der Pflicht, der Disziplin, der Treue, als Männer, die Feigheit verabscheuen.
Doch heute greife ich die Frage von damals auf und rufe sie anklagend in die Welt hinaus — als Frontkämpfer zu Frontkämpfern; als Führender eines Volkes zu den Führern der anderen Völker: Wuh es fein?! Können wir gemeinsam bei gutem Willen dies der Menschheit nicht ersparen?!
Vielleicht fragt man mich: Warum erhebst Du Deine Stimme er ft heute? Warum schwiegst Du die vergangenen Jahre? Ich will die Antwort geben: Weil meine Stimme sich in Deutschland vermischt hätte mit den Stimmen von Verrätern am eigenen Volke — mit den Stimmen derer, die einst den deutschen Frontkämpfern in den Rücken fielen. Heute darf ich reden, weil ein Mann meines Volkes die EhrediesesVolkes vor der Welt wiederhergestellt hat. Heute darf ich reden, weil dieser Mann die Verräter an diesem Volke zum Schweigen gebracht hat. Heute darf ich reden, weil der tapfersten einer, Adolf Hitler, mich davor bewahrt, mißverstanden und mit Feiglingen auf eine Stufe gestellt zu werden. Heute muß ich reden, weil ich damit den Mann stütze, der versucht, die Welt im letzten Augenblick von der Katastrophe zu bewahren.
heute erhebe Ich meine Stimme, weil ich gleichzeitig die Welt warnen will, das Deutschland von heute, das Deutschland des Friedens, zu verwechseln mit dem Deutschland von einst, dem Deutschland des Pazifismus! Denn das muh man wissen: Denn uns Frontkämpfer die Erinnerung an die Schrecken des Krieges noch tausendfach vor Augen steht, wenn die junge Nachkriegsgeneration den Krieg so wenig wie wir alten will — zu einem „Spaziergang- in unser Land steht der Weg nicht offen. Wie das französische Volk im großen Kriege jede handbreit Boden mit aller Kraft verteidigt hat und jeden Tag von neuem verteidigen würde — genau so würden wir Deutsche heute es tun. Der französische Frontsoldat besonders wird uns ver-
■x stehen, wenn wir jenen, die immer noch mit dem Gedanken eines Krieges spielen — den
1 natürlich andere an der Front führen müßten als die Hetzer — zurufen: Dan soll es wagen, uns anzufallen! Ulan soll es wagen, in das neue Deutschland einzumarschieren! Dann soll die Welt den Geist des neuen Deutschland kennenlernen. Es würde kämpfen, wie noch kaum je ein Volk
um feine Freiheit gekämpft hat!
Das französische Volk weiß, wie man den eigenen Boden verteidigt! Jedes Waldstück, jeder Hügel, jedes Gehöft müßte durch Blut erobert werden! Alte und Junge würden sich einkrallen in den Boden der Heimat. Mit einem Fanatismus sondergleichen würden sie sich zur Wehr setzen! Und wenn selbst die Ueberlegenheit moderner Waffen obsiegte, der Weg durch das Reich würde e i n Weg grauenhafter Opfer auch für den Eindringling fein, denn noch nie war ein Volk so erfüllt vom eigenen Recht und damit von der Pflicht, sich gegen Ueberfälle bis zum letzten zur Wehr zu setzen, wie heute unser Volk.
Aber wir glauben es nicht, was Brunnenvergifter der internationalen Beziehungen uns suggerieren wollen, daß irgendein Volk den Frieden Deutschlands und damit den Frieden Europas, wenn nicht der Welt, neuerdings stören wollte. Wir glauben es insbesondere auch vom französischen Volke nicht. Denn wir wissen, daß auch dieses Volk Sehnsucht nach Frieden hat.
Mit aufrichtiger Sympathie hat man in Deutschland — und gerade bei den Frontkämpfern Deutschlands — Stimmen französischer Frontkämpferorganisationen vernommen, die eine ehrliche Verständigung mit Deutschland fordern. Eine Forderung, die zweifellos der Kenntnis des wirklichen Gesichts des Krieges ebenso entspringt, wie der Achtung, welche Frankreichs Frontkämpfer aus soldatischem Gefühl heraus den Leistungen der deutschen Frontkämpfer entgegenbringen. Frankreichs Soldaten wissen, wie tapfer sich die Deutschen 4Vi Jahre gegen gewaltige Uebermacht schlugen. Ebenso wie der deutsche Frontkämpfer dem ftanzösischen Frontkämpfer seine Anerkennung für seine Tapferkeit nie versagen kann. Diese Tapferkeit findet ihren Ausdruck in der Tatsache, daß Frankreichs Armee den höchsten Blutzoll auf Seite der Alliierten brachte.
