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Staffelwettkämpfen, sowie Vorführungen^ im Rettungsschwimmen angesetzt.

Der Samstag, 23. Juni, bringt nachmittags eine Fahrt der beteiligten Organisationen in einen Ort Zer Umgebung, um auch auf dem flachen Lande für den Gedanken des Schwimmens und Rettens, sowie insbesondere für den Bau von Bädern, zu werben.

Beschlossen wird die Reichs-Schwimm-Woche am Sonntag, 24. Juni, durch eine

großangelegte Rettungsübung vor der Lahn­brücke.

Der hierbei vorgeführte Bau einer Fähre, sowie die Mitwirkung der SA., der Sanitätskolonne und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft versprechen eine vielseitige Darbietung. Umrahmt wird die um 15 Uhr beginnende Veranstaltung von einem M a s - Icnaufschwimmen und einer Auffahrt er Paddler. Besonders festlich wird der Abend dieses Schlußtages gestaltet durch ein öffentliches Strandfest auf der Uferterrasse der Pulvermühle. Eine Ufer- und Brückenbeleuchtung, sowie eine Italienische Nacht" auf der Lahn werden ihre Wir­kung nicht verfehlen.

Das Programm zeigt, daß auch in Gießen alles getan wird, um die Reichs-Schwimm-Woche für alle Volksgenossen möglichst vielseitig und lehrreich zu gestalten, und um das der Reichs-Schwimm- Woche gestellte Ziel zu erreichen:

Jeder Deutsche ein Schwimmer

Jeder Schwimmer ein Retter."

Um den Davispokal Deutschland - Frankreich 1:1.

Bei unfreundlichem Wetter begann der nach den französischen Meisterschaften mit großer Spannung erwartete Davispokalkampf Deutschland Frank­reich im Roland Garros-Stadion bei Paris selt­samerweise vor nur wenigen Zuschauern. Der erste Tag brachte die errechneten Siege von Boussus und v. Gramm, so daß das Gesamtergebnis 1:1 lautet. Der Franzose Boussus fertigte den Kölner Nourney, der ihm in keiner Spielphase gefährlich werden konnte glatt 6:1, 6:2,. 6:2 ab. Im zweiten Einzel legte sich von Gramm sichtlich Schonung auf und mußte, mit verhaltener Kraft spielend, dem vom Glück begün­stigten Andre Merlin einen Satz überlassen. Lediglich im letzten Satz strengte sich der Deutsche etwas an; er gewann 6:1, 7:9, 6:2, 7:5.

Europameister im Weltergewicht.

Der Berliner Freiluftring in der Bockbrauerei hatte am Freitagabend einen Großkampftag, in dessen Mittelpunkt das Treffen um die Europa­meisterschaft im Weltergewicht zwischen dem deut­schen Meister Gustav Eder und dem Belgier Nestor E h a r l i e r stand. Dor über 4000 Zuschauern liefer­ten sich beide Anwärter einen großen Kampf, aus dem Eder in der 11. Runde durch k. o. als Sieger heroorging.

Kurze Sportnotizen.

Die S ch i r m h e r r s ch a f t für die vom 23. bis 29. Juli in Nürnberg stattfindenden Deutschen Kampfspiele hat auf Antrag der Stadt Nürnberg Reichspräsident Generalfeldmarschall v. Hindenburg übernommen.

Das Endspiel zur Fußballwelt- m e i st e r s ch a f t zwischen Italien und der Tschecho­slowakei am Sonntag in Rom wird von dem bel­gischen Schiedsrichter Baert geleitet.________________

oben wiedergegebene Stelle einige moralisierende Ausführungen anknüpft. .

Aber nicht immer deckt sich eine historische Anek­dote voll tiefen ethischen Sinnes mit der geschicht­lichen Wahrheit. Das scheint auch hier der Fall zu sein. Einer strengen Kritik hält die Erzählung nicht stand. Von vornherein macht das Schwanken des Namens des Läufers stutzig. Drei verschiedene Na­men werden genannt: Thersippos^ Eukles, Philippides. Wäre eine lebendige, im Volk verwurzelte Tradition über den Lauf vorhanden gewesen, dann hätte auch der Name des Helden m ihr festgehaftet. Nun ist uns der in der Lukianschen Erzählung genannte Philippides durch zahlreiche andere Erwähnungen wohl bekannt.

