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Landnöten.

Daß die Technik nicht Tyrannin, sondern Diene­rin der Volkswohlfahrt sei, ist eine Erkenntnis ge­wesen, die im Maschinenzeitalter durch die Unmög­lichkeit, das Problem der Verteilung zu lösen, nicht zur Wirklichkeit wurde. Im neuen Deutschland wird die Technisierung als Hilfsmittel betrachtet, um die Wohlfahrt der größtmöglichsten Zahl von Volksge­nossen zu erreichen'. Und daraus ergibt sich die Ab­lehnung des Primitivitätsstandpunktes, wie sie aber­mals in vollster Klarheit durch Adolf Hitler bei der Eröffnung der Automobilausstel- l u n g verkündet wurde. Das Ziel neudeutscher Wirt­schafts- und Kulturauffassung ist nicht die Schaf­fung einer grauen Masse Mensch, wie im moskowi- tischen Marxismus, sondern die Entproleta- risierung. Die Wege dazu sind niemals durch Doktrinen abgesteckt, sondern durch die jeweils sich ergebenden Bedingtheiten und Maßnahmen aus einer bestimmten politischen, ökonomischen und kul­turellen Situation der Volksgesamtheit. Dieser Be­griff ist das Primäre. Er ist ein Organisches, mit dem Sonderinteressen unvereinbar bleiben und na­turgesetzlich abgestoßen werden müssen.

Am Tage, da sich das Erlebnis von Potsdam des 21. März 1933 in unserer Erinnerung wieder- findet, diese symbolhafte Feier an historischer Stätte, wird die zweite Phase der Arbeits- schlacht beginnen; weitere zwei Millionen Ar­beitslose sollen nicht nur wieder Arbeit und Brot zu den über zwei Millionen finden, die unter dem neuen Regiment bereits Beschäftigung erhielten, sondern sollen sich wieder als zugehörig fühlen zum großen Blutkreislauf innerhalb des deutschen Kultur- und Wirtschaftskörpers. Was Jahrzehnte in Scherben schlugen, konnte natürlich nicht in einem Jahr völlig geändert werden, was Generatio­nen gegen das Einheitsgefühl sündigten, war nicht in jäher Wandlung zu beseitigen. Der deutsche Mensch muß erst in seine Aufgaben hineinwachsen, die deutsche Kultur sich organisch entwickeln, die neue deutsche Wirtschaftsform schöpferisch, ohne ge­waltsame Eingriffe in die natürlichen Gesetze der Wirtschaft, gestaltet werden.

Aber eins ist dabei schon jetzt offenbar geworden. Wirtschaft und Technik sind nicht die menschenbe- berrschenden Mächte, sondern sie werden durch die Menschen gestaltet. Die Kultur ist keine Folgeerschei­nung Der Technik, sondern umgekehrt. Die Nutzbar­machung der Maschinen aller Art für materielle Zwecke bedeutete nicht den Anbruch einer neuen Kulturepoche, sondern eine Vermaterialisierung der Kultur. Einst, zu Beginn des Jndustriezeitalters, überbot man. sich in der Verherrlichung der rein technischen Errungenschaften. Niemals war im Raum der Menschen ein schnellerer Güterverkehr, ein Austausch der Reichtümer aller Nationen, des Gewerbefleißes und der Kunst möglich gewesen, als mit dem Einsetzen des Maschinenzeitalters. Aber das Verteilungsproblem wurde nicht ge­löst, Freiheit und Vernunft der einzelnen allein konnten die ungeheuren Spannungen nicht über­winden, die durch die zunehmenden Unterschiede in der Gesellschaftsordnung entstanden und zu prole­tarischen Massenbewegungen führten. Das Vertei­lungsproblem war ungelöst geblieben und konnte durch Klassenkampftheorien überhaupt nicht gelöst werden, weil sie als Ziel ein Proletariat, also e i n Hinabdrücken des einzelnen und nicht ein Hin auf pflanzen, wie es Nietzsche verlangt hatte, erklärten.

In der neuen deutschen Gesellschaftsordnung wer­den alle technischen Errungenschaften nur so weit, aber dann in größtem Maße, eingestellt, als sie die Lebenshaltung des einzelnen au verbessern geeignet sind. Wir wissen, daß eine gehobene Lebenshaltung auch die Organe für die Kultur und die Geistigkeit nicht generell, aber doch sehr häufig verfeinert. Em Lumpenproletariat altrömischer oder moskowitischer Färbung hat keine Ideale. Ein Arbeiter mit eige­nem Heim, der sich nicht ausgeschlossen weiß vom nationalen Gesamtleben, sondern sich in einer neuen Arbeitswertung als Teilnehmer alles nationalen Geschehens empfindet, gelangt zur Menschenwürde. Dafür kämpft die Führung des neuen Deutschlands, weil sie sich darin trifft mit dem deutschen Volks- gofühl, das das Gegenteil eine r B er. proletarifierung will. Und dieses Wallen ist ein Beweis der ursprünglichen deutschen Krast. die nach Zeiten des Verfall-, des fresstnden Giftes der Arbeitslosigkeit und marxistischer Mißwirtschaft siegreich durchbrach. ...

So ist, wie Adolf Hitler in ferner Eroffnungs- rebe betonte, auch ein Volksautomobil ein Zeichen für dieses Hinaufwollen. Nicht Luxuswagen f ür wenige, sondern Millionen do n Wagen für die deutschen Masse n Daß bei einer Fortführung dieser gesunden Wirtschafts­politik dieses Ziel erreicht werden kann, braucht nicht auch an dieser Stelle mit Zahlen belegt zu werden, aber es ist doch ein fundamentaler Unter» schied der neuen Wirtschaftsauffassung, wenn die Führung das Auto nicht als Luxus betrachtet son­dern als Massenbedarfsartikel. Wenn allen die Kraft gegeben wird, im grauen Alltag und feiner Arbeit sich zu behaupten, dann entspricht dies durch­aus der Idee einer lebendigen Volksgemeinschaft.

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Die Bedeutung des mit Polen abgeschlossenen und schon am 15. März in Kraft tretenden Wirt­schaftsabkommens wird überall anerkannt. Dabei ist die Tatsache diesesWirtschaftsfriedens", die Beendigung eines langjährigen wirtschaftlichen Kampfzustandes, in erster Linie ein politisches Er­eignis. Die Auswirkung auf das wirtschaftliche Gebiet darf nicht überschätzt werden, wenigstens nicht für den jetzigen Zeitpunkt. Dafür aber zeigt das Warschauer Abkommen der ganzen Welt aufs Neue, daß die Reichsregierung fortfährt mit ihren Nachbarn durch direkte Verhandlungen gute Be­ziehungen herzustellen und daß sie sich nicht gescheut hat, dabei selbst das heiße Eisen der deutsch-pol- nischen Gegensätze anzufassen, an dem sich tm Lause des letzten Jahrzehnts gar viele Politiker Die Finger verbrannt haben.

Auch jetzt handelt es sich noch nicht um einen regulären Handelsvertrag, sondern um ein P r o- t o k o l l, das eine Reihe von Punkten regelt und das im übrigen verschiedene Sonderoertrage oe Privatwirtschaft bestätigend zur Kenntnis Eine kurzfristige Kündigungsklausel soll nicht o Hintertür .zum Berlaffen des Vertrages sondern die Möglichkeit zu baldigen Angleichw g . sobald sich Schwierigkeiten der Durchführung f einer der beiden Seiten zeigen sollten. Der punkt des Abkommens besteht ferner im 21 der beiderseitigen Kampfzo l l e un Beseitigung von Diskriminierungen. Für.ewige Waren, z. B. Butter, sind von deutscher Seite Kon­tingente bewilligt worden.