Die Frontkämpfer wollen den Frieden.
Die Völker wollen den Frieden.
Deutschlands Regierung will den Frieden.
And wenn uns Wort maßgeblicher Vertreter der französischen Regierung von Zelt zu Zeit ans Ohr Hingen, die, wenig dem Geiste der Verständigung entsprechen, so geben wir die Hoffnung nicht auf, daß trotz alledem auch Frankreichs Regierung den Frieden will. Wenn das französische Volk zweifellos den Frieden wünscht, so haben wir die Aeberzeugung, daß darüber hinaus selbst Frankreichs Regierungen keinen Krieg mit Deutschland wollen.
Uni) wenn maßgebliche französische Vertreter nicht die Sprache des französischen Volkes uni) seiner Frontkämpfer sprechen, so dürfen deren Reden nicht einmal als Sinneskundgebung der Führung Frankreichs gewertet werden. Ein Franzose, der Volk und Politik seines Landes genau kennt, meinte zu mir: »Habt Mitleid mit uns! W i r regieren noch mit dem Parlamentarismus." Er wollte damit sagen, — daß Staatsmänner vielfach gezwungen sind, in ihren Roden nicht das zu sagen, was sie denken, sondern das, was Parlamentsmehrheiten zu hören wünschen. Parlamentsmehrheiten aber find, wie wir wissen, nicht Meinungsvertreterinnen des Volkes, sondern vielmehr Interessenvertretungen wirtschaftlicher und sonstiger Kräfte.
Man darf die Ueberzegung haben, daß auch der französische Minister Bartho.u den Frieden mit Deutschland will, trotz mancher Redewendungen, die Verständigungsbereiten unschön ins Ohr Hingen. Ist doch Barthou ein Mann, der politischen Weitblick mit persönlicher Kultur verbindet, ja, der mit Stolz bekennt, ein besonderer Verehrer Richard Wagners und seiner Werke zu sein. Richt ohne Absicht dürfte er in Genf betont haben, daß er ein guter Kenner des deutschen G e i st e s l e b e n s ist. Es ist auf Grund dessen nicht ausgeschlossen, daß er letzten Endes doch geneigt wäre, in der internationalen Politik den deutschen Verhältnissen Rechnung zu
tragen und so maßgeblich mitzmvirken an der Befriedung Europas.
Die Geschichte wird männern, welche in fo schweren Zeilen der Völker die Verständigung zuwege brachten, und damit die Kultur retteten, sicherlich mehr Lorbeeren flechten, als männern, welche glauben, durch politische und militärische Angriffshandlungen Siege erringen zu können, ja die gar wirkliche Siege erringen. Die Völker selbst, denen sie den Frieden sichern, werden es Ihnen danken, denn die Arbeitslosigkeit mit ihrem sozialen Elend ist doch in erster Linie zurückzuführen auf zu geringen Güteraustausch zwischen den Staaten, der durch mangelndes Vertrauen immer behindert ist.
Es ist unzweifelhaft, daß aus der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur diese Staaten in ihrer Gesamtheit, sondern jeder einzelne innerhalb der beiden Völker — Nutzen iehen würde. Konkret gesprochen heißt das, jeder Franzose und jeder Deutsche erhielte auf die Dauer erhöhtes Einkommen oder erhöhten Lohn. Wahrhafter Friede und wirkliches Vertrauen zwischen den Völkern ermöglicht die Herabsetzung ihrer Rüstungen, die einen großen Teil des Einkommens der Völker und somit der einzelnen Volksgenossen heute beanspruchen.
