Die Ergebnisse der letzen Obstbaumzählung
Geschichten aus aller Welt
Der Bestand in Oberheffen
Bestand an tragbaren Obstbaumen in Oberhessen.
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Obstbäume nachgepflanzt wurden, wohl aber sehr viele eingegangen sind. Dazu kommen die Nachwir. kungen der kalten Winter von 1917, 1923/24 und 1928/29, wo ungezählte Obstbäume zu Grunde gegangen sind. Erwägt man ferner, daß gegenwärtig 10 Prozent aller Ob st bäume als abgängig angesehen werden können, so kommt man zu dem Schluß, daß wir auch der Zahl nach
noch viel zu wenig Obstbäume besitzen, um mit dem von Jahr zu Jahr zunehmendem Obslver- brauch Schritt halten zu können.
Vor allem fehlt es in den Baumstücken, Umpflanzungen und Straßen an jenen altehrwürdigen Obst- baumriesen, die in einigermaßen günstigen Obstjahren 10 bis 12 und mehr Zentner Obst lieferten. Diese Massenträger sterben mehr und mehr aus. Was nachgepflanzt wird, ist meist kurzlebig und schon im Zurückgehen begriffen, wenn ein wüchsiger Eifer- oder Matapfel in das tragfähige Alter kam. In den Gärten sieht es in dieser Hinsicht am schlimmsten aus. Man möchte am liebsten schon im zweiten Jahre nach der Pflanzung korbweise holen können. Das kann man niemand verdenken, auf die Versorgung der Obstmärkte aber wirkt sich dieser Zustand ungünstig aus, denn die frühtragenden Sorten sind schon nach 15 Jahren im Zurückgehen begriffen.
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Aus der nachstehenden Tabelle, die eine Ueber- sicht über die ob st baulichen Verhältnisse Oberhessens gibt, ist vor allem ersichtlich, daß unsere Provinz ein ausgesprochenes Anbau-
gebiet für Aepfel
ist. In den höheren Lagen werden vorwiegend Wirt- schafts-, in dem besseren Boden der Wetterau aber auch vorzügliche Tafeläpfel gezogen Die der Anzahl der Bäume nach zweitwichtigste Obstart ist die Hauszwetsche, deren Früchte früher unreif gepflückt in Schiffsladungen nach England ausgeführt wurden. Diese Ausfuhr ist kaum noch nennenswert, aber auch die Zahl der Bäume ist wegen Frostschäden stark im Zurückgehen.
Bemerkenswert ist die große Anzahl tragbarer Süßkirschen, Mirabellen und Pfirsiche im Kreise Friedberg, die an den sonnigen Taunus-Abhängen vortrefflich gedeihen. Dieser Kreis ist der
und der Bedeutung dieser auch für europäische Ausfuhrländer und damit nicht zuletzt für Deutschland wichtigen Veranstaltungen machen zu können, sei hier eine Reihe Angaben über die vorjährige Messe gemacht. Die Zahl der Aussteller betrug 1511 in einem abgeschlossenen Raum von rund 52 000 Quadratmeter. Von fremden Staaten waren u. a. Belgien, Luxemburg, Ungarn und Aegypten offiziell vertreten. Deutschland fehlte noch, aber man darf wohl hoffen, daß die wiederauflebende Initiative der deutschen Wirtschaft im neuen Reich auch zu neuer Pionierarbeit fügten wird.
Ehemals war Tripolis der wichtigste Einfuhrhafen für das innere Afrika. In den Wirren feiner Geschichte und vor allem unter türkischer Verwaltung hat es diesen Vorrang abgeben müssen, aber es ist das offen erklärte Ziel der Italiener, Tripolis die alte beherrschende Handels st el- lung in Afrika wiederzugeben. Es ist geplant, den 5)afen nach den modernsten europäischen Gesichtspunkten auszubauen. Wenn die Franzosen ihre Trans-Sahara-Bahn schaffen, so spricht in Lydien alles dafür, daß man sich hier nicht etwa auf eine Eisenbahnkonkurrenz einzulassen gewillt ist. Man baut Autostraßen und ist gewiß, daß der Motorisierung des Transportes die Zukunft gehört. Dabei dürfte infolge der besonderen Verhältnisse, vor allem mit Rücksicht auf die häufigen Sandstürme mit der Zeit der Oelmotor den Benzinmotor völlig verdrängen.
