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Preußen.

Weihe eines Heldendenkmals in Vetzberg.

00 Vetzberg, 8. Okt. Unser Ort hatte gestern einen großen Tag: Es galt, das in aller Stille er­richtete Heldendenkmal auf unserem Fried­hof zu weihen. Die ganze Gemeinde nahm an die­sem Feste Anteil. Unter dem Geläute der Glocken und unter Vorantritt des Rodheimer Posaunen­chores setzte sich um 14.30 Uhr der stattliche Fest­zug durch die Straßen des Ortes zum Friedhof in Bewegung, wo gegenüber der Schule und der Dorflinde, noch verhüllt, das Denkmal emporragt. Als Gäste waren erschienen die SA.-Formation Dünsberg" und die Stammformation unseres im vorigen Jahre neugegründeten Kriegervereins, des Kriegeroereins Rodheim. Jungvolk, BdM., Hitler­jugend, Feuerwehr, Gesangverein, der Zug der Kriegerhinterbliebenen, die Ortseinwohnerschaft, eine große Schar von Gästen und als Abschluß der Ortskriegeroerein bildeten den Festzug. Die Feier wurde eröffnet mit einer kurzen Begrüßungs­ansprache des Ortsvorstehers, der den Dank der Gemeinde an die Festgäste und an diejenigen übermittelte, die es ermöglichten, einen solchen Ehrentag zustandezubringen. Gesänge der Schul­jugend, Gedichtvorträge und Gemeindegesang lei­teten das Programm ein, in dessen Mittelpunkt die Weiherede des Pfarres Vömel von Rodheim stand. Auf sein Geheiß fiel alsdann die Hülle des Denkmals, ein hochaufragender Obelisk, aus dem heimatlichen Kalkstein des Biebertales erbaut, sich geschmackvoll in den Rahmen seiner Umgebung ein­fügend. Eine Ehrensalve der Gewehrgruppe des hiesigen Kriegeroereins, eine Minute stillen Ge­denkens und das Lied vom guten Kameraden, ge­spielt vom Posaunenchor Rodheim, Gesangsvor­träge des Männergesangvereins Vetzberg bildeten weitere Programmpunkte. Der Ortsbürgermeister verlas alsdann die Liste der von unferm Dorf dem Vaterland geopferten Söhne, und bei jedem Na­mensaufruf legten die nächsten Angehörigen der Gefallenen einen mit Herbstblumen reich geschmück­ten Kranz an den Stufen des Denkmals nieder. Ein zwar später, aber herzlicher Gruß für die Toten das brachte auch der Bürgermeister zum Ausdruck, als er über die Geschichte dieses Denk­mals sprach. Wohl war schon vor mehr als zehn

Jahren der Gedanke aufgetaucht, auch in unserem Orte ein Kriegerdenkmal zu errichten, aber die da­malige Zerrissenheit im deutschen Volke ließ auch unser Dörfchen nicht unberührt und der Plan mußte verworfen werden. Erst im Reiche Adolf Hitlers fand sich auch in unserem Orte die Gemein­schaft, die Einigkeit und Zielstrebigkeit, die nötig ist, ein Werk wie die Errichtung eines Gefallenen­ehrenmals in Angriff zu nehmen. Der Dank für das Zustandekommen gebührt wohl in erster Linie den Kameraden des Kriegervereins, die gleich nach der Gründung des Ortsvereins ihre ganze Kraft für die Verwirklichung des sehnlichen Wunsches aller Ortseingesessenen in den Dienst stellten. Weitere Kränze legten nieder der Leiter der Ortsgruppe Rodheim-Vetzberg der NSDAP., der Leiter der Ortsgruppe Krofdorf der NS.-Kriegsopferversor- gung, die Gemeinde Detzbera, die hiesige Freiwillige Feuerwehr, der Männergesangverein, der frühere Turn- und jetzige Sportverein, die SA., die Hitler­jugend, der Kriegerverein Vetzberg usw. Gegen 16 Uhr hatte die würdige Veranstaltung ihr Ende erreicht. Zum Schluß sprach abermals das Ge- meindeoberhaupt seinen herzlichsten Dank an alle Beteiligten aus und appellierte in launiger Weise an die Gastfreundlichkeit der Vetzberger Einwohner­schaft. Dieser Appell sollte nicht umsonst getan wor­den sein. Alles in allem kann unser bescheidenes Dörfchen mit Genugtuung sowohl auf seine Vor­arbeit zur Errichtung des Gedenksteins, wie auch auf den Verlauf der Denkmalsweihe zurückblicken. Vetzberg ist stolz auf sein neues Kriegerdenkmal, und es hat Grund dazu.

Kreis Wetzlar.