Immer wieder hat es Adolf Hiller betont, .daß Deutschland lediglich Gleichberechtigung auf allen Gebieten einschließlich denen der Rüstung wünscht. Nach Erzielung einer solchen Verständigung zwischen Deutschland und seinen Nachbarn kann Deutschland sich um so leichter mit dem Mindestmaß an Rüstung begnügen, welches nötig ist, um seine Sicherheit und damit den Frieden zu garantieren. Denn e i n praktisch wehrloses Land stellt eine G e - ahr für den Frieden dar. Seine Wehrlosigkeit verleitet nur zu leicht zu risikolosen „Spaziergängen" fremder Heere. Waffenlosigkeit eines einzelnen Volkes inmitten schwergerüsteter Völker kann der Anreiz sein für ehrgeizige Männer, billige Lorbeeren zu erringen, kann der Anreiz sein für Re-
London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Bei seiner Ankunft in London am Sonntagabend wurden der französische Außenminister Barthou und feine Begleiter von Außenminister Sir John Simon, dem Chef des Office, Sir Robert Vanfi11ard, und dem Londoner französischen Botschafter emp- angen. An den Besprechungen im Foreign Office werden sich englischerseits außer Sir John Simon der Lordsiegelbewahrer Eden und der stellvertretende Ministerpräsident Baldwin beteiligen.
Die englische Presse bereitet Barthou einen kühlen Empfang. Uebereinstimmend erklären alle -Zeitungen, „ein Militärbündnis mit Frankreich kommt nicht in Frage". Selbst die „Daily Mail", die sich früher Monate lang für ein englisch-französisches Militärbündnis eingesetzt hatte, schweigt heute völlig davon und erklärt lediglich, „daß man Barthou mit größter Aufmerksamkeit z u h ö r e n" werde.
„Daily Telegraph" bezeichnet es als unwahrscheinlich, daß man sich in Erörterungen über ein „Oft» locarno" ober über den Vorschlag einer besonderen englischen Erklärung für die Unverletzlichkeit Belgiens und der Niederlande ernstlich vertiefen werde. Dagegen würden die englischen und französischen Staatsmänner wohl ohne Zweifel ihre Ansichten über die letzten Ereignisse in Deutschland und ihre Bedeutung für die internationale Lage austauschen. Barthou sei auf jeden Fall bemüht, zum mindesten eine moralische Zustimmung oder Ermutigung Englands zu seinen Paktplänen
London, 7. In«. (DRV.) Die Wochenzeitschrift „Rew Statesman and Ration" veröffentlicht einen „Schleichers politischer Traum“ überschriebenen Artikel eines Korrespondenten, „der in enger persönlicher Fühlung mit General von Schleicher gestanden hat.“ In diesem Artikel heißt es wörtlich: Drei Tage vor Schleichers Tod sprach ich in Paris mit einem Wanne, der sein besonderes Vertrauen besah. Dieser Wann sagte mir, Schleicher fei der festen Ansicht gewesen, daß jetzt die Zeit zum handeln gekommen sei. Er legte mir die Lage dar und das, was er als Heilmittel ansah: Einen kurzen Zeitraum militärischer Herrschaft, und dann das Soziale Reich. Rach weiterer Aufzählung der außenpolitischen Punkte des Programms Schleichers fährt der Korrespondent fort: Schleicher hatte Fühlung mit einflußreichen französischen Staatsmännern gesucht und gefunden. Ein einziges Ersuchen — und dies war grundsätzlich zugestanden worden — war die R ü ck - erstattung einiger verlorener deutscher Kolonien. Der Korrespondent erwähnt, daß er auf die Frage: „Aber Hitler muh doch voll bekannt sein, was im Gange ist; haben Sie keine Angst für Schleicher?“ vom Vertrauensmann Schleichers die Antwort erhielt: „Wan wird nicht wagen, ihn anzurühren.“
Oie Phantasien der Auslands- preffe.
Wieder Lügenmeldungen widerlegt.
Berlin, 7. Juli. (DNB.) Ein gewisser Teil der Auslands- und Emigrantenpresse versucht immer noch die Vorgänge des 3 0. Juni und des 1.Juli in Deutschland zu riesigen Sensationen aufzubauschen und geschäftlich auszunützen. Es werden die seltsamsten Kombinationen zusammenphantasiert, unmögliche Behauptungen aufgestellt, die den Stempel Der Unwahrheit schon an der Stirn tragen. Dabei widersprechen sich die einzelnen Blätter gegenseitig. Angebliche Todeslisten werden verbreitet, die eine Fülle von Namen von Männern enthalten, die gesund und munter sind und wie immer ihrer Arbeit nachgehen. So meldete z. B. gestern ein großer Teil der Auslandpresse, daß der ehemalige Minister Treviranus er»
gierungen, das eigene Volk abzulenken durch das außenpolitische Abenteuer eines Krieges.
