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wird beim Volk auch Roßhuf, Eselshuf, Brand- lattich, Brustlattich, St. Quirinskraut genannt (Tussilago farfara). Seine goldgelbe Korbblüte liefert einen aromatisch milden Tee, der bei Lungen- leiden ein wirksames Heilmittel ist, daher der Name Brustlattich. Von vorzüglicher Wirkung bei hitzigen Zeschwuren sind seine großen herzförmigen, oben »lattgrunen, unten weißfilzigen Blätter. Das frische, auber gereinigte Blatt wird zerdrückt und so auf ite Wundstelle gelegt. Die Schmerzen lindern sich und die Hitze der Wunde weicht (Brandlattich). Au illgemeinen Frühjahrskuren eignet sich wegen seiner 'lutreinigenden Eigenschaften der Löwenzahn Leontodon taraxacum). In allen seinen Teilen lnthält er Buttermilch, die günstig auf die Ver- iauungs- und Ausscheidungsorgane einwirkt. Aus iler zerschnittenen Wurzel bereiten die Mütter in manchen Gegenden Deutschlands ein Augenmittel, im rote, entzündete Augen zu heilen. Dabei wird lie gereinigte Wurzel zerschnitten und einen Tag lang in lauwarmes Wasser gelegt. Das so gewonnene' Hausmittel wird durch ein Tuch geseiht und icr Gebrauch ein wenig erwärmt.
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A-ornotizen
— Tageskalender für Montag. Orts- rruppe Gießen-Oft und Gießen-Mitte, 20 Uhr, Caf6 ILeiv, Ortsgruppenversammlung mit Vortrag über ,Kampf um die deutsche Saar". — Ortsgruppe Gießen-Süd, 20.15 Uhr, Katholisches Vereinshaus, Schulungskursus mit dem Thema „Kampf um die eutfche Saar". — Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.30 Ihr, Turnhalle am Oswaldsgarten, Schulungsabend iit Vortrag über „Saargebiet". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abel mit der Mundharmonika".
— Aus dem Stadttheaterbureau, borgen. Dienstag, abend Revue „Der grüne Vagen". Wiederholung übermorgen, Mittwoch, penb. (Siehe heutige Anzeige.)
** Anlagenkonzert der Reichswehrap e l l e. Bei herrlichstem Sonnenschein fand am estrigen Sonntag zwischen 11 und 12 Uhr in den Inlagen am Hitlerwall ein Konzert statt, das von er Reichswehrkapelle unseres Bataillons unter l-itung von Obermusikmeister K r a u ß e ausge- chrt wurde. Das prächtige Frühlingswetter hatte ' eie Mitbürger herausgelockt, so daß das Konzert chr gut besucht war. Die Popularität, die die opelle genießt, tat ein übriges dazu, um der eranstaltung einen vollen Erfolg zu sichern. Man irte von der beliebten Militärkapelle wieder eine eihe ausgezeichneter künstlerischer Darbietungen, im Teil klassischer Art, die vom Publikum mit echt sehr dankbar ausgenommen wurden. Schnei- ge Marschmelodien beschlossen das Konzert.