Man sollte meinen, daß in einer Kolonie mit so vorbildlicher Verwaltung und derartigen Zukunftsmöglichkeiten sich auch viele Deutsche angesiedelt hätten, denen die Heimat unter den Nachkriegsverhältnissen keine Existenz mehr bot. Das aber ist nicht
Größere Süßkirschen-Anpslanzungen, meist auf Gemeindeländereien, die bisher nur als Schafweide dienten, find in folgenden 26 Ortschaften nach»dem Kriege entstanden. Die Zahl der auf diese Weise gesetzten Bäume beträgt über 6000 Stück. Grünberg besitzt hiervon 860, Lauter 630, Betten- hausen 400, Saasen 340, Obbornhofen 300, Bellersheim 270, Steinheim 270, Langd 230, Langsdorf 200. Weniger als 200, aber mehr als 100 sind gepflanzt in Beuern, Birklar, Geilshausen, Göbelnrod, Großen-Buseck, Grüningen, Holzheim, Lich, Münster, Muschenheim, Niederbessingen, Nonnen- rod, Oppenrod, Queckborn, Röthges, Watzenborn- Steinberg, Wieseck.
Diese Zahlen können als erfreulicher Anfang auf dem Dege zur Erhöhung der Gemeinde- Einnahmen durch Kirschenanpflanzung belrachlet werden.
Damit die jungen Bäume sich nicht durch vorzeitige Fruchtbarkeit erschöpfen und verkrüppeln, muß nur für Düngung und Fernhalten der schwarzen Kirschblattlaus durch Winterspritzung gesorgt werden.
Au fcenet derer auf t spielt dem hat । Man ßolla könnc die 1 der s Qllo.
Im Jahre 1932 wurde im gesamten Reichsgebiet eine Obstbaumzählung durchgeführt, welche nach den Zählungen der Jahre 1900 und 1913 die dritte ihrer Art war. Es sollte ermittelt werden, ob der Bestand an Obstbäumen ausreiche, um die deutschen Märkte mit Jnlandsobst zu versorgen. Gezählt wurden in Millionen an Bäumen von Aepfeln 69,2, Birnen 26, Kirschen 9, von anderem Steinobst 26 oder in runder Zahl 140 Millionen trag« fähiger und nicht tragbarer Obstbäume. Die entsprechenden Zahlen für unser Hessenland lauten nach den Mitteilungen des Hessischen Landesstatistischen Amts 1933, Nr. 2, wie folgt: Aepfel 2,2, Birnen 1,1, Kirschen 0,26, anderes Steinobst, einschließlich Aprikosen und Pfirsich 1,1.
Insgesamt wurden gezählt 3 600 000 tragbare und 1 164 000 noch nicht tragbarer Obstbäume.
Dieser Zahl von 4 765 000 steht das Ergebnis aus Hessen im Jahre 1913 mit 6138 000 Bäumen gegenüber, was ein Weniger von etwa l*/< Million ergibt. Die Richtigkeit dieses Ergebnisses dürfte anzuzweifeln fein. Selbst wenn angenommen wird, daß die meisten Besitzer von Obstbäumen aus Steuerfurcht im Jahre 1932 die Anzahl ihrer Bäume viel zu niedrig angegeben haben, wozu vor dem Kriege keinerlei Veranlassung vorlag, so bleibt doch zu bedenken, daß während der Jahre von 1914 bis zum Ende der Inflation im Herbst 1924 kaum
schließlich eine regelrechte Prügelei im Gange war. Da der Verkehr m dieser Straße und allmählich auch in dem ganzen Stadtviertel zu stocken begann, sah die Polizei sich zum Eingreifen genötigt. Die Straßen wurden gesäubert, und einige Polizeibeamte drangen in die Wohnung des Millionärs Ramos ein, um die Ursache dieses Banknotenregens festzustellen. Da stellte es sich heraus, daß Herr Ramos tatsächlich selber sein gutes Geld höchst eigenhändig zum Fenster hinausgeworfen hatte. Als im die Polizeibeamten deshalb Vorhaltungen machten, wurde der merkwürdige Spender grob und erklärte, wenn er fein Geld ausgeben wolle, so sei das seine Angelegenheit und ebenso sei es seine Sache, w i e er dieses Geld ausgebe. Die Polizei aber ginge das überhaupt nichts an. Sprachs und warf mit großer Geste gleich ein ganzes Bündel Taufend-Drachmen-
b. Rom.
