmittel zur Industrialisierung sein müssen. Denn der dritte Grundsatz lautet, daß da­durch keine wesentliche Vermehrung der gew er blich en Anlagen im Ganzen be­wirkt werden darf. Wir haben im Ganzen viel zu viel Industrie in Deutschland; und es besteht wenig Aussicht, daß sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Diese wirtschaftliche Grundtatsache dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren. Die größte Aufgabe der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist daher, Men­schen aus diesengewerblichen" Berufen herauszu­bringen und sie anders zu versorgen. Keinesfalls darf durch Vermehrung der industriellen Anlagen der bestehendeStrukturfehler" der deutschen Volks­wirtschaft vergrößert werden.

Gegenwärtig ist die wichtigste Aufgabe, die Men­schen, die nicht imMarkte" beschäftigt werden, das heißt die nicht durch Arbeit in fremden Betrieben oder durch Verkauf ihrer Leistungen Geld verdienen können, in die Selb st Versorgung zu brin­gen, das heißt in die Möglichkeit durch eigene Ar­beit den Bedarf ihrer Familie unmittelbar zu beschaf­fen. Dafür gibt es zwei große Gebiete: Land­wirtschaft und Haushalt. Beides ist ver­einigt im kleinbäuerlichen Betriebe, der ja nichts als eine Haushaltung mit Ueberschuß ist. Es ist zu geringerem Teil auch da gegeben, wo der städtische Haushalt mit einem Garten ober Acker verbunden ist. Völlig auf die Selbstversorgung kön­nen wir keine Familie mehr verweisen. Aber die teilweise Selbstversorgung ist die beste, dauerhaf­teste Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Denn Bauer und Hausfrau find niemalsarbeitslos"; sie können unterstützungsbedürftig fein, aber sie wißen stets eine nützliche (auch für die Gesamtheit nützliche) Be­schäftigung für sich und ihre Familienmitglieder.

Deswegen ist die von der Reichsregierung in größtem Maße in Angriff genommene Siedlung von einer gar nicht zu überschätzenden, segensrei­chen Bedeutung. Und deswegen ist die Vermehrung der landwirtschaftlichen Bevölkerung in den Agrar­provinzen noch weit wichtiger als die Anlage von Industrien. Siedlung! Siedlung! Das ist das A und O heute. Die Vermehrung der Kleinbauern, Halb­siedler, Kleingärtner wird von selbst zu einer Ver­mehrung auch der gewerblichen Bevölkerung führen. Denn jedes neue Dorf braucht Handwerker und Kaufleute. Und jede Sieblerschar gibt nebenbei Ar­beiter für solche Industrien, die in diese Gegend gehören: sei es, daß sie dort Rohstoffe gewinnen ober ausnutzen; beren Transport in ben Jndustrie- bezirk ungünstig wäre; fei es, baß sie Wasserfälle ober anbere Naturkräfte ausnutzen; sei es, daß sie besondere Absatzgelegenheiten (namentlich nach dem Auslande) vorfinden.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Vermehrung der gewerblichen Tätigkeit in agrarischen Gebieten. Sie werden auf die Dauer gut wirken, wenn sie dem Ziele untergeordnet werden, möglichst viele Men­schen aus der Stadt aufs Land, aus der Erwerbs­wirtschaft in die Selbstversorgung zu bringen und damit zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit beizu­tragen.

Reichsführer GG. Himmler in Frankfurt.

LPD. Frankfurt a. M., 9. Juni. Reichsfüh­rer Himmler besichtigte am Sonntag die 2. SS.- Standarte, ferner die Staffel I der 11. SS.-Motor­standarte, den Reservesturmbann, den Pionier- und Sani-Sturm sowie den Frankfurter Reitersturm des SS.-Oberabschnitts Rhein. Mit dem Reichs­führer waren der Führer des SS.-Oberabschnitts Rhein, SS.-Gruppenführer H e i ß m e i e r , so­wie der Führer des SS.-Oberabschnitts XI SS.- Oderführer Bigler zugegen. Auch zahlreiche Ehrengäste als Vertreter der Gauleitung, Der SA.« Obergruppe und -Gruppe, der Behörden, der Po­lizei und des Arbeitsdienstes wohnten dem Appell bei. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Reichsführer SS. Himmler die Front aller Formationen ab. Sodann richtete er an seine SS.-Männer eine Ansprache, in der er u. a. aus­führte:Es freut mich ganz besonders, heute in Frankfurt a.M. zu fein, wo ich im Jahre 1926 zum ersten Male die acht Mann aus Frankfurt a. M., Offenbach und Fechen- heim besuchte, die einer der ersten Trupps der Schutzstaffeln in Deutschland überhaupt waren, da- mals geführt von dem jetzigen SS.-Gruppenführer Weitzel. Vergeßt niemals, daß es nicht möglich ge­wesen wäre, den Appell der heutigen Standarte abzuhalten, wenn es nicht ehedem Männer gegeben hätte, die trotz Hohn und Spott, trotz Not, Er­werbslosigkeit und Wunden für die Idee Adol Hitlers gekämpft hätten, wenn nicht die alten Sol- Daten der Bewegung, der SA. und SS., gewesen wären. Wir werden unüberwindlich sein, wenn wir das bleiben, was wir waren, als wir gesiegt haben, nwnn wir Nationalsozialisten bleiben. Ich verlange von euch, daß ihr als Nation mar-

München, 10. Juni. (DNB.) Vor der Kom­mission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, führte Staatssekretär Reinhardt u. a. aus: Damit das Schwungrad der Wirtschaft in Bewegung komme und bleibe, müßten erstens Wirtschaft und Volk zur Staatsführung unbedingtes Ver­trauen haben, zweitens müsse der Staat durch geeignete Maßnahmen zur Deckung vorhan­denen Bedarfes anregen und drittens müsse der Staat die Umschichtung durchführen, die eine Gesundung der Lebensgrundlagen des Volkes bedingen. Der Staatssekretär wies darauf hin, daß Arbeiten im Rahmen des Arbeitsbeschaf- ungsgesetzes vom 1. Juni 1933 sich bis zum Früh­jahr und Sommer 1935 erstrecken werden. Die Haushaltslage der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände ergebe 1934 gegenüber dem Vorjahr eine Verbesferu'ng von insgc« amt 453 Million en. Bei dieser Verbesse- rung könne von den Ländern, Gemeinden und Ge- meindoverbänden verlangt werden, daß sie mit einem Grundförderungssatz der Arbeitslosenversiche­rung von 2.50 Mark je Tag und Mann zufrieden eien und auch dazu übergingen, öffentliche Arbeiten aus eigenen Mitteln ohne Grundförderung zu finanzieren. Die Begrenzung der Grundförderungssumme auf 310 Millionen Mark fei aufgehoben worden. Die Arbeitslosen- ; iffern würde allein infolge der Auswirkung dieser Maßnahme in den nächsten Wochen um weitere 300000 Mann sinken. Die Gewährung von Grundförderung dürfe aber zu keiner Dauerein­richtung werden, sondern solle nur arbeits­losen Volksgenossen, die anders noch nicht Arbeit finden können, die Notstands­arbeit bringen.

Der Redner betonte weiter, daß zu den gegen­wärtig in der Landwirtschaft untergebrachten 116 000 Land Helfern und Land Helferinnen weitere 300 000 hinzukommen könnten, was wieder eine Entlastung des Arbeitsmarktes um 300 000 be­deuten würde. Durch das Gesetz zur U e b e r f ü h- rung weiblicher Arbeitskräfte in d i e H a u sw i r t s ch a f t sei bereits eine dauernde Ent­lastung des Arbeitsmarktes um 100 000 erreicht. Durch das Gesetz zur Förderung der Ehe- schlletzungen sei eine unmittelbare Verminde­rung der Arbeitslosigkeit um 200 000 erzielt. Dazu komme die bedeutende Belebung in der Möbel- und Hausgeräteindustrie, die mit ebenfalls 200 000 anzunehmen sei. Diese Be­lebung werde dauernd sein, denn die Ehestands­darlehen sollen gewährt werden, solange es heirats­fähige Arbeitnehmerinnen gebe. In Auswirkung des Gesetzes zur Förderung Der Eheschließungen würden jährlich auch 200000 Kleinwoh­nungen mehr gebraucht werden als bisher. Vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes werde allein in seiner Auswirkung der Arbeitsmarkt eine Entlastung um eine Million Menschen erfahren haben und der jährliche Finanzbedarf der Arbeitslosenhilfe um 50 0 Millionen Mark gesunken sein.

Die Maßnahmen zur Verminderung der Ar- beitslosigkeil würden ergänzt durch eine durch­greifende Zinssenkung und durch einen Umbau der Steuern und eine weitest­mögliche Senkung der Steuersätze. Mit der Zinsfenkung werde gegenwärtig be­gonnen. Die Steuerreform werde im herbst 1934 erscheinen. Die neuen Steuergesehe wür­den zum größten Teil am 1. Januar 1935 in Kraft treten. Staatssekretär Reinhardt schilderte weiter die Maßnahmen zur orga­nischen Senkung des Zinsfußes auf 4 v. h. und verwies auf die 4prozentige Anleihe des Deutschen Reiches von 1934. Es sei zu wünschen, daß alle Besitzer von Anleihe

des Deutschen Reiches von 1929 und alle Be­sitzer von Reubesihanleihe von dem Umtausch­angebot Gebrauch machten und daß alle an­deren Volksgenossen, deren wirtschaftliche Lage es erlaube, sich an der Zeichnung der 4prozen- tigen Anleihe beteiligen. Eine sicherere Geld­anleihe fei undenkbar.

Der Staatssekretär verwies ferner darauf, daß das «Steueraufkommen sich ausge­zeichnet entwickele. Es fei in den Monaten April und Mai um rund 150 Millionen Mark grö­ßer gewesen, als in den entsprechenden Monaten des Rechnungsjahres 1933. Diese Entwickelung werde sich auch in den Länder- und Ge­meindehaushalten außerordentlich günstig auswirken. Ganz besonders gut schlössen diejenigen Steuern, in denen sich der Aufschwung der Wirtschaft spiegele. Allein das Aufkommen an U m f a tz st e u e r fei im April und Mai um 60 Millionen größer gewesen als in den beiden ersten Monaten des Vorjahres. Man könne annehmen, daß die Umsätze im März und April 1934 3 b i s 3, ^Milliarden Mark mehr betragen haben als in den gleichen Monaten 1933 und daß die Umsätze im gesamten Jahr 1934 wahrscheinlich u m 15 bis 20 Milliarden Mark höher sein werden als im gesamten Jahr 1933.

Staatssekretär Reinhardt schloß: Die Zahl der Arbeitslosen betrage heute noch 2,5 Million?». Es werde gelingen, diese Zahl in den n ä ch- st en Monaten um rund 1 Million z u vermindern, im kommenden Win­ter von einem Wiederansteigen über 2 Mil­lionen verschont zu bleiben, und es werde gelingen, die Arbeitslosigkeit innerhalb längstens zweier Jahre so gut wie re st los zu beseitigen, wenn alle Volks­genossen im Rahmen der Richtlinien der Reichs­regierung ihre Pflicht tun. Ihm schwebe über den Rahmen aller bezeichneten Maßnahmen hinaus eine weitere große Maßnahme vor, die zu einer fast vollständigen Beseitigung der Arbeitslosigkeit, wahrscheinlich schon innerhalb eines Jahres, führen würde. Er fei überzeugt, daß die Reichsregie­rung sich zur Durchführung auch dieser Maß­nahme entschließen werde, sobald sie bis zur letzten Schlußfolgerung durchdacht und der Ge­dankengang als richtig anerkannt sei. Wir haben allen Anlaß, der Zukunft frohen Mutes und voller Zuversicht entgegenzusehen.

Der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen, Keppler, sprach dann überGrundsätze der nationalsoziali­stischen Wirtschaftspolitik". Die Bewegung ist, so erklärte der Redner, eine politische geblieben und hat die Wirtschaft bewußt nicht an erste Stelle ge­setzt, sonst hätte der schwere Kampf der letzten Jahre nicht mit dem Erfolg geführt werden können. Ein Wirtschaftsprogramm im landläufigen Sinne kennt die Partei auch heute nicht. Was für uns feftliegt, sind nicht Grundsätze für das Durcheinander der Alltagsfragen, sondern liegt auf weltanschaulichem Gebiet. Wir sehen immer mehr, daß die Erkennt­nisse aus dem politischen Leben auch im Wirtschafts­leben ihre Anwendung finden müssen. Die Idee der Volksgemeinschaft verlangt von jedem in der Wirtschaft höchstes Derantwortungsbewußtsein, höchste Achtung vor der Arbeit und dem Arbeiter. Der erste Blick gilt bei uns immer dem schaf­fenden Menschen, dann erst darf an die Sach­güter und das Kapital gedacht werden. Der Schwer­punkt des Wirtschaftslebens kann nicht beim Staate liegen. Das freie Spiel Der Kräfte muh in Industrie und Gewerbe immer mehr zum Durch­

bruch kommen. Dagegen Dürfen wir den Bauer nicht der Tücke des Alltags ausliefern. In der Wirtschaft muß alles Schritt für Schritt erkämpft werden. Un­sere schärftten Waffen in diesem Kampfe sind der Glaube an die Zukunft und das Vertrauen auf den Führer.

Oer Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Köhler, gab eine längere Betrachtung über das Thema Politischer Sozialismus". Der Redner sieht in dem Nationalsozialismus eine Empörung des lebendigen Gefühls Des Volkes Dagegen, daß von der Wirt­schaft aus das ganze Leben des Volkes bestimmt werden sollte. Diesem Materialismus galt und gilt unser Kamps. Das letzte Wort hat in allen Fragen, bei denen es sich um das Leben des Volkes handett, die Politik zu sprechen. Die Politik, nicht die Wirtschaft, ist die Vollstreckerin dieses Willens. Der Sozialismus kann nicht in einem Wirtschaftssystem bestehen. Sozialismus ist größte Tüchtigkeit, größte Leistung, beste Vorausschauung auf die Zukunft nach jeder Richtung. Die Wirtschaft muß einteilen, muß Vorsorgen, muß Vermögen bilden, weil das Volk in der Zukunft wachsen muh. Darin liegt die Verbindung der Wirtschaft mit dem Schicksal des Volkes. Wir müssen eine politische Gestaltung des Volkes haben, Die Den Sozialismus verbürgt. Jedes Volk hat die Wirtschaft, Die feinem politischen Zu- stand entspricht. Die politische Gestalt haben wir, der zweite Teil der Aufgabe ist erst angefangen.

Oie faschistische Bewegung in Frankreich.

Das jungeFrankreich fordert Verständigung mit Mussolini und Deutschland.

Paris, 10. Juni. (DNB.) Arn Samstag be­gann Die erste Jahrestagung DerFranzösischen faschistischen Bewegung", Die Den NamenFran- cisme" führt und von Marcell BucarD ge­leitet wirD. In einem vollbesetzten Pariser Ver­sammlungssaal, Der unter dem Schutz von 500 Blauhemden stand, die durch Handhochheben grüß­ten, kamen drei Redner zu Wort. Im Namen Der jungen Generation entwickelte Bertram Motte Die ForDerungen Der französischen JugenD, Die a n Stelle Des Parteigezänks etwas Neues wolle. Nach ihm verlas Der Direktor Der lothrin­gischen ZeitungLa Voix Lorraine", Rens Fery, das Programm Der französischen Faschisten. Der Führer Des Francisme Marcell BucarD schilDerte Den Werdegang Der Bewegung, Die im Herbst 1933 entftanD, bekannte sich als revolutionär, bezeichnete den^Faschismus als Die moDerne Staats» a u f f a s s u n g unD wies auf Die NotwenDigkeit einer geiftigen Umftellung zum hero­ischen Leben hin. Erstes Ziel sei das vollkom­mene Bündnis mit Mussolini, als zweites Ziel solle die Verständigung mit Deutsch­land erstrebt werden. Diese Stelle der Rede brachte dem Redner ebenso großen Beifall ein, wie ein späterer Ausruf, daß sich die Faschisten nicht scheuen würden, gegebenenfalls mit dem Gewehr auf Die Straße zu gehen. BucarD schloß mit Der Verurteilung Des Parlamentarismus und einem Appell an die Jugend. Er teilte mit. Daß der faschistischen Bewegung jetzt 20 000 Mit­glieder angehörten. Darauf erfolgte eine feierliche Fahnenweihe. Mit dem Ruf:Es lebe Frank­reich!" war die Versammlung zu Ende.

