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Freitag, 9. Zebruar 1934
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
Nr. 34 Zweites Blatt
Vor 30 Ähren: Der ruMch-japamsche Krieg
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Sachalin, qab die ostchinesische Bahn bis a-tsy (222 Kilometer südlich von Chardin)
tums bestimmt. „Meinen ganzen Menschen hat kein | besten Seite. Auch seine nordischen Erzählungen, die anderer so ergriffen und durchdrungen, wie Jacob den Stil der Edda geschickt nachahmen, verdienen G'-imm" bekannte er, „weil er zugleich ein genia- noch heute Beachtung, besonders „Odhms Trost , ler Forscher und eine echt dichterische Natur war." in dem seine heroische Entsagungslehre am reinsten Grimms Deutsche Mythologie" las er immer wie- zum Ausdruck kommt Auch der Roman „Julian der bis" ich zuletzt alle Götter und Göttinnen, der Abtrünnige" besitzt seinen Wert, wahrend die
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Wotan, den Wanderer...
Oie Nacht der großen Liebe
Reiches verzehrten.
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Volk." Wahl- feinem Verse,
Neue Erkenntnisse über Michelangelo.
Bei den neuesten Restaurierungsarbeiten in der Sixtinischen Kapelle und in der Paulinischen Kapelle ist man auf bemerkenswerte Entdeckungen gestoßen, über die Professor N o g a r a, der Leiter verschiedener Kunstanstalten Roms, und Professor B. Biagetti, der Direktor der Vatikanischen Bildergalerie, jetzt berichten. Schon vor vier Jahren hatte die Internationale Vereinigung zur Erforschung der Mittelmeer-Kulturen vorgejchlagen, eine Reihe von Photographien der Fresken Michelangelos im „Weltgericht" Herstellen zu lassen, ein Plan, der jedoch erst mit Unterstützung des Papstes im Jahre 1932 verwirklicht wurde. Im letzten Juli wurden in der Sixtinischen Kapelle diese photographischen Arbeiten weitergeführt und haben fehr interessante Einzelheiten aus dem Werk des großen Italieners, die dem bloßen Auge des Betrachters bisher unbemerkt blieben, zu Tage gebracht. Das in der Deckenmalerei entdeckte Bildnis Dantes ist jetzt nach Vergleich mit berühmten Gemälden von Giotto, Raffael und Vasari als solches bestätigt worden. Die gegenwärtigen Restaurierungsbemühungen um ,die Bekehrung des Paulus" und „die Kreuzigung Petri" in der Paulinen-Kapelle haben erwiesen, daß diese beiden berühmten Fresken von bisher unbekannter Hand in völlig unnötiger Weise übermalt worden sind. Professor Biagetti vermittelte einen lebendigen Eindruck von der Arbeitsweise und Maltechnik des großen Michelangelo. An der „Bekehrung des Paulus" arbeitete der Meister von Oktober oder November 1542 bis Juli 1545, also ungefähr 1000 Tage, während „die Kreuzigung Petri" im März 1546 begonnen und in der ersten Hälfte des Jahres 1550 beendet wurde. Die Kunstkritiker haben diese Werke Michelangelos vielfach, besonders in ihrem Verhältnis zueinander, nicht richtig eingeschätzt. Die „Bekehrung des Paulus" muß in ihrer Farbwirkung mit dem „Weltgericht" in eine Reihe gestellt werden; die „Kreuzigung Petri" ähnelt jedoch mehr dem Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle. Michelangelo zeigt sich dort, von jeder künstlerischen Erstarrung weit entfernt, auf der vollen Höhe seines Schaffens, das sich durchaus mit den Glanzwerken seiner Jugendzeit messen kann.
Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Ro o s e v e l t, übernahm die Vermittlung. Am 5. September 1905 führten die Verhandlungen zum Frieden von Portsmouth. Rußland verlor Port Arthur, die Kwan-tung-Halbinsel und die Südhälfte von Sachalin, qab die ostchinesische Bahn bis Kwan-tschin-tsy (222 Kilometer südlich von Charbin) auf und verzichtete auf seinen Einfluß in Korea, das unter japanische Herrschaft trat. Japan erreichte damit im wesentlichen alles, was ihm die europäischen Großmächte 1895 noch mit Erfolg streitig machen konnten. Das Fundament seiner überragenden Stellung in Ostasien war gelegt.