Gerade die alten Soldaten unter Ihnen, meine Parteigenossen, werden als einstige Soldaten bezeugen können, daß alte Frontsoldaten, zu denen ich mich selbst mit Stolz bekennen darf, den Frieden aus inner st er Uebe-rzeugung wünschen. Die Welt weiß insbesondere, daß der Frontkämpfer Adolf Hitler mit überraschender Offenheit seine wirklichen Gedanken ihr darlegt. Die Frontkämpfer in der Regierung Deutschlands wollen ehrlich Frieden und Verständigung. Ich appelliere an die Frontkämpfer in anderen Staaten, ebenso wie an die Gutwilligen in den Regierungen dieser Staaten, uns in diesem Ziele zu unterstützen.
Ich richte diesen Appell von heiliger ostpreußi- scher Erde her an die Frontsoldaten der Welt, hier auf diesem deutschen Grenzland- boden begann einst das grohe Weltringen mit feinen furchtbaren Opfern mit seinen Opfern, von denen noch heute die kämpfenden Rationen sich nicht erholt haben. Es möge das historische Kampfgebiet, von dem aus ich hier spreche, den ernsten Friedensruf in feiner Wirkung erhöhen. An Deutschlands Ost - grenze garantieren verständnisvolle Pakte den Frieden der Bewohner großer Rachbar- ftaaten. Wögen auch die Regierungen der Völker an den anderen Grenzen unseres Reiches bald eine größere Sicherheit für ihre Volksgenossen in friedlichen Verträgen des Verstehens sehen statt in angehäuftem Kriegsmaterial, — das ist unsere Hoffnung. Im Gedenken feiner Toten, deren viele für Ostpreußen fielen, wird in Deutschland der Wille zum Frieden stets stark und mächtig fein! Die alten Soldaten der Front und die jungen Kämpfer für ein freies, stolzes und friedfertiges Reich grüßen den Frontkämpfer und ihren Führer Adolf Hitler. Grüßen wir alle ihn zugleich als den Kämpfer für den Frieden. Sieg-Heil!
zu erhalten, damit diese unter dem Zeichen des Völkerbundes segeln könnten und man Frankreich nicht die Wiederbelebung der Bündnis- politik alten Stiles vorwerfen könnte. Auch die Flottenfrage werde wohl zur Sprache kommen. Es fei zu erwarten, daß Barthou die Regelung des zukünftigen Flotten st atuts für Deutschland für notwendig erklären werde, womit gleichzeitig eine Einladung Deutschlands zur nächstjährigen Flottenkonferenz verbunden sein würde. Die erste Rolle werde jedoch der französisch- italienische Flottenvertrag spielen. Man werde zwar keine neuen Bindungen mit Frankreich schaffen, aber die bestehenden Beziehungen könnten sehr wohl erweitert und verstärkt werden. Die Notwendigkeit für eine englisch-französische Zusammenarbeit sei noch niemals größer gewesen als jetzt.
„Daily Expreß" begrüßt Barthou mit der Ankündigung „Nichts zu machen!" England dürfe nicht nur kein Bündnis mit Frankreich eingehen, sondern solle auch den „wahnsinnigen, verruchten" Locarno-Vertrag kündigen. Einzig Winston Churchill setzt sich für ein Bündnis ein. Sein Artikel in der „Daily Mail" unter der Ueberschrist „Wie ich den Frieden herbeiführen würde" strotzt von haßerfüllten Angriffen gegen Deutschland. Churchill spricht u. a. von dem „Wahnsinn der Gleichberechtigung" und fordert, daß sowohl Frankreich wie England energisch aufrüsten sollen.
schossen worden sei. Heute muß der „Daily Expreß" mitteilen, daß Treviranus in Dorset (England) zur Erholung weilt. Beliebt sind augenblicklich auch Aufzeichnungen angeblicher Augenzeugen der Aktion in Wiessee und der Erschießungen. Dabei ist festzustellen, daß sich diese Augenzeugenberichte unterscheiden wie Feuer und Wasser. Schon daraus allein ergibt sich, daß sie nicht aus Deutschland st am men, sondern in den Auslandredaktionen fabriziert wor- ben sind.