(D Krofdorf, 9. Okt. Im Alter von 70 Jahren starb jäh, nach nur eintägigem Krankenlager, ein treuer Sohn unserer Heimat, der Landwirt und Gemeindevorsteher a. D. Wilhelm Leib. Damit hat ein Leben voll treuer Pflichterfüllung an Fami­lie, Gemeinde, Volk, Staat und Kirche geendet. Vielseitig war das Wirkungsfeld des Verstorbenen. Lange Jahre leitete er als Vorsteher unsere große Gemeinde. Mit welchem Talent er dieses Amt in den schweren Zeit des Krieges und in den darauf­folgenden Jahren verwaltete, wissen alle, die mit ihm zu tun hatten. Streng korrekt nach den vielen umfangreichen Gesetzes - Bestimmungen ging sein Tun und Handeln zur Zufriedenheit seiner vor-

WINTERHILFSWERK DES DEUTSCHEN VOLKES 1954/55

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gesetzten Behörde und zum steten Wohl der Ge­meindeglieder. Für alle berechtigten Sprgen und Kümmernisse seiner Mitbürger hatte er ein geneig­tes Ohr, immer darauf bedacht, zu helfen. Von 1917 bis 1933 wirkte er in der Amtsoertretung als erster Beigeordneter. Das Vertrauen der Gemeinden des Amtes Atzbach-Launsbach berief ihn für einige Zeit in den Kreistag. Geschätzt war seine Tätigkeit als Steuer - Vertrauensmann des Finanzamtes. Sein Amt als Presbyter und Kirchenrechner füllte er in

vorbildlicher Weise aus. An der Entwicklung des dörflichen Genossenschaftswesens hat er hervor« ragenden Anteil. Verantwortungsbewußt wirkte er in der Verwaltung der Spar« und Kreditkasse von Anfang ihres Bestehens an, lange Zeit den Posten des Direktors begleitend. Auch in dem Vieh-Ver« sicherungsverein arbeitete er als Vorstandsmitglied in hohem Maße mit. Am Grabe des verdienten Mannes predigte Pfarrer Lindenborn - Oden­hausen über Matthäus 25, Vers 21:Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen: gehe ein zu deines Herr Freude." Sein Grabhügel wurde mit zahlreichen Kranzspenden geschmückt.

* Dolpertshausen, 10. Okt. Das fünfjährige Söhnchen des hiesigen Maurers Watz erlitt gestern durch einen unglücklichen Sturz schwere Armverletzungen, .welche die sofortige lieber« führung des Kindes in die Klinik nach Gießen not­wendig machten.

Wettervoraussage.

Obwohl im Norden kräftige Störungen vorüber« ziehen, bleibt unser Gebiet doch von ihrem Einfluß verschont, denn über dem Kontinent hat von Westen her kräftiger Barometeranstieg eingesetzt. Ein herbst­liches Hoch bestimmt daher unser Wetter, wobei vor allem in den Morgenstunden verbreitete Nebelbil­dungen auftreten, im wesentlichen sich aber tagsüber der Himmel aufheitert. Die Temperaturen erfahren zwischen Tag und Nacht wieder größere Gegensätze und dürften stellenweise in ihrem Minimum Gefrier­punktnähe erreichen. m,

Aussichten f ü r Donnerstag: Nachts und in der Frühe stellenweise neblig, tagsüber meift aufheiternd, trocken, Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht sich wieder verschärfend und nachts Gefrierpunktnähe erreichend.

Aussichten für Freitag: Im wesentlichen Fortdauer des konstanten Herbstwetters.

Lufttemperaturen am 9. Oktober: mittags 15,5 Grad Celsius, abends 9,2 Grad; am 10. Oktober: morgens 5,8 Grad. Maximum 15,8, Minimum 4,9 Grad.

Hauptschriftleüer: Dr Friedricy Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Oktober, nachmittags 3 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Das Seelenamt ist am gleichen Tage um 7l/2 Uhr in der katholischen Pfarrkirche angesetzt ___________04882

Dies zeigen tiefbetrübt an:

Eduard Pascher und Frau, geb. Mathei Heinrich Schuhmacher und Frau, geb. Pascher Hans Guldan und Frau. geb. Pascher Konrad Dewald und Frau, geb. Pascher Albert Pascher und Frau, geb. Herold * Willi Schmidt und Frau, geb. Pascher nebst 9 Enkelkindern und 1 Urenkelkind.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Lindenborn, für das ehrende Gedenken des Turnvereins, der Ortsbehörde, des früheren Amtes Atzbach Launsbach, dei Genossenschaftskasse und des Viehversicherungsvei eins sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Frau Wilhelmine Leib und Angehörige.

Krofdorf, den 10. Oktober 1934.

Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Ernst Burkholz und Kinder.

Lollar, Assenheim (Oberhessen), den 9. Okt. 1934.

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Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Alsfeld.

Polizeiverordnung zum Schuhe der Bienen.

Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Pro­vinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, des Art. 37 des Feldftrafgefetzes vom 13. Juli 1904, in der Fassung vom 27. Juni 1923 sowie des Art. 3 der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924, wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministe­riums, Ministerialabteilung la (Polizei) und Mini- fterialabteilung le (Landwirtschaft) vom 14. Juli 1934 zu Nr. 1/e 15 864 für den Kreis Alsfeld verordnet: § 1.

Zum Schutze der Bienen ist es verboten, arsen­haltige Pflanzenschutzmittel unmittelbar in die offene Obstblüte jeder Art zu spritzen oder zu stäuben.

§ 2.

Bäume, die in einer Entfernung bis zu 100 Meter von Bienenständen stehen, dürfen nur abends nach Beendigung des ^luges nach vorheriger Verständi­gung des Imkers mit arsenhaltigen Mitteln gespritzt oder bestäubt werden.

8 3.

Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM., im Unoer­mögensfalle mit Haft bis zu 14 Tagen, bestraft.

§ 4.

Diese Polizeiverordnung tritt mit ihrer Veröffent­lichung im Amtsverkündigungsblatt für den Kreis Alsfeld in Kraft. 5912G