Aufsatz „Der völkische Staat, biologisch gesehen". Das gleiche Heft der mit vielen schönen und sorg-
vielgelesenen „Kleinen Romane aus der Völkerwanderung" zu eilfertig und nachlässig gearbeitet
Auf diesem Fundament errichtet die aufstrebende Jnselmacht in unseren Tagen, ein Menschenalter nachdem es endgültig auf dem ostasiatischen Festlande Fuß faßte, seine'die anderen Großmächte ausschließende Vorherrschaft in Ostasien. Schon heute wird die japanische See von Japan allein beherrscht. Nicht viel bleibt noch zu tun, damit die japanische Front dem Festland, dem Westen gegenüber lückenlos geschlossen ist und man sich in Tokio den eigentlich wesentlichen Zielen der
Kettx Oahn.
Zu seinem 100. Geburtstage. Von Or. Friedrich Spreen.
Das höchste Gut des Mannes ift fein Dieses Wort hatte Felix Dahn zu seinem svruch erwählt. Es war ein Vers aus Drama „Deutsche Treue". Und die letzten die er überhaupt geschrieben hat waren eine Abwandlung dieser Strophe. Am 27. Dezember 1911
Doch über das vielgestaltige, in unermüdlichem Fleiß geschaffene dichterische und wissenschaftliche Werk erhob sich in immer monumentaleren Linien das Bild seiner Persönlichkeit. Der „alte Dahn", der schon in Königsberg in seinem wehenden Odins- mcintel und breiten Schlapphut als wunderbare Erscheinung angestaunt worden war, wurde in Breslau zu einem Wahrzeichen deutschen Geistes. Wenn er so dahinschritt, immer noch mit jugendlichem Feuer, dann erschien er wie ein Prophet der ewigen Vaterlandsliebe, gemahnte an jenen höchsten der alten Götter, an die er immer geglaubt, cn
der, „bis ich zuletzt alle ----- ----- - - -
Manen, Riesen, Lichtelben, Dunkeleiben Naturgeister nicht etwa nur glaubte, sondern sah, und um mich her wehen, blitzen, donnern raunen walten, wirken und weben hörte. Mit diesem lebendigen Sich-Einleben in die germanische Religion und Welt erwuchs ihm aus dem Studium von Grimms „Deutschen Rechtsaltertümern zugleich feine Liebe zum deutschen Recht, in dem er mit seinem Meister das Walten und Gestalten der deutschen Volksseele fühlte. Was der Forscher aus der Geschichte der Germanen von ihren Anfängen bis zur Gründung des Frankenreiches mit unendlichem Fleiß zusammentrug und in zahlreichen gelehrten Werken, vor allem in seiner elfbändigen Lebensarbeit „Die Könige der Germanen wissenschaftlich darstellte, das bevölkerte feine Phantasie mit zahllosen Gestalten und Bildern, die er in seinen nicht minder umfangreichen dichterischen Schöpfungen zum Leben erweckte. Gewiß ist manches davon nicht künstlerisch durchgeformt bezeichnet er sich doch selbst bescheiden als einen Dichter dritten Ranges, aber alles was er geschrieben hat, erhalt seinen Wert durch die reine Gesinnung, die die Triebkraft seines Wesens bildete. Wenngleich Dahns Hauptdichtungen erst nach 1870 erschienen, fo finh sie doch in der Zeit empfangen worden, da sich die besten Deutschen in der Sehnsucht nach einer neuen Größe ihres Vaterlandes, nach der Einigung des
Rollenträgern sind Odemar, Gülstorff, Meyrink und Walter Groß in kleineren Aufgaben beschäftigt. — Der Film' läuft seit gestern im Lichtspielhaus; das Beiprogramm bringt u. a. den Vorspann zu einem Lustspielfilm mit Franziska Gaal unter der anmutigen Überschrift „Gruß und Kuß, Veronika".
Zeitschriften.
— „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w. Preis vierteljährlich 2,50 Mk., einzeln 1 Mk. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Schon lange haben einzelne Forscher gesehen, wie die Entwicklung von Technik und Lebenshaltung zu einer Verschlechterung der Erblinien im Volkskörper und damit zu einer Schädigung des Volkes und seiner Kultur führten. Wenn wir hören, wie an der Mordung der besten Erblinien die alten Kulturen zugrunde gegangen sind, werden wir die Maßnahmen der Ausmerze und Auslese begrüßen, die der völkische Staat zu bevölkerungspolitischen Maßnahmen auswertet. Heber diese Tatsachen und Zukunftsaufgaben schreibt im neuen Heft Prof. Eugen Fischer, der Rektor der Universität Berlin, in dem
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stephan. Prächtige Bilder von einer holländischen Kolonie des Kormorans bringt Ministerialrat Dr.