** Frühjahrsmesse auf dem Oswalds- arten. Auf dem Oswaldsgarten haben wieder nmal die Schausteller Einzug gehalten. Die Messe urbe gestern eröffnet und war recht gut besucht, är die Unterhaltung finb vielerlei Möglichkeiten -geben. Die Achterbahn bestimmt in diesem Jahre L5 Bild der. Messe, und von den Wagen herab :ngt immer wieder das Helle Kreischen der Müden, die zwar sehr viel Angst haben, dabei aber >:ch immer wieder gerne die zwiespältigen Ge- ihle zwischen Freude und Furcht erleben wollen, hber den Platz klingen die Anpreisungen der Aus- Her der verschiedenen Schaubuden, die mit unge- biurem Redeschwall und stets heiserer Stimme das Publikum anzulocken versuchen. Das gelingt den routinierten Rednern meist auch, und dann bildet [ir) zwischen den Budenreihen eine Verkehrsstörung, bi? nur sehr schwer zu überwinden ist. Auf der Desse ist diesmal auch ein Kalb mit sechs Beinen zr sehen, Däumlingsmenschen, unwahrscheinlich ft in, ein kleiner Zirkus, Schießbuden (die sich stei- gimder Beliebtheit erfreuen), und eine Reihe weiterer Schaubuden fordern das Interesse heraus. UZch verschiedene Derkaufsgeschäfte, insbesondere fir Süßigkeiten, für Schmalzgebackenes, für heiße uiurstchen usw. fehlen nicht. Ein „Motorradkarus- fel", auf dem sich die Kinder recht wichtig dünken Ihnen, ist ebenfalls zur Stelle. Ein Kasperle- t eater zieht die Kinder in seinen Bann Stark umlagert ist der kleine Platz, in dem sich einigb Esel Ummeln, auf denen die Kinder reiten können. So bi. tet die Frühjahrsmesse wieder für alt und jung (derlei Erbauliches, und es lohnt sich, die Frühjahrsmesse auf dem Oswaldsgarten zu besuchen.
c* Personalien. Uebertragen wurde dem fiterer Wilhelm Kautz zu Udenhausen (Kreis Als- feb) eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Jlben- ficDt (Kreis Friedberg) mit Wirkung vom 1. April 1954 an. — In den Ruhestand versetzt wurden auf Ncchsuchen der Vermessung-Oberinspektor Karl € euernagel zu Gießen und der Förster Hch.
Aus einem Reifetagebuch
Von Vera Waaenschein.
Auf einer kleinen Adria-Insel.
Wir kommen vom Berge der Brombeeren, in ins das Bild der Felseninsel, hören unten vom Ort Hküäut aufsteigen für die auferstandene Madonna. Li? Glocken der einen Kirche ganz ruhig wie Jjummelton: bam bum büm, bam büm büm, die Indern heidnisch und hell darüber hinjagend.
Som Boden leiser zögernder Zikabengesang aus (8ms unb Gedörn. Klares Feigenbäumchen im Sochmittagslicht. Rosa Häuser, durchscheinend wie Porzellan vor dem Hellen gläsernen Himmelsblau. Dir sehen eine Prozession langsam gehen in weißen Addern, erreichen sie aber nicht. Eine kleine Kirche stell da zwischen zwei Zedern verlassen unb weiß in Der Sonne; ihre nackten Glocken im Blau. Jrr- Deje. Im Grasgarten unter uns ein Schaf mit schwarzer Nase unb schwarzen Füßen, silberbräunlich gelockt, mäht klug und fragend zu uns empor.
Südlich schweigen Die Glocken.
Die wir dann auf dem Hauptweg gehen — über die Kalkplatten, die so sorgfältig gelegt sind —, brr. men wir gerade an die dunkelnde weiße Kirche, vo Gesang beginnt. Er flutet aus dem kleinen fyrfter der Sakristei und durch die offene ©eiten- Lire, aus der Frauen herausstehen in die Dämme- ririI der Gasse, ihre kleinen Kinder an der Hand.
Vir setzen uns auf ein Mäuerchen hinter der Dcmb, an der Männer lehnen und ein paar Jun- ffr um den kleinen Chorknaben herumstehen und V\ totes Kittelchen und das silberne Weihrauch- tfiß betasten.