Sitzt da auf dem Pincio in Rom eine junge holländische Malerin mit Staffelei und Farben, um am frühen Morgen die Stadt der sieben Hügel, wie sie sich langsam aus dem Nebel herausschält, zu malen. Regen beginnt und stört ihre Arbeit. So ucht sie Unterschlupf in einem der Kioske nahe dem benachbarten Weiher, in dessen Mitte sich eine alte Wasseruhr erhebt. Sinnend sitzt sie da und schaut aus das grüne, stille Wasser. Doch plötzlich stockt ihr der Atem. Unter der kleinen Brücke, die das Ufer des Weihers mit der Wasseruhr verbindet, bewegt sich deutlich ein undefinierbares Lebewesen. Es gurgelt und schnauft und stößt merkwürdige Laute aus.
Der jungen Malerin will das Herz zerspringen. Palette und Farbkasten entfallen ihren zitternden Händen, mit letzter Anstrengung rafft sie sich auf und stürmt mit gellenden Rufen „Ein Ungeheuer! Ein Ungeheuer!" durch den morgenfrühen Park, bis sie, gänzlich erschöpft, einem Wärter in die Hände läuft. — Der holt sich einen zweiten beherzten Mann, und mutig, in respektvollem Abstand oon der Malerin gefolgt, steigen die beiden zum Weiher hinab.
Da bewegt sich wirklich etwas unter der Brücke, und es entpuppt sich plötzlich als ein Mensch aus Fleisch und Blut, der tief im Wasser steht, und nun den beiden wütend zuruft, sie sollten ihn ja in Frieden lassen, denn er wolle feststellen, wieviel Uhr es sei.
Der Arme, ein friedlicher römischer Schuhmacher, der in der Nacht dem Wein zu rege zugesprochen hotte, hatte auf dem nächtlichen Heimweg Zweifel an der Richtigkeit feiner Taschenuhr bekommen — und cm Vergleich mit der Wasseruhr sollte die Sache klarstellen. Um aber jeden Irrtum auszuschließen, war er dabei ins Wasser gestiegen. — Nun ist er empört, daß man ihn füt ein Ungeheuer gehalten h?'. — und eine junge holländische Malerin ist beschämt, daß ganz Rom über ihre Entdeckung lacht.
Er wirft sein Geld zum Fenster hinaus.
Das Geld liegt auf der Straße. Man braucht "sich nur zu bucken, um es aufzuheben. So wenigstens war es kürzlich in der griechischen Hafenstadt Patras. ,/ngen da die braven Hellenen auf einer der be- lebteften Straßen der Stadt gemächlich ihres Weges, als plötzlich aus dem Fenster eines Hauses, >N,i)em her griechische Millionär Ramos wohnt, eimge Taufend-Drachmen-Scheine auf die Straße der Passanten bückten sich begreif- ücherwelse nach diesem seltenen Manna, hoben die n»r«aU-f Ä Ickten sie, als niemand „Hallo!" e niaer SpH9» Runzelnd in die Tasche. Und nach dem9^ä>-^logen wieder em paar Banknoten aus m Fenster auf die Straße.
bemaÄnteJi(J diese seltsame Kunde von Agenden Gelde schnell herum- 9lad) kurzer Zeit war sckon eine riesige wrfflmmJS ? DOrf b?m $aIais des Millionärs «uiemen neuen Banknotensegen neue^*Pi'n»nb ^sachlich: immer wieder flatterten »“Ä1nL?utble Straße, gute, echte griechische Banknoten Wie das nun immer so ist, gab es bald hl™ nlhC ^gerei um die Geldscheine. Einer suchte dem andern den kostbaren Fang zu entreißen. Bis ;
1348, Lumda 1332, Göbelnrod 1306, Winnerod 1234, Rüdingshausen 1223, Albach 1046.