für die europäischen Generäle damals noch unerklärlicher Vorgang, der in der Ueberlegenheit der Verteidigung über den Angreifer und der Erschöpfung beider Gegner seine Ursache hatte. Die Japaner warfen dann die Russen — nachdem sie am 1. Januar 1905 Port Arthur genommen hatten — in den Schlachten bei Sandepu (25./28.Januar) und bei Mukden (21. Februar bis 10. Marz) weiter zurück, ohne das russische Heer außer Gefecht fetzen zu können. Die baltische russische Flotte hatte inzwischen den Marsch nach Ostasien angetreten, um den Japanern die Seeherrschaft streitig zu machen, ein von vornherein aussichtsloses Unternehmen. Admiral Togo vernichtete sie in der Schlacht bei Tsushima am 27. Mai 1905.
Die russische Regierung zeigte sich nach diesen Schlägen geneigt, in Friedensverhandlungen emzu- treten, obwohl das rusische Heer noch operationsfähig war. Aber die Aussicht, noch einen irgendwie ins Gewicht fallenden Vorteil zu erringen, war gering; besonders aber verlangte die außerordentlich kritische innerpolitische Lage eine rasche Liquidierung des ostasiatischen Unternehmens. Der
Dahn war im wesentlichen Epiker; feine reine Lyrik ist unbedeutend; seinen Dramen fehlt kraftvolle Komposition und Steigerung. Aber in der Ballade hat er todestrotziges Heldentum, germanische Treue und Opferbereitschaft, den schwert- frohen Klang deutschen Weltgefühls vortrefflich gestaltet. Vor allem aber bewies er sein lebendiges Erzählertalent in seinen historischen Romanen die aus tiefer Kenntnis der Geschichte dem deutschen Volke die Vorbilder einer großen Vergangenheit vor Augen stellten wollten. Der „Kamp um Rom ist aus der Beschäftigung mit dem Untergang der Ostgoten erwachsen, den er auch in seinen „Königen der Germanen" behandelte. Mehr als zwanzig Jahre hat er daran gearbeitet, wollte fogar bas nod) nicht fertige Buch vernichten, und nur feine Gattin Therese rettete die Handschrift vor dem Flammentode. Die Anlage und die Charakteristik zeigen den Phantasie, den Farbenglanz und
Schuster in einem Beitrag über diesen jetzt bei uns recht seltenen Vogel. Andere Beiträge der vielseitigen Zeitschrift behandeln die Färbungen und Zeichnungen der Säugetierhaut, die Herstellung lebenswahrer Tierplastiken nach dem Paraffinverfahren, die Messung hoher Temperaturen, das Verbellen von Hunden, die Nahrungswahl der Waldohreule, das Umdrucken von Farbenfilmen, Feuchtigkeitsmessung, Krebsbehandlung, die Strahlungs- durchlässigkeit der Haut u. a. Eine Zeitschrift, die in fo hervorragender inhaltreicher und äußerer Ausstattung und Vielseitigkeit eine Fülle von Wissen vermittelt wie der „Naturforscher", verdient auf« nierksamste Beachtung jedes gebildeten und bildungshungrigen Menschen.
dichtete er: 1
Das höchste Gut des Mannes ist fein Volk; ] Dock dieses Volk ist formlos, rechtlos, schutzlos j Dem Feind, dem Nachbar hilflos preisgegeben: i Dem Volk Gestalt und Schutz gibt erst derStaat, , Drum sei das höchste Gut des Volks fein Staat. । Dahn der mit solchem Jubel das neue Deutsche Reich begrüßt, hatte mit wachsendem Kummer und Qorn erkannt, daß die Entwicklung dieses zweiten Reiches der Deutschen nicht die Erfüllung gebracht hatte- er hoffte auf ein drittes Reich in bem der deutsche Staat zu machtvoller Einheit stch verkor- vern werde So erscheint uns der Dichter des Kampfes um R o m", der sein ganzes Leben hie Flamme der Vaterlandsliebe durch die wach,en- zsfexSS £
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gangenbe t nernuttelte. 3 t Das mn i kurzem erschienenen SoItMUsgau- Größe
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Buntes Allerlei.
Ist die Erde blau?
