Einzelbild herunterladen

11

Nikolaus hat der

Unfähig.

die Chirurgische Klinik eingeliefert. Der Personen.

selbst gemacht!

Rienzi

iSSäKU

*mM8-w^- - 285.-^336.-

Wechsefatrwii ErMHidi In «ÄmHidten FedtgescMBwi»

fi

rM

UMM

Zu feiner Zeft des Jahres spüren tölf diese Inne­ren Schwingungen stärker, als in den Weihnachts­tagen. Weihnachten selber ist uns Beweis, daß die großen Siege nicht mit der Kraft der Faust, son­dern mit den Kräften der Seele gewonnen werden.

Auch heute stehen wir mitten in den Auseinan­dersetzungen zwischen den Kräften der Faust und der Seele, zwischen Licht und Finsternis, wie man früher sagte. Es wird unsere Aufgabe sein, auch weiterhin zu beweisen, daß allein die Kraft des gläubigen Herzens Berge versetzt. Mögen das die Wankelmütigen bedenken, die so schnell vergaßen, daß wir allein mit dieser Kraft den Sieg errängen.

Wir wollen wieder so stark und gerade leben, daß wir uns den Weg zu Erde und All erobern. Dann werden auch wir wieder nur der inneren Stimme folgen, ihr treu und ergeben sein, mit der Blindheit des Kinderglaubens, der sich durch nichts von seiner zielklaren Entwicklung abbringen läßt.

Geheime Preisbindungen verboten.

LPD. Die Preisüberwachungsstelle des Hessischen Staarsministeriums teilt mit:

Nach vorliegenden Berichten ist es vorgekommen, daß Unternehmer sich vor der Abgabe von An­geboten zumeist in formloser Weise über die an­zubietenden Preise verständigen. Es werden eben­falls formlose Verpflichtungen eingeganaen, Aufträge anzunehmen oder abzulehnen. Dem Auftraggeber wird es dadurch unmöglich, unter ordnungsgemäß berechneten Einzelangeboten seine Auswahl zu tref­fen. Es wird gebeten, solchen Erscheinungen beson­deres Augenmerk zuzuwenden. Insbesondere sind die Gemeinden angewiesen, gegen solches Unwesen einzuschreiten. Soweit bestimmte Feststellungen vor­erwähnter Art getroffen werden können, empfiehlt es sich, die betreffenden Unternehmungen zeitweise oder dauernd von Lieferungen auszuschlietzen.

Gegen Formblätter mitpreisbinbungen

LPD. Das Staatspresseamt teilt mit: Auf die Verordnung des Neichskommissars für Preisüber­wachung vom 15. November 1934 zur Förderung selbständiger Kostenberechnungen in der Wirtschaft wird hingewiesen. Soweit nach tzeltendem Recht Preisbindungen nicht gestattet sind, ist es nach dieser Verordnung auch unzulässig, zu versuchen, preis- bindende Wirkungen auf andere Weise zu erzielen. Insbesondere ist es Verbänden, Vereinen und an­deren Zusammenschlüssen, also auch Innungen, ebenso wie deren Vertretern und Beauftragten, nicht gestattet, Formblätter für Kostenberechnungen zu verwenden, in die Kosten und Preiszahlen ein­gesetzt sind. Die Ausgabe von Formblättern ohne Kosten und Preiszahlen ist unzulässig. Wer diesen Bestimmungen fahrlässig oder vorsätzlich zuwider­handelt, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe, deren Höchstmaß unbegrenzt ist, oder mit einer dieser Strafen bestraft.

Deutsche Arbeitsfront.

NZ.-GemeinschaftKraft durch Freude".

Gießener Bastler stellen aus!

Am Sonntag, 9. Dezember, 15 Uhr, wird die angekündigte Ausstellung der Bastler des Kreises Gießen im Saale der DAF., Schanzenstraße 18, eröffnet. Es fiel nicht leicht, diese Menschen in der Verschlossenheit ihrer Bastelstube aufzustöbern und zusammenzubringen, denn ihre Arbeit ist ja nicht für die anderen bestimmt, sondern ist ihnen ein unendlich liebgewordenes Stück ihres Eigenlebens, das sie nur ungern der Öffentlichkeit zeigen. Ja, mancher fürchtet, in unserer so furchtbar praktischen und nüchternen Zeit als Sonderling betrachtet zu werden.

Aber sie haben sich nun alle zusammengefunden und wollen ihren Arbeitskameraden zeigen, was sie in ihrer oft kärglich bemessenen Freizeit zuwege gebracht haben und sie anreizen, es ihnen nachzutun und das Basteln als ein wesentliches Mittel. einer sinnvollen Freizeitgestaltung in weitere Kreise zu tragen. Die Ausstellung bringt Gegenstände, die gediegenes handwerkliches Können und vor allem große Liebe und unendlichen Fleiß verraten, da­neben aber auch Stücke von vollendeter Kunst.

Schnitzereien, Einlegearbeiten, Kunstschmiede- und Treibarbeiten, weibliche Bastelarbeiten usw., grup­pieren sich in bunter Fülle. Besonders reizvoll ver­spricht die Faltbootecke zu werden, die einen Aus­schnitt aus der Arbeit der Gießener Paddlergilde bringt. Sehr reichhaltig ist auch die Gemälde-Aus- stellung, außerordentlich abwechslungsreich und gut beschickt selbstverständlich auch die Spielzeuggruppe. Eine Wohnraumecke, zwei Segelflugzeugmodelle und vieles andere vervollständigen die interessante Schau.

Die Ausstellung dauert bis 3. Advent und ist täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

Abfahrt des Lobeda-Chores zum Volkstumsabend in Alten-Vufeck.

Wegen des Sieben-Uhr-Ladenschlusses am Sonn­tag, 9. Dezember, fährt der Omnibus erst um 19.30 Uhr pünktlich ab Ludwigsplatz.

Opern Aufführung im Stadttheater.

Am Sonntag, 6. Januar, nachmittags 3 Uhr, hn Stadttheater Aufführung der OperDer Freischütz" von Karl Maria von Weber. Preise der Plätze von 0,60 bis 2,50 RM. Arbeitskameraden macht von dieser günstigen Gelegenheit Gebrauch, sichert euch Plätze. Karten sind auf der Geschäftsstelle der NSG Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Zimmer Nr. 10, zu haben.

IBann findKraft durch Freude"-Veranstalkungen vergnügungssteuerfrei?

Bisher waren vielfach Zweifel aufgetreten, wann Veranstaltungen der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" der Vergnügungssteuer unterliegen und wann nicht.

In einem Schreiben an die Landesregierungen bat der Reichsminister der Finanzen hierzu ein- gehend Stellung genommen. Danach finden grund­sätzlich die Bestimmungen Über die Vergnügungs­steuer auf die Veranstaltungen der NSG.Kraft durch Freude" Anwendung. Um aber eine gleich­mäßige und gerechte Behandlung dieser Veranstal- tungeu herbeizuführen, bestimmt der Reichsfinanz. Minister, daß Veranstaltungen vonKdF." so zu

Troubadour

Vineta."

Dle Hitlerjugend fordert zur Erziehung der Fügend Heime!

helft mit, der Hitlerjugend Heime zu beschaffen!

kett des Vaterlandes, feinen Kindern in der Fremde vom Reichtum heimatlichen Wesens weiter mitzu­teilen und diese Wanderer und Pioniere in der Ferne fürsorglich zu erfassen, wandten große Teile der Ausgewanderten sich dem neuen Volkstum zu. Es ist ein Gebot der nationalen Würde, hier das Ver­säumte nachzuholen. Der VDA.-Bezirksverband bit­tet daher jeden einzelnen, jede Behörde, jeden Der- ein und alle Körperschaften, die in Frage kommen, insbesondere aber die Ortsgruppen und Mitglieder des VDA., über jeden dort bekannten Auswanderer des letzten Menschenalters Mitteilung zu machen. Erforderlich ist die genau Anschrift, der Heimatort Beruf und Konfession. Besonders aufklärende Be­merkungen sind erwünscht. Die Zusendungen sind zu richten an den VDA.-Bezirksverband Frankfurt am Main., Städelstraße 26 Fernsprecher 65765.

Das Autounglück in Butzbach.

dem schweren Unglück beim Bahnübergang unweit des Bahnhofs Butzbach, über das wir gestern schon berichteten, handelt es sich um einen Unfall, der Angehörige des Arbeitsamtes Gießen traf. Der rQf!®agen wurde von dem Chauffeur Raab geführt der einen leichten Nervenschock erlitt. Bei der tödlich verunglückten Dame handelt es sich um die Berufsberaterin beim Arbeitsamt Gießen, Frl. Dr. Hauffig. Mit inneren Verletzungen wurde der Beamte des SlrhoiUnmtoa a»*, q«.. i

wagen des Arbeitsamtes war von dem Durchgang«, güterzug Nr. 6290 an dem bewachten UebergaL der Straße Gießen-Butzbach überfahren worden Di- Schranke war nicht geschlossen. Der hintere Teiii des Autos wurde völlig zertrümmert.

Unsere Saar, ein Jahrbuch für des deutsche Volk, 1935.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen teil! uns mit:

Um die Aufklärung über die Bedeutung der Rück» gliederung des Saargebiets fortzusetzen und gleich­zeitig weitere Mittel für das Winterhilfswerk ijj Saargebiet aufzubringen, erscheint nunmehr, h^. ausgegeben von der Derlagsgemeinschaft Verlag her Deutschen Arbeitsfront, Berlin NSZ.-Verlao Neustadt a. d. Haardt Kurt Vowinkel-Verlag Berlin, unter dem Titel

Unsere Saar,

ein Jahrbuch für das deutsche Volk, 1935 ein neues Aufklärungswerk. Das Jahrbuch entfjai neben dem Kalendarium mit feinen Hinweisen a§ die einzelnen Etappen des Abwehrkampfes ein, Reihe bedeutsamer Beiträge über Leben und Schass, an der Saar. Lebensvolle Bilder veranschaulich

auf über 100 Seiten die völkischen, politischen und wirtschaftlichen Werte der Westmark; sie kennzeichn nen die Saar als den unerschütterlichen Pfeiler ini jahrhundertelangen Grenzlandkampf um Heimat Boden und Volkstum. Der Preis des Jahrbuchs be­trägt 1 RM.

Wie beim Saar-Abstimmungs-Kalender wird auch der Reinertrag des JahrbuchsUnsere Saar 1935' ausschließlich der Saar zugute kommen. Wir bitten die uns angeschlossenen Firmen und Betriebe, do§ Aufklärungswerk zu beziehen und für weitgehenden Absatz Sorge zu tragen; das Jahrbuch hat die Aus­gabe, in jedem deutschen Wohn- und Arbeitsraum im Jahre 1935 an die naturgewollte Zusammengehörig­keit von Reich und Saar zu mahnen.

Nikolaus in der Turnstunde.

Während der nebelig - regnerische Nikolaustag langsam in Dämmerung und Nacht absank, flamm­ten in der Turnhalle des Männerturnvereins ju Gießen die Lichter auf, und Turnerjugend strebt- dem vertrauten Uebungsraum zu. Unter stisch-stK lichem Lachen und Spielen füllt sich allmMch die weite Halle, ungebändigter BewegungÄmz schwingt in spielerischenKürübungen" derteilt Reck, Barren, Pferd, an Leitern, Klettergerüste und Ringen durch den Luftraum. Ein forsch« Junge stellt die eben vorbeihuschende Sigrid:War wollt Ihr denn hier? Ich denke, Ihr habt gestern abend Eure Turnstunde gehabt! Heute abend sind wir doch an der Reihe!" Selbstsicher antwortet Sig­rid:Aber unsere Leiterin Else Bickelhaupt hat uns gestern am Schluß der Turnstunde auf heute abend wieder bestellt; mehr weiß ich auch nicht'."Das ist verdächtig!" meint hinzukommend Hans-Wilhelm, und die schon Zusammenhänge ahnende Jngeborg mischt sich hinein:Das ist doch sehr einfach heute ist doch Nikolaustag!"Ach was, Ä-1 laustag!" fährt der von Alter und Erfahrung schon etwas belastete Rudi in den Kreis der Nachdenk­lichen hinein:Seit drei Jahren hat uns der Niko­laus nicht besucht, warum soll er ausgerechnet heute kommen? Die Turnhalle sieht gar nicht nach Niko­laus aus! Ich glaube, wir Jungen und Mädel sollen bloß einmal zeigen, was mir können; vmu wären denn sonst auch die vielen Eltern ha?' Plötzlich schrillt die Pfeife des Jugendwartes Hein­rich Freienfehner und der Befehl:Antre­ten!" läßt das ungebundene Wogen und Treiben erstarren zu wohlausgerichteten Reihen. Die Span- I nung ist auf das Höchste gestiegen. Aber nüchtern und alltäglich schallt in die Stille des Raumes der weitere Befehl:Zu Uebunqsrieqen an die GercS auseinanderziehen!" Ein leises Murmeln durch.'? j Reihen zeigt an, daß manches Kinderherz in birt* Augenblick um ein Illusion ärmer geworden ft Also regelrechter Uebungsbetrieb, Bube» Mädel zusammen und die Eltern als Zuich«"' Eine halbe Stunde mochte es sein, da greift rm Machtwort des Vereinsführers Karl Müller^ und nun kommt Klarheit in die schwankenden & mütslagen: der Nikolaus ist draußen mit fRute unh Sack! Und schon erscheint er in feinem langen weißen Bart und gegürtet im wallenden braunen Mantel und spitzer Kapuze bei der überraschten Kinderschar. Oberturnwart H u ß k e muß vortreten und melden: 60 Knaben und 70 Mädchen zur Turn­stunde angetreten. Das macht dem Nikolaus gro6* Freude, aber er hat auch einen langen Zettel, ® dem geschrieben steht, was ihm im Laufe des 3^' res nicht gefallen hat und was ihm gefällt, und <' versteht ausgezeichnet die Jugend für ihre Turn­stunden zu begeistern; ein Turnerlied sollen sie ibn> auch singen, und in bewährter Bereitwilligkeit be­gleitet Turnbruder Otto G u t i a h r am Flügel. schöner Ordnung zieht nun Riege um Riege großen Breielkorb vorüber, und Nikolaus heim dankbar leuchtende Blicke, Handschlag und anmutige Kn ixe für seine Gaben ein. Mit einem freudig Gut-Heil auf den Führer und die Deutsche Turn«' schäft und nach dem gemeinsamen Gesang der bei' den Nationallieder verabschiedet sich der Nikolas und als er die Türklinke niederdrückt, machen s kindliche Freude und Dankbarkeit Luft in bem^' len Ruf:Dem lieben Nikolaus ein breif^v kräftiges Gut-Heil!" In dem Gedränge des V. bruches meinte Rudi:Wenn ich nur wüßte. den Nikolaus gemacht hat?" Aber Hannelore ihn mit glühenden Wangen und leuchtenden

behandeln sind, als ob sie im Interesse der Kunst- pflege und Volksbildung als gemeinnützig aner- ^ovnt sind; sie sind also von der Vergnügungssteuer zu befreien. In der sinngemäßen Anwendung der im Gesetz vorgesehenen Steuerbefreiung wird jedoch Steuerfreiheit nur für solche Veranstaltungen ge- " brie , NS.-GemeinschaftKraft durch J .a u f eigene Rechnung

durchfuhrt. Erne Befreiung von der Vergnügungs- fteuer kann jedoch nicht erfolgen, wenn die 23 er- anstaltung mit Tanz verbunden ist.

Derufshauptgruppen in der DAS.

Verufsgemeinschaft der Techniker.

Am Tage der Nationalen Solidarität fällt die Monatsversammlung der Berufsgemeinschaft der Techniker aus.

Anschriften von ausgewanderten deutschen Volksgenossen gesucht!

,D-r Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) beabsichtigt künftig eine noch stärkere Be- treuung aller ausgewanderten deutschen Volksgenos- sen durch Zusendung deutschen Schrifttums (Kalen­der, Kirchenblätter, Dereinsnachrichten, Heimatzei­tungen usw.). Durch diese Maßnahme soll einem gängel abgeholfen werden, der zur Folge hatte, daß viele Tausende guter Deutscher ihrem Volks­tum nerlnrt-n

rung der jüngeren Steinzeit verdankt. Dann setzte südlich der Ostsee von Jütland und Nordhannover aus die erste Ost-Expeditionnordischer" Kultur undnordischen" Volkstums ein wenn diese ge­bräuchlichste Beziehung für die Menschen der Groß­steingräber und des Flintgeräts auch hier erlaubt sein soll. Auch von diesem Kulturkreis führen be­kanntlich gewisse Ausläufer bis in die Wetterau. Es wäre aber falsch, dabei schon vonGermanen" zu sprechen: Damit die Germanen in Jütland und Nordhannover stammlichfertig" wurden, bedurfte es erst nach des Einschlags jenes mächtigenStreit- axtvolkes", das am Ende der jüngeren Steinzeit mit dem Zentrum im Elb-Saale-Land plötzlich in aller Welt auftritt, hier in Hessen so gut wie an der Ostsee bis nach Ostpreußen hin, in Nordwest­deutschland wie im Südosten. Dieses Volk hat am meisten die sog.nordischen" Rasseeigentümlichkei­ten verbreitet. Zu Beginn der Metallzeit in der ersten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahr­tausends waren die ,Germanen" im westlichen Ost­seegebiet stammlich fertig. Es folgt im Laus des Jahrtausends die zweite Ost-Expansionnordischen" Kulturwesens und Volkstums nach dem Osten der Küste entlang zur Weichsel. Nachschub bleibt aber dann aus: es finden stammliche Spaltungen statt, schließlich um die Mitte des letzten vorchrist­lichen Jahrtausends zunächst in Hinterpommern und Westpreußen starke Abwanderungen nach Süd- osten. Die germanische Ost-Expansion war ebenfalls einebäuerliche" Kolonisation: sie hatte ein erstaun­liches Wachsen des Wohlstandes zur Folge, was durch massenhafte Bronzeschatzfunde erwiesen ist. Es war dasgoldene" Zeitalter der germanischen Urgeschichte feine Kultur aber gründete sicher in einer gerade heute erschreckend wirkenden Weise fast ganz auf den Import! Wie schon in der Steinzeit saßen auch in der ausgehenden Bronzezeit im Unterobergebiet Menschen südlicherer Herkunft Stammesverwandte derUrnenfelderleute" Süd- unb Westdeutschlands. In ben letzten Jahrhunder- ten vor Christi Geburt gehört Pommern zu ben Sitzen geschichtsberühmt geworbener Germanen­stämme: Sweben, Burgunben, Goten ... Die große germanische Völkerwanderung machte sich hier zu allererst bemerkbar. Die bauernben Auswanderun- gen minbern unaufhaltsam bie Volkszahl bes ger­manischen Nordens unb Ostens. Um 700 n. Chr. sickern slawische Stämme auch nach Pommern ein. Die nordgermanischenWikinger" unbNorman­nen" berührten auf ihren Fahrten auch bie pom- mersche Küste. In biesesMiliö" führen uns bie chronistischen unb sagenhaften Überlieferungen um Jumne /Vineta" / Jomsburg. DieseGroßstabt im Slawenlanb" unb bie ihr zugehörige vermut­liche Wikingerfaktorei suchen bie Historiker jetzt fast einstimmig unter unb bei Wollin an ber Dievenow, dem östlichen Münbungsstrom ber Ober. Hier finb tatsächlich bie ausgebehntesten unb mächtigsten Sieblungsreste aus wendisch-wikingischer Zeit, bie wir kennen. Mit ihrer Untersuchung würbe in die- fem Jahr begonnen: Auf bem Marktplatz ber Stabt Wollin ergrub man starke Ruinenschichten oft zer­störter unb roieber aufgerichteter Holzbauten mit erstaunlichem Funbreichtum. Unb bicht bei ber Stabt konnten bie Reste einer festen Burg jener Zeit nachgewiesen werben. Es ist kein Zweifel, baß hiereine Großstabt im Wenbenlanb" mit regem Wandels- unb Gewerbebetrieb unb mit merklichem norbischem" Einschlag geblüht hat: mit Zuversicht plant man bie weiteren Untersuchungen auf biefen Ruinenstätten, bie sich über etwa 3 Kilometer am Dievenowstrom entlang ziehen.Vineta" so reich man sich bas Gemeinwesen benfen mag, das 2^nlaß zur Sage gob, so war es eine slawisch-nor­dische Stabt aus Holz ohne bauerhafte Steinbauten. Solche entstauben hier erst im Gefolge jener mittel- alterlich-beutschen Großtat: als bie britte Osterpan- fionnorbischen", jetzt germanisch - deutschen Volkstums vollbracht war, als ber Osten unb ber Norbosten burch bäuerliche Kolonisation beutsch ge­worben war. Der Vortrag, besten Inhalt burch sehr zahlreiche Lichtbilber veranschaulicht würbe, schloß mit einem Hinweis auf die im Lauf ber Jahr- taufenbe immer roieber in gleicher Weise sich aus- roirfenben lanbschaftlichen Gegebenheiten bieses Le- bensraumes an ber Ostsee, bie sich bis heute ihre schicksalhafte Kraft bewahrt haben.

