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Hr. 34 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OderlMn)Freitag, 9. Zebruar 1934

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Rückkehr der 2. Kompanie aus Berlin.

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Der Zug läuft ein. Die Kapelle spielt zur Begrüßung einen Marsch.

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Der Bataillonskommandeur Major von Wachter begrüßt die zurückgekehrte Kompanie mit einer kurzen Ansprache. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

Aus -er provinzialhaupistadt.

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Landesplanung.

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Auf dem Marsch vom Bahnhof in die Stadt. Jung und alt begleiten die Soldaten.

Im Kafernenhos: Vorbeimarsch am Kompaniechef Hauptmann Schiel.

der evangelischen und katholischen Kirche:

9 Prozent des Einkommensteuerbetrages (Steuer­abzugs) und

4 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch ge­nutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer. Hierzu tritt sowohl bei der evangelischen, als auch bei der katho­lischen Kirche eine Kopfsteuer (Kirchnotgeld) im Jahresbetrag von 2 Mark, die von allen Angehörigen der beiden Kirchen erhoben wird, die zu Beginn des Rechnungsjahres 1934 das 25. Lebensjahr vollendet haben.

Die neuen Kirchensteuern in Hessen.

In einem Ausschreiben der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum an die hessischen Kreisämter über die R e l i g i 0 n s- gesellschaftssteuerfürdasRechnungs- fahr 19 34 wird angeordnet:

Die Besteuerungsgrundlagen für die R e l i - gionsgesellfchaftssteuer 19 3 4 der evan­gelischen, katholischen und altkatholischen Kirche sind: a) das Ergebnis der Einkommensteuerveranlagung

1933

b) die im Kalenderjahr 1933 einbehaltene Lohn­steuer,

c) der Wert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer.

Als Religionsgesellschaftssteuer (Landeskirchen­steuer) haben wir für das Rechnungsjahr 1934 fol­gende Steuersätze genehmigt:

v 0 n K a i s e r den vorbildlichen Eifer und die treue Pflichterfüllung der hessischen Truppe.

Run sind unsere Soldaten wieder tn ihre Garm- on zurückgekehrt, und der Dienst wird sich jetzt für ie wieder im altgewohnten Rhythmus vollziehen.

Gegen Gabotageveriuche am Aufbau der Milchwirtschaft!

Von gewissenloser Seite wird aus eigennützigen Gründen versucht, mittels Flugblattverteilung an Milcherzeuger den Aufbau der Milchwirtschaft ab­sichtlich zu stören. In diesen Flugblättern fuhrt man aus dem Zusammenhang herausgenommene Telle von Reden und Zeitungsartikeln an und will so den Anschein erwecken, als sei die Neufassung des Milchae etzes und die Anordnungen des Reichskom­missars für die Milchwirtschaft für die Milcherzeu- aer ohne Bedeutung. Die Absichten der Heraus­geber dieser Flugblätter, die aus durchsichtigen Gründen weder den Namen des Verfassers noch des Druckers tragen, sind eigennütziger Art.

Solche Flugblätter stören den Neuaufbau m der Milchwirtschaft. Es ist bezeichnend, daß derartige Flugblätter bei einem betriebsamen jüdischen Hand­zentrifugenhändler beschlagnahmt werden konnten. Die Staatspolizei hat sich bereits dieser Angelegen­heit angenommen.

Ich weise ausdrücklich darauf hm, daß die Anord­nungen und Maßnahmen, die für den Neuaufbau der Milchwirtschaft herausgegeben werden, für alle Milcherzeuger, die Milch in Verkehr bringen, Gül­tigkeit haben. Ein jeder Milcherzeuger ist verpflich­tet, sich in den wirtschaftlichen Aufbau einzugliedern. Ich werde gegen alle diejenigen, die versuchen, die Durchführung dieser außerordentlich wichtigen Aus­bauarbeiten zu sabotieren, mit aller Scharfe und mit allen Mitteln vorgehen. Der Neuaufbau der Milchwirtschaft wird nicht im Interefte von Einzel­personen, sondern zum Wohle der Gesamtheit des deutschen Volkes vorgenommen.