(in langes Lieb mit gleichem Refrain, schwer h'nbe, ernste, sehr ruhig schwingenbe Weise. Es Dohl ber Gegensatz zwischen ber Schlichtheit ber e-obie unb ber Seltsamkeit bes Stimmengemischs, die den Gesang mit süßen unb bitteren Dissonanzen kk'tllt unb nur selten untertaucht in eine warme ßumonie. Immer bas Gleiche; boch bie einzelnen «°r< schwellen an unb werben reich, schrille Kinber- flinmen mischen sich mit ben rounberbaren ber Rncben, bie unschulbig unb abenteuernd in bie Mfmben Frauen springen unb in bie harten vor- Wfsenen ber Männer. Sekten fallen die Stimmen
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Volksgenossen des L
Das Winterhilfswerk bes Gaues Hessen-Rasiau hat gehalten, was es versprochen, nein, es hat mehr geleistet, als man ju hoffen wagte. Ich danke dem Gauführer bes DHW.» Pg. Haug, für feine nimmermüde Tätigkeit unb spreche damit allen seinen Mitarbeitern meinen unb der Betreuten Dank zugleich aus.
Die Betreuung der hilfsbedürftigen hat nunmehr die RS.-Volkswohlfahrt übernommen. Ich fordere alle auf, die weiter Opfer zu bringen willens und in der Lage find, als Mitglieder in die USB. einzutreten. Rur wenn alle Opferwilligen gleichen Opfersinn in der Tat beweisen, wird das Werk des Führers gelingen. Jedem Deutschen feine Arbeitsstätte, jedem Bedürftigen die Betreuung!
Gez.: Sprenger.
*
Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 ist zu Ende. Wir haben versucht, dem deutschen
Volke den echten
der Tat zu zeigen.
vationalfozialismus
Auch ich danke allen meinen Mitarbeitern im ganzen Gau für ihre vorbildliche Leistung und ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft. Jeder der vielen kann mit Stolz und ruhigem Gewissen sagen, daß er als Miterbauer des Dritten Reiches feine Pflicht und Schuldigkeit getan hat.
Run aber nicht müde werden, wir haben noch lange keine Zeit dazu. Wir gehen an die Riefenarbeit der, RS.-Volkswohlfahrt!
Männer und Frauen des Gaues Heffen-Raffau! Unterstützt weiter unsere Arbeit, werdet Mitglied der RSV.! helft alle am Aufbau der großen nationalsozialistischen Organisation!
Greift an! Der Sieg wird unser fein!
heil Hitler!
Gez.: Haug
Gauamtsleiter der RS.-Volkswohlfahrt.
Hausfrauen lernt Mädchen an!
Nahezu 300 Mädchen — allein aus ben Gießener Stabkschulen — haben jetzt Ostern bie Schule verlassen. Sie wollen ins Leben, in bie praktische Arbeit, wollen ihre Kräfte im Dienst einer Aufgabe entfalten unb bewähren. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil von ihnen konnte in Lehrstellen ober sonstige Arbeitsplätze gebracht werben. Diele werben vorerst zu Hause bleiben, sich im Haushalt ber Mutter betätigen können. Aber eine . weitaus größere Anzahl bleibt übrig.
Was geschieht mit diesen jungen Mädchen?
Sollen sie der Straße überlassen werden, sollen sie untätig bleiben und verbummeln?
Deutsche Hausfrauen, es wäre unverantwortlich, wenn Sie diesem Geschehen tatenlos zu sehen würden! Helfen Sie, diesen jungen Mädchen den Eintritt in das Leben zu ermöglichen! Helfen Sie ihnen Arbeitsplätze zu schaffen! Helfen Sie, sie in das Dolksganze einzugliedern, an der Stelle, wo ihre künftigen Aufgaben liegen, im Haushalt!
Alle diese jungen Mädchen, die in der entbehrungsreichen Zeit kurz nach dem Kriege geboren wurden, deren Kindheit unter dem Zeichen des härtesten Existenzkampfes, den unser Volk zu führen hatte, stand,
alle diese jungen Mädchen wollen einmal Hausfrauen und Mütter werden.
Mehr als je eine Generation bringen sie die Bereitschaft, sich für den Dienst am Volke einzusetzen, mit. Mutig wollen sie jetzt beginnen, sich auf die großen Aufgaben in der Familie, im Volk vorzubereiten. Das Schicksal unseres Volkes und das Glück künftiger Generationen werden davon abhängen, wie diese jungen Mädchen für ihre Aufgaben erzogen werden.