Gemeinden, in denen auffallend viel noch nicht tragbare, entweder junge oder erst kürzlich umgepfropfte Obstbäume
festgestellt wurden, sind: Lang-Göns 3561, Lich 3337, Watzenborn-Steinberg 3313, Leihgestern 2949, Wieseck 2898, Grüningen 2486, Saubringen 2470, Al- ten-Buseck 2408, Grünberg 2399, Langsdorf 2208, Heuchelheim 2098, Villingen 1945, Holzheim 1871, Londorf 1824, Beuern 1782, Hungen 1738, Saasen 1598, Treis a. d. Lda. 1562, Bellersheim 1556, Klein-Linden 1477, Steinheim 1464, Mainzlar 1389, Obbornhofen 1355, Bersrod 1349, Lauter 1336, Ra» bertshaufen 1318, Steinbach 1224. Man wird vielleicht nicht fehlgehen, wenn angenommen wird, daß in diesen Gemeinden die Obstbaumzucht besonders gepflegt wird.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
„Mit dem Gürtel, mit dem Schleier..
k Madras.
Dicht verschleiert gehen die Mädchen in Indien in die Ehe. Der dichte Schleier ist Mode. Und wer etwas auf sich und feine Braut hält, der kauft ihr einen recht dichten Schleier zur Hochzeit ...
Auch jener heiratslustige Chauffeur in Calicut hielt etwas auf sich. Es war eine schöne, eine feierliche Trauung. Aber vier Tage danach erschien der Chauffeur als gebrochener und tief bekümmerter Mann bei dem Trauamt und forderte die Scheidung seiner Ehe: Jene Frau, die unter dem dichten Schleier verborgen war, sei in Wirklichkeit die viel ältere Schwester seiner Braut gewesen, zu der er beim besten Willen nicht in Liebe zu entbrennen vermöge.
Die Behörden stutzten und ordneten eine Untersuchung an. Und es ergab sich, daß der Chauffeur die Wahrheit gesprochen hatte. Nun ist es kein Kinderspiel, eine Ehe zu scheiden in Indien. Und um dieser Notwendigkeit zu entgehen, ordneten die Behörden an, daß die beiden Frauen oorgeführt würden. Das geschah denn auch. Und die Richter fällten das immerhin bemerkenswerte Urteil: der Chauffeur habe keinen Grund, sich über fein Schicksal zu beklagen, denn feine ihm fälschlich angetraute Frau fei zwar ein wenig älter, aber durchaus nicht häßlicher als die Schwester. Und so bleibt es denn dabei. Aber man sagt, daß neuerdings die dicken Schleier aus der Mode kommen sollen, nachdem dieser Fall sich herumgesprochen hat.
Das große Los zu früh gewonnen!
(—) London.
Bei einer Hospitalslotterie erstand der zwölf- jährige Cecil Munn für sein Vermögen von zwei Penny ein Los, auf das er — den ersten Preis erhielt: eine elegante Limousine. Ein Wagen, wie man ihn sich sonst nur im Traum vorzustellen wagt.
Man wird verstehen, daß dem Knaben das Herz im Leibe hüpfte vor Freude. Gute 145 Pfund war sein Auto wert! Aber dann kam die Enttäuschung: Das englische Gesetz bestimmt, daß ein Engländer erst einen Wagen fahren darf, wenn er das siebzehnte Lebensjahr erreicht hat. Da half also kein Betteln und kein Bitten. Das Auto darf dem jungen Gewinner nicht verabreicht werden. Man muß es fünf Jahre lang aufbewahren. Dabei ergeben sich nun zwei Fragen: Wer bezahlt die bis dahin fälligen Garagekosten, — und werden die Leute nicht lachen, das „uralte Automodell" daherfahren zu sehen, wenn der kleine Cecil alt genug geworden ist, um glücklich zu sein?
