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sident richtete an d i e einzigen beiden Ab- geordneten, die anwesend waren, die Frage, ob sie etwas dagegen hätten, daß die Kam­mer erst wieder einberufen würde, wenn es ihm notwendig erscheine. Widerspruch wurde nicht laut.

Oie neue Landeskirche Hessen-Nassau.

Zusammentritt des Landeskirchenrats in Darmstadt.

LPD. D a r m st a d t. 8. Febr. heute vormittag trat in Darmstadt, das bis zur endgültigen Ent­scheidung Sih der Kirchenregierung bleibt, der neue Landeskirchenrat zusammen, der aus dem Landesbischof Lic. Dr. Dietrich (Wiesbaden), Landeskirchenrat Walther (Wiesbaden) und Pfar­rer 0 l f f (Badenheim bei Mainz) als Theologen, Amtsgerichtsrat Kipper (Wiesbaden) als Juristen und Studienrat Dr. Heydt (Mainz) als Laien­mitglied besteht. Die Mitglieder des Landeskirchen­rats führen den Titel Oberlandeskirchen­rat. Amtsgerichtsrat Kipper (Wiesbaden) wurde zum Oberlandeskirchenpräsidenten mit den Funktionen eines Präsidenten der neuen Kir­chenkanzlei bestellt. Ls wird betont, daß die Beur­laubung von Prälat D. Dr. Diehl und des Vizepräsidenten Dahlem nur als vorläufig zu betrachten ist. 3n den nächsten Tagen wird der Landesbischof mit einem Aufruf an die Oeffentlich- keit treten.

Wie dieDarmstädter Zeitung" mitteilt, wird an der verwaltungsstruklur hinsichtlich der Eintei­lung in Dekanate nichts geändert. Für unser engeres hessisches Gxbiet treten an Stelle der Su- perintendenturen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen die entsprechenden Propsteien, zu denen noch solche in Wiesbaden und Frankfurt hin­zutreten. Die Propstei Frankfurt wird durch einige Orte im Taunusgebiek erweitert. Vermögensverwal­tungsstellen gibt es künftig nur in Darmstadt und Wiesbaden, wobei Frankfurt fortan von Wiesbaden mitverwallet wird. Die Stellung der Pröpste gegen­über der der früheren Superintendenten ändert sich insofern, als fie nicht mehr dem Landeskirchenrat angehören.

feierliche Eröffnung des preußischen Landeserbhof­gerichtes.

Celle, 8. Febr. (DNB.) Das Landeserbhofgericht trat am Donnerstag im Celler Schloß zu feiner e r - ft e n Sitzung zusammen, die den Charakter einer eindrucksvollen Feier trug. An dem Festakt nahmen u. a. der preußische Justizminister K e r r l sowie zahlreiche Vertreter der Partei, des Rechtswesens und der Behörden teil. Eingeleitet wurde die Sitzung durch eine Trauer feier für den bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommenen Staatsrat Wagemann, der zum Präsi­denten des Landeserbhofgerichtes auserfehen war. Oberlandesgerichtspräfident von G a r f f e n, der mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten des Landeserbhofgerichtes beauftragt ist, würdigte die Arbeit des Staatsrats Wagemann. Dann nahm der preußische Justizminister, der Schöpfer des deutschen Erbhofgerichtes, das Wort zu einer großen An­sprache, in der er u. a. ausführte: Die Schaffung dieses Erbhofgesetzes war meine schönste Tätigkeit. Wer dieses Gesetz noch nicht zu schätzen weiß, der kennt seinen Sinn nicht, denn das eine steht fest: in jedem Volke gab es einen Stand, auf dem d i e Nation s i ch aufbauen muß, und dieser Stand ist der dauern ft an b. Nur solange dieser Bauernstand gesund bleibt, nur solange Blut und Boden unlöslich verbunden sind, nur solange kann ein Volk bestehen als Nation.

Größte Möglichkeiten für -en Arbeitsdienst.

Eine Unterredung mit Staatssekretär Hierl

Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsarbeits- führer Staatssekretär Hier! gewährte einem Mit­arbeiter desAngriff" eine Unterredung über den Arbeitsdienst, der folgendes zu entnehmen ist:

Während der Arbeitsdienst im Jahre 1932 nur 26 602 882 Tagewerke leisten konnte, hat er mit durchschnittlich 228 778 Mann im Jahre 1933 nicht weniger als 68 754 984 Tagewerke geleistet. Von diesen Tagewerken entfielen allein fast 29 Millionen auf Bodenbewässerung, 10 Millionen auf Verkehrs­verbesserung und mehr als 4,5 Millionen auf Forst- arbeiten und über 3 Millionen auf Arbeiten zu S'edlungszwecken.