Reicher Beifall brückte, wie auch Dr. Glöckner in seinem Schlußwort betonte, bem Vortragenben den Dank aus für bie Fülle bes in glänzenber Form Dargebotenen, bas burch viele schone Licht­bilber verbeutlicht war.

Mit bem Vortrage des Stettiner Museumsdirek­tors Dr. Kunkel leitete der Oberhessische Geschichtsverein am Donnerstagabend feine Vortragsreihe ein. Nach kurzer Begrüßung führte

Gtudienrat ör. Glöckner

etwa folgendes aus: Th. Mayer, der sonst als Vorsitzender des Vereins hier zu Ihnen sprach, hat uns, einem Rufe nach Freiburg folgend, vor kur­zem verlassen. War auch die Zeit, da Professor Mayer den Verein führte, nur kurz, so ist doch die Lücke groß, bie er bei uns hinterläßt. Er ist kein Sohn unserer Heimat, aber er kannte sie doch besser als mancher, ber von Kinbesbeinen an in ihr um­hergegangen ist. Mit offenem Auge unb echt öster­reichischer Fähigkeit ber Einfühlung unb jenem ge­schärftem Sinn für lanbschaftliche Geschichte hat er unser Lanb durchstreift unb bas in sich ausgenom­men, was Felb unb Walb, Dorf unb Flur, Bau­werk unb Mensch als unmittelbare Quellen von ber Vergangenheit berichten. Mit erstaunlicher Schnellig­keit hat er sich mit ber Geschichte bes rhein-maini- schen Laubes vertraut gemacht, hat als Leiter ber geschichtlichen Abteilung ber Anstalt für Landes- forfchung bie ftubierenbe Jugenb unb bie kommen- ben Erzieher für bieses Forschungsgebiet inter­essiert unb bie Forschungsergebnisse von bort uns hier im Verein vermittelt, wie es die Gruppe ber Vorträge bes vergangenen Winters zeigte, in bereu Mittelpunkt bie geschichtliche Stellung unseres neuen Rhein-Main-Gebietes staub. Er hat bamit zugleich bie Vergangenheit für bie Gegenwart aus­gewertet unb bamit auch unsere Arbeit in ben Kreis ber Aufgaben hineingestellt, bie bie neue Zeit uns auferlegt. Auf biefer Gruublage hat er auch bas Interesse ber Behörben für bas Wirken bes Geschichtsvereius geförbert. Wir banken ihm für alles, was er für unseren Buub getan hat, fenben ihm ein herzliches Glückauf in fein neues Arbeits­stil) nach.