Deutsche Hausfrauen, deutsche Mütter, geben
Sie den jungen Mädchen Gelegenheit, sich im haushalt auszubilden! Rehmen Sie junge Mädchen in ihrem haushalt auf! Machen Sie sich die Mühe, sie anzulernen!
Sie erweisen damit nicht nur der einzelnen Familie, die oft gar nicht in der ßape ist, die Schulentlassenen auch nur kurze Zeit wirtschaftlich mit durchzuhalten, und nicht nur dem jungen Mädchen selber, das damit vielleicht für bas ganze Leben Halt unb Richtung mitbekommt, einen großen Dienst. Nein, Sie leisten bem ganzen Volk unersetzbare D i e n st e, Sie helfen Haus unb Familie der Zukunft mit aufbauen.
Abressenangabe von Bereitwilligen an das Arbeitsamt erbeten.
Arbeitsamt Gießen.
Büttner zu Eifa, beide unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten treuen Dienste.
** Ehejubiläum. Am morgigen Dienstag begehen der Schlosser Fritz Kuhl und Frau Elise, geb. Röth, Ebelstraße 32, das Fest der Silbernen
ne Sperrzeit für Tauben während
ber Saatzeit vorn 9. April bis 5. Mai wirb im heutigen Anzeigenteil von der Bürgermeisterei Gießen angeordnet. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
Oberheffen.
Gemeinderat in Schotten.
Schotten, 7. April. In seiner gestrigen Sitzung setzte der Gemeinderat die Steuerausschi a g s ä tz e für das Rj. 1934 entsprechend den Vorschlägen des Kreisamts fest, sie haben gegen das Vorjahr eine kleine Senkung erfahren.
Mit dem Einbau einer Zentralheizung in das Finanzamt ist der Gemeinberat einver- stanben. Die aufgewendeten Kosten werden der Stadt vom Reich entsprechend verzinst und laufend getilgt. Die Voranschläge werden vom Lanbesfinanz- amt geprüft unb dem Gemeinderat nochmals vorgelegt.
Dem Arbeitsdienstlager Eichelsachfen hat sich die Stadt angeschlossen, lieber die Einrichtung eines Sommerlagers hier in ber Stabt werden noch Verhandlungen gepflogen.
Für die Stadt ist ein größeres 21 m t vorge- sehen. Zur Unterbringung der Beamtenfamilien wird eine Reihe von Wohnungen benötigt, die Um
Hochzeit. Ei
der Mönche ein, Die hallend und leer sind und — über dem Ganzen schwebend — ben Cyor ber Oe« meinbe mit sich reißen. Auch bie Frauen unb kleinen müben bimbi fingen bann mit.
Der Chorknabe in feinem weiß-roten Kleib hat sich ein wenig gebalgt mit den andern. Jetzt zündet er sein Feuerlaternchen an, läßt sie schnubbern und schwingt es über ihren Köpfen im Kreis; ihre neugierigen frohen Gesichter beleuchtet es hell. Läßt schnell ein wenig Weihrauch heraus, der strömt zu uns hin durch die Abendschwüle.
Ein größerer winkt ihm, er rennt hinein, und bald knieen sich die Kleinen in ihren bunten Hemdchen und die Frauen aufs Pflaster nieder und schlagen ein Kreuz.
Zwei rotgestreifte Carabinieri bummeln die Gasse heraus.
Und das Lied wächst immer noch, und bie Töne schwellen an unb brechen ab, wie wenn etwas aufglüht unb zusammensinkt. In biefer Musik finb Flammen verborgen. Hier unb bort fahren sie auf in einem jähen unb roilben Licht.
Es wirb still; wir gehen. Eine alte schwarze Frau lehnt im Seitentürchen, allein. Ihr Gesicht leuchtet vor Anbacht.