Durch das Diktat von Versailles war Deutsch and zunächst gezwungen, eine bestimmte von Polen abzunehmen. 1825 fiel diese gefle, es mutzte ein Dertragszustand ^rgeffellt werben. Das war bis jetzt, trotz langwierigen Verhandlun

gen, niemals gelungen. Im Gegenteil: die Gegen­sätze spitzten sich im Laufe der Jahre mehrfach zu: auf beiden Seiten entstanden Kampfzölle, Polens Zollsätze kamen bei einzelnen Waren praktisch einem Einfuhrverbot gleich. Im Jahre 1930 war zwischen Deutschland und Polen zwar ein Handels- oertrag abgeschlossen worden, der aber niemals ratifiziert werden konnte. Die Gegensätze zwischen beiden ©taten und die parlamentarische Opposition n Deutschland wie in Polen stand der Ratifikation un Wege. Erst vor einigen Monaten gelang eine Einigung mit Polen auf gewissen Teilgebieten. Das neue Abkommen von Warschau ist nun zweifellos em großer Fortschritt. Vielleicht führt es im weite- ren Ausbau zu der von beiden Seiten gewünschten wirtschaftlichen Annäherung, die nicht unterschätzt werden kann, da es sich um zwei Nachbarländer mit 100 Millionen Einwohnern handelt.

Der polnische Außenhandel ist allerdings stark zurückgegangen. 1924, noch in der Zeit des Aufbaus des neuen Polen, sind für rund 350 Millionen aus Deutschland gekauft und etwas mehr Don Polen nach Deutschland geliefert worden. Die Jahre der schweren Agrar-Krise nach 1929 ließen bas Handelsvolumen in Polen aber stark zusam­menschrumpfen. Heute beträgt die polnische Einfuhr noch ein Drittel der früheren Höhe, die Ausfuhr ein Viertel. Der Export von deutscher Seite nach Polen macht noch etwa 19 Prozent der gesamt­polnischen Einfuhr aus (1924 waren es 35 Proz). Die Krise, gemeinsam mit dem Handelskrieg, hat also eine starke Schrumpfung geschaffen, aber die Beziehungen doch nicht ganz auslöschen können.

Die Schwierigkeiten des Problemes lagen bei allen Polenverhandlungen in dem verschiedenen Charakter des beiderseitigen Exports. Polen will nach Deutschland einen Teil seines landwirt­schaftlichen Ueberfchuffes liefern: also Butter, Roggen, Kartoffeln, Vieh, vor allem Schweine, aber aus den oberschlesischen Gruben

auch Kohlen und Erze, aus seinen Wäldern Holz. Ganz anders ist die deutsche Ausfuhr nach Polen beschaffen, sie ist vielgestaltiger und schwerer zu übersehen: Maschinen, Apparate, Tex­tilien, jedenfalls Fertigwaren. Das, was Polen an­zubieten hatte, besitzt Deutschland selb st man erinnert sich des Kampfes um das Schweine- und Kohlenkontingent 1930! Für Roggen ist be­kanntlich vor einiger Zeit ein Abkommen zwischen Deutschland und Polen geschlossen worden, das wenigstens den Konkurrenzkampf zwischen beiden Ländern auf den wenigen dafür in Betracht kom­menden Auslandsmärkten ausfchaltete.

Im Laufe der 9 Jahre des Wirtschaftskrieges haben sich in beiden Ländern auch Aenderunaen vollzogen, die zu berücksichtigen waren. Inzwischen ist Gdingen ausgebaut und (neben Danzig) der Handelshafen der polnischen Ausfuhr geworden. Daher gehört ein Schiffahrtsabkommen, das zwi­schen den beiderseitigen Reedereien geschlossen wurde, zum wichtigsten Teile des Wirtschaftsfrie­dens. Deutschlands führende Stelle im Ostfeehandel bleibt dabei gewahrt, der polnischen Tonnage ist aber eine entsprechende Chance gegeben. Ob die polnische Waldwirtschaft heute billiger liefern kann, als Deutschland, wird sich in Kürze zeigen, ferner, ob der deutsche Maschinenmarkt die alte Stellung rasch wiedergewinnt. Einige große Aufträge find auf beiden Seiten bereits getätigt, betreffen aber nicht die Privatwirtschaft, die ihre Kundschaft in vielen Einzel-Unternehmungen suchen muß. Der Wirtschaftsfrieden zwischen Deutschland und Polen schließt sich politisch an das zehnjährige Freund­schaftsabkommen zwischen beiden Mächten an. Dar­über hinaus zeigt es den wirtschaftlichen Versuch, die Handelsbeziehungen beider Länder zunächst zu normalisieren, dann auszubauen und durch fernere Verhandlungen so zu gestalten, daß beide Teile daraus Vorteile gewinnen können.

