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Generaloberst von Einem ist im 82. Lebens­jahr verstorben. Einem war von 1903 bis 1909 preußischer Kriegsminister. Als solcher stand er weaen der für die Modernisierung der Armee er- foroerlichen Kosten in stetem Kampf mit der Regie­rung und dem Reichstag. In seiner Amtszeit als Minister führte Einem einschneidende Maßnahmen auf dem Gebiet der Heeresorganisation und Be­waffnung durch. So erließ er neue Vorschriften für alle Waffen und eine neue Felddienstordnung. Die Infanterie erhielt ein neues Gewehr. Der 21-Zenti- meter- und der berühmte 42-Zentimeter-Mörser wurden vorbereitet. Die Festung Metz wurde neu­zeitlich ausgebaut und vor allem die Armee mit einer neuen Uniform, dem Feldgrau des Welt­krieges, ausgerüstet.

Reichswehrminister von Blomberg hat den Be­fehlshaber im Wehrkreis VI, Generalleutnant Fleck, beauftragt, der Familie des verstorbenen General­oberst von Einem sein persönliches Beileid und das der deutschen Wehrmacht zu übermitteln und gleich­zeitig mitzuteilen, daß der Reichskanzler Adolf Hitler auf Vorschlag des Reichswehrministers für den hochverdienten früheren preußischen Kriegs­minister und Armeeführer ein Staatsbegräb- n i s angeordnet hat.

Erregte (Stimmung in Paris.

Taitinger warnt vor dem Bürgerkrieg.

Paris, 8. April. (DNB.) Der Abgeordnete Pierre Taitinger, der Führer der Jeunesse Patrio- tique, veröffentlicht in dem Organ der patriotischen Jugend einen Alarmruf. In der Bannmeile von Paris seien 13 0 0 0 bewaffnete Revolu­tionäre, die mit Revolvern, Gewehren und Ma­schinengewehren ausgerüstet seien. Es gebe g e - Heime Waffenlager in der Umgebung der Hauptstadt von der Somme bis nach St. Etienne hin. Der Plan für die Heranziehung der Kommunisten aus der Provinz, die Besetzung der Zugangsstraßen zur Hauptstadt, die Störung der Wasser-, Licht- und Gasleitungen sei bereite ausgearbeitet und müßte bald durchgeführt werden, da jede Verzögerung Störungen mit sich brächte. Die patriotische Jugend solle sich klar über diese Gefahr sein.

Dieser Alarmruf Taitingers mag im einzelnen übertrieben sein, aber die Spannung zwischen den verschiedenen Lagern hat in letzter Zeit zugenom­men. DieSolidarite Fran^aise", das Organ des gleichnamigen Verbandes, der unter dem Präsidium von Francois C o t y steht, veröffentlicht einen scharfen Angriff gegen die Freimau­rer. Die Freimaurerei wäre ein eiterndes Ge­schwür, das schonungslos beseitigt werden müsse. Die Anhänger derSolidarite Franxaise" werden aufgefordert, die Freimaurer überall anzupranaern, ob sie Beamte, Politiker oder Kaufleute seien. Man solle ihre Namen veröffentlichen und sie boy­kottieren.

Der Nationalrat des Allgemeinen Beamtenverbandes nahm eine Entschlie­ßung an, in der festgestellt wird, daß die Deflations­politik der Regierung unweigerlich zu neuen Ge- hÄts- und Lohnkürzungen und zur Verschärfung der Krise führen werde, der Verband erkläre sich deshalb mit der unter Führung des Allgemeinen Gewerkschaftsverbandes von den General stän- den der Arbeit beschlossenen Aktion einver­standen, um den paralysierenden Auswirkungen der Deflationspolitik ein Ende zu bereiten und im Interesse aller Arbeiter eine wirkliche Erneuerung der Wirtschaft zu erzielen.

Die Generalstände der Arbeit fordern, daß vor­beugende Maßnahmen zur Vermei­dung des Bürgerkrieges ergriffen werden. Hierzu gehört in erster Linie die Entwaffnung und Auflösung der halbmilitärischen Verbände als An­hängsel politischer Richtungen. Die Generalstände der Arbeit erinnern an die Erklärung der Men­schen- und Bürgerrechte, in der das natur­gegebene Recht des Wider st andes gegen die Unterdrückung proklamiert wird.

Oie rumänische Regierungskrise zunächst beigelegt.