Sommertag in Pola.
Im Hafen stehen vielmastige Segler vor bleierner Wolkenwanb. Reglose Segelboote vor bem hellen Filigran ber Arena.
Das Hotel ist unheimlich mit seinen Samtportieren; ein Verlumpter schleicht burch ben Gang.
Wir fürchten uns etwas, treiben zögernb unb verwirrt herum, burch römische Tore, Straßen, auf ber Zitabelle, wo Paare liegen in ber furchtbaren Schwüle. Finstere blasse Gesichter auf bem verübelen Corso. Die ganze Stabt, Gras unb Bäume finb im weißen Kalkstaub begraben unb vom Gewitterhimmel bebrücft.
Man hatte uns geraten, hinaus nach Stoja zu fahren.
Zuerst an enblosen Mauern bes Kriegshafens vorbei, bann im tortelnb rafenben Bus ins Freie, über Wiesenhügel, zum Fischerborf Stoja. Kleine Dfterien, auf ber ßanbenge Reusen, felsiger Stranb um bie Pinienhalbinsel, wo viele gebabet haben
terbrinaungsmöglid)feit wirb vom Gemeinberat näher besprochen.
Ebenso erfolgt nähere Aussprache über bie. 23er- menbung einer Lehrerwohnuna im alten Schulgebäude, über Einrichtung ber Kochschule. Auch die Frauenschaft will Koch- und Nähkurse abhalten, die nötigen Räume und Maschinen werben zur Verfügung gestellt.
Die Führtet st ungen werden wie im vergangenen Jahre unter die in Frage kommenden Fuhrwerksbesitzer abwechselnd verteilt.
Eine Reihe sonstiger Punkte wird noch behandelt. Insbesondere wird auf Anregung bes Kreisleiters bie Schaffung einer besseren Verkehrsver- binbung im Äreis unb nach ber Kreisst a b t besprochen. Einige Postkraftwagenlinien sollen eingerichtet werden. Eine Versammlung unb Besprechung mit ben interessierten Gemeinben unb Stellen wirb in Kürze ftattfinben. Für Fremden - Werbung wirb ein größerer Betrag bewilligt..
LanvkreiS Metzen.
£ Wieseck, 8. April. In ber Klinik zu Gießen ü e r ft a r b gestern infolge schwerer Krankheit Leh- rer Heinrich Burk. Bis zu feinem freiwilligen Ausscheiben aus dem Schuldienst im April vergangenen Jahres war er an der hiesigen Volksschule tätig, lieber 40 Jahre wirkte er an ber hiesigen Schule. Mit ben Einwohnern war er aufs innigste verbunden. Er war ein ßehrer von besten Eigenschaften, dem die Schule alles bedeutete, ein Mann von edelstem Charakter, der sehr viel Verständnis für feine Mitmenschen hatte und gerne half, wo es notwendig war. Seinen Kollegen war er stets Vor-
am Nachmittag und noch in den Klippen sitzen. Nun ist alles gut. Unsere Kleider liegen in kleinen Höhlen, wir selbst sind im Meer, als einzige, denn es ist schon spät und ein Gewitter zieht auf. Das Wasser ist klar und dunkelgrün. Auf Haifische braucht man nicht zu paffen. Klein und vertraut schwankt alle halbe Stunde der Bus von den Höhen, und fern im offenen Meer ziehen Panzerschiffe in die Welt, winzig, mit geneigtem Schornstein und schwarzem Rauch.