Oie Hausfrau als Verwalterin deutschen Volksvermögens.

Staatssekretär Jeder fordert Erziehung zu volkswirtschaftlichem Denken.

Berlin, 8. März. (DNB.) Die 52 Vereine der Zentrale der Hausfrauenvereine Groß-Berlin hielten unter Leitung von Frau von Papen eine Landesverbandstagung ab, auf der Staatssekretär Feder zu dem ThemaHausfrau und Wirtschaft" Stellung nahm. Er ging aus von der Verant­wortlichkeit der Frau für das vom Manne verdiente Geld; 60 bis 80 v. H. des Nationaleinkommens gingen auf diese Weise durch die Hände der Frau. Das zeige die Verantwortlich­keit, die der Frau auferlegt fei. Die richtige Ver­wendung des Geldes müsse daher erlernt werden. Die Gedankenlosigkeit oder das Unverständ­nis der früheren Regierungen habe dazu geführt, daß 1928 fast 4,2 Milliarden Mark für entbehrliche Lebensrnittel, die zum größten Teile auf deutschem Boden zu erzeugen seien, ins Ausland wanderten. Allein auf Obst, Gemüse und Südfrüchte entfielen 755 Millionen. Zu einer Zeit, wo die deutschen Geflügelfarmen um ihre Existenz gerungen hätten, feien für 294 Millionen Mark Eier eingeführt wor­den. Die Hausfrau solle sich Rechenschaft darüber ablegen, daß für jede 2000 Mark Einfuhr eine deutsche Arbeiterfamilie brot - l o e> werden würde. Wir brauchten Gemüse nicht

zur Unzeit zu essen, sondern sollteM hierfür den Zeitpunkt wählen, wo es in genügenden Mengen auf deutschem Boden wachse.

Als ein Erfolg der Erziehung fei es zu ver­buchen, daß der übermäßige Verbrauch zu falschen Jahreszeiten heute bereits stark zurück gegan­gen sei. Die Einfuhrzahlen feien für Eier auf 78 Millionen, für Obst von 225 Millionen auf 113 Millionen, für Gemüse usw. von 138 auf 47 Mil­lionen gesunken. Aehnlich verhalte es sich auch mit den Fertigfabrikaten. Habe doch hier, um nur ein Beispiel zu nennen, allein der Ver­brauch von ausländischen Lippen st i f - t e n 12 Millionen Mark ins Ausland gezogen. Staatssekretär Feder betonte, daß es ihm fern läge, eine Ablehnung der ausländischen Fabrikate oder Erzeugnisse im allgemeinen zu ver­langen. Es sei aber ein ftrenger Strich zwi­schen entbehrlichen Dingen und den notwendigen Einfuhrerzeugni s s en wie Rohstoffe usw. zu machen. Warenaustausch sei notwendig, und nichts sei zur Verbindung der Weltwirtschaft besser geeignet als ein lebhafter Warenaustausch, lieber allem aber stünde das Wort: Erst kommt mein Volk und dann die anderen.

Line schweizerische Volksabstimmung über ein neues Ordmmgsgeseh.

Basel, 7. März. (DNB.) Arn Sonntag steht das Schweizer Volk vor einer lebenswichtigen Entschei­dung. Es hat darüber abzustimmen, ob es dem Bun­desrat die gesetzliche Handhabe geben will, Öen Schutz der öffentlichen Ordnung zu ge- roährleiften, den er auf Grund des Gesetzes von 1853 infolge der veränderten Verhältnisse nicht mehr be­werkstelligen kann.