Das kommt doch ganz darauf an, wo und wann man die Erde betrachtet. Fährt man auf dem Dampfer, rings um sich nur das Wasser, dann ist ie zweifellos blau, im Frühling aber kommt sie einem grün vor, an Wintertagen zweifellos weiß und an Regentagen sicher grau. Ein amerikanischer Professor, ein Professor der Astronomie, der die Erde ja überhaupt nicht so betrachtet, als sei er mit daran beteiligt, sondern nur als einen Stern der Sterne, hat behauptet, die Erde sei ein schöner blauschimmernder Stern. Er beweist die Theorie mit der Behauptung, daß die Erde sich des Mondes wie eines Spiegels bedient. Denn der Mond empfängt nicht nur die von der Erde zurückgeworfenen Sonnenstrahlen, sondern gibt auch seinerseits die Erdstrahlen wie ein großer Spiegel an die Erde zurück. Könnten wir also auf dem Mond stehen und die Erde betrachten, dann würde sie funkeln wie ein blauer Diamant. Sein ganzes Leben lang hat der Professor über die Frage der Farbe der Erdstrahlen studiert und ist nun endlich zu diesem Ergebnis gekommen. Die Wissenschaft ift zweifellos um einen großen Schritt vorwärtsgekommen. Und am Fasching werden wir alle blau sein, weil es unsere Mutter Erde ja auch ist.
wurde du- jröBte Erlebnis seiner Jug-u^ „E ue tiefere Vaterlandsliebe, als bas deutsche Herz r Dahns sie empsund, ist mir w, der b-g«g^
net", hui einmal der große Stnntsr-chtl-r
Zorn von ihm getagt. Der Ä Mn^murie m feiner Weltanschauung bahn durch den Wird::.-
Das Fundament japanischer Weltgeltung
Zum Ausbruch des russisch-japanischen Krieges am S Februar 1904.
Don K. L v Oerhen, Oberst a. D.
Arn 9. Februar 1904 wurde die Welt von der Nachricht überrascht, daß die japanische Flotte ohne vorherige Kriegserklärung die russische Flotte aus derReedevonPortArthur überfallen und mehrere Schiffe außer Gefecht gesetzt habe. Damit ging die Seeherrschaft im Fernen Osten an Japan über, und das japanische Heer konnte auf das afia- tische Festland übergesetzt werden. Seit Jahrhunder- ten strebt Japan nach dem Festlande. Der Besitz der Mandschurei ist für das Jnselreich eine geopolitische Notwendigkeit. Japan ist ein Einfuhr- land und findet — wenn auch kein Siedlunasland — fast alles, was es für seine Rüstungsindustrie braucht, in der rohstoffreichen Mandschurei.
In dem chinesisch-japanischen Kriege 1894/95 ging es um den Besitz von Korea. Im Frieden von Shimonoseki mußte Japan vor dem gemeinsamen Einspruch Rußlands, Frankreichs und Deutschlands wieder vom Festland zurückweichen. Rußland besetzte Port-Arthur, England Weiheiwai. Die Seefestung Port-Arthur, die einer der japanischen Seemacht ebenbürtigen russischen Flotte als Stützpunkt diente, empfanden die Japaner ebenso als eine schwere Bedrohung ihrer nationalen Wohlfahrt wie die wirtschaftliche Erschließung und Ausbeutung der Mandschurei durch die Russen. Der ja- panichen Diplomatie gelang es in den nächsten Jahren, Rußland in Ostasien zu isolieren und sich durch ein Bündnis mit England vor dem Eingriff dritter Mächte in den bevorstehenden Krieg mit Rußland zu sichern.
Rußland befand sich damals im Anfang des Jahrhunderts dem japanischen Angriff gegenüber militärisch in ähnlich schwieriger Lage, wie heute die Sowjet-Union. Gewiß waren seine militärischen Machtmittel vor 30 Jahren erheblicher, auch besonders das Stärkeverhältnis dem Heere und der Flotte des Mikado gegenüber günstiger als heute. Aber bamas wie jetzt war die große Entfernung, die das Zentrum der russischen Macht vom Fernen Osten trennte, ein fast unüberwindliches Hemmnis. Der Transport der Streitkräfte aus den westlichen russischen Provinzen nach Mukden dauerte 40 Tage. Die sibirische Eisenbahn war noch durch den Baikalsee unterbrochen. Die Umgehungs- bahn wurde erst während des Krieges fertiggestellt. So überquerten die russischen Truppenteile im Fußmarsch den See, solange er im Winter eine trag» fähige Eisdecke trug. In der wärmeren Jahreszeit wurden sie in Schiffen übergesetzt. In jedem Falle entstand ein großer Zeitverlust.