Frankfurt a. M., den 6. Hornung (Februar) 1934. Der Beauftragte des Reichskommissars

für den Milchversorgungsoerband Rhem-Mam. gez.: Birkenholz.

b) der a l t k a t h 0 l i s ch e n Kirche:

10 Prozent des Einkommensteuerbetrags (Steuerabzugs) und

4 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutz-' ten Grundbesitzes nach der hessischen staat­lichen Grundsteuer.

Kreisbeinebszellenabteilung Gießen.

Folgende Schulungskurse fallen aus: Gie­ßen: Samstag, 10. Februar; Grünberg: 14. Februar.

Die Schulungskurse finden wieder statt:

Freitag, 16. Februar in Grünberg; Sams­tag, 17. Februar in Gießen.

Heil Hitler!

Kreisbetriebszellenabteilung.

Gez.: Hahn, Kreisbetriebszellenschulungsleiter.

NSL8. Kreis Gießen.

Arbeitsgemeinschaft Eugenik.

Samstag, 10. Februar 1934, 15.30 Uhr, spricht Professor Hofmann im Physiksaal der Goethe- schule über das Sterilisierungsgesetz. Gäste sind will­kommen!

Der Kreisarbeitsleiter: Professor Hofmann. Der Kreisobmann: N e b e l i n g.

Ortsgruppe Gießen-Süd.

Nächsten Mittwoch, 14. Februar, 20,15 Uhr im Katholischen Vereinshaus öffentliche Versammlung der Ortsgruppe Gießen-Süd mit Vortrag von Uni­versitätsprofessor Dr. Mayer überDie geschicht­lichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oester­reich". Der Besuch dieser Veranstaltung wird sämt­lichen Parteigenossen zur Pflicht gemacht. Der Ein­tritt ist frei.

Neuzeitliche Hundfunkentstörungen.

Auf Veranlassung des Kreisfunkwartes für den Kreis Gießen in Verbindung mit dem Reichsoer­band deutscher Funkhändler, Ortsgruppe Gießen, fand wie man uns berichtet am Mittwoch eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der neuzeitlichen Rundfunkentstörungen und mit dem Tag des Deutschen Rundfunks" am 11. Februar beschäftigte. Zu der Versammlung waren u. a. die Mitglieder des Verbandes der deutschen Elektro­installateure, Vertreter der Reichspost und des Elek­trizitätswerks, ferner die Funkwarte aus dem Kreise Gießen mit dem Kreisfunkwart Dörr an der Spitze erschienen.

Nach der Begrüßung durch den Beauftragten Ruhl von der Ortsgruppe Gießen des Reichsver- bandes deutscher Funkhändler, der auf den Zweck und die Ziele der Versammlung hinwies, hielt Ober­ingenieur S ch u k r a f t von der Firma Siemens & Halske einen technischen Vortrag. Die Ausfüh­rungen des Redners waren wie man uns be- richtet sehr lehrreich, und seine praktischen Vor­führungen brachten den Beweis, daß wir im Rund­funk heute so weit fortgeschritten sind, daß bei rich­tiger Anwendung der notwendigen Maßnahmen ein reiner Rundfunkempfang möglich ist. Die Demon­strationen bewiesen, daß mit geringen Ausgaben die entsprechenden Störquellen störfrei gemacht werden können. Das in diesen Tagen zu erwartende Gesetz werde die Handhabe dazu geben, daß auch bei dem

Monatsversammlung. Ortsgruppe Gießen-Ost, 20 Uhr; Schulungsabend für die Politischen Leiter Don 3R. Schwarz, Gartenarchitekt, Gießen, in der Geschäftsstelle.