In diesen Augenzeugenberichten werden auch Teilnehmer an den Aktionen genannt, die vollkommen unbekannt sind. Die deutsche Oeffentlichkeit sieht mit Verachtung auf derartige Schmierereien herab, die nur dazu bestimmt sind, Deutschland zu verleumden und gegen es zu Hetzen. Wenn in gewissen Zeitungen des Auslandes dann noch behauptet wird, daß die große Begeisterung, die in Deutschland bis jetzt für den Führer geherrscht habe, sehr plötzlich geschwunden fei, fo kann demgegenüber nur die Tatsache festgestellt werden, daß die Begeisterung eher noch größer geworden ist benn gerade das harte Durchgreifen des Führers hat viele, die bisher noch etwas zögernd beiseite standen, zu begeisterten Anhängern des Führers und des Nationalsozialismus gemacht. Der Führer, der augenblicklich in Bayern weilt, ist auf feiner Fahrt durch Bayern in diesen Tagen von der Bevölkerung mit einer außerordentlichen B e - geisterung begrüßt worden. Ueberall fang man das Deutschlandlied und das Horst-Wesfel-Lied, und die Heilrufe der dichtgedrängten Menschenmenge wollten überhaupt kein Ende nehmen. Das aber ist die wahre Stimmung in Deutschland.
Verbot schweizerischer Zeitungen.
Berlin, 7. Juli. (DNB.) Obwohl die Reichsregierung am 2. Juli amtlich erklärt hatte, daß die Aktion gegen die Hochverräter zum Abschluß gebracht worden ist, haben schweizerische Blätter in den letzten Tagen geradezu ungeheuerliche Lügenmeldungen über die Lage in Deutschland und die Niederschlagung des hochverräterischen Anschlages verbreitet. Ueberdies sind drei deutsche Zeitungen, ohne daß ihr Inhalt in irgend einer Weise beanstandet worden ist, in der Schweiz verboten worden. Die Reichsregierung hat sich daher gezwungen gesehen, die schweizerischen Zeitungen, die die übelste Hetze betrieben haben, nämlich die „Neue Züricher
Zeitung", die „Baseler National^ei, t u n g" und den „Berner Dun d" für das deut, che Reichsgebiet auf die Dauer von fechz Monaten zu verbieten.
Herzliche Dankkundgebungen für den Führer in Oberbayern.
München, 8.3uli. Auf feiner Fahri
von Berchtesgaden nach Wünchen wurden dem Führer am Sonntag überall und aus allen Kreisen der Bevölkerung außerordentliche Kundgebungen bereitet, in denen der Dank des Volkes für das tatkräftige, Staat und Volt rettende Handeln des Führers am 30. Juni Über- zeugend und rührend zum Ausdruck kam.
Der Reichsinnenminister an die Polizei.
Berlin, 7. Juli. (DNB.) Reichsinnnenminister Dr. Frick hat an die Landesregierung zur Bekannt, gäbe an die Polizeibeamten folgenden Erlaß ge. richtet:
Bei der Niederschlagung der Revolte meutern« der SA.-Führer hat die Polizei im Reich in all' ihren Sparten die von ihr erwarteten Aufgaben pflichtgemäß erfüllt. Sie hat damit zum ersten Male in aller Oeffentlichkeit bewiesen, daß sie in Verbun- denheit zum Volke die Befehle des Führers ober der von ihm Beauftragten rückhaltlos im national« ozialistischen Sinne zu erfüllen bereit und in der Lage ist.
Ich spreche der Polizei im Reich hierfür meine volle Anerkennung aus.
Eine Richtigstellung.
Berlin, 7. Juli. (DNB.) Wie eine Reihe von Anfragen beweist, sind durch eine verkürzte Wiedergabe der Rede, die Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntag, 24. Juni, auf dem Essener Gau» Parteitag hielt, hier und da M i ß v e r st ä n d. n i f f e entstanden. Um die darauf bezüglichen Briefe und Anfragen, die im Propagandaministerium eingelaufen sind, erschöpfend zu beantworten, gibt das Deutsche Nachrichten-Bureau den in Frage stehenden Passus dieser Rede unverkürzt wieder. Er lautet:
„Wir haben bei den Reaktionären Der» chiedene Erscheinungsformen festzu» teilen, in denen sie aufzutreten pflegen. Sie tarnen ich meistens; sie treten, ohne intelligent zu sein, als Intellektuelle auf. Ohne den Bedürfnissen des Tages zu dienen, sind sie Journalisten; ohne die Kirche zu verteidigen tragen sie geistlich es Gewand, und hier und da benützen sie die Titel des Reserve Offiziers, ohne in Wirklichkeit etwas mit Soldatentum ober Offizier zu tun zu haben. Die breite Masse der zu diesem Stande Gehörigen lehnt solche Abtrünnlinge ab und weist es weit von sich, mit ihnen in einem Atem genannt zu werden. Man muß ein gutes Auge haben, um diese Menschen zu erkennen. Es sind ganz kleine bedeutungslose Cliquen, und es wäre absolut falsch, wenn der Nationalsozialismus sich mit ihnen auseinandersetzte. Er muß sich über sie mit dem Volk auseinandersetzen."
Wie aus dieser wörtlichen Redewiedergabe ersichtlich ist, hat es Reichsminister Dr. Goebbels fern gelegen, diese hier genannten Stände an s i ch anzugreifen; im Gegenteil, er hat ausdrücklich betont, daß es sich um Abtrünnlinge der Stände handelt, die von diesen Ständen mit Recht wegen ihrer Sabotage des neuen Regimes ab« gelehnt werden.
Abschluß
der Erfurter Kirchentagung.
Erfurt, 7.Juli. (DNB.) Der am Freitag in Erfurt zusammengetretene Verfassungsausschuß der Deutschen Evangelischen Kirche setzte am Samstag unter dem Vorsitz des Reichsbischofs feine Verhandlungen fort. In grundlegenden Vorträgen wurden die Fragen des künftigen Gemeindeaufbaues und die Aufgaben behandelt, die die Dynamik unserer Zeit der Kirche der Gegenwart stellt. Unter Wahrung des B e- kenntnifses und des geschichtlich Gewordenen werden die vorgesehenen Ausschüsse an den großen Ausgaben arbeiten. Eine Andacht von Professor D. Hirsch beschloß die Tagung. Klar und deutlich kam zum Ausdruck, daß die Evangelische Kirche an der Wende einer größeren Zeit ihre gewaltigen Aufgaben erkannt hat.
Reichspräsident v. Hindenburg sandte dem Ausschuß folgendes Antworttelegramm: Den Mitgliedern des Verfassungsausschusses danke ich für ihr freundliches Meingedenken anläßlich ihrer ersten Tagung. Ich erwidere Ihre Grüße mit dem aufrichtigen Wunsch, daß Ihre Arbeiten derWieder- Herstellung des Friedens in der Deutschen Evangelischen Kirche dienen und den Bau der Evangelischen Reichskirche f e ft i g e n mögen, v. Hindenburg, Reichspräsident. Oie kommunistischen Unruhen
in Holland
greifen auf die Provinz über.
Amsterdam, 8. Juli. (DNB.) In den ersten Abendstunden des Sonntags war in Amsterdam die Lage ruhig. Im Jordaan war es sogar auffällig still. Die Polizei hatte nur die wichtigsten Straßenkreuzungen mit starken Posten besetzt. Gegen 22 Uhr fuhren Lastkraftwagen mit Militär vor mehreren Häusern vor, worauf eine eingehende Durchsuchung nach Waffen vorgenommen wurde. Am späten Abend lebten die Unruhen an mehreren Stellen, vor allem im Hafenviertel Kattenburg, im sogenannten Indischen Quartier, und namentlich im nördlichen Stadtteil wieder auf. Dort versuchten Kommunisten erneut das Straßenpflaster aufzubrechen und Barrikaden zu bauen. Es kam wieder zu heftigen Schießereien, wobei eine Person getötet und mehrere verwundet wurden.
Anzeichen dafür, daß die Straßentumulte nicht auf Amsterdam beschränkt bleiben würden, haben sich bestätigt. So gelang es kommunistischen Hetzern, sowohl in Rotterdam wie auch in Haarlem, der Hafenstadt Pmuiden und im Jndustrieort Krommenie Zusammenstöße zwischen unzufriedenen Elementen und der Polizei zu provozieren. Besonders in Rotterdam kam es im Anschluß an das Verbot zweier, von der Kommunistischen Partei und der Revolutionär-Sozialistischen Partei einberufenen Versammlungen zu ähnlichen Tumul« ten wie in Amsterdam. Die Straßenbeleuchtung wurde zertrümmert und an zahlreichen Stellen wurden Barrikaden aufgeworfen. Die Polizei war gezwungen, andauernd Salven gegen die Menge abzugeben. Die Unruhen flauten erst am Sonn- tagmorgen etwas ab. Die Regierung erwägt ein
Barthou in London eingetroffen.
Kühler Empfang in der presse.
„Schleichers politischer Traum."
Enthüllungen einer englischen Wochenschrift.


