Rosemarie...
Roman von Käthe Metzner.
11. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Alles um ihn war versunken. Er starrte und starrte mit großen Augen auf das Bildchen, bis Beheim es leise seinen Fingern entzog.
„Na Waugenheim, hab ich nicht recht — ein wundervolles Köpfle — was? Man merkt, du bist Kenner und verstehst was von seltenen »Reklame- markerst."
Die anderen lachten schallend auf.
Aber Wangenheim entriß dem Jüngeren das Bildchen fast knabenhaft-ungestüm.
„Du gibst mir das Bildchen, Günther! Bitte! Ich hab wirklich Interesse daran." Flehend klangen seine Worte, daß die anderen verdutzt aufhorchten.
„Kannst du haben, Wolfgang, wenn dir so viel daran liegt!"
Ahnten die Freunde, was in ihm vorging? Irgend eine Bewandtnis mit ihm und dem Bilde mußte sein: aber Wangenheim würde ihnen nie dieses Rätsels Lösung geben. Das wußten sie.
Einer erfaßte blitzschnell die Situation. Er schenkte die Gläser von neuem ein, und in die herrliche Sommernacht hinaus erklang das alte Burschenlied „Der Graf zu Rüdesheim", in dessen Kehrreim „Und er saß und vergaß auf seiner Burg am Rhein seinen Schmerz und sein Herz beim Rüdesheimer Wein ..."
alle tosend einstimmten. Auch Wangenheim, der in dieser Nacht so viel trank, daß er sein klares Bewußtsein verlor.
Am anderen Morgen erwachte er sehr spät mit einem unheimlichen Brummschädel.
Was war nur gestern gewesen? Warum hatte er so sinnlos getrunken, wie es sonst gar nicht seine Art war?
Plötzlich tauchte die Erinnerung auf. Das Bild, das kleine Bild trug die Schuld. Er fühlte in feine Brusttasche. Da steckte es noch.
Wut stieg in ihm auf. Warum hatte er es Beheim gestern abgenommen? Was sollte ihm das Bild eines fremden Mädchens, das Rosemaries Züge trug?
Nein, er wollte es nicht noch einmal sehen. Mit zitternden Fingern zerriß er das unschuldige Stückchen Papier in kleine Fetzen, dann knüllte er es zusammen und warf es in weitem Bogen in den Rhein hinaus, dessen grüne Wasser es davontrugen.
Das Bild war fort; aber das geistige Bild, das sich täglich, stündlich vor sein Auge drängte, das konnte er nicht Hinwegschleudern. Das begleitete ihn auf Schritt und Tritt. Das nagte an ihm, trieb ihn zur Nachtzeit von seinem Lager auf und machte ihn immer und immer wieder ruhelos.
„Es muß etwas geschehen! Es muß etwas geschehen!" sagte er laut, und sein Gesicht hatte einen harten, verbissenen Ausdruck.
„Was muß denn geschehen?" klang da plötzlich eine Stimme neben ihm.
Doktor Wangenheim wurde es schwer, sich zusammenzureißen — offensichtlich sehr schwer. Aber es gelang.
Bor ihm stand ein hochgewachsenes blondes Mädchen, kühl, schlank: Renate Delbrück.
„Entschuldige mich, bitte, Renate! Aber wie kommst du so unvermutet hierher?"
„Wir fahren eben nach Hause, Vater und ich. Wir waren ganz früh schon in Frankfurt. Vater hatte geschäftlich zu tun, und ich habe die Gelegenheit benutzt, ein paar Besorgungen zu machen. Weshalb ich komme? Ganz einfach, weil du unsere Einladung für heute abend wieder abgeschlagen hast, Wolf! Die Eltern haben dich nun wohl schon ein halb dutzendmal eingeladen. Du wirst nachgerade unhöflich, mein Lieber! Das wollte ich dir nur sagen, falls du es selbst noch nicht gemerkt haben solltest."
„Ich wäre...?" Wolfgang Wangenheim wurde verlegen. Er wußte ganz genau, daß er sich allmählich in seinem Bekanntenkreise unmöglich machte. Das Trauerjahr war lange vorüber, und die Freunde warteten darauf, daß er sich wieder in der Gesellschaft blicken ließe. Ach, und es waren ja so viel heiratsfähige Töchter da, die alle auf den eleganten Wangenheim reflektierten.
