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Ijvonnes Geheimnis

Roman von Klothilde von Stegmann

Llrheberrechtsschuh: Fünf-Türme-Derlag Halle (Saale) 28 Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Ich bot ihnen Geld. Da lachten die beiden mich aus. Als ich in sie drang, mir zu fugen, wer ihnen Len Auftrag gegeben habe, mich hierherzufahren, statt nach dem Filmatelier in Treptow, sahen sie mich verständnislos an. Don einem Filmatelier wüßten sie beide nichts. Sie hätten zuerst geglaubt, ich wüßte, worum es sich handle. Aber sie könnten sich nicht helfen, sie müßten zurück. Mitnehmen dürften sie mich nicht. Auch wo ich wäre, wollten sie mir nicht sagen Es sei ihnen überhaupt ver­boten worden, mit mir zu sprechen.

Ehe ich noch überlegen konnte, sprangen beide in den Wagen Dann fuhren sie ab und ließen mich bei dem Gewitter mitten im Walde allein. Ich habe versucht, eine Bahn oder einen Ort zu er­reichen Aber ich habe mich gründlich verlaufen.

Gegen sechs Uhr früh erst kam ich auf eine Chaussee. Radfahrer, die ich anrief, zeigten mir den Weg nach dem Bahnhof Köpenick. Don dort bin ich nach Hause gefahren, nachdem ich mich etwas er­holt hatte. Der Wald, in dem ich herumgeirrt bin, soll die Wuhlheide gewesen sein, sagte mir ein Ar­beiter, der mir den Weg zeigte."

Werbe! hatte schweigend zugehört.

Sind Sie jetzt mit Ihrer Erzählung fertig?" Als Irene erschöpft nickte, fuhr er fort:Das, was Sie da erzählt haben, ist sehr nett ausgedacht. Es wäre ein schönes Alibi. Aber die ganze Geschichte hat einen Fehler. Sie haben keine Zeugen für Ihr Alibi. Oder können Sie Zeugen nennen?"

Ich weiß nicht, was Sie mit dem Alibi wollen", stammelte Irene.Zeugen habe ich natürlich nicht. Welchen Zweck die ganze nächtliche Fahrt hatte, begreife ich auch jetzt noch nicht."

Scharf erwiderte Kommissar Werbet:

Der Zweck ist mir schon klar. Die rührende Ge­schichte sollte wohl beweisen, daß Sie an der Ver­giftung Seeburgs unschuldig seien, weil Sie in der Nacht nicht zu "Hause gewesen. Aber" Werbels Stimme wurde kalt und schneidendSie haben zweierlei übersehen: Erstens glaubt Ihnen die ganze Erzählung kein Mensch. Bleiben Sie ruhig sitzen", warf er ein, als Irene empört auffuhr,diese Ent­führungsgeschichte ist doch zu kindisch ausgedacht. Und wenn sie wahr wäre, würde sie auch keine Entlastung sein. Daß Sie den Kaffee zubereitet haben, daß Sie ihn zu Herrn von Seeburg hin-

eingetragen haben, das haben Sie bereits zuge-, fassen könnte! Eben hatte sie doch irgend etwas'zukehren. Hastig wandte er sich an Herrn von

sagen wollen, etwas sehr Wichtiges. Aber sie konnte

tionsrat, könnten Sie mir vielleicht

schon einige

sehen ja selbst, daß Sie auf diesem Wege nicht wei-

.Sie waren nicht ganz wohl, lieber Seeburg.

Blick mit

ein Mal-

auf die

mit der Linken Seeburgs Kopf stützte. Die Wirkung

was eigentlich los war?"

Matzow verständigte sich durch einen dem Kommissar.

Lieber Seeburg, ist Ihnen mit B 518 heur passiert?"

Seeburg fuhr auf.

Was ist damit ist es nicht da?"

Matzow klopfte Seebura beruhigend

Nur das Sprechen fiel ihm zunächst schwer. Die Zunge wollte noch nicht recht gehorchen. Sein Blick

Seeburg, den der Arzt und Matzow inzwischen ins Bett gebracht hatten, sah mit leeren Blicken

Fragen beantworten?"

Seeburg nickte mit dem Kopfe.

Dann aber empfand sie die grausame Folgerich­tigkeit seiner Schlußfolgerungen. Daß sie falsch

wanderte erstaunt im Zimmer umher, blieb dann wieder an Matzow haften, und nach einigen ver­geblichen Versuchen formten sich deutlich die Worte: Was ist los, Matzow wieso sind Sie hier? Was ist denn mit mir? Ich hab so ein dumpfes Gefühl im Kopfe."

Matzow nahm Seeburgs Hand, und während er sie hielt, sagte er langsam:

Schulter. Er schlug eine Mappe auf, die er aus feiner Aktentasche nahm und hielt sie Seeburg hin. lFortsetzung folgt.)

zu beweisen, wie unsinnig dieser Verdacht war, das war das Schwierige. Wenn man es für möglich hielt, daß sie, Irene von Merten, Seeburg betäuben oder vergiften wollte, dann waren alle anderen Schlüffe daraus folgerichtig.

Kommissar Werbe!, der einen Augenblick ge­schwiegen hatte, änderte jetzt seinen Ton. Er sah, daß das junge Mädchen dem Zusammenbrechen nahe war. Freundlicher sprach er auf Irene ein:

Fräulein von Merten, es ist ja glücklicherweise noch gut abgegangen Herrn von Seeburg ist nichts

um sich. Erst als Doktor Fritsche mit lauter Stimme seinen Namen rief, blieb sein Blick auf Legations­rat von Matzow haften. Nachdem er die laut ge­gebene Aufforderung Doktor Fritsches, tief Luft

geben. Daß Herr von Seeburg selbst etwas in den Kaffee getan hat, dafür liegen keine Anzeichen vor. Da der Kaffee aber neben ihm auf dem Schreibtisch stand, kann das kaum ein Dritter getan haben. Das hätte Seeburg sehen müssen. Also muß das Schlafmittel vorher hineingetan worden sein. Da nun nach Ihrer eigenen Angabe außer Ihnen nie­mand in der Küche war, kann das doch niemand anders getan haben als Sie! Sie find daher drin­gend verdächtig, entweder des Dergiftungsversuchs an dem Legationsrat von Seeburg oder zum min­destens der Beihilfe. Wozu die garye Sache mo­niert worden ist, werden wir ja noch festzustellen haben. Ein bestimmter Verdacht ist ja schon von Herrn von Matzow geäußert worden. Ich habe da­her die Pflicht, Sie bis zur weiteren Aufklärung festzuhalten."

Irene hatte Werbe! fassungslos angehört. Nach dem ersten Versuch, ihn entrüstet zu unterbrechen, schienen ihr die Vermutungen des Kommissars so grotesk, daß sie ihm ins Gesicht lachen, wollte.

Bei Matzows Worten belebte sich Seeburgs Ge­sicht allmählich. Er trank ein Medikament, das Doktor Fritsche ihm an den Mund hielt, indem er

terkommen. Also sprechen Sie doch ganz offen vielleicht läßt sich dann noch manches einrenken. Hat Sie jemand angestiftet, Herrn von Seeburg zu be­täuben? Oder wollten Sie sich an ihm rächen? Hat er Ihnen vielleicht Hoffnungen gemacht, die nicht erfüllt wurden? Sehen Sie mal, ich würde Eifer­sucht als Motiv annehmen, wenn nicht die Sache mit dem Aktenstück dazukäme. Wem haben Sie das gezeigt? Ist es nicht besser. Sie erzählen mir alles ganz offen?"

Kriminalbeamter ihr gegenüber, gewiß ein klar denkender und verständiger Mann, und setzte ihr in dürren Worten auseinander: sie sei eine Verbreche­rin! Giftattentat, Dokumente, Seeburg es war

Matzow:

Ich hab' doch Pariere hier. Hier sind fremde Leute im Zimmer...

Keine Sorge, Seeburg das Wichtigste habe ich an mich genommen. Es fehlt nichts. Der Herr hier ist Kriminalkommissar Werbel. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen."

Die Medizin schien ihre Wirkung weiter aus­zuüben. Denn Seeburgs Stimme hatte fast ihre normale Stärke wieder.

Ich verstehe noch nicht recht, Matzow ich hab' doch lange arbeiten wollen. Ich weiß gar nicht, wie ich ins Bett gekommen bin. Was will denn der Herr dort?"

Kriminalkommissar Werbel Herr Lega-

in Ihrem Zimmer?"

Nein, nachher war niemand hier. Ich habe ja auch die Zimmertür von innen abgeschlossen!"

Werbel blickte erstaunt auf.

Erinnern Sie sich dessen genau, Herr von See­burg?"

Haben Sie den Kaffee gleich nach dem Ab­schließen getrunken? Oder vorher?"

Ist das ein Verhör, Herr Kommissar?"

Kein Gedanke, Herr Baron. Es sollen nur einige Tatsachen festgestellt werden, und Sie sollen uns dabei behilflich sein."

Was soll festgestellt werden?"

Das werden Sie gleich hören, Herr Baron. Aber es liegt mir daran, erst Ihre Antworten zu haben. Also, was geschah, nachdem Sie den Kaffee getrunken hatten?"

Man merkte, wie Seeburg sich anstrengte, eine richtige Schilderung zu geben.

Ich weiß, daß ich zugeschlossen habe. Dann hab' ich mich hingesetzt, um zu arbeiten, und hätte beinah den Kaffee vergessen. Nach fünf Minuten sah ich das Geschirr stehen und trank hastig eine Tasse. Der Kaffee schmeckte nicht gut. Ich dachte, weil er nicht mehr warm wäre. Und dann, ja--

ich weiß nichts weiter! Aber nun möchte ich wissen,

sich plötzlich nicht darauf besinnen. Wieder, wie aus weiter Ferne, drang die Stimme des Kommissars Werbel an ihr Ohr:

Also, Fraulein von Merten, Sie wollten mir doch jetzt erzählen, wie Sie zu der Tat gekommen sind."

Mit matter Stimme kam Irenes Antwort:

Ich weiß nicht, wer es getan hat, und ich weiß nicht, weswegen. Ich weiß nur das eine, daß ich es nicht war. Dieser Verdacht ist abscheulich."

Werbel blickte Irene ärgerlich an:

Also Sie wollen nichts gestehen. Sie erschweren sich Ihre Lage nur selbst."

Dann winkte Werbe! den Beamten heran:

Oberwachtmeister Kussek, nehmen Sie jetzt zu­nächst einmal eine gründliche Durchsuchung der hinteren Räume vor. Die Dorderzimmer werden wir dann gemeinschaftlich nachsehen. Was gibt es?" wandte sich Werbel an den Wachtmeister Schulz, der die Tür von Seeburgs Zimmer geöffnet hatte.

Ernstliches geschehen. Wollen Sie nicht lieber ganz offen erzählen, warum Sie es getan haben? Durch v.......

ein Geständnis erleichtern Sie Ihre Lage. Und Sie1 ZU holen, befolgt hatte, wurde er vollends wach.1 SaUa« SaIUSi- Kac. ctOa^a:1 Wnr hn« finrpdipn fiof ihm umnrhft frhmor '7>io

wie ein Spuk. Ihr Kopf war ganz benommen. Kein . ... ______________o____ri __________

Wunder nach diesem Morgen und der vorange- schien sofort einzutreten. Seeburg atmete ein paar- gangenen Nacht. Wenn sie nur einen Gedanken mal tief. Plötzlich schien die Erinnerung wieder-

Also, Herr Legationsrat, Fräulein von Merten hat Ihnen gestern abend Kaffee ins Zimmer ge­bracht. War nach Fräulein von Merten noch jemaub

Mit einer unsagbar traurigen Bewegung strich Das hat aber nichts auf sich. Ich bin hergekommen, Irene über die schmerzende Stirn. Wie müde sie um zu sehen, wie es Ihnen geht. Der Herr hier, auf einmal war! Wie dumm das alles! Da saß ein Sanitätsrat Fritsche, hat Ihre Behandlung über- Kriminalbeamter ihr gegenüber, gewiß ein klar nommen."

,..... -Herr Doktor Fritsche läßt sagen, daß Herr von

waren wer wußte das besser als Irene? Aber Seeburg jetzt langsam zu sich kommt. Sie möchten ...... ' doch jetzt auch hereinkommen, Herr Kommissar."

| Werbel erhob sich schnell. Auch Irene war auf­gesprungen und wollte in Seeburgs Zimmer eilen. Hier herein dürfen Sie nicht. Bleiben Sie hier in der Diele, bis wir mit der Vernehmung fort­fahren können. Schulz, Sie bleiben gleichfalls hier und passen auf."

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