Der Reichsarbeitsführer äußerte sich dann über Zwei immer klarer in Erscheinung tretende hem­mende Momente: 1. die zu schwache Be­setzung des Kulturbauamtes, das die vom Arbeitsdienst angeregten Arbeiten zu organi­sieren habe, so daß sich unliebsame Verzögerungen ergeben und 2. die Vielheit der Behörden, mit denen verhandelt werden müsse. Der Reichs- arbeitsführer wandte sich des weiteren mit Ent­schiedenheit gegen verschiedene Gerüchte, die von Unverantwortlichen in Umlauf gesetzt worden seien. Es sei da behauptet worden, daß der Arbeitsdienst einer anderen Organisation ange- gl ledert werden solle. Dieses Gerücht ent­behre jeglicher Grundlage. Der Arbeits­dienst, aus der nationalsozialistischen Bewegung her­aus geboren, bleibe ein Glied der Bewe­gung, aber seine Selbständigkeit, seine eigenen Gesetze und eigenen Lebensformen seien für ihn lebensnotwendig. Staatssekretär Hier! äußerte sich sodann abschließend in kurzen Worten über die Zukunft des Arbeitsdienstes. Im Augenblick fei für die 250000 Freiwilligen Arbeit für Jahre hinaus f i dj e r g e ft e 111. Der Arbeitsvorrat in Deutschland sei aber unendlich größer. In einer besonderen Abteilung der Arbeitsoienstführung, die sich mit der reinen Erfassung der Arbeitsmoglich- keiten befasse, habe man einen Arbeitsvorrat fest- gestellt, der für 500000 auf 20 Jahre ge­nügen würde.

Führertagung des BNSOZ. und der Rechtsfront.

Berlin, 9. Febr. (DNB.) Wie derVölkische Beobachter" meldet, fand kürzlich in Berlin eine Fuhrertagung des BNSDJ. und der Deutschen Rechtsfront unter Leitung des Reichsjuristenführers Reichsjustizkommissar Dr. Frank statt. Aus dem Generalbericht des Reichsgeschäftsführers Dr. Heuber wurde festgestellt, daß nunmehr die

Mitgliederzahl der Deutschen Rechtsfront und des BNSDJ. das mehr als dreißigfache des Mitgliederbestandes vom 30. Januar 1933 be­trägt. Sodann wurde das Arbeitsprogramm des BNSDJ. für das neue Jahr besprochen. Dr. Frank betonte dabei, daß der Schulungs- arbeit die besondere Aufmerksamkeit zu gelten habe. Der Kampf um das deutsche Recht werde mit Energie weitergeführt.

Die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend.

Nürnberg, 8. Febr. (DNB., Reichsjugend. PJarE-e.r ß ? $n gab der Presse Aufklärung über Die (ringlieoerung der evangelischen Jugend in die Nachdem sich der Nationalsozialismus eine ^"gend geschaffen habe und der Kirche all die Arbeit abnehme, die diese sehr wohl an Dolks- tum und Staat, das heißt an den Nationalsozialis- mus abgeben könne, verzichte sie damit nur auf Ar- H»hCn' Wesen nicht entsprechen

und gebe das Recht zur staatspolitischen Erziehung ohne weiteres der HI., sowie sie ihrerseits den An- spruch erhebe, dieser Jugend das Evangelium sagen zu können. Der Vertrag gebe die Möglichkeit, die evangelische Jugendarbeit so zu ordnen, daß auch der Totalitätsanspruch der Kirche an

Große Polizeiaktion gegen die Wiener Marxisten.

Umfangreiche Waffenfunde beim verbotenen Sozialistischen Schutzbund.