Bukarest, 7. April. (DNB.) Die rumänische Regierungskrise kann vorläufig als beigelegt ange­sehen werden, da der König auf dem unter seinem Vorsitz stattgefundenen Ministerrat dem Kabinett Tatarescu sein Vertrauen ausgesprochen hat. Das Umschuldungsgesetz, auf dessen Zustande­kommen der König den größten Wert gelegt hatte, soll die Bauernschaft Rumäniens von ihrer drücken­den Schuldenlast befreien. Der König unterzeichnete das Gesetz, das damit Gesetzeskraft erlangt hat. Da­mit ist die so plötzlich infolge des Urteilsspruches im Duca-Prozeß ausgebrochene Regierungskrise zu­nächst beigelegt.

Meuterei in der Offiziersschule von Bolivien.

Nach Berichten von Reisenden, die am Sonntag aus Bolivien in Lima, der Hauptstadt Perus, ein­trafen, soll am Donnerstag unter den Schülern der Offiziersschule in La Paz eine Meuterei ausgebrochen sein, zu deren Unterdrückung die Regierung Truppen entsenden mußte. Die meuternden Offiziersschüler sollen sich erst ergeben haben, nachdem die Regierungstruppen mehrere Granatschüsse abgegeben hatten. Dabei sollen viele Schüler getötet oder verwundet worden sein. Man spricht sogar von 120 Toten und Über 100 Verwundeten.

Oer Felssturz in Norwegen.

40 Todesopfer der Naturkatastrophe. Oie ersten Auaenzeugenberichte.

Aalesund, in dessen Nähe sich das Unglück ereignete.

Oslo, 7. April. (DNB.) Ueber die Naturkata­strophe, die sich in der vergangenen Nacht an der norwegischen Küste ereignete und bei der nach den letzten Meldungen 40 Personen ums Leben gekommen sein sollen, gab ein Augenzeuge, ein augenblicklich in dem betroffenen Dorf Ta-Fjord weilender Pastor, dem BlattAalesund Avis" eine eindrucksvolle Schilderung. Danach ist ein Felsen, der über den nach Korsnaes führenden Fjord hin­ausragte, ins Wasser gestürzt, was zur Folge hatte, daß drei Flutwellen Ta-Fjord auf der einen und Fjöraa auf der anderen Seite des Fjords heimsuchten.

Um 3 Uhr früh hörte man, so erzählte der Pastor, ein lautes Dröhnen, und bald daraus kam die erste Welle. Bald darauf nahte die zweite Flutwelle und unmittelbar danach die dritte mit gewaltiger Kraft heran und spülte etwa 7 0 0 Meter in das Land hinein bis zu dem Hotel in Ta-Fjord. Auf ihrem Wege riß sie Häu­ser und Bootshäuser mit sich. Alles wurde dem Erdboden gleichgemacht und von der Flut mitgeführt, bis es als wüster Trümmer­haufen liegenblieb. Die durch den Felssturz ent­fesselten Flutwellen ergossen sich mit furchtbarem Krachen ins Land, so daß die Menschen nicht an­ders glaubten, als der Tag des Jüngsten Gerichts fei gekommen. Es war tiefste Findernis. Als die Fluten die elektrischen Lichtleitungen erreichten, zuck­ten elektrische Flammen auf, die den Schauplatz des Unglücks für einen Augenblick in grelles Licht tauchten. Die Bevölkerung von Ta-Fjord hatte das Unglück bereits feit längerer Zeit kommen sehen, da man schon immer fürchtete, daß der Felsblock niederstürzen könnte.

Unter den vernichteten Gebäuden befinden sich ch s Wohnhäuser, aus denen 2 2 Perso­nen vermißt werden. Einem geistesgegenwärtigen Mann gelang es, sein Kind zu retten. Als die Welle herankam, sprang er mit dem Kind auf dem Arm auf einen Felsen. Das Wasser flutete in Hüfthöhe an ihm vorbei. Er hielt jedoch den Jungen in die Luft, und beide wurden gerettet. Auch für Fjöraa hatte die Flutwelle katastrophale Folgen. Es werden 17 Personen vermißt. Ein Boots­haus und ein Lagerhaus sowie sämtliche Boote wurden von der Flutwelle erfaßt und in den Fjord binausgetragen. Swohl in Ta-Fjord wie in Fjöraa war man mehrere Stunden nach der Kata­strophe noch ohne jede Verbindung mit der Umwelt auf dem Seeweg, da die Flutwelle d»e Fahrzeuge entweder zerstört oder fortgerissen hatte.