Renate Delbrück, die eine alte Kindesfreundschaft mit Wolfgang Wangenheim verband, liebte ihn schon so lange sie denken konnte. Doch sie hatte es immer verstanden, ihre innersten Empfindungen hinter einem kühlen, sicheren Auftreten zu verbergen.
Wangenheim empfand nichts für Renate. Sie war ihm ein lieber, sympathischer Mensch, eine der Frauen, die seine volle Achtung genossen, und mit denen es sich gut Kamerad sein ließ. Aber nicht mehr.
Das alles fühlte Renate, ohne indes den leisesten Versuch zu machen, ihr Verhältnis anders zu gestalten. In schmerzlicher Resignation hatte sie sich damit abgefunden, daß Wolfgang Wangenheim sie niemals zur Frau begehren würde, obgleich sie ihm so strahlend gern ihr Jawort gegeben hätte.
Doch als sie nun den Ausdruck grimmigen Schmerzes auf feinem so schmal gewordenen Gesicht entdeckt hatte, ging sie das erste Mal in schwesterlicher Teilnahme über die sonnige Grenze ihres Verkehrs hinaus, indem sie warmherzig sagte:
„Was ist mit dir Wolfgang? Glaubst du, ich sehe nicht, wie du dich immer mehr von uns allen zurückziehst? Du trägst etwas mit dir herum, das weiß ich. Willst du es mir nicht sagen?"
Doktor Wangenheim lächelte. Ihre frauliche Zartheit rührte ihn. Wie lieb sie war in ihrer reinen Blondheit!
Sie wäre ein guter Kamerad fürs Leben. Vielleicht fände man seine Ruhe bei ihr, dachte er plötzlich.
„Es ist nichts mit mir, Renate? Gar nichts, was euch beunruhigen könnte. Ich habe vielleicht etwas zu viel gearbeitet. Du weißt, daß ich mich zu Lebzeiten meines Vaters um die Verwaltung der Werke nicht so sehr gekümmert habe. Es kam doch alles
etwas zu plötzlich für mich, mit einem Schlage die ganze Verantwortung allein tragen zu müssen."
„Um so eher ein Grund für dich, daß du mal ausspannst und wenigstens an Abend mal bei deinen Bekannten ein bissel auf andere Gedanken kommst", sagte sie freundlich und scheinbar beruhigt; aber mit dem feinen Instinkt der liebenden Frau fühlte sie, daß ein anderer Kummer sein Herz beschwerte — doch sie hatte kein Recht, zu fragen.
Als sie gegangen war, nachdem er ehrenwörtlich für den heutigen Abend hatte zusagen müssen, versank Doktor Wangenheim in tiefes Grübeln.
„Ich muß fertig werden, mit dem was gewesen ist. Ich will an Renate denken, will sie um ihre Hand bitten. Und dann will ich mir an ihrer Seite ein neues Glück erkämpfen", sagte er bestimmt.
Glück?... Freundschaft war es, die ihn mit Renate verband. Freundschaft — aber keine Liebe.—
Es war ein wunderschönes Gartenfest, das Konsul Delbrück anläßlich des Geburtstages seiner Frau gab.
Bunte Lampions schufen eine märchenhafte Beleuchtung. An einer lichten Stelle des Parks war eine große Tanzfläche errichtet, auf der sich die jungen Leute zu den schmeichelnden Klängen einer ausgezeichneten Kapelle drehten.
Wangenheims Erscheinen hatte allseitig große Freude erregt. Besonders die jungen Damen waren von seiner blendenden Erscheinung entzückt und machten ganz glückliche Augen, wenn er sie um einen Tanz bat.
Gegen Renate war Doktor Wangenheim etwas unsicher. Er war mit sich ins Reine gekommen, daß er heute abend zwischen ihnen eine Entscheidung herbeiführen würde. Nicht einen Augenblick befürchtete er, daß sich Renate ihm versagen würde, und auch ihren Eltern, sehr feinen, liebenswürdigen Menschen, würde er herzlich willkommen sein.