Wien. 8.Febr. (DRV.) Die wiener Polizei- direklion hat eine großangelegle Säuberungs- aktion gegen den verbotenen Sozia­listisch - Republikanischen Schutzbund eingeleilet. Rach der amtlichen Darstellung hat der Republikanische Schutzbund in letzter Zeit wieder eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet und Waf­fen und Munition in großen Mengen bereitgestellt. Bei der Haussuchung ist es zur V e - schlagnahme von Maschinengewehren, Gewehren, Munition, Handgranaten und Spreng­körpern gekommen, die nach Sachverständigenaus­sagen genügt hätten, ein ganzes Stadt­viertel in die Luft zu fprengen. Der Bericht erklärt, es handele sich hierbei um einen unerhört verbrecherischen Anschlag bolschewistisch­marxistischer Elemente gegen die Sicherheit des Staates. 3m Zusammenhang damit seien zahl­reiche Verhaftungen leitender Funk­tionäre des ehemaligen Schutzbundes durch­geführt worden. Die Arbeiterschaft wird gewarnt, sich aufputsch'en und zu Demonstrationen mißbrau­chen zu lassen. Auch gegen die S o z i a l i st i s ch e Partei ist die Polizeiaktion ausgedehnt worden. Das Gebäude desVorwärts" wird in der Rächt polizeilich überwacht. Ferner ist in den Abendstun­den von einem lleberfallkommando der Polizei das sozialistische Parteisekretariat beseht und eine eingehende Haussuchung vorge­nommen worden, hierbei sind auch die Schreibtische der sozialistischen Abgeordneten und Rationalräte geöffnet und durchsucht worden.

3n der Arbeiterschaft soll wegen des scharfen Vor­gehens der Polizei große Erregung herrschen und mit einem Streik gedroht worden fein.

Oer Bericht her Reichsanstalt.

Berlin, 8. Febr. (DRV.) Der planmäßige Ein­satz der Arbeilsbeschaffungsmaßnahmen zum Aus­gleich der winterlichen Saisonschwankungen führte im 3anuar zu einem guten Erfolg. Während in früheren 3ahren in diesem Monat unter dem Einfluß der Entlassungen aus den Außenberufen die Arbeitslosenzahl zu steigen pflegte, gelang es in diesem 3ahr, allerdings stark begünstigt durch die milde Witterung, die Arbellslofenzahl in beträchtlichem Umfang zu senken. Der Rückgang betrug 285 000, so daß die im Dezember eingetretene Zunahme von rund 344 000 zum gro­ßen Teil wieder ausgeglichen ist. 3nsgesamt wurden bei den Arbeitsämtern 3 774 000 Arbeits­lose gezählt, das sind rund 2 239 000 weniger als am gleichen Stichtag des Vorjahres.

Die Zahl der Arbeitslosen in den Außenberufen ist in diesem Wintermonat um rund 140 000 zurück- gegangen. So wurden z. B. i m Baugewerbe und den von ihm abhängigen Wirtschaftszweigen Ende Januar 110 000 Arbeitslose weniger gezählt als zu Beginn des Monats. Ein Teil dieser Ent­lastung ist auf die großen öffentlichen Arbei- t e n wie Autostraßenbau und die zahlreichen N o t- standsarbeiten zurückzuführen, die im Ja­nuar durch die Gunst der Witterung weiter ausge­dehnt werden konnten. Die übliche winterliche Arbeitsruhe im Hochbau und feinen Neben­zweigen wurde durch die zahlreichen Anregungen zu Umbau- und Jnftandsetzungsarbeiten stark gemildert.

Daß sich über diesen von der Regierung herbei­geführten Antrieb hinaus auch die privaten Wirt­schaftskräfte zu regen beginnen, zeigt die Entwick­lung der Zahl der mehr von der Konjunktur ab­hängigen Berufsgruppen. In diesen Berufsgrup­pen ist ein Rückgang der Arbeitslosen um rund 144 000 eingetreten. Träger dieser günstigen Ent­wicklung waren in der Hauptsache das Eisen- und Metallge werbe, das Holzgewerbe und das Spinn st offgewerbe.

Im Einklang mit der Entwicklung der Arbeits­losenzahl zeigte sich auch in den Unter st ü t - zungseinrichtungen der Reicksan st alt und der öffentlichen Fürsorge eine ent­sprechende Entlastung. Die Zahl der Arbeits­losen in der Arbeitslosenversicherung ging auf 549192, in der Krisenunterstützung auf 1 155 806 zurück. Arbeitslose anerkannte Wohl- fahrtserwerbslose wurden von den Ar­beitsämtern 1 317 873 gezählt, das sind 93 681 we­niger als am 31. Dezember 1933. Die Zahl der N o t- ft unbearbeitet nahm im Januar um rund 138 000 zu. Insgesamt wurden bei den durch die

Man nimmt an, daß die Polizeiaktion gegen den sozialistischen Wehrverband auf die Forderung von leitenden Heimwehrkreisen zurückzuführen ist. Viel bemerkt wurde, daß diese Aktion gerade während der Abwesenheit des Bundeskanzlers Dollfuß ein­geleitet worden ist.