Den Oberbefehl im Osten führte Admiral A l e x e - j e w. Unter und neben ihm in nicht völlig geklärtem Kommandoverhältnis befehligte der Kriegsminister K u r o p a t k i n die Armee. Die japanischen Operationen leitete der Generalstabschef Marschall I a - magnata von Tokio aus. Den Oberbefehl auf dem Festtande führte Marschall Ojama mit seinem Generalstabschef Ko d a m a. Die vier japanischen Armeen kommandierten die Generäle Kuroki, Oku, N o g i und N o d z u, die sich sämtlich tm mandschurischen Kriege einen Namen machten.
Den Japanern gelang es zunächst der russischen unentschlossenen Führung gegenüber, die Russen aus der koreanischen Halbinsel nach der Mandschurei zurückzudrängen und das von General Stössel verteidigte Port Arthur einzuschliehen. General N o g i leitete die Belagerung, deren Entsatz durch die Russen wegen des Verlustes der Schlacht a m Schaho ebenso mißlang wie der Durchbruch der russischen Flotte durch die japanische Blockadelime. Dabei wurde die russische ostasiatische Flotte m der Seeschlacht bei Port Arthur vernichtet. Nach der Schlacht am Schaho standen sich die beiden Heere wochenlang eingegraben gegenüber _em
japanischen Politik zuwenden kann; der Schaf- ungvon Siedlungs - undLebensraum ür den überquellenden Bevölkerungsüberschuß, der nur im Süden und Osten gefunden werden kann. Erst jetzt reift die Ernte, welche zu gewinnen in den Jahren 1904/05 120 000 Japaner willig ihr Leben ließen für die Größe und Wohlfahrt ihres Volkes.
Dor dreißig Jahren, im Februar 1904, brach der russisch-japanische Krieg aus, ber zum erstem mal der Welt zeigte, daß in Japan eine Großmacht herangewachsen war, die es nut einer ber alten Großmächte aufnehmen konnte. Rußlanb verlor ben Krieg unb wußte Japan große Gebietsteile abtreten. Damals begann Japan feine Expansionspolitik auf bem af.atychen Fest- Ian b, die jetzt wiederum zu schweren Konflikten mit Rußland geführt Hat. — Unsere Bilder zeigen oben: Japanische Truppen landen auf der Halbinsel fitautung m der Nahe von Port Aickdur — In der Mitte rechts: General N o g i, der Erstürmer von Port Arthur. — Unten: Der Hafen von Port Arthur mit russischem Kreuzer im Dock.
Dies ist ein Film der Deutschen Universal, zu dem Kathrin Holland ein an das berühmte „Butterfly"-Motiv anklingendes Drehbuch geschrieben hat. Doch spielt die Handlung nicht im Fernen Osten, sondern am Goldenen Horn. Ein Kreuzer läuft zu , „ , . .
tunem Besuch in den Hafen von Stambul ein, und sam gedruckten Bildern geschmückten Zeitschrift zeigt,
einer seiner Offiziere erlebt an Land ein Mär-! wie der uns aus vielen Sammlungen vertraute
chen wie aus Tausendundeiner Nacht: eine sehr Faustkeil als Picke zum Ausheben der Tierfang-
bittersüße Liebesgeschichte, in der das kurze Glück gruben benutzt worden ist (Derf. Prof. Quiring). einer flüchtigen Begegnung und ein von schmerz-, Wie unsere Getreidesorten durch planmäßige Züch- lichem Verzicht beschatteter Abschied den Rhythmus tung den wechselnden Anforderungen der Böden der romantisch-lyrischen Handlung bestimmen. Der! und Klimate und den Zielen des Benutzers ange- Regisseur Geza von Bolvary hat den Film auf glichen worden find, zeigt Dr. Kattermann, Weihen- eine opernhaft idyllische und melodramatische Weise w—««— inszeniert, anfänglich ein wenig umständlich und schleppend, später mit scharfen theatralischen Akzenten. Die orientalische Landschaft ist mit malerischen Bildern stimmunggebend einbezogen, und Robert Stolz hat eine einschmeichelnde und weiche Musik dazu geschrieben. Jarmila Novotna, vor einigen Jahren als ausgehender Stern der Berliner Oper sehr gefeiert, spielt die schöne, elegante, ein wenig tofette Frau Thormaelen und singt mit einem wunderbar leichten Ansatz ziervoll und glockenrein ihr Liebes- und Abschiedslied mit dem Refrain „So eine Stunde kommt nur einmal im Leben". Gustav Fröhlich ist ein sympathischer, frischer, junger Dffjiier, dem die knappe unb kleidsame Uniform prächtig zu Gesicht steht. Christiane G ra u t o f f: eine zärtliche kleine Liebhaberin. Von den übrigen