Das neue Gesetz besteht aus zwölf Artikeln, wovon die ersten acht die eigentlichen Verbote enthalten. Da­nach wird derjenige bestraft, der durch Wort und Schrift zu einem Verbrechen oder Ver­geh e n gegen den Staat und die öffent­liche Ordnung auf fordert oder im Sinne des Landfriedensbruchs aneiner öffentlichen Zusammenrottung teilnimmt bei der Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Sachen be­gangen werden. Weiter wird die Armee davor geschützt, daß sie durch wissentllch unwahre Behaup- tungen verächtlich gemacht und daß ihre Dis- xiolin durchAufforderungzumUngehor- f am untergraben wird. Die Artikel 4 und 5 gewähr­leisten die Versammlungsfreiheit, unterbinden aber

alle widerrechtlichen Demonstrationen. Artikel 6 untersagt die Anmaßung von staat­lich e r Gewalt durch Vereinigungen oder Per­sonen ober illegale Formationen, Artikel 7 die A n - sammlung von Waffen oder Munition, soweit dies nicht auf Anordnung eidgenössischer ober kantonaler Behörden ober mit deren Bewilligung geschieht. Artikel 8 gibt bem Bunbesrat bie Hand- hade, dagegen einzuschreiten, daß Ausländer auf schweizerischem Gebiet Amtshandlungen durchführen, daß hier Spitzeldienste zugunsten fremder Behörden getrieben oder daß in der Schweiz selbst Personen provoziert werden, wodurch die innere ober äußere Sicherheit ber Schweiz gefährbet wirb.

Die bürgerlichen Parteien stehen ge­schlossen hinter ber Regierung. Die Erkenntnis ist stark, baß ber Kampf um bie Aufrechterhaltung der schweizerischen Demokratie geht. Für bie Ver­werfung bes Gesetzes werben bie Sozialbemo- kratische unb bie Kommuni st ische Par­tei, wobei aUerbings ber Gewerkschaftsbund nicht mitmacht. Ferner finb auch bie oerschiebenenF ron. t e n" seine Gegner.

Aus aller Well.

Deutschen Rundfunk.

Oesterreich-Tag im Wie bereits gemelbet,

stellen alle beutschen Sen­il. März ausschließlich auf

ber ihr Programm vom 11. Marz ausfcyuetziiI auf das Bruderland Oesterreich ab. Der Deutsche Rund­funk wird an diesem Tage n u r o st e r r e i ch i s ch e Meister in Musik und Wort und vornehmlich österreichische Künstler berücksichtigen. Bis auf zwei Reichsfendungen, eine aus München und eine aus Berlin wird jeder Sender ein eigenes Defter. reich'-Programm bringen. An Musikwerken Eden reine Orchefterwerke, Kammermusik, Kunst- fieber Dolkslieber unb Chorwerke berücksichtigt. Da­neben kommen dramatische Dichtungen, Hörspiele und Vorträge zur Sendung.

Lebhafter Protest gegen den FilmKatharina die Große".

In Berlin fand imCapitol am Zoo" die deutsche Uraufführung des in England hergestellten FilmsKatharina die Große" statt, in dem bie Hauptrolle die jüdische Schauspielerin Elisabeth Bergner spielt und in dem ferner der jüdische Regisseur Paul Czinner die Regie fuhrt, der ebenso wie feine Frau Elisabeth Bergner tm vori­gen Jahre aus Deutschland ausgewandert ist. Das Publikum nahm gegen den Film eine außerordent- lich scharf ablehnende Haltung ein und prote» ft i e r t e lebhaft gegen die Aufführung.

Führerschulungswoche der deutschen Turnerschasten.

Der Verband der Turnerschasten an deutschen Hochschulen veranstaltet vom 7. bis 11. März in Bao Blankenburg eine Führer»

schulungswoche. Den einleitenden Vortrag hielt Assessor Krüger-Berlin über nationalsozia­listische Außenpolitik. Professor Dr. K r i e ck, der Rektor der Universität Frankfurt, sprach über den Durchbruch der nationalsozialistischen Weltanschau­ung. Der dritte Redner, Dr. Friedrich Schinkel, behandelte das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen, wobei er besonders die Bedeutung der deutsch-polnischen Abkommen unterstrich. Im weite­ren Verlauf der Tagung werden u. a. Staatsrat Spaniol, Professor Göring- Stuttgart und der Führer des Verbandes alter Turnerschasten, Dr. Wiedeburg, sprechen.

Die Bluttat des Schützenkönigs. Mord und Selbstmord aus Eifersucht.

Der 25jährige Sohn Heinrich des Bauern M u e s aus Westereiden (Kreis Lippstadt in Westfalen) schoß aus Eifersucht der 20jährigen Tochter des Amtsvorstehers W i n e k e eine Kugel in den Kopf. Dann schoß er sich in die Schläfe. Beide waren sofort t o t. Der Täter wurde im vergange­nen Jahr Schützenkönig. Die Erschossene war Schützenkönigin.

Beraubt, auf die Schienen geworfen und mehrfach überfahren.

Ein neuer geheimnisvoller Mord beschäftigt die französische Oeffentlichkeit. Aus der Eisenbahnstrecke St. QuentinParis ist die völlig verstümmelte Leiche des 44jährigen Pariser Handelsvertreters (Torun Gilles gefunden worden. Gilles be-fanö sich auf einer Geschäftsreise nach Brüssel, Augenschein­

lich ist er in dem Nachtzuge, den er benutzte, er­mordet und auf die Schienen geworfen worden. Mehrere Züge find über ihn hinwegge­braust, bis schließlich der Führer eines Güterzuges den Leichnam entdeckte. Die Frau des Ermordeten berichtet, daß ihr Mann sich nach Brüssel begab, um dort eine fällige Zahlung von 60 000 Franken au leisten. Weder an der Grenzstation noch in Brüssel sind aber dss Gepäck, der Mantel und der Hut Gilles gefunden worden. Man vermutet deshalb, daß es sich um einen Raubmord handelt. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur.

Beamter der Rigaer Sowjethandelsvertretung spurlos verschwunden.

Wie die Rigaer Blätter Übereinstimmend melden, ist wiederum ein Beamter der sowjetruffischen Han­delsvertretung in Riga, namens Tenekin, ver­schwunden. Er soll bereits vor einigen Wochen aus Moskau die Aufforderung erhalten haben, un­verzüglich zum Bericht nach Sowjetrußland zurück­zukehren. Als Tenikin dem Befehl nicht Folge lei­stete, erhielt er eine zweite, noch strengere Anwei­sung, nach Moskau zu kommen, andernfalls gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden würde. Tenikin ist darauf aus Riga spurlos verschwunden. Wohl aus Furcht vor einer Verhaf­tung in Moskau dürfte Tenikin nach Westeuropa gefahren fein. Er wird von den Rusten beschuldigt, Unterschlagungen begangen zu haben.

Erfolgreiche Versuche mit automatischem Stratosphärenballon in Rußland.

Das Aerologische Institut der Sowjetunion hat in Sluzk in der Nähe von Leningrad Versuche mit der Hülle des neuen automatischen Strato­sphärenballons vorgenommen, die erfolg­reich verliefen. Die Ballonhülle erreichte eine Höhe von 17,5 Kilometern. Die mitgeführte automatische Rundfunkeinrichtung sandte Signale zur Erde, die gut gehört wurden. Nach Meinung der Fachleute wird der automatische Stratosphärenballon eine Höhe von 25. Kilometern erreichen können.

^ie Arbeitsdienstpflicht der (Studenten.