Das teilte Abendessen.
m v. Kopenhagen.
Fitje Rasmussen, ein junger Verkäufer, schlenderte eines Abends durch die erleuchteten Straßen der Stadt. Vor einem Speisehaus blieb er stehen, um sich die leckeren Dinge am Schaufenster anzu- cben. Kurz entschlossen trat er ein und wählte sich seine Lieblmgsspeisen aus. Derweilen schaute er durch die zarte Gardine auf das bunte Hin und A)cr das draußen vorüberzog. Er war mit sich zu- frieben unb gönnte sich diesen leiblichen Genuß, der fast an Verschwendung grenzte.
JIIs sein Magen sich sträubte, noch weitere Lecker- biffen aufzunehmen, gehorchte Fitje einer inneren Shimne unb rief ben Ober. Er griff in bie Tasche,
LC ö" Zücken — da merkte er zu feinem Entsetzen daß er unfreiwillig zum Zechpreller wer- den mußte wenn ihm jetzt nicht ein glücklicher Ein- faU zu Hilfe käme. Jedenfalls hätte er nicht eine S Krone bei sich. Er entschuldigte sich bei dem , der etwas ironisch auf ihn herablächelte, uno oat darum mit dem Wirt Rücksprache nehmen zu dürfen. — Sein Wunsch wurde gewährt. Fitje Rasmussen raffte sich auf und ging in das Kontor des würdigen Herrn Wirtes.
Sie kamen überein, daß der geldlose Gast diesmal mit seinem Lotterielos bezahlen sollte, das er anfällig bei fick hatte. Fitje verließ frohgemut die „Statte des Grauens , holte dann seine Brieftasche von zu Hause unb machte sich noch einen vergnügten, ausgedehnten Abend.
Ja, und das Los? Das wurde mit einem deträcht- l'chen Gewinn gezogen. Als Fitje das erfuhr, wollte er gegen den abgeschlossenen Handel Einspruch er- heben. Natürlich war das nicht mehr möglich Denn der Gastwirt hätte bei diesem Geschäft ebenso gut um seine Zeche kommen können, wenn das Los eine Niete geworden wäre.
?rrQ5 hätte sich der gute Junge vorher überlegen müssen.. Bei dem Gedanken an dieses teuere Abend- eHen wird dem armen Fitje Rasmussen noch heute ' ganz schwindlig.
Ein fideles Gefängnis.
e, . rb Budapest.
3n öer ungQrifdjen Stobt Malacka wurde der i i ™ Gefängnisses, Zalesnak, verhaftet und , der Prehburger Staatsanwaltschaft eingeliefert, weil er mit den Insassen, soweit diese begütert waren eme allzu lebhafte Freundschaft unterhiell. Nicht , nur der Umstand, daß er die Gefangenen gegen i
Zahlung von kleinen und größeren Geldsummen zeitweilig beurlaubte, hat zu seiner Festnahme geführt, sondern vornehmlich auch die Tatsache, daß er unter Hinzuziehung seiner „besseren" Strafgefangenen im Gefängnis Zechgelage veranstaltete. Bei Beobachtung seiner Lebensführung kam die Gendarmerie zu allem Ueberfluß auch noch zu der Feststellung, daß der treue Hüter des Gefängnisses ein langgesuchter Wilderer war. Dies konnte die Gendarmerie unter Hinweis auf ein Festmahl im Gefängnis klarstellen, bei dem ein erwilderter Hirsch verspeist wurde, dessen Herkunft ohne weiteres nachzuweisen war. Der festgenommene Gefängnisinspektor wird nun wohl keinen anderen Wunsch haben dürfen, als in die Obhut eines gleicherart menfchen- fteundlichen „Kollegen" zu gelangen.
Die Hunde des Dschingis Khan.
(A. S.) Istanbul.
Eine kleine, unscheinbare Lokalnotiz in der Konstantinopeler Presse deckt die letzten Spuren eines Dramas auf: „Das abermalige Ueberhandnehmen des Unwesens der wilden Hunde zwingt die Behörden, wieder entsprechende energische Schritte zu unternehmen."
Man erinnert sich, wie vor etlichen Jahren die herrenlosen Hunde der türkischen Metropole am Goldnen Horn zusammengetrieben und auf einer einsamen Insel ausgesetzt wurden. Jene wilden Hunde, oon denen die Sage zu erzählen weiß, daß sie aus dem großen Lager des Eroberers Dschingis Khan stammten. Die Horden des mongolischen Selbstherrschers zerstoben in alle Winde. Nichts blieb übrig oon einem riesigen Reich, das so schnell verging, wie es entstanden war. Nur die Hunde sind geblieben, ihre späten Nachkömmlinge scheinen unverwüstlich zu sein — wie die Treue dieses ersten und vielleicht besten Freundes der Menschen unter den Lebewesen auf dieser Erde.
Das Ungeheuer.
Noten zum Fenster hinaus. Als die Beamten daraufhin das übrige Geld beschlagnahmen wollten stürzte sich Ramos voll Wut auf die Polizisten' raffte die Banknoten an sich und zerriß sie, ehe er daran gehindert werden konnte. Dabei rief er in leidenschaftlicher Wut: „Dieses schmutzige Papier diese unnütze Bürde!" Als die Beamten sahen, daß sie nichts ausrichten konnten, machten sie sich schien- nigft aus dem Staube. Soweit bisher festgestellt wurde, hat der wunderliche Herr Banknoten im Werte von mehr als hunderttausend Drachmen auf die Straße geworfen. Allerdings scheint die Angelegenheit doch noch ein ernstes Nachspiel erhalten zu sollen. Die Familienangehörigen des Herrn Ramos behaupten nämlich, der Millionär fei nicht ganz normal — und das wollen wir ihnen gerne glauben.
obstreichste. An zweiter Stelle steht der Kreis G i eßen. Nahezu die gleiche Anzahl gezählter Bäume hat der Kreis Büdingen aufzuweisen.
Wie in ganz Hessen, so ist auch bei uns der kaum nennenswerte Anbau der Aprikose zu Gunsten der Pfirsichkultur stark in der Abnahme begriffen. Die meisten Walnußbäume sind im Kreise Büdingen anzutreffen.
In allen größeren Städten im ehemaligen Hessen wurden nur diejenigen Obstbäume gezählt, welche außerhalb der Stadt auf landwirtschaftlich bebautem Gelände stehen. Nur in Gießen sind auch die Obstbäume der Haus- und Kleingärten gezählt worden. Unter der auf diese Weise sich ergebenden Zahl von 22 600 Stück befinden sich sehr viel Busch- und Spalierbäume auf Zwergunterlagen.
Die Bestände an tragbaren Obffbäumen in den einzelnen Gemeinden des Kreises Gießen
ergeben sich aus folgender interessanter Zusammenstellung.
Voran steht Lich mit 12 000 Stück.
Mehr als 8000 besitzen: Heuchelheim 8748, Grün- ber 8543, Lang-Göns 8466.
Mehr als 7000: Alten-Buseck 7830, Großen-Buseck 7791, Grüningen 7046.
Mehr als 5000: Hungen 5665, Wieseck 5315, Villingen 5232, Großen-Linden 5131, Bellersheim 5104 Watzenborn-Steinberg 5038, Obbornhofen 5013.
Mehr als 4000: Leihgestern 4958, Langsdorf 4950, Lauter 4859, Steinbach 4699, Beuern 4530, Mu- ^chenheim 4368, Reiskirchen 4112, Allendorf (Lda.)
Mehr als 3000: Rödgen 3899, Saasen 3699, Holzheim 3646, Bettenhausen 3558, Londorf 3478 Burkhardsfelden 3435, Lollar 3100, Klein-Linden 3074 Annerod 3063.
Mehr als 2000: Queckborn 2937, Oberhöraern 2829, Staufenberg 2732, Eberstadt 2669, Lanad 2547, Nonnenroth 2264, Dorf-Gill 2477, Daubringen 2476, Treis a. d. Lda. 2471, Hattenrod 2469, Bers- rod 2467, Harbach 2446, Ettingshausen 2437, Rodhelm a. d. Horloff 2260, Allendorf a d. Lahn 2184 Steinheim 2059.
lieber 1000 sind: in Utphe 1980, Stangenrod 1968 Inheiden 1919, Mainzlar 1882, Birklar 1814* ^nLrfa?5f)?in 1807' Münster 1806, Lindenstruth 1805, Hausen 1795, Garbenteich 1790, Nieder-Bes- mgen 1791, Beltershain 1771, Kesselbach 1694, Wei- tershenn 1661, Climbach 1631, Geilshausen 1625 Wges 1582 Rabertshausen 1554, Odenhausen 1523, Oppenrod 1476, Trais-Horloff 1435, Rutters- haufen 1393, Remhardshain 1384, Ober-Bessingen'
der Fall. Cs sind sogar erstaunUch wenig Deutsche hier in Tripolis, obwohl die italienischen Behörden einer maßvollen deutschen Einwanderung guter Kräfte sicherlich keine Schwierigkeiten gemacht hätten, da sie die hervorragenden Fähigkeiten deutscher Kolonisation hoch zu schätzen wissen. Aber doch gibt es hier geradezu einen Beispielstyp des in aller Welt geschätzten deutschen Kolonialpioniers, und das ist ausgerechnet der deutsche — Konsul. Ein sächsischer Ingenieur, der schon vor dem Kriege in Mailand lebte und der sich auch schon vor dem Kriege eine auf den ersten Blick etwas eigentümlich anmutende Lebensaufgabe gestellt hatte. Konsul Schubert hat eine Anzahl von — Bierbrauereien eingerichtet und sich durch eine solche Einrichtung u. a. auch das Wohlwollen des abessinischen Königs erworben. Bier und Pionierarbeit, wie verträgt sich das? Sehr gut, denn tatsächlich hat die tripolitani- sche Bierbrauerei, die sich nach dem altrömischen Namen der Stadt „Oea" nennt, das ganze Land bis weit in das noch nicht kolonisierte Gebiet im Innern wie mit einem Netz von kleinen Bieroerkaufsstellen überzogen, die nun die Versammlungsorte der Kolonisten darstellen, ihren Zusammenhalt fördern und sicher auch dazu beitragen, das Verhältnis zwischen den Kolonisten und Eingeborenen immer freundschaftlicher zu gestalten.
Man könnte viel über bie Anfänge, Entwicklung, die Erfahrungen und Ergebnisse dieser Pionierarbeit berichten. Konsul Schubert forderte mich auf, mit seinem Sohne die beim Jahreswechsel notwendige Kontroll- und Abrechnungsfahrten zu unternehmen und so ging es denn in einem Planwagenauto auf große Fahrt kreuz und quer durchs Land um Lybien kennenzulernen.
Kreis
Aepfel
Birnen
Süß- Z
hen
s a IS)
Haus- zwetschen
Mira- bellen
Sonstige Pflaumen
Aprikosen
Pfirsich
Walnüsse
Summa
Gießen
125527
39060
7579
1623
92422
2400
4700
139
556
1355
275300
Friedberg
187336
42118
19106
1656
64965
9320
8230
1094
1929
1676
337400
Büdingen
197336
20826
9386
1280
31396
2516
2655
177
496
1896
267900
Alsfeld
38897
14194
1846
1389
38420
701
2760
5
71
343
98600
Schotten
38759
12259
3345
743
25050
599
1177
19
94
1316
83300
Lauterbach
22703
6730
1009
1196
13819
659
2075
14
65
104
35300
Zusammen
610500
135100
24200
7880
266000
16100
20600
1440
3200
6690
1098800