Die 2 Kompanie unseres Bataillons, die während der vergangenen drei Monate beim Wachregiment in Berlin Dienst tat, ist gestern mittag wieder in Gießen eiiuetroffen. Die Soldaten wurden wieder mit ge- Mhnter Herzlichkeit empfangen Piele Einwohner hatten sich an der Verladerampe beim Guterbahnhof an der Harnmstrahe eingefunden und harrten trotz ®nb uÄtter bcr Ankunft ber So,baten. Der gui lief pünktlich um 1134 Uhr ein. Das Aus- leb'n ber Wagen vollzog sich rasch unb balb tauben »nnnidiaften unb Wagen abmarschbereit. Der Spielmannszug unb bie Musikkapelle (efcten fid) an bie Spitze ber Kompanie, unb unter Begleitung °ter stattlichen Menschenmengemarschierte bie finwanie in bie Stabt ein. UeberaU in ben Straßen (tauben bie Menschen in großer Zahl, m den Wen waren bie Kinber an ben Fenstern, um dm Vorbeimarsch nicht zu versäumen, viele junge Pente marschierten vorneweg unb nebenher mit unb überall roo bie Musik unb bie Trommeln erklan­gst, würben bie Fenster °ufgeri ,en. Die Ant°- pa-ie^war 5uß-rorbenUich"stark unb bewies wieber !^ichafben^genie^em^mnitklbär^nach bem Ein-

d/ S^^nmit einer kurzen An­sprache begrüßte. .

Die 2. Kompanie hatte in Bersin kernen si.chten lauft. Von Berlin aus erlebigte bie Kompanie iit Gefechtsschießen auf bem Exerzierplatz Dobenfe, bie Mannschaften stauben viel Wache vor bem Sechspräfibentenpalais zogen als W 'i»'11 Se chsehrenmal Unter ben Lmben ««!- al5

Uheeukompanie bei ber jüngsten ®*>ff^ufe^agung mb auherbem auch bei bem großen berliner lieit umier Bekanntlich stellte bie Truppe auch die «h-eukompanie zum Neuiahrsempfang beim stleich irifibenten. Den Mannschaften war ferner G tgmheit gegeben, bie Museen unb bie Theate »Hin zu besuchen. Am letzten Sonn ag bes 23er- 1t r Aufenthaltes würben bie historischen Statten b Potsbam besucht. Bei ber Abschiebsansprache Ul.mte bet Chef bes Berliner Wachregiments Oberst

Deutschland als ein dichtbevölkertes Land braucht zur Erhaltung seiner landschaftlichen Eigenart die Landesplanung.

Die Landesplanung umfaßt alle Wirtschaftsfakto­ren, die in irgend einer Beziehung zur deutschen Landschaft stehen. Bauindustrie, Eisenindustrie, Fa­briken aller Art, Verkehrsnetze mit allen Verkehrs­einrichtungen, wie Kanäle, Straßennetze, das ge­waltige Eisenbahnnetz, die menschlichen Siedlungen der Großstädte und Dörfer bis zum Einzelgehöft, ie alle bestimmen heute das Bild der deutschen Landschaft.

Drei erdgebundene Bevölkerungsgruppen, die Landwirtschaft, der Gartenbau und bie deutsche Forstwirtschaft, haben die hohe Aufgabe, Mittler zwischen der Technik und der deutschen Landschaft zu sein.