Oas Ergebnis des Budapester Besuchs.

Budapest, 8. Febr. (DNB.) Das Ungarische Telegraphen-Korrespondenzbüro meldet:Die öster­reichischen und ungarischen Staatsmänner haben sämtliche die beiden Länder interessierenden Fragen besprochen und als Ergebnis der Verhandlungen mit der größten Befriedigung festgestellt, daß i n allen Fragen volles Einverständnis zwischen den beiden Staaten besteht. Es wurde be­schlossen, sowohl auf politischem wie auf wirtschaft­lichem Gebiet bie bisherige Politik fort = zusetzen, bie vom Gesichtspunkt ber beiben Län- ber aus bisher befriebigenbe unb günstige Ergeb­nisse gezeitigt hat und die es ermöglicht, daß die beiden Staaten auch in Zukunft in allen Fragen, die gemeinsame Interessen berühren, sich gegen­seitig unter st ützen unb Zusammenwir­ken. Der weitere Ausbau sowohl ber politischen wie auch ber wirtschaftlichen Zusammenarbeit bient nicht nur ben Interessen ber beiden Länder, sondern auch denen des europäischen Friedens."

Reichsverweser h o r t h y verlieh Bundeskanzler Dollfuß das Großkreuz des ungarischen Verdienst­kreuzes, die höchste ungarische Auszeichnung. Dem österreichischen Minister Hornbostel und dem österreichischen Gesandten in Ungarn Baron hennet wurde das ungarische Derbienftkreuz 1. Klasse über­reicht.

Reichsanstalt geförderten Arbeitsbeschaffungsmaß­nahmen am 31. Januar 414 274 Notstandsarbeiter gezählt. Der Rückgang ber Arbeitslosen verteilt sich bis auf eine Ausnahme auf alle Landes- arbeitsamtsbezirke.

Oer Rückschlag her Frostperiohe überwuuheu.

Erläuterungen des Präsidenten Syrup.

Im Anschluß an ben offiziellen Bericht der Reichs- anftalt machte Präsident Dr. S y r u p vor der Presse bemerkenswerte Ausführungen:

Im Jahre 1933 konnte erfreulicherweise vom Januar bis November jeder Monatsbericht ber Reichsanstalt eine Berminberung der Arbeitslosen­zahl melden. Von 6 014 000 Arbeitslosen im Januar 1933 waren wir auf 3 715 000 im November 1933 gefallen. Für die F r o ft p e r i o b e waren Rück­schläge zu erwarten, ßanganbauernbe Froftperioden legen in weitem Maße bie Außenarbeiten still, bie Arbeitskräfte werden in großer Zahl entlassen unb somit ordnungsmäßig als Arbeitslose gezählt, auch wenn bie Sicherheit besteht, baß sie bei Beendi- gung des Frostes wieder ihre verlassenen Arbeits­plätze einnehmen können. In ber Tat brachte uns ber Dezember mit seinem langen unb heftigen Frost das unabwendbare An st eigen ber A r - b e i t s l o s i g k e i t. Die Zahl ber Arbeitslosen stieg zwar nicht so stark wie in früheren Jahren, aber doch um 340 000. Daß es sich bei diesem Dezember­zugang ganz überwiegend um Saisonein- flüsse, um Auswirkung won Naturkräften gehan­delt hat, das beweist nun der neue Bericht ber Reichsanstalt. Im Gegensatz zu dem winter­harten Dezember war der Januar milde. Die Arbeiter, die im Dezember ihre Außenarbeits- plätze aufgeben mußten, konnten im Januar ihre Beschäftigung wieder aufnehmen. Die Arbeitslofenzahl ging um 285 000 zurück. Die Ge­samtzahl der Arbeitslosen, die Ende Dezember die 4-Millionengren.ze leicht überschritten hatte, sank wieder unter 3% Millionen. Wir können unb wollen uns dieses Erfolges erfreuen, aber wir müssen uns trotzdem die Möglichkeit vor Augen halten, daß ein scharfer und langanbauernber Frost im Monat Fe­bruar nochmals einen Rückschlag bringen kann. Aber auch dieser Rückschlag, falls er kommen sollte, ist dann ein Ergebnis elementarer Kräfte und zeit­lich begrenzt. Die große Linie des Arbeits- kampfes wird von ben winterlichen Einflüssen nicht berührt. Die währenb ber sommerlichen Arbeits­schlacht gewonnene Stellung wirb in diesem Winter trotz aller jahreszeitlichen Einflüsse gehalten unb gefestigt werben unb von diesem Stand aus wird im Frühjahr der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit feinen Fortgang nehmen.

alle Getauften wieder zur Geltung komme. Am 4. März werde voraussichtlich ber feier­liche Akt ber ©inglieberung erfolgen, ber mit gemeinsamem Gottesbienst eingeleitet werbe Zu bem anschließenben Festakt werbe ber Reichs- jugenbsührer unb ber Reichsbischof über alle deutschen Senber sprechen.

rungen genug gegen Einbrüche 'm das Lohn- unb Gehaltsnioeau getroffen feien, so sei boch eine stete Nachprüfung ber effektiven Einkommen geradezu eine zwingenbe Pflicht. Demnach würbe also an bie Stelle ber bisherigen Tarifstatistik künftig eine sehr aktive Lohn- unb Gehaltsstatistik treten müssen, wobei befonberer Wert darauf zu legen sei, festzu­stellen, ob bie in bem Gesetz vorgesehene Le!» stungsbezahlung sich überall burchsetzt.

Stellt mehr Lehrlinge ein!

Ein Appell Dr. Lehs an die Wirtschaft.

Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsführer der Deutschen Arbeitsfront erläßt an bie Wirtschaft einen Aufruf, in bem es u. a. heißt:

Das Gesetz zur Drbnung ber nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 hat ben deutschen Unterneh­mer zum Führer seines Betriebes gemacht. Zu bem Einsatz seines Führerkönnens ist damit als höhere, sittliche Aufgabe eine Führerverpflichtung getreten. Die S ch u l u n g d e s Nachwuchses im weitesten Sinne bes Wortes ist Sache solcher Führerverpflich­tung. Es geht nicht an, daß bie schulentlas­sene Jugend auf der Straße liegt; es ist für das politisch geeinte Volk unerträglich, daß junge arbeitswillige Menschen ohne Beschäf­tigung bleiben ober in ihrem schlecht unb recht erworbenen Arbeitskönnen verkümmern. Was man an ber Arbeitsjugenb verabsäumt, wirb am Gesamt­volk gesündigt.

Darum appelliere ich an das nationale Gewissen ber deutschen Wirtschaft, daß fie in Erfüllung ihrer Führerpflicht in diesem Frühjahr mehr Lehr­linge einstellt, als es im Augenblick notwendig erscheint. Ich appelliere an das nationale Gewissen ber Wirtschaft, baß sie nicht nur für bas Fort­kommen unb UnterkommenderJugend sorgt, bie ihre Lehre abgeschlossen haben, sondern daß sie darüber hinaus durch Einrich­tung vonVor lehr en" undNachleh- r e n" sich derer annimmt, bie bisher keine Ausbildung genossen ober in ber Voll­endung ihrer Ausbildung infolge der Wirtschaftsnot gehemmt wurden.

Quarfiermeifferamf in der GA. unter Geldte.

Berlin, 9. Febr. (DNB.) Der Stabschef ber SA. erläßt nach derKreuzzeitung" folgenden Befehl:

Im Stad des Obersten SA.-Führers wird ein Quartiermeisteramt (Qu) errichtet. Chef: Obergruppenführer S e l d t e. Das Quartiermeister­amt hat alle wirtschaftlichen unb Für - sorgeangelegenheiten, soweit sie nicht in das Arbeitsgebiet bes Verwaltungsamtes gehören, zu bearbeiten. Daneben wirkt es bei ben Vor­arbeiten zum Einsatz ber SA.- Reserve II (im Korreferat mit Führungsamt, Oberstlanbesführer II unb Abteilung für Arbeitsbienst), bes Arbeits - bien st e s unb ber Technischen Nothilfe mit. Glieberung unb Zusammensetzung bes Stabes melbet Obergruppenführer Selbte möglichst um- gehenb Vn bie Oberste SA.-Führung.

Der Stabschef (gez.) Röhm."

Das Urteil im Gereke-Prozeß aufgehoben.

Leipzig, 8. Febr. (DNB.) Das Reichsgericht hob in Abweichung von den Anträgen bes Reichs­anwaltes bas Urteil bes Lanbgerichts I Berlin vom 16. Juni 1933 insoweit auf, als ber frühere Reichs- fommiffar für Arbeitsbeschaffung, Dr. Gereke, wegen fortgesetzter Untreue unb ber Verbanbs- sekretär Freygang wegen Beihilfe hierzu zu 2/2 Jahren bzw. 4 Monaten Gefängnis verurteilt finb unb bas Verfahren gegen biefe Angeklagten im Falle bes Hindenburg-Wahlfonds auf Grunb des Straffreiheitgefetzes eingestellt ist. Die Sache wirb zu nochmaliger Verhanblung unb Entfcheibung an bie Darin stanz z u - rückverwiefen.