Berlin, 8. Mürz (DNB.) Das Amt für Ar- beitsbienft der Deutschen Studentenschaft veröffent­licht die Durchführungsbestimmungen zum Dienst­halbjahr 1934. Die Ardeitsdien st pflicht für bie Abiturienten, bie Ostern 1934 die Schule verlassen und nach Erlangung der Hoch­schulreife studieren wollen, müssen in der Zeit vom 5. Mai bis 25. Oktober 1934 vier Monate Ar- beitsbienft unb sechs Wochen Gelände- spart leisten, für bie Abiturientinnen ist eine Arbeitsbien st pflicht von 26 Wochen vorgesehen. Die Ableistung bieser Pflicht ist Vor­aussetzung für bie Immatrikulation an einer beutschen Hochschule.

Von ber Arbeitsbienftpflicht ausgeschlossen finb Auslänber unb Nichtarier. Von der Dienstpflicht befreit können werden, wer für das Diensthalbjahr als untauglich befunden wird, wer katholische Theologie zu studie­ren beabsichtigt und wer ein Studium beabsichtigt, dem eine mindestens einjährige prak­tische Tätigkeit vorausgeht, in der er im Betriebe mit Arbeitern körperlich zu­sammenarbeitet und auch außerhalb der Arbeitszeit kameradschaftlich mit den Arbeitern zusammenlebt. Ausländs­deutsche Abiturienten können am Diensthalb­jahr teilnehmen. Ein Zwang zur Ableistung darf bei ihnen nicht ausgeübt werden.

Die Vorbildung der evangelischen Geistlichen.

Berlin, 8. März. (DNB.) Wie kirchenamtlich mitgeteilt wird, sind die Beratungen des Geistlichen Ministeriums der Deutschen Evangelischen Kirche über die Vorbildung der Geistlichen einmütig und erfolgreich verlaufen. Um eintretende Mißverständnisse abzuwehren, wird ausdrücklich be­merkt, daß es sich hierbei nicht um die wissenschaft­lich-theologische Vorbildung auf den Universitäten handelt, sondern um die praktische, pfarr- am tl i ch e Vorbildung, die in der Hand der Kirche selbst liegt.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck verlagert sich südöstlich nach den Balkanländern hin, während die Störungstätigkeit im Westen zunimmt, lieber Frankreich hat sich ein Wirbel gebildet, der dort schon zu recht ergiebigen Niederschlägen geführt hat. Mit der Weiterentwick­lung des Tiefs gelangt auch warme Luft in unseren Bezirk vor, so daß allgemeine Milderung bevorsteht. Dabei kommt es zu Dunst- und Wolkenbildungen, stellenweise auch au Niederschlägen, doch tritt zwi­schendurch noch Aufheiterung ein.

Aussichten für Samstag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, im ganzen milder, zeit­weise Neigung zu Niederschlägen.

Aussichten für Sonntag: Etwas wechsel­haftes, aber nicht gerade unfreundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 8. März: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 0,5 Grad; am 9. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum1,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8 März: abends 2,6 Grad: am 9. März: morgens 1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1% Stunden.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Sauerland. Winterberg: Klar, 2 Grad, 20 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit gut.

Schwarzwald: Feldberg: Klar, 5 Grad, 75 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut.

Alpen: Garmisch - P a r t e n k i r ch e n : Klar, 4 Grad, 15 an Schnee, gekörnt, Sportmög­lichkeit gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Erfolg im lelitm ÄSMSS eine größere Rolle als Sie vielleicht denken. Menschen, die gepflegt aussehen, machen immer einen guten Eindruck. Schöne, gut gepflegte Zähne werden Ihnen helfen, schneller Sympathien zu gewinnen. Das ist ein Grund mehr, Ihre Zähne regelmäßig jeden Abend und Morgen mit Chlorodont zu pflegen. Der köstliche Pfefferminzgeschmack der Chlorodont-Zahnpaste erzeugt angenehmen Mundgeruch und gibt Ihnen das Gefühl von Frische und Sauberkeit. Tube 50 unb 80 Pfg.