Außer den beiden genannten Ortschaften wurden auch die Orte Eilte, Uri und Nerhus von der Flutwelle heimgesucht, die alle an der Küste liegenden Gebäude dem Erdboden gleichmachte. In Nerhus wurden zwei Wohnhäuser weggespült, deren Bewohner sich aber glücklicherweise noch hatten in Sicherheit bringen können. Von Aalesund ist am Samstagvormittag ein Fischdampfer an die Un­glücksstelle abgegangen. Im Ta-Fjord sind viele Menschen zusammengeströmt, um bei den Bergungs­

und Aufräumungsarbeiten zu helfen. Große Teile der Küste sind weggespült. Dort wo früher Acker und Wiesen waren, ist das Land von Steinen und Schutt bedeckt. Es war noch nicht festzustellen, inwieweit umgekommene Menschen von den Fluten in den Fjord mitgeführt worden sind oder noch unter den Trümmern liegen. In Fjöraa, wo 17 Personen vermißt werden, wurde bisher nur eine Leiche gefunden.

Lagekarte der Unglücksstätte.

Der Ta-Fjord gehört zu den herrlich st en Naturschönheiten an der Westküste Norwegens Die hohen Felswände zu beiden Seiten des Fjords stürzen fast senkrecht ins Wasser hinab. Die Stelle, wo sich der Fels­sturz ereignete, liegt etwa 6 Kilometer von Ta-Fjord entfernt. Die örtlichen Behörden schätzen den Schaden, der durch die Katastrophe an Schiffen und Gebäuden entstanden ist, auf 450 000 Kronen. In diesem Betrage sind die großen Schäden an Wäldern und Feldern nicht mit enthalten. Der Fel­sen, der das Unglück verursacht hatte, war vier­hundert Meter hoch und 200 Meter breit, und da der Fjord sehr tief, aber nur 600 Meter breit ist, mußten die Folgen des Felsab­sturzes furchtbar fein. Die alten Leute hatten schon immer oorausgefagt, daß der Felsen eines Tages ins Meer stürzen werde. Bisher konnten erst 5 Leichen geborgen werden. Es besteht keine Hoffnung, noch mehr Leichen zu finden, da der Fjord völlig verschlammt und undurch­sichtig ist. Das ganze Gebiet nach der Seeseite zu ist wie rasiert. Sämtliche Bäume und Gebäude sind verschwunden.

Die schwimmende Jugendherberge Hein Godenwind" wird in Hamburg geweiht

Hamburg, 8. April. (DNB.) Hamburg stand ganz im Zeichen der Jugend. Ein Meer von Flag­gen grüßt von den Masten der Schiffe, von den Häusern und Hafenanlagen. Kolonnen der HI-, des BdM. und des Deutschen Jungvolks marschieren auf. Marine-SA. übernimmt die Absperrungen. Brausender Jubel klingt auf, als der Reichs- jugendführer in Begleitung des Reichsstatt­halters Kaufmann und des regierenden Bürger­meisters Krogmann erscheint und sich unter den Klängen des HJ.-Liedes an Bord derHein Go­denwind" begibt.

Der Führer des Gaues Nordmark im Reichsver­band für deutsche Jugendherbergen sprach in seiner Eigenschaft als jetziger Reeder derHein Goden­wind" Worte des Willkommens. Sodann nahm Re­gierender Bürgermeister Krogmann das Wort: Dieses Schiff heißtHein Godenwind" zu Ehren Gorch Focks, dessen Liebe zur Heimat, dessen Liebe zur See, dessen Lachen und Frohsinn in den Herzen unserer Jugend weiterlebt. Es soll die deut­sche Jugend zueinander führen. Es soll aber auch die Blicke unserer Jugend richten auf das Meer und auf ferne Länder. Opferbereit, froh, frei und s e l b st b e w u ß t soll unsere Jugend werden, damit sie dereinst das Werk Adolf Hitlers vollende."

Neichsjugendführer Baldur v. Schirach nahm sodann im Namen der deutschen Jugend, der HI. und des Jugendherbergsverbandes von der schwimmenden JugendherbergeHein Godenwind" Besitz.Dieses stolze Schiff soll uns ein Symbol fein jener sozialistischen Grundhaltung der neuen Zeit, die die Einrichtungen des Staates und der Gemeinschaft auch wirklich allen Söhnen des deut­schen Volkes ohne Unterschied zur Verfügung stellt. Hier soll die Jugend aus ganz Deutschland die Größe und Bedeutung der Schiffahrt für unser Volk erkennen, soll sie kennen lernen Macht und Größe

dieser Stadt und damit erkennen, was Deutschland ist und sein kann."

