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Ein Friedensappell an die Frontkämpfer aller Welt.
)er Stellvertreter des Führers an die Krontkameraden hüben und drüben. — Das deutsche Volk wird, wenn es angefallen trd, kämpfen, wie nie ein Volk um feine Freiheit kämpfte, aber der deutsche Frontsoldat und das Kabinett der Frontkämpfer in Deutschland wollen ehrlich Frieden und Verständigung mit allen Völkern.
Königsberg, 8. Juli. (DNB.) Der Gaupartei- icg in Königsberg wurde am Samstag eröffnet mit nem Treffen der alten Garde der iSDAP. im Tiergarten. Kurz vor 18 Uhr traf auleiter Oberpräsident Koch im Tiergarten ein. ! n einer längeren Ansprache führte er u. a. aus, in en letzten Tagen hätten«Verbrecher und Meuterer ersucht, die Einheit zu zerschlagen. Er kenne k e i- en Unterschied zwischen SA., SS. und ; O. Der Ehrenschild der alten Garde sei blank. Als r an jenem Samstag mit dem Führer telephonisch esprochen habe, da habe er ihm erklären können: Ueber Ostpreußen brauchen wir nicht zu diskutie- t-n; dafür garantiert schon die alte Garde".
Der Sonntagmorgen begann mit einem A u f - tiarsch und Gauappell in Zögershof. Etwa TOGO PO., HI. und Arbeitsdienst, dazu Flieger _nb ein Ehrensturmbann der SS. waren auf dem ^iesengelände vor der hohen Tribüne aufmarschiert. !»er Stellvertreter des Führers Reichs- «inisterRudolfHeß schritt in Begleitung des Bauleiters und der Führer der SA.-Obergruppe ^mrd des SS.-Oberabfchnittes die Fronten ab. Ju- t«lnd begrüßt bestieg er dann die Tribüne, von der * cus er eine Ansprache hielt, in der er u. a. erklärte, is sei auch die Meinung maßgeblicher Männer des Auslandes, daß Adolf Hitler am 30. Juni einen Krieg, vielleicht einen europäischen Lrieg, verhindert hat. Und es fei weiter I cher, daß die Entwicklung Deutschlands hingeführt Hätte letzten Endes zum Bolschewismus. jEs sei weiter möglich, und das möchten sich die i Staatsmänner der anderen Länder merken, daß die- i|er Bolschewismus nicht Halt gemacht hätte in d e r Grenze Deutschlands. Wir müßten unserem Führer danken, daß er durch sein männliches und soldatisches Handeln im rechten, vielleicht im letzten Augenblick all dies Unglück verhindert habe. Unser Dank solle noch mehr als b isher die Treue fein. Treue heiße Disziplin «nd Gehorsam. Wir hätten immer gesehen, wie ter Führer trotz unseres Zweifels letzthin recht be- h-alten habe.
Am Nachmittag fand im Großen Schlageterhaus her Gaukongreß der politischen Leiter, HJ- Führer und Führer des NS.-Arbeitsdienstes Gau Ostpreußen statt. Nach kurzen Eröffnungsworten äes Gauleiters sprach der Stellvertreter des Führers
Reichsminister Rudolf Heß
iaor den ostpreußischen Parteigenossen und über alle deutschen Sender. In seiner bedeutsamen Rede führte er u. a. aus:
Sie alle wissen, daß es erst wenige Tage her ist, daß der Führer einen großen Entschluß in Härte und Energie durchführen mußte, um Deutschland und die nationalsozialistische Bewegung im letzten Augenblick vor Meuterern zu retten. Dor Meuterern, die beinahe schwerstes Unglück für Deutschland heraufbeschworen hätten. Der Tod der Rädelsführer hat den Kampf von Dolksgenossssen mit Volksgenossen verhindert. — E r war nötig, um des Lebens von Tausenden, wenn nicht Zehntausenden bester Deutscher willen, unter denen vielleicht sogar Frauen und Kinder gewesen wären. Der Führer war noch größer als die Größe der Gefahr. Mit der geplanten Revolte hatte der Stamm der alten SA. - Männer, durch deren Opfer und Mut die nationalsozialistische Bewegung groß geworden ist, überhaupt nichts zu tun. — Es war vielleicht nur eine kleine Schicht oberer Führer und reaktionärer intellektueller Urheber und Drahtzieher des Verrats.
Der alte SA.2Nann wird feinen Dienst weiter unantastbar und treu für Führer und Volk leisten, wie bisher? Und ich warne mit derselben Schärfe, mit der ich mit meiner Kölner Rede dis nunmehr beseitigten Spieler mit dem Gedanken einer zweiten Revolution gewarnt habe', alle diejenigen, die glauben, sie könnten heute die SA. diffamieren? Als alter SM.* Führer muß ich mich schützend vor meine Kameraden in der S A., die einst mit die Träger des schweren Kampfes waren, stellen! So treu wie der alte SA.Wanu zum Führer sieht, steht der Führer zu seinen alten SA.-2Nännern. Der Führer hat die Schuldigen bestraft. Unser Verhältnis zur SA. Ist damit wieder das alte. Die SA. ist ein Teil der großen gemeinsamen Bewegung und genießt die gleiche Achtung, die wir jedem Teil unserer Bewegung entgegenbringen. Es hüte sich jeder, auch nur aus Ueberhebung auf einen SA.-2Nann herabzufehen. Ls hüte sich jeder, auch nur aus Leichtfertigkeit einen SA.- 2Hann mit den Verrätern gleichzuftellen: Der Führer hat gezeigt, daß er hart fein kann. Ls gibt nur einen TNaßsiab für die Wertung aller, die für Deutschland und die NSDAP. Dienst tun. — Das ist die hingabe, mit der
der einzelne seine Pflicht in Treue und Disziplin erfüllt.
Rudolf Heß gab bann einen chronologischen lieber» blick über bie Ereignisse in München unb Wiessee unb fuhr anschliehenb fort: Meine Parteigenossen! Nur ein Mensch mit solbatischer Energie konnte bie Leistung vollbringen, bie ber Führer am 30. Juni vollbracht hat. Nur ein solbatischer Mensch, ber keine Rücksicht kennt auf sich selbst unb zuerst
von sich bie oberste Solbatentugenb verlangt, bie Disziplin, hat bie Kraft zu solcher Tat. Unser Volk hat bas Glück, heute vorwiegenb von Frontkämpfern geführt zu sein, von Frontkämpfern, welche bie Tugenben ber Front übertragen auf bie Staatsführung, bie ben Neubau bes Reiches errichten aus b e m Geiste ber Front heraus. Denn ber Geist ber Front war es, ber ben Nationalsozialismus schuf. In ber Front brachen angesichts bes alle bebrohenben Ta
bes Begriffe wie Stanbesbünkel unb Klassenbewußt- sein zusammen. In ber Front stieg bie über jebem Einzelschicksal stehenbe Sch i ck s a l sg eme inschaft riesengroß vor aller Augen auf.
Aber noch eins stieg auf in dem Frontkämpfer bei aller (Erbitterung und aller Rücksichtslosigkeit des Kampfes: Das Gefühl einer gewissen inneren Verbundenheit mildem Frontkämpfer drüben jenseits des Niemandslandes, der glei-
Der Widerhall im Ausland.
Paris, 9. Juli. (DNB.-Funkfpruch.) Die Pariser Morgenpresse widmet ber großen Rebe bes Stellvertreters bes Führers Rubolf Heß breitesten Raum unb unterstreicht babei in erster Linie bie Ausführungen, bie bireft an bie Adresse Frankreichs gerichtet sind. Der „M a t i n" stellt fest, baß Rudolf Hetz zu ben über le gen» ft e n Führern bes neuen Deutschlanb gehöre, ber sich stets sehr zurückgehalten habe. Seine Ausführungen seien bebeutjam, weil sie viele Gebauten enthielten, von benen man annehmen könne, baß sie vorher grünblich mit b e m Führer burchgesprochen worben seien. Die französische Öffentlichkeit werbe sicher überrascht sein, nach ben Ereignissen vom 30. Juni plötzlich ben Bemühungen eines so vernünftigen außenpolitischen Aufbaues gegenüberzustehen. — „Echo be Paris" behauptet, baß sich an ben außenpolitischen Forberungen bes Reichskanzlers nichts geänbert habe, unterstreicht aber auch ben Aufruf an alle ehemaligen Frontkämpfer unb bie befonbere Hervorhebung ber französischen Kriegsteilnehmer.
„Q u o t i b i e n " erklärt ben Aufruf an bie französischen Frontkämpfer als „verspäteten Pazifismus". Der rechtsftehenbe „Jour" warnt roieber einmal vor einem „politischen Manöver" ber beut- schen Regierung. Das Blatt möchte offenbar gern aus ben Worten an bie französischen Frontkämpfer eine Spekulation auf bie Gegensätze in ber französischen Innenpolitik konstruieren. Weiter führt bann ber Artikel aus: Kein Franzose weigere sich, biefe bewegten Worte anzuhören. Man erkenne auch in Frankreich ben moralischen Wert unb bie geschichtliche Bebeutung an, bie eine beutsch-französische Verstänbigung haben würbe. Man sei höchstens etwas enttäuscht, baß Heß ben Wert unb bie Bebeutung biefer Verstänbigung zu einer Sache von Pfennigen mache, inbem er erklärte, baß jeber Franzose unb jeber Deutsche aus einer solchen Verstänbigung ein erhöhtes Einkommen ziehen würbe. In Deutschlanb werbe im
mer wieber vergessen, baß man Frankreich nicht von ben Vorteilen einer Verstänbigung überzeugen müsse, fonbern bavon, baß eine solche Verstänbigung möglich sei. Deutschlanb müsse bas Vertrauen Frankreichs gewinnen. Heß fei bas noch nicht ganz gelungen. — „Excelfior" vertritt bie Ansicht, baß bie Rebe als Vorbote einer Aenberung ber Außenpolitik bes Reiches angesehen werben müsse. Man habe ben Einbruck, als ob biefer erste Schritt, ber in krassem Gegensatz zu ben letzten Angriffen gegen Frankreich stehe, als Auftakt für genauere Vorschläge anzusehen sei.
Erste englische Stimmen.
L o n b o n, 9. Juli (Funkspruch.) Die Rebe des Stellvertreters bes Führers Rubolf Heß in Königsberg finbet in ber englischen Presse allergrößte Beachtung. „Nationalsozialistische Aufforberung an bie Frontsolbaten ber Welt" und „Friedensangebot an Frankreich" lauten die Ueberschristen des „Daily Telegraf". — Die „Daily Mail" meldet: „Herr Heß setzte sich energisch für eine Einigung mit Frankreich ein, indem er sich auf die Tatsache berief, daß die Frontfolda- ten aller Länder den Frieden wün- s ch e n". Besonders beachtet werden die Aeußerun-, gen des Stellvertreters des Führers über Deuts ch- (anbs Verteidigungswillen gegen einen feindlichen Einfall, die als „W arnung an Frankreich" gedeutet werden. Die Blätter heben den ungeheuren Beifall hervor, mit dem diese Worte wie auch anderseits die Friedensaufforderung an Frankreich ausgenommen wurden. — Die „Times" sagt, bie Rebe von Heß sei bas Ereignis bes Tages unb roibmet ihr zwei Spalten bes Mittelblattes unter ber Ueberfchrift „Die Solbaten unb ber Friebe n". Das Blatt hebt hervor, baß bie Rebe mit einem zünbenben Appell für ben Frieben enbete.
Eine klare Entscheidung vertagt.
Wie siehen Kriegsteilnehmer und Aeusozialisien zum Kabinett Doumergue?
Paris, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Tagung des Nationalrates ber Spitzenorganisation ber Kriegskeilnehrnerverbänbe würbe am Sonntag abenb abgeschlossen, ohne baß eine ber beiben hauptsächlichsten Fragen in klarer Form ent- schieben worben ist. Es handelte sich ursprünglich darum, festzustellen, ob ber Pensionsmini- fter Rivollet, der Vertreter ber Kriegsteilnehmer im Ministerium, tn ber Regierung bleiben solle ober nicht. Letzterer Beschluß hätte automatisch ein Mißtrauens- votum für die Regierung nach sich gezogen. Nach langatmiger Aussprache mürbe aber weder be reine noch ber anbere Beschluß gefaßt, sondern man einigte sich auf eine neutrale Formel, in ber bem Pensionsminister das volle Vertrauen ber Kriegsteilnehmer ausgesprochen wirb, ohne bie Frage seines Verbleibens m ber Regierung überhaupt zu berühren. Die ehemaligen Kriegsteilnehmer haben ferner eine Entschließung angenommen, in ber sie feststellten, bie bi e Regierung ihr Versprechen nicht ein» aelöft habe. Gleichzeitig wird ber Hoffnung Ausdruck gegeben, daß bas Versäumte u n v e r ^u g - lieb nachaeholt werbe.
Sm übrigen ifl non ber gr°ßen Mehrheit der Wunsch ausgesprochen worden, baß sich die Mitglieder der Kriegsteilnehmervereinigung über ihre eigenen politischen Ansichten Hinwegsetzen müßten, um sich ganz in ben Dienst ber Forderungen ber Kriegsteilnehmer zu stellen. Dieser Wunsch ist durch die verschiedenen politischen Richtungen begründet, bie im Schoße ber Spitzenorganisation selbst vorhanden sinb. Der Pensionsminister, der auf ber Tagung erscheinen sollte, um eine bebeutenbe Erklärung der Regierung an bie Kriegsteilnehmer zu verlesen, ist plötzlich erkrankt unb mußte von seinem Vorhaben absehen. Während der ganzen Verhand»
lungsbauer herrschte eine gespannte Stimmung, bie sich in mehr ober weniger scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der linksgerichteten U n i o n F e b e r a l e und der mehr rechtsstehenben Union Nationale ausdrückte.
Der Zentralrat ber sozialistischen Partei Frankreichs, b. h. ber N e u s o z i a l i st e n. hielt am Sonntag eine Sitzung ab, bie insofern eine gewisse Ähnlichkeit mit ber Tagung ber Kriegsteil- nehrnerverbänbe hatte, als es sich auch hier barum hanbelte, festzustellen, ob bie Mitarbeit bes Arbeitsrninisters Marguet in ber Re- g i e r u n g unter ben gegenwärtigen Umftänben wünschenswert sei ober nicht. Die Sitzung gewann noch an Bebeutung baburch, baß Arbeitsmimster Marguet persönlich erschienen war, um seinen Stanbpunkt zu oerteibigen, ber auf ein weiteres Zusammenarbeiten mit ber Regierung hinaus- lief. Einige Rebner, barunter ber bekannte Abgeordnete Renaubel sprachen sich für ben Austritt Marguets aus unb forberten bie Herstellung eines ausgesprochenen L i n k s k arte l l s. Die Beteiligung ber Neusozialisten an ber gegenwärtigen Regierung, so betonte Renaubel, mache eine Annäherung an bie Allgemeine Arbeitergewerkschaft sehr schwer. Anbere Rebner hingegen begrüßten bie bisherige Tätigkeit bes Arbeitsministers, bie ihre Krönung in ber Annahme bes großen Arbeitsplanes gefunben habe.
Der Zentralrat nahm barauf mit großer Stimmenmehrheit eine Entschließung an, in ber ber Minister beglückwünscht unb ihm für feine Tätigkeit bas Vertrauen ausgesprochen wirb. Gleichzeitig stellt ber Zentralrat aber auch fest, baß bie Unabhängigkeit ber Neusozialisten niemals in Frage gestellt worben sei, unb baß bie Beteiligung Marquets an ber Regierung bie Verantwortlichkeit für bie Finanz- unb Außenpolitik biefer Regierung nicht auf bie Neufozialisten ausbehne.
ches Leib trug, im gleichen Schlamm stand, von gleichen Tod bedroht wurde. Und dieses Gefühl der Verbundenheit ist bis heute geblieben. Ist es nicht so: Treffen sich Frontkämpfer — Gegner von einst — treffen sich auch in gleichen Erinnerungen gleiche Meinungen. Der Inhalt ihrer Gespräche ist der Weltkrieg, die Hoffnung hinter ihren Gesprächen ist der Friede. Und deshalb find die Frontkämpfer berufen, die Brücke des Verstehens und der Verständigung von Volk zu V?!k zu schlagen, wenn die Politiker den Weg nicht finden.
Es ist kein Zufall, daß die Staaten, welche allein von Frontkämpfern maßgeblich geführt werben, Deutschland unb Italien, sich am stärksten bemühen, ben Frieden der Welt zu förbern. Unb es ist kein Zufall, daß bei dem Zusammentreffen ber Frontkämpfer Hitler unb Mussolini schnell ein. herzliches, persönliches Verhältnis herbeigeführt würbe. Mit unserem polnischen Nachbarn haben wir einen dem Frieden dienenben Dertragszustanb herbeigeführt, und auch dort leitet ein Solbat — Marschall Pilsubsti — bie Politik.
Ebenso war auch i n F ra n k r e i ch die stärkste Resonanz auf Hitlers Bemühungen, eine Verständigung mit dem westlichen Nachbarn herbeizuführen, bei den Frontkämpfern dieses Landes fest- zustellen. /
Wir Frontkämpfer wollen nicht, daß wieder eine unfähige Diplomatie uns in eine Katastrophe hineinstolpern läßt, deren Leidtragende wiederum Frontkämpfer find. Wir Soldaten auf allen Seiten fühlen uns frei von der Verantwortung für den letzten Krieg. Wir wollen gemeinsam kämpfen, eine neue Katastrophe zu verhindern. Wir, die wir gemeinsam im Kriege zerstörten, wollen gemeinsam bauen am Frieden: Es ist höchste Zeit, daß endlich eine wirkliche Verständigung zwischen den Völkern erzielt wird. Eine Verständigung, die auf gegenseitiger Achtung fußt, weil sie allein von Dauer sein kann — auf einer Achtung, wie sie ehemalige Frontsoldaten untereinander aus- zeichnet.
Denn man gebe sich doch keinem Zweifel hin: Die meisten großen Staaten haben mehr denn je Kriegsmaterial angehäuft. Kriegsmaterial aber, daß der Gefahr der Veraltung unterliegt, und feit dem Weltkriege nicht zur Ruhe gekommen, sich mit höchstem Mißtrauen gegenüberstehende Volker sinb ein furchtbarer Z ü n b st o s f. Ein geringfügiger Anlaß, wie einst 1914 ber ungückliche Schuß in Serajewo — vielleicht aus ber Pistole eines Narren — kann genügen, um gegen den Willen der betroffenen Volker Millionenarmeen auf» einanderplatzen zu lassen.
Wer am Weltkrieg teilnahm, hat eine Vorstellung von bem, was ein moberner Krieg heute mit seinen vervollkommneten Waffen bebeuten mürbe. Unb ich menbe mich an bie Kameraben ber Fronten bes Weltkrieges hüben unb brühen: Seib ehrlich! Gewiß, wir stauben einst braußen im stolzen Gefühl, wahrhafte Männer zu sein — Sol- baten, Kämpfer, losgelöst von ber Alltäglichkeit des früheren Lebens. Wir empfanben zeitweise vielleicht Freube an einem Dasein, bas in schroffem Gegensatz ftanb zur Verweichlichung, bie bie moberne Kultur unb Ueberfultur mit sich bringt. Wir fühlten uns als hochwertigere Menschen als bie, welche fern ben Fronten nichts zu tun hatten mit dem Schicksal ber Fronten. Wir fühlten uns als bie Ver- teibiger bes Lebens unserer Nationen, als bie Träger ihrer Zukunft.
Aber seib ehrlich! Wir haben bas Grauen vor dem Tob gespürt. Wir haben ben Tob furchtbarer unb geballter gesehen als wohl je Menschen vor uns. Inmitten ber Leichenhügel unserer Kameraben schwanb uns bie letzte Hoffnung auf Leben. Wir sahen bas Elenb ber Flüchtlinge hinter uns. Wir sahen bie Witwen unb Waisen, bie Krüppel unb bie Leibenden, bie kränklichen Kinber, die hungernben Frauen baheim.
Seib ehrlich! Hat nicht bann unb wann ein jeber von uns gefragt: Wozu bies alles? Muß es fein? Kann ber Menschheit bas in Zukunft nicht erspart werben!? Aber wir hielten aus * hüben unb brühen! Wir hielten aus als Männe«


