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Aus -em Reiche -er Krau

Gemüse und Obst im April

Durch falsches Klopfen leidet der Tepp ich ganz erheblich. Klopft man ihn Zuerst von der Rückseite, so wird schon der gröbste Staub und Schmutz ent­fernt, und es genügt ein leichteres Klopfen und Ab- bürft'en der Vorderseite. Der Teppich wird dadurch sehr geschont. Zu harte Bürsten schaden dem Tep­pich.

Haushalt verlangt.

. Der Beruf der Gärtnerin hat sich als nicht

man einige Tage in Essig stehen und entfernt ihn dann durch Schütteln. *

Mull- und Boilewäsche. Man spült, um den Wäschestücken etwas Appretur zu geben, in Zuckerwasser. Man gibt auf ein Liter Wasser zwei Eßlöffel Zucker, den man gut verrührt, bevor man die Stücke eintaucht.

Regenflecke. Um Regenflecke aus Tuch- oder Wollkleidern zu entfernen, mischt man ein wenig Weinsteinöl mit einem halben Liter Regenwasser in einem Glase durcheinander und trägt es mit einem Leinenläppchen auf die Regenslecke auf. Hierauf streicht man mit dem trockenen Tuche den Stoff dem Striche nach ab. Nun wird ein Tuch darübergebrei­tet und mit einem warmen Eisen gebügelt. Sind Lackschuhe durch den Regen unansehnlich geworden, so reibt man sie mit Terpentinöl ein; man bekommt sie damit wieder schön blank.

*

Das Sauerwerden von Milch. Um es zu verhüten, sollte die Milch sofort nach Erhalt ab­gekocht werden, wozu man sich eines nur dazu be­stimmten, sauber gereinigten Milchtopfes bedient. Ist sie erst einmal darin sauer geworden, so muß das Gefäß gründlich ausgekocht werden, wozu man kaltes Bleichsodawasser nimmt. Ausgewaschen, laßt man das Gefäß dann noch mit kaltem Wasser einige Stunden stehen.

D e r S a l z st r e u e r ist verstopft, weil das Salz Feuchtigkeit angezogen hat. Man vermischt, um die­ses zu vermeiden, das Salz vor dem Einfüllen mit einer Messerspitze Mondamin.

Nagelbürsten werden durch Seifenreste, die darin hängenbleiben, leicht weich. Um ihnen wieder Festigkeit zu geben, legt man die Bürsten von Zeit zu Zeit einige Stunden in kaltes Wasser, dem man etwas Salz beigefügt hat (mindestens einen Eßlöffel auf einen Liter Wasser).

Bald sind die schlimmsten Wochen für die sor­gende Hausmutter vorüber. Das Kopfzerbrechen über die notwendige und wünschenswerte A b - wechflung des Küchenzettels hört in kur­zem auf, bald kommt das junge Grün, kommt der Frühling auch in die Küche.

Noch immer bietet der Markt an deutscher Ware: Weißkohl, Rotkohl, Möhren, Schwarzwurzeln, Sellerie, Porree, aber das ist nichts Neues, so wenig wie der Sauerkohl und die Hülsenfrüchte. Die Kar­toffel muß in ihrer so reichhaltigen Veränderungs­möglichkeit helfen. Die neue Kartoffel, die schon aus den Markt kommt, ist für den Durchschnitthaus­halt unerschwinglich und auch nicht nötig.

Aber schon meldet sich der Spinat, den der vorsorgliche Gärtner im Herbst ausgesät hat, der jetzt aus seinem Winterschlaf unter der schützenden Schneedecke erwacht ist und sich bietet. Dieses nahr­hafte und gesunde Gemüse wird leider so oft ab­gelehnt, namentlich auch die Kinder, denen er um seines Eisengehaltes so nottut, mögen ihn selten. Da gilt es erfinderisch zu sein, den Geschmack ver-

deckten Tisch und zwei vorgerichtete Mahlzeiten, weiß die erwerbstätige Mutter ihre lebhaften Kin­der für den Sonntag wohl aufgehoben, so ist ihnen ein Wochenende, wie sie es wirklich brauchen und bisher erfolglos wünschten, gesichert. Dann ist auch mit Bestimmtheit zu erwarten, daß sie eines Tages gern an der Führung durch ein Museum teilnehmen, einen Gemeinschaftsausflug mitmachen, gute Bücher lesen, für belehrende Vorträge Interesse zeigen kurz, bereit werden zur Aufnahme von Kultur­gütern, die heute der ganzen Volksgemeinschaft zur Verfügung stehen. M. L.