Sodann erfolgte die feierliche Flaggenhis - s u n g. Unter den Klängen des Präsentiermarfches stieg das Symbol der deutschen Jugend am Mast des Schiffes empor. Der Reichsjugendführer über­gab dem Führer des Deutschen Jugendherbergs- verbandes dann die JugendherbergeHein Goden­wind."

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Bei einem Aufmarsch von 100 000 Hitlerjungen des Gaues Nordmark erklärte der Reichsjugend­führer Baldur von Schirach in einer An­sprache u. a.:

Es wächst eine große Aufgabe für uns herauf, die ihren Ausdruck gefunden hat in jenem Reichs­berufswettkampf der deutschen Jugend, der in die­sen Tagen seinen Anfang nimmt und zwölf Mil­lionen junge Arbeiter wieder zu dem Gedanken eines Adels der Leistung, einer Aristokratie des Einsatzes und der Tat erziehen soll. Die Ein - gieberung des Jungarbeiters in die Ge­meinschaft der HI. ist gelungen. Diese HI. hat 80 v. H. der deutschen Arbeiterjugend in ihren Reihen, diese HI. ist stolz darauf, daß sie den Untertitel trägt Bund deutscher Arbeiterjugend". Aber noch gibt es kleine Teile der Jugend, die für sich ein Sonderrecht beanspruchen, noch gibt es einen Block konfessioneller Jugend, der be­hauptet, dieses Sonderrecht zur Erfüllung besonde­rer Aufgaben zu brauchen; wir bestreiten das. Wir erkennen kein Sonderrecht an im neuen Deutschland, in dem es nur ein Recht, das Recht des Staates, gibt. Ihr, meine Kame­raden, habt nun gerade gegenüber diesen letzten Ab­seitsstehenden, die Besonderes und Anderes wollen, das Prinzip der bedingungslosen Einheit, Gemein­schaft und Einigkeit zu behaupten und zu vertreten.

Oer Kampf um die Weltmeisterschaft im Schach.

In Baden-Baden wurde am Freitagavenv die dritte Partie im Kampf um die Welt­meisterschaft im Schach gespielt. Ebenso wie bei der ersten Begegnung verblüffte der Weltmeister A l - j e ch i n durch die ungewöhnliche Behandlung der Eröffnung. Bogoljubow eröffnete mit einem Damengambit, das Aljechin überraschenderweise an­nahm. Darüber hinaus wählte der Weltmeister in der Eröffnung eigenartige Züge, ohne daß Bogol­jubow sich Mühe gab, die riskante Partieanlage zu widerlegen. Dadurch konnte Schwarz bequem ausgleichen, machte aber keinen Versuch, die solide Stellung des deutschen Meisters anzuareifen. Durch Zugwiederholung wurde die interessante Partie remis. Da die erste Partie ebenfalls remis endete, die zweite von Bogoljubow aufgegeben wurde, so steht der Kampf Aljechin Bogoljubow 2:1. Zum Abschluß der Schachkampftage in Baden-Baden spielte Aljechin am Sonntag gegen 47 Gegner simultan. Nach zweieinhalb Stunden hatten bereits 18 Spieler die Waffen gestreckt. Nach fünfstündiger Spielzeit war das große Ringen zu Ende, und nur drei Spielern gelang es, über Dr. Aljechin zu triumphieren, drei weiteren Spielern gestattete der Weltmeister Kemis-Schluß, 41 Spieler mußten sich also geschlagen bekennen.

Schweres Eisenbahnunglück in Süd-Brasilien.

3m 2ttantiqueira-(0ebirge entgleisten von einem Schnellzug die Lokomotive und drei Personen­wagen, die einen Steilabhang hinab- rollten und vollständig zertrümmert wurden. Bisher sind neun lote, acht Schwer­verletzte und viele Leichtverletzte ge­borgen worden. Ein Hilfszug mit Aerzten ist nach der llnglücksstätte unterwegs. Der Schnellzug kam von Bello Horizonte. Es handelt sich um das größte Eisenbahnunglück, das sich bisher in Brasilien er­eignet hat. Das 2Hantiqueira-(0e6irge liegt etwa 150 Kilometer nordwestlich von Rio.