Zum ersten Male war er wieder der liebenswürdige, galante Gesellschafter, dessen zündende Worte Stimmung schufen und dessen frohes Lachen freudiges Echo fand.
Renate beobachtete ihn unmerklich. Was war nur mit ihm vorgegangen? Heute mittag noch hatte sie ihn in dieser verzweifelten Stimmung gesehen, hatte wider Willen feine erbitterten Worte gehört: „Es muß etwas geschehen! Es muß etwas geschehen!"
Ja, und nun geschah es schon. Sie fühlte wohl als einzige von allen hier, daß feine Fröhlichkeit nicht echt war, sondern daß sie einem harten Entschluß entsprang. Wolfgang mußte etwas sehr Schmerzliches erlebt haben, mit dem er um jeden Preis fertig werden wollte. Was war es? „Es kann nur eine Frau fein!" dachte sie und hörte, wie ihr Herz hämmerte.
Da fühlte sie seine Blicke auf ihrem Gesicht. Sie schlug die Augen nicht auf. Schon ein paarmal hatte er sie heute abend so seltsam forschend angesehen, fast, als wenn er ihr etwas sagen wollte. Etwas sehr Ernstes.
Wieder lockten die Geigen zum Tanz.
Doktor Wangenheim verneigte sich vor der Toch
ter des Hauses. Ein Wiener Walzer. Die Instrumente jubelten und schluchzten. Fast lautlos glitten die Tanzenden über den Boden.
Erinnerung wurde plötzlich in ihm wach. Das war der Walzer, den er damals in jener seligen Ballnacht mit Rosemarie getanzt hatte... (£in heißes Verlangen prickelte in seinem Blut auf.
Er war ja noch jung. Und hielt er nicht auch heute wieder ein schönes, blondes Mädel im Arm das fein würde, wenn er nur ein Wort sagte?
Rosemarie? Nein, Renate!
Noch immer bebten die Geigen, warben und drängten...
Renate hob die großen ruhigen Augen zu ihm auf, in denen jetzt ein Glanz seltsamer Erwartung lag.
Da... Schon öffneten sich feine Lippen zum werbenden Wort. Aber die Musik brach ab. Der Tanz war zu Ende.
Zufall?
Schicksal?
Noch in derselben Nacht packte Doktor Wangenheim seine Koffer. Er hatte ja alte, zuverlässige Leute in den Werken. Hier ging es auch ohne ihn.
Er würde irgendwo hinfahren. Wohin? Das wußte er nicht. Es mußte ein Fleckchen Erde geben, auf dem das Kraut vergessen wuchs. Auch für ihn.
*
Marion Tinius war außer sich. Schon tausendmal hatte sie die Erkältung verwünscht, die sie an jenem Abend davon abgehalten hatte, das Gretchen zu spielen.
Sie hatte sich am nächsten Tage die Kritiken kommen lassen, und wollte gerade, Konfekt knabbernd, den Reinfall ihrer Vertretung genießen, als ihr Gesicht mit einem Male ganz lang wurde. Statt des erwarteten Schreies nach der Tinius gab es spaltenlange Berichte über das unvergleichliche Spiel der Rosemarie Bergmann. Eine der führenden Zeitungen hatte geschrieben: „Helga Bergmanns Tochter spielt!"
Die Tinius war Gift und Galle. Aber was half ihre schlechte Laune?
„Kopf hoch und weiter!" hatte sie sich gesagt.
Aber Enttäuschung auf Enttäuschung war gekommen. Marion Tinius mußte plötzlich die schmerzlichste Erfahrung ihres Lebens machen. Sie gefiel nicht mehr.
Ihr Selbstbewußtfein sank. Mit Händen und Füßen wehrte sie sich. Denn wenn es erst so weit war, ging es unaufhaltsam bergab.
Und das durfte nicht sein.
Friseur, Zofe, Garderobiere... keiner hatte etwas zu lachen in diesen Tagen bei der Tinius.
„Wenn das noch lange so anhält, landen wir alle im Jrrenhause", sagte das Personal mehr als einmal.
Gab es denn nichts, gar nichts? Gab es denn kein Zaubermittelchen für die Tinius?
Die Bergmann! Die Bergmann!
Marion Tinius ahnte, daß sie gegen Rosemarie nicht aufkam. Sie schien tatsächlich hochbegabt, war bildschön, blutjung und — die Tochter der „großen Bergmann" dazu.
lFortsetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Die im Februar 1934 stattgefundenen Brennholz- üerfteigerungen wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 12.2Här$ 1934 in Empfang zu nehmen. 1439C
Gießen, den 8. März 1934.
Bürgermeiste.rei Gießen. J.V.: Bartholomäus.
Zwangsversteigerung K T32
Am 217onfag, dem 9. April 1934, vormittags 10.15 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude Gießen, Zimmer 221, folgende Grundstücke bzw. Grundstücksanteile versteigert: 14270
A. Grundbuch für Gießen Band IV, Blatt 190, auf
den Namen:
a) Sack, Heinrich, der Dritte, zu %,
b) Sack, Emma, geb. Ulrich, dessen Ehefrau, zu % hofreite, Flur I, Nr. 555 (Marktstrahe 21) 56 qm, geschätzt 11635,— RM., Brandtaxe 15 430, — RM., Einheitswert = 10 500 RM.
B. Grundbuch für Gießen Band I, Blatt 33, auf den Namen:
a) Sack, Heinrich, der Dritte, zu 1/o,
b) Sack, Emma, geb. Ulrich, dessen Ehefrau, zu 1/o Hofreitegrund, Flur I, Nr. 556, 20 qm, %
= 200,— RM.
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht aus- gehängt.
Gießen, den 24. Januar 1934.
I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen:
Wa g n e r, Ortsgerichtsoorsteher._________
Große Nutzholzversteigerung aus verschiedenen Forstorten der Förstereien Nieder- Ohmen, Werlau, Bernsfeld und Elpenrod am 15. wärz 1934, vormittags 9% Uhr, in der hörleschen Wirt- schäft zu Merlau.
Stammholz: Güteklasse A. Kiefer (Buchscheer a und Kinnes 7): 3a-Kl. = 1,80, 3b-Kl. = 21,73, 4a-Kl. = 20,45, 4b--Kl. - 19,20, 5. Kl. = 5,01 fm. Lärche (Sinnes 13a): 3a-Kl. = 1,77, 3b-Kl. = 4,02, 4a-Kl. = 3,66, 4b-Kl. = 3,42 fm.
Güteklasse N. Eiche: l.Kl. = 1,22, 2. Kl. = 10,85 (beides Wagnerholz), 4. Kl. = 5,23, 5. Kl. = 7,28, 6. Kl. - 8,53 fm (Glaserholz in Lichterwald 6). Esche (Mühlberg 4d): 2. Kl. 0,25, 3. Kl. = 1,61, 4. Kl. = 0,79 fm. Ahorn: 2. Kl. = 0,47 fm. Buche (Mühlberg 5, Haag la, Junger Zwilling 5 und 6): 3. Kl. = 0,79, 4. Kl. - 5,09, 5. Kl. = 3,53 fm. Fichte aus Gänsheege la, Eichheege, Linnes 2, 5a, 10, Kammerwald 10, Burgwald 9: 1u-Kl. = 1,90, Ib-Kl. = 10,66, 2a-Kl. = 15,46, 2b-Kl. = 11,36, 3a-Kl. = 29,66, 3b-Kl. = 34,03, 4a-Kl. = 25,72, 4b-Kl. = 12,54 fm. Kiefer aus Linnes 2, Linnes 7a. 11, Kammerwald 9, 11, Buchscheer-a: 2b-Kl. = 6,89 3a-Kl. = 38,51, 3b-Kl. = 30,90, 4a-Kl. = 14,77, 4b-Kl' = 5,31 fm. Lärche aus Linnenstruth 1, Burgwald 8, Linnes 13a, Pferdsbacherholz 2, Pfingstweide 4, Hainzenberg 11, 14: 2a-Kl. = 10,96, 2b-Kl. = 14,12 3b-Kl. = 7,97 fm. Güteklasse F. Fichte (Spitzen) aus Eichheege 3: 3a-Kl. = 3,09, 3b-Kl. = 7,82, 4a-Kl. = 5,95, 4b-Kl. = 6,96, 5. Kl. = 6,03 fm. Lärche aus Linnes 13a, Buchenkopf a: 2b-Kl. = 1,71, 3b-Kl = 1,29, 4b-Kl. = 1,04, 5. Kl. - 6,31 fm.
Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Das angebotene Nadelstammholz ist in den angegebenen Forstorten daran kenntlich, daß es nicht geschält ist. Nähere Auskunft erteilen die Förster der obengenannten Förstereien und die unterzeichnete Stelle. Personen, die ihre 1933er Domanialgefälle am 10. Februar 1934 nicht bezahlt haben, kann der Zuschlag nicht erteilt werden. Bei Zahlung nach dem 10. Februar 1934 empfiehlt sich Quittungsvorlage auf dem Forstamt und nicht in dem Versteigerungstermin. 1429V
Grünberg, den 6. März 1934.
Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen: S u ß n c r.
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Bekanntmachung.
Wir geben den Arbeitgebern, welche für die Invalidenversicherung für das Jahr 1933 und die vorhergehenden Jahre noch Beiträge zu entrichten haben, bekannt, daß mir ab 10. März d. 3. hierfür keine Zahlungen mehr annehmen. 1442V
Die säumigen Zahler haben wir der Landesversicherungsanstalt „Hessen" in Darmstadt mitgeteilt.
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Eintrittskarten: 1.50, 2.25 und 3RM. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. Mitglieder der Deutschen Bühne und Erwerbslose 30 Pf. gegen Ausweis an der Abendkasse.i^p
Zwangsversteigerung 5“33
Am Wontag, dem 9. April 1934, vormittags 10 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Gutfleisch- straße 11I, Zimmer 221, das im Erbbaugrundbuch für Gießen Band 85, Blatt 4860, eingetragene Erbbaurecht versteigert, und zwar von dem den Erbbauberechtigten: 1428V
a) Völker, Hans, Architekt, zu %
b) Völker, Hedwig, geb. Unverzagt, dessen Ehefrau, zu y
zugeschriebenen Anwesen
Flur V, Nr. 1642/io, hofreite und Grabgarten auf der Weiherde = 304 qm + 380 qm (Aul- weg 48).
Betrag der Schätzung: 15 000 2HK.
Die amtsrichterliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt.
Gießen, den 17. Januar 1934.
I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: ________Wagner, Ortsgerichtsvorsteher.________
Arbeitsvergebung.
Für die Gemeinde Staufenberg sollen unter Hinweis auf die Reichsoerdingungsordnung nachfolgende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden:
Los 1: Materiallieferungen: 20 cbm Stücksteine, 20 cbm Basaltpflastersteine, 45 cbm Basaltklopfsteine.
Los 2: Herstellung von 370 qm Pflasteraufbruch, 330 qm Reihenpflaster und Gossenrinnen, 140 qm Grundbau, 1170 qm Eindeckung mit Klopfsteinen und Uebergründungs- material.
Pläne und Bedingungen liegen bei uns zur Einsichtnahme offen, wo auch Leistungsverzeichniffe kostenlos zu haben sind. Eröffnung der Angebote Donnerstag, den 15. Wärz 1934, vormittags 10/4 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde, wo die Angebote in verschlossenem Umschlag mit dem entsprechenden Vermerk einzureichen sind. Zuschlagsfrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. 1430V
Gießen, den 6. März 1934.
Kulturbauamt Gießen.
______H. Steinbach, Regierungsbaurat._____
Bekanntmachung!
Die Fuhrleiftungen einschl. Fahren der Leichenwagen für die Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1935 sollen in 8 Losen öffentlich vergeben werden.
Verdingungstermin: 1445V
Samstag, den 17. wärz 1934, vormittags 10 Uhr. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen.
Angebote auf vorgeschriebenem Formular sind rechtzeitig abzugeben.
Zuschlags- und Bindefrist 3 Wochen.
Gießen, den 8. März 1934.
Städtisches Hoch- und Tiefbauamt^ G r a v e r t.