Dann kommt die Nacht, und die Stadt ist verwandelt. Auf dem Korso, der in die Piazza mündet, ist buntes Gewoge. Viele weiße Matrosen dazwischen mit wiegendem Schiffsgang und offenen vertrauenden Gesichtern. Wir sitzen vor der latteria und sehen zwischen Oleandern auf die Piazza hinaus. Wie war sie am Mittag grell und feindlich und dehnt sich nun in der freundlichen Wärme der Nacht. Ein samtschwarzer Himmel wetterleuchtet über den gelben ßaternen. Die Menschen lehnen reglos auf ihren kleinen Baikonen und schauen hinab auf das nächtliche ßeben, das heiter und beruhigt sich abspielt. Das römische Tempelchen steht schlank und fein vor der Dunkelheit. Ein Büffelgespann — riesige sanfte milchweiße Tiere — wartet so lange schon geduldig, daß der Bauer aufhört zu plaudern. Ihre Augen sehen immer dunkler und müder auf den Tempel im ßaternenschein.
Der Oleander duftet.
* Zwei kleine Mädchen in Spihenkleidern und Bindehüten kommen verlegen und holen sich gelati.
Neben dem kleinen Tempel steht das schöne municipio — ein maurisch-gotischer Bau aus dem 13. Jahrhundert —, auf dessen Stufen wir nun sitzen und uns am Spiel der kleinen Jungen freuen'. Viele kleine Straßen, wo man im Dunkeln sich verstecken und belauern kann, münden auf den weiten Platz. Diele nackte Füße tappen eilig hin und her um die ßaternen; glückliches heiseres Kleinjungenlachen, ein Stückchen ßieb, ein Streit — unb eine flitzenbe Flucht in alle Gassen, wenn ber Carabiniere kommt unb mit grimmigem ßächeln an ber Verfolgung verzweifelt. (Sie hatten zwischen ben Säulen des Tempels rabaut.)
Wir folgen ben Buben, finben sie am Hafen wieber, lassen uns von rauschenber süßer Musik verlocken, mit vielen anbern vor bem Hotel am Quai zu promenieren. Man sitzt an Tischchen auf
Gegen die Verschandelung der deutschen Heimat!
Liberalistische Baumverehrung.
bilb unb Berater. Seine Beisetzung findet in feinem Heimatort Watzenborn statt.
F Alten -Buseck, 9. April. Gestern nachmittag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, eine große Saarkundgebung, an der außer sämtlichen Parteiorganisationen auch die übrige Einwohnerschaft sich vollzählig beteiligte. Unter dem Vorantritt einer Musikkapelle bewegte sich ein stattlicher Zug vom „Kreuz" nach dem Sportplatz, wo Bürgermeister Kahl die Erschienenen herzlich begrüßte. Der Gesangverein eröffnete die Kundgebung mit dem vaterländischen Chor „Deutschland, heilger Name". Hierauf hielt Pg. Rudolf Sarg, ein geborener Saarländer, einen längeren Vortrag über die Geschichte bes Saarlandes, aus dem hervorging, daß das Saarland zu jeder Zeit echtdeutfches Land gewesen ist und immer bleiben wird. Von besonderem Interesse waren die Schilderungen aus der Zeit des Krieges und ber Besatzung. Persönliche Erlebnisse, bie ber Rebner bamals im Tagebuch festgehalten, gaben ein anschauliches Bilb ber Nöte unb Leiben ber Saar- bevölkerung in biefer Zeit. Die einzelnen Abschnitte des Vortrages wechselten ab mit passenden Gedichtvorträgen durch die Leiterin der NS.-Frauen- schäft, Frau Sarg. Nach bem Gesang des (Saarliebes unb einem weiteren Chor des Gesangvereins sprach, wie immer von den Alten-Buseckern freudig begrüßt, der Kreisleiter der NSBO. Pg. H a h n - Großen-Buseck noch packende Worte über die Ziele und Grundsätze des Nationalsozialismus. Ortsgruppenleiter Freund wies in seinem Schlußwort auf die hohe Bedeutung der heutigen Kundgebung hin und brachte ein dreifaches, mit großer Begeisterung aufgenommenes „Sieg-Heil" auf Reichspräsident von Hindenburg unb Volkskanzler Abolf Hitler aus. Mit bem Deutsch- lanblieb unb bem Horst-Wessel-Lieb fanb bie Veranstaltung ihren roürbtgen Abschluß.
Kreis Alsfeld.
ss. Grebenau, 7. April. Bei ber dieser Tage in ber hiesigen Turnhalle abgehaltenen Brenn- holzoersteigerung aus ben Staatswalbungen des hiesigen Forstamts wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter 1. Kl. je rm 7,20 Mk., Buche 2. Kl. 5,14 Mk., Eiche l.Kl. 5 Mk., 2. Kl. 4,73 Mk., Birke l.Kl. 4,17 Mk., 2. Kl. 2,51 Mk. Kiefer 1. Kl. 3,57 Mk., 2. Kl. 3,02 Mk., Knüppel: Buche 4,05 Mk., Eiche 3,35 Mk., Birke 3,31 Mk., Aspe 1 Mk., Erle 1 Mk., Kiefer 2,26 Mk., Reifer 1. Kl. Fichte 0,71 Mk., Kiefer l.Kl. 0,91 Mark.
Preußen.
Ehemaliger Kommunist wegenTragenS des Hoheitsabzeichens verurteilt.
LPD. Wetzlar, 7. April. Ein 20jähriger junger Mann, der als Mitglied des kommunistischen Jugend verbandes bekannt war, trug im Januar ein Hoheitsabzeichen der NSDAP, an der Mütze und eins am Koppelschloß. Bei feiner Verhaftung gab er an, von der Gesetzwidrigkeit
der Straße im bunten Schein der Seidenlampen, wir stehen unter dem Volk im Halbdunkel dahinter, dicht am Wasser, und alle horchen auf die Kapelle, die heute zum erstenmal und zur Probe spielt. Sie tuen ihr Bestes. Die Mädchen lehnen sich dicht an ihre Matrosen, die Gesichter zum Meer gewandt.
Viele Eiswägelchen umstehen uns, die schlanken braunen Burschen immer auf dem Sprung, auf ein Lächeln oder Nicken bin die Waffeltütchen zu füllen. Sie sind immer in Bewegung, die Troddeln schaukeln an den weißen Verdecks, die Gesichter mit den großen schwarzen Augen und geöffneten Lippen sehen wild und draufgängerisch aus vor Spannung und lachen glücklich bei jedem Verdienst.
Man wird müde. Die Burschen zünden Kerzen an auf den Wägelchen und setzen sich plötzlich in Galopp. Ihre Lichtchen flackern um die Ecke, neuen Beuteplätzen entgegen. Die Nacht ist noch lang.
Spät gehen alle zur Ruhe, in der Erwartung eines Regens, des ersten nach vier Monaten.
Aber er kommt nicht. Nur Blitze und ferner Donner unb Sturm, ber ben Kalkftaub burch bie Straßen jagt.
Das Sturm-Baby
Wohl kaum hat ein Erbenbürger unter stürmischeren Bebingungen bas Licht ber Welt erblickt als bie kleine Bolger, bie auf ber Ueberfahrt von Madeira nach Plymouth geboren wurde. Zur Stunde, in der das freudige Ereignis eintrat, befand sich ber Dampfer „Accra" in einem furchtbaren Sturm; zeitweilig lag bas Schiff in einem Winkel von 40 Grab auf ber Seite. Dank ber Umsicht bes Schiffs- arztes unb ber tapferen Haltung ber jungen Mutter verlief bie Geburt jeboch ohne Schwierigkeiten, fo daß Mutter und Kind wohlauf sind. — Einige Passagiere wurden bei dem wütenden Angriff der Wellen auf die „Accra" verletzt. „Wir spielten gerade Bridge im Rauchzimmer", erzählte einer der Fahrgäste nach der Rückkehr, „Tische und Stühle fielen wild durcheinander und wurden an die Seite geworfen; dazwischen lagen die entsetzten Passagiere. Glücklicherweise wurde keiner ernsthaft verletzt, und ich entkam der Gefahr mit einer leichten Verwundung am Kopf."