Nach neun Zähren eine Bluttat gesühnt

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird in der Mor­genfrühe des Dienstags eine Bluttat ihre Sühne ftnden, die wochenlang das Tagesgespräch von Frankreich gebildet hat. Der Präsident der Repu­blik hat das Gnadengesuch des wegen Mor­des zum Tode verurteilten früheren Rechtsanwalts Sarret abgelehnt. Sarret hatte gemeinsam mit den Schwestern Schmidt im Jahre 1925 in einer einsam gelegenen Villa bei Aix en Provence in Süd-Frankreich einen frü­heren Priesterundseine Geliebte um- gebracht und die Leichen in einem Salz­säurebad aufgelöst. Das Verbrechen ist erst fünfJahre nachher Tataufgedeckt wor­den. Habgier war die Triebfeder des Dreigespannes. Die Schwestern Schmidt, die völlig unter dem Ein­fluß Sarrets standen, wurden vom Schwurgericht zu je zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Sarret selbst hatte es verstanden, durch viele Winkelzüge den Prozeß in die Länge zu ziehen. Das Fallbeil ist am Sonntagabend in Aix en Provence einge­troffen, wo Sarret im Gefängnis immer noch auf die Milde des Präsidenten der Republik hoffte.

Oer Maubacher Raubmörder verhastet

Der Rhein-Strompolizei von Ludwigshafen ist es gelungen, den Maudacher Raubmörder Baumann in der Nähe der Ludwigshafener Walzmühle zu verhaften. Baumann hat nach einer dreistündigen Vernehmung ein umfassen­des Geständnis abgelegt. Der Plan zu der teuflichen Tat, deren Haupttriebfeder die Sucht nach Geld war, entstand schon im Februar. Ein gewisser Scheuermann hatte Baumann darauf aufmerksam gemacht, daß bei Amber­ger etwas zu holen sei. Scheuermann wollte sich aber an dem Ueberfall nicht beteiligen. Bau­mann hatte nun bei Amberger Kartoffeln gekauft und dabei festgestellt, daß Frau Amberger ihr Geld in einer Schüssel im Küchen- schrank aufbewahrt hatte. Am Donnerstag nun schlich Baumann von hinten durch ein Stall­fenster in die Scheune des Ambergerschen Anwesens ein. Als der Hund anschlug, versteckte sich der Ein­dringling tief im Heu. Baumann wartete nun, bis Amberger ins Feld gegangen war. Dann ft i e g er ins Schlafzimmer, wo ihm die Frau, nichts Gutes ahnend, mit einer Axt ent­gegenkam. Baumann riß nun der Frau die Axt aus der Hand. Gleichzeitig kam auch d i e Tochter dazu. Sofort erhielt sie mit der Axt einen wuchtigen Schlag a u f den Kopf, daß sie zurücktaumelte. Ein zweiter Schlag traf Frau Amberger. Die Tochter, die auf den Boden zusammengesunken war, kam nun wieder zu sich und rief:Mutter! Mutter!" Daraufhin schlug der Verbrecher auf das Mädchen ein zweitesmal ein, bis es keinen Laut mehr von sich gab. Dann durchwühlte der Mörder Schubläden und Kasten und versuchte feinen Anzug zu verbrennen, was ihm aber nicht recht gelang. Baumann war um 9 Uhr bereits wieder in Rheingönheim, wo er eine bekannte Familie aufsuchte. Dort erhielt er eine Joppe, zu der er sich eine Hose kaufte. An­schließend begab sich der Mörder nach Mannheim zu einem Mädchen und besuchte dann die Bauern­schenke im Jungbusch, wo er bis 2 Uhr zechte. Auch Scheuermann stattete er einen Besuch ab.

Kunst und Wissenschaft.

Großer (Erfolg Furtwänglers in Wien.

Wilhelm Furtwängler, der in Wien mit dem Philharmonischen Orchester die Neunte Sym­phonie von Beethoven aufführte, feierte einen ungewöhnlichen Triumph. Der bis auf den letzten Platz besetzte Saal begrüßte Furtwängler bereits bei feinem Erscheinen mit einem stürmischen minu­tenlangen Beifall. Am Schluß der Aufführung brach das Haus in einen stürmischen andauernden Beifall aus. In der Ehrenloge sah man neben zahl­reichen bekannten Persönlichkeiten des politischen Lebens den deutschen Gesandten Dr. Rieth.

FünfTfcheljufkin"-Leute mit Flugzeugen gerettet.

Die Flieger Slepnew, Kamanin und Molokow ind zur Rettung derTscheljuskin"-Besatzung auf» jeftiegen. Bei der Landung auf dem von der Mann- chaft errichteten Flugplatz brach die rechte Achse des Fahrgestells bei dem Flugzeug Slepnews. Das Flugzeug soll an Ort und Stelle instand gesetzt werden und dann wieder aufsteigen. Die beiden an­deren Flugzeuge landeten glatt und haben fünf Mann derTscheljuskin"-Besatzung an Bord genommen und sie nach Dankarem gebracht. Sollte das günstige Wetter anhalten, so wird die Rettung fortgesetzt werden.