Er war von Beruf Kurier (hemerodromos, was wörtlich Tagesläufer bedeutet) und wurde vor der Schlacht von Marathon von den Athenern nach Sparta geschickt, um dort gegen die an­rückenden Perser Hilfe zu erbitten, die aber die Spartaner aus religiösen Gründen nicht sofort zu gewähren in der Lage waren.

der BezeichnungDer toiegesoore von ^caraiyon . rourue jeuuaj uun 'opu<jidHunycin, y, " v eines der volkstümlichsten Werke der National-1 derbare Benehmen der Frau auffiel, angehalten galerie in Berlin, bindet sich nicht streng an diel und zur Polizei gebracht.

Herodot berichtet über diese wichtige politische Mis­sion, die keine Läuferleistung darstellt oder dar- stellen soll, ausführlich mit romantisch ausgeschmück- tem kultischen Beiwerk. Lukian hat also seine Er­zählung vom Marachonlauf einfach auf diesen Phi­lippides übertragen. Auch die Plutarchsche Erzäh­lung hat ihre schwache Stelle. Der als Quelle ge­nannte Herakleides Pontikos, der im 4. Jahrhundert v. Ehr., etwa 390 bis 310, gelebt hat und ein Schü- ler des Platon und Aristoteles gewesen ist, war ein Philosoph und Schriftsteller von einem gewissen Rang. Er wird als gelehrt und geistvoll geschildert, aber auch als phantastisch und kritiklos in der Er­zählung von Anekdoten. Gicero sagt von ihm, er habe seine Bücher mit kindischen Fabeln vollgestopft. Eine Quelle, die Vertrauen erweckt, ist er also nicht.

Wenn es daher auch dahingestellt bleiben muß, ob die Erzählung vom Marathonlauf eine geschicht­liche Tatsache wiedergibt oder eine heroische. Legende ist, so mindert das doch nicht im geringsten ihren hohen ethischen und nationalen Sinn. In der Ge­schichte eines jeden Volkes gibt es zahlreiche Erzäh­lungen, die historischer Kritik nicht standhalten, trotz­dem aber als Stimmungsbilder, aus denen die Seele des Volkes spricht, ihren Platz mit Recht behaupten. Denn wie die nationale Phantasie Erzählungen schafft ober ausschmückt, so entzündet sich auch das nationale Gefühl oft stärker an solchen Erzählungen als an nüchternen, wahren Begebenheiten, denen der Zauber des Heroischen fehlt. In diesem Sinne wol­len und müssen wir an dem Marathonlauf und dem Marathonläufer festhalten. Daß ein solches herrisches Element außerdem auf die künstlerische Phantasie anregend und befruchtend wirkt, liegt nahe. Aus dem Altertum kennen wir kein Werk, das die Ma­rathon-Erzählung als Motiv verwertet, aber die Neuzeit hat ein solches Werk geschaffen. Es ist em deutscher Bildhauer gewesen, der noch jetzt als Acht­zigjähriger unter uns lebende Max Kruse, der dem heroischen Sinn der Marathon-Erzählung durch ein Kunstwerk packenden Ausdruck und Gestalt ver­liehen hat. Seine schöne Plastik »Nsvix^xoqzev« (Mir haben gesiegt"), das Erstlingswerk des da- mals (1881) 27jährigen, jetzt seit Jahrzehnten unter der BezeichnungDer Siegesbote von Marathon"

Der Mer von Mrachon" - eine Legende?

literarische Ueberlieferung, sondern verwendet das Motiv in freierer Form: ein weit ausgreifend lau­fender nackter Jüngling schwingt in der hoch erho­benen Rechten einen Lorbeerzweig, während er Die Linke auf das Herz preßt, weil seine Kraft zu Ende geht. Hat schon dieses Bildwerk die in Vergessenheit geratene Erzählung vom Marathonlauf weiteren Kreisen nahegebracht, so ist das in noch höherem Maße durch Sie Verbindung mit den zu neuem Leben erweckten Olympischen Spielen geschehen. Es war ein überaus glücklicher, von feinem psycholo­gischen Verständnis zeugender Gedanke, als der französische Akademiker Michel B r 6 a l im Jahre 1895 bei den vorbereitenden organisatorischen Ar­beiten, die der Wiedererweckung der Olympischen Spiele galten, in einem Brief an Baron Goubertin, den Schöpfer der Olympischen Spiele der Gegen­wart, die Anregung gab, den Marathonlauf in das Programm einzureihen. Das geschah, und mit einem Schlage war nun die Erzählung vom Ma­rathonlauf nicht nur für das griechische Volk ein Fanal seiner weltgeschichtlichen Vergangenheit, son­dern barüber hinaus der ganzen Welt ein fester Begriff geworben.

Aus aller Wett.

Das eigene Kind erdrosselt.

Die 24jähriae Ehefrau Gertrud Wehnert in Köpenick, die seit längerer Zeit von ihrem Manne getrennt lebt, hat ihr l^jähriges Söhnchen mit einer Wäscheleine erdrosselt. Ihr Mann war bei ihr erschienen und hatte erklärt, daß er das Kind zu sich nehmen wolle. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten, und als der Ehemann die Wohnung wieder verlassen hatte, schritt die Frau in ihrer Verzweiflung zu der furchtbaren Tat. Anschließend begab sie sich zur Spree, um sich das Leben zu nehmen. Sie wurde jedoch von Spaziergängern, denen das son»

Was hat es eigentlich mit dem Marathonlauf auf sich?" Das ist eine Frage, die oft gestellt, aber nur selten richtig beantwortet wird

Die schöne Erzählung von dem Athenischen Krie­ger der nach der siegreichen Schlacht von Mara­thon (490 v. Ehr.) vom Schlachtfeld aus nach Athen gelaufen sei, dort die Siegesbotschaft verkün­det habe und dann tot zusammengebrochen sei, ist nur an zwei entlegenen Stellen der späteren grie­chischen Literatur überliefert. Bei Herodot, dem wir die klassische Schilderung der Schlacht von Marathon verdanken, findet sich nichts davon; das muß auffallen, weil dem liebenswürdigen Erzähler­talent Herodots solche Episoden besonders gut lie­gen, wie er denn auch deren mehrere in die Schil­derung der Schlacht von Marathon eingeflochten hat. Ebenso schweigen die anderen Berichte über die Schlacht von Marathon von der Läuferepisode, und das berühmte Marathongemälde des Polygnot in der Stoa Poikile zu Athen, von dem wir eine Beschreibung besitzen, weist auch nichts auf, was auf den Lauf gedeutet werden könnte.

Erst in der römischen Kaiserzeit, fast 600 Jahre nach der Schlacht von Marathon, taucht die Er­zählung auf, allerdings unter Hinweis auf eine ältere Quelle. Plutarch, der 46 bis 120 n. Ehr. lebte, berichtet nämlich in feiner SchriftHaben sich die Athener im Kriege oder in der Wissenschaft ruhmvoller bewährt?", einer rhetorischen Deklama­tion, wie sie jene Zeit liebte, folgendes:

Wie herakleides pontikos erzählt, brachte Thersippos aus der Gemeinde Eroiadai die Kunde von der Schlacht bei Marathon. Die meisten sagen aber, daß es Eukles gewesen sei, der in voller Daffenrüstung, noch erhitzt von der Schlacht, fortgestürmt, in die Tür der ersten Häuser Athens hineingestürzt sei und nur so viel gerufen habe:Freut Euch, auch wir freuen uns". Dann sei er sofort leblos zusammengebrochen."

Die zweite Stelle steht bei Lukian, der etwa 120 bis 180 n. Ehr. lebte, in seinem rhetorischen Aussatzlieber die Entgleisung bei Anreden." Lu­kian bietet in dieser im Geschmack seiner Zeit ge­haltenen Schrift eine Rechtfertigung für versehent­lich begangene Vertauschungen der Grußformen und gibt für die verschiedenen dafür in Betracht kommenden Ausdrücke Beispiele der Verwendung bei Philosophen und in der Geschichte. Es heißt dort:Als erster soll ihn" (nämlich den Gruß chairete = Freut Euch)der Kurier Philippides, als er von Marathon kommend den Sieg meldete, den Archonten xugerufen Haben, die in banger Sorge um den Ausgang der Schlacht zusammen- foftcn:

Freut Euch, wir siegen!"

Und nachdem er das gerufen, sei er zugleich mit der Meldung tot zusammengebrochen und habe mit dem Sichfreuen seinen letzten Atemzug getan."