In ben Entfcheidungsgründen würbe betont, baß das angefochtene Urteil in tatsächlicher unb recht­licher Hinsicht lückenhaft sei, so baß es bem Reichsgericht feine Grundlage für eine abschließende rechtliche Würbigung biete. Jnsbefonbere litten bie Feststellungen über das Rechtsverhältnis Dr. Gerekes zu bem jeweiligen Besitzer ber VerbanbszeitschriftDie Landgemeinde" an Unklarheiten. Das angefochtene Urteil begnüge sich, mit summarischen Feststellungen. Auch bie bis­herigen Feststellungen über bie Anwerbung ber Amnestie lasse eine Nachprüfung nicht barüber zu, ob bie Voraussetzungen für eine Nieberschlagung des Verfahrens aus politischen Motiven im Falle des Hinbenburg-Wahlfonbs gegeben seien.

Oer neue Kurs in Spanien.

Vertrauensvotum für Lerroux.

M a b r i b, 8. Febr. (DNB.) In namentlicher Ab­stimmung hat das Parlament der Regierung Lerroux mit 235 gegen 54 Stimmen basier« trauen ausgesprochen. In der politischen Aus- spräche forderte der Führer ber Katholischen Volks- Aktion Eil Nobles ein schärferes Vorgehen ber Regierung gegen ben täglich mehr um sich grei­fenden Anarchismus, anbernfalls seine Par­tei, bie bekanntlich mit den Radikalen bie Haupt­stütze dieses Kabinetts bildet, der Regierung ihr Vertrauen entziehen müsse. Der Innenminister wandte sich gegen bie Wühlarbeit ber Sozialdemokratie. Er erklärte, daß bei deren Weiterdauer zu überlegen sei, ob bie sozial- demokratische Partei nicht als außerhalb des Ge­setzes stehend proklamiert werden solle. Die Ant­wort-des ehemaligen Ministers unb Sozialistenfüh­rers Prieto war bie offene Erklärung, daß mit allen Mitteln auf die Revolution hinge- arbeitet werde.

Oie Arbeitslosenkurve sinkt wieder

Oer milde Januar wirkt sich günstig aus. Beträchtliche Zunahme der Zahl der Beschäftigten.

Sehaltserhebungen bei denAngestellten

Berlin, 8. Febr. (VdZ.) Nachdem das Stati­stische Reichsamt bereits seit Jahren die Arbeits­einkommen der Arbeiter in einigen Industrien regel­mäßig feststellt, sollen nunmehr auch bie Ein- kommensoerhältnisse ber AngesteIl­ten b e r u f e burch eine umfaffenbe Untersuchung ermittelt werben. Als erste Erhebung biefer Art wirb für ben Februar eine Gehaltserhebung i m Bankgewerbe burchgeführt. In den Frage­karten werben für (eben Angestellten ber Gesamt- verbienst im Februar, die Steuerabzüge, bie Sozial­zulagen, sowie bie Beiträge zur Sozialversicherung festgestellt-

Der Jnformationsbienst schreibt bazu: Der Er­hebung komme eine befonbere Bebeutung zu, ba mit bem Inkrafttreten bes Gesetzes zur Drbnung ber nationalen Arbeit bie Tarifverträge in ihrer alten Form ablaufen. Obschon Siche­

Ein neuartiges britisches Kampfflug­zeug als Abwehrwaffe.

London, 8. Febr. (DNB.) Die Blätter schenken einer Mitteilung eines Unterhausrnitgliedes vorn gestrigen Mittwoch über ein neuartiges* Kampfflug­zeug große Beachtung. Es wird mitgeteilt, daß dieses Flugzeugwie ein Fahrstuhl" steigen und in kurzer Zeit die erforderliche Höhe erreichen könne, um einen feindlichen Luftüberfall abzuweh- ren. Drei Flugzeuge dieses Typs kosteten ebensoviel wie ein Bombenflugzeug. Als weiterer Vorzug dieser neuen Maschine wirb der Umstand angefühM. daß sie keinen großen Flugradius habe und nicht genügend Bomben mit sich führen könne, um ein feindliches Land anzugreifen, daß sie also nur als Verteidigungswaffe Wert habe, als solche allerdings sehr großen Wert.