Leinen im neuen Licht

23on Kans Oechsner, Berlin.

Leinen war lange von der Nachfrage vernach­lässigt worden. Jetzt ist das gute altbewährte Leinen, das die A u s st a t t u n g s t r u h e n unserer Großmütter füllte, wieder in das Licht der allgemeinen Beachtung gerückt. In der ganzen Welt hat das Interesse für Leinen zugenommen, ins­besondere verzeichnen England und Belgien neben Deutschland einen vermehrten Leinenbe­darf. Das Angebot an Rohflachs muß dem ver­mehrten Bedarf gegenüber als knapp bezeichnet werden. Bedeutendes Rohflachserzeugungsland ist Rußland. Da Rußlands Neigung dahin geht, in immer stärkerem Maße Rohflachs in eigenen Fabri­ken zu verarbeiten, beschränkt es dementsprechend die Ausfuhr von Rohflachs. In diesem Zusammen­hang begrüßen wir die Maßnahmen unserer Regie­rung und die Bemühungen unserer Landwirtschaft, die auf einen verstärkten Flachsanbau in Deutschland hinzielen. War doch die Flachserzeu­gung bei uns derart zurückgegangen, daß wir, selbst bei verringerter Nachfrage nach Leinen, nur noch einen geringen Bruchteil unseres Bedarfs aus eige­ner Erzeugung decken konnten. In dem Bestreben, jeden Bedarf möglichst aus eigener Erzeugung zu befriedigen, ist bereits im Vorjahre der Flachs­anbau in Deutschland ausgedehnt worden. Für 1934 ist eine weitere Ausdehnung dringend zu for­dern. Der deutsche Flachsbauer braucht um den Absatz des Rohflachses nicht besorgt zu sein, wenn er hört, daß in den letzten drei Monaten neben den vollarbeitenden Flachsspinnereien wieder drei weitere bis dahin still liegende Betriebe die Arbeit aufnehmen konnten, daß die Webereien in flotter Tätigkeit sind und daß die Nachfrage nach Leinen­waren im Frühjahrsgeschäst sehr lebhaft ist. War doch auch auf der Leipziger Textilmesse das Ge­schäft in Leinen besser als im vergange­nen Jahre. Die Bestellungen kamen in der Hauptsache aus dem Jnlande.

Der Auftrieb in der Leinenindustrie geht m

Feierabend der Frau.

Die Freizeitgestaltung der Arbeiterin und Angestellten.

Es ist ein Unterschied zwischen dem Feierabend der industriellen und der gewerblichen Arbeiterin, der kaufmännischen Angestellten, der ledigen und der verheirateten Frau; die Formen der Freizeit­gestaltung in kleinstädtischer Umgebung, im länd­lichen Milieu weichen ab von denen der Großstadt.

Gemeinsam ist allen Berufskategorien der schaf­fenden Frau, den Jungen und den Alten, den Gestrigen und den Morgigen einzig der Wunsch: nach einer Regelung, die ihnen Z e i t z u r S e l b st- b e s i n n u n g läßt. Das wird begreiflich, wenn man abseits von Theorien und sogenannten objek­tiven Betrachtungsweisen sich neben die Arbeiterin stellt, mit ihr für Momente lebt und werkt; dann weiß man und fühlt man mit einem Male, daß das kostbarste Gut dieser Frauen die Zeit ist: die Freizeit, die zwei, drei Stunden am Werk­abend, dieses Viertel oder Drittel Samstag, dieser Sonntag, dem sich alle entgegensehnen. Mag die Tätigkeit noch so dankbar, die Arbeitsstätte noch so freundlich, der Arbeitgeber noch so verständnisvoll sein, mögen Aufstiegsmöglichkeiten, Mehrverdienst, Arbeitsintensität und Tempo beflügeln, der beste Schrittmacher aller gehobenen Leistung ist das freie Wochenende.

Das ist etwa das Fazit, das die Berichterstatterin zieht, nachdem zahlreiche Gespräche, persönliche vor­sichtige Sondierungen ihr die Kenntnis um die Feierabendwünsche der deutschen Ar­beiterin vermittelt haben. Der alltägliche Nach­mittag und Abend ist als Freizeit kaum zu rechnen. Er beginnt selten nur bei der gehobenen Ange­stellten vor 17 oder 18 Uhr, das Tagewerk der Arbeiterin, deren Betrieb schon um 16 Uhr schließt, nimmt seinen Anfang zwar entsprechend früher, aber die Verschiebung um eine oder zwei Stunden muß durch frühzeitiges Zubettgehen ausgeglichen werden. Soll die Arbeitsleistung des nächstfolgenden , Wochentags vollwertig fein, darf man im Durch­schnitt kaum mehr als zwei bis drei Stunden täg­liche Freizeit in Ansatz bringen. Diese freie Zeit, von der in der Großstadt und vielfach auch in ländlichen Wohnsiedlungen längere Heimwege ab­gehen, wird reichlich ausgefüllt durch Wirtschafts­einkäufe und häusliche Verrichtungen. Alle berufs­tätigen Frauen jeder Altersstufe, Verheiratete und Ledige, werden durch die Hauswirtschaft nebenberuflich beansprucht.

Niemals darf die Mutter, und sei sie noch so beschäftigt und von den Sorgen des Alltags in Anspruch genommen, das Kind von sich weisen, wenn es sich mit einer Frage an sie wendet.

Laß mich in Ruh!" undFrage nlcht so dümm!" oder sogar ein Klaps auf em Kinder- Händchen sind keine Antworten. Ein Kinderseelchen wird durch falsche Behandlung verschüchtert und verstört und wagt schließlich nicht mehr zu fragen. Es wird durch ein solches Verhalten seiner Mutter in seiner Entwicklung gehemmt und aufgehalten. Gerade die sensiblen zarten Kinder leiden unter solchem Verhalten der Mutter. Die Mutter hat nach kurzer Zeit den Zwischenfall vergessen das Kind trägt aber oft lange daran.

Solche Kinder gibt es viel mehr, als man glauben mag. Das ist aber traurig, traurig für die Mutter der Kleinen, in deren Händen ihre Erziehung ruht.

Die energischen Kleinen aus der Kinderschar werden sich aus dem Abwehren der Mutter, einem Schelten, einem Klaps vielleicht nicht soviel machen und trotzdem mit neuen Fragen kommen. Aber auch sie werden einmal verstummen, wenn ihnen niemals eine rechte Antwort wurde.

Wir Mütter haben ein großes, schönes Amt, und wir müssen unsere ganze Kraft und Freudigkeit daran setzen, dem Kinde die Kinderzeit zu einem großen, unvergänglichen Erlebnis werden zu laßen. Kinder, die mit ihren Fragen immer fortgewiesen wurden, werden auch später, wenn sie größer sind, ihr Wissen aus anderen Quellen schöpfen, weil die eigene Mutter ja niemals eine Antwort hatte.

Wißt ihr Mütter, was dies alles für traurige Folgen haben kann? Daß das schöne Ver­trauensverhältnis von Mutter zum Kind, vorn Kind zur Mutter, einmal zerstört, selten wieder herzustellen ist?

Wir dürfen es uns nicht unbequem werden laßen, dieses Fragen des erwachenden kleinen Menschen. Es schadet auch nicht, wenn wir Mütter, angeregt durch die Fragen des Kindes, einmal wieder Nach­schau in eigenen alten Schulbüchern halten und Vergessenes wieder auffrischen.

Wenn ich manchmal mit meinem kleinen Zungen auf einem Spaziergang war und er unermüdlich fragte und ich antwortete, wurde 'ch von anderen Müttern gefragt,wie ich das fertigbrachte. Sie seien von diesen ewigen Fragen ihrer Kinder of ganz durcheinander und viel zu nervös, um zu ant­worten. Ich kann nur sagen, daß man auf einem Spaziergang sich nur seinem Kinde widmen soll

den; nur blühen darf er nicht, dann wird er bitter, die Knospen sind mit der Schere zu entfernen. Ker­bel, fein gefchnitten, ist ein erfrischender Belag aufs Butterbrot. Kerbelsuppe ist erfrischend, schnell und billig herzustellen: eine leichte Brühe oder Wasser mit einem Stück Butter oder Margarine aufkochen lassen, den feingeschnittenen Kerbel hinzutun (eine gute Handvoll für drei bis vier Teller Suppe), er darf nur einmal aufwallen und dann die Suppe mit einem Eigelb abziehen; soll das Ei gespart werden, verquirlt man etwas Mehl vorher mit der Flüssig­keit, ehe der Kerbel hinzukommt. Vor dem Anrichten der Suppe gibt man geröstete Semmelbröckchen hinzu.

An deutschem D b ft bleiben die letzten Aepfel, Eingemachtes, Konserven und getrocknete Früchte. Aber schon meldet sich der R h a b a r b e r , der auch bei uns im Treibhaus gezogen wird. Beim Rha­barber denkt aber die Hausfrau auch an die gesunde, nahrhafte Rhabarbergrütze, die mit dem deutschen Edelsago hergestellt und mit kalter Milch oder Sahne genossen, eine erfrischende und beliebte Abendsuppe für groß und klein ist.

Ländliche Frauenberufe.

Von Lotte Grabowski.

bessern; schon gibt es den ersten Sauerampfer, den man zwischenkochen kann, ein Stück Porree mitgekocht und durchgedreht oder eine Zwiebel, fein- gewiegter Hering, ein paar Sardellen zugesetzt, geben einen pikanten Geschmack. Statt der so be­liebten und mit Recht ebensooft abaelehnten Ein­brenne soll sich die Hausfrau die Mühe machen, Semmelbrösel in Fett oder Butter zu rösten und mit dem Spinat aufkochen zu lassen. Geröstete Sem­melscheiben statt Kartoffeln zu geben, ist eine an­dere Abwechselung.

Der allgemeinen Landflucht der vergangenen Jahrzehnte ist eine Zeit der Selbstbesinnung ge­folgt. So mancher Arbeitslose in unseren Städten hatte mehr als ihm lieb war Muße, an feine auf dem Lande verlebte frohe Kinderzeit zurückzu­denken. Eine neue Wertung begann und der Ruf: Zurück aufs Land'/ fand lebhaften Wider­hall. Das wirkt sich auch in der Berufswahl aus.

Für den Beruf der ländlichen Wirtin ist Grund­bedingung die zweijährige Lehrzeit in einer aner­kannten oder zugelassenen Lehrwirtschaft mit an­schließender Lehrlingsprüfung vor der Landwirt­schaftskammer; sie ist auch die beste Vorbildung für die meisten anderen ländlichen Frauenberufe. Die beste Eignung hierfür bringen naturgemäß vom Lande stammende Anwärter mit, aber auch manche Städterin, die neben einer guten Gesundheit, Sinn für die Natur und ein Herz für Kinder und Tiere besitzt, wird hier in anstrengender aber erfolgreicher Arbeit ihre Befriedigung finden.

Um Lehrerin der landwirtschaftlichen Haus­haltungskunde zu werden, schließt man an die zwei­jährige Lehrzeit auf dem Lande zwei Seminarjahre auf einer wirtschaftlichen Frauenschule auf dem Lande an, evtl, nach Absolvierung des Frauen­dienstjahres. Die Betätigungsmöglichkeit nach er­folgter Ausbildung und Ablegung eines Lehrprobe­jahres ist sehr vielseitig: Als Lehrerin an den Mädchenklassen der landwirtschaftlichen Winter­schulen, an landwirtschaftlichen Haushaltungsschulen an wirtschaftlichen Frauenschulen auf dem Lande, zur Abhaltung von Wanderkursen, um der weib­lichen Landbevölkerung Unterricht im Kochen, Ein­machen, Schneidern, Weißnähen usw. zu erteilen.

Einer der neuesten Frauenberufe, die Siedler- b er ater in, baut sich auf der Vorbildung der Lehrerin der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde auf. Bei der schwierigen Wirtschaftslage, jn der sich die meisten Siedlungen befinden, ruht eine unge­heure Arbeitslast auf den Schultern der Siedler­frau. Ihr hierbei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie in rationeller Haushaltführung zu unterweisen, ist eine schwere aber lohnende Arbeit, da von der Tüchtigkeit die Siedlerfrau zum großen Teil die Lebensfähigkeit der Siedlung abhängt.

Auch die G u t s s e k r e t ä r i n gebraucht zur Ausübung ihres Berufes neben Stenographie, Schreibmaschine, Beherrschung des landwirtschaft­lichen Buchführungswesens, Lohnberechnungen, Ver­sicherungswesen, gute landwirtschaftliche Vorkennt­nisse. Nur aus ihnen heraus wird sie in der Lage fein, sich die richtige Stellung den Leuten gegenüber zu verschaffen, gehört doch auf kleineren Betrieben auch häufig Hof- und Speicheraufsicht in ihr Tätig­keitsfeld. Sind Spezialkenntnisse in der Hühnerzucht, der Gärtnerei oder der Bienenzucht vorhanden, so werden sich hierdurch die Anstellungsbedingungen verbessern. Oft wird auch gelegentlich Mithilfe im

Handtüchern, Tischtüchern, Taschentüchern, sogar von Scheuertüchern mit einer Kette aus Leinen­garn u. a. m. Beachtlich sind die großen Behörden­aufträge (Leinendrillingsanzüge usw.), auch der Handel gibt gute Bestellungen auf Wattierleinen für die Fertigkleidung und vieles andere.

Zu einem nicht geringen Teil unterstützt die sonst so launische Mode das Leinengeschäft. K l eider- leinen in allen Ausführungen und Farben wird das Modebild im Frühjahr und Sommer beherr­schen: derbes Rohleinen, knitterfreies Leinen, Leinen mit Seide, Kunstseide, sogar mit Wolle gemischt gestattet eine vielseitige Auswahl. Ist es bei der Beliebtheit von Leinen erstaunlich, daß auch der Jumpe r", die volkstümliche Ueberziehbluse, und andere Wirkwaren aus Leinengarn hergestellt wer­den! Dazu bringt das große Gebiet der Hand­arbeiten, der Gardinen, der Vorhänge usw. sehr anregende Neuerungen aus Leinen und Leinen­gemischen. Obwohl die Preise für Rohflachs ange- zogen haben, haben sich die Preise für Garne und Gewebe noch kaum verändert. Die Industrie tut alles, um Preissteigerungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Die vorteilhaften Eigenschaften des Leinens scheinen dafür zu sorgen, daß die Kunden, die einmal Seinen kaufen, auch dem Seinen treu bleiben.

Der junge Arbeiter hat Zeit zur Sportausübung, zur Teilnahme an abendlichen Veranstaltungen, seine Mutter oder Schwester muß indessen häuslichen Arbeiten nachgehen. Mit der Tatsache der geringen täglichen Freizeit haben sich die schaffenden Frauen im allgemeinen abgefunden. Es bleibt ihnen ja das Wochenende, das für die Städterin im Sommer hauptsächlich bedeutet: Entspannung, Suft, Sonne, Bäume, Wasser, Draußensein, Baden, Ruhen. Die Winterwünsche richten sich je nach Anlage und Alter der Persönlichkeit auf Tanz, Kino, Theater (weniger auf Konzerte, Vorträge, noch weniger auf Führun­gen und belehrende Veranstaltungen) für den Sams­tag; auf Ruhe, Ausschlafen, nicht kochen, waschen müssen für Sonntag. Skier, Schlittschuhe, Rodel und die Wintersportfahrt sind selbstverständlich sehr begehrt. Das meiste bleibt Wunschtraum. Aber die deutsche Arbeiterin zieht sich ordentlich an; ehe sie im Werkstattkittel ausgeht, ohne ein paar Mark in der Tasche und mit dem Bewußtsein unerledigter häuslicher Pflichten, eher geht sie gar nicht aus.

Den Jahresablauf in kleinstädtischer Umgebung bedingen ähnliche, das Frauendasein bestimmende Faktoren. Farbe und Sicht bringt das Eigen- qärtchen; vermehrte Pflichten erfordern das Kleinvieh, der Kartoffelacker und Gemüseacker. An Stelle der Sehnsucht nach frischer Suft, Wald und See tritt der noch stärkere Wunsch nach festtägiger Ruhe und Entspannung, nach Befreiung von den den Alltag völlig ausfüllenden vermehrten häus­lichen Wirtschaftsangelegenheiten.

Und die verheiratete Frau, die erwerbstätige Mutter, deren Feierabendsituation einer besonderen Beachtung bedarf? Dankenswerte Bestrebungen, besonders der letzten Zeit, haben E r h o l u n g s -

Kinderftagen.

Von Loni Lauxmann-Kinzelmann.

Den meisten Müttern ist die ewige Fragerei ihrer Kinder eine stete Quelle des Unmutes. Wie oft hört man Mütter auf der Straße mit einigen kurzen Worten ärgerlich eine Frage ihres Kindes abweisen.

Aber gerade wir Mütter sollten das niemals tun Wir müßen einmal versuchen, uns in die Seele des Kindes hineinzuversetzen, müssen einmal zum Kinde hinabsteigen.

Warum fragt denn das Kind?

Weil es fragen muß, wenn es alles, was es um sich sieht und fühlt, kennen lernen und be­reifen n>iU. Woher fall es denn d.efes W.sien schöpfen. als aus den Fragen, die es stellt? Es wächst langsam, ganz langem m Leben, m seine Umwelt hinein. Täglich sieht es Neues tag- lick tourt es Dinge, die es bisher nicht wußte Es lieht die Blume bunt und hell am Wege flehen. Woher aber fall dem Kind das Wissen werden, daß diese/ zarte Kelch, daß diese bunten Blatter eine Blume^sind, wenn es nicht fragt und wenn es ^'Wi/^wachstne/^nZn^toiL^abweilen, wir auf lyre meineny « neraeüen, rote klein und 'ÄSSSäW* mögens erweitert, um so m b ©inh- Was Wissensdrang zu. Zuerst fragt gchen'' Zu ü'/ür.seNirss-"- lich recht, wenn es sagt, daß oft hu t ^. / das nicht beantworten tonnen, was em ng g Kind fragt. Jedenfalls können ste es nicht Sinne, den das Kind gelten laßt. .

Aber trotzdem soll die Mutter versuchen iN dem Sinne zu antworten, wie es das Kmd verf y in dem es bereichert wird.

und sich mit keinem anderen Gedanken beschäftigen darf.

Wer Kinder hat, muß ihnen gerecht werden, ver­suchen, sich in die kindliche Gedankenwelt hinein­zuversetzen, soll zeigen, daß die Eltern da sind, damit es mit all seinen Fragen, all seinen Zweifeln zu ihnen kommen kann und wo es immer eine Antwort und immer das richtige Verständnis für feine Nöte findet.

Oie praktische Hausfrau.

Badeschwämme werden nicht schmierig, wenn man sie allwöchentlich in kaltem Wasser aus­wäscht, dem man eine Tasse Essig zugesetzt hat.

Fingerspuren an hellackierten Türen usw lassen sich mit reinem farblosen Bohnerwachs ent­fernen. Dünn auftragen und mit sauberem Tuch ab­wischen.

Entfernung von Fettflecken. Bei allen fettigen Substanzen, die sich durch Wasser und Seife nicht lösen, kommen alkalische Mittel wie Soda, Salmiakgeist, Pottasche, doppelkohlensaures Natron oder durchgesiebte Asche in Betracht. Das mildeste Mittel ist Natron, von dem man zwei Teelöffel voll in die Hand schüttet und dann mit warmem Wasser tüchtig verreibt. Man wäscht mit der gewohnten Seife nach und reibt die Hände mit einer weichen fetthaltigen Creme nach. *

Wissen Sie schon, daß Eier schmackhafter wer­den, wenn man sie kalt anseßt, nach dem Aufwallen vom Feuer zieht und 4 bis 7 Minuten, je nachdem, ob man sie pflaumenweich oder hart haben will, ziehen läßt? *

Mit verdünnter Salzsäure kann man jede Art von Tintenflecken, selbst die ältesten, aus den Fußböden entfernen. Man betupft die Flecke nut etwas verdünnter Salzsäure und läßt die Salzsaure bann einige Zeit auf den Fußboden einwirken. Als­dann wird unter stetem Zugießen von Wasser der Fleck einige Male aufgewaschen. Die zunächst hellere Stelle bekommt nach einiger Zeit ihre ursprüngliche Farbe wieder.

Verhütung von K e ss e l st e i n b i l d u n g. Oesters Kartoffelschalen kochen oder längeres Aus­kochen mit Soda. Vorhandenen Kesselstein laßt

Deutschland in erster Sinie Hand in Hand mit der allgemeinen Wirtschaftsbelebung. Die gesundende deutsche Sandwirtschaft kann bei der Schwergewebe­industrie wieder als Käufer auftreten der Bauer, den man verelenden ließ, konnte in den vergange­nen Jahren gewiß nicht an die Beschaffung von Planen, Decken und dergleichen denken. Die er­freuliche Zunahme der Eheschließungen in Verbindung mit der Gewährung von Ehestands­darlehen hat das Ausstattungsgeschäft außerordent­lich belebt und damit auch den Absatz von halb­leinenen und leinenen Bettlaken, Matratzendrellen,

freigeiten für d i e berufstätige Frau und Mutter gefordert und gefördert. Nicht immer gelang diesen Frauen-Freizeiten, was sie bieten wollten; ein Erfolg stellte sich nur dann ein, wenn die Sorge für das verwaiste Hauswesen in­zwischen in guter Obhut war. Will man der er­werbstätigen Frau und Mutter und ihren Wünschen nach vermehrter Kraft durch Freude wirk­lich gerecht werden, so bleiben verhältnismäßig wenige, dafür aber einfache Wege. Sie liegen auf der Hand: findet die Arbeiterin bei ihrer Heimkehr am Samstag mittag ein wohlaufgeräumtes Zu­hause, gewaschene und gestopfte Wasche, einen ge-

Schon gibt es frischen Schnittlauch, Peter­silie und Dill, die alle helfen, ein Frühlings­ahnen in Küche und Speisekammer zu bringen. Der vielzuwenig bekannte Kerbel sollte in keinem Haushalt fehlen, er ist so leicht in einem Blumen­kasten auf dem Balkon und vor dem Küchenfenster zu ziehen. Die kleine Pflanze macht keine großen Ansprüche an Boden und Standort und wächst nachdem sie kurz über der Wurzel abgeschnitten, sehr schnell wieder nach. Von März bis Juni kann der, Der «eruf oer ^ u i men u yui Kerbel gesät und bis Anfang Oktober geerntet wer-1 so geeignet für die H-rau erwiesen, a^^man^i^-