Für beide Berichte ist charakteristisch, daß sie nicht etwa die läuferische (sportliche) Leistung hervor­heben, sondern mit starker Eindringlichkeit die na­tionale Bedeutung in den Mittelpunkt stellen. Es war ein Mitkämpfer von Marathon, der die Sieges­botschaft überbrachte und mit den stolzen Worten Freut Euch" seinem Leben den Höhepunkt und das Ende gab. Besonders deutlich tritt dieser ethische I Sinn der Erzählung bei Plutarch hervor, der an die

1. Kreis Wesi ® Wen-Linden Waldeslust

Samstag, 9. Juni: am Flughafen

19,45 Uhr: Fest-Eröffnung

Sondervorführungen im Festzelt

Sonntag, 10. Juni:

6,15 Uhr: 12- und lO^Kampf

9.oo Uhr: 5-Kampf

13.15 Uhr: Festzug, anschi. kiegenturnen, allg Freiübungen, Siegerehrung,Tanz

Sonntag, den 10. Juni

Unterhaltungs-Konzert Tänzchen im Grünen

Täglich frischer Kuchen 3497D EINTRITT FREI

Montag, 11. Juni: Volksfest.

Mvschen- und Evdbeevmavkt in Rodheim v.d.Sdhe Friedberg

Babnstation der Strecke FriedbergBad Homburg v.d.H. Der Markt finbet täglich, auch Sonntags, von 47->7 Ubr, in unmittelbarer Nabe des Babnbofs Rodbeim v.d.H. statt. Zum Berkaus kommt nur erst­klassiges Obst, das wie alles Tauiiusobst, von ganz besonderer Güte ist. Die Nodheimer Kirschen sieben den Kirschen benachbarter Orte in feiner Weise nach und sind frei von Maden. Ihre Festigkeit er­möglicht einen Verlandt auf weite Entfernung. Händler und Ver­braucher, deckt euch ein auf dein Rodbeimer Obstmarkt.

Marktbeginn: Montag, den 11. Juni. 3477V

Marktverwaltung Bürgermeisterei Rodbeim v.d.H. Hering.

Wieseck

Sonntag, den 10. Juni

TANZ

bei Wilhelm Dorfeld

3481 D

IhreDermählung geben bekannt

Walter Hofmann und Frau Emmi, geb. Fabian

Limburg a. d. Lahn Gießen

9.3unl 1934

3466 D

Künstler-Konzert

Sonntag, 10. Juni, ab 16 Uhr und 20.30 Uhr

BERGSCHENKE

________Eintritt frei I 02966________800 Sitzplätze

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Sonntag, den 10. Juni, ab 19 Uhr 34590

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Ab 1. Juni habe ich die Praxis des Herrn Franz Bauer jr. übernommen. 02951

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Anzeigenwerbung

ist unter alten Umständen

genehmigungspflichtig!

Die durch das Gesetz über die Wirtschaftswerbung vom 12. September 1933 eingeleitete Neuordnung des gesamten Werbewesens scheint noch in weiten Kreisen unbekannt zu sein. Insbesondere herrscht noch vielfach die Auffassung, daß jeder nach Belieben Anzeigenorgane schaffen und dafür Inserate werben könnte. Eine solche Auffassung ist grund­falsch und kann sowohl dem Heraus« qeber von Druckschriften als auch dem Inserenten großen Schaden verur« jachen.

Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß gemäß 2. Bekanntmachung des Werberats die Werbung durch Anzeigen in Druckschriften gründ- sätzlich genehmigungspflichtig ist. Nur für lausend erscheinende Druckschriften, welche bereits im Oktober 1933 planmäßig erschienen sind, ist die Genehmigung allgemein erteilt. Das gleiche gilt für Druckschriften mit mehr als einmonatigen Erschei­nungsfristen, welche in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Oktober 1933 planmäßig erschienen sind. Für alle anderen Druckschriften, in welche Anzeigen aufgenommen werden sollen, i st vor Erscheinen die Geneh­migung vom.Werberat der Deutschen Wirtschaft (Berlin W 8, Tauben st raße) einzuholen. Das gilt insbesondere auch für Pro­gramme, Festbücher, Wandfahrplcine, Fernsprech­verzeichnisse usw.» welche mit Anzeigen ausgestattet werden sollen.

Es wird dringend davor gewarnt, die Anzeigen­werbung für derartige Schriften zu beginnen, ehe die Genehmigung des Werberats dafür vorliegt. Ebenso wird allen Gewerbetreibenden dringend empfohlen, sich vor Aufgabe von Anzeigen in solchen Schriften die Genehmigung des Werberats vor­weisen zu lassen. Es könnte sonst sein, daß sie für eine Anzeigenwerbung nutzlos kosten aufwenden, weil bas Erscheinen der betr. Druckschrift durch den werberat verhindert wird. Vorsicht ist um so mehr am Platze, als der Werberat die Genehmigung zur Anzeigenwerbung in Festbüchern, Programmen, Prospekten, Anzeigenblättern usw. im allgemeinen nicht erteilt.

Wichtig für Geschäftsleute!

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