Die Sterne, bie über unserer Arbeit hier leuch­ten, finb ewig: Die Liebe zur Heimat unb bie Liebe unb Verehrung für bie Menschen, bie vor uns sie mit bem Schweiße ihrer Arbeit getränkt haben. Blut unb Boben", so sagt bas nationalsozialistische Wort in treffenber Kürze, unb wir finb uns be- mußt, in seinem Sinne unb im besten Geiste bes Führers zu arbeiten. Die befonbere Eigenart unsres Schaffens beruht in feiner Verbunbenheit mit ber historischen Forschung, unb ber Verein ist stolz bar- auf, Entscheibenbes geleistet zu haben für bie Ge­schichte unb Vorgeschichte unseres Laubes. Wo im Volke ber breite Strom ber Liebe unb bes Inter­esses für bie beutsche Heimat fließen soll, ba müs­sen auch Quellen unb Quellbäche sein, bie biefen Strom nähren eine von biefen wollen wir sein, müssen wir sein, heute erst recht, wo unsere wissen­schaftliche Leistung nicht sinken barf, wo junge Talente ber Anregung bebürfen, wo unsere Heimat- liebe nicht Wort, sonbern Tat fein soll. Treue zum Bunbe heißt also bie Losung, unb wir bürfen aus ber Zahl berjenigen, bie unserer heutigen Einla­dung gefolgt finb, wohl ben Schluß ziehen, baß ber Verein in Gießen einen Stamm von Getreuen besitzt. Ihr Besuch gilt aber auch bem Rebner bes Abenbs, Herrn Museumsbirektor Kunkel, ber uns ja kein Unbekannter ist. Er hat als Schrift­führer unseres Vereins uns nahegestanben, hat als Assistent unseres Museums sich seine Sporen als Archäologe mit einem Werke verbient, bas unsere Provinz Oberhessen zu ber Lanbschaft machte, beren vorgeschichtliche Altertümer mit am besten gesam­melt unb gewürbigt finb.

Museumsdirektor Dr. Kunkel

begann seinen Vortrag mit einer kurzen Schilberung der lanbschaftlichen unb besieblungsgeschichtlichen Verhältnisse Pommerns, bas ja mit etwa 400 Kilo­meter ben größten Anteil an ber beutschen Ostsee­küste hat, wo sich amMittelmeer bes Norbens" wichtige Kapitel altgermanischer Geschichte abspiel­ten. lieber bas völkische Wesen ber frühesten,mit­telsteinzeitlichen" Bevölkerung Pommerns kann frei­lich noch nichts Vorläufiges gesagt werben. Reste baoon scheinen bas vierte vorchristliche Jahrtausenb überbauert zu Haden. Zwar kannte ber Norben offenbar bamals schon Anfänge bes Ackerbaues Die Pflugwirtschaft ist aber erst burch Kolonien des b o n a u l ä n b i s ch e n K u l t u r k r e i s e s ins Unterobergebiet verpflanzt worben, also burch Men­schen besselben Volkstums, ben auch bie Wetterau nidjt wenig von ihrer bäuerlich-seßhaften Bevölke-