Oie innerpolttische Auseinandersetzung.

Ein unruhiger Sonntag in der französischen Provinz.

Paris, 11. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Am Sonn­tag haben sich in mehreren französischen Provinz­städten Zwischenfälle und Zusammenstöße politischer Gegner ereignet. Die ernstesten Vorfälle waren in Cambrai zu verzeichnen, wo eine Veranstaltung derFeuerkreuzle r", einer Frontkämpferver­einigung, Gegenkundgebungen der Lin- k e n heroorriefen. Als sich die aus Lille, Roubaix und Tourcoing kommenden Feuerkreuzler in ge- schlossenem Zuge ins Versammlungslokal begeben wollten, warfen Angehörige der Linksparteien Steine gegen sie. Die Versammlung der Feuerkreuz­ler selbst konnte dann ungestört stattfinden. Beim Abmarsch traten aber erneut Zwischenfälle ein. Eine Abteilung berittener Gendarmerie erlebte die un­angenehme Ueberraschung, daß linksstehende Ele­mente Korken auf die Straße schleuderten, um die Pferde zum Straucheln zu bringen. Die berittene Gendarmerie säuberte die Straßen.

In Roubaix griffen marxistische Zeitungsver­käufer Jungpatrioten an, dje ihre Zeitung feil­boten. Drei Jungpatrioten wurden mit Gummi­knüppeln geschlagen und suchten in einem Laden Zuflucht, der daraufhin von den links­stehenden Elementen mit Steinen bewor- f e n wurde. Ein ganz ähnlicher Vorfall ereignete sich in Denain, wo 15 Zeitungsverkäufer der Jungpatrioten von einer zehnfachen Uebermacht der Linken angegriffen wurden. Sie suchten in einer Polizeiwache Schutz. Als sie die Wache verliehen, war Die Menge inzwischen auf 500 Personen an- gewachsen und die Jungpatrioten mußten aufs neue Unterschlupf suchen. Gendarmerieverstärkung wurde in Anspruch genommen, um die Ordnung wiederherzustellen. Eine Anzahl Kundgeber wurde verletzt. In Valenciennes mußte die Gen­darmerie einschreiten, als etwa 350 Marxisten nach einer antifaschistischen Versammlung einen Straßen- umzug veranstalten wollten.

Das neue belgische Kabinett.

Brüssel, 9. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Graf de'Broqueville hat feine Verhandlun­gen über die Neubildung des Kabinetts abgeschlos­sen. Außenminister wird der bisherige Finanz­minister I a s p a r , der schon in den Jahren 1920 bis 1924 dieses Amt leitete und Präsident der Haa­ger Reparationskonferenz gewesen ist. Das Finanz­ministerium wird der flämische Minister S a p über­nehmen. Der zweite Vertreter der flämischen Wirt­schaft in der Regierung, Minister van Cauwe- iaert, wird zu dem Jndustrieministerium, dem er bereits vorsteht, voraussichtlich noch das Landwirt­schaftsministerium übernehmen. Koalitionsmähig weist die neue Regierung gegenüber der vorher­gehenden keine Veränderung auf. Das neue Mi« nifterium wird seine Hauptaufgabe in der Ord­nung der Wirtschaft und der Finan­zen sehen. Es ist deshalb von besonderer Bedeu­tung, daß die Flamenführer Sap und van Gau- welaert die beiden für die genannte Aufgabe wich« tigften Posten übernehmen. Man spricht davon, daß die Regierung vom Parlament für die Durch­führung ihrer Aufgaben sich Sonderoollrnach'