Die Landwirtschaft formte im Laufe der Jahr­hunderte das heutige landwirtschaftlich besiedelte und vegetativ bebaute Gebiet Deutschlands. Der Gartenbau formte durch die Grüngestaltung das Siedlungsgebiet mit allen verkehrstechnischen Ein­richtungen in Stadt und Land. Die Forstwirtschaft erhielt und formte das deutsche Waldgebiet. Alle drei sind nun in ihrer Arbeit zusammengefaßt, um das hohe Werk der deutschen Landschaftsgestaltung, verbunden mit der Landesplanung, in die Gegen­wart und Zukunft hinein zu erweitern und zu vollenden;

An diesem Werk arbeiten weiter mit die deutschen Wander- und Verkehrsvereine, der Heimatbund für Landschaft und Volkstum, kurz alle die deutschen Menschen im deutschen Staat, die eng verbunden mit der Heimat sich der hohen Verantwortung be­wußt sind, die die deutsche Heimat an jeden deut­schen Volksgenossen stellt. In der Vereinigung Kraft durch Freude" ist dieser Heimatgedanke so tark vertreten, wie es im nationalsozialistischen Staat nur möglich ist. Tausend deutsche Arbeiter haben jetzt die Möglichkeit, die deutsche Heimat kennen zu lernen. Sie sind aus der Steinwüste Berlins nach Bayern abgereist. Sie lernen dieses schöne Gebirgsland und seine Menschen kennen; die Volksverbindung von Mensch zu Mensch zwischen Nord und Süd ist angebahnt. Ihnen wird das Herz aufgehen für die deutsche Landschaft. Aus ihnen heraus werden die Gedanken der Heimat- liebe neue Früchte tragen zum Wohl des Ganzen.

Deutschland ist in seinen Gebieten so verschieden, daß auch die einzelnen landschaftlichen Gegenden verschieden in der Landesplanung erfaßt werden

müssen. _

Folgende Forderungen stellt die hessische Land­schaft an uns, die wir sie bewohnen.

Baut die Städte in einheitlichem harmonischen Rhythmus in aufgelöster Bauform, baut die garten­grüne deutsche Stadt.

Baut die Stadtrandsiedlung in gleicher Art, denn der deutsche Hand- und Geistesarbeiter hat ein Recht auf gartengrünes Wohnen.

Miggesche Betongärten und Maysche Zellenreihen­bauten find der geistige und körperliche Tod der Bewohner.

Schafft innerhalb der Städte und Siedlungen wirkliche Volksparks mit Rasenflächen und Plansch­becken, daß alt und jung innerhalb der Stadt­grenzen Erholung und Freude finden. (In Gießen ist nicht eine einzige Rasenfläche als Spielwiese mit Planschbecken und Kinderspielgeräten vorhan­den, die vorhandenen sind unzulänglich und nach Schema angelegt.)

Sport- und Spielplätze müssen grüngestaltet sein, eine Aufgabe, die sich in unserer Stadt wahrlich lohnen wird. Die Trieb-Sportplätze sind mit dem Dolkshallengelände alles andere, als landschaftlich harmonisch.

Stadtzentrum, Stadtrandgebiete und umgebende Landschaft müssen verkehrstechnisch zweckmäßig, aber harmonisch grüngestaltet sein, bis die weitere länd­liche Landschaft die letzten Ausläufer der Städte in Siedlungs- und Verkehrsverbindungen in sich auf­nimmt.

Der Stadt- und Siedlungsgarten, auch der auf flachem Land sei, wie eine Wohnung, praktisch, aber wohnlich für jede Einzelfamilie.

Verbannt die schreiende Reklame aus harmoni­schen Landschaftsgebieten.

Erweitert die Schutzgebiete für Wild und Vogel­welt und für die heimische Flora.

Bei allen gewaltsamen technischen Eingriffen in irgend einen Teil der Landschaft, wie Melioratio­nen, Regulierungen, Brückenbau und Verkopplung landwirtschaftlicher Gebiete, muß die landschaftliche Eigenart berücksichtigt und, wenn möglich, schonend neu durch Grüngestaltung wiederhergestellt werden.

Die deutsche Landschaft will der Spiegel deutscher Seele sein!

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadt­theater, 20 bis 22 Uhr,Bob macht sich gesund". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Die Nacht der gro­ßen Liebe". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, Tiger Hai". VHC.: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld»