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OberhesffcheGeseWaftfükAalur-undSeilkunde

Sitzung der Tlaturwiffenschaftlichen Abteilung.

Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.

Zunächst fand unter Führung von Herrn Professor Fünk eine Besichtigung des zum Forst- instttut gehörigen Botanischen ©ar­tens statt (ehemaliger Lazarettgarten), der sich etwa seit 1930 hier entwickelt hat. Es sind darin in drei Abteilungen mit zahlreichen Untergruppen im wesentlichen diejenigen Pflanzen in Kultur, die in der einen oder anderen Hinsicht für den Forstmann von Wichtigkeit sind: Die baumkundliche (dendrolo gische) Abteilung enthält Keim­pflanzen und jahresweis ältere Stadien der Wald­bäume, Gruppen der Licht- und Schattenholzarten, Sträucher des deutschen Waldes, Typen der Baum­gattungen deutscher und bei uns eingeführter frem­der Baumarten in der Reihenfolge ihrer natürlichen Verwandtschaft.

Die Abteilung für Baumkrankheiten enthält Bei­spiele erblich abnormen Wuchses, abweichender Blattfärbungen, Wirtspflanzen der forstlich wich- tigen Rostpilze u. a. Die Pflanzengeograph i- s ch e und ökologische Abteilung zeigt die Bodenflora des deutschen Waldes geordnet in bio­logischen Gruppen nÄH mittelfeuchten, trocknen und nassen Standorten, Sandboden- und Kalkboden­pflanzen, Mittelgebirgspflanzen und eine sehr reich­liche Zusammenstellung von Hochmoorpflanzen auf einem kleinen künstlichen Hochmoor. In diesen ver­schiedenen Standortsgruppen sind auch viele der in Deutschland unter Naturschutz stehenden Wald- und Moorpflanzen enthalten, von denen z. B. Türken­bund (Lilium martagon), Moosbeere (Vaccinium oxycoccus), Moosglöckchen (Linnaea borealis) ge­rade in üppiger Blüte stehen. Die insektenfressenden Moorpflanzen wie Fettkraut (Pinguicula) und Son­nentau (Drosera) sind in reicher Fülle entwickelt. Weiter enthält diese Abteilung noch die Gräser und grasähnlichen Gewächse des Waldes ebenso wie die Moose in ökologischer Anordnung. Gruppen in Töpfen gehaltener subtropischer Holzpflanzen, die im Gewächshaus überwintert werden, enthalten im wesentlichen solche aus den Mittelmeerländern, Ost- asien und Australien, von denen Hölzer eingeführt werden. Die zwischen den verschiedenen Lehrgrup­pen gelegenen Beete dienen, wie auch das Gewächs­haus für physiologische und vererbungskundliche Versuche, von denen einige über buntblättrige Ulmen und Eschen eingehender besichtigt wurden.

Im Hörsaal des Forstinstituts berichtete dann Herr Funk über die Botanikertagung in Marburg und Gießen. Ein ausführlicher Bericht über den von den Teilnehmern des Mar­burger Botanikerkongresses am 25. Mai 1934 nach Gießen unternommenen Ausflug mit Exkursion auf den Hangelstein, Zusammensein auf dem Schiffen­berg und Besichtigung der Botanischen Abteilung des Forstinstituts, ist im Anschluß an diese Ausfüh­rungen wiedergegeben.)

Sodann hielt Herr Prof. Funk einen Vortrag über das Thema

Biologische Beobachtungen am Buchenblakl".

Das Buchenblatt als Beispiel eines einfach gebauten Laubblattes des sommergrünen Waldbaums zeigt unter gleichmäßigen äußeren Verhältnissen etwa im diffusen Licht des Waldinnern bei gleichmäßiger Wasserzufuhr und -abgabe und anderen mehr gleich­mäßigen Faktoren auch einen gleichmäßigen Ab­lauf seiner Lebens-, Alters- und Todeserscheinungen. Don der hellgrünen Entfaltung zur vollen Lebens- tätigkett im sommerlichen Dunkelgrün und den dar­auf folgenden Alterserscheinungen, der herbstlichen Vergilbung und endlich der nach dem Tode eintre­

tenden Bräunung lassen die äußerlich durch beson­dere Färbungen ausgezeichneten Lebensstufen eine gleichmäßige Verteilung über die Blattfläche erken­nen. Abweichungen von diesem gleichmäßigen Ver­lauf der Lebensäußerungen des Büchenblattes kom­men dadurch zustande, daß die im Blatte normaler­weise bereits vorhandenen physiologisch verschiede­nen Pole, Zonen oder Abschnitte durch äußere Umstände eine Verschärfung ihrer physiologischen Gegensätze erfahren. So wird bei der durch Trocken­heit veranlaßten Stockung der Wasserzufuhr der Gegensatz zwischen wasserzuführender Blattbasis und wasserabgebender Blattspitze verschärft, es treten Welkungen mit darauffolgendem teilweisen Ab­sterben des Blattes, -vornehmlich in dessen oberer Hälfte auf. Gerade umgekehrt aber verhalten sich untere und obere Hälfte des Blastes, wenn etwa ein parasitischer Pilz vom Zweig her gegen das Blatt vordringt und sich nun zunächst die untere Hälfte verfärbt und abstirbt, während die obere noch grün und am Leben ist. Aehnliche Gegensätze be­stehen zwischen Blattrand und BlattmUte, den Blatt­rippen und den zwischen ihnen liegenden Feldern. So können bei bestimmten Krankheiten die Blatt­rippen noch grün, das Gewebe dazwischen aber be­reits völlig vergilbt ober gebräunt sein, wobei oft auch gerade die umgekehrten Fälle von Verfärbung und Erhaltenbleiben des gesunden Grüns zu beob­achten sind. Hier harren noch mancherlei in der freien Natur auftretende merkwürdige Verfärbungen des Buchenblattes wie auch der Blätter anderer Laubbäume der Aufklärung. Klarer liegen bie Ver­hältnisse bei Pilzkrankheiten, bie nach regellosem Anfliegen von Sporen auch regellose Fleckenbilbung Hervorrufen, bie bann ben Ablauf ber Lebens- unb Alterserscheinungen bes Blattes ganz wesentlich be­einflussen, wenn es nicht zu vorzeitigem gänzlichen Absterben kommt. Besonbers merkwiirbig ist auch hierbei ber umgekehrte Fall ber fleckenweisen Er­haltung ber grünen Farbe im herbstlich verfärbten Blatt (sog.Grüne Inseln"), wobei chemische Reiz­wirkungen gewisser Parasiten im Blatt anzuneh­men finb.

Die theoretischen Darlegungen würben sodann an einer großen Zahl von beblätterten Buchenzweigen erläutert, bie meist gut in ihrer natürlichen Fär­bung konserviert waren. Außerbem würben auch zahlreiche Beispiele erblich bebingter Abweichungen von ber Normalform unb Normalfarbe bes Buchen- blattes vorgeführt.

Als dritter Punkt der Tagesordnung fand eine Besichtigung ber Botanischen Abteilung des Forstinstituts

statt, namentlich des Sammlungsraumes und der ßaborationsräume. Von ber etwa 2000 Diapositive enthaltenen Sammlung, die Baumbilder aus allen Gebieten bis zum trovischen Urwald, Vegetations­bilder des deutschen Waldes, Bilder von Pflanzen- und Bc.umkrankheiten, schematische Tafeln usw. bar* stellen, führte Herr Professor Funk als Einleitung zu seinem Vortrag eine Auswahl von Baum-- Be- stanbes. unb Krankheitsbilbern ber Buche vor.

Nach Schluß ber Sitzung sprach ber erste Vor- sitzenbe Herr Professor Henneberg bem Vor­tragenden den Dank der Gesellschaft aus.

Deutsche Botaniker in Gietzen.

Dieser Tage waren in Marburg die Mitglieder derDeutschen Botanischen Gesellschaft", der ,,Ver- etnigung für angewandte Botanik" unb berFreien Vereinigung für Pflanzengeographie unb Systema­tische Botanik" zu ihrer alljährlichen Ar­

beitstagung versammelt. In den Rahmen bieser Tagung gehörte auch ein Ausflug nach Gie­ßen, unb zwar galt bieser in erster Linie bem Hangelstein. In brei Autobussen trafen die rund 100 Teilnehmer von Marburg kommend am Fuße des Hangelsteins auf der Saubringer Straße ein, unter ihnen Gäste aus Oesterreich, Holland, der Schweiz und Japan. Hier erwarteten sie Oberforst­meister Lipp, zu dessen Forstamt die dortigen Waldungen gehören, Oberforstmeister Nicolaus, Kulturinspektor Vogt und Studienrat Hölzel, die beiden letzteren als Vertrauensleute für Natur­schutz. Die Exkursion stand unter der Wissenschaft- lichen Führung von Professor Claussen (Mar­burg) unb Professor Funk (Gießen). Professor Funk führte bie Teilnehmer zunächst in bie geo­logischen unb floristischen Eigentümlichkeiten bes Gebietes ein unb wies nach, baß schon seit 1718 sich eine stattliche Anzahl von Botanikern mit ber eigen­tümlichen Basaltflora bes Hangelsteins beschäftigt hat, bie im ganzen Lahntal einzig dasteht. Einer von ihnen, Professor Diels, Direktor des Bota­nischen Gartens in Berlin-Dahlem, naljm selbst an dem Ausflug teil. Auf schönsten Wegen wurden die Teilnehmer zu den Standorten der besonders kenn­zeichnenden Pflanzen hingeführt, von denen vor allem die Gemswurz (Doronicum pardalian- ches), das Silberbla11 (Lunaria redivTvd), der Gelbe Sturmhut (Aconitum lycoctonum) unb in herrlicher Blütenpracht ber enzianblaue Steinsame (Lithospermum purpureocoeruleum) gezeigt werben konnten neben vielen anberen inter­essanten Kinbern Floras. Doch nicht nur über bas

botanisch Gebotene zeigten sich die Teilnehmer hoch« befriedigt, sondern auch die Schönheit ber Land­schaft. Der herrliche Blick auf das Lahntal, auf Glei­berg unb Vetzberg usw. machten einen tiefen Ein- bruck. Einhellig war man in ber Auffassung mit ben einheimischen Naturfreunben, daß biesem Stückchen Heimaterbe unb vor allem seiner Pflanzenwelt bald ber schon lange geforberte besonbere Schutz zuteil werden müsse.

Vom Hangelstein aus ging die Fahrt bann nach bem Schiffenberg, wo auf ber Terrasse ber Kaffee getrunken würbe. Dabei begrüßte Oberforst­meister Nicolaus gewissermaßen als Hausherr bie Gäste unb führte sie ein in bie* Lanbschaft unb in bie Geschichte bes alten Klosters, um dann vor allem ber Stellung zu gebenden, die der Schiffen­berg in ben Herzen ber Menschen einnimmt, bie an seinem Fuße wohnen.

Schließlich galt ber Tag noch bem Besuche bes Forstinstitutes, wo Seine Magnificenz ber Rektor, Professor Bornkamm, bie Botaniker begrüßte. Professor Funk, ber Leiter ber Botanischen Ab­teilung, gab einen Ueberblick über Geschichte unb E-nrilytungen bes Institutes, zeigte eine große Menge interessanten Stubienmatenals unb führte schließlich burch ben vor wenigen Jahren angelegten botanischen Garten bes Instituts unb erläuterte besten Aufbau und Besonderheiten..

Es war seit über 50 Jahren, seitdem die Deutsche Botanische Gesellschaft besteht, das erste Mal,* daß sie ihr Weg nach Gießen führte. Von dem Gesehe­nen zeigten sich alle Teilnehmer hochbefriedigt.

Oberheffen.

Landkreis Metzen

)( Großen-Linden, 9. Juni. Ludwig Fel - l e r und Ehefrau Marie, geb. Franz, feiern am heutigen Samstag silberne Hochzeit.

< Holzheim, 7. Juni. Dieser Tage veranstal­tete der hiesige Turnverein anläßlich der Werbe- woche für die deutsche Turnerschaft einen Fackel- und Werbezug durch die Straßen unseres Dorfes. Der Schülerspielmannszug marschierte an der Spitze. An verschiedenen Plätzen wurden turnerische Dar­bietungen, Pyramiden usw. gezeigt, die großen Bei­fall fanden. An ber Bismarcklinbe fanb bie H a u p t- kunbgedung statt. Dietwart Gg. Sarnes hielt hierbei eine größere Ansprache, wobei er beson­ders Zweck unb Ziele ber beutschen Turnerei im heu­tigen Staate klarlegte. Mit einem breifachen Sieg- Heil auf ben Führer Aböls Hitler, auf bas beutsche Vaterlanb unb bie Deutsche Turnerschaft schloß er seine mit Beifall aufgenommene Ansprache. Das Deutschlanb- unb bas Horst-Wessel-Lieb bilbeten ben Abschluß ber Veranstaltung. Der Turnverein konnte eine Anzahl Neuaufnahmen tätigen.

k. Hungen, 7. Juni. Die in biefen Tagen zur Durchführung gebrachte betriebsweise Erhebung ber Getreideanbauflächen hatte nachfol­gendes Ergebnis: 59X Hektar Winterweizen, 66 Hektar Sommerweizen, 29 Hektar Korn, 53'/- Hek­tar Gerste und 106 Hektar Hafer. Die zu gleicher Zeit durchgeführte Schweinezwischenzäh* l u n g ergab insgesamt 558 Schweine unb stellte seit 1. März b. I. 26 Hausschlachtunaen fest. Ferner ergab bie Zählung, baß in ben Monaten März, April unb Mai b. I. 33 Kälber geboren würben. Der Kreisliebertag bes Sän­ge r k r e i s e sChatti a" im Gau XII* bes Deut­schen Sängerdunbes, an bem sich 27 Vereine be­teiligen, finbet am Sonntag, 17. Juni, in unserem Stäbtchen statt. Das Wertungssingen nimmt schon um 8 Uhr im Saale besDarmftäbter Hofes" sei­nen Anfang, währenb Nachmittags ein Festzug mit

anschließenber Kunbgedung auf bem alten Markt­platz ftattfinbet. Hierbei werben mehrere Massen­chöre bie Veranstaltung umrahmen.

.ttrei* *lo.

st. Kirtorf, 7. Juni. Dieser Tage fanb im Saale ber GastwirtschaftZur Krone^ eine Mit- glieberversammlung unb ein Schulungsabenb ber hiesigen Ortsgruppe ber NS.-Hago, sowie ber NSBO. unb Deutschen Arbeitsfront statt. Orts* gruppen-Amtsleiter ber NS.-Hago Cail eröffnete bie Versammlung. Er betonte, bah es hier ber erste Versuch sei, eine gemeinsame Versammlung ber erwähnten Organisationen burchzusühren. Die Schulung sei eine Notwenbigkeit, um alle schaffen* ben Deutschen in ber Deutschen Arbeitsfront zu wahren Nationalsozialisten zu erziehen. Ein jeber sei verpflichtet, bas was er in ben Versammlungen in sich aufnehme, in seinen Kreisen weiterzutragen, bamit auch ber letzte Volksgenosse von bem Geist ber neuen Zeit ergriffen werbe. Anschließenb be* hanbelte ber Ortsgruppen-Amtsleiter bas Thema Nationalsozialist Parteimitglieb". Betriebszel­lenobmann Schombert verlas nach Bekanntgabe einiger Mitteilungen, aus bem Dienstbuch ber DAF.Richtlinien über bie Mitgliebschaft in ber Deutschen Arbeitsfront" unb erläuterte ben Mitglie- bern verschiebene Organisations-Angelegenheiten. NS.-Hago-Propaganbawart Hofmann sprach bann überDie Aufgabe ber NS.-Hago im Wandel der deutschen Wende." Sodann kamen durch den Orts­gruppen-Amtsleiter der NS.-Hago noch einige ge­schäftliche Mitteilungen zur Erledigung. Ebenso wurden die Betriebsgruppenführer für Handel unb Hanbwerk ernannt. Nach einem Schlußwort und mit ber Ermahnung zu treuer Mitarbeit am Neu­aufbau unseres Vaterlandes, mit dem Vortrag eines Gebichts fand bie Versammlung ihren Abschluß. Gemeinsam würbe nach einem breifachenSieg- Heil!" auf den Führer bas Horst-Wessel-Lieb ge­sungen.

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Gebrüder Niicking, ®

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Unserer werten Kundschaft von Stadt und Land danken wir für das uns seither entgegengebrachte und ständig wachsende Vertrauen auf das herzlichste.

WOZahren den Vuf unseres Hauses begründet und befestigt. Auch in Zukunst werden wir nur vom Guten das Beste bringen.

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